[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer angenäherten Teilübertragungsfunktion,
welche in einem elektroakustischen Gerät zur Erzeugung einer Umfeldkorrekturübertragungsfunktion
verwendbar ist, die eine Geräteübertragungsfunktion des elektroakustischen Geräts
an ein akustisches Umfeld anpasst.
[0002] Allgemein kann jeder Schallausbreitung eine Übertragungsfunktion zugeordnet werden,
die die Übertragung eines akustischen Signals von einem Ort zu einem anderen Ort beschreibt.
Sobald ein elektroakustisches Gerät Teil der Schallausbreitung ist - beispielsweise
ein Hörgerät, das eine Hörschwäche kompensieren soll - greift es in die Schallausbreitung
ein. Vorzugsweise ist das elektroakustische Gerät derart angeordnet, dass es das akustische
Umfeld und die Schallausbreitung möglichst wenig beeinflusst.
[0003] Ein im Ohr getragenes Hörhilfsgerät beispielsweise beeinflusst im Wesentlichen nur
die Schallausbreitung im von ihm eingenommen Ohrkanal, die Wirkungsweise der Ohrmuschel
wird kaum beeinträchtigt. Ein Hinter dem Ohr getragenes Hörhilfsgerät (HdO-Hörhilfsgerät)
umgeht die Ohrmuschel, so dass die spektrale Färbung durch die Außenohren nicht stattfindet.
Dadurch geht beispielsweise wichtige Richtungs- und Elevationsinformationen verloren.
Die Folge sind die bekannten Lokalisationsprobleme (z.B. Vorne-/Hintenverwechslung)
von Schwerhörigen, die HdO-Hörhilfsgeräte tragen. Die damit verbundene Störung der
räumlichen akustischen Orientierung und damit der Klangqualität insgesamt trägt häufig
zur Ablehnung des Hörhilfegeräts bei. Aus diesen Gründen sollten idealer Weise der
akustische Einfluss des Ohres und des Kopfes, d.h. des akustischen Umfeldes, im Hörhilfegerät
berücksichtigt werden.
[0004] Ohne Hörhilfegerät spricht man von der so genannten natürlichen Übertragungsfunktion,
die der ungestörten Übertragung von Schall einer Schallquelle zum Trommelfell beschreibt.
Mit Hörhilfegerät, hier stellvertretend für ein elektroakustisches Gerät, setzt sich
die Übertragungsfunktion aus einer modifizierten Übertragungsfunktion von der Schallquelle
bis zu einem Mikrophon des elektroakustischen Geräts und der Geräteübertragungsfunktion
selbst zusammen. Die modifizierte Übertragungsfunktion wird im Folgenden als Teilübertragungsfunktion
bezeichnet, da sie in gewisser Weise einen Teil der natürlichen Übertragungsfunktion
darstellt, wobei der Unterschied im akustischen Gerät wieder kompensiert werden soll,
um ein natürliches Hören zu bewirken.
[0005] Die Geräteübertragungsfunktion ihrerseits setzt sich zusammen aus einem gerätespezifischen
Übertragungsfunktion, die zum Beispiel an eine Korrektur der Hörschwäche angepasst
ist, sowie aus einer Umfeldkorrekturübertragungsfunktion, die den Unterschied der
Übertragungsfunktion unter Benutzung des elektroakustischen Geräts zur natürlichen
Übertragungsfunktion möglichst minimiert und somit einen Informationsverlust für das
Ohr bei der Benutzung des elektroakustischen Geräts möglichst weitgehend verhindert.
Die gerätespezifische Übertragungsfunktion enthält die Übertragungsfunktion vom Hörgeräte-Lautsprecher
zum Trommelfell. Die Umfeldkorrekturübertragungsfunktion wird idealerweise mithilfe
der Teilübertragungsfunktion erzeugt, die allerdings für jedes akustische Umfeld,
z.B. jeden Hörhilfsgeräteträger, anders ist und somit jeweils neu bestimmt werden
muss.
[0006] Im Bereich der Hörgeräteakustik spricht man von sogenannten kopfbezogenen Übertragungsfunktionen
(Head Related Transfer Functions HRTF), die eine Übertragung von Schall einer Schallquelle
zu einem Trommelfell eines Ohres (natürliche kopfbezogene HRTF) oder zu einem Mikrofon
eines Hörhilfsgeräts (modifizierte kopfbezogene HRTF, im Folgenden auch als HRTF'
abgekürzt) beschreiben. Eine HRTF/HRTF' ist eine Fourier-Transformierte einer Impulsantwort
zwischen einer in einem breiten Frequenzbereich emittierenden Quelle (Rauschen) und
z.B. einem Trommelfell, welche auch HRIR (Head Related Impulse Response) genannt wird.
Mithilfe der Impulsantwort kann der Schalldruck ermittelt werden, den eine beliebige
Signalquelle vor dem Trommelfell einer Person produziert.
[0007] Die HRTF/HRTF' umfasst alle physikalischen Kenngrößen zur Lokalisation einer Signalquelle.
Sind die HRTFs/HRTF's für das linke und das rechte Ohr bekannt, lassen sich auch binaurale
Signale von einer akustischen Quelle synthetisieren.
[0008] Übertragungsfunktionen sind sehr empfindlich auf Änderungen im akustischen Umfeld,
beispielsweise auf die Form einer Ohrmuschel, auf die Lage eines Mikrophons am Kopf
und auf eine geänderte Einfallsrichtung, aus der Schall auf das elektroakustische
Gerät trifft. Dementsprechend unterscheiden sich auch die HRTFs/HRTF's von verschiedenen
Personen.
[0009] In nachhallfreier Umgebung ist eine HRTF/HRTF' eine Funktion von vier Variablen:
den drei Raum-Koordinaten (bezogen auf den Kopf) und der Frequenz. Zur Bestimmung
der HRTFs/HRTF's werden zumeist Messungen an einem Kunstkopf, z.B. dem KEMAR (Knowles
Electronics Mannequin for Acoustical Research), durchgeführt. Ein Überblick über die
Bestimmung von HRTFs ist z.B. aus Yang, Wonyoung, "Overview of the Head-Related Transfer
Functions (HRTFs)", ACS 498B Audio Engineering, The Pennsylvania State University,
July 2001, bekannt.
[0010] Die Kenntnis der jeweils relevanten Teilübertragungsfunktionen bei der Verwendung
von elektroakustischen Geräten ist entscheidend für die Verbesserung von Algorithmen,
deren Wirkungsweise vom akustischen Umfeld, z.B. von der Schalleinfallsrichtung, abhängt.
Dies ist beispielsweise bei Algorithmen der Fall, die zur Richtmikrofonbildung, zur
Richtkegelausrichtung, zur Rekonstruktion von natürlichen HRTFs aus Mikrofonsignalen
oder zur binauralen Störgeräuschbefreiung verwendet werden. Die Teilübertragungsfunktion
beschreibt wie erläutert in diesen Fällen die Schallübertragung von der Schallquelle
zu einem Mikrofon.
[0011] Um eine optimale Wirkung derartiger Algorithmen zu erreichen, ist es wünschenswert
bei der Anpassung des elektroakustischen Geräts, beispielsweise bei der Anpassung
eines Hörhilfsgeräts, die Teilübertragungsfunktionen für jedes mögliche akustische
Umfeld zu messen. Beim Hörgerät heißt das, dass die HRTF's für jeden Hörhilfsgerätbenutzer
neu vermessen werden müssen. Solche Messungen sind im Allgemeinen sehr zeitaufwendig
und erfordern teuere Spezialgeräte, da z.B. aufgrund der Richtungsabhängigkeit der
Übertragungsfunktionen diese für viele verschiedene Einfallsrichtungen gemessen werden
müssen. Je genauer die HRTF's bestimmt werden, desto genauer ist eine Anpassung eines
z.B. Hörhilfsgeräts an einen Träger möglich. Allerdings kann mit einer relativ gut
angenäherten HRTF' schon ein ausreichend gutes Ergebnis bewirkt werden.
[0012] Alternativ wird im Bereich der Hörhilfsgerätetechnologie versucht, durch wenige Parameter
den Effekt des Kopfes zu berücksichtigen. Dazu wird z.B. ein Amplituden- und Phasenausgleich
bei Richtmikrofonsystemen durchgeführt. Beispielsweise ist aus DE 199 27 278 C1 ein
Verfahren zum Anpassen eines Hörhilfegeräts bekannt, in dem ein Hörhilfegerät mit
mehreren Mikrofonen, die zum Erzeugen einer Richtcharakteristik miteinander verschaltet
sind, während des Tragens in einem geeigneten Messraum beschallt und die Richtcharakteristik
aufgenommen. Sich daraus ergebende Filterparameter sind den Mikrofonen nachgeschalteten
parametrierbaren Filtern zuführbar. Die gewünschte ideale Richtcharakteristik ist
dadurch unter Berücksichtigung der individuellen akustischen Gegebenheiten beim Tragen
des Hörhilfegeräts approximierbar.
[0013] Aus US 5,870,481 A ist eine Apparatur zur Anpassung von interauralen Pegeldifferenzen
bekannt. Dazu wird eine Mehrzahl von Hörtests bei verschiedenen Frequenzen durchgeführt,
wobei der Schall mit einer Schallquelle erzeugt wird, die sich relativ zu einer Testperson
bewegen lässt. Die Hörgerätantwort des einen Ohres wird im Verhältnis zum anderen
Ohr angepasst, indem beispielsweise eine Abschwächung oder Verstärkung durchgeführt
wird. Die Einstellung erfolgt im Hinblick auf das Lokalisationsvermögen der Testperson.
[0014] Eine Methode zur Auswahl der besten HRTF aus einem vorgegebenen Satz von HRTFs durch
einen perzeptiven Test wird in "Effiziente Auswahl der individuell-optimalen aus fremden
Außenohrübertragungsfunktionen", B. Seeber, H. Fastl, Deutsche Gesellschaft für Akustik
DEGA eV, 2001, Oldenburg, ISBN 3-9804568-9-7, beschrieben. Bei dieser Methode stehen
im Satz von HRTFs nur eine begrenzte Anzahl von HRTFs zur Verfügung, so dass unter
Umständen eine individuell geeignete HRTF nicht gefunden werden kann.
[0015] Die praktische Bedeutung einer subjektiven Technik zum Verfeinern einer Frequenzverstärkungscharakteristik
eines Hörhilfsgeräts im Hinblick auf eine Hörerpräferenz (Simplex-Verfahren) wird
in "An Examination of the Practicality of the Simplex Procedure", J. E. Preminger
et al., Ear & Hearing 2000, Lippincott Williams & Wilkins beschrieben.
[0016] Ein Modell zur Beschreibung von HRTFs wird in "A model of head-related transfer functions
based on principal component analysis and minimum-phase reconstruction." D. Kistler,
F. Wightmann, JASA (1992), Vol. 91, No. 3,p. 1637-1647" beschrieben. Das Modell basiert
auf einer Hauptachsentransformation (Principal Component Analysis PCA), die es erlaubt,
die HRTFs als Linearkombination von mehreren Hauptkomponenten darzustellen.
[0017] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Erzeugung einer an ein
akustisches Umfeld angepassten, angenäherten Teilübertragungsfunktion anzugeben, das
schneller und im Wesentlichen genauso genau ist wie eine zeitaufwändige Messung der
Teilübertragungsfunktion.
[0018] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Erzeugung einer
angenäherten Teilübertragungsfunktion, welche in einem elektroakustischen Gerät zur
Erzeugung einer Umfeldkorrekturübertragungsfunktion verwendbar ist, die eine Geräteübertragungsfunktion
des elektroakustischen Geräts an ein akustisches Umfeld anpasst, wobei:
- eine Anzahl von Basisfunktionen, die jeweils eine grundlegende Eigenschaft eines spektralen
Verlaufs von Teilübertragungsfunktionen aufweisen, bereitgestellt wird,
- die angenäherten Teilübertragungsfunktion durch Kombination der mit Wichtungsfaktoren
gewichteten Basisfunktionen erzeugt wird, indem für jede Basisfunktion jeweils der
zugehörige Wichtungsfaktor derart bestimmt wird, dass ein Betrieb des elektroakustischen
Geräts unter Berücksichtigung der mit den Wichtungsfaktoren und Basisfunktionen gebildeten
angenäherten Teilübertragungsfunktion an ein akustisches Umfeld angepasst ist,
- die angenäherten Teilübertragungsfunktion im elektroakustischen Gerät.
[0019] Von grundlegender Bedeutung für das Verfahren ist die Möglichkeit, die Teilübertragungsfunktion
mit Hilfe von Basisfunktionen zumindest approximativ darzustellen. Dies ist beispielsweise
mit einer Hauptachsentransformation möglich, die allgemein eine Übertragungsfunktion
in Hauptkomponenten zerlegt, die den Basisfunktionen entsprechen.
[0020] Eine Basisfunktion beschreibt jeweils eine grundlegende Eigenschaft eines spektralen
Verlaufs der Teilübertragungsfunktion. Dabei können bei der Darstellung durch Basisfunktionen
richtungsabhängige Effekte getrennt von richtungsunabhängigen Effekten des akustischen
Umfelds behandelt werden. Des Weiteren ist es möglich, eine Teilübertragungsfunktion
in Betrag und Phase zu differenzieren. Je nach Bedarf kann dann der Verlauf beispielsweise
des Betrags der Teilübertragungsfunktion mittels Basisfunktionen dargestellt werden.
[0021] In einer ersten Basisfunktion kann beispielsweise als grundlegende Eigenschaft der
allgemeine Trend der Frequenzabhängigkeit festgehalten werden. Weitere Basisfunktionen
ermöglichen es, feinere Strukturen des Verlaufs der Teilübertragungsfunktion zu reproduzieren.
[0022] Kombiniert man die die Zerlegung der Teilübertragungsfunktion in Basisfunktionen
mit einer kontinuierlichen Veränderung von den Basisfunktionen zugeordneten Wichtungsfaktoren,
steht der gesamte perzeptiv relevante Suchraum für die Erzeugung der Übertragungsfunktion
zur Verfügung. Durch Variieren von wenigen notwendigen Wichtungsfaktoren kann die
mit den Basisfunktionen gebildete Teilübertragungsfunktion an das akustische Umfeld
angepasst werden.
[0023] Unter Erzeugen der angenäherten Teilübertragungsfunktion wird dabei verstanden, dass
diese zumindest in parametrisierter Form zur Verfügung steht, d.h., dass sie beispielsweise
anhand der Wichtungsfaktoren in einem relevanten Frequenzbereich berechenbar ist.
[0024] Bei der Erzeugung der angenäherten Teilübertragungsfunktion können zuvor vernachlässigte
Größen, wie die richtungsunabhängigen Effekte oder die Richtungsabhängigkeit der Phase,
wieder einbezogen werden.
[0025] Die angenäherte Teilübertragungsfunktion wird im elektroakustischen Gerät, welches
beispielsweise ein Hörhilfsgerät, ein System zur Erzeugung virtueller Akustik oder
ein Multimediasystem sein kann, abgespeichert und verwendet. Die Speicherung und Verwendung
kann mittels der Wichtungsfaktoren und Basisfunktionen oder in einer anderen Parametrisierung
erfolgen. Letzteres ist z.B. vorteilhaft, wenn die Abspeicherung und Verwendung der
angenäherten Teilübertragungsfunktion auf dem von dem jeweiligen Gerät bearbeiteten
spektralen Bereich eingeschränkt werden soll.
[0026] Ein Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt darin, dass es durch die Synthese
der angenäherten Teilübertragungsfunktion mittels Basisfunktionen möglich ist, auf
sehr schnelle Art und Weise den gesamten perzeptiv relevanten Suchraum zur Erzeugung
der Teilübertragungsfunktion abzutasten, d.h., dass der gesamte perzeptiv relevante
Suchraum zur Erzeugung der Übertragungsfunktion zur Verfügung steht. D. Kistler und
F. Wightman haben in dem eingangs zitierten Beitrag gezeigt, dass beispielsweise mit
fünf Basisfunktionen eine Teilübertragungsfunktion ausreichend gut dargestellt werden
kann. Entsprechend könnte der Suchraum durch die Anpassung dieser fünf Wichtungsfaktoren
ausreichend fein und sehr schnell abgetastet werden.
[0027] Das Verfahren lässt sich auf die Bestimmung eines ganzen Satzes von angenäherten
Teilübertragungsfunktionen für z.B. verschiedene Einfallsrichtungen anwenden. Dabei
kann das Verfahren zusätzlich dadurch beschleunigt werden, dass Zusammenhänge zwischen
den richtungsabhängigen Wichtungsfaktoren berücksichtigt werden und nur ausgewählte
Richtungen optimiert werden und danach weitere Richtungen in geeigneter Form interpoliert
werden.
[0028] Das Verfahren ist 'schnell' im Vergleich mit einer Messung von richtungsabhängigen
kopfbezogenen Übertragungsfunktionen, welche z.B. in 5°-Schritten zur Abstimmung von
Mikrofonen durchgeführt wird. Eine solche Messung ist zeitaufwändig, da sie für jeden
Winkelschritt, d.h. für jede neue Position einer Signalquelle, durchgeführt werden
muss. Des Weiteren muss sie für jeden Hörhilfsgeräteträger neu durchgeführt werden.
[0029] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird ein Wichtungsfaktor
für eine auf einen Kopf einer Person bezogenen Teilübertragungsfunktion derart bestimmt,
dass bei der Person ein räumlicher Höreindruck bei Berücksichtigung der mit den Wichtungsfaktoren
und Basisfunktionen gebildeten Teilübertragungsfunktion mithilfe des elektroakustischen
Geräts erzeugt wird. Neben dem räumlichen Höreindruck kann zusätzlich oder alternativ
eine Sprachqualität, eine Klangqualität, eine Lokalisationsleistung und/oder eine
Externalisierung von einer oder mehreren Signalquellen bewertet werden. Unter Externalisierung
wird dabei folgendes verstanden: Bei Kopfhörerdarbietung von akustischen Signalen
oder bei der Benutzung von Hörhilfsgeräten wird der Ort der Entstehung eines Schallereignisses
häufig als innerhalb des Kopfes liegend wahrgenommen. Wird die Schallquelle in der
gleichen Hörsituation außerhalb des Kopfes lokalisiert, so bezeichnet man diesen Effekt
als Externalisierung. Dies hat den Vorteil, dass der subjektive Höreindruck optimiert
wird, d.h., dass der Einfluss durch das akustische Umfeld auf das subjektive Empfinden
berücksichtigt wird.
[0030] In einer Ausführungsform erfolgt die Bestimmung der Wichtungsfaktoren mittels eines
Optimierungsverfahrens, in dem durch Variation mindestens eines Wichtungsfaktors schrittweise
ein Herantasten an die optimalen Wichtungsfaktoren erfolgt. Die Optimierung kann beispielsweise
nach dem Simplex-Verfahren erfolgen, das mithilfe von Paarvergleichen von ,nächsten'
Nachbarn den Satz von Wichtungsfaktoren für z.B. einen optimalen Höreindruck findet.
[0031] In einer vorteilhaften Ausführungsform werden zur Bestimmung der Wichtungsfaktoren
das elektroakustische Gerät, das akustische Umfeld mittels der Teilübertragungsfunktion
sowie die Geräteübertragungsfunktion elektronisch simuliert und beispielsweise in
Kopfhörersignale integriert. Dies hat den Vorteil, dass die Bestimmung der Übertragungsfunktion
unabhängig von der Präsenz des elektroakustischen Geräts erfolgen kann.
[0032] In einer Ausführungsform erfolgt die Erzeugung der angenäherten Teilübertragungsfunktion
durch interaktives Anpassen der Wichtungsfaktoren an das unter Umständen auch simulierte
akustische Umfeld. Dazu werden Aussagen eines Benutzers des elektroakustischen Geräts
bezüglich des erzeugten Höreindrucks zur Anpassung verwendet.
[0033] In einer Ausführungsform ist ein Initialisierungssatz von Wichtungsfaktoren mit einer
dazugehörigen Teilübertragungsfunktion gegeben, wobei aus dem Initialisierungssatz
mindestens ein weiterer Satz von Wichtungsfaktoren erzeugt wird, in dem mindestens
einer der Wichtungsfaktoren verändert wurde, wobei mindestens eine weitere Teilübertragungsfunktion
aus dem veränderten Satz erzeugt wird, und wobei zwei durch diese zwei unterschiedlichen
Teilübertragungsfunktionen bewirkte Anpassungen an ein akustisches Umfeld miteinander
verglichen werden.
[0034] In einer Weiterbildung des Verfahrens werden mehrere Teilübertragungsfunktionen erzeugt
und verwendet, die jeweils für eine Einfallsrichtung eines akustischen Signals an
das akustische Umfeld angepasst sind.
[0035] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der
Unteransprüche gekennzeichnet.
[0036] Es folgt die Erläuterung von mehreren Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der Figuren 1 bis 5. Es zeigen
- FIG 1
- eine Skizze zur Thematik der richtungsabhängigen Übertragungsfunktion bei Hörhilfsgeräten,
- FIG 2
- ein Skizze zur Verdeutlichung verschiedener involvierter Übertragungsfunktionen bei
der Benutzung eines elektroakustischen Geräts,
- FIG 3
- ein schematisches Flussdiagramm eines beispielhaften Ablaufs des Verfahrens nach der
Erfindung,
- FIG 4
- eine Skizze zu einer beispielhaften Durchführung des Verfahrens mithilfe von computergenerierten
Lautsprechersignalen und
- FIG 5
- verdeutlicht die Erzeugung der computergenerierten Lautsprechersignale aus Figur 4.
[0037] Figur 1 verdeutlicht die Thematik von richtungsabhängigen Übertragungsfunktionen
bei Hörhilfsgeräten. Ein solches Hörhilfsgerät kann z.B. ein im Ohr getragenes Hörhilfsgerät
1 oder ein hinter dem Ohr getragenes Hörhilfsgerät 3 sein. Eine Schallquelle 5, z.B.
ein Gesprächspartner, erzeugt Schallwellen, die sich bis zum Träger 7 eines Hörhilfsgerätes
1,3 ausbreiten. Die Schallwelle wird durch das äußere Umfeld, in diesem Fall durch
den Kopf des Trägers 7 beeinflusst. Die Schallwellen werden von einem Mikrofon in
einem der Hörhilfsgeräte 1,3 detektiert. Nach der in der Beschreibungsleitung getroffenen
Konvention ist der Schallausbreitung von der Schallquelle zum Mikrofon eine Teilübertragungsfunktion,
d.h. eine modifizierte Übertragungsfunktion, zuordbar. Der Einfluss des akustischen
Umfelds hängt von der Lage des Mikrofons ab und unterscheidet sich z.B. für die beiden
Hörhilfsgeräte 1,3. Er unterscheidet sich auch für Hörhilfsgeräte, die jeweils am
linken und rechten Ohr des Trägers 7 angeordnet sind. Des Weiteren hängt die Teilübertragungsfunktion
von der Richtung ab, in welcher sich die Schallquelle 5 in Bezug zum Mikrofon befindet.
Entsprechend wird sich die Übertragungsfunktion ändern, wenn sich die Schallquelle
horizontal oder vertikal um den Kopf des Trägers 7 bewegt. Eine genaue Kenntnis der
Teilübertragungsfunktion ist für Hörhilfsgeräte 1,3 wichtig, um einen möglichst natürlichen
Höreindruck beim Träger 7 zu erzeugen, in anderen Worten um die natürliche Übertragungsfunktion
möglichst gut zu reproduzieren. Des Weiteren ist die Berücksichtigung von Teilübertagungsfunktionen
z.B. für den Einsatz von Lokalisationsalgorithmen wichtig.
[0038] Figur 2 verdeutlicht die eingangs getroffene Zuordnung der Begriffe zu den verschiedenen
involvierten Übertragungsfunktionen bei der Schallübertragung von einer Schallquelle
5A zu einem Trommelfell 2. Ohne Verwendung eines Hörhilfsgeräts ergibt sich eine natürliche
Übertragungsfunktion HRTF, in diesem Fall eine kopfbezogene Übertragungsfunktion (head
related transfer function).
[0039] Bei Verwendung eines beispielsweise Hinter dem Ohr getragenen Hörhilfsgerät 3A setzt
sich die Schallübertragung zusammen aus:
- Teilübertragungsfunktionen HRTF' 1, HRTF' 2, ... von der Schallquelle zu jeweils einem der Mikrofone 100, 101,..., wobei beispielsweise
die spektrale Verfärbung aufgrund der Ohrmuschel nicht berücksichtigt ist,
- und aus Geräteübertragungsfunktionen 110, 111,....
[0040] Die Geräteübertragungsfunktionen 110, 111,... umfassen unter anderem zum einen beispielsweise
eine gerätespezifische Anteil 120, der unter anderem die Korrektur der Hörschwäche
bewirkt, und einen Anteil, der den Unterschied zwischen der natürlichen Übertragungsfunktion
und der Teilübertragungsfunktion, d.h. die Auswirkung des akustischen Umfelds, kompensieren
soll. Dieser Anteil wird im Folgenden als Umfeldkorrekturübertragungsfunktion 130
bezeichnet.
[0041] Wie eingangs erwähnt ist es ein Ziel in der Hörgerätetechnologie sowie dieser Erfindung,
die Akzeptanz eines Hörhilfsgeräts dadurch zu erhöhen, dass der Unterschied des gehörten
Signals im Vergleich zu einem, mit der natürlichen Übertragungsfunktion HRTF übertragenen
Signal möglichst klein gehalten wird. Wie ebenfalls eingangs erläutert, kann die Umfeldkorrekturübertragungsfunktion
130 mittels der Teilübertragungsfunktion HRTF' z.B. in einer Signalverarbeitungsarbeit
erzeugt werden. Voraussetzung ist dabei die Kenntnis der Teilübertragungsfunktion
HRTF'
i,... oder zumindest einer Approximation von ihr, im Folgenden mit HRTF "
i bezeichnet. Da die Messung einer Teilübertragungsfunktion HRTF'
i zeitaufwändig ist, ermöglicht es das Verfahren nach der Erfindung eine angenäherte
Teilübertragungsfunktion HRTF "
i auf einfache Weise zu erzeugen, indem Basisfunktionen BF
i gewichtet mit Wichtungsfaktoren A, B,... linearkombiniert werden.
[0042] Die Signale der Mikrofone 100,... werden gemäß der Geräteübertragungsfunktionen 110,
111,... an den Lautsprecher 140 geleitet, der Schall erzeugt, der anschließend auf
das Trommelfell 2 trifft. Je besser die Anpassung an die akustische Umgebung ist,
desto natürlicher klingt das Hörhilfsgerät, was sich beispielsweise an einer verbesserten
Lokalisationsfähigkeit des Benutzers von Geräuschen zeigt.
[0043] Figur 3 verdeutlicht eine mögliche Vorgehensweise bei der Erzeugung einer angenäherten
Teilübertragungsfunktion HRTF'' nach dem Verfahren der Erfindung. Erfindungsgemäß
werden zur Erzeugung Basisfunktionen 11A,...11D, benutzt. In Figur 3 sind schematisch
mögliche Verläufe der Beträge der Basisfunktionen 11A, ...11D in Abhängigkeit der
Frequenz f angedeutet. Die Basisfunktionen 11A, ... werden einmalig mithilfe einer
Transformation aus an mehreren Versuchspersonen gemessenen Test-Teilübertragungsfunktionen
gewonnen.
[0044] Die erste Basisfunktion 11A wird dabei beispielsweise durch eine Mittelung aller
Test-Teilübertragungsfunktionen erzeugt. Zur Erzeugung der zweiten Basisfunktion 11B
werden die Differenzen von allen Test-Teilübertragungsfunktionen mit der ersten Basisfunktion
11A genommen. Die Differenzen werden wiederum gemittelt und ergeben so die Basisfunktion
11B. Zur Erzeugung weiterer Basisfunktionen 11C,11D werden entsprechend die Differenzen
der Test-Teilübertragungsfunktionen und der Summe aller bis dahin ermittelten Basisfunktionen
genommen und ebenfalls gemittelt. Mithilfe dieser Basisfunktionen lassen sich durch
eine 'Rück'-Transformation beliebige angenäherte Teilübertragungsfunktionen erzeugen.
[0045] Bei der Erzeugung der Basisfunktionen werden beispielsweise Teilübertragungsfunktionen,
die über viele Individuen gemittelt wurden, möglichst so transformiert, dass sie die
perzeptiv relevanten Merkmale erhalten.
[0046] Der Vorteil in der Verwendung von den Wichtungsfaktoren zur Erzeugung der angenäherten
Teilübertragungsfunktion liegt darin, dass die Dimension des Raumes, d.h. die Anzahl
der Variablen, erheblich kleiner ist. Eine besonders geeignete Transformation stellt
die Hauptachsentransformation (Prinzipal Component Analysis PCA) dar. Sie erlaubt
es, die HRTF's/HRTF"s als Linearkombination von z.B. fünf Hauptkomponenten darzustellen.
[0047] Für die 'Rück'-Transformation werden Wichtungsfaktoren 13A,...13D,13A'...13D' benötigt.
Beispielsweise wird mit der Transformation 15 eine erste angenäherte Teilübertragungsfunktion
17 erzeugt oder mit der Transformation 15' eine zweite angenäherte Teilübertragungsfunktion
17'. Diejenige der angenäherten Teilübertragungsfunktionen 17, 17',..., die einen
Betrieb eines elektroakustischen Geräts am besten an ein akustisches Umfeld anpasst,
wird durch einen Vergleich 18 der Wirkungen der angenäherten Teilübertragungsfunktionen
17,17' auf z.B. den Höreindruck bestimmt.
[0048] Da die Wichtungsfaktoren 13A,...13B' kontinuierlich eingestellt werden können, kann
der gesamte perzeptiv relevante Suchraum für die angenäherten Teilübertragungsfunktionen
abgetastet werden. Das Abtasten kann nach verschiedenen Optimierungsverfahren erfolgen.
Im so genannten Simplex-Verfahren tastet man sich z.B. über einen Paarvergleich von
angenäherten Teilübertragungsfunktionen, die sich beispielsweise in nur einem Wichtungsfaktor
unterscheiden, an die optimale angenäherte Teilübertragungsfunktion heran. Nach jedem
Paarvergleich wird in der Nachbarschaft der günstigeren Übertragungsfunktion durch
Variation mindestens eines Wichtungsfaktors 13A,...13D eine weitere angenäherte Teilübertragungsfunktion
erzeugt, mit der wiederum ein Paarvergleich durchgeführt wird.
[0049] Hat man die optimale angenäherte Teilübertragungsfunktion 17,17' gefunden, wird diese
in einer für das elektroakustische Gerät geeigneten parametrisierten Form 19 abgespeichert
und im elektroakustischen Gerät 21 während des Betriebs verwendet, beispielsweise
indem es in die eingangs erwähnten Algorithmen eingeht.
[0050] Bei der Optimierung der Wichtungsfaktoren wird vorzugsweise von einer sinnvollen
Initialisierung ausgegangen, d.h. die Wichtungsfaktoren des Initialisierungssatzes
sind beispielsweise durch gemittelte Wichtungsfaktoren von an die vorliegende akustische
Situation, z.B. an die Verwendung eines im Ohr Hörhilfsgeräts, angepassten Teilübertragungsfunktionen
gegeben.
[0051] Das Verfahren nach der Erfindung hat den Vorteil, dass eine Anpassung der angenäherten
Teilübertragungsfunktion an beispielsweise den individuellen Hörhilfsgeräteträger
durch eine überschaubare Anzahl von Parametern erfolgt. Die Erzeugung der angenäherten
Teilübertragungsfunktion ist im Vergleich zur aufwändigen und zeitraubenden direkten
Messung der Übertragungsfunktion beim Hörgeräteakustiker erheblich schneller.
[0052] Ein weiterer Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt darin, dass der Suchraum,
in dem die angenäherten Teilübertragungsfunktion erzeugt werden können, erheblich
vergrößert ist, da mithilfe der PCA im wesentlichen jede Übertragungsfunktion erzeugt
werden kann.
[0053] Figur 4 zeigt einen möglichen Aufbau zur Bestimmung einer angenäherten Teilübertragungsfunktion
für eine Person 31. Mithilfe von Kopfhörern 33 werden der Person 31 akustische Signale
41 vorgespielt, die dieser interaktiv zu bewerten hat. Die Signale 41 werden in einem
Rechner 35 erzeugt und entsprechen geeigneten akustischen Situationen, die von der
Person 31 richtig erkannt werden sollen. Beispielsweise entspricht das Signal einer
Punktschallquelle, der die richtige Richtung und Entfernung zugeordnet werden soll
oder sie entspricht einem Konzert, in dem die Position der beteiligten Instrumente
richtig wiedergegeben werden soll. Dazu werden beispielsweise mehrere akustische Signale
von verschiedenen Musikinstrumenten erzeugt. Das akustische Umfeld 43 wird dabei beispielsweise
durch Positionen 37A,...37E der Musikinstrumente mitbestimmt.
[0054] Bei der Erzeugung der angenäherten Teilübertragungsfunktion werden beispielsweise
entsprechend Figur 5 im Rechner 35 zuerst das akustische Signal 41 erzeugt. In das
Signal 41 wird anschließend das akustische Umfeld 43, d.h. die dazugehörige Teilübertragungsfunktion
der akustischen Situation, und eine Geräteübertragungsfunktion 45 eingerechnet. In
letzterer wurde die angenäherten Teilübertragungsfunktion in einem oder mehreren Algorithmen
zu einer Signalverarbeitung benutzt. Das so simulierte Signal entspricht dem Signal
der Schallquelle 5 aus Figur 1 unter Berücksichtigung des akustischen Umfelds und
der dazugehörigen Geräteübertragungsfunktion.
[0055] Das simulierte Signal wird anschließend einem Lautsprecher 47 zugeführt. Dabei kann
auch bei der Berücksichtigung das akustische Umfeld 43 und der akustischen Situation
die mithilfe der Basisfunktionen angenäherte Teilübertragungsfunktion benutzt werden.
Mithilfe des Rechners 35 können die Teilübertragungsfunktionen für verschiedene Musikinstrumente
jeweils in die akustischen Signale eingerechnet werden.
[0056] Nun werden die Wichtungsfaktoren ebenfalls mithilfe des Rechners 35 derart angepasst,
dass die Person 31 das akustische Umfeld richtig wahrnimmt. D.h., die angenäherte
Teilübertragungsfunktion wird derart optimiert, dass für die Person 31 z.B. ein räumlicher
Höreindruck entsteht, indem er die verschiedenen Musikinstrumente korrekt dem vorgegebenen
akustischen Umfeld zuordnen kann (richtig eingestellte Lokalisation und Externalisierung
von Signalquellen).
[0057] Eine oder mehrere durch eine derartige interaktive Anpassung erhaltene angenäherte
Teilübertragungsfunktionen werden im Hörhilfsgerät abgespeichert und beim Betrieb
des Hörhilfsgeräts von den entsprechenden Algorithmen ausgelesen und zur Signalverarbeitung
verwendet.
1. Verfahren zur Erzeugung einer angenäherten Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17'),
welche in einem elektroakustischen Gerät (1,3,3A,21) zur Erzeugung einer Umfeldkorrekturübertragungsfunktion
(130) verwendbar ist, die eine Geräteübertragungsfunktion (110,111,112) des elektroakustischen
Geräts (1,3,3A,21) an ein akustisches Umfeld (43) anpasst, mit folgenden Verfahrensmerkmalen:
- Bereitstellen einer Anzahl von Basisfunktionen (BFi, 11A, ...), die jeweils eine grundlegende Eigenschaft eines spektralen Verlaufs von
Teilübertragungsfunktionen (HRTF') aufweisen,
- Erzeugen der angenäherten Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') durch Kombination
der mit Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) gewichteten Basisfunktionen (BFi, 11A, ...), indem für jede Basisfunktion (BFi, 11A, ...) jeweils der Wichtungsfaktor (A,B,13A,...) derart bestimmt wird, dass ein
Betrieb des elektroakustischen Geräts (1,3,3A,21) unter Berücksichtigung der mit den
Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) und Basisfunktionen (BFi, 11A, ...) gebildeten angenäherten Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') an ein
akustisches Umfeld (43) angepasst ist,
- Abspeichern der angenäherten Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') im elektroakustischen
Gerät (1,3,3A,21) zur Benutzung während des Betriebs.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer entsprechenden Hauptachsenrücktransformation aus Wichtungsfaktoren
(A,B,13A,...) eine angenäherte Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') berechenbar
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die angenäherte Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') mittels der Wichtungsfaktoren
(A,B,13A,...) als Linearkombination mehrerer Basisfunktionen (BFi, 11A, ...) darstellbar ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Basisfunktion (BFi, 11A, ...) eine grundlegende Eigenschaft eines spektralen
Verlaufs eines Betrags der Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der Erzeugung der Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') zusätzlich eine Richtungsabhängigkeit
der Phase der Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') berücksichtigt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die angenäherte Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') auf einen Kopf einer Person
(7) bezogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass einer der Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) derart bestimmt wird, dass bei der Person
(7) ein räumlicher Höreindruck bei Berücksichtigung der mit dem Wichtungsfaktor (A,B,13A,...)
und der zugehörigen Basisfunktion (BFi, 11A, ...) gebildeten angenäherten Teilübertragungsfunktion
(HRTF'',17,17') vom elektroakustischen Gerät (1,3,3A,21) erzeugt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Bestimmung der Wichtungsfaktoren (A, B, 13A, ...) die Geräteübertragungsfunktion
(110,111,112), die sich aus den Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) ergebende, angenäherte
Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') und/oder die Teilübertragungsfunktion (HRTF')
elektronisch simuliert in Kopfhörersignale integriert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmung der Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) mittels eines Optimierungsverfahrens
erfolgt, in dem durch Variation mindestens eines Wichtungsfaktors (A,B, 13A, ...)
schrittweise ein Herantasten an die optimalen Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erzeugung der angenäherten Teilübertragungsfunktion (HRTF'',17,17') durch interaktives
Anpassen der Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) an das akustische Umfeld (43) einer Person
erfolgt, wobei die Person (31) akustischen Testsignalen ausgesetzt wird, die von ihr
bewertet werden, und wobei die Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) solange variiert werden,
bis ein den Testsignalen im Wesentlichen entsprechender Höreindruck von der Person
(31) wahrgenommen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die interaktive Anpassung durch Variieren der Wichtungsfaktoren (A,B,13A,...) mithilfe
von Aussagen eines Benutzers (7) des elektroakustischen Geräts (1,3,3A,21) bezüglich
des erzeugten Höreindrucks erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Höreindruck anhand der Lokalisationsleistung und/oder der Externalisierung bewertet
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Initialisierungssatz von Wichtungsfaktoren (13A,...) mit einer dazugehörigen
ersten angenäherten Teilübertragungsfunktion (17) gegeben wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein veränderter Satz von Wichtungsfaktoren (13A',...) aus dem Initialisierungssatz
erzeugt wird, wobei mindestens einer der Wichtungsfaktoren (13A,...) verändert wird,
dass mindestens eine zweite angenäherte Teilübertragungsfunktion (17') aus dem veränderten
Satz gebildet wird und dass zwei durch zwei unterschiedliche angenäherte Teilübertragungsfunktionen
(17,17') bewirkte Anpassungen des elektroakustischen Geräts (21) an ein akustisches
Umfeld (43) miteinander verglichen wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Basisfunktionen (BF1,11A) durch Mittelung von in verschiedenen akustischen Umfeldern gemessenen Teilübertragungsfunktionen
(HRTF') erzeugt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Basisfunktion (BF2,11B) durch Mittelung von Differenzfunktionen erzeugt wird, wobei jeweils eine Differenzfunktion
aus einer Teilübertragungsfunktion (HRTF') erzeugt wird, indem von dieser die erste
Basisfunktion (11A) abgezogen wird.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Basisfunktion (11C,11D) durch Mittelung von Differenzfunktionen erzeugt
wird, welche sich jeweils aus der Differenz einer Teilübertragungsfunktion (HRTF')
und einer oder mehrerer Basisfunktionen (BFi, 11A, ...) ergibt.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere angenäherte Teilübertragungsfunktionen (HRTF'',17,17') erzeugt werden, die
jeweils für eine Einfallsrichtung eines akustischen Signals an das akustische Umfeld
(45) angepasst sind.