[0001] Die Erfindung betrifft ein Schrittschaltwerk in einem elektromagnetischen Schrittschaltrelais
mit einem Gehäuse, mit einem eine Spule und einen Klappanker aufweisenden Magnetsystem,
mit einem mit dem Klappanker vorzugsweise direkt zusammenwirkenden Schaltstößel und
mit einem mit diesem zusammenwirkenden Schaltrad, welches in mehreren definierten
Schaltpositionen einrastbar ist. Ein derartiges Schrittschaltwerk ist beispielsweise
aus der DE 35 19 546 C2 bekannt.
[0002] Schrittschaltwerke werden üblicherweise in Stromstoßschaltern verwendet, wobei ein
eine Anzahl Kontaktelemente betätigendes Schaltrad in definierten Schaltpositionen
einrastbar und lediglich in einer Richtung drehbar ist. Um die geforderten Schaltfunktionen
zu erfüllen, weist das Schrittschaltwerk dabei eine Mehrzahl beweglicher, insbesondere
federnder Funktionselemente auf. Hierdurch ist eine aufwändige Konstruktion des Schrittschaltwerkes
gegeben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schrittschaltwerk für ein elektromagnetisches
Schrittschaltrelais anzugeben, welches konstruktiv besonders einfach, insbesondere
mit einer geringen Teilezahl, sowie besonders montagefreundlich aufgebaut ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Schrittschaltwerk mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Dieses Schrittschaltwerk ist in einem Gehäuse eines elektromagnetischen
Schrittschaltrelais angeordnet und weist ein Magnetsystem mit einer Spule und einem
Klappanker auf. Durch den Klappanker ist ein Schaltstößel betätigbar, welcher wiederum
mit einem Schaltrad zusammenwirkt, das in eine Mehrzahl definierter Schaltpositionen
einstellbar ist. Mit dem Schaltstößel sowie mit dem Schaltrad wirkt ein Federelement
zusammen, welches als Blattfeder oder als Stabfeder, d.h. ähnlich einer Blattfeder,
jedoch mit rundem Querschnitt, ausgebildet ist. Das Federelement weist drei Schenkel
auf, welche bevorzugt in unbelastetem Zustand jeweils zumindest annähernd gerade sind.
Abweichend hiervon können die Schenkel jedoch beispielsweise auch gebogen sein und
ineinander übergehen, so dass die Blattfeder insgesamt einen gebogenen Verlauf hat.
In jedem Fall beaufschlagt der erste Schenkel bzw. der erste Abschnitt des Federelementes
den Schaltstößel mit einer Kraft, wodurch dieser vorzugsweise sowohl an das Schaltrad
angedrückt wird als auch den Klappanker in Richtung der von der Spule abgehobenen
Position belastet. Der mittlere Schenkel bzw. mittlere Abschnitt des Federelementes
ist im Gehäuse des Schrittschaltrelais gelagert. An den mittleren Schenkel bzw. Abschnitt
schließt sich ein dritter Schenkel bzw. Abschnitt des Federelementes an, welcher mit
dem Schaltrad zusammenwirkt. Der dritte Schenkel erfüllt hierbei vorzugsweise mehrere
Funktionen: Zum einen greift er an dem Schaltrad, insbesondere an einer Zahnung des
Schaltrades, derart an, dass dieses in den definierten Schaltpositionen gehalten wird,
insbesondere ein Zurückdrehen entgegen der vorgesehenen Drehrichtung verhindert ist.
Zum anderen übt das Federelement auf das Schaltrad, sofern dieses aus einer definierten
Schaltposition heraus nur geringfügig, d.h. nicht bis zur nächstfolgenden definierten
Schaltposition, verdreht ist, eine rückstellende Kraft aus. Die Rücklaufsperrfunktion
des Federelementes ist insofern in geringen Winkelbereichen zwischen benachbarten
Schaltpositionen aufgehoben, um undefinierte Zwischenstellungen des Schaltrades zu
vermeiden.
[0005] Der Betätigungsweg des dritten, mit dem Schaltrad, insbesondere dessen Zahnung, zusammenwirkenden
Federschenkels ist typischerweise geringer als der Betätigungsweg des ersten Federschenkels,
mittels dem der Klappanker von der Spule des Magnetsystems abhebbar ist. Entsprechend
diesen unterschiedlichen Anforderungen an die Federwege ist der erste Schenkel bevorzugt
länger als der dritte Schenkel des Federelementes.
[0006] Der erste Schenkel greift dabei vorzugsweise an einem an den Schaltstößel angeformten,
von der Spule wegweisenden Betätigungsarm an. Durch die Kopplung des ersten Schenkels
des Federelementes mit einem von der Haupterstreckungsrichtung des Stößels einen zumindest
annähernd rechten Winkel einschließenden Betätigungsarm ist nicht nur ein ausreichender
Betätigungsweg des Stößels gegeben, sondern dieser auch mit einer Kraft beaufschlagt,
welche ihn radial zum Schaltrad drückt. Der Schaltstößel wirkt vorzugsweise mit derjenigen
Zahnung des Schaltrades direkt zusammen, welche auch mit dem dritten Federschenkel
zusammenwirkt und dabei die oben beschriebene Rücklaufsperrfunktion sowie Rückstellfunktion
sicherstellt. Ein günstiges Verhältnis sowohl der einzelnen Betätigungswege als auch
Betätigungskräfte ist gegeben, wenn der erste Schenkel des Federelementes mit dessen
drittem Schenkel einen Winkel von mindestens 30° und maximal 150°, insbesondere von
mindestens 60° und maximal 120°, einschließt.
[0007] Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist die Kraft, welche der erste Schenkel des
Federelementes auf den Schaltstößel ausübt, einstellbar, indem an diesem, insbesondere
an dem Betätigungsarm des Schaltstößels, mehrere Kopplungsstellen zum Einspannen des
Federschenkels vorgesehen sind. Das Federelement ist vorzugsweise aus Metall gefertigt.
Im Fall einer Ausbildung als Blattfeder mit einem flachen rechteckigen Querschnitt
beträgt dessen Stärke vorzugsweise mindestens 0,05 mm und maximal 0,5 mm, insbesondere
0,1 mm bis 0,2 mm. Bei einer Fertigung des Federelementes aus Kunststoff sind aufgrund
des thermischen Umfeldes und der mechanischen Dauerbelastung erhöhte Anforderungen
an die Fließ- und Setzeigenschaften zu beachten.
[0008] Nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist ein sogenannter Überdrehschutz,
vorzugsweise in Form eines mit dem Schaltrad direkt zusammenwirkenden Sicherungsarmes
des Schaltstößel vorgesehen, welcher verhindert, dass das Schaltrad bei einem Schaltvorgang
durch den Schaltstößel zu weit gedreht wird.
[0009] Das Federelement weist nach einer bevorzugten Weiterbildung einen von der Ausbildung
eines angrenzenden Abschnittes der Federschenkel abweichenden Schenkelabschnitt auf,
welcher vorzugsweise als Kerbe oder Einschnürung ausgebildet ist und der gezielten
Beeinflussung der Federkennlinie dient. Durch unterschiedliche Schenkelabschnitte
bei verschiedenen Federelementen kann auf einfache Weise die Federkennlinie eines
Schrittschaltwerkes entsprechend den Anforderungen, insbesondere der gewünschten Auslösecharakteristik,
gewählt werden. Da der in verschiedenen Varianten ausgebildete Schenkelabschnitt in
erster Linie der genauen Einstellung der zwischen dem Federelement und dem Schaltstößel
wirkenden Kräfte dient, während die Beeinflussung der Kräfte zwischen dem Federelement
und dem Schaltrad höchstens von nachgeordneter Bedeutung ist, befindet sich der modifizierte
Schenkelabschnitt bevorzugt zwischen einem im Gehäuse eingespannten Abschnitt des
Federelementes und der Kopplungsstelle zwischen dem ersten Federschenkel und dem Schaltstößel.
[0010] Der Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, dass ein als Multifunktionselement
gestaltetes Federelement in einem Schrittschaltrelais sowohl einen Schaltstößel und
ein Schaltrad direkt als auch einen Klappanker indirekt mit einer Kraft beaufschlagt,
wobei das Schaltrad in definierten Schaltpositionen gehalten ist und durch eine Rücklaufsperrfunktion
gesichert ist.
[0011] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer Zeichnung
näher erläutert. Hierin zeigen:
- FIG 1, FIG 2
- in verschiedenen perspektivischen Darstellungen ein Schrittschaltwerk in einer ersten
Schaltposition,
- FIG 3
- das Schrittschaltwerk in einer zweiten Schaltposition,
- FIG 4a, FIG 4b
- das Schrittschaltwerk in der Schaltposition nach FIG 3 in verschiedenen Schnittdarstellungen,
- FIG 5
- das Schrittschaltwerk in perspektivischer Darstellung in einer dritten Schaltposition,
- FIG 6a, FIG 6b
- das Schrittschaltwerk in Schaltposition nach FIG 5 in verschiedenen Querschnittsdarstelllungen,
- FIG 7
- das Schrittschaltwerk in perspektivischer Darstellung in einer vierten Schaltposition,
- FIG 8a, FIG 8b
- das Schrittschaltwerk in Schaltposition nach FIG 7 in verschiedenen Querschnittsdarstellungen,
- FIG 9
- das Schrittschaltwerk in perspektivischer Darstellung in einer fünften Schaltposition,
- FIG 10, FIG 11
- ein elektromagnetisches Schrittschaltrelais mit dem Schrittschaltwerk in verschiedenen
Schaltzuständen jeweils in eine Querschnittsdarstellung,
- FIG 12, FIG 13
- in perspektivischen Darstellungen das Schrittschaltrelais nach FIG 10 und FIG 11,
- FIG 14
- in perspektivischer Darstellung eine weitere Ausführungsform eines elektromagnetischen
Schrittschaltrelais mit einem Schrittschaltwerk,
- FIG 15a, FIG 15b
- ein Federelement eines Schrittschaltwerkes in perspektivischer Darstellung bzw. Querschnittsdarstellung,
- FIG 16a, FIG 16b
- ein elektromagnetisches Schrittschaltrelais in einer weiteren Ausführungsform mit
einem Schrittschaltwerk in verschiedenen Schaltzuständen jeweils in Querschnittsdarstellung,
- FIG 17
- das Schrittschaltrelais in Schaltposition nach FIG 16b in perspektivischer Darstellung,
- FIG 18a, FIG 18b
- einen Schaltstößel des Schrittschaltwerkes nach FIG 16a und FIG 16b,
- FIG 19a bis 19c
- in verschiedenen Ansichten ein Federelement des Schrittschaltrelais nach FIG 16a und
FIG 16b, und
- FIG 20a bis 20c
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Federelementes für das Schrittschaltrelais
nach FIG 16a und FIG 16b.
[0012] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0013] Die FIG 1 und 2 zeigen ein Schrittschaltwerk 1 eines hier nicht weiter dargestellten
Schrittschaltrelais zur Fernsteuerung von Stromkreisen. Das Schrittschaltwerk 1 weist
ein L-förmiges Magnetjoch 2 mit einem ersten kürzeren L-Schenkel 3 und einem zweiten
längeren L-Schenkel 4 auf. Auf dem ersten L-Schenkel 3 ist parallel zum zweiten L-Schenkel
4 ein Kern 5 angeordnet, welcher von einer Spule 6 umgeben ist. Endseitig des zweiten
Schenkels 4 ist mit diesem ein Klappanker 7 beweglich verbunden. Auf der dem zweiten
Schenkel 4 abgewandten Seite des Klappankers 7 ist mit diesem ein Schaltstößel 8 verbunden,
wobei der Schaltstößel 8 relativ zum Klappanker 7 zumindest geringfügig schwenkbeweglich
ist. Im Wesentlichen ist der Schaltstößel 8 parallel zum Kern 5 und zur Spule 6 sowie
zum zweiten L-Schenkel 4 ausgerichtet. Der Schaltstößel 8 wirkt direkt zusammen mit
einer Zahnung 9 eines Schaltrades 10. Die Zahnung 9 ist dabei achtfach gezahnt, entsprechend
acht definierten, um jeweils 45° verdrehten Schaltstellungen des Schaltrades 10. In
der Darstellung nach FIG 1 ist das Schaltrad 10 nach rechts in Drehrichtung D drehbar.
Der Zahnung 9 des Schaltrades 10 benachbart weist dieses eine Konturscheibe 11 auf,
an der ein Federband 12 anliegt, welches eine Schaltbrücke 13 betätigt. Mit einer
in FIG 2 sichtbaren Kulissenführung 14 der Konturscheibe 11 ist des Weiteren ein Schaltstellungsanzeiger
15 verbunden.
[0014] In das in den FIG 1 und 2 nicht dargestellte Gehäuse, in welchem sich das Schrittschaltwerk
1 befindet, ist ein Federelement 16 eingespannt, wobei zur Fixierung im Gehäuse eine
Aussparung 17 im Federelement 16 vorgesehen ist. Das in den FIG 15a und 15b isoliert
dargestellte Federelement 16 ist als Blattfeder ausgebildet und weist einen ersten
Federschenkel 18, einen zweiten, mittleren Federschenkel 19 und einen dritten Federschenkel
20 auf. Der mittlere Federschenkel 19 ist relativ zum Magnetjoch 2 fixiert, während
der erste Federschenkel 18 mit dem Schaltstößel 8 und der dritte Federschenkel 20
mit dem Schaltrad 10 jeweils direkt zusammenwirkt. Dabei ist der erste Federschenkel
18 an einem Betätigungsarm 21 angelenkt, welcher als Teil des Schaltstößels 8 im Wesentlichen
rechtwinklig zu dessen Haupterstreckungsrichtung ausgerichtet ist. Der erste Federschenkel
18 ist wahlweise zwischen zwei von drei Zapfen 22, welche eine Kopplungsstelle bilden,
eingespannt. Durch die Wahl der Kopplungsstelle 22 ist die Krafteinwirkung des Federelementes
16 auf den Schaltstößel 8 justierbar.
[0015] Durch die außermittige Anlenkung des Federelementes 16 am Schaltstößel 8 wird auf
diesen in jedem Fall derart ein Drehmoment ausgeübt, dass der Schaltstößel 8 gegen
das Schaltrad oder die Schaltwelle 10 gedrückt wird. Zugleich ist der Schaltstößel
8 durch das Federelement 16 mit einer Kraft belastet, welche den Klappanker 7 vom
Kern 5 der Spule 6 abhebt. Ein zusätzliches Federelement, welches den Klappanker 7
in der in FIG 1 und FIG 2 dargestellten abgehobenen Position hält, ist somit nicht
erforderlich.
[0016] Der dem ersten Federschenkel 18 gegenüberliegende dritte Federschenkel 20 übt ebenfalls
eine Mehrfachfunktion aus. In der in den FIG 1 und 2 dargestellten Schaltposition
liegt der dritte Federschenkel 20 eben an einer Zahnflanke 23 der Zahnung 9 des Schaltrades
10 an. Ein Zurückdrehen des Schaltrades 10 entgegen der vorgesehenen Drehrichtung
D ist nicht möglich, da in diesem Fall der dritte Federschenkel 20 endseitig an einer
Stirnflanke 24 der Zahnung 9 anschlagen würde. Zusätzlich zu dieser Rücklaufsperrfunktion
des mit der Zahnung 9 zusammenwirkenden dritten Federschenkels 20 ist in beschränktem
Maß eine Haltefunktion bereits durch die Reibungskraft zwischen dem dritten Federschenkel
20 und dem Schaltrad 10 gegeben.
[0017] Während des Schaltvorgangs des Schrittschaltwerks 1 wird das Schaltrad 10 um insgesamt
45° gedreht. Der Schaltvorgang wird nachfolgend anhand der FIG 3 bis 9 näher erläutert.
In Relation zu der in FIG 1 und FIG 2 dargestellten Schaltposition ist in der Schaltposition
nach FIG 3 der Klappanker 7 um 3° aus der Nullstellung geschwenkt. Der Schaltstößel
8 berührt dabei die Zahnung 9 des Schaltrades 10, welches um 15° relativ zur Nullstellung
nach FIG 1 verdreht ist. Der dritte Federschenkel 20 ist durch die Verdrehung der
Zahnung 9 in Richtung zum ersten L-Schenkel 3, in der Darstellung nach unten, ausgelenkt
und übt somit im Vergleich zur Schaltposition nach FIG 1 und FIG 2 eine größere Kraft
auf das Schaltrad 10 aus. Hierbei berührt der dritte Federschenkel 20 lediglich eine
Zahnkante 25 zwischen einer Zahnflanke 23 und einer Stirnflanke 24. Wie insbesondere
aus den FIG 3 und 4a hervorgeht, entsteht somit ein Drehmoment auf das Schaltrad 10
entgegen der Drehrichtung D. Bei einer Unterbrechung der Stromzufuhr zur Spule 6 in
der in den FIG 3, 4a, 4b dargestellten Schaltposition würde das Schaltrad 10 durch
die Einwirkung des dritten Federschenkels 20 des Federelementes 16 wieder in die in
FIG 1 und 2 dargestellte Ausgangsposition überführt werden. Gleichzeitig würde das
Federelement 16 auch den Klappanker 7 in die in FIG 1 und 2 dargestellte Nullstellung
zurückbewegen. Damit stellt das Federelement 16 sicher, dass das Schaltrad 10 und
damit auch die Schaltbrücke 13, etwa bei einem zu kurzen Betätigungsimpuls, welcher
die Spule 6 mit Strom versorgt, nicht in einer undefinierten Zwischenstellung, wie
beispielsweise der in den FIG 3 bis 4a dargestellten Position verbleiben kann. Das
Schaltrad 10 kann sich somit um höchstens weniger als 45° entgegen der Drehrichtung
D drehen.
[0018] In der Schaltposition nach den FIG 5, 6a, 6b ist der Klappanker 7 durch die Spule
6 weiter angezogen und um insgesamt 4° aus der Nullstellung verschwenkt. Das Schaltrad
10 ist dabei um insgesamt 25° relativ zur in den FIG 1 und 2 dargestellten Ausgangslage
verdreht. Wie insbesondere aus einem Vergleich der FIG 5 mit der FIG 3 deutlich wird,
ist der dritte Federschenkel 20 nunmehr nochmals weiter ausgelenkt, so dass eine nochmals
größere Kraft auf die Zahnung 9 wirkt. Die Krafteinwirkung des Federelementes 16 auf
das Schaltrad 10 nimmt also mit dessen zunehmender Drehung zu. Zu Beginn des Schaltvorgangs,
in der in den FIG 1 und 2 dargestellten Schaltposition ist die Haltekraft des dritten
Federschenkels 20 auf das Schaltrad 10 relativ gering. Somit ist der Klappanker 7,
welcher hier noch relativ weit vom Kern 5 und der Spule 6 beabstandet ist, leicht
aus der Nullstellung heraus bewegbar. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die magnetische
Kraft auf den Klappanker 7 umso geringer ist, je weiter dieser vom Kern 5 beabstandet
ist. Mit zunehmender Annäherung des Klappankers 7 an den Kern 5 spielt dagegen die
Reibungskraft zwischen dem Federelement 16 und dem Schaltrad 10 eine abnehmende Rolle.
Im Gegensatz hierzu ist die Rückstellkraft, welche entgegen der Drehrichtung D wirkt,
von zunehmender Bedeutung. Die Rückstellkraft auf das Schaltrad 10 ist in der in den
FIG 5, 6a, 6b dargestellten Schaltposition gegenüber der in den FIG 3, 4a, 4b dargestellten
Schaltposition erhöht, da der dritte Federschenkel 20 weiter ausgelenkt ist und somit
eine größere Federkraft ausübt. Dies bedeutet, dass auch bei einem relativ langen
Fehlimpuls, welcher die Schaltwelle 10 beispielsweise um 25° verdreht, immer noch
eine Rückstellung des Schaltrades 10 und damit auch der Schaltbrücke 13 in die Nullstellung
gewährleistet ist.
[0019] In der in den FIG 7, 8a, 8b dargestellten Schaltposition ist der Klappanker 7 um
6,5° aus der Nullstellung geschwenkt und das Schaltrad 10 um insgesamt 35° verdreht.
Die durch das Schaltrad 10 mittels des Federbandes 12 betätigte, in der Darstellung
nach unten verlagerte Schaltbrücke 13 hat nunmehr einen nicht weiter dargestellten
Kontakt geschlossen. Im Vergleich zu den in den FIG 1 bis 6b dargestellten Schaltpositionen
liegt an dem dritten Federschenkel 20 in der in FIG 7 dargestellten Schaltposition
die nächstfolgende Zahnflanke 23 und/oder Stirnflanke 24 an. Ein Zurückdrehen des
Schaltrades 10 entgegen der Drehrichtung D in die in FIG 1 und 2 dargestellte Ausgangsposition
ist somit durch das zusammen mit der Zahnung 9 des Schaltrades 10 als Rücklaufsperre
wirkende Federelement 16 blockiert. Wird in der in den FIG 7, 8a, 8b dargestellten
Schaltposition die Stromzufuhr zur Spule 6 unterbrochen, d.h. der Schaltimpuls beendet,
so wird der Klappanker 7 durch die Kraft des Federelementes 16 auf den Stößel 8 in
die Nullstellung zurückbewegt, wobei der Schaltstößel 8 bei abgehobenem, d.h. in Nullstellung
befindlichem Klappanker 7 aufgrund des vom Federelement 16 über die außermittige Kopplungsstelle
22 ausgeübten Drehmomentes wiederum an eine Zahnflanke 23 angedrückt wird.
[0020] In der in FIG 9 dargestellten Schaltposition befindet sich das Schrittschaltwerk
1, solange die Energieversorgung der Spule 6 aufrechterhalten bleibt. Die sichere
Funktion des Gerätes ist auch im Fall von Dauerlast gegeben. Die Schaltposition der
Schaltbrücke 13 hat sich dabei im Vergleich zu der in den FIG 7, 8a, 8b dargestellten
Schaltposition nicht geändert. Der Klappanker 7 liegt am Kern 5 an; das Schaltrad
10 ist um insgesamt 45° verdreht. Der dritte Federschenkel 20 des Federelementes 16
übt ein Kraft analog der in FIG 1 dargestellten Schaltposition auf das Schaltrad 10
aus. Die Rücklaufsperre ist somit aktiv. Das Schaltrad 10 verbleibt in der in FIG
9 dargestellten Schaltposition, wenn die Stromzufuhr zur Spule 6 unterbrochen wird
und damit der Klappanker 7 vom Kern 5 abhebt. Nach einem weiteren Schaltvorgang des
Schrittschaltwerkes 1 mit weiterer Drehung des Schaltrades 10 um nochmals 45° befindet
sich das Schrittschaltwerk 1 wieder in der in FIG 1 dargestellten Schaltposition.
[0021] Die FIG 10 bis 13 zeigen ein Schrittschaltrelais 26 mit einem Schrittschaltwerk 1
nach den FIG 1 bis 9 in verschiedenen Schaltzuständen. Dabei entspricht der Schaltzustand
nach den FIG 10, 12, 13 dem Schaltzustand nach den FIG 1 und 2, während der Schaltzustand
nach FIG 11 dem Schaltzustand nach FIG 9 entspricht. Das Schrittschaltrelais 26 ist
als Reiheneinbaugerät ausgebildet, welches ein Gehäuse 27 aufweist, das mittels einer
Haltevorrichtung 28 auf eine nicht dargestellte Tragschiene aufschnappbar ist. Die
Schaltbrücke 13 ist verbindbar mit zwei Festkontakten 29, welche jeweils mit einer
Klemme 30 verbunden sind. Zwei weitere Klemmen 31 sind zum elektrischen Anschluss
der Spule 6 vorgesehen. Der Schaltstößel 8 ragt durch eine Öffnung 32 auf einer der
Haltevorrichtung 28 gegenüberliegenden Betätigungsseite 33 des Gehäuses 27, so dass
das Schrittschaltwerk 1 auch manuell betätigbar ist. Die Position des Schaltstellungsanzeigers
15 und damit auch der Schaltbrücke 13 ist durch ein der Öffnung 32 benachbartes Fenster
34 sichtbar.
[0022] Eine weitere Ausführungsform des Schrittschaltrelais 26 ist in FIG 14 dargestellt.
Der Aufbau des Schrittschaltwerkes 1 entspricht dabei weitgehend dem Ausführungsbeispiel
nach den FIG 1 bis 13. Abweichend hiervon ist jedoch das Schrittschaltrelais 26 nach
FIG 14 als kombinierter Öffner/Schließer mit zwei Schaltbrücken 13 ausgebildet. Beide
Schaltbrücken 13 werden gleichzeitig mit einer einzigen Spule 6 geschaltet. Ein zentraler
Schaltstößel 8 betätigt zwei parallel zueinander auf einer gemeinsamen Achse angeordnete
Schalträder 10 mit deckungsgleichen Konturscheiben 11.
[0023] Die FIG 15a und 15b zeigen das als Multifunktionsfeder dienende Federelement 16,
welches in identischer Form sowohl im Ausführungsbeispiel nach den FIG 1 bis 13 als
auch im Ausführungsbeispiel nach FIG 14 zum Einsatz kommt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist das Federelement 16 als Blattfeder aus einem Federband aus Metall, vorzugsweise
x12CrNi oder Messingband wie CuSn6, mit einer Stärke s von 0,1 mm bis 0,2 mm gefertigt.
Die äußeren Federschenkel 18,20 des in den FIG 15a und 15b im unbelasteten Zustand
dargestellten Federelementes 16 schließen einen Winkel α von weniger als 90° ein.
Die Länge L1 des ersten Federschenkels 18 beträgt mehr als das Doppelte der Länge
L3 des dritten Federschenkels 20, jedoch weniger als die Länge L2 des zweiten Federschenkels
19. Mit dieser Geometrie ist das Federelement 16 bei Bereitstellung sämtlicher beschriebener
Funktionen problemlos in das Gehäuse 27 integrierbar, wobei auch mit zusätzlich eingebauten
Funktionselementen, insbesondere dem Schaltstellungsanzeiger 15, eine einfache Montage
ermöglicht ist.
[0024] Ein weiteres Schrittschaltrelais 26 mit einer besonders bevorzugten Ausführungsform
eines Schrittschaltwerkes 1 ist in den FIG 16a bis 17 dargestellt. Hierbei ist, wie
in den FIG 18a und 18b näher dargestellt, der Schaltstößel 8 im Vergleich zu den oben
beschriebenen Ausführungsformen nach den FIG 1 bis 15b modifiziert. Des Weiteren sind
die Lagerung des Federbandes 12 im Gehäuse 27 sowie, wie insbesondere aus den FIG
19a bis 19c ersichtlich, die Form und die Einspannung des Federelementes 16 geändert.
Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausführungsform eines für das Schrittschaltrelais
26 nach den FIG 16a bis 17 geeigneten Federelementes 16 zeigen die FIG 20a bis 20c.
[0025] Der Schaltstößel 8 weist in der Ausführungsform nach den FIG 18a und 18b einen Überdrehschutz
35 in Form eines etwa rechtwinklig zur Erstreckungsrichtung des Schaltstößels 8, parallel
zum Betätigungsarm 21 angeordneten Sicherungsarmes auf. Der Sicherungsarm oder Überdrehschutz
35 schlägt bei der Beendigung der durch den Schaltstößel 8 bewirkten Drehung des Schaltrades
10 an dessen Zahnung 9 an und verhindert somit ein Weiterdrehen des Schaltrades 10
nach Abschluss des Schaltvorgangs. Die entsprechende Schaltposition des Schrittschaltwerkes
1 ist in den FIG 16b und 17 dargestellt. Im Übrigen hat der Überdrehschutz 35 des
damit gabelförmig ausgebildeten Schaltstößels 8 keinen Einfluss auf dessen anhand
der Ausführungsbeispiele nach den FIG 1 bis 15b näher erläuterte Funktion.
[0026] Das in den FIG 19a bis 19c dargestellte Federelement 16, welches im Schrittschaltwerk
1 gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den FIG 16a bis 17 eingesetzt ist, weist eine
vom mittleren Federschenkel 19 rechtwinklig abknickende Haltenase 37 zur Fixierung
im Gehäuse 27 auf. Gleiches gilt für eine weitere Ausführungsform des Federelementes
16 gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den FIG 20a bis 20c. In diesem Fall ist jedoch
die Federhärte durch einen auch als Kerbe oder Ausschnitt bezeichneten eingeschnürten
Schenkelabschnitt 36 im Bereich zwischen dem ersten Federschenkel 18 und dem zweiten
Federschenkel 19 reduziert. Das Federelement 16 nach den FIG 19a bis 19c ist gegen
das Federelement 16 nach den FIG 20a bis 20c sowie weitere, nicht dargestellte Federelemente
mit unterschiedlichen Federkennlinien austauschbar, so dass durch den Einsatz eines
geeigneten Federelementes das Schaltverhalten des Schrittschaltrelais 26 einstellbar
ist.
1. Schrittschaltwerk in einem elektromagnetischen Schrittschaltrelais mit einem Gehäuse
(27), mit einem eine Spule (6) und einen Klappanker (7) aufweisenden Magnetsystem,
mit einem mit dem Klappanker (7) zusammenwirkenden Schaltstößel (8) und mit einem
mit diesem zusammmenwirkenden Schaltrad (10), welches in mehreren definierten Schaltpositionen
einrastbar ist, gekennzeichnet durch ein Federelement (16), welches als Blatt- oder Stabfeder mit drei Federschenkeln
(18,19,20) ausgebildet ist, nämlich einem ersten, mit dem Schaltstößel (8) zusammenwirkenden
Federschenkel (18), einem an diesen anschließenden im Gehäuse (27) fixierten mittleren
Schenkel (19) und einem an diesen anschließenden, mit dem Schaltrad (10) zusammenwirkenden
dritten Schenkel (20) .
2. Schrittschaltwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Federschenkel (18,19,20) in unbelastetem Zustand jeweils zumindest annähernd
gerade sind.
3. Schrittschaltwerk nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schenkel (18) mit dem dritten Schenkel (20) einen Winkel (α) von mindestens
30° und maximal 150° einschließt.
4. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) den Schaltstößel (8) sowohl an das Schaltrad (10) andrückt
als auch mit einer den Klappanker (7) von der Spule (6) abhebenden Kraft beaufschlagt.
5. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schenkel (18) länger ist als der dritte Schenkel (20).
6. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltstößel (8) einen mit dem ersten Federschenkel (18) des Federelementes (16)
zusammenwirkenden Betätigungsarm (21) aufweist.
7. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) auf das Schaltrad (10) in einer zwischen den definierten Schaltpositionen
befindlichen Position eine Rückstellkraft ausübt.
8. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Schenkel (20) des Federelementes (16) eine Zahnung (9) des Schaltrades
(10) unter Bildung einer Rücklaufsperre kontaktiert.
9. Schrittschaltwerk nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Betätigung des Schaltrades (10) mittels des Schaltstößels (8) dieser die Zahnung
(9) kontaktiert.
10. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere alternativ wählbare Kopplungsstellen (22) zwischen dem Federelement (16)
und dem Schaltstößel (8) vorgesehen sind.
11. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) aus Metall gebildet ist.
12. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) eine Stärke (s) von mindestens 0,05 mm und maximal 0,5 mm aufweist.
13. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) einen die Federkennlinie beeinflussenden, von der Ausbildung
eines angrenzenden Abschnittes der Federschenkel (18,19,20) abweichenden Schenkelabschnitt
(36) aufweist.
14. Schrittschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltstößel (8) einen mit dem Schaltrad (10) zusammenwirkenden Überdrehschutz
(35) aufweist.