(19)
(11) EP 1 473 125 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.11.2004  Patentblatt  2004/45

(21) Anmeldenummer: 04101353.3

(22) Anmeldetag:  01.04.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B26D 1/09, B26D 7/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 30.04.2003 IT MI20030876

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Lorenzi, Mario
    35010 Villafranca-Padova (IT)

   


(54) Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einer Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken (1) in einem Dreischneider (100), wobei der Dreischneider (100) einen Vorderkantenbeschnitt in einer ersten Position des Buchblocks (1) durchführt und einen Seitenkantenbeschnitt in einer zweiten Position des Buchblocks (1) durchführt, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt.













Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einer Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken, gemäß des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

[0002] Typischerweise werden Vorrichtungen der genannten Art eingesetzt, um bei einem dreiseitigen Beschnitt eines Buchblocks, diesen von einer ersten Schneidposition, in der ein Vorderkantenbeschnitt durchgeführt wird, in eine zweite Position zu bringen, in der ein Seitenkantenbeschnitt durchgeführt wird, die Reihenfolge kann allerdings auch genau umgekehrt sein. Die Schneidposition des Vorderkantenbeschnitt ist dabei in der Regel variabel, da meist das Messer für den Vorderkantenbeschnitt gerätefest eingebaut ist und nur durch die Schneidposition des Vorderkantenbeschnitt daher Einfluss auf das Format des beschnittenen Buchblocks in dieser Ausdehnung genommen werden kann. Die Schneidposition des Seitenkantenbeschnitts ist in der Regel fix, da die Seitenmesser in der Regel horizontal und symmetrisch zur Mittellinie des Transportpfades eines Buchblocks verschiebbar sind, und sich die Seitenmesser entlang des Transportpfades so weit ausdehnen, dass eine große Anzahl unterschiedlich formatiger Buchblöcke beschnitten werden kann.

[0003] Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist z.B. aus der europäischen Patentanmeldung EP1132183 A2 bekannt. Hierbei sind Klingenempfangsplatten den Seitenmessern zugeordnet und derart gelagert, das diese Klingenempfangsplatten in Zusammenspiel mit den Seitenmessern verschoben werden können. Zwischen diesen beweglichen Klingenempfangsplatten ist ein Greifer verschiebbar gelagert, der den zu beschneidenden Buchblock bis in die erste und in die zweite Schneidposition bringt.

[0004] Es wäre aber wünschenswert, eine hohe Taktrate eines Dreischneiders zu erzielen, und gleichzeitig stets einen sicheren Griff des Buchblocks zu gewährleisten. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn das Vordermesser, das quer zum Transportpfad angeordnet ist, leichter zugänglich wäre und damit ein Messerwechsel erleichtert wäre.

[0005] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine weitere Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einer Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken zu schaffen. Diese Aufgabe wird mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einer Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken mit den im Anspruch 1 und in Anspruch 2 genannten Merkmalen gelöst.

[0006] Demgemäss handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung um eine Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einem Dreischneider, wobei der Dreischneider einen Vorderkantenbeschnitt in einer ersten Position des Buchblocks durchführt und einen Seitenkantenbeschnitt in einer zweiten Position des Buchblocks durchführt, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock in die zweite Position bringt.

[0007] Dadurch kann die Geschwindigkeit, mit der die Buchblöcke von der Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken bearbeitet werden, bis zu verdoppelt werden, wenn das die Bearbeitungsgeschwindigkeit der übrigen Komponenten der Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblöcken zulässt.

[0008] In einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung eine Steuerung auf, die den Antrieb des ersten Greifers derartig ansteuert, dass der erste Greifer den Buchblock von einer festen Nullposition zu einer variablen ersten Position bringt, wobei die Distanz zwischen der Nullposition und der ersten Position der Distanz von Buchrücken zur Vorderkante des beschnittenen Buchblocks entspricht. Dem Fachmann ist klar, das die Schnittfolge, also zuerst Vorderkantenbeschnitt und dann Seitenkantenbeschnitt auch genauso gut umgekehrt werden kann.

[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung eine Steuerung auf, die einen Antrieb des ersten Greifers derartig ansteuert, dass der erste Greifer den Buchblock von der ersten Position in eine vorgegebene Übergabeposition bringt. Die Übergabeposition liegt vorteilhafterweise vor den Seitenmessern, so dass möglicherweise vorhandene Klemmvorrichtungen nicht in räumlichen Konflikt mit den Seitenmessern kommen können.

[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung eine Steuerung auf, die einen Antrieb des zweiten Greifers derartig ansteuert, dass der zweite Greifer den Buchblock von einer vorgegebenen Übergabeposition in die zweite Position bringt.

[0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung wenigstens einen Signalgeber auf, der einer Steuerung der Vorrichtung die Position wenigstens eines der Greifer übermittelt. Vorteilhafterweise handelt es sich dabei um den ersten Greifer, der die variable Schnittposition anfährt. Der zweite Greifer kann ebenfalls mit einem solchen Signalgeber ausgerüstet sein. Bei dem Signalgeber handelt es sich um einen dem Fachmann aus dem Stand der Technik in großer Zahl bekannten Signalgeber, etwa ein optischer oder magnetischer Sensor, der auf einem Absolutmaßstab die Position abliest.

[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist wenigstens einer der Greifer Stellmittel auf, die den Buchblock im Greifer bei dem Transport von einer Position in eine andere Position anheben. Dadurch werden Abnutzungserscheinungen des Buchblocks wie etwa Streifen vermieden, die sonst entstehen, wenn der Buchblock über die Schneidunterlage geschleift wird. Besonders bei schwarz lackierten Bucheinbänden fallen diese Schleifspuren nachteilig auf. Vorteilhafterweise weisen beide Greifer diese Stellmittel zum Anheben des Buchblocks während des Transports auf.

[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung einen ersten Niederhalter auf, der den Buchblock vor dem Vorderkantenbeschnitt großflächig nieder presst, insbesondere, um Luft aus dem Buchblock zu drücken. Dadurch kann erreicht werden, dass die Seiten des Buchblocks alle dicht und gerade übereinander liegen und durch den Beschnitt auch gerade, hochwertige Seitenflächen des Buchblocks entstehen.

[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist der erste Niederhalter auf der Buchblockseite eine elastische Oberfläche auf. Dabei handelt es sich zum Beispiel um einen Schaumstoff, Karton oder ein anderes nachgiebiges Material. Das Vorsehen einer solchen elastischen Oberfläche schont unter anderem die Buchblockoberfläche vor Spuren, die sonst durch das Niederpressen des Buchblocks entstehen würden.

[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung Anschlagsmittel auf, die dem Buchblock die Nullposition vorgeben. Unter Nullposition ist hierbei die Position des Buchrückens zu verstehen, von dem aus die Breite des beschnittenen Buchblocks aus gemessen wird, insbesondere der erforderliche Verfahrweg des ersten Greifers, um die erste Schneidposition zu erreichen. Die Anschlagmittel werden vorteilhafterweise in den Transportpfad des Buchblocks einbewegt, und nach dem Ausrichten wieder aus dem Transportpfad herausbewegt, um den Transportpfad wieder für den Transport des Buchblocks freizugeben.

[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung Geradestoßmittel auf, die den Buchblock in der Nullposition an den Anschlagmitteln gerade stößt. Auf diese Weise wird gewährleistet, das der Buchrücken auch tatsächlich die gewünschte Position einnimmt und dementsprechend der Vorderkantenbeschnitt genau ausgeführt werden kann. Außerdem wird dadurch der Buchrücken rechtwinklig zur Transportrichtung ausgerichtet, was wichtig ist, um nach der Durchführung aller Beschnitte ein rechtwinkliges Buch zu erhalten. Als Geradestoßer können beispielsweise Transportelemente verwendet werden, die den Buchblock bis zum Anschlag gebracht haben.

[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung einen zweiten Niederhalter auf, der in der Nähe einer Übergabeposition angeordnet ist. Dieser zweite Niederhalter dient dazu, den Buchblock in der Übergabeposition zu fixieren, so dass der Buchblock auch bei der Übergabe von erstem zum zweiten Greifer (122) stets positions- und winkeltreu bleibt, und dementsprechend ein sauberer Buchbeschnitt durchgeführt werden kann. Der zweite Niederhalter presst den Buchblock vorteilhafterweise über seine gesamte Breite quer zur Transportrichtung nieder. Dementsprechend weist die Vorrichtung vorteilhafterweise eine Steuerung auf, die einen Antrieb des zweiten Niederhalters derartig ansteuert, so dass der zweite Niederhalter den Buchblock niederhält, wenn der erste Greifer den Buchblock in eine Übergabeposition gebracht hat, bis der zweite Greifer den Buchblock in der Übergabeposition ergriffen hat. Der Antrieb des zweiten Niederhalters ist beispielsweise ein pneumatischer Antrieb.

[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Vorrichtung eine Steuerung auf, die einen Antrieb des ersten Greifers und des zweiten Greifers derartig ansteuert, so dass der erste Greifer einen Buchblock von einer Nullposition in die erste Position bringt, während der zweite Greifer einen vorangegangenen Buchblock von einer Übergabeposition in die zweite Position bringt. Dadurch arbeiten die beiden Greifer im Gleichtakt. Ein Vorder- und Seitenkantenbeschnitt kann daher gleichzeitig ausgeführt werden. Dies führt zu einem möglichst großen Durchsatz an Buchblöcken vermittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung handelt es sich um eine Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken in einem Dreischneider, wobei der Dreischneider ein Vordermesser aufweist, zur Durchführung eines Vorderkantenbeschnitts in einer ersten Position des Buchblocks und zwei Seitenmesser aufweist, zur Durchführung eines Seitenkantenbeschnitts in einer zweiten Position des Buchblocks durchführt, sowie einen Fördertisch, der den Buchblock an eine Nullposition fördert, wobei der Fördertisch derart abschwenkbar gelagert ist, so dass der Zugang zu dem Vordermesser erleichtert wird. Da das Vordermesser sich quer zum Transportpfad eines Buchblocks befindet, ist es in der Regel ausgesprochen umständlich, einen Messerwechsel durchzuführen, da der Transportpfad des Buchblocks nur schwer unterbrochen werden kann. Ein günstiger Punkt stellt der Fördertisch des Anleger eines Dreischneiders dar. Vorteilhafterweise weist der Fördertisch wenigstens ein Bein auf, dass mit einem Rad versehen ist, so dass das Drehgelenk entlastet werden kann. Zudem weist der Fördertisch vorteilhafterweise eine Arretierung auf, um den Fördertisch in der Betriebsposition zu arretierten.

[0020] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen näher beschrieben. Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1 a
eine schematische Darstellung der Einzelantriebe der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 1b
eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung mit dem Transportpfad der Buchblöcke;
Fig. 2a-1
eine schematische Darstellung des Transportvorgangs und Vorderkantenbeschnitts in einem Dreischneider;
Fig. 3 a,b
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Greifer der erfindungemäßen Vorrichtung;
Fig. 4 a,b
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des Fördertisches eines Dreischneiders.


[0021] Die Figuren sowie deren Beschreibung beschränken sich auf die erfindungswesentlichen Elemente. Weitere, allgemein bekannte und zum Betrieb der Vorrichtung erforderliche Antriebs-, Führungs-, und/oder Steuerungsmittel und Kurvenscheiben sind nur schematisch dargestellt bzw. werden nur in allgemeiner Form beschrieben. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche Teile in den einzelnen Zeichnungen.

[0022] Wie in Figur 1a dargestellt, ist in einem Gehäuse 80 der Vorrichtung 100 ein Vordermesserhalter 33 mit dem zugehörigen Vordermesser 23 sowie zwei Seitenmesserhaltern 31, 32 mit den dazugehörigen Seitenmessern 21, 22 angeordnet. Jedem der Messerhalter 31, 32, 33 ist jeweils ein Antrieb 91, 92, 96 zugeordnet und mit einem Antriebsübertragungselement 93, 94, 97 verbunden. Eine Steuerung 99 steuert die Antriebe 91, 92, 96 für die Bewegung der Messerhalter 31, 32, 33 an.

[0023] Ein Buchblock 1 wird zunächst formatabhängig in eine erste Schneidposition relativ zu dem Vordermesser 23 bewegt. Nach Durchführung des Vorderkantenbeschnitts wird der Buchblock 1 in eine zweite Schneidposition in Relation zu den beiden Seitenmessern gebracht. Nach der Durchführung des Seitenkantenbeschnitts wird der Buchblock 1 aus der Vorrichtung 100 herausbefördert.

[0024] In der Seitenansicht in Figur 1b sind zwei Greifer 121, 122 gezeigt, die den Buchblock 1 in die erste Schneidposition, in die zweite Schneidposition und in die Vorrichtung 100 und aus der Vorrichtung 100 transportieren. Der erste Greifer 121 ist zur Verdeutlichung der Schneidposition zwei Mal dargestellt. Die Position, die der erste Greifer 121 in Figur 1b in der Mitte einnimmt, ist eine Übergabeposition, in der der Buchblock 1, der mit einem Vorderkantenbeschnitt versehen ist, dem zweiten Greifer (122) 122 übergeben wird, um in die zweite Schneidposition gebracht zu werden. Der zweite Greifer 122 weist eine Stoßplatte 125 auf, mit deren Buchblock 1 auf eine Auslage 135 gestoßen werden kann, während gleichzeitig ein Buchblock 1' in die zweite Schneidposition gezogen wird.

[0025] In den Figuren 2a bis 21 ist der Bewegungsablauf des ersten Greifers 121 der erfindungsgemäßen Vorrichtung sowie dessen Zusammenspiel mit den Vorrichtung zur Durchführung eines Vorderkantenbeschnitts und der Übergabe an den zweiten Greifer (122) 122 dargestellt. Ein Buchblock 1 wird auf einer Unterlage 191, insbesondere einem Fördertisch 191 mit Transportfingern 190 mit seinem Buchrücken voran in die mit dem Pfeil gekennzeichnete Transportrichtung geschoben. Der erste Greifer 121 befindet sich in seiner Ausgangsposition, vom Buchblock 1 abgestellt und entlang des Transportpfades hinter dem Anschlag 182. Der erste Greifer ist in dieser Stellung beispielsweise offen, d.h. der obere Greiferschenkel 123 und der untere Greiferschenkel 126 sind voneinander abgestellt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel lässt sich der obere Greiferschenkel 123 pneumatisch absenken, um zu greifen, und unterer und oberer Greiferschenkel 123, 126 lassen sich anheben, vergleiche auch die Beschreibung der Figuren 3a und 3b. Wie in der Fig. 2a dargestellt, befinden sich zu diesem Zeitpunkt das Vordermesser 23, der Vordermesserniederhalter 167, der Anschlag 182, der erste Niederhalter 180 und der zweite Niederhalter 181 in einer von der Unterlage 191 abgestellten, passiven Position.

[0026] Wie in den Figuren 2a bis 21 gezeigt, kann es sich anstelle eines einzelnen Buchblocks 1 auch um einen Buchstapel handeln, der aus mehreren gleichen Buchblöcken 1 besteht, in dem gezeigten Beispiel vier Buchblöcke 1. Durch das gleichzeitige Bearbeiten mehrerer Buchblöcke 1 kann die Bearbeitungsgeschwindigkeit der Vorrichtung zum Beschneiden der Buchblöcke unter Umständen beträchtlich beschleunigt werden. Derartige Vorrichtung erlauben den Beschnitt von einer bestimmten Buchdicke, z.B. 6 cm. Es können daher um bei diesem Beispiel zu bleiben auch z.B. vier oder fünf Buchblöcke 1 mit einer Stärke von 1 cm gleichzeitig geschnitten werden. Zu beachten ist eventuell, ob das Material des Einbandes eines Buchblocks 1 Einfluss auf die Gesamtdicke hat, die mit einem Arbeitsgang beschnitten werden kann.

[0027] Wie in Fig. 2b dargestellt, wird im Folgenden der Anschlag 182 in den Transportpfad bewegt und der Buchblock 1 gegen den Anschlag transportiert und mit den Geradestoßern 190, die in dieser Ausführungsform den Transportfingern 190 entsprechen, gerade gestoßen. Der Buchblock 1 nimmt dadurch seine Nullposition ein. Im Anschluss bewegt sich der erste Greifer 121 in seine Nullposition und greift den Buchblock 1 derart, dass der Buchblock 1 winkeltreu weiterbefördert werden kann.

[0028] Im Anschluss wird der Buchblock 1 in die erste Schneidposition bewegt. Dabei legt der erste Greifer eine mit dem Doppelpfeil gekennzeichnete Strecke zurück, die der Breite des Buchblocks 1 entspricht. Diese Distanz ist also formatabhängig. Der erste Greifer weist einen nicht gezeigten Signalgeber auf, der einer Steuerung 99 die Position des ersten Greifers 121 übermittelt, so dass die Steuerung 99 den nicht gezeigten Antrieb des ersten Greifers 121 dementsprechend ansteuern kann, so dass die erforderliche erste Schneidposition genau angefahren werden kann. Bei dem Bewegen des Buchblocks 1 kann der erste Greifer 121 den Buchblock 1 auch angehoben haben, um unschöne Schleifspuren auf dem Buchblock 1 zu vermeiden.

[0029] Wie in der Fig. 2d gezeigt, presst der erste Niederhalter 180 nun den Buchblock 1 in der ersten Schneidposition nieder. Einerseits um die Luft aus dem Buchblock 1 herauszupressen und andererseits, um eine ausreichende Fixierung des Buchblocks zu ermöglichen, um die bei dem Beschnitt auftretenden Querkräfte aufzunehmen, um einen sauberen Schnitt zu gewährleisten. Der Schnitt wird besonders gut, wenn der Buchblock 1 vor dem Schnitt möglichst nahe des Messers 23 niedergepresst wird. Darum presst als nächstes der Vordermesserniederhalter 167 den Buchblock 1, siehe Fig. 2e, bevor der Schnitt erfolgt, siehe Fig. 2f.

[0030] Nachdem er Vorderbeschnitt derart durchgeführt wurde, fahren Vordermesser 23, Vordermesserniederhalter 167 und erster Niederhalter 180 wieder in ihre Ausgangsposition. Gleichzeitig wird der Buchrücken mittels des ersten Greifers angehoben und dann in die Übergabeposition, vergleiche Fig. 2g und Fig. 2h gezogen und abgesenkt. In der Übergabeposition wird der Buchblock 1 zudem von dem zweiten Niederhalter 181 niedergepresst, so dass die Ausrichtung des Buchblocks 1 winkel- und positionsgetreu erhalten bleibt.

[0031] Im Folgenden wird der erste Greifer von dem Buchblock 1 gelöst und zuerst nach hinten und dann unter dem Buchblock 1 wieder in seine Ausgangsposition gefahren. Gleichzeitig wird der zweite Greifer 122 an den Buchblock 1 gefahren, siehe Fig. 2j, 2k und 21. Der zweite Greifer 122 bewegt den Buchblock 1 in die zweite Schneidposition, nachdem der zweite Greifer 122 den Buchblock 1 sicher gegriffen hat und der zweite Niederhalter den Buchblock 1 wieder freigegeben hat. Der erste Greifer 121 wartet dann bereits auf den folgenden Buchblock 1'. Der erste Greifer 121 ist zu dem Zeitpunkt, an dem der zweite Greifer 122 in die Nähe des Buchrückens des Buchblocks 1 kommt schon abgetaucht, so dass es zu keinen Kollisionen zwischen dem ersten Greifer (121) 121 und dem zweiten Greifer (122) 122 kommen kann.

[0032] Der erste Greifer 121 und der zweite Greifer 122 unterscheiden sich in dem Aufbau im Wesentlichen nur in der Stoßplatte 125, die der zweite Greifer aufweist und die dazu dient, einen Buchblock 1, bei dem der Seitenkantenbeschnitt bereits durchgeführt wurde, aus der Vorrichtung zum Beschnitt von Buchblöcken 1 auszustoßen. Der Aufbau von den Greifern ist in den Fig. 3a und Fig. 3b gezeigt. Der obere Greiferschenkel 123 ist vermittels eines oberen Greiferstellelements 124 mit dem unteren Greiferschenkel 126 verbunden. Der untere Greiferschenkel 126 ist an einem Greiferschenkeldrehpunkt 131 drehbar gelagert. Der untere Greiferschenkel 126 ist mittels eines unteren Greiferschenkelstellelements129 und zwei Stangen 127, 128, wobei eine der Stangen 128 um ein Befestigungselement drehbar ist, um den Drehpunkt 131 verschwenkbar. Dadurch kann die Greifposition der beiden Greiferschenkels 123, 126 verändert, z.B. angehoben werden. Dadurch kann das Anheben des Buchblocks 1 wenigstens im Bereich des Buchrückens durchgeführt werden, was bei einem Wechsel zwischen den Positionen des Buchblocks 1 die Schleifspuren verhindert. Der Greifer 121, 122 ist mit Rollen 133 versehen, die mit einer nicht gezeigten Horizontalführung in Verbindung stehen. Bei dem oberen und unteren Greiferstellelement 124, 129 handelt es sich z.B. um Pneumatikzylinder. Andere, dem Fachmann bekannte Stellelemente, wie etwa Elektromotoren können aber gleichfalls verwendet werden.

[0033] In den Fig. 4a und 4b sind Details eines Fördertisches einer Vorrichtung zum Bewegen von Buchblocken 1 durch eine Vorrichtung zum Beschneiden von Buchblocken 1 gezeigt. Die Transportfinger 190 werden in zwei parallelen, symmetrisch zur Mittellinie des Transportpfad angeordneten Schlitzen 197 in dem Fördertisch 191 geführt und tauchen vor dem Gehäuse 80 des Dreischneiders 100 ab. Der Übergang zwischen dem Fördertisch 191 zu dem Gehäuse 80 wird durch eine verschwenkbar gelagerte Überbrückungsplatte 193 abgedeckt.

[0034] Der Fördertisch 191 weist einseitig ein Gelenk 192 auf, mit dem der Fördertisch 191 mit dem Dreischneider 100 verbunden ist. Auf der anderen Seite des Transportpfads weist der Fördertisch 191 eine Verriegelung auf, mit der der Fördertisch 191 in der Arbeitsposition verriegelt werden kann, so dass sich der Fördertisch 191 nicht versehentlich während des laufenden Betriebs des Dreischneiders 100 von dem Gehäuse 80 des Dreischneiders 100 abschwenkt. Damit das Gelenk 192 entlastet wird, weist der Fördertisch wenigstens ein Fördertischbein 195 auf, das mit einem Rad 196 in Verbindung mit dem Boden steht, so dass einerseits eine ausreichende Stützwirkung erreicht wird und andererseits das Abschwenken des Fördertisches 191 erleichtert wird. Wird der Fördertisch abgeschwenkt, hat ein Bediener direkten Zugriff auf das Vordermesser 23 und kann so bequem einen Messerwechsel oder andere Wartungsarbeiten durchführen. Da die Transportelemente 121, 122, 190 an der Verbindungsstelle zwischen Fördertisch 191 und Dreischneider 100 mechanisch voneinander entkoppelt sind, müssen außer dem Lösen bzw. Schließen der Arretierung 194 keinerlei weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Transportpfad an dieser Stelle zu trennen oder zu vereinen.

Liste der Bezugszeichen



[0035] 
1, 1'
Buchblock
23
Vordermesser
31
erster Seitenmesserhalter
32
zweiter Seitenmesserhalter
33
Vordermesserhalter
21
erstes Seitenmesser
22
zweites Seitenmesser
61
erste Messerhaltergehäuseplatte
80
Gehäuse
85
Führungsstange
86
Führungsstange
91
Antrieb des ersten Seitenmesserhalters
92
Antrieb des zweiten Seitenmesserhalters
93
erste Koppel
94
zweite Koppel
96
Antrieb des Vordermesserhalters
97
dritte Koppel
99
Steuerung
100
Dreischneider
121
erster Greifer
122
zweiter Greifer
125
Stoßplatte
123
oberer Greiferschenkel
124
oberes Greiferschenkelstellelement
126
unterer Greiferschenkel
127
Stange
128
Stange
129
unteres Greiferschenkelstellelement
131
Greiferschenkeldrehpunkt
132
Befestigungselement
133
Rolle
135
Auslage
167
Vordermesserniederhalter
180
erster Niederhalter
181
zweiter Niederhalter
182
Anschlag
190
Transportfinger, Geradestoßmittel
191
Fördertisch
192
Gelenk
193
Überbrückungsplatte
194
Verriegelung
195
Fördertischbein
196
Rad
197
Schlitz



Ansprüche

1. Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken (1) in einem Dreischneider (100), wobei der Dreischneider (100) einen Vorderkantenbeschnitt in einer ersten Position des Buchblocks (1) durchführt und einen Seitenkantenbeschnitt in einer zweiten Position des Buchblocks (1) durchführt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt.
 
2. Vorrichtung zum Bewegen von Buchblöcken (1) in einem Dreischneider (100), wobei der Dreischneider (100) ein Vordermesser (23) aufweist, zur Durchführung eines Vorderkantenbeschnitts in einer ersten Position des Buchblocks (1) und zwei Seitenmesser (21, 22) aufweist, zur Durchführung eines Seitenkantenbeschnitts in einer zweiten Position des Buchblocks (1) durchführt, sowie einen Fördertisch (191), der den Buchblock (1) an eine Nullposition fördert,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fördertisch (191) derart abschwenkbar gelagert ist, so dass der Zugang zu dem Vordermesser (23) erleichtert wird.
 
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine Steuerung (99) aufweist, die den Antrieb des ersten Greifers (121) derartig ansteuert, dass der erste Greifer (121) den Buchblock (1) von einer festen Nullposition zu einer variablen ersten Position bringt, wobei insbesondere die Distanz zwischen der Nullposition und der ersten Position der Distanz von Buchrücken zur Vorderkante des beschnittenen Buchblocks (1) entspricht.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine Steuerung (99) aufweist, die einen Antrieb des ersten Greifers (121) derartig ansteuert, dass der erste Greifer (121) den Buchblock (1) von der ersten Position in eine vorgegebene Übergabeposition bringt.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine Steuerung (99) aufweist, die einen Antrieb des zweiten Greifers (122) derartig ansteuert, dass der zweite Greifer (122) den Buchblock (1) von einer vorgegebenen Übergabeposition in die zweite Position bringt.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung wenigstens einen Signalgeber aufweist, der einer Steuerung (99) der Vorrichtung die Position wenigstens eines der Greifer (121, 122) übermittelt.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens einer der Greifer (121, 122) Stellmittel (129) aufweist, die den Buchblock (1) im Greifer (121, 122) bei dem Transport von einer Position in eine andere Position anheben.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung einen ersten Niederhalter (180) aufweist, der den Buchblock (1) vor dem Vorderkantenbeschnitt großflächig nieder presst, insbesondere, um Luft aus dem Buchblock (1) zu drücken.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Niederhalter (180) auf der Buchblockseite eine elastische Oberfläche aufweist.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung Anschlagsmittel (182) aufweist, die dem Buchblock (1) die Nullposition vorgeben.
 
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung Geradestoßmittel (190) aufweist, die den Buchblock (1) in der Nullposition an den Anschlagmitteln (182) gerade stößt.
 
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschlagmittel (182) in den Transportpfad des Buchblocks (1) bewegbar gelagert sind.
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung einen zweiten Niederhalter (181) aufweist, der in der Nähe einer Übergabeposition angeordnet ist.
 
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine Steuerung (99) aufweist, die einen Antrieb des zweiten Niederhalters (181) derartig ansteuert, so dass der zweite Niederhalter (181) den Buchblock (1) niederhält, wenn der erste Greifer (121) den Buchblock (1) in eine Übergabeposition gebracht hat, bis der zweite Greifer (122) den Buchblock (1) in der Übergabeposition ergriffen hat.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei die Vorrichtung einen ersten Greifer (121) aufweist, der den Buchblock (1) in die erste Position bringt und einen zweiten Greifer (122), der den Buchblock (1) in die zweite Position bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine Steuerung (99) aufweist, die einen Antrieb des ersten Greifers (121) und des zweiten Greifers (122) derartig ansteuert, so dass der erste Greifer (121) einen Buchblock (1') von einer Nullposition in die erste Position bringt, während der zweite Greifer (122) einen vorangegangenen Buchblock (1) von einer Übergabeposition in die zweite Position bringt.
 
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei die Vorrichtung einen Fördertisch (191), der den Buchblock (1) an eine Nullposition fördert aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fördertisch (191) wenigstens ein Bein (195) aufweist, dass mit einem Rad (196) versehen ist.
 
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, wobei die Vorrichtung einen Fördertisch (191), der den Buchblock (1) an eine Nullposition fördert aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fördertisch (191) eine Arretierung (194) aufweist, um den Fördertisch (191) in der Betriebsposition zu arretierten.
 




Zeichnung