[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Schaltgerät, insbesondere einen Hauptleitungsschutzschalter
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Ein solcher Schalter ist aus der DE 28 54 711 bekannt geworden. Er besitzt eine erste
Kontaktstelle, zu der ein Parallelstrompfad geschaltet ist, in dem ein Strombegrenzungswiderstand
eingesetzt ist.
[0003] Eine solche Anordnung ist auch in dem Hauptleitungsschutzschalter S 700 der Firma
ABB Stotz-Kontakt GmbH Heidelberg verwirklicht. Der Widerstand dort ist als Widerstandsdraht
zum Beispiel aus CrAl255, Cu oder aus anderen Legierungen hergestellt, wobei der Draht
zu einer Spule gewickelt ist, die aufgrund ihrer Bauform und des geforderten Widerstandswertes
einen relativ großen Bauraum beansprucht. Darüber hinaus erzeugt ein solcher spulenförmiger
Widerstand ein großes Magnetfeld, so daß die Spule aufwendig antiparallel gewickelt
werden muß. Beim Einsatz von blanken Drähten muß die Spule auf einen hochtemperaturbeständigen
Trägerkörper gewickelt werden, um zu verhindern, daß sich die Windungen bei Strombeaufschlagung
anziehen und somit einen Windungsschluß verursachen. Wenn der Widerstandsdraht isoliert
ist, dann kommen als Isolierelemente teure und schlecht handhabbare Materialien, wie
z. B. Glasseide zum Einsatz.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schalter der Eingangs genannten Art zu schaffen,
bei dem die Nachteile der bekannten Anordnung vermieden sind.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Erfindungsgemäß also befindet sich in dem parallel zur ersten Kontaktstelle liegenden
Parallelstrompfad ein Widerstandskörper, der aus dotierter Keramik besteht, deren
Temperaturkoefizient gleich oder negativ ist.
[0007] Dadurch wird die Verwendung eines Widerstandsdrahtes in Form einer Spule mit all
den Nachteilen vermieden und der Widerstandskörper benötigt auch geringeren Platz
innerhalb des Schaltgerätes.
[0008] Das Widerstandsmaterial zur Bildung des Widerstandskörpers ist im Handel erhältlich.
Es besteht aus einer Mischung von Ton, Aluminium und Kohlenstoff, das nach Zusammenpressen
auf seine Endform einem Sinterverfahren unterworfen ist.
[0009] Wenn der Leitungsschutzschalter mit einem aus zwei Schalenhälften zusammengesetzten
Gehäuse versehen ist, besitzen die Schalenhälften senkrecht zur Innenfläche der Breitseite
verlaufende Leisten, die nach Zusammenbau der Schalenhälften einen Raum begrenzen,
in dem der Widerstandskörper aufgenommen und gehaltert ist.
[0010] Zur Kontaktierung wird in bevorzugter Weise eine Federkontaktierung vorgesehen.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind den weiteren
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0012] Anhand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist,
sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen
und weitere Vorteile näher erläutert und beschrieben werden.
[0013] Es zeigen:
- Fig.1
- eine Einsicht in einen elektrischen Leitungsschutzschalter,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie II- II,
- Fig. 3 und 4
- zwei Alternativen der Kontaktierung eines Widerstandskörpers, und
- Fig. 5
- das elektrische Schaltbild des Schaltgerätes.
[0014] Ein Leitungsschutzschalter besitzt ein Gehäuse 10, das entweder aus einem schalenförmigen
Gehäuseunterteil und einem Deckel oder aus zwei etwa gleichen Schalenhälften gebildet
sein kann. Innerhalb dieses Gehäuses 10 befindet sich eine erste Kontaktstelle 11
mit einem feststehenden Kontaktstück 12 und einem beweglichen Kontaktstück 13; das
bewegliche Kontaktstück 13, das an einem schwenkbaren Kontakthebel 14 angeordnet ist,
wird von einem Elektromagneten bei Auftreten eines Kurzschlußstromes verschwenkt,
so daß die Kontaktstelle 11 geöffnet wird. Dieser Kontaktstelle 11 ist ein Parallelstrompfad
15 zugeordnet, in dem sich ein Widerstandskörper 16 befindet; wenn die Kontaktstelle
11 geöffnet wird, entsteht dort ein Lichtbogen, der in ein Lichtbogenlöschblechpaket
17 wandert; darüber hinaus wird der Strom in den Nebenstrompfad 15 kommutiert und
durch den elektrischen Widerstand des Widerstandskörpers 16 begrenzt.
[0015] Ein elektrisches Ersatzschaltbild dieses Schaltgerätes ist in Fig. 5 dargestellt.
In einem Hauptstrompfad 18 befindet sich die erste Kontaktstelle 11 so wie ein zweite
Kontaktstelle 19. Parallel zu der ersten Kontaktstelle 11 ist der Parallelstrompfad
15 geschaltet, in dem der Widerstandskörper 16 angeordnet ist. Elektrisch in Reihe
zu dem Widerstandskörper 16 befindet sich ein in der Fig. 1 nicht näher dargestelltes
Selektivthermobimetall 20, welches auf ein Schaltschloß 21 wirkt, das in der Fig.
1 gezeigt ist und an dem ein Schaltknebel 22 angeordnet bzw. angelenkt ist. Im Hauptstrompfad
18 befindet sich ein weiteres Thermobimetall 36, das in der Fig. 1 ebenfalls nicht
dargestellt ist; dieses Thermobimetall wirkt ebenfalls auf das Schaltschloß 21, wobei
das Schaltschloß 21 über die Wirklinie 23 mit der Kontaktstelle 19 verbunden ist.
[0016] Die Wirklinien der Thermobimetalle 20, 36 auf das Schaltschloß sind mit den Bezugsziffern
24 und 25 bezeichnet.
[0017] Die Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie II- II. Das Gehäuse 10 ist
hier aus einem schalenförmigen Gehäuseunterteil 10 a und einem schalenförmigen Oberteil
10 b gebildet, an denen jeweils Leisten 26, 27; 28, 29 angeformt sind, die in der
Fig. 1 ebenfalls ersichtlich sind. Durch die Leisten 26 bis 29 wird ein Raum 30 gebildet,
in dem der Widerstandskörper 16 untergebracht ist.
[0018] Die Kontaktierung des Widerstandskörpers 16 erfolgt mittels Flachbandleitern 31 und
32, die den Parallelstrompfad bilden und in den Fig. 3 und 4 näher dargestellt sind.
[0019] Bei der Ausführung gemäß Fig. 3 ist der Leiter 31 als gerades Bauteil ausgebildet,
wogegen der Leiter 32 im Bereich der Kontaktierungsfläche 16 a des Widerstandskörpers
16 einen zur Kontaktierungsfläche 16 a konvexen Abschnitt 33 aufweist.
[0020] Bei der Ausführung gemäß Fig. 4 ist anstatt des geradlinig ausgebildeten Leiters
31 ein solcher 31 a verwendet, der einen zur Kontaktierungsfläche 16 b des Widerstandskörpers
16 hin konvexen Abschnitt 33 a aufweist.
[0021] Wenigstens einer der beiden Leiterstücke 31, 32 ist federnd. Bei der Ausführung gemäß
Fig. 3 ist dies der Leiter 32, wogegen bei der Ausführung gemäß Fig. 4 auch der Leiter
31 a federnd ausgebildet ist.
[0022] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, kann der Leiter 32 so geformt sein, daß er mit einer
Abkröpfung 34 und einer Abkantung bzw. Abwinkelung 35 den Widerstandskörper 16 festhält.
[0023] Das hierbei verwendete Material, das oben angegeben ist, besitzt einen Themperaturkoefizienten,
der etwa konstant bzw. geringfügig negativ ist. Der Grund liegt in folgendem:
Wenn der Schalter gemäß Fig. 5 einen Kurzschluß abschalten soll, dann wird über einen
magnetischen Auslöser 40 zunächst die Kontaktstelle 11 geöffnet, und zwar über die
Wirklinie 41. Dabei wird dann der Strom in den Parallelstrompfad komutiert und durch
den Widerstandskörper 16 begrenzt, wobei die Kontaktstelle 19 noch geschlossen ist.
Der durch den Widerstand 16 begrenzte Strom durchfließt die Spule 40 und
hält damit die Kontaktstelle 11 offen. Wenn nun in einem nachgeordneten Leitungsschutzschalter
der Kurzschluß abgeschaltet wird, dann schließt die Kontaktstelle 11; wenn der Strom
nicht abgeschaltet wird, erwärmt sich das Thermobimetall 20 bzw. 22 und schaltet auf
diese Weise die Kontaktstelle 19 endgültig ab. Es wird in diesem Zusammenhang auf
die eingangs erwähnte DE 28 54 711 und auf den eingangs erwähnten Schalter S 700 verwiesen.
[0024] Wenn nun der Widerstandskörper 16 einen positiven Temperaturkoefizienten hätte, dann
würde der Strom soweit begrenzt, daß der Anker des Auslösers 40 abfällt und die Kontaktstelle
11 schließt, was ungünstig wäre. Aufgrund des etwa konstanten bzw. negativen Temperaturkoefizienten
bleibt der Strom durch den Auslöser 40 gleich bzw. wird geringfügig größer, wodurch
die Kontaktstelle ausreichend lange in Öffnungsstellung gehalten werden kann.
[0025] Es ist erwähnt worden, daß der Widerstandskörper aus einer mit Kohlenstoff dotierten
Keramik bestehen kann; es gibt auch die Möglichkeit, ein mit Kohlenstoff dotiertes
Siliziumkarbit zu verwenden. Des weiteren kann der Widerstandskörper 16 auch mit anderen
leitfähigen Materialien dotiert sein. Außerdem kann der Widerstandskörper je nach
Bedarf jede beliebige Form, z. B. Zylinder-, Hohlzylinder-, Würfel- oder Prismaform
aufweisen.
[0026] Es sei noch ergänzt, daß dann, wenn die Stirnseiten des Widerstandkörpers 16 metallisiert
sind, die Leitungsstücke 31 und 32 direkt aufgelötet werden können.
1. Elektrisches Schaltgerät mit einer ersten Kontaktstelle (11), die bei einem Kurzschluß
von einem elektromagnetischen Aktor in Offenstellung bewegt wird, und mit einer mit
der ersten Kontaktstelle in Reihe liegenden zweiten Kontaktstelle (19), die von einem
ersten thermischen Auslöser über ein Schaltschloß bleibend geöffnet wird, und mit
einem parallel zur ersten Kontaktstelle (11) angeordneten Parallelstrompfad (15),
in dem ein strombegrenzender Widerstand (16) untergebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Strombegrenzungswiderstand (16) als Widerstandskörper ausgebildet ist, der aus
dotiertem Keramikmaterial besteht, dessen Temperaturkoefizient gleich oder negativ
ist.
2. Elektrisches Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Innenfläche der Breitseite des Gehäuses senkrecht zur Innenfläche verlaufende
Leisten angeformt sind, die nach Zusammenbau des Gehäuses einen Raum begrenzen, in
dem der Widerstandskörper aufgenommen und gehaltert ist.
3. Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Leiterteilstück, mit dem der Widerstandskörper (16) in den Parallelstrompfad
(15) eingeschaltet ist, federnd gegen den Widerstandskörper drückt.
4. Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausführung des Widerstandskörpers (16) mit metallischen Stirnflächen die Leiterteilstücke
an den Stirnflächen angelötet sind.
5. Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstandskörper (16) zylindrisch, hohlzylindrisch; würfel- oder prismenförmig
und dergleichen ausgebildet ist.
1. Disjoncteur électrique comprenant un premier point de contact (11) qui, en cas de
court-circuit est amené en position d'ouverture par un actionneur électromagnétique,
un second point de contact (19) relié en série au premier et qui est amené en position
d'ouverture par un premier déclencheur thermique et y est maintenu par un verrou de
maintien, ainsi qu'une ligne (15) montée en parallèle avec le premier point de contact
(11) et dans laquelle est montée une résistance (16) limitant l'intensité du courant,
caractérisé en ce que cette résistance (16) de limitation de courant est constituée par un corps de résistance
en céramique dopée, dont le coefficient de température est constant ou négatif.
2. Disjoncteur électrique selon la revendication 1, caractérisé en ce que sur la face interne du côté large du boîtier, sont formées perpendiculairement à
cette face des barrettes qui, quand le boîtier est assemblé, délimitent un volume
dans lequel le corps de résistance est accueilli et maintenu.
3. Disjoncteur électrique selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins une partie de conducteur par laquelle le corps de résistance (16) est mis
en circuit avec la ligne en parallèle (15), est en pression élastique sur le corps
de résistance.
4. Disjoncteur électrique selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que quand le corps de résistance (16) présente des faces frontales métalliques, les parties
de conducteur sont brasées sur ces faces.
5. Disjoncteur électrique selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le corps de résistance (16) a la forme d'un cylindre, d'un cylindre creux, d'un cube
ou d'un prisme ou similaire.
1. Electrical switching device having a first contact point (11) which is moved by an
electromagnetic actuator to an open position in the event of a short circuit, and
having a second contact point (19), which is connected in series with the first contact
point and is open permanently via a switching mechanism by a first thermal release,
and having a parallel current path (15) which is arranged in parallel with the first
contact point (11) and in which a current-limiting resistor (16) is accommodated,
characterized in that the current limiting resistor (16) is in the form of a resistor body which is composed
of doped ceramic material, whose temperature coefficient is constant or negative.
2. Electrical switching device according to Claim 1, characterized in that strips which run at right angles to the inner surface are integrally formed on the
inner surface of the broad face of the enclosure and, once the enclosure has been
assembled, bound a space in which the resistor body is accommodated and held.
3. Switching device according to one of the preceding claims, characterized in that at least one conductor piece, by means of which the resistor body (16) is connected
in the parallel current path (15), presses in a sprung manner against the resistor
body.
4. Switching device according to one of Claims 1 to 3, characterized in that, if the resistor body (16) is formed with metallic end surfaces, the conductor pieces
are soldered to the end surfaces.
5. Switching device according to one of the preceding claims, characterized in that the resistor body (16) is cylindrical, hollow-cylindrical, in the form of a cube
or prism, or the like.