[0001] Die Erfindung betrifft eine Frottierwebmaschine mit einer elektronisch gesteuerten
Fachbildemaschine, mit unabhängig voneinander angetriebenen Frottierbildeorganen sowie
mit einer elektronischen Steuereinheit, der eine Bedienoberfläche mit einer anwenderspezifischen
Darstellung veränderbarer Gewebedaten zugeordnet ist.
[0002] Beim Herstellen von insbesondere Frottiergewebe auf Webmaschinen spielt das Flächengewicht
des Endproduktes, z.B. aus Schlingenware bestehende Handtücher, eine entscheidende
Rolle. Schwankungen im Flächengewicht der Endprodukte müssen vermieden werden. Bei
Frottiergewebe sind die Ursachen der Schwankungen des Flächengewichtes hauptsächlich
in unterschiedlicher Florhöhe zu suchen. Diese Gewichtsschwankungen sind für die Kunden
der Webereien in der Regel unannehmbar, weil ansonsten die Ware als zweite Wahl verkauft
werden muss. Dementsprechend ist die Gleichförmigkeit der Florhöhe ein kritischer
Parameter beim Herstellen von Frottiergewebe.
[0003] Beim Herstellen von Frottiergewebe ist bekannt, neben Bindungsparameter und sogenannter
Farbwahl ferner Webparameter, wie Schussdichte, Kettspannung, Drehzahl der Webmaschine,
Florhöhe und die Art der Frottiergruppe in einem aus Zeilen und Spalten bestehenden
Speichermedium, einer sogenannten Bindungspatrone darzustellen.
Die Darstellung der Gewebekonstruktion einschließlich der relevanten Webparameter
in dem Speichermedium erfolgt, nach entsprechender Vorgabe, durch den Musterdesigner.
Die Florhöhe wird dabei durch z.B. acht Spalten oder Spuren auf Basis von 2° bit bis
2
8 bit in dem Speichermedium dargestellt. Daraus ergeben sich innerhalb einer vorgegebenen
Florhöhe 256, also 2
8 verschiedene Korrekturmöglichkeiten. Anders ausgedrückt heisst das, wenn z.B. ein
Frottiergewebe mit einer Soll-Florhöhe von 12 mm herzustellen ist, bestehen 256 Korrekturmöglichkeiten,
um die Abweichung von dem Soll-Wert 12 mm zu korrigieren.
[0004] Die in dem Speichermedium gespeicherten relevanten Einzeldaten, so auch insbesondere
die Florhöhe als ein besonders kritischer Parameter, sind im praktischen Betrieb der
Webmaschine nicht oder nur mit relativ umständlichen und kostenaufwendigen Maßnahmen
korrigierbar.
In diesem Zusammenhang ist aus der Praxis bekannt, dass zum Zwecke der Korrektur des
Flächengewichtes eines Frottiergewebes ein Korrekturfaktor ermittelt wird und anhand
dieses Faktors die sogenannte Vorschlagdistanz, also der Abstand einer Schussfadengruppe
von der Anschlagkante des Gewebes derart verändert wird, dass bei Webmaschinen, deren
Frottierbildung auf Basis der Verstellung des Hubes des Webblattes beruht, dieser
Hub durch ein geeignetes Stellmittel vergrößert oder verringert wird.
[0005] Auf die Herstellung eines Frottiergewebes auf Webmaschinen an sich und auf die Beeinflussung
der Vorschlagdistanz, wird hier kein Bezug genommen, weil die hierzu notwendige Technik
bekannt ist.
[0006] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, dem Bediener der Frottierwebmaschine Mittel
an die Hand zu geben, mit denen Gewebedaten eines herzustellenden Frottiergewebes
ohne nennenswerten Kostenaufwand in einfacher Art und Weise zum Erhalt eines z.B.
geforderten Flächengewichts korrigierbar sind.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Danach ist der elektronischen Steuereinheit einer Frottierwebmaschine eine Bedienoberfläche
mit einer anwenderspezifischen Darstellung veränderbarer Gewebedaten zugeordnet, welche
Gewebedaten zum Herstellen des Frottiergewebes, wie z.B. die Schussdichte, die Florhöhe
und die Art der Schussgruppe, in einem Speichermedium A zu wenigstens einem Datensatz
mit zugeordneter Adresse zwischen 1 bis n zusammengefasst sind und welche Adresse
des weiteren in einem als Bindungspatrone bezeichneten Speichermedium B enthalten
ist.
[0008] Die Daten jedes Datensatzes sowie die jedem Datensatz zugeordnete Adresse 1 bis n
ist auf der Bedienoberfläche als Frottierindex visuell dargestellt. Die Daten jedes
Datensatzes und die Adressen 1 bis n sind dabei vorzugsweise als Dezimalzahl oder
als Dezimalzahl mit Dezimale auf der Bedienoberfläche tabellarisch dargestellt.
In Abhängigkeit des tatsächlich sich aus dem Webprozess ergebenden Ist-Flächengewichtes
hat nun der Maschinenbediener durch einen oder mehrere Tastendrucke die Möglichkeit,
Daten jedes Datensatzes, und hierbei insbesondere die Florhöhe als Einzelwert von
z.B. 12 mm auf 12,5 mm oder von 12 mm auf 11,5 mm zu verändern.
Dieser geänderte Einzelwert führt durch geeignete Mittel innerhalb der Webmaschine
dazu, dass z.B. die sogenannte Vorschlagdistanz geändert wird und dass das Frottiergewicht
das gewünschte Soll-Flächengewicht nach Fertigstellung der Ware aufweist.
[0009] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0010] In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- einerseits den Informationsfluss der Bindungsinformationen von Speichermedium B zur
Fachbildemaschine und andererseits den Informationsfluss der als Frottierindex im
Speichermedium B abgelegten Adressen 1 bis n zu den im Speichermedium A abgelegten
Adressen der Frottiergewebe-Datensätze und
- Figur 2
- die Bedienoberfläche mit Frottiergewebe-Datensätzen und deren Adressen 1 bis n auf
der Steuereinheit einer Frottierwebmaschine.
[0011] In Figur 1 ist in dem Speichermedium B, auch als Bindungspatrone bekannt, neben den
Zeilen 1a und Spalten 1b zur Gewebedarstellung 1 wenigstens eine weitere Spalte 2
enthalten, in der zu jeder einen Schussfaden repräsentierenden Zeile 1a der Gewebedarstellung
1 eine z.B. als Dezimalzahl gespeicherte Adresse von Datensätzen relevanter Gewebedaten
zur Herstellung eines Frottiergewebes abgelegt ist.
Die Adressen 1 bis n, auch als Frottierindex 1 bis n bezeichnet, sind gemäß der Erfindung
auf der Bedienoberfläche 3 der elektronischen Maschinensteuerung 4 visuell in einer
in einer Zeile 3a einer Tabelle dargestellt. Den einzelnen Adressen sind Datensätze
in Spalten 3b der Bedienoberfläche 3 dargestellt. Die Datensätze beinhalten Gewebedaten
zur Herstellung von Frottiergewebe, wie die Schussdichte (Schu.), die Florhöhe (Flor.),
die Art der Frottiergruppe (Fr.Gr.) und das Polverhältnis (Polv.).
Die sich hinter jedem Datensatz verbergenden Gewebedaten sind sogenannte Soll-Daten
zur Herstellung des Frottiergewebes.
Beim Gewebeentwurf werden gemäß der Erfindung diese Gewebedaten durch den Musterdesigner
nicht in dem Speichermedium B, also nicht in der Bindungspatrone abgelegt. Abgelegt
wird lediglich die Adresse des entsprechenden Datensatzes bzw. der für die Adresse
stellvertretend genannte Frottierindex.
Jeder Datensatz erscheint auf der Bedienoberfläche in Spalten 1 bis n, siehe auch
Figur 2. In einer Spalte einer Adresse, z.B. in der Adresse Frottierindex 4, ist die
Schussdichte mit der Dezimalzahl 18 angegeben. Ferner ist die Florhöhe mit der Dezimalzahl
12 und die Frottiergruppe mit der Dezimalzahl 4 angegeben. Die in der Frottierwebmaschine
5 vorhandenen Einrichtungen zur Realisierung des gewünschten Frottiergewebes erhalten
über die elektronische Steuerung 4 die erforderlichen Informationen, wie durch die
Signalleitungen 6, 7, 8 dargestellt.
Die Übertragung der Bindungsinformation vom Speichermedium B zur Fachbildemaschine
9 erfolgt über die Signalleitung 11, während zur Übertragung der Adresseninformation
aus dem Speichermedium B in das Speichermedium A über die Signalleitung 10 erfolgt.
[0012] Wird im Ergebnis des Webprozesses durch den Bediener der Frottierwebmaschine 5 festgestellt,
dass der Warenausfall z.B. im Hinblick auf das Flächengewicht nicht diesem entspricht,
ist auf einfache Weise eine das Flächengewicht beeinflussende manuelle Korrektur der
in dem jeweiligen Datensatz als Dezimalzahl angezeigten Einzeldaten möglich. Durch
manuelles Drücken des Tastenfeldes "Florhöhe 12", das entspricht im Frottiergewebe
einer Florhöhe von 12 mm, kann der Bediener eine Korrektur z.B. auf "Florhöhe 12,5"
vornehmen.
Mit der Einbeziehung von Einzeldaten zum Herstellen von Frottiergewebe in eine Bedienoberfläche
für die elektronische Steuerung einer Frottierwebmaschine ergibt sich in vorteilhafter
Weise und ohne nennenswerten Zeitaufwand, z.B. den Anforderungen in Bezug auf das
Flächengewicht eines Frottierartikels gerecht zu werden.
ZEICHNUNGSLEGENDE
[0013]
- 1
- Gewebedarstellung
- 1a
- Zeile
- 1b
- Spalte
- 2
- Spalte
- 3
- Bedienoberfläche
- 3a
- Zeile
- 3b
- Spalte
- 4
- Maschinensteuerung
- 5
- Frottierwebmaschine
- 5a
- Frottierbildeorgane
- 6
- Signalleitung
- 7
- Signalleitung
- 8
- Signalleitung
- 9
- Fachbildemaschine
- 10
- Signalleitung
- 11
- Signalleitung
1. Frottierwebmaschine (5) mit einer elektronisch gesteuerten Fachbildemaschine (9),
mit unabhängig voneinander angetriebenen Frottierbildeorganen (5a) sowie mit einer
elektronischen Steuereinheit (4), der eine Bedienoberfläche (3) mit einer anwenderspezifischen
Darstellung veränderbarer Gewebedaten zugeordnet ist, welche Gewebedaten für das Frottierweben
in einem Speichermedium A zu wenigstens einem Datensatz mit einer zugeordneten Adresse
zwischen 1 bis n zusammengefasst sind und welche Adresse des weiteren in einem als
Bindungspatrone bezeichneten Speichermedium B hinterlegt ist.
2. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Adresse 1 bis n auf der Bedienoberfläche als Frottierindex dargestellt ist.
3. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten jedes Datensatzes vorzugsweise numerische Einzeldaten sind, die eine Dezimalzahl
oder Dezimalzahl mit Dezimale enthalten.
4. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten jedes Datensatzes in Abhängigkeit vom z.B. Flächengewicht des Frottiergewebes
in ihrer Wertigkeit manuell veränderbar sind.
5. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten jedes Datensatzes sowie die zugeordneten Adressen 1 bis n auf der Bedienoberfläche
visuell dargestellt sind.
6. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten der Datensätze die Schussdichte, die Florhöhe und die Frottiergruppe eines
Frottiergewebe repräsentieren.
7. Frottierwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze, deren Einzeldaten und die Adressen 1 bis n auf der Bedienoberfläche
tabellarisch dargestellt sind.