[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Mischen und/oder Homogenisieren von Stoffen,
die aufweist:
a) einen Behälter,
b) wenigstens einen diesem Behälter zugeordneten Rührer,
c) eine Einrichtung zum Reinigen des Behälterinnenraums, die wenigstens eine Düse
für Reinigungslösung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Düse drehfest mit dem Rührer verbunden
ist.
[0002] Eine Vielzahl von flüssigen oder pastösen Produkten in der pharmazeutischen, kosmetischen,
chemischen und Nahrungsmittelindustrie wird in Mischbehältern angesetzt. Diese Mischbehälter
enthalten in der Regel ein Rührwerk und häufig einen im unteren Bereich angeordneten
Homogenisator.
[0003] Die Mischbehälter müssen regelmäßig gereinigt werden. Es ist im Stand der Technik
bereits bekannt, für eine sogenannte CIP- (cleaning in place) Reinigung separate Waschköpfe
vorzusehen. Diese sind in der Regel stationär im Mischbehälter angeordnet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die einfach und wirkungsvoll zu reinigen ist.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die wenigstens eine Düse für Reinigungslösung
drehfest mit dem Rührer verbunden ist.
[0006] Zunächst seien einige im Rahmen der Erfindung verwendete Begriffe erläutert.
[0007] Der Behälter nimmt die zu mischenden und/oder homogenisierenden Stoffe auf. Bevorzugt
ist der Behälter rotationssymmetrisch ausgebildet, weiter bevorzugt besitzt der Rührer
eine Rührwerksachse oder -welle, die in der Rotationssymmetrieachse des Behälters
liegt. Die Erfindung findet üblicherweise Anwendung bei sogenannten Homogenisiermischern
oder Mischern mit Rührwerk, kann jedoch auch bei Lagerbehältern verwendet werden,
in denen Stoffe längerfristig gelagert werden und die ein oder mehrere Rührwerke zur
Verhinderung von Sedimentationen oder dergleichen aufweisen.
[0008] Als Behälterinnenraum werden alle Teile des Behälters sowie darin angeordnete Anbau-
und Einbauteile (wie bspw. der Rührer) bezeichnet, die mit Mischgut in Berührung kommen
können und daher einer Reinigung bedürfen. Als Reinigungslösung bezeichnet man jedes
geeignete Medium (bevorzugt eine wässrige Lösung), das zur Reinigung des Behälterinnenraums
geeignet ist. Die Reinigungslösung wird aus wenigstens einer Düse in den Behälterinnenraum
eingetragen, insbesondere aufgesprüht oder aufgespritzt. Der Begriff Düse bezeichnet
dabei jede geeignete Austrittsöffnung für Reinigungslösung. Bevorzugt sind eine oder
mehrere Düsen vorgesehen, die einen größeren Bereich des Behälterinnenraums überstreichen.
[0009] Erfindungsgemäß ist die Düse oder sind die Düsen drehfest mit dem Rührer verbunden.
Das bedeutet, dass sich die Austrittsrichtung der Reinigungslösung und/oder der von
der Reinigungslösung überstrichene Bereich synchron mit der Rotation des Rührers ändert.
Die Sprühstrahlen können bezogen auf die Rotationsachse bspw. eine radiale Hauptrichtung
aufweisen, in diesem Fall ändert sich die Sprührichtung synchron zur Rührerdrehung.
Zusätzlich oder alternativ können Düsen mit einer Hauptsprührichtung parallel zur
Rührwerksachse vorgesehen sein, die dann radial beabstandet von der Rührwerksachse
angeordnet sind. Die Sprühstrahlen können auch eine Hauptrichtung mit sowohl radialer
als auch axialer Komponente aufweisen. Bevorzugt sind ebenfalls Fächer- oder Kegeldüsen,
die mit einem fächer- oder kegelförmigen Sprühstrahl einen größeren Bereich überstreichen.
Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, dass die Düsen zusätzlich zu der drehfesten
Verbindung mit dem Rührer weitere Bewegungsfreiheitsgrade aufweisen. Bspw. kann ein
axial von der Rührerachse beabstandeter Waschkopf vorgesehen sein, der durch die drehfeste
Verbindung mit der Rührerachse eine Kreisbewegung ausführt, wobei der Waschkopf seinerseits
auf der in Radialrichtung (bezogen auf die Rührerachse) weisenden Speiseleitung drehbar
gelagert ist, so dass er um diese Leitung als Drehachse eine zusätzliche Drehbewegung
ausführen kann. Auf diese Weise kann gegebenenfalls eine noch bessere Überstreichung
des Behälterinneren mit Reinigungslösung erfolgen.
[0010] Die Erfindung erlaubt eine sichere und wirkungsvolle Reinigung eines Behälters. Zu
diesem Zweck wird der Behälter entleert oder mit einer Reinigungslösung teilweise
oder ganz gefüllt, anschließend werden die Düsen mit Reinigungslösung beaufschlagt
und der Rührer in Betrieb gesetzt. Der Rührerantrieb bewirkt, dass die Reinigungslösung
die von der Düse oder den Düsen zu erreichenden Bereiche vollständig überstreicht.
Dem Rührwerksantrieb wird erfindungsgemäß somit eine Doppelfunktion zugewiesen, da
er einerseits für Mischen des Mischgutes sorgt und andererseits während des Reinigungsbetriebs
eine gleichmäßige und vollständige Reinigung des Behälterinneren sicherstellt.
[0011] Bevorzugt ist die Zufuhrleitung für Reinigungslösung koaxial zur Rührerachse bzw.
Rührerwelle angeordnet. Die koaxiale Anordnung liegt in der Regel nur in einem Teilbereich
der Rührerachse vor, der insbesondere die Durchführung der Rührerachse durch die Behälterwand
(bevorzugt den Behälterdeckel) umfasst. Auf diese Weise kann die sowieso vorhandene
Öffnung bzw. der Flansch für die Rührerachse zur Zufuhr auch der Reinigungslösung
benutzt werden. Besonders bevorzugt verläuft die Zufuhrleitung für Reinigungslösung
im Inneren der Rührerachse oder -welle, die dementsprechend als Hohlwelle ausgebildet
ist. Außerhalb des Mischbehälters weist die Rührerachse dann eine geeignete Drehdurchführung
für die Speisung der hohlen Rührerachse mit Reinigungslösung auf, im Inneren des Behälters
zweigen von der Hohlwelle eine oder mehrere Leitungen zur Speisung der drehfest mit
dem Rührer verbundenen Düsen ab.
[0012] Bevorzugt sind zwei oder mehr Düsen in einem sogenannten Waschkopf angeordnet. Dabei
kann es sich bspw. um eine Kugel, Halbkugel oder dergleichen handeln, über deren Oberfläche
verteilt Düsen bzw. entsprechende Austrittsöffnungen für Reinigungslösung angeordnet
sind. Der Waschkopf ist bevorzugt radial beabstandet von der Rührerachse angeordnet,
er kann bspw. etwa auf dem halben Radius des Behälters rotieren und auf diese Weise
einen großen Bereich des Behälterinnenraums oder den gesamten Behälterinnenraum überstreichen.
Gegebenenfalls kann eine Mehrzahl von Waschköpfen axial und/oder radial gestaffelt
angeordnet sein. Sofern das Behälterinnere schwierig zu reinigende Einbauten wie zum
Beispiel Strombrecher, Tauchrohre, zusätzliche Ankerrührer oder dergleichen aufweist,
können die Waschdüsen bzw. -köpfe so angeordnet sein, dass auf diese entsprechenden
Einbauteile allseitig von Reinigungslösung besprüht bzw. umspült werden. Auf diese
Weise können auch schwer zugängliche Stellen einwandfrei gereinigt werden.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die
Zeichnung beschrieben. Diese zeigt schematisch im oberen Bereich eines Mischbehälters
mit der Durchführung für die Rührerachse.
[0014] Von dem Mischbehälter ist schematisch ein Teil des Behälterdeckels (1) dargestellt.
Der Behälterdeckel (1) weist einen bei (8) dargestellten Flansch mit entsprechenden
Dichtungen zur Durchführung einer Rührerachse (3) auf. Diese Rührerachse (3) kann
von einem Antrieb (2) in Rotation versetzt werden. Die Rührerachse (3) ist im oberen
Bereich hohlgebohrt, sie weist am oberen Ende eine Drehdurchführung (5) auf, mittels
der bei (6) Reinigungsflüssigkeit eingespeist werden kann. An die Rührerachse (3)
ist im Behälterinneren im oberen Bereich des Behälters ein Waschkopfarm (7) angesetzt,
der radial beabstandet von der Rührerachse (3) einen Waschkopf (4) mit einer Mehrzahl
von schematisch dargestellten Waschdüsen aufweist, die Waschflüssigkeit in alle Richtungen
austreten lassen. Der Waschkopf (4) steht über den als Leitung ausgebildeten Waschkopfarm
(7) in Flüssigkeitsverbindung mit der Bohrung der Rührerachse (3). An der Rührerachse
(3) sind ferner in der Zeichnung nicht dargestellte Rührorgane zum Vermischen des
Mischgutes angeordnet. Bevorzugt ist es, wenn der Waschkopf (4) bzw. gegebenenfalls
eine Mehrzahl von Waschköpfen oberhalb des üblichen Mischgutspiegels im Behälterinneren
angeordnet ist, so dass bei einem üblichen Rührbetrieb der Waschkopf (4) nicht in
das Mischgut eintaucht. Bei diesem üblichen Rührbetrieb wird keine Reinigungsflüssigkeit
bei (6) eingespeist.
[0015] Zum Reinigen des Behälterinneren wird nach Produktentleerung des Mischbehälters bei
(6) Reinigungslösung eingespeist und der Rührer mittels des Antriebs (2) in eine Drehbewegung
versetzt. Die aus dem Waschkopf (4) austretende Reinigungslösung überstreicht jetzt
gleichmäßig das Behälterinnere.
1. Vorrichtung zum Mischen und/oder Homogenisieren von Stoffen, die aufweist:
a) einen Behälter (1),
b) wenigstens einen diesem Behälter zugeordneten Rührer,
c) eine Einrichtung zum Reinigen des Behälterinnenraums, die wenigstens eine Düse
(4) für Reingungslösung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Düse (4) drehfest mit dem Rührer verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhrleitung für Reinigungslösung koaxial zur Rührerachse (3) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhrleitung für Reinigungslösung im Inneren der Rührerachse (3) verläuft.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Waschkopf (4) mit einer Mehrzahl von Düsen für Reinigungslösung aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Waschkopf (4) radial beabstandet von der Rührerachse (3) angeordnet ist.