[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterdrückung mindestens eines akustischen
Störsignals mit einem Richtmikrofonsystem, das mindestens zwei Mikrofone aufweist,
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Der Abgleich von Mikrofonen eines Richtmikrofonsystems ist von entscheidender Bedeutung
für die Unterdrückung von Störsignalen.
[0003] Beim statischen Abgleich werden die Mikrofone eines Richtmikrofonsystems im Freifeld
statisch aufeinander angepasst. Dieser Abgleich wird meist mithilfe einer Messeinrichtung
vorgenommen, die es erlaubt, Amplituden- und Phasenabgleich der einzelnen meist omnidirektionalen
Mikrofone durchzuführen. Der statische Abgleich ermöglicht es, ein diffuses Störschallfeld
aus dem Richtmikrofonsignal zu eliminieren. Allerdings wird ein im Freifeld durchgeführter
Abgleich beim betreiben eines Richtmikrofonsystems, das beispielsweise in einem Hörhilfsgerät
verwendet wird, durch den Einfluss des Kopfes auf die Schallausbreitung teilweise
wieder zunichte gemacht.
[0004] Zusätzlich oder alternativ werden adaptive Amplituden- und Phasenabgleichsalgorithmen
vorgeschlagen und verwendet, die den Abgleich kontinuierlich während des getragenen
Zustands des Hörhilfsgeräts durchführen und so den Einfluss des Kopfes auf den Empfang
von akustischen Signale berücksichtigen. Die Parameter dieser Algorithmen sind im
wesentlichen zwei Faktoren, ein Amplitudenfaktor und ein Phasenversatz zwischen den
beiden Mikrofonsignalen. Solche Faktoren werden auch frequenzbandspezifisch verwendet.
Die Algorithmen erreichen im Mittel, d.h. für diffusen Störschall, einen möglichst
guten Abgleich.
[0005] Aus
DE 199 27 278 C1 ist ein Verfahren zum Anpassen eines Hörhilfegeräts sowie ein Hörhilfegerät bekannt.
Dabei wird ein Hörhilfegerät mit mehreren Mikrofonen, die zum Erzeugen einer Richtcharakteristik
miteinander verschaltet sind, während des Tragens in einem geeigneten Messraum beschallt
und die Richtcharakteristik aufgenommen. Sich daraus ergebende Filterparameter sind
den Mikrofonen nachgeschalteten parametrierbaren Filtern zuführbar und es ist damit
die gewünschte ideale Richtcharakteristik unter Berücksichtigung der individuellen
Gegebenheiten beim Tragen des Hörhilfegeräts approximbar. Das Verfahren ermöglicht
es, Filterparameter zur Amplituden- und/oder Phasenganganpassung der von den Mikrofonen
aufgenommenen Signale zu erzeugen, um die Richtcharakteristik der Mikrofone zu optimieren.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben,
mit denen richtungsabhängig der Einfluss eines akustischen Störsignals auf den Empfang
eines Richtmikrofonsystems unterdrückt werden kann.
[0007] Die erstgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Unterdrückung
mindestens eines Störsignals mit einem Richtmikrofonsystem, das mindestens zwei Mikrofone
aufweist, wobei erstens eine Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen durch gewichtetes
Kombinieren von Signalen der mindestens zwei Mikrofone erzeugt wird, wobei die Gewichtung
jeweils eine richtungsabhängige Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems bestimmt,
wobei zweitens die Richtmikrofonsignale auf eine gleiche Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems
in einem Richtbereich normiert werden und drittens das Richtmikrofonsignal mit dem
geringsten Störsignalanteil als Ausgangsrichtmikrofonsignal ausgewählt wird. Beim
gewichteten Kombinieren kann dabei z.B. eine Verzögerung mithilfe eines Phasenfaktors
und eine Amplitudenänderung durch einen Amplitudenfaktor erzielt werden.
[0008] Bei dem Verfahren werden mehrere Richtmikrofonsignale erzeugt, die aufgrund ihrer
unterschiedlichen richtungsabhängigen Empfindlichkeiten verschieden stark vom Störsignal
beeinflusst werden.
[0009] Befindet sich das Störsignal in einer Richtung in der die Empfindlichkeit des durch
die Gewichtung gegebenen Richtmikrofonsignals groß ist, so wird das Richtmikrofonsignal
einen großen Störsignalanteil beinhalten. Befindet sich das Störsignal dagegen in
einer Richtung, in der die Empfindlichkeit des durch die Gewichtung bestimmten Richtmikrofonsignals
klein ist, so wird der Störsignalanteil im Richtmikrofonsignal klein sein.
[0010] Voraussetzung für einen möglichen Vergleich der Richtmikrofonsignale ist die gleiche
Empfindlichkeit aller Richtmikrofronsignale in einem Richtbereich. Dieser Richtbereich
ist bei einem Richtmikrofonsystem, das beispielsweise in einem Hörhilfsgerät verwendet
wird, vorzugsweise die Vorausrichtung, die üblicherweise mit 0° bezeichnet wird. Da
beispielsweise zwei Mikrofone einen relativ breiten Richtkegel 1. Ordnung erzeugen,
ist es vorteilhaft, die Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems je nach technischer
Gegebenheiten in einem schmalen oder breiten Bereich z.B. in Vorwärtsrichtung zu mitteln.
Im einfachsten Fall wird nur das Signal in 0°-Richtung genommen. Die erzeugten Richtmikrofonsignale
werden in diesem Richtbereich auf eine gleiche Empfindlichkeit normiert.
[0011] Das Richtmikrofonsignal mit dem geringsten Störsignalanteil wird als Ausgangsrichtmikrofonsignal
des Richtmikrofonsystems ausgewählt. Dabei wird der Beitrag des Störsignals zum Richtmikrofonsignal
aufgrund der normierten Empfindlichkeit im Richtbereich beispielsweise durch die Signalenergie
charakterisiert. Eine niedrige Signalenergie bedeutet, dass die Empfindlichkeit des
Richtmikrofonsignals auf das Störsignal niedrig ist, so dass auch ein niedriger Störsignalanteil
im Richtmikrofonsignal vorliegt. Alternativ könnte man den Störsignalanteil beispielsweise
durch einen Signalpegel, eine vom Signal erzeugte Spannung, durch den Betrag des Signals
oder auch durch ein Signal zu Rauschverhältnis der Richtmikrofonsignale bestimmen.
[0012] Ein weiterer Vorteil des Verfahrens liegt in der richtungsabhängigen Unterdrückung
eines Störsignals, da das Verfahren es ermöglicht, gezielt Störsignale, die aus der
Richtung mit einer minimalen Empfindlichkeit empfangen werden, aus dem Richtmikrofonsignal
herauszufiltern.
[0013] Die Möglichkeit über gewichtetes Kombinieren der Signale der Mikrofone des Richtmikrofonsystems
die Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems zu bestimmen, ist grundlegend für das
Verfahren.
[0014] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die Gewichtung
derart bestimmt, dass sie die Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems für eine in
Bezug zum Richtmikrofonsystem in einer Richtung liegenden Störsignalquelle minimiert.
Je genauer das Minimum der Empfindlichkeit in eine Richtung gelegt werden kann, desto
genauer können Störsignale von lokalisierten Störsignalquellen unterdrückt werden.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird die Gewichtung
derart bestimmt, dass sie einen Effekt des akustischen Umfelds berücksichtigt, der
aufgrund der Benutzung des Richtmikrofonsystems auftritt. Beispielsweise wird die
Gewichtung bei einem Richtmikrofonsystem, das in einem Hörhilfsgerät verwendet wird,
im getragenen Zustand bestimmt, d.h. das Richtmikrofonsystem ist bei der Bestimmung
der Gewichtung an einem Kopf oder an einer Kopfimitation in einer der Benutzung entsprechenden
Konstellation angeordnet.
[0016] Zur Bestimmung einer Gewichtung wird beispielsweise eine Signalquelle, die sich in
einer Richtung zum Richtmikrofonsystem befindet, durch Variation der Gewichtung der
Mikrofonsignale aus dem Richtmikrofonsignal bestmöglichst entfernt. Die auf diese
Art und Weise bestimmten Gewichtungen haben den Vorteil, dass sie unter kontrollierten
Bedingungen und in einem feinen Raster jeweils optimiert auf eine Einfallsrichtung
der Signalquelle erzeugt werden.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens weist die Gewichtung
einen Amplituden- und/oder einen Phasenfaktor insbesondere zur Korrektur der Amplitude
bzw. Phase eines der Mikrofonsignale auf. Die Gewichtung, beispielsweise in Form des
Amplituden- und/oder Phasenfaktors, kann abgespeichert werden, wobei die Abspeicherung
beispielsweise als frequenz- und richtungsabhängiges Kennfeld erfolgt. Zur Erzeugung
der Richtmikrofonsignale können die verschiedenen Gewichtungen selektiv aus dem Speicher
gelesen werden.
[0018] In einer besonders schnellen Ausführungsform des Verfahrens werden die verschiedenen
Richtmikrofonsignale im wesentlichen gleichzeitig erzeugt.
[0019] In einer anderen Ausführungsform ändert die Gewichtung bei der Erzeugung der Mehrzahl
von Richtmikrofonsignalen ihren Wert, um nacheinander Richtmikrofonsignale mit unterschiedlichen
richtungsabhängigen Empfindlichkeiten zu erzeugen. Dies hat den Vorteil, dass die
simultane Berechnung vieler Richtmikrofonsignale entfällt.
[0020] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird der Frequenzbereich
der Mikrofonsignale in Frequenzbänder unterteilt, in denen jeweils das Verfahren nach
der Erfindung durchgeführt wird. Dabei ergeben sich für jedes Frequenzband frequenzbandspezifische
Ausgangsrichtmikrofonsignale, die zusammen ein Ausgangsrichtmikrofonsignal des Richtmikrofonsystems
für den gesamten Frequenzbereich bilden.
[0021] Die zweitgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum
Durchführen eines solchen Verfahrens mit einem Richtmikrofonsystem, welches mindestens
zwei Mikrofone aufweist.
[0022] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Vorrichtung sind die beiden
Mikrofone jeweils mit einer frequenzselektierenden Filterbank verbunden, an deren
Ausgängen Frequenzbandsignalanteile der Mikrofonsignale anliegen, wobei die Ausgänge
der Filterbänke mit jeweils gleichen Frequenzbändern paarweise mit jeweils einer Einheit
verbunden sind, welche die Frequenzbandsignalanteile mit einer Gewichtung kombiniert,
wobei die Gewichtung mittels eine die Amplitude des entsprechenden Frequenzbandsignalanteils
verändernden Amplitudeneinheit und/oder eine die Phase des entsprechenden Frequenzbandsignalanteils
drehenden Phaseneinheit erfolgt, wobei die Amplitudeneinheit und die Phaseneinheit
entweder gemeinsam auf eines oder einzeln auf jeweils eines der Frequenzbandsignalanteile
wirken, wobei mehrere Kombinationseinheiten mit einer Vergleichseinheit verbunden
sind, welche die Richtmikrofonsignale auf eine möglichst gleiche Empfindlichkeit in
einem Richtbereich normiert und die normierten Richtmikrofonsignale bezüglich ihres
Störsignalanteils vergleicht und wobei am Ausgang der Vergleichseinheit das Richtmikrofonsignal
mit dem niedrigsten Störsignalanteil als Ausgangsrichtmikrofonsignal vorliegt.
[0023] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der
Unteransprüche gekennzeichnet.
[0024] Es folgt die Erläuterung von mehreren Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der Figuren 1 bis 6. Es zeigen
- FIG 1
- ein typisches Beispiel für den Einsatz eines Richtmikrofonsystems bei der Unterdrückung
von akustischen Störsignalen,
- FIG 2
- das Vorgehen beim Abgleichen zweier Mikrofonsignale,
- FIG 3
- eine Empfindlichkeitsverteilung für ein im Freifeld abgeglichenes Richtmikrofonsystem
sowie eine Empfindlichkeitsverteilung unter Berücksichtigung des Kopfeinflusses,
- FIG 4
- eine schematische Verdeutlichung des Verfahrens zur Unterdrückung mindestens eines
akustischen Störsignals,
- FIG 5
- eine kombinierte Darstellung von Amplituden- und Phasenfaktoren im 400 Hz-Frequenzband
für 5° Winkelschritte und
- FIG 6
- eine richtungsabhängige Kennlinie für einen Amplitudenfaktor.
[0025] Figur 1 zeigt ein typisches Beispiel für den Einsatz eines Richtmikrofonsystems RM1,
RM2 bei der Unterdrückung von akustischen Störsignalen. Dabei befinden sich eines
oder mehrere Richtmikrofonsysteme RM1,RM2 in einem Hörhilfsgerät, welches von der
Person 1 als Hörhilfe genutzt wird. Person 1 unterhält sich mit einer Person S2, die
sich im Richtbereich des Richtmikrofonsystems RM1, RM2 befindet. Der Richtbereich
liegt in Vorwärtsrichtung, d.h. in Richtung der mit 0° bezeichneten Achse. Die Abweichung
der Position der Person S2 von der 0°-Achse um den Winkel α2 liegt beispielsweise
innerhalb eines konusförmig ausgebildeten Richtbereichs des Richtmikrofonsystems RM1.
[0026] Zusätzlich zur Person S2 befinden sich zwei weitere Personen S3,S4 in der Nähe der
Person 1. Die Personen S3, S4 unterhalten sich miteinander, d.h. sie stellen Störsignalquellen
dar, die sich in einem Winkel von α3 bzw. α4 zur 0°-Achse befinden und deren akustische
Signale AS3, AS4 vom Richtmikrofonsystem RM1 nicht empfangen werden sollen.
[0027] Das Richtmikrofonsystem RM1 besteht aus zwei Mikrofonen M1,M2; das Richtmikrofonsystem
RM2 besteht aus drei Mikrofonen M3,M4,M5. Die Hörhilfsgeräte, in denen die Richtmikrofonsysteme
RM1, RM2 enthalten sind, können hinter dem Ohr oder im Ohr getragene Hörhilfsgeräte
sein. Alternativ können durch Verschaltung der Mikrofone M1,M2 der einen Seite mit
einem oder mehreren Mikrofonen M3,M4,M5 der anderen Seite weitere Richtmikrofonsysteme
erzeugt werden.
[0028] Zur Bildung eines Richtmikrofonsignals werden die Signale von mindestens zwei Mikrofonen
M1,...M5 gegebenenfalls verzögert und miteinander gewichtet kombiniert. Je nach Gewichtung
weist das Richtmikrofonsystem eine andere richtungsabhängige Empfindlichkeit auf.
[0029] Eine solche Empfindlichkeitsverteilung wird als Richtcharakteristik des Richtmikrofonsystems
bezeichnet. Sie kann z.B. folgendermaßen gemessen werden. Man setzt das Richtmikrofonsystem
einem akustischen Signal mit konstanter Amplitude aus, wobei die Quelle des akustischen
Signals, um das Richtmikrofonsystem bewegt werden kann. Für verschiedene Richtungen
Die empfangene Signalenergie wird, d.h. für verschiedene Positionen der Signalquelle,
wird die Signalenergie aufgenommen. Sie variiert bei gleicher Gewichtung aufgrund
der richtungsabhängigen Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems.
[0030] Mithilfe eines ähnlichen Vorgehens kann man eine Gewichtung für eine bestimmte Empfindlichkeit
auf eine in einer Richtung liegenden Signalquelle bestimmen. Dabei variiert man nicht
die Richtung, in der die Signalquelle liegt, sondern man variiert stattdessen die
Gewichtung. Die Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems wird dabei z.B. derart eingestellt,
dass das Signal, das aus einer konstanten Richtung auf das Richtmikrofonsystem fällt,
beispielsweise minimal empfangen oder sogar ganz eliminiert wird. Wiederholt man dies
für mehrere Richtungen, d.h., rotiert man die Position der Signalquelle in beispielsweise
5°-Winkelschritten einmal um das Richtmikrofonsystem, erzeugt man sich einen Satz
von Gewichtungen, die jeweils ein aus der entsprechenden Richtung auftreffende Signal
minimieren.
[0031] Im Freifeld gemessene Richtcharakteristiken, die zwei Mikrofone aufweisen, sind symmetrisch
zu einer Achse, die durch die Verbindungslinie der beiden Mikrofone gegeben ist. Allerdings
werden Richtmikrofonsysteme jeweils in einem speziellen akustischen Umfeld eingesetzt,
z.B. werden sie am Kopf (Figur 1) oder am Körper getragen. Das akustische Umfeld beeinflusst
die Schallausbreitung und entsprechend die Richtcharakteristiken. Deswegen ist es
vorteilhaft, die gewichtete Kombination zur Erzeugung der im Verfahren verwendeten
Richtcharakteristiken im jeweils vorliegenden akustischen Umfeld durchzuführen, so
dass die Gewichtungen den Effekt des akustischen Umfelds auf die akustischen Signale
berücksichtigen.
[0032] Für den Fall eines in einem Hörhilfsgerät eingebauten Richtmikrofonsystems besteht
neben der Möglichkeit, die Mikrofone nicht am Kopf des jeweiligen Hörhilfsgeräteträgers
abzugleichen, d.h. sie gewichtet zu kombinieren, auch die Möglichkeit den Abgleich
mithilfe einer Kopfimitation, die beispielsweise einen Durchschnittskopf wiedergibt,
durchzuführen.
[0033] Der Einfluss des Kopfes auf die Ausbreitung von Schallwellen, die mit einem am Kopf
getragenen Mikrofon empfangen werden sollen, wird durch die sogenannten kopfbezogenen
Übertragungsfunktionen (Head related transfer function HRTF) bestimmt. Solche HRTFs
können beispielsweise nach der vorhergehend beschriebenen Vorgehensweise bestimmt
werden. Aus ihnen lassen sich Gewichtungen berechnen, die ebenfalls zu Richtmikrofonsignalen
mit richtungsabhängigen Empfindlichkeiten führen.
[0034] In Figur 2 ist schematisch die gewichtete Kombination von zwei Mikrofonsignalen MS1,MS2
der Mikrofone M1,M2 dargestellt. Die Signale MS1, MS2 unterscheiden sich in ihrer
Amplitude und in ihrer Phase. Ziel eines Abgleichs der beiden Mikrofone ist zum einen
die Angleichung der Amplituden der Signale MS1,MS2 und zum anderen das Einstellen
einer festen Phasenbeziehung. Ersteres wird beispielsweise durch Verstärkung mit einem
festen Amplitudenfaktor K
A in einer Verstärkereinheit A erreicht. Letzteres wird z.B. mithilfe eines Phasendrehers
PH erzielt, welcher die relative Phase, die in Figur 2 0° betragen soll, um den Phasenwinkel
K
PH dreht.
[0035] Die Amplituden- und Phasenkorrektur kann auf ein Mikrofonsignal wirken. Dies ist
in Figur 2 der Fall: Beide Korrekturfaktoren wirken auf das Mikrofonsignal MS1 und
erzeugen ein korrigiertes Mikrofonsignal MS1'. Dies hat den offensichtlichen Vorteil
eines einfachen Aufbaus, in dem nur ein Signal bearbeitet wird. Alternativ können
die Korrekturen jeweils auf eines der Mikrofonsignale wirken.
[0036] Ein solcher Signalabgleich wird vorzugsweise in einem Frequenzband durchgeführt.
Dazu wird der Frequenzbereich der Mikrofonsignale beispielsweise mithilfe einer Filterbank
in mehrere Frequenzbänder unterteilt. Die Amplituden- und Phasenfaktoren K
A,K
PH bestimmen nun ihrerseits die richtungsabhängige Empfindlichkeit des jeweils erzeugten
Richtmikrofonsystems, indem sie beispielsweise die Empfindlichkeit in einer Richtung
im entsprechenden Frequenzband minimieren. Eine eindeutige Zuordnung eines Minimums
zu einer Richtung ist nur im Fall einer asymmetrischen Empfindlichkeitsverteilung
möglich, wie sie z.B. durch den Einfluss des Kopfes entsteht. Für das Freifeld dagegen
können nur symmetrische Empfindlichkeitsverteilungen erzeugt werden, welche die Symmetrie
des Freifelds und der Mikrofonanordnung widerspiegeln.
[0037] Für das Verfahren werden die frequenz- und/oder richtungsabhängige Gewichtungen in
Form von frequenz- und/oder richtungsabhängigen Kennlinien oder Funktionen oder als
Datenpaare im Richtmikrofonsystem abgespeichert.
[0038] In Figur 3 werden zwei gemessen Richtcharakteristiken dargestellt. Dazu ist die Empfindlichkeit,
die im Wesentlichen proportional zur Signalenergie ist, radial über alle Winkel von
0 bis 360° in 5°-Schritten aufgetragen.
[0039] Zum einen ist eine Richtcharakteristik F im Freifeld für eine akustisches Signal
bei 500 Hz dargestellt. Man erkennt deutlich ihren symmetrischen Verlauf um die durch
die Verbindungslinie der Richtmikrofone gegebene Symmetrieachse SA. Aufgrund der Symmetrie
weist die Richtcharakteristik zwei Minima in Richtung 120° und 240° auf.
[0040] Zusätzlich ist eine Richtcharakteristik K in Figur 3 eingezeichnet, die den Einfluss
eines angedeuteten Kopfes 1` auf die richtungsabhängige Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems
berücksichtigt. Deutlich erkennt man das deutlich ausgeprägte Minimum bei 240°. Das
Minimum auf der Seite des Kopfes 1' ist im Vergleich zum Freifeld schwächer ausgeprägt.
Ein Richtmikrofonsystem, das aufgrund seiner Gewichtung die Richtcharakteristik K
aufweist, wird ein Störsignal aus dem Bereich 240° wesentlich abgeschwächt empfangen.
[0041] Figur 4 stellt schematisiert einen möglichen Aufbau einer Vorrichtung zum Durchführen
des Verfahrens vor. Die Mikrofone M1,M2 sind jeweils mit einer Filterbank FB1 bzw.
FB2 verbunden. An den Ausgängen der Filterbänke FB1, FB2 liegt jeweils ein Frequenzband
ΔF, ΔF` der Mikrofonsignale MS1, MS2 an. Ausgänge mit einem übereinstimmenden Frequenzband
ΔF, ΔF` sind paarweise mit einer Serie von gewichtet kombinierenden Einheiten G1,G2,G3,G4
verbunden. Das heißt, zur gewichteten Kombination stehen zum einen das auf das Frequenzband
ΔF beschränkte Mikrofonsignal MS1 und zum anderen das auf das gleiche Frequenzband
ΔF beschränkte Mikrofonsignal MS2 zur Verfügung.
[0042] In den gewichtet kombinierenden Einheiten G1,G2,G3,G4 wird jeweils das Mikrofonsignal
MS1 mithilfe eines Amplitudenfaktors K
A1,K
A2,K
A3,K
A4 und eines Phasenfaktors K
PH1, K
PH2, K
PH3, K
PH4 mit dem Signal des Mikrofons M2 abgeglichen. Die Erzeugung der Richtmikrofonsignale
RMS1, RMS2 erfolgt durch beispielsweise die Bildung der Differenz des korrigierten
Mikrofonsignals MS1 und des Mikrofonsignals MS2 in den Kombinationseinheiten K1,K2,K3,K4.
Zur Verdeutlichung sind in die Kombinationseinheiten K1, K2, K3, K4 die entsprechenden
Richtcharakteristiken K' schematisch eingezeichnet. Zusätzlich ist die Richtung angegeben,
in der das Minimum der Richtcharakteristik liegt, beispielsweise für K` liegt das
Minimum bei 120°.
[0043] Die gewichtete Kombinierung kann für alle Gewichtungen nahezu gleichzeitig oder nacheinander
erfolgen. Im ersten Fall müssen alle Gewichtungen gleichzeitig zur Verfügung gestellt
werden, indem sie z.B. festeingestellt im Richtmikrofon implementiert sind. Im zweiten
Fall werden die Richtmikrofonsignale nacheinander erzeugt. Dabei werden die Gewichtungen
z.B. aus einem gemeinsamen Speicher nach und nach ausgelesen, wobei z.B. das Minimum
der Richtcharakteristiken einmal um 360° um das Richtmikrofonsystem rotiert.
[0044] Die Ausgänge der gewichtet kombinierenden Einheiten G1,G2,G3,G4 sind mit einer Vergleichseinheit
V verbunden. Die Vergleichseinheit V vergleicht die Richtmikrofonsignale RMS1, RMS2
bezüglich des in ihnen enthaltenen Störsignalanteils. Dazu werden zuerst die jeweils
mit den gewichtet kombinierenden Einheiten G1,G2,G3,G4 erzeugten Richtmikrofonsignale
RMS1, RMS2 auf eine gleiche Empfindlichkeit in einem Richtbereich normiert. Beispielsweise
wird die Empfindlichkeit in 0°-Richtung aller Richtmikrofonsignale RMS1, RMS2 auf
1 gesetzt. Der Vergleich des Störsignalanteils kann beispielsweise anhand des Signalpegels,
der Signalenergie oder des Rauschanteils im Signal erfolgen. Je besser die jeweilige
statische Richtcharakteristik die auf die Mikrofone M1,M2 treffenden Störsignale auslöscht,
desto niedriger ist die Signalenergie oder der Signalpegel. Am Ausgang der Vergleichseinheit
V liegt dasjenige Ausgangsrichtmikrofonsignal ARMS für das Frequenzband ΔF an, welches
den niedrigsten Störsignalanteil aufweist.
[0045] Analog wird in allen anderen Frequenzbändern ΔF` verfahren. Dabei werden eigene Amplituden-
und Phasenfaktoren zur gewichteten Kombination verwendet.
[0046] Die frequenzbandspezifischen Ausgangsrichtmikrofonsignale ARMS1, ARMS2 werden einer
weiteren Kombinationseinheit 11 zugeführt, in der sie zu einem einzigen Ausgangsrichtmikrofonsignal
ARMS für das Richtmikrofonsystem, das durch die Mikrofone M1,M2 gebildet wird, vereint
werden. Dieses Ausgangsrichtmikrofonsignal wird zur weiteren Signalverarbeitung einer
Signalverarbeitungseinheit 13 zugeführt, welche beispielsweise eine Hörhilfsgerätsignalverarbeitung
ist und in der ein weiterer Algorithmus zur Störsignalunterdrückung oder eine Verstärkung
des Signals entsprechend dem Hörschaden des Trägers durchgeführt wird.
[0047] Das in Figur 4 verdeutlichte Verfahren basiert auf der Verarbeitung von Mikrofonsignalen
in den einzelnen Frequenzbändern ΔF, ΔF`. Alternativ können die Mikrofonsignale MS1,
MS2 mit Hilfe einer Fast-Fourier-Transformation (FFT) analysiert werden, und das Verfahren
kann entsprechend auf die FFT-Koeffizienten angewandt werden.
[0048] Bei der oben erwähnten sukzessiven Erzeugung der Richtmikrofonsignale kann die Vergleichseinheit
V schon während der Erzeugung Einfluss z.B. auf die Schrittweite im relevanten Richtungsbereich
nehmen und somit adaptiv in die Gewichtungen der Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen
RMS1, RMS2 eingreifen.
[0049] Figur 5 fasst beispielhafte Werte für die Amplituden- und Phasenfaktoren für ein
Frequenzband zusammen. Aufgetragen ist in einer Richtung der Amplitudenfaktor A und
in der anderen Richtung die Phasenverzögerung Φ der beiden Mikrofonsignale. Der Amplitudenfaktor
A für 0° bzw. 360° beträgt beispielsweise ca. 0,5 dB. Die dazugehörige Phase Φ ist
ca. -1,2. Jedes Sternchen entspricht einem Paar von Amplituden- und Phasenfaktoren
A, Φ, die in 5°-Schritten angegeben sind. Deutlich erkennt man den asymmetrischen
Verlauf der Faktorenverteilung aufgrund der Berücksichtigung des Kopfes auf die Schallausbreitung.
Im Einsatz in einem Hörhilfsgerät werden beispielsweise die Amplituden- und Phasenfaktoren
A, Φ verwendet, die zur Störsignalunterdrückung von Störsignalen im Bereich von 90°
bis 270° benötigt werden.
[0050] In Figur 6 wird die Darstellung eines Amplitudenfaktors A' als Kennlinie K
A' angegeben, die die Richtungsabhängigkeit eines Amplitudenfaktors A' approximiert.
Man erkennt zum einen eine strukturierte Messkurve M des Amplitudenfaktors A'. Die
Messkurve wurde z.B. nach dem oben beschriebenen Vorgehensweise zur Anpassung der
richtungsabhängigen Empfindlichkeit aufgenommen und beschriebt die Amplitudenfaktoren,
die in den Richtungen α von 0° bis 360° eine minimale Empfindlichkeit erzeugen. Die
Kennlinie K
A' reproduziert im Wesentlichen die Messkurve und ist im Richtmikrofonsystem abgespeichert.
Alternativ könnte die Kennlinie K
A' aus den HRTFs berechnet werden.
[0051] Eine besonders vorteilhafte Vorgehensweise zur Störsignalunterdrückung mit Hilfe
des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt beispielsweise folgendermaßen. Dabei werden
frequenzund winkelabhängigen Gewichtungen verwendet, die zusätzlich noch den Einfluss
des Kopfes auf die Schallausbreitung berücksichtigen:
[0052] Für jede Störsignaleinfallsrichtung, beispielsweise im Bereich von 90° bis 270°,
und in mehreren Frequenzbändern wird in einem genügend feinen Raster an einen Kopf
oder einer Kopfimitation eine optimale statische Empfindlichkeitsverteilung (Richtcharakteristik)
ermittelt. Es werden demnach f*a (f Anzahl der Frequenzbänder, a Anzahl der Winkelschritte
des Rasters) Gewichtungen für die Amplituden- und Phasengangskorrektur gemessen, die
im statischen Fall die Störsignale aus den verschiedenen Störsignaleinfallsrichtungen
minimieren. Das heißt, die Gewichtungen ermöglichen eine optimale Unterdrückung einer
im entsprechenden Frequenzband Δf und bei der entsprechenden Einfallsrichtung aktiven
Störsignalquelle. Die Werte der Gewichtungen (z.B. Amplitudenfaktor A, Phasenfaktor
PH) werden beispielsweise im Richtmikrofonsystem abgespeichert oder in Form einer
winkelabhängigen Kennlinienfunktion zur Verfügung gestellt:

Sie stellen somit eine winkel- und frequenzabhängige Kompensation des akustischen
Umfelds beim Hörgerät des Kopfeffekts dar.
[0053] Weitere eventuell vorhandene adaptive Amplituden- oder Phasenabgleichsalgorithmen,
wie sie im Stand der Technik beschrieben wurden, können weiterhin betrieben werden.
Für sie stellen die Gewichtungen, d.h. z.B. die statischen Amplituden- und Phasenausgleichsfaktoren,
z.B. statische winkelabhängige Verschiebungen (Offsets) dar. Der Richtungsabgleich
wird sich vorzugsweise an die angesprochenen adaptiven Amplituden- und Phasenabgleichsalgorithmen
anschließen.
[0054] Eine Anpassung des Richtmikrofons zur Unterdrückung der Störsignale im Betrieb geschieht
nun einfach durch die automatisierte Auswahl desjenigen Richtmikrofonsignals, welches
den kleinsten Pegel und damit die höchste Störsignaldämpfung aufweist. Voraussetzung
dafür ist die vorhergehend besprochene Normierung der Empfindlichkeiten der einzelnen
Richtcharakteristiken bzw. der Richtmikrofonsysteme in die Richtrichtung.
[0055] Ein großer Vorteil dieser soeben beschriebenen Vorgehensweise ist, dass sichergestellt
ist, dass eine störsignalunterdrückende Anpassung des Richtmikrofonsystems mittels
optimalen, zuvor statisch am Kopf optimierten Richtcharakteristiken erfolgt. Auf diese
Weise passen die Gewichtungen immer optimal auch im getragenen Zustand auf die jeweils
zu unterdrückende Störsignalquelle. Diese Vorgehensweise ist erheblich schneller als
eine hinter dem Störschallfeld her hinkende Adaption mit Hilfe eines Algorithmus.
[0056] Werden mehrere Mikromikrofone M1,...M5 zu einem Richtmikrofonsystem zusammengefasst,
können auch Richtcharakteristiken höherer Ordnungen erzeugt werden, die in ihrer Struktur
auf differenziertere Verteilungen von Störsignalquellen angepasst werden können.
1. Verfahren zur Unterdrückung mindestens eines akustischen Störsignals (AS3,AS4) mit
einem Richtmikrofonsystem (RMS,RM1,RM2), das mindestens zwei Mikrofone (M1,...M5)
aufweist, mit folgenden Verfahrensmerkmalen:
- Erzeugen einer Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen (RMS1, RMS2) durch gewichtetes
Kombinieren von Signale der mindestens zwei Mikrofone (M1,...M5), wobei die Gewichtung
jeweils eine richtungsabhängige Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems (RMS,RM1,RM2),
bestimmt,
- Normieren der Richtmikrofonsignale (RMS1,RMS2) auf eine gleiche Empfindlichkeit
des Richtmikrofonsystems (RMS,RM1,RM2) in einem Richtbereich,
- Auswählen des Richtmikrofonsignals (RMS1,RMS2) mit dem geringsten Störsignalanteil
als Ausgangsrichtmikrofonsignal (ARMS,ARMS1,ARMS2).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Richtmikrofonsignal (RMS1,RMS2) mit dem geringsten Störsignalanteil durch das
Richtmikrofonsignal (RMS1,RMS2) mit der niedrigsten Signalenergie gegeben ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung derart bestimmt wurde, dass sie die Empfindlichkeit des Richtmikrofonsystems
(RMS,RM1,RM2) für eine in Bezug zum Richtmikrofonsystem (RMS,RM1,RM2) in einer Richtung
liegenden Störsignalquelle (S3,S4) minimiert.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung derart bestimmt wurde, dass sie einen Effekt des akustischen Umfelds
berücksichtigt, der aufgrund der Benutzung des Richtmikrofonsystems (RMS,RM1,RM2)
auftritt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung durch eine Messung der Empfindlichkeit des an einem Kopf (1,1') oder
an einer Kopfimitation angeordneten Richtmikrofonsystems (RMS,RM1,RM2) bestimmt wurde.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung einen Amplituden- und/oder einen Phasenfaktor (KA,KPH) insbesondere zur Korrektur der Amplitude bzw. Phase eines der Mikrofonsignale (S1,S2)
aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung, insbesondere als frequenz- und/oder richtungsabhängige Kennlinie,
abgespeichert ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der Erzeugung der Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen (RMS1,RMS2) die benötigten
Gewichtungen aus einem Speicher gelesen werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erzeugung der Richtmikrofonsignale (RMS1,RMS2) im Wesentlichen gleichzeitig erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtung bei der Erzeugung der Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen (RMS1,RMS2)
ihren Wert verändert, um nacheinander Richtmikrofonsignale (RMS,RMS2) mit unterschiedlichen
richtungsabhängigen Empfindlichkeiten zu erzeugen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Frequenzbereich der Mikrofonsignale (S1,S2) in Frequenzbänder (ΔF,ΔF') unterteilt
wird, in denen jeweils ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 durchgeführt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangsrichtmikrofonsignal (ARMS) aus einer Mehrzahl von frequenzbandspezifischen
Ausgangsrichtmikrofonsignalen (ARMS1,ARMS2) aufgebaut wird, welche jeweils in einem
Frequenzband (ΔF,ΔF') den geringsten Störsignalanteil einer Mehrzahl von Richtmikrofonsignalen
(RMS1,RMS2) aufweisen.
13. Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit
einem Richtmikrofonsystem (RMS,RM1,RM2), welches mindestens zwei Mikrofone (M1,M2)
aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Mikrofone (M1,M2) jeweils mit einer frequenzselektierenden Filterbank
(FB1,FB2) verbunden sind, an deren Ausgängen Frequenzband-Signalanteile der Mikrofonsignale
anliegen, wobei die Ausgänge der Filterbänke (FB1,FB2) mit jeweils gleichen Frequenzbändern
(ΔF,ΔF') paarweise mit jeweils einer Einheit (G1,...G4) verbunden sind, welche die
Frequenzband-Signalanteile mit einer Gewichtung kombiniert, wobei die Gewichtung mittels
einer die Amplitude des entsprechenden Frequenzband-Signalanteils verändernden Amplitudeneinheit
(KA1,...KA4) und/oder einer die Phase des entsprechenden Frequenzband-Signalanteils drehenden
Phaseneinheit (KPH1,...KPH4) erfolgt, wobei die Amplitudeneinheit (KA1, ... KA4) und die Phaseneinheit (KPH1, ... KPH4) entweder gemeinsam auf eines oder einzeln auf jeweils eines der Frequenzband-Signalanteile
wirken, wobei mehrere Einheiten mit einer Vergleichseinheit(V,V') verbunden sind,
welche die Richtmikrofonsignale (RMS1,RMS2) auf eine möglichst gleiche Empfindlichkeit
in einem Richtbereich normiert und die normierten Richtmikrofonsignale (RMS1,RMS2)
bezüglich ihres Störsignalanteils vergleicht und wobei am Ausgang der Vergleichseinheit
(V,V') das Richtmikrofonsignal (RMS1,RMS2) mit dem niedrigsten Störsignalanteil als
Ausgangsrichtmikrofonsignal (ARMS1,ARMS2) vorliegt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgänge von mehreren Vergleichseinheiten (V,V') mit einer weiteren Kombinationseinheit
(11) verbunden sind, in der ein Ausgangsrichtmikrofonsignal (ARMS) für den von der
Vorrichtung abgedeckten Frequenzbereich gebildet wird.
1. Method for suppression of at least one acoustic interference signal (AS3, AS4) by
means of a directional microphone system (RMS, RM1, RM2) which has at least two microphones
(M1,...M5), with the following method features:
- production of two or more directional microphone signals (RMS1, RMS2) by weighted
combination of signals from the at least two microphones (M1,...M5), with the weighting
in each case determining a direction-dependent sensitivity of the directional microphone
system (RMS, RM1, RM2),
- normalization of directional microphone signals (RMS1, RMS2) with respect to the
same sensitivity of the directional microphone system (RMS, RM1, RM2) in one direction
region,
- selection of the directional microphone signal (RMS1, RMS2) with the lowest interference
signal component as the output directional microphone signal (ARMS, ARMS1, ARMS2).
2. Method according to Claim 1,
characterized in that the directional microphone signal (RMS1, RMS2) with the lowest interference signal
component is given by the directional microphone signal (RMS1, RMS2) with the lowest
signal energy.
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that the weighting was determined in such a way that it minimizes the sensitivity of the
directional microphone system (RMS, RM1, RM2) for an interference signal source (S3,
S4) which is located in one direction with respect to the directional microphone system
(RMS, RM1, RM2).
4. Method according to one of Claims 1 to 3,
characterized in that the weighting was determined in such a way that it takes account of any effect of
the acoustic environment, which occurs as a result of the use of the directional microphone
system (RMS, RM1, RM2).
5. Method according to Claim 4,
characterized in that the weighting was determined by measurement of the sensitivity of the directional
microphone system (RMS, RM1, RM2) which is arranged on a head (1, 1') or on a head
imitation.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the weighting has an amplitude factor and/or a phase factor (KA, KPH), in particular for the correction of the amplitude or phase, respectively, of one
of the microphone signals (S1, S2).
7. Method according to one of Claims 1 to 6,
characterized in that the weighting is stored in particular as a frequency-dependent and/or direction-dependent
characteristic.
8. Method according to one of Claims 1 to 7, characterized in that, when producing the two or more directional microphone signals (RMS1, RMS2) the required
weightings are read from a memory.
9. Method according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the directional microphone signals (RMS1, RMS2) are produced essentially at the same
time.
10. Method according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the weighting during the production of the two or more directional microphone signals
(RMS1, RMS2) changes its value in order to successively produce directional microphone
signals (RMS1, RMS2) with different direction-dependent sensitivities.
11. Method according to one of Claims 1 to 10, characterized in that the frequency range of the microphone signals (S1, S2) is subdivided into frequency
bands (ΔF, ΔF'), in each of which a method according to one of Claims 1 to 10 is carried
out.
12. Method according to Claim 11,
characterized in that the output directional microphone signal (ARMS) is formed from two or more frequency-band-specific
output directional microphone signals (ARMS1, ARMS2) each of which has the smallest
interference signal component of two or more directional microphone signals (RMS1,
RMS2) in a frequency band (ΔF, ΔF').
13. Apparatus for carrying out a method according to one of Claims 1 to 12 with a directional
microphone system (RMS, RM1, RM2) which has at least two microphones (M1, M2).
14. Apparatus according to Claim 13,
characterized in that the two microphones (M1, M2) are connected to a respective frequency-selecting filter
bank (FB1, FB2), at whose outputs frequency band signal components of the microphone
signals are produced, with the outputs of the filter banks (FB1, FB2) which are each
in the same frequency bands (ΔF, ΔF') being connected in pairs to a respective unit
(G1,...G4) which combines the frequency band signal components with a weighting, with
the weighting being applied by means of an amplitude unit (KA1, ...KA4), which varies the amplitude of the corresponding frequency band signal component,
and/or by means of a phase unit (KPH1, ...KPH4) which shifts the phase of the corresponding frequency band signal component, with
the amplitude unit (KA1, ...KA4) and the phase (KPH1, ...KPH4) acting either jointly on one frequency band signal component or acting individually
on each of the frequency band signal components, with two or more units being connected
to a comparison unit (V, V') which normalizes the directional microphone signals (RMS1,
RMS2) with respect to a sensitivity which is as identical as possible in a direction
region and compares the interference signal component of the normalized directional
microphone signals (RMS1, RMS2), and with the directional microphone signal (RMS1,
RMS2) with the smallest interference signal component being produced as the output
directional microphone signal (ARMS1, ARMS2) at the output of the comparison unit
(V, V').
15. Apparatus according to Claim 14,
characterized in that the outputs of the two or more comparsion units (V, V') are connected to a further
combination unit (11), in which an output directional microphone signal (AMRS) is
formed for the frequency range which is covered by the apparatus.
1. Procédé de suppression d'au moins un signal ( AS3, AS4 ) acoustique parasite par un
système ( RMS, RM1, RM2 ) de microphone directionnel qui a au moins deux microphones
( M1,...M5 ) ayant les caractéristiques de procédé suivantes :
- on produit une multiplicité de signaux ( RMS1, RMS2 ) directionnels par combinaison
pondérée de signaux d'au moins deux microphones ( M1, ........M5 ), la pondération
déterminant respectivement une sensibilité, dépendante de la direction, du système
( RMS, RM1, RM2 ) de microphone directionnel,
- on norme les signaux ( RMS1, RMS2 de microphone directionnel sur une même sensibilité
du système ( RMS, RM1, RM2 ) de microphone directionnel dans une zone directionnelle,
- on choisit le signal ( RMS1, RMS2 ) de microphone directionnel ayant la proportion
la plus petite de signal parasite comme signal ( ARMS, AEMS1, ARMS2 ) de microphone
directionnel de sortie.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que le signal ( RMS1, RMS2 ) de microphone directionnel ayant la proportion la plus petite
de signal parasite est donné par le signal ( RMS1, RMS2 ) de microphone directionnel
ayant l'énergie de signal la plus petite.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que la pondération a été déterminée de manière à minimiser la sensibilité du système
( RMS, RM1, RM2 ) de microphone directionnel pour une source ( S3, S4 ) de signal
parasite se trouvant dans une direction par rapport au système ( RMS, RM1, RM2 ) de
microphone directionnel.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la pondération a été déterminée de manière à tenir compte d'un effet de l'ambiance
acoustique qui apparaît en raison de l'utilisation du système ( RMS, RM1, RM2 ) de
microphone directionnel.
5. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé en ce que la pondération a été déterminée par une mesure de la sensibilité du système ( RMS,
RM1, RM2 ) de microphone directionnel disposé sur une tête ( 1, 1' ) ou sur une imitation
de tête.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la pondération comporte un facteur ( KA ) d'amplitude et/ou un facteur ( KPH ) de
phase, notamment pour la correction de l'amplitude ou de la phase de l'un des signaux
( S1, S2 ) de microphone.
7. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que la pondération mémorise notamment une caractéristique qui dépend de la fréquence
et/ou de la direction.
8. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que, lors de la production de la multiplicité de signaux ( RMS1, RMS2 ) de microphone
directionnel, on lit les pondérations nécessaires dans une mémoire.
9. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'on effectue la production des signaux ( RMS1, RMS2 ) de microphone directionnel sensiblement
en même temps.
10. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la pondération modifie, lors de la production de la multiplicité de signaux ( RMS1,
RMS2 ) de microphone directionnel, sa valeur pour produire des signaux ( RMS, RMS2
) directionnels successifs ayant des sensibilités différentes qui dépendent de la
direction.
11. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que l'on subdivise le domaine de fréquence des signaux ( S1, S2 ) de microphone en bandes
( ΔF, ΔF' ) de fréquence dans lesquelles on effectue respectivement un procédé suivant
l'une des revendications 1 à 10.
12. Procédé suivant la revendication 11, caractérisé en ce que l'on forme le signal ( ARMS ) de microphone directionnel de sortie à partir d'une
multiplicité de signaux ( ARMS1, ARMS2 ) de microphone directionnel de sortie spécifiques
à la bande de fréquence, qui ont respectivement dans une bande ( ΔF, ΔF' ) de fréquence
la proportion la plus petite de signal parasite d'une multiplicité de signaux ( RMS1,
RMS2 ) de microphone directionnel.
13. Dispositif pour la mise en oeuvre d'un procédé suivant l'une des revendications 1
à 12, comprenant un système ( RMS, RM1, RM2 ) de microphone directionnel qui a au
moins deux microphones ( M1, M2 ).
14. Dispositif suivant la revendication 13,
caractérisé en ce que les deux microphones ( M1, M2 ) sont reliés respectivement à un banc ( FB1, FB2 )
de filtrage, qui est électif en fréquence et aux sorties duquel s'appliquent des proportions
de signal de bande de fréquence des signaux de microphone, les sorties des bancs (
FB1, FB2 ) de filtrage ayant respectivement de mêmes bandes ( ΔF, ΔF' ) de fréquence
étant reliées par paire à respectivement une unité ( G1, ...G4 ) qui combine les proportions
de signal de bande de fréquence à une pondération, la pondération s'effectuant au
moyen d'une unité ( KA1, ...KA4 ) d'amplitude modifiant l'amplitude de la proportion
de signal de bande de fréquence correspondante et/ou d'une unité ( KPH1, ......KPH4
) de phase faisant tourner la phase de la proportion de signal de bande de fréquence
correspondante, l'unité ( KA1, ...KA4 ) d'amplitude et l'unité ( KPH1, ......KPH4
) de phase agissant soit conjointement sur l'une soit individuellement sur chacune
des proportions de signal de bande de fréquence, plusieurs unités étant reliées à
une unité ( V, V' ) de comparaison, qui norme les signaux ( RMS1, RMS2 ) de microphone
directionnel sur une sensibilité aussi égale que possible dans un domaine directionnel
et qui compare les signaux ( RMS1n, RMS2 ) de microphone directionnel normés en ce
qui concerne leur proportion de signal parasite et dans lequel à la sortie de l'unité
( V, V' ) de comparaison le signal ( RMS1, RMS2 ) de microphone directionnel, ayant
la proportion la plus petite de signal parasite, est présent en tant que signal (
ARMS1, ARMS2 ) de microphone directionnel de sortie.
15. Dispositif suivant la revendication 14,
caractérisé en ce que les sorties de plusieurs unités ( V, V' ) de comparaison sont reliées à une autre
unité ( 11 ) de combinaison, dans laquelle un signal ( ARMS ) de microphone directionnel
de sortie est formée pour le domaine de fréquence recouvert par le dispositif.