(19)
(11) EP 1 477 235 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.11.2004  Patentblatt  2004/47

(21) Anmeldenummer: 04011250.0

(22) Anmeldetag:  12.05.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B05B 15/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 15.05.2003 DE 10321924

(71) Anmelder: Navus GmbH
99734 Nordhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Schrader, B. Tobias
    99706 Sondershausen (DE)
  • Disse, Harald
    37603 Holzminden (DE)
  • Horch, Paul-Gerd
    06526 Sangerhausen (DE)

(74) Vertreter: Kruspig, Volkmar, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Meissner, Bolte & Partner Geschwister-Scholl-Strasse 15
07545 Gera
07545 Gera (DE)

   


(54) Kabine zum Ausführen von Arbeiten an Objekten unterschiedlicher Grösse


(57) Die Erfindung betrifft eine Kabine zum Ausführen von Arbeiten an Objekten unterschiedlicher Größe (4) mit Mitteln zum Erzeugen sowie zum Zu- und Abführen von gasförmigen Medienströmen, insbesondere für eine Fahrzeuglackier-, Beschichtungs- und/oder Trocknungsanlage. Die Kabine umfaßt einen Basiskörper (1) sowie mindestens ein teleskopartiges Element (2) zur Veränderung des Kabineninnenraums. Erfindungsgemäß ist im Bodenbereich ein befahrbarer Abluft- und Abscheidekanal (3) ausgebildet, wobei der je nach zu behandelndem Objekt verbleibende, ungenutzte Bereich von einer Kanalabdeckung verschließbar ist. Im Deckenbereich der Kabine ist ein großflächiger Luftzuführungs- und Austrittskanal (5) zum Erzeugen einer im wesentlichen senkrecht nach unten gerichteten Strömung angeordnet, wobei zum Erhalt einer Abdichtung in jeder beliebigen Längsverstellposition im Übergangsbereich zwischen den einzelnen Kabinenteilen elastische, pneumatisch oder hydraulisch aktivierbare Dichtschläuche (7) oder Dichtelemente vorgesehen werden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Kabine zum Ausführen von Arbeiten an Objekten unterschiedlicher Größe mit Mitteln zum Erzeugen sowie zum Zu- und Abführen von gasförmigen Medienströmen, insbesondere für eine Fahrzeuglackier-, Beschichtungs- und/oder Trocknungsanlage, umfassend mindestens ein teleskopartiges Element zur Veränderung des Kabineninnenraums sowie einen Basiskörper, wobei das mindestens eine teleskopartige Element und der Basiskörper in Leichtbau-Rahmenkonstruktion ausgeführt sind, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

[0002] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster G 94 18 619.7 ist eine Arbeitskabine tunnelförmiger Bauart vorbekannt, die insbesondere zum Waschen, Entfetten, Sandstrahlen, Reinigen, Lackieren und/oder Trocknen von Bauteilen Verwendung findet.

[0003] Gemäß der dortigen Lehre soll die Arbeitskabine geeignet sein, den von ihr beanspruchten Raum während der Zeiten, in denen keine in ihr durchzuführenden Arbeiten anfallen, weitgehend für andere Zwecke zu nutzen ist und die eine Beschickung unter Einsatz von Kränen und Laufkatzen ermöglicht.

[0004] Hierfür sind mehrere teleskopartig auseinanderzieh- und wieder zusammenschiebbare Elemente vorgesehen, wobei als besonders vorteilhaft herausgestellt ist, daß die Kabine als Doppelkabine mit zwei Gruppen gegenläufig teleskopartig auseinanderzieh- und wieder zusammenschiebbarer Elemente besteht. Konkret ermöglicht die dortige Kabine eine Beschickung sowohl von den Seiten als auch von oben. Jedes Kabinenelement besteht aus einem unter Verwendung von Vierkantrohren gebildeten Gestell, dessen Wand- und Deckenflächen aus Wärmeisolierplatten bestehen. Ein Zuluftelement dient dem Einführen von Warmluft, wobei ein Abluftelement einen Lüfter und eine Filtereinrichtung aufweist. Demnach wird nicht die Zuluft, sondern lediglich die Abluft gereinigt, was für Lackierarbeiten insofern problematisch ist, als daß in der Zuluft befindliche Partikel das Ausbilden einer optimalen Lackschicht nachteilig beeinflussen.

[0005] Zur Abdichtung der einzelnen Kabinenelemente sind paarweise angeordnete Dichtleisten vorhanden, die durch Anschläge gegenüber Dehnung gesichert werden. Problematisch ist hierbei, daß eine Abdichtung nur dann optimal ist, wenn eine jeweilige Anschlagposition bezogen auf die teleskopartige Verstellung erreicht wurde. Beim Erhalt von Zwischenpositionen ist die Abdichtfunktion gemäß der Lösung nach G 94 18 619.7 unzureichend.

[0006] Bei dem Verfahren zum Ausgleichen von Luftströmungen und Druckgefällen in Lackierkabinen nach DE 199 44 744 A1 soll ein Druckausgleich in komplexen Kabinenkonstruktionen mit einer Serie von Zellen erreicht werden, die über einen gemeinsamen Luftfluß versorgt sind. Die Luftströmung selbst ist von oben nach unten vertikal gerichtet, wobei das dortige System Steuerelemente zur Änderung der nach unten gerichteten und/oder Querflüsse besitzt. Insgesamt ist die Einstellung der Luftströmungs- und Verteilungsverhältnisse bei mehrzelligen Kabinen zum Erhalt einer jeweiligen optimalen Strömung unter Beachtung der Arbeitsschutzbedingungen kompliziert und technisch aufwendig.

[0007] Aus der DE 690 20 346 T2 ist eine Farbspritzkabine mit beweglichen Innenwänden vorbekannt. Mit diesen beweglichen Innenwänden soll eine Anpassung des freien Innenraumvolumens auf die Fahrzeuggröße möglich sein, wobei ergänzend Mittel vorgesehen sind, um den geregelten Luftstrom zwischen den inneren Wänden und den äußeren Wänden stark herabzusetzen.

[0008] Die inneren Wände können und müssen manuell bewegt werden. Die ergänzend gemäß DE 690 20 346 T2 vorgesehenen Abdeckplatten zur Luftstromreduzierung sind je nach Lage der Innenwände bezogen auf das zu behandelnde Fahrzeug anzupassen und einzusetzen, was einen nicht unerheblichen zusätzlichen Aufwand darstellt.

[0009] Bei der Kabine zum Sprühbeschichten von Objekten nach DE 36 40 699 A1 sind ebenfalls die Längswände der Kabine in Kabinenquerrichtung verstellbar, wobei ein die Luftmenge im Kabineninnenraum bestimmendes Pneumatiksystem mit den Längswänden derart verbunden ist, daß eine Verschiebung der Längswände auf einen kleineren Abstand voneinander eine Verringerung der die Kabine durchströmenden Luftmenge je Zeiteinheit zur Folge hat. Im umgekehrten Fall gilt, daß bei einer Vergrößerung des Abstands der Längswände für eine Vergrößerung der die Kabine durchströmenden Luftmenge pro Zeiteinheit Sorge zu tragen ist. Demnach muß also eine aktive Steuerung der Luftströmungsrate mit Blick auf das freie Innenvolumen möglich sein.

[0010] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Kabine zum Ausführen von Arbeiten an Objekten unterschiedlicher Größe mit Mitteln zum Erzeugen sowie zum Zu- und Abführen von gasförmigen Medienströmen, insbesondere für eine Fahrzeuglackier-, Beschichtungs- und/oder Trocknungsanlage anzugeben, wobei bei einer optimalen Abdichtung eine beliebige Größenverstellung ab Ausgangs- oder Basiskabinenlänge zur optimalen Längenanpassung an das jeweils zu behandelnde Objekt möglich sein soll.
Darüber hinaus gilt es, die Konstruktion so zu wählen, daß der Energieeinsatz für das Erzeugen des notwendigen Medienstroms möglichst minimal zu halten ist, um insgesamt ein kostengünstiges Betreiben einer Fahrzeuglackier-, Beschichtungs- und/oder Trocknungsanlage zu gewährleisten.

[0011] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einer Kabine gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen darstellen.

[0012] Bei der erfindungsgemäßen Kabine wird von dem an sich bekannten teleskopartigen Prinzip zur Größen-, insbesondere Längenanpassung ausgegangen, wobei ein Basiskörper von mindestens einem, einseitig vorgesehenen teleskopartigen Element oder aber auch von beidseitig vorhandenen teleskopartigen Elementen umhüllt wird.

[0013] Im Bodenbereich des mindestens einen teleskopartigen Elements und des Basiskörpers über deren Gesamtlänge ist ein befahrbarer Abluft- und Abscheidekanal ausgebildet, wobei der je nach dem zu behandelnden Objekt, insbesondere einem Fahrzeug, verbleibende, ungenutzte Bereich von einer Kanalabdeckung verschließbar ist. Die Kanalabdeckung kann als eine automatisch verstellbare Jalousie ausgeführt werden.

[0014] Im Deckenbereich des Basiskörpers sowie des mindestens einen teleskopartigen Elements ist ein großflächiger Luftzuführungs- und Austrittskanal zum Erzeugen einer im wesentlichen senkrechten, laminar nach unten gerichteten Strömung angeordnet.

[0015] Erfindungsgemäß ist zum Erhalt einer Abdichtung in jeder beliebigen Längsverstellposition, d.h. ohne Vorgabe von festen Rastern, im Übergangsbereich zwischen dem mindestens einen teleskopartigen Element und dem Basiskörper ein Dichtschlauch oder ein Dichtelement ausgebildet, welches elastische Eigenschaften aufweist und pneumatisch oder hydraulisch in eine Dichtposition überführt werden kann.

[0016] Dem Grundgedanken der Erfindung folgend, sind die Mittel zum Erzeugen des gasförmigen Medienstroms bei einer unter Beachtung des Arbeitsschutzes vorgegebenen, notwendigerweise zu erreichenden Strömungsmindestgeschwindigkeit so ausgelegt, daß eine maximale Förderleistung erreicht wird, die derjenigen entspricht, die für eine zugangsgesicherte Behandlung eines Objekts mit maximal möglicher Projektionsfläche in dem Basiskörper notwendig ist.

[0017] Unter zugangsgesicherter Behandlung eines Objekts ist zu verstehen, daß z.B. bei einem manuellen Spritzvorgang eine Arbeitskraft sich im Behandlungsraum zur Ausführung der Arbeiten in der entsprechenden Weise bewegen kann.

[0018] Wie bereits erwähnt, wird je nach Größe des zu behandelnden Objekts, insbesondere eines Fahrzeugs, eine rasterfreie Verstellung des mindestens einen teleskopartigen Elements in Richtung einer minimalen Differenz zwischen projizierter Fahrzeugfläche und Kabinengrundfläche vorgenommen.
Durch diese Maßnahme kann im Gegensatz zum Stand der Technik von vornherein die Luftzuführungstechnik ohne aufwendige ergänzende Regelungen in sehr kostengünstiger Weise ausgelegt und betrieben werden.

[0019] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist das mindestens eine teleskopartige Element auf Rollen gelagert und entsprechend verschieblich ausgebildet.

[0020] Im Luftzuführungs- und Austrittskanal ist ein Filter vorgesehen, wobei in einer bevorzugten Ausführungsform die Kabinendecke als Filterdecke realisiert werden kann.

[0021] Es liegt im Sinne der Erfindung, daß an beiden Stirnseiten des Basiskörpers ein teleskopartiges Element zur Veränderung des Kabineninnenraums vorgesehen werden kann. Je nach den bauseits gegebenen Möglichkeiten kann auch bezogen auf die maximale Länge eines einzigen teleskopartigen Elements dieses in Längsrichtung geteilt und an den jeweiligen Stirnseiten des Basiskörpers, entsprechend längsverschieblich angeordnet werden.

[0022] An der jeweils freien Stirnseite des mindestens einen teleskopartigen Elements bzw. des Basiskörpers ist zum Verschließen der Kabine ein Tor, insbesondere ein Sektional- oder Rolltor angeordnet.

[0023] In Weiterbildung der Erfindung ist die Spritzkabine in modulartiger Bauweise ausgeführt, wobei die Einzelkomponenten mit Soll-Anschlußstellen für die Mittel zum Erzeugen bzw. zum Zuführen der Medienströmung von den Stirnseiten, den Seitenflächen oder oberhalb des Basiskörpers versehen sind. Bei einer derartigen Ausführungsform ist eine variable Installation der Beund Entlüftungstechnik je nach den örtlichen Gegebenheiten gewährleistet.

[0024] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert werden.

[0025] Hierbei zeigen:
Fig. 1
eine erste Ausführungsform der Erfindung mit einem teleskopartigen Element;
Fig. 2
eine Darstellung ähnlich Fig. 1, jedoch mit beidseitig eines Basiskörpers vorgesehenen teleskopartigen Elementen und
Fig. 3
eine Prinzip-Schnittdarstellung einer Kabine gemäß Ausführungsbeispiel, angeordnet in einem hallenartigen Baukörper.


[0026] Die Kabine gemäß den Fig. 1 bis 3 umfaßt einen Basiskörper 1, welcher in bevorzugter Leichtbau-Rahmenkonstruktion ausführbar ist.

[0027] Im Bodenbereich des Basiskörpers 1, aber auch im Bereich des maximalen Verstellens des oder der teleskopartigen Elemente 2 ist ein befahrbarer Abluft- und Abscheidekanal 3 vorhanden.

[0028] Innerhalb dieses Abluft- und Abscheidekanals 3 ist eine (nicht gezeigte) Kanalabdeckung vorhanden, um den je nach zu behandelndem Objekt, insbesondere einem Kraftfahrzeug 4, verbleibenden freien Bereich zu verschließen.

[0029] Im Deckenbereich (siehe Fig. 3) des mindestens einen teleskopartigen Elements 2 bzw. des Basiskörpers 1 ist ein großflächiger Luftzuführungs- und Austrittskanal 5 zum Erzeugen einer im wesentlichen senkrecht nach unten gerichteten Luftströmung angeordnet.

[0030] Seitlich dieses Austrittskanals 5 befinden sich an sich bekannte Lichtleisten 6.

[0031] Zum Erhalt einer Abdichtung in jeder beliebigen Längsverstellposition ist im Übergangsbereich zwischen dem mindestens einen teleskopartigen Element 2 und dem Basiskörper eine elastische, pneumatisch oder hydraulisch aktivierbare Dichtanordnung, insbesondere in Form eines Dichtschlauches 7 vorhanden.

[0032] Gemäß Fig. 3 ist die erfindungsgemäße Kabine in einem hallenartigen Baukörper 8 untergebracht, wobei die Mittel zum Erzeugen des gasförmigen Medienstroms 9 innerhalb des hallenartigen Baukörpers 8, oberhalb der Kabine untergebracht sind.

[0033] Alternativ ist, wie in der Fig. 1 dargestellt, auch eine seitliche Anordnung der Mittel zum Erzeugen des gasförmigen Medienstroms 9 denkbar, wobei hierfür entsprechende Soll-Anschlußstellen an den Stirnseiten des Basiskörpers 1 vorgesehen sind.

[0034] Die vorgestellte Kabine kann als Farbspritz- und Trockenkabine Anwendung finden, die in ihrer Baulänge größenmäßig den Fahrzeugarten wie PKW, Transporter, LKW, Sattelaufleger und ähnlichen Maschinen und Ausrüstungen in effizienter Weise angepaßt werden kann, um letztendlich den Energieeinsatz bei Spritz- und Trocknungsarbeiten zu reduzieren.

[0035] Die Kabine kann in Hallen und festen Gebäuden aufgebaut werden, wobei aber auch die Möglichkeit besteht, ausgehend von einer vor Ort erstellbaren Bodenplatte mit Abluft- und Abscheidekanal 3 die Kabine zum zeitweisen Einsatz auf- und bei Beendigung der Arbeiten wieder abzubauen.

[0036] Beispielhaft weist der Basiskörper oder die Basiskabine 1 eine Länge von 8m, eine Breite von 4m bei einer Höhe von 5m auf und ist fest über dem mit befahrbaren Rosten abgedeckten Kanal 3 montiert.

[0037] Zum Erreichen der gewünschten statischen Festigkeit besteht der Basiskörper 1 aus einer Rahmenkonstruktion, die sich zwischen Innen- und Außenwandung befindet. Glatte, ebene Innenwände werden strömungstechnisch sowie unter dem Reinigungsaspekt für optimal angesehen.

[0038] Die Kabine, allein aus einem Basiskörper 1, ermöglicht es, als in sich geschlossene Einheit Lackierarbeiten und Trocknungsprozesse von Fahrzeugen bzw Aufbauten mit einer Länge von bis zu 7m zu realisieren.

[0039] Eine Verlängerung dieses Basiskörpers 1 auf z.B. 15m erfolgt dann unter Nutzung des bekannten Teleskopprinzips.

[0040] Hierfür ist, wie bereits vorstehend erläutert, mindestens eine zweite, in Breite und Höhe größere Kabinenhöhe als teleskopartiges Element 2 über den Basiskörper 1 gestülpt und in Längsrichtung, z.B. auf Rollen, verschiebbar gelagert.

[0041] Diese bewegliche oder verschiebliche Hülle ist mit einer in den Figuren angedeuteten Torfront zur Beschickung versehen.

[0042] Wie insbesondere aus den Fig. 1 und 2 erkennbar, erstreckt sich der Abluftund Abscheidekanal 3 über die Gesamtlänge der Anlage.

[0043] Betrachtet man Fig. 1, dann ist bei der dortigen Variante der Basiskörper 1 mit einer festen Stirnwand und Schlupftür versehen.

[0044] In dem Fall, wenn in besonderen Fällen Objekte größerer Längenabmessungen zu behandeln sind, wird die bewegliche Hülle, d.h. das teleskopartige Element 2, herausgefahren. Dieses Herausfahren bezieht sich bei diesem Ausführungsbeispiel auch auf die in der Figur nicht näher dargestellte Außenwand des festen Baukörpers. Durch eine derartige Ausführungsform ist sichergestellt, daß der sich bei alleiniger Nutzung des Innenvolumens des Basiskörpers 1 ergebende Raum vor diesem Körper anderweitig, z.B. als Abstell- oder Parkfläche zumindest zeitweise nutzbar ist.

[0045] Bei der Variante gemäß Darstellung nach Fig. 2 ist das teleskopartige Element 2 quasi längenmäßig halbiert und spiegelbildlich mit einer Torfront 10 versehen. Der Basiskörper 1 verfügt bei dieser Ausgestaltung über keine feste Stirnwand. Demnach ist eine Längenänderung in beiden seitlichen Richtungen möglich.

[0046] Die Mittel zum Erzeugen der Medienströmung sind nach der kleinsten Kabinengröße konzipiert und ausgelegt.

[0047] Um die beim Lackieren geforderte Luftgeschwindigkeit zu erreichen, wird nun nicht etwa eine aufwendige Steuerung oder Regelung der Zu- und Abluftanlage vorgenommen, sondern es erfolgt eine Anpassung der Kabine bezogen auf die jeweilige Fahrzeuggröße mit dem Ziel einer energiewirtschaftlich optimalen Reduzierung der erforderlichen Luftmengen.

[0048] Da die Luftmenge von der vorgegebenen Fallgeschwindigkeit der Luft, im wesentlichen 0,25 m/s, und der Grundlänge der Kabine abzüglich der projizierten Fläche des Fahrzeugs abhängig ist, wird im folgenden vereinfachten Vergleich die erreichbare Energieeinsparung deutlich.

[0049] Um ein bestimmtes Produktsortiment bezogen auf die Spritztechnik abzudecken, wäre eine Kabine einer maximalen Größe von 15m Länge erforderlich. Eine derartige Kabine ist zu errichten und vorzuhalten.

[0050] Wenn in dieser unveränderlichen Kabine z.B. ein Sattelaufleger zu spritzen ist, muß mit folgender Luftmenge aus technischer und arbeitsmedizinischer Sicht für die Be- und Entlüftung ausgegangen werden:
Grundfläche Kabine 61,40 m2
Projizierte Fahrzeugfläche 33,15 m2
Differenz 28,25 m2.


[0051] Die Luftmenge ist dann = 28,25 m2 x 0,25 m/s x 3600 s = 25.650 m3 pro Stunde.

[0052] Wenn in einer derart unveränderlichen Kabine ein PKW gespritzt wird, dann ergibt sich folgende Luftmenge für die Be- und Entlüftung:
Grundfläche Kabine 61,40 m2
Projizierte Fahrzeugfläche 6,00 m2
Differenz 55,40 m2




[0053] Wenn nun aber allein für das Spritzen eines PKWs die Länge der Kabine auf die Fläche des Basiskörpers reduziert wird, ergibt sich folgende Luftmenge:
Grundfläche Kabine 32,00 m2
Projizierte Fahrzeugfläche 6,00 m2
Differenz 26,00 m2




[0054] Aus diesem Vergleich ist erkenntlich, daß sowohl die Luftmengen und demzufolge auch der Energiebedarf bei den gewählten optimalen Kabinengrößen annähernd gleich sind. Bei der Basiskabine ergibt sich eine Luftmenge von in etwa 23.400 m3 pro Stunde und bei einer längsvergrößerten Kabine für einen Sattelaufleger eine Luftmenge von 25.650 m3 pro Stunde.

Bezugszeichenaufstellung



[0055] 
1
Basiskörper
2
teleskopartiges Element
3
Abluft- und Abscheidekanal
4
Kraftfahrzeug
5
Luftzuführungs- und Austrittskanal
6
Lichtleiste
7
Dichtschlauch
8
hallenartiger Baukörper
9
Mittel zum Erzeugen des Medienstroms
10
Torfront



Ansprüche

1. Kabine zum Ausführen von Arbeiten an Objekten unterschiedlicher Größe mit Mitteln zum Erzeugen sowie zum Zu- und Abführen von gasförmigen Medienströmen, insbesondere für eine Fahrzeuglackier-, Beschichtungs- und/oder Trocknungsanlage, umfassend mindestens ein teleskopartiges Element zur Veränderung des Kabineninnenraums sowie einen Basiskörper, wobei das mindestens eine teleskopartige Element und der Basiskörper in Leichtbau-Rahmenkonstruktion ausgeführt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Bodenbereich des mindestens einen teleskopartigen Elements und des Basiskörpers über deren Gesamtlänge ein befahrbarer Abluft- und Abscheidekanal ausgebildet ist, wobei der je nach zu behandeldem Objekt, insbesondere Fahrzeug, verbleibende ungenutzte Bereich von einer Kanalabdeckung verschließbar ist,
im Deckenbereich des mindestens einen teleskopartigen Elements und des Basiskörpers ein großflächiger Luftzuführungs- und Austrittskanal zum Erzeugen einer im wesentlichen senkrecht nach unten gerichteten Strömung angeordnet ist,
zum Erhalt einer Abdichtung in jeder beliebigen Längsverstellposition im Übergangsbereich zwischen dem mindestens einen teleskopartigen Element und dem Basiskörper elastische, pneumatisch oder hydraulisch aktivierbare Dichtschläuche oder Dichtelemente vorgesehen sind und weiterhin die Mittel zum Erzeugen des gasförmigen Medienstroms bei vorgegebener Strömungsgechwindigkeit eine maximale Förderleistung aufweisen, die derjenigen entspricht, die für die zugangsgesicherte Behandlung eines Objekts mit maximal möglicher Projektionsfläche in dem Basiskörper notwendig ist.
 
2. Kabine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
je nach Größe des zu behandelnden Objekts, insbesondere Fahrzeugs, eine rasterfreie Verstellung des mindestens einen teleskopartigen Elements in Richtung einer minimalen Differenz zwischen projizierter Fahrzeugfläche und Kabinengrundfläche vorgenommen ist.
 
3. Kabine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kanalabdeckung als verstellbare Jalousie ausgeführt ist.
 
4. Kabine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das mindestens eine teleskopartige Element auf Rollen gelagert verschieblich ausgebildet ist.
 
5. Kabine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das teleskopartige Element den Basiskörper außenseitig, eine Hülle bildend, umgibt.
 
6. Kabine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Luftzuführungs- und Austrittskanal ein Filter vorgesehen ist.
 
7. Kabine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kabinendecke als Filterdecke ausgebildet ist.
 
8. Kabine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
an beiden Stirnseiten des Basiskörpers ein teleskopartiges Element zur Veränderung des Kabineninnenraums vorgesehen ist.
 
9. Kabine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der jeweilig freien Stirnseite des mindestens einen teleskopartigen Elements oder des Basiskörpers ein Tor, insbesondere Sektional- oder Rolltor angeordnet ist.
 
10. Kabine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine modulartige Bauweise der Einzelkomponenten mit Soll-Anschlußstellen für die Mittel zum Erzeugen der Medienströmung von den Stirnseiten, den Seitenflächen und/oder oberhalb des Basiskörpers.
 




Zeichnung