[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Reinigen der Abgase von Verkehr eines
Verkehrsweges mit einer Einhausung für den Verkehrsweg, wobei die Einhausung aus einzelnen
Elementen zusammengefügt und frei positionierbar ist und die Einhausung so anordenbar
ist, dass sie den Verkehrsweg abschnittsweise zumindest teilweise tunnelförmig umgibt
und weiters an der Einhausung eine Abführeinrichtung angeordnet ist, mit der Abgase,
die durch Verkehr entlang des Verkehrsweges entstehen, zumindest teilweise aus der
Einhausung abführbar sind, sowie ein Verfahren zur Reinigung der Abgase von Verkehr
eines Verkehrsweges.
[0002] Entlang stark befahrener Verkehrswege, wie z.B. Autobahnen in Ballungsräumen, entstehen
hohe Lärm- und Schadstoffbelastungen der Umwelt, die gesundheitsgefährdende Ausmaße
annehmen können. Diese Probleme werden derzeit nur unzureichend, wenn überhaupt, behandelt
und gelöst, wie z.B. durch Lärmschutzwände, die den Schall nur unzureichend reduzieren
aber keinesfalls die Schadstoffe durch die Verkehrsabgase zurückhalten.
Andere Lösungen, wie z.B. die Verlegung des Verkehrs in eine unterirdische Trasse
oder die Errichtung von Verkehrstunnel, sind hingegen sehr teuer und werden daher
nur teilweise umgesetzt. Beispiele dafür sind z.B. in der DE 42 13 247 A1 oder der
DE 39 31 353 A1 zu finden.
[0003] Ebenso ist bereits bekannt, um Verkehrswege künstliche Einhausungen zu errichten,
um die Lärmemissionen zu reduzieren, wie z.B. aus der WO 99/64682 A1 bekannt, oder
um zusätzlich die Abgase von sensiblen Gebieten, wie z.B. Wohngebiete, wegzuleiten,
wie z.B. aus der DE 25 09 279 A1 bekannt. Dazu ist in der DE 25 09 279 A1 eine Belüftungseinrichtung
vorgesehen, mit der Abluft aus der Einhausung und Frischluft in die Einhausung gebracht
werden kann. Dabei ist grundsätzlich auch bekannt (z.B. aus der DE 42 13 247 A1 ),
die Abluft vor die Abgabe in die Umwelt zu filtern.
[0004] Bei all diesen Einrichtungen wird zwar lokal die Schadstoffbelastung der Umwelt reduziert,
jedoch wird das Problem dadurch lediglich verlagert, in dem die Abgase bestenfalls
nur weggeleitet, nicht jedoch reduziert werden.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, eine einfache, effektive
und kostengünstige Einrichtung zur Reduktion der Schadstoffbelastung entlang eines
Verkehrsweges anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird durch zumindest eine Abgasreinigungseinheit gelöst, der Abgase
aus der Einhausung zugeführt werden und in der die Abgase von aerosolen und/oder gasförmigen,
sowie vorzugsweise auch festen, Verunreinigungen gereinigt werden.
Das Verfahren zur Errichtung einer solchen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei einzelne Elemente zu einer tunnelförmigen Einhausung verbunden
werden und in der Einhausung eine Abführeinrichtung angeordnet wird, die Abgase, die
durch Verkehr entlang des Verkehrsweges entstehen, sammelt und aus der Einhausung
abführt und die Abgase in einer Abgasreinigungseinheit von aerosolen und/oder gasförmigen,
und vorzugsweise festen, Verunreinigungen gereinigt werden.
Dadurch, dass die Einhausung aus einzelnen Elementen zusammengesetzt ist, kann die
Einhausung einfach und vor allem günstig errichtet werden, da deshalb zur Errichtung
keine großen baulichen Maßnahmen erforderlich sind. Mit einer Abführeinrichtung lassen
sich die Abgase einfach und effektiv aus der Einhausung abführen.
Durch die freie Positionierbarkeit der Einhausung kann diese sehr flexibel eingesetzt
und an fast beliebiger Stelle errichtet werden.
Eine erfindungsgemäße flexible Einhausung ermöglicht eine Reduktion der Kosten um
50 - 80% im Vergleich zu einer massiven Überbauung, wie Berechnungen ergeben haben.
Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung können die Abgase effektiv gereinigt werden
und es kann gereinigte Abluft an die Umwelt abgegeben werden. Damit lassen sich sowohl
die Staubbelastungen, als auch die Belastungen durch gasförmige Schadstoffe, wie z.B.
CO, NO
x und HC
x, in der Umgebung vermindern.
[0007] Eine Einhausung mit einem Dachelement und einem Wandelement ermöglicht eine besonders
einfache und effektive Sammlung der Abgase entlang des Verkehrsweges, da dadurch ein
begrenzter Innenraum entsteht, in dem die Abgase einfach gesammelt werden, die somit
durch die Abführeinrichtung einfach aus der Einhausung abgeführt und vom Verkehrsweg
weggeleitet werden können.
Außerdem entfällt auf einer Strecke mit einer solchen Einhausung der Winterdienst,
was die Betriebskosten des Streckenabschnittes erheblich verringern kann.
[0008] Eine einfache, sichere und günstige Abführeinrichtung wird als Absaugung ausgebildet,
die vorteilhaft im Bereich des Dachelements angeordnet ist. Eine möglichst gleichmäßige
Abführung der Abgase kann erzielt werden, wenn sich die Abführeinrichtung zumindest
abschnittsweise entlang des Verkehrsweges erstreckt.
[0009] Um eine sehr kompakte Einhausung zu erhalten, werden die Wandelemente zumindest abschnittsweise
seitlich angeordnet, die zur Erhöhung der Steifigkeit der Einhausung an einem Ende
vorteilhaft durch ein Querverbindungselement miteinander verbunden sind. Damit wird
eine kompakte, steife und kostengünstige Einhausung mit möglichst wenigen Elementen
sichergestellt.
[0010] Vorteilhaft wird auch ein Mittel zur Reduzierung der Lärmemission vorgesehen, um
die Belastung der Umwelt noch weiter zu verringern. Durch die Einhausung selbst, bzw.
durch das Dachelement und das Wandelement wird gleichzeitig eine Reduzierung der Lärmemission
vom Verkehrsweg in die Umwelt erreicht, da der entstehende Schall in der Einhausung
gedämpft wird. Um die Lärmemission weiter zu reduzieren, sind am Querverbindungselement
und/oder am Dachelement und/oder an zumindest einem Wandelement zusätzliche Schalldämmelemente
vorgesehen.
[0011] Bestehende Einrichtungen des Verkehrsweges, wie z.B. eine Lärmschutzwand, werden
besonders vorteilhaft in die Einhausung integriert, z.B. als Wandelement, da dann
die baulichen Maßnahmen zur Errichtung und die Kosten der Einhausung weiter verringert
werden können.
[0012] Besonders vorteilhaft werden das Dachelement und/oder zumindest ein Wandelement zumindest
teilweise lichtdurchlässig ausgeführt. Dadurch wird es möglich den Innenraum natürlich
zu beleuchten, wodurch auch der gefährliche Hell-Dunkeleffekt bei Einfahrt in die
Einhausung entfällt. Außerdem kann die durch den Sonneneinfall in die Einhausung eingebrachte
Wärmemenge durch eine Wärmerückgewinnung genutzt werden.
[0013] Die Einhausung lässt sich besonders einfach und schnell errichten und herstellen,
wenn die einzelnen Elemente der Einhausung lösbar miteinander verbunden werden. Damit
kann die Einhausung erst vor Ort errichtet werden und bauliche Maßnahmen entfallen
fast zur Gänze. Die Einhausung muss daher nur am Boden verankert werden.
Gleichzeitig kann dadurch die Einhausung sehr einfach ausgetauscht oder umgebaut werden,
wodurch eine erfindungsgemäße Einhausung äußerst flexibel anwendbar ist.
[0014] Besonders effektiv wird die Einhausung an einem Verkehrweg angewendet, wenn der Verkehrsweg
an zumindest teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig, von der Einhausung
umgeben wird, wodurch eine fast vollständige Abführung der Abgase und eine sehr effektive
Reduzierung des Lärmes erreicht werden kann. Die Einhausung wird dadurch in Verbindung
mit dem Verkehrsweg zu einer Art Röhre, die im Wesentlichen nur an ihrer Ein- und
Ausfahrt offen ist.
Dazu kann die Einhausung zur Montage einfach lösbar mit dem Verkehrsweg verbunden
werden.
[0015] Die Abgasreinigungseinheit umfasst vorteilhaft einen Feststofffilter, eine biologische
Reinigungsstufe und/oder einen Wärmetauscher, womit eine effektive Reinigung der Abgase
von festen, aerosolen und gasförmigen Schadstoffen möglich wird.
[0016] Dabei kann vorgesehen werden, dass das Verfahren bei nicht betriebskonformen Umweltbedingungen
das Abgas ungereinigt oder teilgereinigt an die Umwelt abgegeben wird, wobei gegebenenfalls
feste und/oder aerosole Stoffe zumindest teilweise aus dem Abgas entfernt werden.
[0017] Nachfolgend wird der Erfindungsgegenstand anhand der schematischen und nicht einschränkenden
Fig. 1 und 2 beispielsweise näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen typischen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Einhausung und
Fig. 2 ein vorteilhaftes Verfahrensschema der Abluftreinigung.
[0018] In Fig. 1 ist eine aus mehreren separaten Elementen bestehende, tunnelförmige Einhausung
1 für einen Verkehrsweg 4, beispielsweise eine mehrspurige Straße, gezeigt. In diesem
Beispiel besteht die Einhausung 1 aus seitlich am Verkehrsweg 4 angeordneten Wandelementen
2, die durch ein Querverbindungselement 5, wie z.B. ein Querträger, miteinander verbunden
sind, und einem separaten Dachelement 3. Der Verkehrsweg 4 in Fig. 1 weist zwei Richtungsfahrbahnen
auf, sodass zwischen den beiden äußeren Wandelementen 2 ein weiteres Wandelement 2',
das die beiden Richtungsfahrbahnen trennt, angeordnet ist. Dieses weitere Wandelement
2' ist natürlich optional und kann genauso weggelassen werden, oder es ist auch möglich
anstatt dem Wandelement 2' nur Stützen oder Säulen vorzusehen. Das Dachelement 3 kann,
wie im beschriebenen Beispiel, aus statischen Gründen tonnenförmig oder als Fachwerk
ausgeführt sein und sich auf die Wandelemente 2, 2' und/oder dem Querverbindungselement
5 und/oder zusätzlichen Stützen oder Säulen abstützen.
Durch die Einhausung 1 wird der Verkehrsweg 4 zumindest teilweise mit Elementen der
Einhausung 1 umgeben, wodurch eine Reduzierung der durch den Verkehr entlang des Verkehrsweges
4 erzeugten Lärmemission erreicht wird. Die Einhausung 1 selbst stellt damit auch
ein Mittel zur Lärmreduzierung dar.
Die Einhausung 1 kann aufgrund des modularen Aufbaus nun frei positioniert werden,
d.h., dass eine erfindungsgemäße Einhausung 1 an jeder beliebigen Position entlang
eines Verkehrsweges 4 positioniert bzw. errichtet werden kann, da die Einhausung 1
keine Elemente umfasst, die starr an einem bestimmten Ort positioniert werden müssen.
[0019] Tunnelförmig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Einhausung 1 eine Längserstreckung
aufweist und damit z.B. entlang eines Abschnittes eines Verkehrsweges 4 angeordnet
werden kann und die Einhausung 1 den Verkehrsweg 4 umgibt. Die Einhausung 1 muss jedoch
kein geschlossenes Profil aufweisen, sondern kann an einer oder mehreren Seiten auch
offen sein, wie z.B. in Fig. 1, in der die Einhausung 1 den Verkehrsweg 4 an drei
Seiten im Wesentlichen umgibt. Die umgebenden Seiten müssen aber nicht vollständig
geschlossen und auch nicht luftdicht sein, sondern es kann durchaus erwünscht sein,
Luftzuführöffnungen und Aussparungen vorzusehen. Der Querschnitt der tunnelförmigen
Einhausung 1 kann dabei beliebig ausgebildet sein.
[0020] Ein Wandelement 2, 2' bildet somit zumindest abschnittsweise eine seitliche Begrenzung
der Einhausung 1 und erstreckt sich zumindest abschnittsweise längs entlang des Verkehrsweges
4. Dabei ist es unerheblich, ob das Wandelement aus einem durchgehenden Element besteht
oder aus mehreren einzelnen Elementen zusammengefügt wurde. Genauso könnte das Wandelement
auch aus mehreren Stehern oder Säulen bestehen, zwischen denen Füllelemente angeordnet
werden. Im Sinne dieser Anmeldung werden alle diese Möglichkeiten als Wandelement
bezeichnet.
Das Selbe gilt natürlich für das Dachelement 3, das sich zumindest abschnittsweise
oberhalb des Verkehrsweges 4 erstreckt und ebenfalls als ein durchgehendes Dachelement
oder als ein aus einzelnen Teilen zusammengefügtes Dachelement aufgebaut werden kann.
Die Wandelemente 2 und das Dachelement 3 könnten dabei aber auch einteilig als ein
Element der Einhausung 1 ausgeführt sein.
[0021] Im Bereich des Dachelementes 3 ist hier eine Abführeinrichtung 6 angeordnet, die
beispielsweise als Absaugung ausgeführt ist und aus einem Abluftrohr und einem in
Fig. 1 nicht dargestellten, vorzugsweise schallgedämmten Ventilator bestehen kann.
Die Abführeinrichtung 6 kann aber selbstverständlich auch an einer anderen Stelle
angeordnet sein und es könnten auch mehrere Abführeinrichtungen 6 vorgesehen werde.
Durch die Abführeinrichtung 6 werden die in der Einhausung 1 entstehenden Abgase des
Verkehrs des Verkehrsweges 4 aus der Einhausung 1 abgeführt. Der Ventilator kann dabei
beispielsweise als drehzahlgeregelter, schallgedämmter Saugzugventilator ausgeführt
sein, der das nötige Druckgefälle für die Abführung der Abgase bereitstellt.
Die Abführeinrichtung 6 weist nicht dargestellte Einströmöffnungen auf, die so angeordnet
sein können, dass die Menge an abgeführten Abgasen pro Längeneinheit konstant eingestellt
werden kann. Dadurch wir ermöglicht, dass die Einhausung 1 nicht luftdicht ausgeführt
werden muss, sondern es werden lediglich Zuluftöffnungen angeordnet, beispielsweise
am Boden entlang der Längsseite der Wandelemente 2, 2'. Die Zuluftöffnungen können
alternativ oder zusätzlich auch an einer beliebigen anderen Stelle angeordnet werden.
Entlang einer längeren Strecke des Verkehrsweges 4 können auch eine Anzahl hintereinander
folgender Abführeinrichtungen 6 vorgesehen werden, die jeweils die Abgase eines Abschnitts
des Verkehrsweges 4 abführen.
[0022] In der Einhausung 1, z.B. an den Querverbindungselementen 5, dem Dachelement 3 und/oder
einem Wandelement 2, 2', können auch Schalldämmelemente 7 angeordnet werden, um den
in der Einhausung 1 entstehenden Schall weiter zu dämpfen und eine Schallemission
von der Einhausung 1 nach außen zumindest noch mehr zu reduzieren, wenn möglich im
Wesentlichen sogar zu eliminieren. Dazu können die Wandelemente 2, 2' und/oder die
Dachelemente 3 auch schallabsorbierend ausgeführt werden, wie es z.B. von bekannten
Lärmschutzwänden her bekannt ist. Bereits bestehende Lärmschutzwände könnten aber
ebenso als Wandelemente 2, 2' genutzt und in die Einhausung integriert werden.
[0023] Die Einhausung 1 kann in Leichtbauweise ausgeführt werden, d.h. es können leichte
Materialien, wie z.B. Holz, Kunststoffe oder Leichtmetalle, verwendet werden und die
Statik der Einhausung 1 kann entsprechend optimiert werden, um eine möglichst hohe
Tragfähigkeit bei möglichst geringen Materialeinsatz und Gewicht zu erzielen.
[0024] Das Dachelement 3 und/oder ein Wandelement 2, 2' könnte zumindest teilweise auch
lichtdurchlässig ausgeführt werden, um eine natürliche Beleuchtung des Innenraums
der Einhausung 1 zu ermöglichen. Weiters kann mit einer teilweise lichtdurchlässigen
Einhausung 1 eine Lufterwärmung innerhalb der Einhausung 1 erzielen werden, die durch
eine entsprechende Wärmerückgewinnung, z.B. für externe Heizzwecke, genutzt werden
könnte.
[0025] Die Einhausung 1 könnte auch aus einzelnen modularen Elementen zusammengesetzt werden,
was eine einfache und schnelle Montage ermöglichen würde. Dazu könnten standardisierte
Wandelemente 2, 2' und Dachelemente 3 verwendet werden, die damit, z.B. bei einer
Beschädigung, auch einfach ausgetauscht werden könnten.
Die Einhausung 1 kann auch vom Verkehrsweg 4 wieder entfernbar ausgeführt werden,
indem die Elemente der Einhausung 1 zumindest teilweise lösbar miteinander und mit
dem Verkehrsweg 4 verbunden werden. Dadurch benötigt man keine starre Konstruktion,
wodurch die Kosten einer solchen Einhausung 1 erheblich gesenkt werden können.
[0026] Die Elemente der Einhausung 1 werden günstiger Weise so dimensioniert, dass der Verkehr
entlang des Verkehrsweges 4 nicht beeinträchtigt wird. Die maximal zulässigen Abmessungen
der Verkehrsfahrzeuge, die auf dem Verkehrsweg 4 bewegt werden, sind natürlich bekannt,
wodurch die Elemente der Einhausung 1 einfach daran angepasst werden können. Für eine
6-spurige Autobahn können die Wandelemente z.B. eine Höhe von 6m, der Querträger 5
eine Spannweite von 24m und das Dachelement 4 eine Höhe von 5m aufweisen. Das Abluftrohr
der Abführeinrichtung 6 hat z.B. einen typischen Durchmesser von 3m.
[0027] Die Einhausung 1 kann natürlich sehr einfach auch noch mit diversen bekannten Sicherheitseinrichtungen
ausgestattet werden, um den gesetzlichen Vorschriften genüge zu tun. Eine solche sicherheitstechnische
Ausstattung könnte z.B. das Vorsehen von Fluchtwegen, automatische Rauchmelder und
Rauchklappen für einen möglichen Brand, eine Sprinkleranlage, optische Leitsysteme,
etc. umfassen.
[0028] In Lagen in denen mit einer besonders hohen Sonneneinstrahlung zu rechnen ist, könnten
auch Einrichtungen zum Reduzieren der in die Einhausung 1 eingestrahlten Lichtmenge,
insbesondere der infraroten Wärmestrahlung, vorgesehen werden, wenn die damit eingebrachte
Wärmemenge nicht durch die Abgasabführeinheit 6 abgeführt werden kann. Solche Einrichtungen
könnten z.B. Lichtschutzklappen sein, die gegebenenfalls ausgeklappt werden, oder
aber auch ein einfacher Lackanstrich zum Reduzieren der eingebrachten infrarot Wärmemenge.
[0029] Die in der Einhausung 1 durch die Abführeinrichtung 6 gesammelten und abgeführten
Abgase 9, können einer Abgasreinigungseinheit 10 zugeführt werden, wie in Fig. 2 schematisch
dargestellt, in der die Abgase 9 gereinigt werden und in Form gereinigte Abluft 19
in die Umgebung geleitet werden.
Das nachfolgend anhand der Fig. 2 beschriebene Verfahrensschema einer Abgasreinigung
ist natürlich nur beispielhaft und könnte auch beliebig anders ausgeführt werden.
Insbesondere sind auch andere Reinigungsstufen und Reinigungsmethoden denkbar, genauso
wie von Fig. 2 abweichende Reihenfolgen der Reinigungen denkbar wären. Z.B. wäre auch
ein Reinigungsverfahren wie in der EP 1 174 172 A2 offenbart denkbar.
[0030] Die Abgasreinigungseinheit 10 ist vorteilhaft in der Nähe der Einhausung 1 angeordnet,
um die Länge der erforderlichen Leitungen oder Rohre so gering wie möglich zu halten.
Es ist aber natürlich auch möglich, entlang des Verkehrsweges 4 eine Mehrzahl von
Abgasreinigungseinheiten 10 anzuordnen. Im Beispiel nach Fig. 2 ist ein zentrales
Abluftrohr 11 vorgesehen, dass die gesammelten Abgase von der Abführeinrichtung 6
zur Abgasreinigungseinheit 10 führt. Selbstverständlich könnten auch mehrere Abluftrohre
11 vorgesehen sein. Ein Ventilator 13 erzeugt dazu den entsprechenden Sogeffekt, der
das Abgas aus der Einhausung 1 absaugt. Wenn das zentrale Abluftrohr 11 mittig an
der Abführeinrichtung 6 angeordnet ist, wird eine gleichmäßige Absaugung sichergestellt.
Der Ventilator 13 kann als drehzahlgeregelter Saugzugventilator ausgeführt sein, der
das nötige Druckgefälle für die Absaugung bereitstellt. Die Regelung des Ventilators
13 kann nach zwei Kriterien erfolgen, einerseits die Ablufttemperatur, andererseits
die Verkehrsdichte, die automatisch erfasst werden kann. Dadurch wird ein energiesparender
Betrieb ermöglicht.
Vor dem Ventilator 13 ist ein Feststofffilter 12, z.B. ein Staubfilter, angeordnet.
Solche Feststofffilter 12 sind in unterschiedlichsten Ausführungsformen bekannt, wie
z.B. ein bekannter Schlauchfilter mit Jet-Abreinigung oder auch ein bekannter Elektrofilter
mit Klopfabreinigung. Der Feststofffilter 12 produziert einen Rückstand in Form eines
Pulvers, den so genannten Filterstaub, der in einem geschlossenen Behälter gesammelt
und als Abfall entsorgt werden kann. Die Vorschaltung des Feststofffilters 12 vor
dem Ventilator 13 hat den Sinn die nachfolgenden Anlagenelemente der Abgasreinigungseinheit
10 und auch den Ventilator selbst vor Feststoffanbackungen zu schützen.
[0031] Die Abgasreinigungseinheit 10 umfasst auch eine biologische Reinigungsstufe 16, die
in diesem Beispiel als bekannte Biowäscheranlage 17 zur Oxidation von CO, NOx und
HCx ausgeführt ist. Die eigentliche Oxidation erfolgt z.B. an trägerfixierten berieselten
Biofilmen, wobei CO zu CO2 oxidiert und letztendlich an die Atmosphäre abgegeben wird
und NO über NO2 zu NO3 oxidiert, im Kreislaufwasser eines angeschlossenen Belebungsbeckens
18 aufgenommen wird und der Biomasse des Belebungsbeckens 18 zur Stickstoffversorgung
dient. HCx wird in der biologischen Reinigungsstufe 16 biologisch zu H2O und CO2 umgesetzt.
Der Biowäscher 17 wird hier durch ein Belebungsbecken 18 unterstützt. Damit kann ein
entsprechendes Puffervolumen für die Biomasse bereitgestellt werden und allfällige
biologische Sekundärreaktionen ermöglicht werden. Sofern sich Überschussschlamm bildet
wird dieser aus der biologischen Reinigungsstufe entfernt. Dosieranlagen für die Konstanthaltung
des pH Wertes, vorzugsweise mittels Natronlauge, sowie zur Versorgung der Biomasse
mit Phosphor in Form einer Phosphorsäuredosierung, können ebenfalls vorgesehen sein.
Mit dem Biowäscher sind Reduktionsraten der gasförmigen Schadstoffe von 50-80% zu
erwarten, sofern die Kreislaufwassertemperatur zumindest 6°C beträgt.
Bei Unterschreitung einer Kreislaufwassertemperatur von 6°C am Biowäscher 17 kann
ein Regelsystem Abluftklappen derart schalten, dass die abgesaugten Abgase 9 nach
dem Ventilator 13, z.B. bei 20, direkt an die Umgebung abgegeben wird. Der nachfolgende
Anlagenteil wird somit funktionslos. Erst ein Ansteigen der Ablufttemperatur auf einen
Wert, der ein weiteres Absinken der Kreislaufwassertemperatur verhindert, macht diese
Bypassschaltung bei 20 automatisch rückgängig. Es ist somit durchaus denkbar, dass
während eines kalten Tages und wechselnder Sonneneinstrahlung sich dieser Umschaltvorgang
mehrmals wiederholt. Bei sehr kalter Witterung und bei Nacht könnte die Anlage automatisch
im Bypassbetrieb betrieben werden. Somit ist auch im Winter bei Sonnenschein ein Betrieb
des Abluftwäschers möglich und der Frostschutz gegeben.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass mit einer beschriebenen Abgasreinigungseinheit
10 die Staubbelastung in der Umgebung gesichert während des ganzen Jahres um mindestens
90% reduziert, die Belastung mit den übrigen gasförmigen Schadstoffen während zumindest
70% des Jahres um 50-80% vermindert werden kann.
Solche biologische Reinigungsstufen 16 sind natürlich in unterschiedlichsten Ausgestaltungen
bekannt und beschränken sich daher nicht auf das Beispiel der Fig. 2.
[0032] Nach dem Gebläse 13 und vor der biologischen Reinigungsstufe 16 folgt in Fig. 2 eine
Wärmerückgewinnungsanlage in Form eines Wärmetauschers 14, z.B. ein Lamellen/Röhren
Wärmetauscher, der so dimensioniert werden kann, dass bei einer entsprechenden Ablufttemperatur
eine Wassertemperatur von zumindest 20°C möglich wird. Da die Ablufttemperatur bei
voller Sonneneinstrahlung durchaus 40-60°C betragen kann, ist somit eine entsprechende
Wärmeübertragung möglich. Der angeschlossene Wassertank 15 dient dabei als Wärmespeicher
und gleicht Schwankungen im Wärmeangebot aus. Aus diesem Wärmespeicher 15 kann auch
Wärme im Winter für den Frostschutz des Biowäschers 17 und des Wärmetauschers 14 selbst
entnommen werden. Sofern dies nicht ausreicht könnte auch eine elektrische Notheizung
des Wärmespeichers 15 vorgesehen werden.
[0033] Eine erfindungsgemäße Einhausung 1 kann sehr einfach errichtet werden, da dazu lediglich
Wandelemente 2, 2' und Dachelemente 3 verbunden werden müssten, womit ein Verkehrsweg
sehr rasch und kostengünstig mit einer lärmdämmenden und umweltfreundlichen Einhausung
1 nachgerüstet werden kann. Besonders die Möglichkeit der Kombination von Lärmschutz
und Abgasreinigung erweist sich dabei als besonders vorteilhaft.
1. Einrichtung zum Reinigen der Abgase von Verkehr eines Verkehrsweges mit einer Einhausung
für einen Verkehrsweg, wobei die Einhausung (1) aus einzelnen Elementen zusammengefügt
und frei positionierbar ist und die Einhausung (1) so anordenbar ist, dass sie den
Verkehrsweg (4) abschnittsweise zumindest teilweise tunnelförmig umgibt und weiters
an der Einhausung (1) eine Abführeinrichtung (6) angeordnet ist, mit der Abgase, die
durch Verkehr entlang des Verkehrsweges (4) entstehen, zumindest teilweise aus der
Einhausung (1) abführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Abgasreinigungseinheit (10) vorgesehen ist, der Abgase aus der Einhausung
(1) zugeführt werden und in der die Abgase von aerosolen und/oder gasförmigen Verunreinigungen
gereinigt werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgase in der Abgasreinigungseinheit (10) von festen Verunreinigungen gereinigt
werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Elemente der Einhausung (1), vorzugsweise ein Dachelement (3) und
ein Wandelement (2, 2'), vorzugsweise lösbar, miteinander verbunden sind.
4. Einhausung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Wandelemente (2, 2') vorgesehen sind, die, vorzugsweise an einem ihrer
Enden, durch ein Querverbindungselement (5) miteinander verbunden sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhausung (1) in Längsrichtung gesehen mehrere hintereinanderfolgende Elemente
umfasst.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abführeinrichtung (6) als Absaugung, vorzugsweise als Ventilator (13), ausgebildet
ist, die Abgase aus der Einhausung (1) absaugt.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abführeinrichtung (6) im oberen Bereich der Einhausung (1), vorzugsweise im Bereich
des Dachelements (3), angeordnet ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Abführeinrichtung (6) zumindest abschnittsweise entlang der Einhausung (1)
erstreckt.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an der Einhausung (1 ), vorzugsweise am Dachelement (3) und/oder an zumindest einem
Wandelement (2, 2') und/oder am Querverbindungselement (5), ein Mittel zur Lärmreduzierung,
vorzugsweise ein Schalldämmelement (7), vorgesehen ist, mit dem die Lärmemission von
der Einhausung (1) nach außen reduziert wird.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Wandelement (2, 2') der Einhausung (1) zumindest teilweise als Lärmschutzwand
ausgebildet ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhausung (1) in Leichtbauweise ausgeführt ist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasreinigungseinheit (10) einen Feststofffilter (12) umfasst.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasreinigungseinheit (10) eine biologische Reinigungsstufe (116) umfasst.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasreinigungseinheit (10) einen Wärmetauscher (14) umfasst.
15. Verkehrsweg mit einer Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Verkehrsweg (4) abschnittsweise zumindest teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen
vollständig, von der Einhausung (1) umgeben ist.
16. Verkehrsweg nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Element der Einhausung (1) lösbar mit dem Verkehrsweg (4) verbunden
ist.
17. Verfahren zur Errichtung einer Einrichtung zum Reinigen der Abgase von Verkehr eines
Verkehrswegs,
dadurch gekennzeichnet, dass
- am Verkehrsweg (4) zumindest zwei einzelne Elemente, vorzugsweise ein Dachelement
(3) und ein Wandelement (2, 2'), zu einer Einhausung (1) zusammengefügt werden, die
den Verkehrsweg (4) zumindest abschnittsweise tunnelförmig umgeben,
- in der Einhausung (1) eine Abführeinrichtung (6) angeordnet wird, die Abgase, die
durch Verkehr entlang des Verkehrsweges (4) entstehen, aus der Einhausung (1) abführt,
- die aus der Einhausung (1) abgeführten Abgase einer Abgasreinigungseinheit (10)
zugeführt werden und
- die Abgase in der Abgasreinigungseinheit (10) von aerosolen und/oder gasförmigen
Verunreinigungen gereinigt werden.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgase von festen Verunreinigungen gereinigt werden.
19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass entlang des Verkehrsweges (4) zumindest abschnittsweise Wandelemente (2, 2') errichtet
werden.
20. Verfahren nach Anspruch 17, 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass bestehende Lärmschutzwände als Wandelemente (2, 2') genutzt werden.
21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (2, 2') mit zumindest einem Dachelement (3) verbunden werden.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wandelement (2, 2') vorab mit einem Dachelement (3) verbunden wird und diese
Gruppe am Verkehrsweg (4) angeordnet wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Wandelemente (2, 2') durch ein Querverbindungselement (5) miteinander
verbunden werden.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass in der Einhausung (1), vorzugsweise an einem Dachelement (3) und/oder an zumindest
einem Wandelement (2, 2') und/oder an einem Querverbindungselement (5), ein Mittel
zur Lärmreduzierung, vorzugsweise ein Schalldämmelement (7), angeordnet wird, mit
dem die Lärmemission von der Einhausung (1) nach außen reduziert wird.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass feste Stoffe, vorzugsweise mit einem Feststofffilter (12), zumindest teilweise aus
dem Abgas entfernt werden.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas, vorzugsweise in einer biologischen Reinigungsstufe (16), von gasförmigen
Schadstoffen, insbesondere CO, NOx und HCx, gereinigt wird.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abgas in einem Wärmetauscher (14) Wärme entzogen wird.
28. Verfahren nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogene Wärme in einem Wärmespeicher (15) gespeichert wird.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass bei Umweltbedingungen, bei denen die Abgasreinigungseinheit (10) nicht ordnungsgemäß
betrieben werden kann, das Abgas ungereinigt an die Umwelt abgegeben wird.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass bei Umweltbedingungen, bei denen die Abgasreinigungseinheit (10) nicht ordnungsgemäß
betrieben werden kann, das Abgas teilgereinigt an die Umwelt abgegeben wird, wobei
zumindest teilweise feste und/oder aerosole Stoffe aus dem Abgas entfernt werden.