(19)
(11) EP 1 475 188 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.11.2004  Patentblatt  2004/46

(21) Anmeldenummer: 04010040.6

(22) Anmeldetag:  28.04.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B24D 7/14, B24B 7/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 09.05.2003 DE 10322360

(71) Anmelder: KADIA Produktion GmbH + Co.
72622 Nürtingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Nagel, Peter
    72622 Nürtingen (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner 
Postfach 10 40 36
70035 Stuttgart
70035 Stuttgart (DE)

   


(54) Vorrichtung zum feinarbeiten von ebenen flächen


(57) Eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung von Planflächen, insbesondere zum Plan-Finishen, weist ein Werkzeug (13) auf, das eine äußere und eine innere Arbeitsfläche (36, 44) hat. Diese sind nach Art von Topfscheiben, die ineinander passen, ausgebildet und zusammen drehbar, jedoch unabhängig voneinander axial zustellbar. Dies geschieht bezüglich der äußeren Arbeitsfläche (36) mittels des Spindelantriebs einer Honmaschine, der vorzugsweise als Linearmotor ausgebildet ist, während die innere Arbeitsfläche (44) über den Zustellantrieb (28) der Honmaschine zugestellt wird, der im Inneren der Spindel und des Werkzeugs verläuft.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Feinbearbeiten von ebenen Flächen an Werkstücken, insbesondere zum Plan-Finishen.

[0002] Planflächen werden durch Trocken- oder Nassschleifen mit schnelldrehenden Schleifscheiben bearbeitet. Eine Feinbearbeitung mit größeren Anforderungen an Ebenheit und Planschlag ist durch umlaufende Hon hülsen (Topfscheiben) möglich, die aufgrund ihres höheren Überdeckungsgrades die gewünschte Formgenauigkeit ermöglichen.

[0003] Das DE 202 08 944.4 U der Anmelderin beschreibt eine Maschine zur Feinbearbeitung durch Honen, bei der auch ein Werkzeug mit einem kegeligen Schleifkopf zur Bearbeitung von Ventilsitzen gezeigt ist.

Aufgabe und Lösung



[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung von ebenen Flächen soweit zu verbessern, dass sie universeller einsetzbar ist und eine Bearbeitung bis zu hoher Oberflächengüte ermöglicht.

[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Vorrichtung ein Werkzeug mit wenigstens zwei stirnseitig schneidmittelbelegten Arbeitsflächen enthält, die voneinander unabhängig axial bewegbar, aber gemeinsam um eine Werkzeugachse drehbar sind.

[0006] Diese Arbeitsflächen, die vorzugsweise konzentrisch zueinander angeordnet sind, können nach Art von ineinanderliegenden Topfscheiben ausgebildet sein und unterschiedliche Schneidmittelbeläge aufweisen. So kann beispielsweise die äußere Arbeitsfläche zur Vorbearbeitung eine gröbere und die innere Arbeitsfläche zur Fertigbearbeitung eine feinere Schneidmittelkörnung aufweisen.

[0007] Das Werkzeug kann an eine Werkzeugspindel anschließbar und von einem axialen Spindelantrieb axial bewegbar sein. Dieser kann durch einen elektrischen Linearmotor gebildet sein, der so feinregulierbar ist, dass diese Axialbewegung die Zustellung der äußeren Arbeitsfläche, d.h. der außenliegenden Topfscheibe ist. Die innenliegende Topfscheibe kann von einem durch die Antriebsspindel des Werkzeugs hindurch verlaufenden Zustellstange angestellt werden.

[0008] Besonders bevorzugt ist eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art, die als Honmaschine mit einer um eine Spindelachse drehbaren Werkzeugspindel ausgebildet ist, an der ein Werkzeug der vorher beschriebenen Art anbringbar ist, so dass die Vorrichtung einen Drehantrieb für das Werkzeug, einen axialen Spindelantrieb für die Werkzeugspindel, z.B. für den Vorschub der äußeren Topfscheibe und einen in die Werkzeugspindel eingelagerten axialen Zustellantrieb aufweist, der beispielsweise die innere Topfscheibe zustellen kann.

[0009] Ferner ist dabei ein Drehantrieb für das Werkstück vorgesehen, der eine zur Spindelachse exzentrische Werkstückdrehachse aufweist. Dies kann eine gesonderte Vorrichtung sein, die auf dem Werkstücktisch der Honmaschine aufgebaut und in diese integriert ist.

[0010] Die Vorrichtung arbeitet vorzugsweise mit kreisringförmigen Arbeitsflächen mit relativ kleiner Ringbreite im Vergleich zum Ringdurchmesser.

[0011] Die Schnittgeschwindigkeit, die sich aus einer Überlagerung der Umfangsgeschwindigkeiten der jeweiligen Arbeitsfläche und des Werkstückes ergibt, liegt vorzugsweise zwischen 1 - 20 m/s. Zum Vergleich: Beim Schleifen liegt die Schnittgeschwindigkeit bei 30 m/s.

[0012] Es wird mit niedrigen Anpressdrücken gearbeitet, z.B. mit 10 - 100 N/cm2, obwohl es möglich ist, dass die axialen Antriebe, die die Zustellung bewirken, weggesteuert sind, was für eine gute Maßhaltigkeit sorgt.

[0013] Die Schneidmittelbeläge enthalten meist hochwertige Schneidkörner, wie Diamant oder Bornitrit, mit einer Körnung unter 15µm, vorzugsweise bei 10µm, was jedoch variiert, ob vor- oder fertiggefinisht werden soll. Aber auch keramisch gebundene Topfscheiben mit Edelkorund- oder Siliciumschneidkörnern der Korngröße 300 - 1000 Maschen / Zoll Sieblänge (mesh) kommen zum Einsatz. Sie sind besonders porös und selbstschärfend.

[0014] Für das Vor-Finishen beträgt der vorgesehene Materialabtrag meist 20µm bis 30µm, während beim Fertig-Finishen nur 1µm bis 3µm abgenommen werden.

[0015] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor. Die einzelnen Merkmale können dabei jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen, für die hier Schutz beansprucht wird. Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher erläutert.

Kurzbeschreibung der Zeichnung



[0016] Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1
eine Seitenansicht einer eine Honmaschine enthaltende Vorrichtung nach der Erfindung,
Fig. 2 und 3
Längsschnitte durch zwei verschiedene Versionen eines Werkzeuges und
Fig. 4
eine schematische Darstellung der Arbeitsbahnen des Werkzeugs nach Fig. 2.

Detaillierte Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen



[0017] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 11, die aus einer Honmaschine 12 bzw. einer ähnlich einer Honmaschine gebaute Spezialmaschine, einem Werkzeug 13 und einem Werkstückdrehantrieb 14 besteht. Die Honmaschine hat einen Sockel 15, eine Maschinensäule 16 und einen Werkstückspanntisch 17 auf dem Sockel.

[0018] An der Säule 16 befindet sich eine Vertikalführung 18 für einen Spindelschlitten 19, der den Spindelkasten 20 einer vertikalen Arbeitsspindel 21 trägt.

[0019] Der Spindelschlitten 19 und die zugehörige Spindelführung 18 enthalten die Primär- und Sekundärteile eines elektrischen Linearmotors, also entsprechend Stator und Rotor eines normalen Elektromotors. Dieser in der Zeichnung nicht im einzelnen dargestellte Linearmotor 22, die Führung 18 und der Spindelschlitten 19 sind in der DE 202 08 944.4 U detailliert beschrieben und dargestellt, worauf hier zum Zwecke der Beschreibung Bezug genommen wird.

[0020] Der Spindelkasten lagert die um die vertikale Werkzeugdrehachse 23 drehbare Spindel 21 und enthält einen elektrischen Antriebsmotor (in Fig. 1 strichliert angedeutet), der den Drehantrieb 24 für das Werkstück um die Achse 23 bildet. Dieser Drehantrieb und gegebenenfalls auch der Linearmotor können frequenzgesteuerte Synchronmotoren sein, deren Regelung über Frequenzumformung erfolgt.

[0021] Auf dem Spindelkasten 20 ist ein Zustellantrieb 25 aufgeflanscht, der einen elektrischen Schrittmotor 26 und einen Dreh/Linear-Wandler 27 aufweist, der den Drehantrieb des Schrittmotors 26 in eine Axialbewegung einer Zustellstange 28 (siehe Fig. 2 und 3) umsetzt. In der Regel handelt es sich dabei um ein Getriebe mit einer Gewindespindel und - mutter, die die Drehung des Motors in exakte Axialbewegungen umsetzt. Hier können auch Kugelrollspindeln etc. verwendet werden.

[0022] An eine Werkzeugkupplung der Spindel ist z.B. nach Art eines Bajonettverschlusses, das Werkzeug 13 angekuppelt. Die in Fig. 2 gezeigte Ausführung besitzt einen Grundkörper 30, an dessen einem Ende ein Anschlussring 31 für die Kupplung zur Spindel angeordnet ist. An das andere, in der Zeichnung untere Ende des Grundkörpers ist ein äußeres Werkzeugteil 32 mittels Schrauben 33 angebracht. Es hat die Form einer Topfscheibe mit einer scheibenförmigen Basis 34 und einem relativ schmalen äußeren Mantel 35, der zum freien Ende des Werkzeugs hin vorsteht.

[0023] Die untere Stirnfläche des Mantels 35 bildet die äußere Arbeitsfläche 36 des Werkzeugs. Sie ist mit einem Schneidmittelbelag 37 versehen. Dieser kann aus Diamant oder Bornitritpartikeln in metallischer oder sonstiger Bindung, aber auch aus Korund oder anderen Schleifmitteln bestehen, die als Schicht oder als gesonderter ringförmiger Stein oder in Segment-Form aufgebracht sind.

[0024] In dem Raum 38, der im Inneren des topfförmigen Werkzeugteils 32 entsteht, ist ein ebenfalls topfförmiger innerer Werkzeugteil 40 angeordnet, der ebenfalls eine Basis 41 und einen Mantel 42 aufweist. Seine Außenabmessungen sind so, dass er sich gleitend passgenau in dem äußeren Werkzeugteil, d.h. an der Innenfläche des Mantels 35 führt. Zur genaueren Führung können hier auch spezielle, nicht dargestellte Lagerflächen vorgesehen sein, die auch einstellbar gestaltet sein können. Die axiale Länge des inneren Werkzeugteils ist geringer als die axiale Tiefe des Raums 38, so dass der innere Werkzeugteil 40 gänzlich in den Raum zurückgezogen werden kann.

[0025] Die äußere, d.h. untere Stirnfläche des Mantels 42 des inneren Werkzeugteils 40 bildet die innere Arbeitsfläche 44 des Werkzeugs. Sie ist ebenfalls mit einem Schneidmittelbelag 45 versehen, der im Prinzip gleich aufgebaut ist wie der Belag 37, jedoch meist eine wesentlich kleinere Körnung hat als dieser. Der innere Werkzeugteil 40 ist mit einer zentralen Zustellstange 46 fest verbunden, die sich in einer Bohrung 47 des Grundkörpers 30 und des äußeren Werkzeugteils 32 führt. Die Zustellstange 46 ist an die Zustellstange 28, die im Inneren der Werkzeugspindel 21 verläuft, fest angeschlossen, beispielsweise durch Schraubung, so dass sie die Bewegung der Zustellstange 28 präzise auf das innere Werkzeugteil 40 überträgt und dieses somit relativ zum äußeren Werkzeugteil 32 bewegen kann. Die beiden Werkzeugteile 32, 40 sind zwar axial zueinander beweglich, jedoch in Drehrichtung miteinander verbunden, und zwar durch einen in beide Basisteile 34, 41 eingreifenden Führungsstift 49. Hier kann auch eine Nut/Feder-Führung o.dgl. vorgesehen sein.

[0026] Das in Fig. 3 dargestellte Werkzeug ist mit Ausnahme der im folgenden beschriebenen Merkmale identisch mit den nach Fig. 2, auf dessen Beschreibung deswegen Bezug genommen wird. Die Basis 34, des äußeren Werkzeugteils 32 ist als Scheibe ausgebildet, an die von der Stirnseite her ein an dem Mantel 35 vorgesehener Flansch 34' mittels Schrauben 33' angeschraubt ist. Der Mantel 35 hat in Fig. 3 einen im wesentlich kleineren Ringdurchmesser d, jedoch eine größere Ringbreite a als der in Fig. 2. Dementsprechend ist auch die Arbeitsfläche 36 breiter, nimmt aber eine im Durchmesser kleinere Ringfläche ein. Das gleiche gilt für den inneren Werkzeugteil 40, der durch einen radial verlaufenden Führungsstift 49 verdrehgesichert ist, der in einem Langloch oder Schlitz 51 des inneren Werkzeugteils geführt ist.

[0027] Fig. 1 zeigt ferner, dass auf dem Spanntisch der Werkstückdrehantrieb 14 angeordnet ist. Auf einem Sockel, der gegebenenfalls einen Kreuztisch zur Werkstückpositionierung enthält, ist ein Elektromotor 54 angeordnet, der, gegebenenfalls über ein Zwischengetriebe und einen Riementrieb 55, ein um eine Werkstückdrehachse 56 drehbares Spannfutter 57 für ein zu bearbeitendes Werkstück 58 antreibt. Das Werkstück besitzt eine obere zu bearbeitende Planfläche 60. Es ist auch möglich, dem Werkstück, z.B. durch einen zusätzlichen Oszillations-Antrieb, eine oszillierende, die Drehbewegung überlagernde oder diese ersetzende Oszillation zu erteilen.

[0028] Eine in die Maschine integrierte Kühl-Schmiermittel-Zuführung 61 ist mit ihrer Mündung auf die zu bearbeitende Fläche 60 gerichtet.

Funktion



[0029] Das Werkzeug 13 ist dazu vorgesehen, die zu bearbeitende Werkstückfläche 60 zuerst vor- und danach fertigzufinishen. Dazu wird das Werkzeug in einer etwa Fig. 2 entsprechenden Position, d.h. mit nach unten vorspringender äußerer Arbeitsfläche 36 mittels des axialen Spindelantriebs 62, der den Linearmotor 22 umfasst, auf das Werkstück zugestellt, und zwar zuerst im Eilgang und danach in Fein-Zustellung. Dies ist mittels des Linearmotors direkt, aber außerordentlich feinfühlig möglich, wobei entsprechende Messfühler die Zustellung begrenzen können. Die Zustellung der äußeren Arbeitsfläche erfolgt also über die Spindeleinheit. Danach werden das Werkzeug und das Werkstück jeweils gegenläufig angetrieben, so dass sich eine resultierende Arbeitsgeschwindigkeit in der Größenordnung zwischen 10m/min und 50m/min ergibt. Bei einem Werkzeug entsprechend Fig. 2 entsteht dann die in Fig. 4 gezeigter Überdeckung, wobei der äußere große Ring der Arbeitsfläche 36 und der innere Ring die Arbeitsfläche 44 darstellt. Diese relativ schmalen Arbeitsflächen, deren Ringbreite a und b, auch bei dem Werkzeug nach Fig. 3, nur etwa zwischen 1/6 und 1/50 des Ringdurchmessers d beträgt, bearbeiten jeweils nur einen gebogenen Streifen 65 der Werkstückfläche 60, durch die gegenläufige Drehung von Werkstück und Werkzeug wird jedoch die gesamte Werkstückfläche überstrichen. Im Falle, dass das Werkstück in der Mitte der zu bearbeitenden Fläche einen Zapfen hat, also nur eine Ringfläche zu bearbeiten ist, ist dies ebenfalls möglich und wird durch die relativ schmalen Arbeitsflächen erleichtert. In diesem Falle würde der Zapfen außerhalb der äußeren Arbeitsfläche bleiben.

[0030] Die Zustellung erfolgt wegabhängig über den Linearmotor, könnte jedoch auch kraftabhängig gesteuert werden. Dies erfolgt kontinuierlich, vorzugsweise jedoch schrittweise, bis das gewünschte Maß erreicht ist. Die Bearbeitung erfolgt nass, d.h. unter Zusatz von Kühl-Schmier-Flüssigkeit, z.B. Honöl oder entsprechenden Emulsionen aus der Zuführung 61.

[0031] Danach wird der äußere Werkstückteil 32 zusammen mit der gesamten Spindeleinheit im Eilgang etwas zurückgefahren, um die Vor-Arbeitsfläche 36 außer Eingriff mit der Werkzeugfläche zu bringen und danach erfolgt die Zustellung des inneren Werkzeugteils 40 durch Betätigung des Schrittmotors 26 im Eilgang, bis die innere Arbeitsfläche 44, die Fertig-Finish-Arbeitsfläche, in Eingriff mit der Werkstückfläche 60 ist. Dementsprechend erfolgt die Zustellung in wesentlich kleineren Schritten, die von einem Servomotor über den Dreh/Linearwandler 27 auf die Zustellstangen 28, 46 übertragen und damit mechanisch direkt auf die Arbeitsfläche 44 übertragen wird. Unter Zustellung in kleinen Zustellschritten erfolgt nun das Fertig-Finishen bis zum gewünschten Maß und Oberflächengüte. Es ist auch möglich, eine minimale Nachgiebigkeit des Linearmotors bei der Zustellung und/oder Axial-Blockierung für die Schneiddruck-Vergleichmäßigung zu nutzen. Gegebenenfalls könnte zwischen dem Vor-Finishen und dem Fertig-Finishen auch die Drehgeschwindigkeit von Werkzeug und Werkstück angepasst werden. Der Zustellantrieb ist dabei blockiert. Dies kann elektrisch über den Linearmotor und/oder mechanisch erfolgen.

[0032] Die Funktion des Werkzeugs nach Fig. 3 ist identisch, nur dass die Ringbreite der Arbeitsflächen dort größer ist als die Ringbreiten a und b bei Fig. 2, insbesondere unter Berücksichtigung des in Fig. 3 kleineren Durchmessers d (siehe Fig. 4).

[0033] Durch die Erfindung wird ein Werkzeug geschaffen, mit dem unmittelbar nacheinander in einer Aufspannung vor- und fertig-gefinisht werden kann. Es ist aber auch möglich, unterschiedliche Arbeitsgänge nacheinander durchzuführen oder beispielsweise statt einer Zurückziehung der jeweils einen Arbeitsfläche, in einem Teil des Arbeitsvorganges beide Arbeitsflächen gleichzeitig arbeiten zu lassen. Das Werkzeug ist einfach und robust aufgebaut und lässt sich auf unterschiedlichen Maschinen einsetzen.

[0034] Ein besonderer Vorteil ist aber, dass eine normale Honmaschine, vorzugsweise eine solche mit einem Linearantrieb, jedoch auch mit anderen Antriebsarten, für das Plan-Finishen einsetzbar ist. Wenn beispielsweise eine Honmaschine mit hydraulischem axialen Spindelantrieb verwendet wird, so könnte das Vor-Finishen unter Zustellung durch diesen Antrieb erfolgen. Um das Fertig-Finishen zu erreichen, könnte dann der axiale Spindelantrieb hydraulisch, vorzugsweise aber mechanisch blockiert werden. Es wird eine Erweiterung der Verwendungsmöglichkeiten einer Honmaschine geschaffen, die unter Verwendung eines einfach aufgebauten Werkzeugs eine flexible Nutzung des Maschinenparks ermöglicht.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Feinbearbeiten von ebenen Flächen (60) an Werkstücken, (58) insbesondere zum Plan-Finishen, gekennzeichnet durch ein Werkzeug (13) mit wenigstens zwei stirnseitig schneidmittelbelegten Arbeitsflächen (36, 44), die voneinander unabhängig axial bewegbar, aber gemeinsam um eine Werkzeugachse (23) drehbar sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsflächen (36, 44) wenigstens eine, in radialer Richtung betrachtet, innere und eine äußere Arbeitsfläche aufweisen, die vorzugsweise konzentrisch zueinander angeordnet sind.
 
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsflächen (36, 44) an nach Art von Topfscheiben ausgebildeten Werkzeugteilen (32, 40) vorgesehen sind, die einander umgebend angeordnet sind.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) mit einem zur Werkzeugachse (23) exzentrisch drehend angetriebenen Werkstück (58) zusammenwirkt.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) an eine Werkzeugspindel (21) anschließbar und von einem axialen Spindelantrieb (62) axial bewegbar ist, der vorzugsweise einen elektrischen Linearmotor (22) enthält, und diese Axialbewegung die Zustellung der äußeren Arbeitsfläche (36) ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass äußere und innere Arbeitsflächen (36, 44) unterschiedliche Schneidmitteloberflächen (37, 45) aufweisen, wobei insbesondere die äußere Arbeitsfläche (36) zur Vorbearbeitung eine grobere und die innere Arbeitsfläche (44) zur Fertigbearbeitung eine feinere Schneidmittelkörnung aufweist.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser (d) wenigstens einer der Arbeitsflächen (36, 44) wesentlich, vorzugsweise mehrfach, größer ist als der Werkstückdurchmesser.
 
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsflächen (36, 44) kreisringförmig sind und eine Ringbreite (a, b) haben, die weniger als 1/5, vorzugsweise zwischen 1/6 und 1/50 des Ringdurchmessers (d) beträgt.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugteile (32, 40) axial verschiebbar ineinander angeordnet und durch eine Verdrehsicherung (49, 51) aneinander geführt sind.
 
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die sich aus einer Überlagerung der Umfangsgeschwindigkeiten der jeweiligen Arbeitsfläche (36, 44) und des Werkstücks (58) ergebende Schnittgeschwindigkeit zwischen 1 - 20 m/s und 50 beträgt.
 
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Zuführung (61) für die Kühl-Schmier-Flüssigkeit zu den Arbeitsflächen (36, 44) aufweist.
 
12. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Honmaschine (12) mit einer um eine Spindelachse (23) drehbaren Werkzeugspindel (21) ausgebildet ist, an der ein Werkzeug (13) mit wenigstens einer schneidmittelbelegten, stirnseitigen Arbeitsfläche (36, 44) anbringbar ist, wobei die Vorrichtung (11) einen Drehantrieb (24) für das Werkzeug (13), einen axialen Spindelantrieb (62) für die Werkzeugspindel (21) und einen vorzugsweise in die Werkzeugspindel (21) eingelagerten axialen Zustellantrieb (25) aufweist, wobei ferner ein Drehantrieb (24) für das Werkstück (58) vorgesehen ist, der eine zur Spindelachse (23) exzentrische Werkstückdrehachse (56) aufweist, und wobei die Zustellung zumindest über einen der axialen Antriebe (25, 62) der Honmaschine (12) erfolgt.
 
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstück-Drehantrieb (14) gegenläufig zum Werkzeug-Drehantrieb (24) ist.
 
14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die axialen Antriebe (25, 62) mit weg-gesteuerter Zustellung arbeiten.
 
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine innere Arbeitsfläche (44) von einem axialen, vorzugsweise zumindest teilweise in einer Werkzeugspindel (21) angeordneten Zustellantrieb (25) relativ zur Werkzeugspindel (21) und zur äußeren Arbeitsfläche (36) zustellbar ist, insbesondere mittels einer von einem elektrischen Schrittmotor (26) über einen Dreh-/Linearwandler (27) angetriebenen Zustellstange (28, 46).
 




Zeichnung