[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung einer akustischen
Umgebungssituation, eine Anwendung des Verfahrens, eine Vorrichtung zur Bestimmung
der akustischen Umgebungssituation sowie ein Hörhilfegerät.
[0002] Moderne Hörgeräte können heute mit Hilfe verschiedener Hörprogramme unterschiedlichen
akustischen Umgebungssituationen angepasst werden. Damit soll das Hörgerät dem Benutzer
in jeder Situation einen optimalen Nutzen bieten.
[0003] Die Wahl des Hörprogramms kann entweder über die Fernbedienung oder über einen Schalter
am Hörgerät selbst vorgenommen werden. Das Umschalten zwischen verschiedenen Hörprogrammen
ist jedoch für viele Benutzer lästig oder schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Welches
Programm zu welchem Zeitpunkt den optimalen Komfort und die beste Sprachverständlichkeit
bietet, ist auch für versierte Hörgeräteträger nicht immer einfach zu bestimmen. Ein
automatisches Erkennen der akustischen Umgebungssituation und ein damit verbundenes
automatisches Umschalten des Hörprogramms im Hörgerät ist daher wünschenswert.
[0004] Es sind derzeit verschiedene Verfahren für die automatische Klassifizierung von akustischen
Umgebungssituationen bekannt. Bei all diesen Verfahren werden aus dem Eingangssignal,
das beim Hörgerät von einem oder mehreren Mikrofonen stammen kann, verschiedene Merkmale
extrahiert. Basierend auf diesen Merkmalen trifft ein Mustererkenner unter Anwendung
eines Algorithmus eine Entscheidung über die Zugehörigkeit des analysierten Eingangssignals
zu einer bestimmten akustischen Umgebungssituation. Die verschiedenen bekannten Verfahren
unterscheiden sich dabei einerseits durch die unterschiedlichen Merkmale, welche bei
der Beschreibung der akustischen Umgebungssituation verwendet werden (Signalanalyse),
und andererseits durch den verwendeten Mustererkenner der die Merkmale klassifiziert
(Signalidentifikation).
[0005] Aus der Veröffentlichung der internationalen Patentanmeldung mit dem Veröffentlichungsaktenzeichen
WO 01/20 965 sind ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Bestimmung der akustischen Umgebungssituation
bekannt. Es handelt sich dabei um eine einstufige Verarbeitung eines akustischen Eingangssignals
in einer Merkmalsextraktionseinheit und einer dieser nachgeschalteten Klassifizierungseinheit,
in der die extrahierten Merkmale zur Erzeugung von Klasseninformationen klassifiziert
werden. Mit der bekannten Lehre werden zwar, insbesondere bei Verwendung von auditorisch-basierten
Merkmalen, gute Resultate erhalten. Eine Verbesserung wird aber insbesondere im Anwendungsbereich
von Hörhilfegeräten gewünscht, da gerade in diesem Anwendungsgebiet die Klassifikation
von akustischen Umgebungssituation äussert akkurat sein muss.
[0006] Gleichzeitig bereitet das Vorhandensein von mehreren, sehr allgemeinen Geräuschklassen,
wie Musik oder Rauschen, einige Schwierigkeiten. So entspricht es der Natur dieser
Geräuschklassen, dass sie sehr allgemein und breit, d.h. in vielfältiger Weise auftreten
können. Die Geräuschklasse Rauschen, zum Beispiel, enthält die unterschiedlichsten
Geräusche wie Hintergrundgespräche, Bahnhofgeräusche, Haartrockner, und die Geräuschklasse
Musik beinhaltet Popmusik, klassische Musik, Einzelinstrumente, Gesang, usw.
[0007] Gerade aufgrund der sehr allgemeinen Natur dieser Geräuschklassen ist es aber sehr
schwierig, eine gute Erkennungsrate mit Hilfe der bekannten Verarbeitungsmethode in
eine Merkmalsextraktionseinheit und einer nachgeschalteten Klassifizierungseinheit
zu erhalten. Zwar kann die Robustheit des Erkennungssystems durch eine geeignete Wahl
von Merkmalen verbessert werden, wie dies in
WO 01/20965 erstmals aufgezeigt worden ist, indem auditorisch-basierte Merkmale verwendet werden,
doch ist es insbesondere aufgrund einer hohen Varianz zwischen allgemeinen Geräuschklassen
schwierig, diese klar und zweifelsfrei voneinander zu unterscheiden.
[0008] WO 01/76321 offenbart eine zweistufige Hidden-Markov-Modell-(HMM) Struktur, die eine Extraktionsphase
und zwei Identifikationsphasen aufweist, die sich bei auf die Ergebnisse der Extraktionsphase
beziehen.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Bestimmung
einer akustischen Umgebungssituation anzugeben, das gegenüber den bekannten Verfahren
robuster und genauer ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 angegebenen Massnahmen gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung, eine Anwendung des Verfahrens, eine Vorrichtung sowie
ein Hörhilfegerät sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0011] Indem ein akustisches Eingangssignal in einem mehrstufigen Verfahren, das aus mindestens
zwei Klassifizierungsstufen besteht, wobei jede Stufe eine Extraktionsphase und eine
Identifikationsphase beinhaltet,
[0012] verarbeitet wird, wird eine überaus robuste und genaue Klassifikation der momentanen
akustischen Umgebungssituation erhalten. So kann mit dem erfindungsgemässen Verfahren
beispielsweise eine falsche Klassifizierung von Popmusik in die Kategorie "Sprache
in Geräusch" erfolgreich vermieden werden. Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht
ferner die Unterteilung einer allgemeinen Geräuschklasse, beispielsweise Rauschen,
in Unterklassen, wie beispielsweise Verkehrslärm oder Gesprächshintergrundlärm. Spezielle
Situationen, wie sie beispielsweise im Innern eines Automobiles auftreten ("in-the-car
noise"), können ebenfalls erkannt werden. Ganz allgemein können Raumeigenschaften
identifiziert und entsprechend bei der Weiterverarbeitung von wichtigen Signalanteilen
mitberücksichtigt werden. Es hat sich gezeigt, dass mit dem erfindungsgemässen Verfahren
es zudem möglich ist, die Lärmquellen zu lokalisieren, womit die Möglichkeit geschaffen
worden ist, das Vorhandensein einer spezifischen Lärmquelle in mehreren anderen Lärmquellen
zu detektieren. Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen beispielsweise
näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine bekannte einstufige Vorrichtung zur Bestimmung einer akustischen Umgebungssituation,
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit zwei Verarbeitungsstufen,
- Fig. 3
- eine zweite, allgemeine Ausführungsform einer erfindungsgemässen mehrstufigen Vorrichtung,
- Fig. 4
- eine dritte, allgemeine Ausführungsform einer erfindungsgemässen mehrstufigen Vorrichtung,
- Fig. 5
- eine vierte, allgemeine Ausführungsform einer erfindungsgemässen mehrstufigen Vorrichtung,
- Fig. 6
- ein gegenüber der zweistufigen Ausführungsform gemäss Fig. 2 vereinfachtes nicht beanspruchtes
Beispiel und
- Fig. 7
- ein Hörhilfegerät mit einer erfindungsgemässen mehrstufigen Vorrichtung gemäss Fig.
2 bis 5.
[0013] Fig. 1 zeigt eine bekannte einstufige Vorrichtung zum Bestimmen der akustischen Umgebungssituation,
wobei die Vorrichtung aus einer Hintereinanderschaltung von einer Merkmalsextraktionseinheit
F, einer Klassifizierungseinheit C und einer Nachverarbeitungseinheit P besteht.
[0014] Ein akustisches Eingangssignal IN, das beispielsweise mit einem Mikronfon aufgenommen
wurde, ist der Merkmalsextraktionseinheit F beaufschlagt, in der charakteristische
Merkmale extrahiert werden.
[0015] Für die Merkmalsextraktion in Audiosignalen wurde im Aufsatz von
J. M. Kates mit dem Titel "Classification of Background Noises für Hearing-Aid Applications"
(1995, Journal of the Acoustical Society of America 97(1), Seiten 461 bis 469) vorgeschlagen, eine Analyse der zeitlichen Pegelschwankungen und des Spektrums vorzunehmen.
Des weiteren wurde in der Europäischen Patentschrift mit der Nummer
EP-B1-0 732 036 eine Analyse des Amplitudenhistogramms zur Erreichung des gleichen Ziels vorgeschlagen.
Schliesslich wurde die Merkmalsextraktion auch durch eine Analyse verschiedener Modulationsfrequenzen
untersucht und angewendet. Diesbezüglich wird auf die beiden Aufsätze von
Ostendorf et. al. mit den Titeln "Empirische Klassifizierung verschiedener akustischer
Signale und Sprache mittels einer Modulationsfrequenzanalyse" (1997, DAGA 97, Seiten
608 bis 609) und "
Klassifikation von akustischen Signalen basierend auf der Analyse von Modulationsspektren
zur Anwendung in digitalen Hörgeräten" (1998, DAGA 98, Seiten 402 bis 403) verwiesen. Ein ähnlicher Ansatz ist auch in einem Aufsatz von
Edwards et. al. mit dem Titel "Signal-processing algorithms for a new sofware-based,
digital hearing device" (1998, The Hearing Journal 51, Seiten 44 bis 52) offenbart. Weitere mögliche Merkmale sind der Pegel selbst oder die Nulldurchgangsrate
wie z.B. in
H. L. Hirsch, "Statistical Signal Characterization" (Artech House 1992) beschrieben. Die bisher zur Audiosignalanalyse verwendeten Merkmale sind also rein
technisch-basiert.
[0016] Des Weiteren wurde in der bereits zitierten Offenlegungsschrift der internationalen
Patentanmeldung
WO 01/20965 neben den erwähnten technischen Merkmalen erstmals auf die vorteilhafte Verwendung
von auditorisch-basierten Merkmalen hingewiesen.
[0017] Gemäss Fig. 1 werden die in der Merkmalsextraktionseinheit F extrahierten Merkmale
M der Klassifizierungseinheit C beaufschlagt, in der für die Geräuschklassifikation
grundsätzlich einer der bekannten Musteridentifikationsmethoden zum Einsatz kommt.
So eignen sich insbesondere so genannte Abstandsschätzer, Bayes Klassifizierer, Fuzzy
Logic Systeme oder Neuronale Netzwerke als Mustererkenner. Weitere Informationen zu
den zwei erst genannten Methoden können der Druckschrift "
Pattern Classification and Scene Analysis" von Richard O. Duda und Peter E. Hart (John
Wiley & Sons, 1973) entnommen werden. Bezüglich Neuronalen Netzwerken wird auf das Standardwerk von
Christopher M. Bishop mit dem Titel "Neural Networks for Pattern Recognition" (1995,
Oxford University Press) verwiesen. Des weiteren wird auf die folgenden Publikationen verwiesen:
Ostendorf et. al., "Klassifikation von akustischen Signalen basierend auf der Analyse
von Modulationsspektren zur Anwendung in digitalen Hörgeräten" (Zeitschrift für Audiologie,
1998, Seiten 148 bis 150);
F. Feldbusch, "Geräuscheerkennung mittels Neuronaler Netzwerke" (1998, Zeitschrift
für Audiologie, Seiten 30 bis 36); Europäische Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
EP-A1-0 814 636; und US-Patent mit der Veröffentlichungsnummer
US-5 604 812. Neben den erläuterten Mustererkennungsmethoden, bei denen lediglich die statischen
Eigenschaften der interessierten Geräuschklassen modelliert werden, sind in der bereits
zitierten Offenlegungsschrift der internationalen Patentanmeldung
WO 01/20965 auch Methoden genannt, bei denen dynamische Eigenschaften berücksichtigt werden.
[0018] Gemäss Fig. 1 werden durch die in der Klassifizierungseinheit C durchgeführten Verarbeitungsschritten
Klasseninformation KI erhalten, die gegebenenfalls einer Nachverarbeitungseinheit
P zur allfälligen Bereinigung der Klassenzugehörigkeit zugeführt werden. Erhalten
werden in der Folge bereinigte Klasseninformationen KI'.
[0019] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung
dargestellt. Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung mit zwei Verfahrensstufen S1
und S2, wobei in jeder Verfahrensstufe S1, S2 je eine Merkmalsextraktionseinheit F1
bzw. F2 und eine Klassifizierungseinheit C1 bzw. C2 enthalten sind. Beiden Verfahrensstufen
S1 bzw. S2 wird das originäre Eingangssignal IN zugeführt, nämlich sowohl der Merkmalsextraktionseinheit
F1 als auch der Merkmalsextraktionseinheit F2, die je für sich mit der entsprechenden
Klassifizierungseinheit C1 bzw. C2 in der Folge wirkverbunden sind. Von Bedeutung
ist nun, dass Klasseninformationen KI1, welche aufgrund von Berechnungen in der Klassifizierungseinheit
C1 der ersten Verfahrensstufe S1 erhalten werden, die Klassifizierungseinheit C2 der
zweiten Verfahrensstufe S2 beeinflusst wird, und zwar derart, dass beispielsweise
einer von mehreren möglichen Musteridentifikationsmethoden ausgewählt wird und für
die Geräuschklassifizierung in der Klassifizierungseinheit C2 der zweiten Verfahrensstufe
S2 angewendet wird.
[0020] Die allgemeine in Fig. 2 dargestellte Ausführungsvariante der Erfindung wird im Folgenden
an einem konkreten Beispiel weiter erläutert:
Durch die Merkmalsextraktionseinheit F1 werden die Merkmale Tonalität, spektraler
Schwerpunkt (CGAV: spectral center of gravity), Fluktuation des spektralen Schwerpunkts
(CGFS) und spektrale Breite und Einschwingzeit extrahiert und in der Klassifizierungseinheit
C1, in der ein HMM-(Hidden Markov Model)-Klassifizierer zum Einsatz kommt, klassifiziert,
wobei das Eingangssignal IN mit Hilfe der HMM-Kassifizierung in eine der folgenden
Klassen eingeteilt wird: "Sprache", "Sprache in Rauschen", "Rauschen" oder "Musik".
Dies wird als Klasseninformation KI bezeichnet. Das Resultat der ersten Verarbeitungsstufe
S1 wird der Klassifizierungseinheit C2 der Verarbeitungsstufe S2 beaufschlagt, in
der ein zweites Merkmalset mit Hilfe der Merkmalsextraktionseinheit F2 extrahiert
wird. Dabei werden neben den Merkmalen Tonalität, spektraler Schwerpunkt und Fluktuation
des spektralen Schwerpunkts (CGFS) das zusätzliche Merkmal Varianz der harmonischen
Struktur (pitch) - nachfolgend auch etwa als Pitchvar bezeichnet - extrahiert. Aufgrund
dieser Merkmale wird mit Hilfe eines Regel-basierten Klassifizierers in der Klassifizierungseinheit
C2 das Resultat der ersten Verarbeitungsstufe S1 überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
Der Regel-basierte Klassifizierer beinhaltet lediglich wenige einfache heuristische
Entscheidungen, welche auf den vier Merkmalen basieren und sich an den folgenden Überlegungen
orientieren:
Das Merkmal Tonalität wird in jeder Klasse zur Korrektur verwendet, falls die Merkmalswerte
vollständig ausserhalb eines zulässigen Wertebereiches der Klasseninformationen KI1
liegen, welche in der ersten Klassifizierungseinheit C1 - d.h. durch den HMM-Klassifizierer
- bestimmt worden sind. Erwartungsgemäss ist die Tonalität für "Musik" hoch, für "Sprache"
im mittleren Bereich, für "Sprache in Rauschen" ein wenig tiefer und für "Rauschen"
tief. Falls beispielsweise ein Eingangssignal IN durch die Klassifizierungseinheit
C1 in die Klasse "Sprache" fällt, dann wird erwartet, dass entsprechende Merkmale,
welche in der Merkmalsextraktionseinheit F1 ermittelt worden sind, der Klassifizierungseinheit
C1 angezeigt haben, dass der relevante Signalanteile im Eingangssignal IN stark fluktuiert.
Falls, auf der anderen Seite, die Tonalität für dieses Eingangssignal IN sehr tief
ist, handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht um "Sprache", sondern um
"Sprache in Rauschen". Ähnliche Überlegungen können für die anderen drei Merkmale
angestellt werden, nämlich für die Varianz der harmonischen Struktur (Pitchvar), den
spektralen Scherpunkt (CGAV) und für die Fluktuation des spektralen Schwerpunkts (CGFS).
Entsprechend können die Regeln für den Regel-basierten Klassifizierer, welche in der
Klassifizierungseinheit C2 zur Anwendung kommen, wie folgt formuliert werden:
| Klasseninformation KI1: |
Bedingung: |
Klasseninformation KI2: |
| "Sprache" |
Falls Tonalität tief falls CGFS hoch und CGAV hoch ansonsten |
"Sprache in Rauschen" |
| "Musik" |
| "Rauschen" |
| "Sprache in Rauschen" |
Falls Tonalität hoch falls Tonalität tief oder CGAV hoch |
"Sprache" |
| "Rauschen" |
| "Rauschen" |
Falls Tonalität hoch |
"Musik" |
| "Musik" |
Falls Tonalität tief oder Pitchvar tief oder CGAV hoch |
"Rauschen" |
[0021] Bei dieser Ausführungsform der Erfindung hat sich in überraschender Weise herausgestellt,
dass nahezu die gleichen Merkmale in der zweiten Verarbeitungsstufe S2 verwendet werden
wie in der ersten Verarbeitungsstufe S1.
[0022] Es hat sich darüber hinaus gezeigt, dass sich das Merkmal Tonalität am besten eignet,
um eine Korrektur der durch die Klassifizierungseinheit C1 erzeugten Fehler korrigieren
zu können. Es kann also festgehalten werden, dass bei Verwendung des Regel-basierten
Klassifizierers die Tonalität von entscheidender Bedeutung ist.
[0023] Beim Austesten der vorstehend beschriebenen Ausführungsform konnte festgestellt werden,
dass bereits bei diesem einfachen zweistufigen Verfahren die Trefferrate mindestens
um 3% gegenüber dem einstufigen Verfahren verbessert werden konnte. In einigen Fällen
konnte sogar eine Verbesserung der Trefferrate um 91% festgestellt werden.
[0024] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform in allgemeiner Darstellung gezeigt. Es
handelt sich dabei um ein Verarbeitungsverfahren mit n Stufen. Jede der Verarbeitungsstufen
S1 bis Sn weist in Fortführung der vorstehenden Überlegungen eine Merkmalsextraktionseinheit
F1 bis Fn und eine dieser nachgeschalteten Klassifizierungseinheit C1 bis Cn zur Erzeugung
der jeweiligen Klasseninformationen KI1 bis KIn auf. Gegebenenfalls ist in jeder oder
in einzelnen Verarbeitungsstufen S1 bis Sn eine Nachverarbeitungseinheit P1 bis Pn
zur Erzeugung von bereinigten Klasseninformationen KI1' bis KIn' vorhanden.
[0025] In Weiterführung der Ausführungsvariante gemäss Fig. 2 eignet sich die in Fig. 3
gezeigte Ausführungsvariante insbesondere auch für eine sogenannte grob-fein Klassifizierung.
In einer grob-fein Klassifizierung wird ein in einer Verarbeitungsstufe i erhaltenes
Resultat in einer nachfolgenden Verarbeitungsstufe i+1 verfeinert. Es wird also eine
Grobklassifizierung in einer übergeordneten Verarbeitungsstufe vorgenommen, wobei
aufgrund der Grobklassifizierung eine Feinklassifizierung, basierend auf spezifischeren
Merkmalsextraktionen und/oder Klassifizierungsmethoden, in einer nachgeordneten Verarbeitungsstufe
ausgeführt wird. Dieser Prozess kann auch als Hypothesengenerierung in einer übergeordneten
Verfahrensstufe angesehen werden, die in einer nachgeordneten Verfahrensstufe überprüft,
d.h. bestätigt oder zurückgewiesen werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen,
dass die Hypothesen, welche an sich in einer übergeordneten Verfahrensstufe (Grobklassifizierung)
erstellt worden sind, auch mit anderen Informationen, insbesondere mit manuellen Mitteln,
wie Fernbedienungen oder Schalter, eingegeben werden können. In Fig. 3 ist dies, stellvertretend
in der ersten Verarbeitungsstufe S1, mittels einer Stellgrösse ST angegeben, über
die beispielsweise die Berechnungen in der Klassifizierungseinheit C1 übersteuert
werden können. Selbstverständlich kann die Stellgrösse auch einer Klassifizierungseinheit
C2 bis Cn oder einer Nachverarbeitungseinheit P1 bis Pn einer anderen Verfahrensstufe
S1 bis Sn zugeführt werden.
[0026] In einem erfindungsgemässen Klassifizierungssystem mit mehreren Verarbeitungsstufen
S1 bis Sn kann jeder Verarbeitungsstufe S1 bis Sn, was jedoch nicht zwingend ist,
eine Aufgabe zugeordnet werden, wie zum Beispiel: eine Grobklassifizierung, eine Feinklassifizierung,
eine Lokalisierung einer Geräuschquelle, eine Überprüfung, ob eine bestimmte Geräuschquelle,
z. B. Automobilgeräusch in einem Fahrzeug, vorhanden ist, oder eine Extraktion von
bestimmten Signalanteilen von einem Eingangssignal, z. B. Elimination von Echo unter
Berücksichtigung von Raumcharakteristiken. Die einzelnen Verfahrensstufen S1 bis Sn
sind daher individuell im Sinne, dass in ihnen verschiedene Merkmale extrahiert und
verschiedene Klassifizierungsmethoden verwendet werden.
[0027] In einem weiteren Anwendungsbeispiel ist vorgesehen, in einer ersten Verarbeitungsstufe
S1 ein individuelles Signal in einem Gemisch von verschiedenen Signalanteilen zu lokalisieren,
in einer zweiten Verarbeitungsstufe S2 eine Grobklassifizierung der lokalisierten
Signalquelle vorzunehmen und in einer dritten Verfahrenstufe S3 eine Feinklassifizierung
der in der zweiten Verfahrensstufe S2 erhaltenen groben Klassifizierung vorzunehmen.
[0028] Die in der ersten Verarbeitungsstufe durchgeführte Lokalisation der Schallquelle
kann eine Richtungsfilterung, zum Beispiel mittels Multi-Mikrofon-Technologie, nachgeschaltet
werden.
[0029] Selbstverständlich kann eine Merkmalsextraktionseinheit F1 bis Fn unter mehreren
Klassifizierungseinheiten C1 bis Cn aufgeteilt werden, d.h. die Resultate einer Merkmalsextraktionseinheit
F1 bis Fn können von mehreren Klassifizierungseinheiten C1 bis Cn verwendet werden.
Des weiteren ist denkbar, dass eine Klassifizierungseinheit C1 bis Cn in mehreren
Verarbeitungsstufen S1 bis Sn verwendet wird. Schliesslich kann vorgesehen sein, dass
die in den verschiedenen Verarbeitungsstufen S1 bis Sn erhaltenen Klasseninformationen
KI1 bis KIn bzw. die bereinigten Klasseninformationen KI1' bis KIn' zur Erhaltung
der abschliessenden Klassifizierung unterschiedlich gewichtet werden.
[0030] In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei der wiederum
mehrere Verarbeitungsstufen S1 bis Sn zum Einsatz kommen. Im Unterschied zur Ausführungsform
gemäss Fig. 3 werden die Klasseninformationen KI1 bis KIn nicht nur in den jeweils
unmittelbar nachfolgenden Verarbeitungsstufen verwendet, sondern gegebenenfalls in
allen untergeordneten Verarbeitungsstufen. In analoger Weise können die Resultate
von vorhergehenden Verarbeitungsstufen S1 bis Sn ihre Auswirkungen auch auf die nachfolgenden
Merkmalsextraktionseinheiten F1 bis Fn bzw. auf die zu extrahierenden Merkmale haben.
[0031] Auch bei der Ausführungsvariante gemäss Fig. 4 sind Nachverarbeitungseinheiten P1
bis Pn denkbar, die Zwischenresultate der Klassifizierung aufbereiten und als bereinigte
Klasseninformationen KI1' bis KIn' zur Verfügung stellen.
[0032] In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsvariante einer mehrstufigen Vorrichtung zur
Bestimmung der akustischen Umgebungssituation, wiederum in allgemeiner Form, dargestellt.
Gezeigt sind wie bereits bei den Ausführungsvarianten gemäss Fig. 3 und 4 mehrere
Verarbeitungsstufen S1 bis Sn mit Merkmalsextraktionseinheiten F1 bis Fn und Klassifizierungseinheiten
C1 bis Cn. Die in jeder Verarbeitungsstufe S1 bis Sn erhaltenen Klasseninformationen
KI1 bis KIn werden einer Entscheidungseinheit FD zugeführt, in der die abschliessende
Klassifizierung durch erzeugen der Klasseninformationen KI vorgenommen wird. In der
Entscheidungseinheit FD ist gegebenenfalls vorgesehen, Rückkopplungssignale zu erzeugen,
welche auf die Merkmalsextraktionseinheiten F1 bis Fn und/oder auf die Klassifizierungseinheiten
C1 bis Cn wirken, um beispielsweise einzelne Parameter in diesen Verarbeitungseinheiten
anzupassen oder um ganze Klassifizierungseinheiten C1 bis Cn austauschen zu können.
[0033] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Rückwirkungen und Verknüpfungen
der Verarbeitungseinheiten der Ausführungsvarianten gemäss Fig. 3 bis 5 nicht auf
die dargestellten Varianten beschränkt sind. Denkbar ist, dass einzelne Rückwirkungen
oder Verknüpfungen weggelassen werden. Grundsätzlich sind beliebige Kombinationen
von Verarbeitungseinheiten und Strukturen möglich.
[0034] Darüber hinaus ist denkbar, dass - beim Einsatz der Erfindung bei Hörhilfegeräten
- die verschiedenen Verarbeitungsstufen auch zwischen zwei Hörgeräten, d.h. bei je
einem Hörgerät für das linke und das rechte Ohr, verteilt sind. Der Informationsaustausch
erfolgt bei dieser Ausführungsform über eine drahtgebundene oder eine drahtlose Übertragungsstrecke.
[0035] Fig. 6 ist ein nicht beanspruchtes Beispiel zur Veranschaulichung der vorstehenden
allgemeinen Ausführungen zu den möglichen Strukturen. Obwohl lediglich eine Merkmalsextraktionseinheit
F1 vorgesehen ist, sind zwei Verarbeitungsstufen S1 und S2 vorgesehen. Die erste Verarbeitungsstufe
S1 besteht aus der Merkmalsextraktionseinheit F1 und der Klassifizierungseinheit C1.
Bei der zweiten Verarbeitungsstufe S2 werden die gleichen Merkmale verwendet, die
bereits in der ersten Verfahrensstufe S1 verwendet worden sind. Eine Neuberechnung
der Merkmale in der Verfahrensstufe S2 erübrigt sich daher, und es können die Resultate
der Merkmalsextraktionseinheit F1 der ersten Verfahrensstufe S1 in der zweiten Verfahrensstufe
S2 verwendet werden. In der zweiten Verfahrensstufe S2 wird somit lediglich die Klassifizierungsmethode
geändert, und zwar in Abhängigkeit der Klasseninformationen KI1 der ersten Verarbeitungsstufe
S1.
[0036] Fig. 7 zeigt die Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung bei einem Hörhilfegerät,
das im Wesentlichen eine Übertragungseinheit 200 aufweist. Mit 100 ist eine mehrstufige
Verarbeitungseinheit bezeichnet, die gemäss einer der in den Fig. 2 bis 5 dargestellten
Ausführungsvarianten realisiert ist. Das Eingangssignal IN wird sowohl der mehrstufigen
Verarbeitungseinheit 100 als auch der Übertragungseinheit 200 beaufschlagt, in dem
das akustische Eingangssignal IN unter Zuhilfenahme der in der mehrstufigen Verarbeitungseinheit
100 erzeugten Klasseninformationen KI1 bis KIn bzw. KI1' bis KIn' bearbeitet wird.
Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, ein aufgrund der ermittelten akustischen Umgebungssituation
ein geeignetes Hörprogramm auszuwählen, wie dies in der Einleitung und in der internationalen
Patentanmeldung WO 01/20 965 beschrieben worden ist.
[0037] Mit 300 ist eine manuelle Eingabeeinheit bezeichnet, mit Hilfe der - beispielsweise
über eine Funkstrecke, wie dies schematisch in Fig. 7 ersichtlich ist - gegebenenfalls
sowohl auf die mehrstufige Verarbeitungseinheit 100 in bereits erläuterten Weise oder
auf die Übertragungseinheit 200 einwirkt. Im Falle des Hörhilfegerätes 200 wird auf
die Ausführungen in der
WO 01/20 965 verwiesen.
[0038] Als mögliche Klassifizierungsmethoden bei allen erläuterten Ausführungsvarianten
der Erfindung kommt insbesondere eine der folgenden Methoden zur Anwendung:
- Hidden Markov Modelle;
- Fuzzy Logic;
- Klassifizierung nach Bayes;
- Regel-basierte Klassifizierung;
- Neuronale Netzwerke;
- Minimale Distanz.
[0039] Schliesslich wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in den Merkmalsextraktionseinheiten
F1 bis Fn (Fig. 2 bis 7) technische und/oder auditorisch-basierte Merkmale extrahiert
werden können. Für ausführliche Erläuterungen zu den technischen und auditorisch-basierten
Merkmalen sei wiederum auf die Ausführungen in der internationalen Patentanmeldung
WO 01/20 965 verwiesen.
[0040] Eine bevorzugte Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zur Bestimmung der akustischen
Umgebungssituation ist die Wahl eines Hörprogrammes in einem Hörhilfegerät. Denkbar
ist jedoch auch die Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung bzw. die Anwendung
des erfindungsgemässen Verfahrens zur Spracherkennung.
1. Verfahren zur Bestimmung einer akustischen Umgebungssituation, wobei das Verfahren
darin besteht, dass in mindestens zwei Verarbeitungsstufen (S1, ..., Sn) ein vorzugsweise
mit Hilfe mindestens eines Mikrofons aufgenommenes akustisches Eingangssignal (IN)
verarbeitet wird, und zwar derart,
- dass in jeder der mindestens zwei Verarbeitungsstufen (S1, ..., Sn) eine Extraktionsphase
vorgesehen ist, in der charakteristische Merkmale aus dem Eingangssignal (IN) extrahiert
werden,
- dass in jeder Verarbeitungsstufe (S1, ..., Sn) eine Identifikationsphase vorgesehen
ist, in der extrahierte charakteristische Merkmale klassifiziert werden,
- dass aufgrund der Klassifizierung der Merkmale in mindestens einer Verarbeitungsstufe
(S1, ..., Sn) Klasseninformationen (KI1, ..., KIn) erzeugt werden, welche die akustische
Umgebungssituation charakterisieren bzw. identifizieren,
- dass die in der Identifikationsphase einer Verarbeitungsstufe i (S1, ..., Sn) erhaltenen
Klasseninformationen (KI1, ..., KIn) die Art der Verarbeitung in der nachfolgenden
bzw. untergeordneten Verarbeitungsstufe i+1 (S2, ..., Sn) bestimmen und
- dass aufgrund der in der Verarbeitungsstufe i (S1, ..., Sn) erhaltenen Klasseninformationen
(KI1, ..., KIn) spezifische Merkmale in der Extraktionsphase der nachfolgenden bzw.
untergeordneten Verarbeitungsstufe i+1 (S2, ..., Sn) und/oder spezifische Klassifizierungsverfahren
in der Identifikationsphase der nachfolgenden bzw. untergeordneten Verarbeitungsstufe
i+1 (S2, ..., Sn) gewählt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Identifikationsphase eines der folgenden Klassifizierungsverfahren zum Einsatz
kommt:
- Hidden Markov Modelle;
- Fuzzy Logic;
- Klassifizierung nach Bayes;
- Regel-basierte Klassifizierung;
- Neuronale Netzwerke;
- Minimale Distanz.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Extraktionsphasen technische und/oder auditorisch-basierte Merkmale extrahiert
werden.
4. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3 zur Anpassung mindestens
eines Hörhilfegerätes an eine momentane akustische Umgebungssituation.
5. Anwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund der ermittelten momentanen akustischen Umgebungssituation ein Hörprogramm
bzw. eine Übertragungsfunktion zwischen mindestens einem Mikrofon und einem Hörer
im mindestens einen Hörhilfegerät eingestellt wird.
6. Vorrichtung zur Bestimmung einer akustischen Umgebungssituation mit einer Merkmalsextraktionseinheit
(F1, ..., Fn), das mit einer Klassifizierungseinheit (C) zur Verarbeitung eines Eingangssignals
(IN) wirkverbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Verarbeitungsstufen (S1, ..., Sn) vorgesehen sind, wobei in jeder
der mindestens zwei Verarbeitungsstufen (S1, ..., Sn) eine Merkmalsextraktionseinheit
(F1, ..., Fn) enthalten ist und wobei in jeder Verarbeitungsstufe (S1, ..., Sn) eine
Klassifizierungseinheit (C1, ..., Cn) enthalten ist, dass das Eingangssignal (IN)
den Merkmalsextraktionseinheiten (F1, ..., Fn) beaufschlagt ist, dass mit den Klassifiziereinheiten
(C1, ..., Cn) Klasseninformationen (KI1, ..., KIn) erzeugbar sind, dass die Klasseninformationen
(KI1, ..., KIn) einer Verarbeitungsstufe i (S1, ..., Sn) der nachfolgenden bzw. untergeordneten
Verarbeitungsstufe i+1 (S2, ..., Sn) beaufschlagt sind und dass die Klasseninformationen
(KI1, ..., KIn) einer Verarbeitungsstufe i (S1, ..., Sn) der Merkmalsextraktionseinheit
(M1, ..., Mn) einer nachfolgenden bzw. untergeordneten Verarbeitungsstufe i+1 (S2,
..., Sn) und/oder der Klassifizierungseinheit (C2, ..., Cn) der nachfolgenden bzw.
untergeordneten Verarbeitungsstufe i+1 (S2, ..., Sn) beaufschlagt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klasseninformationen (KI1, ..., KIn) aller Verarbeitungsstufen (S1, ..., Sn)
einer Entscheidungseinheit (FD) beaufschlagt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Entscheidungseinheit (FD) mit mindestens einer Merkmalsextraktionseinheit (F1,
..., Fn) und/oder mit mindestens einer Klassifizierungseinheit (C1, ..., Cn) wirkverbunden
ist.
9. Hörhilfegerät mit einer Übertragungseinheit (200), die eingangsseitig mindestens mit
einem Mikrofon und ausgangsseitig mit einer Wandlereinheit, insbesondere einem Hörer,
wirkverbunden ist, und mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8 zur
Erzeugung von Klasseninformationen (KI1, ..., KIn), wobei die Klasseninformationen
(KI1, ..., KIn) der Übertragungseinheit (200) beaufschlagt sind.
10. Hörhilfegerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Eingabeeinheit (300) vorgesehen ist, die, vorzugsweise über eine Funkstrecke,
mit der Übertragungseinheit (200) und/oder mit der Vorrichtung nach einem der Ansprüche
6 bis 8 wirkverbunden ist.
1. Method for determining an acoustic environment situation, wherein the method consists
in processing an acoustic input signal (IN) in at least two processing stages (S1,
..., Sn), which acoustic input signal (IN) is preferably recorded with the aid of
at least one microphone, in such a way
- that in each of the at least two processing stages (S1, ..., Sn) an extraction phase
is provided in which characteristic features are extracted from the input signal (IN),
- that in each processing stage (Sl, ..., Sn) an identification phase is provided
in which extracted characteristic features are classified,
- that class information (KI1, ..., KIn) is generated based on the classification
of the features in at least one processing stage (S1, ..., SN), which class information
characterizes or identifies, respectively, the acoustic environment situation,
- that the class information (KI1, ..., KIn) obtained in the identification phase
of a processing stage i (S1, ..., Sn) determines the manner of processing in the subsequent
or subordinate processing stage i+1 (S2, ..., Sn), and
- that due to the class information (KI1, ..., KIn) obtained in the processing stage
i (S1, ..., Sn), specific features in the extraction phase of the subsequent or subordinate
processing stage i + 1 (S2, ...., Sn) and/or specific classification methods in the
identification phase are selected in the subsequent or subordinate processing stage
i + 1 (S2, ..., Sn).
2. Method according to claim 1,
characterized in that one of the following classification methods is used in the identification phase:
- Hidden Markov models;
- Fuzzy Logic;
- Classification according to Bayes;
- Rule-based classification;
- Neuronal networks;
- Minimum distance.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that technical and/or auditory-based features are extracted in the extraction phases.
4. Application of the method according to one of claims 1 to 3 for adapting at least
one hearing device to a current acoustic environment situation.
5. Application according to claim 4, characterized in that a hearing program or a transfer function between at least one microphone and a handset
in the at least one hearing aid is adjusted based on the determined current acoustic
environment situation.
6. Device for determining an acoustic environment situation with a feature extraction
unit (F1, ..., Fn), which is operatively connected to a classification unit (C) for
processing an input signal (IN), characterized in that at least two processing stages (S1, ..., Sn) are provided, wherein in each of the
at least two processing stages (S1, ..., Sn) a feature extraction unit (F1, ..., Fn)
is included and wherein in each processing stage (S1, ..., Sn) a classification unit
(C1, .. , Cn) is included, that the input signal (IN) is applied to the feature extraction
units (F1, ..., Fn), that class information (KI1, ..., KIn) is generated by the classification
units (Cl, ..., Cn), that the class information (KI1, ..., KIn) of a processing stage
i (S1, ..., Sn) is applied to a subsequent or subordinate processing stage i+1 (S2,
..., Sn), and that the class information (KI1, ..., KIn) of a processing stage i (S1,
..., Sn) of the feature extraction unit (M1, ..., Mn) is applied to a subsequent or
subordinate processing stage i+1 (S2, ..., Sn) and/or to the classification unit (C2,
..., Cn) of the subsequent or subordinate processing stage i+1 (S2, ..., Sn).
7. Device according to claim 6, characterized in that the class information (KI1, ..., KIn) of all processing stages (S1, ..., Sn) is applied
to a decision unit (ED).
8. Device according to claim 7, characterized in that the decision unit (ED) is operatively connected to at least one feature extraction
unit (Fl, ..., Fn) and/or to at least one classification unit (C1, ..., Cn).
9. Hearing aid with a transmission unit (200) that is operatively connected, on its input
side, to at least one microphone and, on its output side, to a transducer unit, in
particular to a receiver, and with a device according to one of claims 6 to 8 for
generating class information (KI1, ..., KIn), the class information (KI1, ..., KIn)
being applied to the transmission unit (200).
10. Hearing aid according to claim 9, characterized in that an input unit (300) is provided which is operatively connected, preferably via a
radio link, to the transmission unit (200) and/or to the device according to one of
claims 6 to 8.
1. Procédé pour déterminer une situation acoustique environnante, le procédé consistant,
en au moins deux étapes de traitement (S1, ..., Sn) à traiter un signal d'entrée acoustique
(IN) reçu de préférence par au moins un microphone, de sorte que,
- dans chacune des au moins deux étapes de traitement (S1, ..., Sn), il est prévu
une phase d'extraction, dans laquelle sont extraites les caractéristiques du signal
d'entrée (IN),
- dans chaque étape de traitement (S1, ..., Sn) il est prévu une phase d'identification,
dans laquelle les caractéristiques extraites sont classifiées,
- sur la base de la classification des caractéristiques dans au mois une étape de
traitement (S1, ..., Sn) on produit des informations de classes (KI1, ..., KIn) qui
caractérisent ou identifient la situation acoustique environnante,
- les informations de classes (KI1, ..., KIn) obtenues au cours de la phase d'identification
d'une étape de traitement i (S1, ..., Sn) déterminent le type de traitement dans l'étape
de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2, ..., Sn), et
- sur la base des informations de classes (KI1, ..., KIn) obtenues dans la phase de
traitement i (S1, ..., Sn), on choisit des caractéristiques spécifiques dans la phase
d'extraction de l'étape de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2, ..., Sn) et/ou
des procédés de classification spécifiques dans la phase d'identification de l'étape
de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2, ..., Sn).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que dans la phase d'identification on utilise l'un des procédés de classification suivants
:
- le modèle de Markov caché ;
- la logique floue (Fuzzy logic) ;
- la classification selon Bayes ;
- la classification basée sur les règles ;
- les réseaux neuronaux ;
- la distance minimale.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans les phases d'extraction on extrait des caractéristiques techniques et/ou basées
sur l'auditif.
4. Utilisation du procédé selon l'une des revendications 1 à 3 pour adapter au moins
un appareil de correction auditive à une situation acoustique environnante momentanée.
5. Utilisation selon la revendication 4, caractérisée en ce que, sur la base de la situation acoustique environnante momentanée déterminée, on règle
un programme auditif ou une fonction de transmission entre au moins un microphone
et un écouteur dans au moins un appareil de correction auditive.
6. Dispositif pour déterminer une situation acoustique environnante avec une unité d'extraction
de caractéristiques (F1, ..., Fn) qui est en liaison active avec une unité de classification
(C) pour traiter un signal d'entrée (IN), caractérisé en ce qu'il est prévu au moins deux étapes de traitement (S1, ..., Sn), dans lequel dans chacune
des au moins deux étapes de traitement (S1, ..., S2) il y a une unité d'extraction
de caractéristiques (F1, ..., Fn) et dans lequel dans chaque étape de traitement (S1,
..., S2) il y a une unité de classification (C1, ..., Cn), en ce que le signal d'entrée (IN) est amené aux unités d'extraction de caractéristiques (F1,
..., Fn), en ce que les unités de classification (C1, ..., Cn) permettent de produire des informations
de classes (KI1, ..., KIn), en ce que les informations de classes (KI1, ..., KIn) d'une étape de traitement i (S1, ...,
Sn) sont amenées vers l'étape de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2, ..., Sn)
et en ce que les informations de classes (KI1, ..., KIn) d'une étape de traitement i (S1, ...,
Sn) sont amenées vers l'unité d'extraction de caractéristiques (M1, ..., Mn) d'une
étape de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2, ..., Sn) et/ou vers l'unité de
classification (C2, ..., Cn) de l'étape de traitement suivante ou secondaire i+1 (S2,
..., Sn).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que les informations de classes (KI1, ..., KIn) de toutes les étapes de traitement (S1,
..., Sn) sont amenées vers une unité de décision (FD).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'unité de décision (FD) est en liaison active avec au moins une unité d'extraction
de caractéristiques (F1, ..., Fn) et/ou avec au moins une unité de classification
(C1, ..., Cn).
9. Appareil de correction auditive comprenant une unité de transmission (200) qui est
en liaison active du côté entrée au moins avec un microphone et du côté sortie avec
une unité de transducteur, en particulier un écouteur, et comprenant un dispositif
selon l'une des revendications 6 à 8 pour produire des informations de classes (KI1,
..., KIn), les informations de classes (KI1, ..., KIn) étant amenées vers l'unité
de transmission (200).
10. Appareil de correction auditive selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'il est prévu une unité de saisie (300) qui est en liaison active, de préférence par
le biais d'une liaison radio, avec l'unité de transmission (200) et/ou avec le dispositif
selon l'une des revendications 6 à 8.