[0001] Die Erfindung betrifft einen Gasdruckschalter für eine Zünd- und Sicherungseinrichtung
einer Munition nach den im Oberbegriff des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Zünd- und Sicherungseinrichtungen (ZUSE) von Munition benötigen zur Freigabe von
Zündkreisen zwei physikalisch unabhängige Freigabemechanismen. Bei einem drallstabilisierten
Geschoß wird hierzu beispielsweise die Abschußbeschleunigung und der Geschoß-Drall
herangezogen. Bei Glattrohrmunition, beispielsweise 120 mm HE-Munition, ist jedoch
ein drallabhängiger Freigabemechanismus nicht einsetzbar.
[0003] Eine weitere Größe, die zur definierten Zündfreigabe herangezogen werden kann, ist
der beim Abschuß von Rohrwaffenmunition auftretende Gasdruck. Versuche, bekannte Druckaufnehmer
bzw. Druckschalter in einer Glattrohr- Munition einzusetzen, verliefen aufgrund einer
relativ großen Temperaturabhängigkeit des Schaltdruckes nicht zufriedenstellend. Außerdem
hat sich gezeigt, daß bekannte Gasdruckschalter häufig nicht in ihrer geschlossenen
Schaltposition (Kontaktstellung) verbleiben, sondern sich unter Einwirkung der Abschußbelastung
wieder öffnen. Schließlich haben Versuche der Anmelderin ergeben, daß die bei bekannten
Gasdruckschaltern häufig verwendeten Druckfedern nicht ausreichen, um die Schalterorgane
in ihrer Kontaktstellung zu halten.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Druckschalter für eine Zünd- und
Sicherungseinrichtung von Munition der eingangs genannten Art bereitzustellen, der
eine sichere Funktion beim Einsatz in einer Glattrohrmunition, vorzugsweise HE-Panzermunition,
garantiert und erst beim Erreichen eines definierten Treibladungsdrukkes die geforderte
Entsicherung der Zünd- und Sicherheitseinrichtung gewährleistet.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale.
[0006] Die Merkmale der Unteransprüche verdeutlichen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0007] Der Erfindung liegt im wesentlichen der Gedanke zugrunde, den Gasdruckschalter als
eine Baugruppe auszuführen, die als "einmal" schaltendes Element ausgebildet ist und
vorzugsweise die Form einer Schraube aufweist, die von der Rückseite aus schräg in
das Geschoßheck einer entsprechenden Munition einschraubbar ist. Der Gasdruckschalter
umfaßt einen in Richtung der Längsachse des Schalters verschiebbaren Schaltkolben,
der in seiner Ruhestellung durch einen senkrecht zur Längsachse des Schalters angeordneten
Sicherungsstift gegen unbeabsichtigtes Verschieben gesichert ist. Dieser Sicherungsstift
ist derart ausgebildet und angeordnet, daß der Schaltkolben bei gegebenenfalls auftretenden
Transportbelastungen sowie bei rauher Handhabung der Munition nicht beschädigt oder
bewegt werden kann. Der Sicherungsstift wird auf der dem Ladungsraum zugewandten Seite
vorzugsweise von einer Membran aus einem plastischen Material, die mit dem Gehäuse
des Gasdruckschalters verschweißt ist, abgedichtet.
[0008] Beim Abbrand der Treibladung der gezündeten Munition drückt die Membran gegen die
Kopfseite des Schaltkolbens. Sobald der Gasdruck einen vorgegebenen Wert erreicht
hat, schert der Sicherungsstift ab und der Schaltkolben wird axial in einen Dichtsitz
verschoben. Bei dieser Verschiebung schließt der Schaltkolben mit seinem unteren Ende
zwei Kontakte, die ein Signal zur Zündfreigabe weiterleiten. Die plastisch verformbare
Membran bewirkt überdies, daß der Schaltkolben in seiner Kontaktstellung gehalten
wird, so daß die Kontakte anschließend sicher geschlossen bleiben.
[0009] Anders als bei bekannten Gasdruckschaltern erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Schalter
also eine funktionelle Trennung zwischen Abdichten und Schalten. Durch die Umformung
der hutförmigen Membran verbleibt diese in dem "umgestülpten" Zustand und arretiert
hiermit den Schaltkolben. Es ist darüber hinaus keine Feder oder ein anderes Element
zur Sicherstellung des geschalteten Zustandes erforderlich. Der Gasdruckschalter braucht
daher keine Kunst-, Dicht- oder Klebstoffe zu enthalten, so daß eine sehr lange Lagerungsfähigkeit
bei voller Funktionszuverlässigkeit gegeben ist.
[0010] Der erfindungsgemäße Gasdruckschalter stellt ein entscheidendes Sicherungselement
für das Zünd- und Sicherungssystem eines Geschosses dar. Vor dem einmaligen Schaltvorgang
ist der Gasdruckschalter bis zum Erreichen eines vorgegebenen Druckes (z. B. 345 bar)
sicher elektrisch geöffnet. Die Schaltfunktion erfolgt erst bei Überschreitung dieses
definierten Druckes. Innerhalb von etwa 15 Millisekunden nach dieser Druckbeaufschlagung
ist der Schalter dann geschlossen und bleibt bis zur Zündung der Sprengladung -ohne
zu prellen- sicher geschlossen. Bei einer Lagerung des Gasdruckschalters bleibt dieser
auch nach 15 Jahren noch sicher in seiner offenen Stellung und erfüllt alle funktionalen
Anforderungen.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend
anhand von Zeichnungen beschriebenen Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 die Anordnung eines einen Schaltkolben enthaltenden erfindungsgemäßen Gasdruckschalters
in dem Heck des Geschosses einer Munition;
Fig.2 den Längsschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindunggemäßen
Gasdruckschalters, wobei sich der Schaltkolben in seiner Ruhestellung befindet;
Fig.3 den in Fig.2 dargestellten Gasdruckschalter, wobei sich der Schaltkolben in
seiner Kontaktstellung befindet;
Fig.4 eine Teilansicht des in Figur 2 dargestellten Gasdruckschalters mit einem Dämpfungselement
zwischen Schaltkolben und Gehäuse des Gasdruckschalters;
Fig.5 und 6 den Fig.2 und 3 entsprechenden Ansichten eines zweiten Ausführungsbeispieles
eines Gasdruckschalters;
Fig.7 und 8 den Fig.2 und 3 entsprechenden Ansichten eines dritten Ausführungsbeispieles
eines Gasdruckschalters.
[0012] Fig.1 verdeutlicht den Einbau eines erfindungsgemäßen Gasdruckschalters 1 im heckseitigen
Bereich eines Glattrohrgeschosses, vorzugsweise HE-Geschosses 114, wobei der Gasdruckschalter
1 die Form einer Sechskantschraube aufweist. Diese Sechskantschraube 1 wird über ein
Gewinde 14 in eine Bohrung des Geschoßheckes 17 eingeschraubt und die Schraubenaufnahme
mittels eines Dichtringes 22 abgedichtet.
[0013] Die Treibladung des Geschosses 114 befindet sich in an sich bekannter Weise in einer
Treibladungshülse 18. Da es sich bei dem hier dargestellten Geschoß um ein flügelstabilisiertes
Geschoß handelt, sind an dem Geschoßheck 17 aufklappbare Leitwerksflügel 19 angeordnet.
[0014] Das in Fig.1 dargestellte Geschoß 114 wird innerhalb eines nicht dargestellten Waffenrohres
mittels eines am Geschoß 114 befestigten Führungsbandes 20 geführt.
[0015] Der erfindungsgemäße Gasdruckschalter 1 (Fig.2 und 3) umfaßt ein Gehäuse 100 aus
Edelstahl, welches in seiner äußeren Form wie eine Sechskantschraube ausgeführt ist.
Im Inneren des Gehäuses 100 ist eine zylindrische Bohrung 2 angeordnet, die zum oberen
Ende hin als kegelförmige Senkung 3 ausgeführt ist und gegenüber einem in der Bohrung
2 geführten Schaltkolben 6, der im Bereich der Senkung 3 eine entsprechende Kegelfläche
3' aufweist, einen Dichtsitz mit den Dichtflächen 3 und 3' bildet. Wie Fig.4 zu entnehmen
ist, kann zwischen den Dichtflächen 3 und 3' zusätzlich noch ein ringförmiges Dämpfungselement
101 aus einem plastischen Material (z.B. Zinn oder Blei) angeordnet sein.
[0016] Am unteren Ende des Gehäuses 100 befindet sich in der zylindrischen Bohrung 2 ein
Träger 4 mit isolierten Kontaktstiften 5, wobei der Träger 4 in dem Gehäuse 100 eingeschraubt
und von außen verschweißt ist. Das Gehäuse 100 des Gasdruckschalters 1 ist im unteren
Bereich außenseitig mit einem Feingewinde 14 versehen, mit Hilfe dessen der Gasdruckschalter
1 in das Geschoß 114 eingeschraubt und mittels des metallischen Dichtringes 22 (Fig.1)
abgedichtet wird.
[0017] Der Schaltkolben 6 wird oberseitig von einer hutförmig ausgebildeten, plastisch verformbaren
und mit dem Schaltergehäuse 100 verschweißten hutförmigen Membrane 8 umgeben und ist
auf seiner Unterseite mit einer Kontakteinrichtung 60 verbunden, welche im wesentlichen
aus einem stiftförmigen Element 11 besteht, bei dem es sich um einen Keramikeinsatz
mit vergoldeten Kontaktflächen 10 handelt. Das an dem Schaltkolben 6 elektrisch isoliert
angeordnete stiftförmige Element 11 ist im Bereich 13 mittels eines Halteringes 12
befestigt (der z.B. mit Hilfe von Laserlicht an den Schaltkolben 6 angeschweißt ist).
[0018] Außerdem wird der Schaltkolben in seiner, in Fig.2 dargestellten Ruhestellung durch
einen abscherbaren Sicherungsstift 7 gehalten.
[0019] Nachfolgend wird auf die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Gasdruckschalters 1
eingegangen. Dabei möge sich ein mit dem Gasdruckschalter versehener Munitionskörper
in einer entsprechenden Waffe befinden und der Schaltkolben 6 die in Fig.2 dargestellte
Ruhestellung einnehmen.
[0020] Wird nun die Munition gezündet, so bilden sich Treibladungsgase und der Druck in
dem Ladungsraum der Waffe steigt schnell an. Dadurch wird die hutförmige Membrane
8 gegen die äußere Stirnfläche 9 des Schaltkolbens 6 gedrückt. Bei einem definierten
Druck schert der Schaltkolben 6 den Sicherungsstift 7 an den Scherflächen zum Gehäuse
100 ab und wird axial in den Dichtsitz verschoben (Fig.3). Dabei wird bei Verwendung
eines Dämpfungselementes 101 (Fig.4) ein zu starker Aufprall der beiden Dichtungsflächen
3 und 3' aufeinander vermieden.
[0021] Bei der Verschiebung des Schaltkolbens 6 wird das stiftförmige Element 11 der Kontakteinrichtung
60 zwischen die beiden gehäusefesten Kontaktstifte 5 gedrückt und verbindet diese
elektrisch miteinander, so daß ein Signal zur Zündfreigabe an die entsprechende (nicht
dargestellte) Einrichtung weitergeleitet wird.
[0022] Die vergoldeten Kontaktstellen des an dem Schaltkolben 6 angeordneten Keramikeinsatzes
11 und der Kontaktstifte 5 garantieren eine einwandfreie Übertragungsfunktion des
Signales.
[0023] Da die Membrane 8 durch den Gasdruck plastisch verformt wird, verbleibt sie in dem
"umgestülpten" Zustand, so daß sie den Schaltkolben 6 in der unteren geschlossenen
Stellung (Figur 3) formschlüssig fixiert und der Gasdruckschalter 1 sicher geschlossen
bleibt.
[0024] Bei Versuchen hat sich gezeigt, daß der erfindungsgemäße Gasdruckschalter 1 gasdicht
ist, wenn dieser mit Drücken bis zu 6.500 bar bis zu 15 Millisekunden beaufschlagt
wird. Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn nicht nur der Träger 4 im Bereich
15, sondern auch die metallische Membrane 8 mit dem Gehäuse 100 im Bereich 16 verschweißt
sind.
[0025] Die Fig.5 und 6 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gasdruckschalters,
der sich im wesentlichen von dem in den Fig.2 und 3 dargestellten Gasdruckschalter
dadurch unterscheidet, daß die mit 60' bezeichnete Kontakteinrichtung nicht aus einem
Keramikeinsatz mit metallisierten Kontaktflächen besteht, sondern aus einem metallischen
Schaltstift 102, der mit einem Stößel 102' verbunden ist. Der Stößel 102' wird von
einer in dem Schaltkolben 6 befindlichen Halteeinrichtung 103 aus einem isolierenden
Material, vorzugsweise Glas, gehalten. Der Schaltstift 102 besitzt einen Durchmesser
und eine Form, die derart gewählt sind, daß er sich in der Kontaktstellung des Schaltkolbens
6 (Fig.6) in den Kontaktstiften 5 "verkrallt".
[0026] Auch der in den Fig.7 und 8 dargestellte erfindungsgemäße Gasdruckschalter unterscheidet
sich gegenüber dem in den Fig.2 und 3 dargestellten Gasdruckschalter im wesentlichen
durch die mit 60" bezeichnete Kontakteinrichtung. Dabei handelt es sich bei diesem
Ausführungsbeispiel um eine sich an den Schaltkolben 6 unterseitig anschließende separate
Baugruppe, wobei der Schaltkolben 6 bei seiner Verschiebung von seiner Ruhestellung
(Fig.7) in seine Kontaktstellung (Fig.8) über eine plan ausgebildete Unterseite 105
eine Verschiebung der Kontakteinrichtung 60" bewirkt.
[0027] Die Kontakteinrichtung 60" besteht aus einer Leiterplattenanordnung aus vier sich
axial aneinander anschließenden Leiterplatten 106-109. Dabei soll die erste, den gehäusefesten
Kontaktstiften 5 zugewandte Leiterplatte 106 eine Zentrierung der Kontaktstifte 5
bewirken.
[0028] Die sich oberhalb der ersten Leiterplatte 106 anschließende zweite Leiterplatte 107
ist mit Bohrungen 110 versehen, die oberhalb der Kontaktstifte 5 angeordnet sind und
in der Ruhestellung des Schaltkolbens 6 (Fig.7) einen gegenüber dem Durchmesser der
Kontaktstifte 5 kleineren Durchmesser aufweisen.
[0029] An die zweite Leiterplatte 107 schließt sich eine dritte Leiterplatte 108 an, welche
mit zwei hülsenförmigen metallischen Aufnahmen 104 versehen ist, die über eine Kupferbeschichtung
115 elektrisch leitend miteinander verbunden sind. Dabei ist die Lage der beiden Aufnahmen
104 in der dritten Leiterplatte 108 derart gewählt, daß bei einer Verschiebung des
Schaltkolbens 6 von seiner Ruhe- in seine Kontaktstellung die beiden gehäusefesten
Kontaktstifte 5 jeweils in eine der beiden hülsenförmigen Aufnahmen 104 gedrückt werden.
[0030] An die dritte Leiterplatte 108 schließt sich oberseitig eine vierte Leiterplatte
109 an, die an der Stirnseite 105 des Schaltkolbens 6 und an der Stirnseite 112 der
dritten Leiterplatte 108 anliegt, um eine Bewegung der Leiterplattenanordnung 60"
in der Ruhestellung des Schaltkolbens 6 (Fig.7) zu verhindern.
[0031] Bei der Beaufschlagung dieses Gasdruckschalters mit einem definierten Gasdruck schert
wiederum zunächst der Sicherungsstift 7 ab und der Schaltkolben 6 drückt über die
vierte Leiterplatte 109 die gesamte Leiterplattenanordnung 60" nach unten. Dabei werden
die Kontaktstifte 5 durch die Bohrungen 110 der zweiten Leiterplatte 107 hindurchgedrückt
und die hülsenförmigen Aufnahmen 104 der dritten Leiterplatte 108 schieben sich über
die Kontaktstifte 5, so daß der Gasdruckschalter geschlossen wird. Da die einzelnen
Leiterplatten 106-109 gegenüber dem Gehäuse 100 des Gasdruckschalters isoliert angeordnet
sind, gibt es zwischen den Elementen der Leiterplattenanordnung 60" und dem Gehäuse
100 keine elektrisch leitende Verbindung.
[0032] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. So können beispielsweise die gehäusefesten Kontakte nicht nur starr, sondern
auch federelastisch mit dem Gehäuse 100 des Gasdruckschalters verbunden sein.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Gasdruckschalter, Sechskantschraube
- 2
- Bohrung
- 3
- kegelförmige Senkung, Dichtfläche
- 3'
- Kegelfläche, Dichtfläche
- 4
- Träger
- 5
- Kontaktstift
- 6
- Schaltkolben
- 7
- Sicherungsstift
- 8
- Membrane
- 9
- Stirnfläche
- 10
- Kontaktfläche
- 11
- Stiftförmiges Element, Keramikeinsatz
- 12
- Haltering
- 13
- Bereich
- 14
- Gewinde
- 15
- Bereich
- 16
- Bereich
- 17
- Geschoßheck
- 18
- Treibladungshülse
- 19
- Leitwerksflügel
- 20
- Führungsband
- 21
- Spitze
- 22
- Dichtring
- 60,60'
- Kontakteinrichtung
- 60"
- Kontakteinrichtung, Leiterplattenanordnung
- 100
- Gehäuse
- 101
- Dämpfungselement
- 102
- stiftförmige Element, Schaltstift
- 102'
- Stößel
- 103
- Halteeinrichtung
- 104
- hülsenförmige Aufnahme
- 105
- Unterseite, Stirnseite (Schaltkolben)
- 106
- erste Leiterplatte
- 107
- zweite Leiterplatte
- 108
- dritte Leiterplatte
- 109
- vierte Leiterplatte
- 110
- Bohrung
- 112
- Stirnseite (dritte Leiterplatte)
- 114
- Geschoß
- 115
- Kupferbeschichtung
1. Gasdruckschalter für eine Zünd- und Sicherungseinrichtung einer Munition mit einem
Gehäuse (100) und einem bei seiner bestimmungsgemäßen Anwendung durch die Treibladungsgase
der Munition von einer Ruhestellung in eine Kontaktstellung verschiebbaren Schaltkolben
(6), der auf seiner den Treibladungsgasen abgewandten Seite auf eine Kontakteinrichtung
(60-60") wirkt, die in der Kontaktstellung des Schaltkolbens (6) mindestens zwei gehäusefeste
Kontaktstifte (5) elektrisch leitend miteinander verbindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasdruckschalter (1) einen abscherbaren Sicherungsstift (7) umfaßt, der den Schaltkolben
(6) bis zum Erreichen eines vorgegeben Gasdruckes in seiner Ruhestellung hält und
bei Erreichen des definierten Gasdruckes abschert, so daß der Schaltkolben (6) dann
in seine Kontaktstellung verschiebbar ist.
2. Gasdruckschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaltkolben (6) auf seiner den Treibladungsgasen zugewandten Außenseite von
einer plastisch verformbaren und mit dem Gehäuse (100) des Gasdruckschalters (1) verbundenen
Membrane (8) umgeben ist, die nach Erreichen eines vorgegebenen Gasdruckes gegen den
Schaltkolben (6) drückt und den Schaltkolben (6) nach Erreichen seiner Kontaktstellung
in dieser Stellung hält.
3. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaltkolben (6) und das Gehäuse (100) des Gasdruckschalters (1) Dichtflächen
(3; 3') aufweisen, welche sich bei der Verschiebung des Schaltkolbens (6) von der
Ruhestellung in die Kontaktstellung aufeinander zu bewegen.
4. Gasdruckschalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaltkolben (6) und das Gehäuse (100) des Gasdruckschalters (1) zur Abdichtung
kegelige Dichtflächen (3; 3') aufweisen.
5. Gasdruckschalter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Dichtflächen (3; 3') des Schaltkolbens (6) und des Gehäuses (100) ein
ringförmiges Dämpfungselement (101) aus einem plastischen Material angeordnet ist.
6. Gasdruckschalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (101) aus Zinn oder Blei besteht.
7. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakteinrichtung (60; 60') ein stiftförmiges Element (11; 102) umfaßt, welches
bei der Verschiebung des Schaltkolbens (6) von seiner Ruhe- in seine Kontaktstellung
zwischen die beiden gehäusefesten Kontaktstifte (5) gedrückt wird und diese elektrisch
miteinander verbindet.
8. Gasdruckschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem stiftförmigen Element (11) der Kontakteinrichtung (60) um einen Keramikeinsatz
mit vorzugsweise vergoldeten Kontaktflächen handelt.
9. Gasdruckschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Keramikeinsatz (11) fest mit dem Schaltkolben (6) verbunden ist.
10. Gasdruckschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem stiftförmigen Element (102) der Kontakteinrichtung (60') um einen
metallischen Schaltstift handelt, der direkt oder über einen Stößel (102') aus einem
elektrisch nicht leitenden Material von einer in dem Schaltkolben (6) angeordneten
Halteeinrichtung (103) aus einem elektrisch nicht leitenden Material gehalten wird.
11. Gasdruckschalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (103) des Schaltstiftes (102) aus Glas besteht.
12. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakteinrichtung (60") aus einer Leiterplattenanordnung besteht, die zwei elektrisch
leitend miteinander verbundene hülsenförmige Aufnahmen (104) umfaßt, derart, daß bei
der Verschiebung des Schaltkolbens (6) von seiner Ruhein seine Kontaktstellung die
beiden gehäusefesten Kontaktstifte (5) jeweils in eine der hülsenförmigen Aufnahmen
(104) gedrückt werden.
13. Gasdruckschalter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Leiterplattenanordnung (60") um eine an den Schaltkolben (6) anschließende
separate Baugruppe handelt, wobei der Schaltkolben (6) bei seiner Verschiebung über
seine plan ausgebildete Unterseite (105) eine entsprechende Verschiebung der Leiterplattenanordnung
(60") bewirkt.
14. Gasdruckschalter nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Leiterplattenanordnung (60") aus mindestens vier sich axial aneinander anschließenden
Leiterplatten (106-109) besteht, einer ersten, den gehäusefesten Kontaktstiften (5)
zugewandten Leiterplatte (106), welche eine Zentrierung der Kontaktstifte (5) bewirkt,
einer zweiten Leiterplatte (107) mit Bohrungen (110), die einen gegenüber dem Durchmesser
der Kontaktstifte (5) kleineren Durchmesser aufweisen, um eine Kontaktierung der hülsenförmigen
Aufnahmen (104) mit den Kontaktstiften (5) in der Ruhestellung des Schaltkolbens (6)
zu verhindern, einer dritten Leiterplatte (108) mit den hülsenförmigen Aufnahmen (104)
und einer vierten Leiterplatte (109), die an den Stirnseiten (105, 112) des Schaltkolbens
(6) und der dritten Leiterplatte (108) anliegt, um eine Bewegung der Leiterplattenanordnung
(60") in der Ruhestellung des Schaltkolbens (6) zu verhindern.
15. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstifte (5) an den Kontaktstellen der dem Schaltkolben (6) zugeordneten
Kontakteinrichtung (60-60 ") vergoldete Spitzen (21) aufweisen.
16. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstifte (5) in einem Träger (4) isoliert angeordnet sind und der Träger
(4) mit dem Gehäuse (100) des Gasdruckschalters (1) über ein Gewinde verbunden und
gasdicht verschweißt ist.
17. Gasdruckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Bauart in Form einer Schraube, die von der Rückseite schräg in ein Geschoßheck
(17) einschraubbar ist.