[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Rahmen für Fenster
und/oder Türen gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches. Weiterhin betrifft die Erfindung
ein Abdeckprofil für die Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 3 und schließlich betrifft die Erfindung Rahmenteile mit Aufnahmenuten
für das Verfahren nach Anspruch 1 gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 6.
[0002] In der EP 12 36 857 A1 wird ein Rahmen für Fenster und/oder Türen vorgeschlagen,
der kostengünstig hergestellt werden kann, der weitgehend vorfabrizierbar ist und
der andererseits einen Wetterschutz aufweist, der sicher am Rahmen des Fensters oder
der Tür gehaltert wird, ohne daß zusätzliche Befestigungselemente erforderlich sind,
wobei dieser Wetterschutz allen ästhetischen Anforderungen entsprechen kann.
[0003] Bei der bekannten Anordnung wird das Abdeckprofil lediglich durch seine Formgestaltung
am Rahmenprofilteil ohne zusätzliche Befestigungsmittel gehaltert, d. h. die Befestigungsschenkel
des Rahmenprofiles sind an ihren freien Enden in einem stumpfen Winkel abgekantet,
so daß dadurch das Abdeckprofil in den Aufnahmenuten durch die Klemmwirkung des abgekanteten
Endes gehalten wird.
[0004] Bei der Fabrikation dieser Anordnung hat sich herausgestellt, daß diese Art der Halterung
nur schwer großmaschinell durchführbar ist.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren vorzuschlagen, bei
welchem das Abdeckprofil in seinen Aufnahmenuten auf andere Weise gehalten wird, wobei
aber sichergestellt wird, daß ein einfaches Aufschieben des Abdeckprofiles auf das
Rahmenteil möglich ist und das Abdeckprofil über seine gesamte Länge sicher gehalten
wird.
[0006] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des Hauptanspruches
gelöst, d. h. dadurch, daß in die Aufnahmenuten nach Einsetzen des Abdeckprofiles
lineare Distanzelemente eingebracht werden, die das Abdeckprofil in den Aufnahmenuten
festlegen. Hierbei könnten die Distanzelemente gleichzeitig eine Abdichtung der Befestigungsschenkel
in den Aufnahmenuten ermöglichen.
[0007] Gemäß der Erfindung ist weiterhin ein Abdeckprofil vorgesehen, das so ausgebildet
ist, daß bei Ansetzen der Abdeckprofile an den Rahmenteilen sich die Abdeckprofile
im Eckbereich überoder unterlappen, d. h. sie werden nicht auf Gehrung geschnitten,
sondern stoßen ebenfalls in einem rechten Winkel zueinander auf- und ineinander.
[0008] Die Abdeckprofile sind dabei vorzugsweise in ihren Randschenkeln mit Belüftungsschlitzen
versehen, um eine ausreichende Hinterlüftung der Abdeckprofile zu ermöglichen.
[0009] Die Rahmenteile, die die Aufnahmenuten für die Abdeckprofile aufweisen, sind dabei
so ausgebildet, daß sie entweder den freien Endbereich des jeweiligen Befestigungsschenkels
des Abdeckprofiles aufnehmen zusätzlich mit dem linearen Distanzelement oder sind
so breit gestaltet, daß sie den gesamten Befestigungsschenkel zusätzlich mit dem linearen
Distanzelement aufnehmen können.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird die Einrichtung gemäß dem gattungsbildenden
Stand der Technik gemäß der EP 1 236 857 A1 dahingehend verbessert, daß eine wesentlich
bessere maschinelle Fertigung der Rahmenteile und der Abdeckprofile möglich ist, gleichzeitig
eine sichere Halterung der Abdeckprofile an den Rahmenteilen gewährleistet wird, wobei
die Mittel zum Festlegen der Abdeckprofile an den Rahmenteilen gleichzeitig auch als
Dichtmittel ausgebildet sein können.
[0011] Werden die aufrechten Rahmenteile zweier aneinander angrenzender Fenster- oder Türrahmen
in ihrer Breite halbiert, ist es dadurch möglich, diese beiden Rahmenteile aneinander
anzuschließen und nach außen hin durch lediglich ein Abdeckprofil abzudecken, wobei
dieses Abdeckprofil die gleiche Breite aufweist wie das üblicherweise vorgesehene
Abdeckprofil.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert.
Die Zeichnungen zeigen dabei in
- Fig. 1
- die einzelnen Halbfabrikatabschnitte eines zu bildenden Fensterrahmens, in
- Fig. 2
- einen aus diesen Halbfabrikaten zusammengesetzten Fensterrahmen gemäß dem Stand der
Technik, in
- Fig. 3
- in größerem Maßstab eine Ansicht auf zwei zusammenstoßende Rahmenteile im Eckbereich
mit aufgesetzten Abdeckprofilen, in
- Fig. 4
- die Anordnung gemäß Fig. 3, wobei das vertikale Abdeckprofil noch nicht auf das zugeordnete
Rahmenteil und das zugeordnete Abdeckprofil aufgeschoben ist, in
- Fig. 5
- in einer auseinandergezogenen Darstellungsweise zwei aneinander angrenzende aufrechte
Rahmenprofile mit den zugehörigen Abdeckprofilen und in
- Fig. 6
- die Anordnung gemäß Fig. 5 im zusammengesetzten Zustand.
[0013] In den Fig. 1 und 2 sind zwei horizontale Rahmenteile 2, 3 und zwei vertikale Rahmenteile
4, 5 als Halbfabrikate dargestellt, wobei an diesen Rahmenteilen Verbindungsmittel
6 angeordnet sind. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich dabei
um Dübelverbindungen, die beispielsweise in die horizontalen Rahmenteile 2, 3 eingelassen
sind und in entsprechende Bohrungen 7 der vertikalen Rahmenteile 4, 5 eingesetzt und
festgelegt werden können.
[0014] Die als Halbfabrikate hergestellten Rahmenteile 2 bis 5 können in der Fertigungsstätte
fertig oberflächenbearbeitet werden, so daß auch die Kantenbereiche im Verbindungsbereich
zwischen den vertikalen und den horizontalen Rahmenteilen sauber bearbeitet werden
können, ohne daß hier eine Nachbearbeitung von Hand erforderlich ist.
[0015] Diese aus Holz bestehenden Rahmenprofilteile können aus einfachem Holz, beispielsweise
Kiefernholz hergestellt werden, da sie keinerlei Witterungseinflüssen ausgesetzt sind,
sondern nur die Statik des Rahmens erbringen müssen, und eine solche Festigkeit aufweisen
müssen, daß sie das Gewicht der eingesetzten Glasscheibe und die Kräfte der eingesetzten
Beschlagelemente aufnehmen müssen, wobei sie - da sie aus Holz bestehen - gleichzeitig
als Wärme- und Schallschutz dienen. Diese als Halbfabrikate ausgebildeten und aus
Holz bestehenden Rahmenteile 2 bis 5 erbringen also die Statik des Fensters, ohne
das Rücksicht auf Umwelteinflüsse genommen werden muß. Die Außenschale, d. h. die
Schale, die den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, wird durch Abdeckprofile 11,
12 geschaffen, wobei hier Materialien eingesetzt werden können, die einerseits die
erforderliche Witterungsbeständigkeit aufweisen, andererseits aber auch nach außen
hin die Ästhetik des Fensters erbringen. So ist es hier beispielsweise möglich, Kupferprofile
einzusetzen oder sogar Edelmetallprofile.
[0016] Natürlich ist es auch möglich, andere als aus Blech bestehende, der Witterung ausgesetzte
witterungsbeständige Außenschalen einzusetzen, beispielsweise aus Kunststoff, Holz,
Glas, Naturstein oder Keramik. Entscheidend ist, daß die aus Halbfabrikaten gefertigten
und aus Holz bestehenden Rahmenteile die Statik des Fensters erbringen, fix und fertig
maschinell vorbearbeitet und oberflächenbehandelt werden können und die an diesen
statischen Teilen anzubringenden Abdeckprofile einerseits als Wetterschutz, andererseits
der Ästhetik dienen. Die Abdeckprofile werden vorzugsweise auf die Rahmenteile aufgeschoben,
so daß Halbfabrikate geschaffen werden, und diese Halbfabrikate - bestehend aus den
aus Holz bestehenden Rahmenteilen und den Abdeckprofilen - werden dann zu einem fertigen
Rahmen miteinander verbunden.
[0017] In Fig. 3 sind die Rahmenteile 2 und 4 dargestellt, auf die Abdeckprofile 11 und
12 aufgesetzt sind, wobei jedes Abdeckprofil als Blechprofilabschnitt 11, 12 aus Metall
in einer Feinblechmetallstärke ausgebildet ist und C-förmig gestaltet ist. So weist
jedes Profil einen Sichtschenkel 14, zwei an den Sichtschenkeln 14 anschließende Randschenkel
15, 16 und zwei rückwärtige, an den Randschenkeln 15, 16 anschließende, sich im wesentlichen
parallel zum Sichtschenkel 14 erstreckende Befestigungsschenkel 17, 18 auf. In den
Rahmenteilen 2 und 4 sind Aufnahmenuten 8 und 9 vorgesehen, in die die Befestigungsschenkel
17, 18 eingreifen können. In diesen Aufnahmenuten 8, 9 werden die Befestigungsschenkel
17, 18 mittels elastischer linearer Distanzelemente 20, 21 festgelegt, wobei diese
Distanzelemente 20, 21 gleichzeitig die erforderliche Abdichtung und den erforderlichen
Abschluß der Aufnahmenuten 8 und 9 nach außen hin bewirken.
[0018] Zusätzlich können in den Randschenkeln 15, 16 Belüftungsschlitze 22 vorgesehen sein.
[0019] In Fig. 4 ist dargestellt, daß sich die beiden Abdeckprofile 11, 12 im Eckbereich
überlappen. Hierbei ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel so vorgegangen worden,
daß im Eckbereich des Abdeckprofiles 12 ein Randschenkel 16 mit Befestigungsschenkeln
18 der Breite des Abdeckprofiles 11 entsprechend abgetrennt ist. Auch der Befestigungsschenkel
17 des Abdeckprofiles 11 ist auf eine Länge entfernt, die kleiner ist als die Breite
des Abdeckprofiles 12, so daß nunmehr das Abdeckprofil 12 das Abdeckprofil 11 überlappen
kann.
[0020] Hierbei kann auch so vorgegangen werden, daß das Abdeckprofil 11 insgesamt über eine
Länge, die kleiner ist als die Breite des Abdeckprofiles 11, abgetrennt wird, so daß
im unteren Bereich eine relativ große Belüftungsöffnung für die Belüftung des Inneren
des Abdeckprofiles oder der Abdeckprofile entsteht.
[0021] Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Aufnahmenut 8 relativ
klein ausgebildet und nimmt nur das freie Ende des Befestigungsschenkels 17 auf.
[0022] Demgegenüber ist die Aufnahmenut 9 des Rahmenteiles 2 so breit ausgebildet dargestellt,
daß es den gesamten Befestigungsschenkel 18 des Abdeckprofiles 11 aufnehmen kann.
In beiden Fällen erfolgt immer wiederum die Festlegung des Abdeckprofiles durch die
elastischen linearen Distanzelemente 20 und 21.
[0023] Schließlich zeigt Fig. 5 zwei aufrechte Rahmenprofile 4, die gegenüber dem Rahmenprofil
4 in Fig. 3 nur die Hälfte der Breite besitzen. Werden diese beiden Rahmenprofile
4 gemäß Fig. 6 zusammengesetzt, ergibt sich ein Rahmenprofil, das der Breite des Rahmenprofiles
4 gemäß Fig. 3 entspricht, und nun ist es möglich, daß das Abdeckprofil 12 beide Rahmenprofile
4 gemäß Fig. 6 übergreift, so daß nach außen hin ein sehr schmaler Fensterrahmen zweier
aneinander angrenzender Fenster geschaffen wird.
[0024] In den Fig. 5 und 6 sind zusätzlich die von den Rahmenprofilen getragenen Fensterscheiben
23 und 24 teilweise dargestellt und außerdem ist eine am Rahmenteil 3 angeordnete
Regenschiene 25 bzw. Wasserauffangrinne erkennbar.
1. Verfahren zur Herstellung von Rahmen für Fenster und/oder Türen, die aus horizontalen
und vertikalen Rahmenteilen aus Holz bestehen, wobei diese Rahmenteile nach außen
hin durch Abdeckprofile abgedeckt sind, wobei
a) die den Rahmen bildenden horizontalen und vertikalen Rahmenteile (2, 3; 4, 5) als
Vorfabrikate aus Holz hergestellt werden,
b) die Rahmenteile (2, 3; 4, 5) mit Aufnahmenuten (8, 9) oder Aufnahmenuten aufweisenden
Halterungsprofilen für Abdeckprofile (11, 12) ausgerüstet werden,
c) an den Endbereichen der Rahmenteile (2, 3; 4, 5) zusammenwirkende Verbindungsmittel
(6) vorgesehen werden,
d) die Vorfabrikate fertig oberflächenbearbeitet werden,
e) die Abdeckprofile (11, 12) an den Rahmenteilen (2, 3; 4, 5) aufgeschoben und festgelegt
werden,
f) der Zusammenbau der so gebildeten Halbfabrikate zu einem Fertigfabrikat abschließend
erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Festlegung der Abdeckprofile (11, 12) in in den Rahmenteilen vorgesehene Aufnahmenuten
(8, 9) durch elastische, lineare Distanzelemente (20, 21) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmenteile (2, 3, 4, 5) im rechten Winkel aneinander anschließen.
3. Abdeckprofilabschnitt für das Verfahren nach Anspruch 1 als Blechprofilabschnitt (11,
12) aus Metall in einer Feinblechmetallstärke, der C-förmig ausgebildet ist und einen
Sichtschenkel (14), zwei an den Sichtschenkel (14) anschließende Randschenkel (15,
16) und zwei rückwärtige, an den Randschenkeln (15, 16) anschließende, sich im wesentlichen
parallel zum Sichtschenkel (14) erstreckende Befestigungsschenkel (17, 18) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die aufrechten Abdeckprofile (12) die horizontalen Abdeckprofile (11) im Eckbereich
über- oder unterlappen.
4. Abdeckprofilabschnitt nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass am unteren Rahmenteil (3) eine Regenschiene (25) bzw. eine Wasserauffangrinne vorgesehen
ist.
5. Abdeckprofilabschnitt nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Eckbereich ein Randschenkel (16) mit Befestigungsschenkeln (18) des Abdeckprofiles
(11) oder (12) der Breite des anderen Abdeckprofiles (11, 12) entsprechend abgetrennt
ist und der Befestigungsschenkel (17) des anderen Abdeckprofiles (11) oder (12) auf
eine Länge entfernt ist, die kleiner ist als die Breite des anderen Abdeckprofiles
(11, 12).
6. Abdeckprofilabschnitt nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in den Randschenkeln (15, 16) Belüftungsschlitze (22) vorgesehen sind.
7. Rahmenteile (2, 3, 4, 5) mit Aufnahmenuten (8, 9) für Abdeckprofile (11, 12) für das
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmenuten (8, 9) den freien Endbereich des Befestigungsschenkels (17, 18)
und das lineare Distanzelement (20, 21) aufnimmt.
8. Rahmenteile nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmenut (8, 9) den ganzen Befestigungsschenkel (17, 18) und das lineare Distanzelement
(20, 21 ) aufnimmt.
9. Rahmenteile (4, 5) mit Aufnahmenuten (8, 9) für Abdeckprofile (12) für das Verfahren
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aufrechten Rahmenteile (4, 5) zweier aneinander angrenzender Fenster und/oder
Türen in der Breite halbiert sind, derart, daß ein Abdeckprofil (12) die aufrechten
Rahmenteile (4, 5) zweier aneinander angrenzender Fenster und/oder Türen abdeckt.