[0001] Die Erfindung betrifft ein Sprühgerät für Beschichtungsmaterial, insbesondere Beschichtungspulver,
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Insbesondere betrifft die Erfindung ein Sprühgerät, welches mindestens eine Hochspannungselektrode
zum elektrostatischen Aufladen des Beschichtungsmaterials aufweist. Sie ist jedoch
auch für Sprühgeräte verwendbar, welche nicht zur elektrostatischen Aufladung von
Beschichtungsmaterial ausgebildet sind.
[0003] Sprühgeräte dieser Art sind bekannt, z. B. aus der US 4,324,361, DE 34 12 694 A1,
US 4,505,430, US 4,196,465 US 4,347,984 und US 6,189,804.
[0004] Nachteilig bei Sprühgeräten mit Ringspalt als Formungsluftauslass ist, dass selbst
dann, wenn der Spalt in Spaltlängsrichtung an mehreren Stellen zwischen den beiden
ihn bildenden Teilen abgestützt ist, nicht gleichförmig groß ausgebildet werden kann,
aus technischen Herstellungsgründen. Dieser Nachteil ist dann nicht gegeben, wenn
anstatt eines Ringspaltes Bohrungen verwendet werden, insbesondere dann, wenn der
Körper, in welchem die Bohrungen gebildet sind, an der Bohrungsstelle ungeteilt ist.
Solche Sprühgeräte zeigen z. B. die EP 0 767 005 B1, EP 0 744 998 B1 und DE 34 31
785 C2.
[0005] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, mit weniger Formungsluftmenge
pro Zeiteinheit einen gleich guten oder besseren Wirkungsgrad bezüglich der Einwirkung
auf den Beschichtungsmaterial-Sprühstrom und auch bezüglich der Beschichtungsqualität
und bezüglich der zur Beschichtung erforderlichen Beschichtungsmaterialmenge zu erzielen.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0007] Demgemäß betrifft die Erfindung ein Sprühgerät für Beschichtungsmaterial, insbesondere
Beschichtungspulver, enthaltend einen Beschichtungsmaterialkanal; einen Sprühauslass
am stromabwärtigen Ende des Beschichtungsmaterialkanals zum Sprühen des Beschichtungsmaterials
auf ein zu beschichtendes Objekt; einen Formungsluftauslass für Formungs-Druckluft,
welcher sich nahe bei dem Sprühauslass und dem Strömungsweg des Beschichtungsmaterials
herum erstreckt, getrennt von dem Strömungsweg, und ausgebildet ist, um aus Druckluft
einen den Beschichtungsmaterial-Sprühstrahl einhüllenden Formungsluftstrom zu erzeugen;
wobei der Formungsluftauslass durch eine große Vielzahl von Löchern in einem Körper
gebildet ist, welche um den Strömungsweg des Beschichtungsmaterials, getrennt von
diesem, herum verteilt angeordnet sind und nach vorne zum Beschichtungsmaterial-Sprühstrahl
zeigen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Umgebungsluftdurchgang mit Abstand relativ
zu den Löchern radial nach innen versetzt vorgesehen ist, welcher sich von einer hinter
dem Körper, in welchem die Löcher gebildet sind, gelegenen Umgebungsluft-Eintrittsstelle
zu einer vor dem Körper, in welchem die Löcher gebildet sind, gelegenen Luftaustrittsstelle
erstreckt und sich einteilig oder in Form von mehreren Öffnungen um den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials, getrennt von diesem Strömungsweg, herum erstreckt, so
dass Umgebungsluft von der hinteren Lufteintrittsstelle zur vorderen Luftaustrittsstelle
durch den Umgebungsluftdurchgang hindurch saugbar ist durch Strömungs-Saugwirkung
des Beschichtungsmaterial-Sprühstrahls und/oder durch Strömungs-Saugwirkung des Formungsluftstromes.
[0008] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0009] Die Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand einer bevorzugten
Ausführungsform als Beispiel beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- schematisch, unmaßstäblich und abgebrochen ein Sprühgerät nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Vorderansicht des Sprühgerätes von Fig. 1 in Richtung von Pfeilen II gesehen.
[0010] Die Fig. 1 und 2 zeigen nur eine von vielen möglichen Ausführungsformen der Erfindung.
[0011] Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Sprühgerät ist zum Sprühen von Beschichtungspulver
ausgebildet, könnte jedoch statt dessen auch zum Sprühen von flüssigem Beschichtungsmaterial
ausgebildet sein.
[0012] Das Sprühgerät enthält einen Beschichtungsmaterialkanal 2; einen Sprühauslass 4 am
stromabwärtigen Ende des Beschichtungsmaterialkanals 2 zum Sprühen des Beschichtungsmaterials
6 in Form eines Beschichtungsmaterial-Sprühstromes 8 auf ein zu beschichtendes Objekt
(nicht gezeigt); und einen Formungsluftauslass 10 für Formungs-Druckluft 12, welcher
sich nahe bei dem Sprühauslass 8 um den Strömungsweg des Beschichtungsmaterials 6,
getrennt vom Strömungsweg, herum erstreckt und ausgebildet ist, um aus der Formungs-Druckluft
12 einen den Beschichtungsmaterial-Sprühstrahl 8 einhüllenden Formungsluftstrom 11
zu erzeugen.
[0013] Der Formungsluftauslass 10 ist durch eine große Vielzahl von Löchern 14 gebildet,
die sich durch einen an den Löchern ungeteilten Körper 16 erstrecken und um den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials 6, getrennt von diesem Strömungsweg, herum verteilt angeordnet
sind.
[0014] Bei der Ausführungsform der Fig. 1 und 2 sind die Löcher 14 jeweils mit gleichem
Umfangsabstand 18 voneinander kreisförmig konzentrisch um die axiale Mittelachse 20
des Strömungsweges des Beschichtungsmaterials 6 herum angeordnet. Die Löcher können
anstatt kreisförmig auch in anderer Form, beispielsweise oval oder mehreckig rahmenförmig,
um die axiale Mittelachse 20 herum angeordnet sein, um eine bestimmte Querschnittsform
des Sprühstromes 8 zu erzeugen.
[0015] Der Umfangsabstand 18 zwischen den Löchern 14 ist so klein, dass die aus ihnen austretenden
Formungsluftstrahlen 22 durch radiale Expanison zu einem im Querschnitt ringförmigen
Formungsluftstrom zusammenströmen, vorzugsweise unmittelbar nach den Löchern 14 noch
bevor sie auf den Sprühstrom 8 auftreffen, spätestens jedoch am Auftreffpunkt auf
den Sprühstrom 8.
[0016] Die Löcher 14 sind in Beschichtungsmaterial-Sprührichtung gesehen nach vorne gerichtet,
vorzugsweise parallel zur axialen Mittelachse 20, und vorzugsweise in einer nach vorne
zeigenden Stirnfläche gebildet. Gemäß anderer Ausführungsform können sie auch schräg
zur axialen Mittelachse 20 gerichtet sein, entweder gegen sie oder von ihr weg zeigend.
Durch die Richtung der Löcher 14 relativ zur axialen Mittelachse 20 und durch die
Druckstärke der Druckluft 12 kann die Querschnittsform und Querschnittsgröße des Sprühstromes
8 eingestellt werden.
[0017] In oder nahe bei dem Strömungsweg des Beschichtungsmaterials ist am oder nahe bei
dem Sprühauslass 4 vorzugsweise mindestens eine oder mehrere Elektroden, z. B. 23,
24 und/oder 25 angeordnet, welche zur elektrostatischen Aufladung des Beschichtungsmaterials
6 an einen Hochspannungserzeuger 26 angeschlossen ist oder sind. Der Hochspannungserzeuger
26 kann extern von dem Sprühgerät oder gemäß Fig. 1 im Sprühgerät angeordnet sein.
Er erzeugt aus einer Wechselspannung eine höhere Gleichspannung, welche beispielsweise
im Bereich zwischen 4 kV und 150 kV liegen kann. Das Sprühgerät hat einen Niedervoltwechselspannungsanschluss
28 zur Zufuhr von Niederspannungswechselspannung an den Hochspannungserzeuger 26;
einen Beschichtungsmaterialanschluss 30 zur Zufuhr von Beschichtungsmaterial zum Beschichtungsmaterialkanal
2; und einen Formungs-Druckluftanschluss 32 zur Zufuhr von Formungs-Druckluft 12 zu
einem Verteilerkanal 34, welcher die Löcher 14 auf ihrer stromaufwärtigen miteinander
verbindet.
[0018] Es sind mindestens zehn oder mehr Löcher 14 vorhanden, beispielsweise mindestens
zwanzig, dreißig oder vierzig oder jede beliebige Vielzahl. Der Umfangsabstand 18
der Löcher 14 voneinander ist mindestens um den Faktor zwei oder mehr größer als die
Öffnungsgröße 38 der Löcher 14 in Umfangsrichtung um die axiale Mittelachse 20. Vorzugsweise
hat jedoch der Faktor einen größeren Wert, beispielsweise den Wert fünf oder mehr,
beispielsweise zehn oder mehr. Der Öffnungsquerschnitt von jedem Loch 14 ist kleiner
als 2,0 mm
2, beispielsweise kleiner als 1,0 mm
2 oder noch bevorzugter kleiner als 0,5 mm
2 oder kleiner als 0,3 mm
2. Das Ziel ist es, die Löcher so klein wie möglich zu machen, wie dies technisch praktikabel
ist, um dadurch mit einer kleinstmöglichen Formungsluft-Strömungsmenge pro Zeiteinheit
einen schnell strömenden, energiestarken Formungsluftstrahl 22 an jedem Loch 14 und
daraus einen energiestarken Formungsluftstrom 11 zu erzeugen. Dadurch wird mit wenig
Luftmenge pro Zeiteinheit eine wirksame Beeinflussung der Querschnittsform und Querschnittsgröße
des Sprühstromes 8 erzielt. Durch die sehr kleine Querschnittsgröße der einzelnen
Löcher 14 wird an allen Löchern eine gleiche Formungsluft-Strömungsmenge pro Zeiteinheit
auch dann erzielt, wenn alle Löcher 14 gleich großen Querschnitt haben und der Verteilerkanal
34 auf seiner ganzen Länge eine gleich bleibende Querschnittsgröße hat. Die kleine
Querschnittsgröße der Löcher 14 bewirkt eine gleichmäßige Luftdruckverteilung auf
der gesamten Länge des Verteilerkanals 34. Die Summe der gesamten Querschnittsgrößen
von allen Löchern 14 ist kleiner, z. B. nur halb so groß, als der Strömungsquersschnitt
des Verteilerkanals 34.
[0019] Die Löcher 14 haben vorzugsweise je einen im Querschnitt kreisrunden Querschnitt,
können jedoch auch einen anderen Querschnitt haben, beispielsweise eine eckige Querschnittsform.
Die Löcher 14 können beim Herstellen des Körpers 16, in welchem sie gebildet sind,
während des Körper-Herstellungsprozesses geformt werden, beispielsweise durch Spritzgussverfahren
zur Herstellung des Körpers 16 und gleichzeitiger Herstellung der Löcher 14. Gemäß
einer anderen bevorzugten Ausführungsform sind die Löcher 14 durch Bohren in dem Körper
16 gebildet. Der Körper 16 kann aus einem steifen Material, beispielsweise aus einem
Metallrohr oder aus einem Kunststoffrohr bestehen, oder aus einem elastischen oder
flexiblen Material, z. B. einem Schlauch, z. B. aus Gummi oder Kunststoff.
[0020] Fig. 1 und 2 zeigen eine Ausführungsform, bei welcher der Körper 16 ein Schlauch
oder ein Rohr ist, in welchem die Löcher 14 gebohrt sind und dessen Schlauchinnenraum
oder Rohrinnenraum den Verteilerkanal 34 bildet. Der Körper 16 kann ein Teil des Gehäuses
40 oder ein an diesem Gehäuse 40 des Sprühgerätes 2 befestigtes Gehäuseteil sein,
oder gemäß den Fig. 1 und 2 ein zusätzlicher Körper 16. Dieser zusätzliche Körper
16 ist an dem Gehäuse 40 des Sprühgerätes befestigt, kann jedoch auch an einem anderen
Element befestigt sein, welches an dem Gehäuse 40 befestigt ist, beispielsweise an
einem vorderen Endstück 42, welches den Sprühauslass 4 bildet oder enthält und an
dem Gehäuse 40 befestigt ist.
[0021] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform ist das Auslassende der Löcher 14 relativ zum
Sprühauslass 4 stromaufwärts zurück versetzt. Gemäß anderer Ausführungsform könnte
jedoch das Auslassende der Löcher 14 in der gleichen Querebene oder stromabwärts der
Querebene liegen, in welcher auch der Sprühauslass 4 liegt. Wesentlich ist, dass der
Formungsluftstrom 11 den Sprühstrom 8 so nahe am Sprühauslass 4 einhüllt, dass keine
Beschichtungsmaterialpartikel aus dem Beschichtungsmaterialstrom radial nach außen
oder nach hinten auf die Außenumfangsflächen des Sprühgerätes entweichen können.
[0022] Die Löcher 14 können mit wesentlich größerer Genauigkeit in einer vorbestimmten Größe
hergestellt werden als sich in Umfangsrichtung um die axiale Mittelachse 20 erstreckende
Spalte. Ferner besteht bei den Löchern weniger die Gefahr von Größenveränderungen
durch Temperatureinflüsse und durch externe mechanische Einflüsse, beispielsweise
Schläge durch Auftreffen auf andere Gegenstände.
[0023] Der Körper 16, welcher mit den Löchern 14 versehen ist, ist durch ein oder mehrere
Elemente 44, vorzugsweise Stege mit Zwischenräumen zwischen ihnen, direkt oder über
Zwischenelemente an dem Gehäuse 40 befestigt, so dass der Körper 16 von dem Gehäuse
40 getragen wird.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Umgebungsluftdurchgang
50 mit Abstand relativ zu den Löchern 14 radial nach innen versetzt vorgesehen, welcher
sich von einer hinter dem Körper 16, welcher die Löcher 14 hat, erstreckenden Umgebungsluft-Eintrittsstelle
52 zu einer vor dem Körper 16 gelegenen Luftaustrittsstelle 54 erstreckt und welcher
sich in Form eines ,oder mehrerer Schlitze oder anderen Öffnungen um den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials 6, getrennt von diesem Strömungsweg, und damit auch um
die axiale Mittelachse 20 herum erstreckt, so dass Umgebungsluft 56 von der hinteren
Lufteintrittsstelle 52 zur vorderen Luftaustrittsstelle 54 durch den Umgebungsluftdurchgang
50 hindurchsaugbar ist durch die Saugwirkung des Beschichtungsmaterial-Sprühstromes
8 und/oder durch die Saugwirkung der Formungs-Druckluftstrahlen 22 und des Formungsluftstromes
11. Dieser Umgebungsluftdurchgang 50 verhindert ein Zurückströmen von Beschichtungsmaterialpartikeln
auf die Außenflächen des Sprühgerätes und dessen Körper 16, der die Löcher 14 enthält.
Damit wird eine Verschmutzung dieser Teile verhindert.
[0025] Bei der gezeigten Ausführungsform haben alle Löcher 14 durch den Druckluft-Verteilerkanal
34 mit einer Druckluft-Einlassöffnung 62 miteinander Strömungsverbindung. Gemäß einer
nicht gezeigten Ausführungsform können zwei oder mehr Gruppen von solchen Löchern
14 durch einen Abschnitt des Verteilerkanals 34 miteinander Strömungsverbindung haben,
wobei die Abschnitte strömungsmäßig voneinander getrennt sind und jeder Abschnitt
eine eigene Druckluft-Einlassöffnung 62 hat. Dies ermöglicht eine feinere Einstellung
der aus den Löchern 14 austretenden Druckluftmenge pro Zeiteinheit vorzugsweise dahingehend,
dass aus allen Löchern die gleiche Druckluftmenge pro Zeiteinheit ausströmt, oder
gemäß anderer Ausführungsform definierte unterschiedliche Druckluftmengen pro Zeiteinheit
ausströmen.
[0026] Für beide Ausführungsformen sind der Öffnungsquerschnitt des Verteilerkanals 34 (oder
dessen voneinander getrennte Abschnitte) und die Öffnungsquerschnitte der Löcher 14
derart aufeinander abgestimmt, dass aus allen Löchern 14 die gleiche Druckluftmenge
pro Zeiteinheit ausströmen kann. Die aus den Löchern 14 austretende Druckluftmenge
pro Zeiteinheit ist abhängig vom Strömungwiderstand im Verteilerkanal 34 zwischen
der Einlassöffnung 62 und dem betreffenden Loch 14. Eine gleiche Druckluftmenge pro
Zeiteinheit kann an allen Löchern 14 dadurch erreicht werden, dass entweder der Verteilerkanal
34 in Richtung vom nächstgelegenen Loch 14 bis zum entferntes gelegenen Loch 14 einen
zunehmend kleineren Widerstand hat oder vorzugsweise dadurch, dass die Löcher mit
zunehmender Abstand von der Druckluft-Einlassöffnung 62 einen zunehmend größeren Öffnungsquerschnitt
haben. Hierbei hat das Loch 14, welches den kürzesten Strömungsweg von der Einlassöffnung
62 entfernt ist, den kleinsten Öffnungsquerschnitt, und das am weitesten entfernte
Loch 14 den größten Öffnungsquerschnitt. Solche Maßnahmen sind jedoch technisch aufwändig
und teuer. Sie können auch bei der Erfindung verwendet werden. Jedoch sind bei der
Erfindung die Öffnungsquerschnitte in der genannten Weise so klein, dass auch ohne
solche Maßnahmen an allen Löchern 14 eine gleich große Formungsluft-Strömungsmenge
pro Zeiteinheit erzielt wird.
[0027] Alle Ausführungsformen der Erfindung eignen sich für alle Arten von Sprühgeräten
für Beschichtungsmaterial, insbesondere für pulverförmiges Beschichtungsmaterial,
beispielsweise für Sprühgeräte mit einem Sprühauslass in Form einer Rundstrahldüse
oder Flachstrahldüse, mit zylindrischer oder trichterartiger Form, mit oder ohne Prallkörper
60 oder Staukörper, und auch für Sprühgeräte, deren Sprühauslass 4 mit einem Rotationskörper
versehen oder durch einen solchen gebildet ist. Ferner eignet sich die Erfindung auch
für Corona-Sprühgeräte, bei welchen an der mindestens einen Hochspannungselektrode
23, 24, 25 Coronaentladungen erzeugt werden, und auch für sogenannte Tribo-Sprühgeräte,
bei welchen die elektrostatische Aufladung der Sprühbeschichtungsmaterialpartikel
durch Reibung derselben im Beschichtungsmaterialkanal 2 erzeugt wird.
[0028] Die Erfindung ermöglicht eine homogene Luftverteilung der Formungs-Druckluft um den
Sprühstrom 8 herum. Hierfür wird nur eine kleine Druckluftmenge pro Zeiteinheit benötigt.
Der gemäß der Erfindung erzeugte Formungsluftstrom 11 hat eine stabilisierende Wirkung
auf den Sprühstrom 8, welcher eher die Form einer Sprühwolke als eines Sprühstrahles
hat. Dieser Sprühstrom 8 bzw. Sprühwolke ist wesentlich unsensibler bezüglich Luftströmungen
in einer Beschichtungskabine als beim Stand der Technik. Dies hat den weiteren Vorteil,
dass der Auftragswirkungsgrad des Beschichtungspulvers auf ein zu beschichtendes Objekt
und die Beschichtungsqualität, z. B. Bechichtungsgleichmäßigkeit, wesentlich erhöht
werden.
[0029] Sprühgeräte dieser Art werden üblicherweise als Spray Gun oder Sprühpistole bezeichnet,
sowohl wenn sie mit einem Handgriff zur manuellen Bedienung versehen sind, als auch
wenn sie als gerade oder winkelförmige Automatikpistolen ausgebildet sind, welche
von einer Vorrichtung gehalten werden, z. B. von einem Roboter; Hubständer oder ortsfesten
Träger.
1. Sprühgerät für Beschichtungsmaterial (6), insbesondere Beschichtungspulver, enthaltend
einen Beschichtungsmaterialkanal (2); einen Sprühauslass (4) am stromabwärtigen Ende
des Beschichtungsmaterialkanals (2) zum Sprühen des Beschichtungsmaterials (6) auf
ein zu beschichtendes Objekt; einen Formungsluftauslass (10) für Formungs-Druckluft,
welcher sich nahe bei dem Sprühauslass (4) und dem Strömungsweg des Beschichtungsmaterials
(6) herum erstreckt, getrennt von dem Strömungsweg, und ausgebildet ist, um aus Druckluft
einen den Beschichtungsmaterial-Sprühstrahl (8) einhüllenden Formungsluftstrom (11)
zu erzeugen; wobei der Formungsluftauslass (10) durch eine große Vielzahl von Löchern
(14) in einem Körper (16) gebildet ist, welche um den Strömungsweg des Beschichtungsmaterials
(6), getrennt von diesem, herum verteilt angeordnet sind und nach vorne zum Beschichtungsmaterial-Sprühstrahl
(8) zeigen,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Umgebungsluftdurchgang (50) mit Abstand relativ zu den Löchern (14) radial nach
innen versetzt vorgesehen ist, welcher sich von einer hinter dem Körper (16), in welchem
die Löcher (14) gebildet sind, gelegenen Umgebungsluft-Eintrittsstelle (52) zu einer
vor dem Körper (16), in welchem die Löcher (14) gebildet sind, gelegenen Luftaustrittsstelle
(54) erstreckt und sich einteilig oder in Form von mehreren Öffnungen um den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials (6), getrennt von diesem Strömungsweg, herum erstreckt,
so dass Umgebungsluft (56) von der hinteren Lufteintrittsstelle (52) zur vorderen
Luftaustrittsstelle (54) durch den Umgebungsluftdurchgang (50) hindurch saugbar ist
durch Strömungs-Saugwirkung des Beschichtungsmaterial-Sprühstrahls (8) und/oder durch
Strömungs-Saugwirkung des Formungsluftstromes (11).
2. Sprühgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Körper (16) an den Löchern (14) ungeteilt ist.
3. Sprühgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zehn oder mehr von den Löchern (14) vorgesehen sind.
4. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand (18) der Löcher (14) voneinander, in Umfangsrichtung um den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials (6) gesehen, mindestens um den Faktor fünf oder mehr, vorzugsweise
mindestens zehn, größer ist als die Öffnungsgröße der Löcher (14) in dieser Umfangsrichtung.
5. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Öffnungsquerschnitt von jedem Loch (14) kleiner als 2,0 mm2 ist, vorzugsweise kleiner als 1,0 mm2 oder noch bevorzugter kleiner als 0,5 mm2 oder kleiner als 0,3 mm2.
6. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Löcher (14) einen kreisrunden Querschnitt haben.
7. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Körper (16) ein Schlauch oder ein Rohr ist, welcher bzw. welches den Strömungsweg
des Beschichtungsmaterials (6), getrennt von diesem, umgibt, und dass die Löcher (14)
in der Wand des Schlauches bzw. des Rohres gebildet sind.
8. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Auslassende der Löcher (14) relativ zum Sprühauslass (4) stromaufwärts zurückversetzt
angeordnet ist.
9. Sprühgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle Löcher (14) oder Gruppen von Löchern (14) je mit einem Druckluft-Verteilerkanal
(34) in Strömungsverbindung, sind, der mindestens eine Druckluft-Einlassöffnung (62)
aufweist.
10. Sprühgerät nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Öffnungsquerschnitt des Verteilerkanals (34) und die Öffnungsquerschnitte der
Löcher (14) aufeinander derart abgestimmt sind, dass aus allen Löchern (14) die gleiche
Druckluftmenge pro Zeiteinheit ausströmen kann.