[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Oszillieren einer Stranggießkokille und
zum Führen eines Gießstrangs beim Gießen von flüssigen Metallen, insbesondere von
flüssigen Stahlwerkstoffen, bei dem die Stranggießkokille mit ihrem Gewicht auf einem
Hubtisch aufgestützt und der Hubtisch in einer Führung oszillierend bewegt und in
deren Führungsbahn der Gießstrang in einem Stützrollengerüst transportiert wird.
[0002] Derartige Oszillationsverfahren und zugehörige Stützrollengerüste sind bekannt (DE
198 17 7012 C2). Die in Gießrichtung oszillierende, in einem Hubtisch gehaltene Stranggießkokille
führt beliebige Geschwindigkeitskurven aus, wie bspw. eine asymmetrische Sinuskurve.
Sinn und Zweck dieses Verfahrens und der Einrichtung richten sich auf die Schmierung
zwischen der Kokillenwand und der gebildeten Stranghaut. Spezielle Effekte werden
bspw. mit einer Negativ-Stripzeit erzielt. Deren Wirkungen sind eine verbesserte Oszillationsmarken-Bildung
mit geringerer Oszillationsmarken-Tiefe. Ein anderer Effekt ist die verbesserte Temperaturkonstanz
der Stranghaut über die volle Breite der Stranggießkokille.
[0003] Dieses Verfahren wird auf der Grundlage von mechanischen oder hydraulischen Oszillationsantrieben
durchgeführt, wobei Einstellungen der Hübe, der Sinuskurven, deren Modifikation u.
dgl. innerhalb einer Regel- und Steuereinrichtung relativ einfach mit elektrisch-mechanischen
und / oder elektrischen Mitteln alleine ausgeführt werden können.
[0004] Die bekannten Einrichtungen sehen parallel zur Gießrichtung an den Gießstrangseiten
angeordnete Mittel zum Führen des Hubtisches und neben dem Gießstrang angeordnete
hydraulische Kolben-Zylinder-Einheiten als Oszillationsantrieb vor. Die Mittel zum
Führen bestehen bspw. aus Paketen von Blattfedern, die gleichzeitig als Resonanzfedern
arbeiten und die Zuführung von Antriebsenergie im in Betrieb befindlichen Schwing-System
reduzieren. Insoweit ist das bekannte Schwing-System in der Praxis erfolgreich für
Oszillationseinrichtungen zum Gießen von Knüppel-, Block-, Vorblock-, Vorprofil-,
Brammen- und Dünnbrammen-Stranggießkokillen angewendet worden.
[0005] Verschiedene Strangführungsbauarten, denen die Kokillenoszillations-Bewegungen vorausgehen,
erfordern die für die Oszillation geeigneten Mittel zum Führen des Hubtisches in Gießrichtung.
[0006] Die Stranggießanlagen unterscheiden sich nach den für die Ausführung des Gießprozesses
folgenden Strangführungen (Stützrollengerüsten) in Vertikal-, Vertikal-Abbiege- und
Bogenanlagen (bspw. Kreisbogenanlagen). Die Kokillenoszillation muss für jede Ausführung
der Strangführung und der Strangabmessungen angepasst werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Oszillationsverfahren und eine zugehörige
Einrichtung vorzuschlagen, die durch Standardisierung der Mittel verfahrens- technisch
ein breites Spektrum an Bewegungsabläufen abdeckt, auf die verschiedenen Bauarten
der Stranggießanlagen und auf eine Vielzahl von Formaten des Gießstrangs angewendet
werden kann.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei in Gießrichtung
hintereinander angeordneten selbständigen, einzeln steuerbaren und regelbaren Oszillationsantrieben
in ein und derselben Stranggießvorrichtung mit erforderlichenfalls einstellbaren oder
zumindest teilweise austauschbaren Rollensegmenten des Stützrollengerüstes einerseits
für senkrechtes Gießen beide Oszillationsantriebe für gleiche Oszillationsbewegungen
mit gleichen Hüben und andererseits für ein bogenförmiges Gießen für ungleiche Oszillationsbewegungen
mit ungleichen Hüben elektrisch und / oder hydraulisch angesteuert werden, wobei der
in Gießrichtung vordere Oszillationsantrieb über kürzere Hübe gegenüber dem hinteren
Oszillationsantrieb gesteuert wird. Die Vorteile sind die variable Einstellung der
Oszillationskurve von einem unendlichen Radius (Senkrechtanlage oder Senkrecht-Abbiegeanlage)
bis zu kleineren Radien (Bogenanlage) wie bspw. einer Kreisbogenanlage innerhalb einer
Stranggießvorrichtung. Gleichzeitig kann das gewünschte Strangformat (Strangdicke)
nachträglich bei Bedarf geändert werden. Auf dem Hubtisch können austauschbare Stranggießkokillen
für verschiedene Formate montiert werden, wodurch eine standardisierte Stranggießvorrichtung
entsteht. Entsprechende Baugruppen des Stützrollengerüstes werden nachgestellt oder
ausgetauscht.
[0009] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass auf der Grundlage von variablen, kürzeren Hüben
des vorderen Oszillationsantriebes die Oszillationskurve und / oder die Formatdicke
beim Gießen von unterschiedlich dicken Gießsträngen eingestellt werden. Dadurch tritt
die anzustrebende Standardisierung ebenfalls ein, mit einem einheitlichen Schwing-System
eine große Anzahl der Bewegungsabläufe und der Strangabmessungen zu erfassen.
[0010] Die Einrichtung geht von einem Stand der Technik für die Oszillation einer Stranggießkokille
und zum Führen des Gießstrangs beim Gießen von flüssigen Metallen, insbesondere beim
Gießen von flüssigen Stahlwerkstoffen, aus, mit einer auf einem Hubtisch gelagerten
Stranggießkokille und zumindest zwei selbständigen hydraulischen Oszillationsantrieben,
die an dem Hubtisch angreifen, sowie mit Regel- und Steuerungseinrichtungen für die
Hubhöhen und Oszillationsbewegungen der Oszillationsantriebe.
[0011] Die gestellte Aufgabe wird vorrichtungstechnisch erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass in der mittleren, neutralen Ebene oder symmetrisch zu der mittleren Ebene der
Gießader in Gießrichtung zumindest zwei Oszillationsantriebe hintereinander angeordnet
sind, wobei ein erster Oszillationsantrieb hinter dem Hubtisch und ein zweiter Oszillationsantrieb
vor dem Hubtisch angeordnet ist. Dadurch werden senkrechte und bogenförmige Oszillationsbewegungen
in einer Stranggießvorrichtung sowie unterschiedliche Bögen und unterschiedliche Dicken
des Gießstrangs ermöglicht.
[0012] Eine Umstellung auf veränderte Gießstrangabmessungen kann bspw. dadurch erfolgen,
dass der vordere Oszillationsantrieb in Abhängigkeit der bogenförmigen Oszillationsbewegung
und / oder der Formatdicke des Gießstrangs auf veränderte Hübe einstellbar ist.
[0013] Je nach Abmessungen und der Art des Strangformats ist es vorteilhaft, wenn die Hübe
des hinteren Oszillationsantriebs und / oder des vorderen Oszillationsantriebs unabhängig
von der eingestellten Oszillationsfrequenz veränderbar sind.
[0014] Die überwiegend hydraulische wirkenden Oszillationsantriebe können nach weiteren
Merkmalen dadurch vorteilhaft angesteuert werden, dass die Regel- und Steuereinrichtungen
eine hydraulische Schaltung für den hinteren Oszillationsantrieb und eine im wesentlichen
gleiche hydraulische Schaltung für den vorderen Oszillationsantrieb aufweisen.
[0015] Die Steuer- und Regelungsmittel sind ferner derart organisiert, dass die hydraulische
Schaltung der Regelungs- bzw. Steuereinrichtung für den hinteren Oszillationsantrieb
und die Festseite des Stützrollengerüstes und die hydraulische Schaltung der Regelungs-
bzw. Steuereinrichtung für den vorderen Oszillationsantrieb und die Losseite des Stützrollengerüstes
getrennt vorgesehen sind.
[0016] Nach weiteren Merkmalen wird vorgeschlagen, dass die Kolben-Zylinder-Einheiten der
Festseite und der Losseite des Stützrollengerüstes jeweils über ein Elektromagnetventil
an eine eigene Druckquelle angeschlossen sind.
[0017] Zur Sicherheit des Betriebes ist nach einer anderen Ausgestaltung vorgesehen, dass
an die Kolben-Zylinder-Einheiten jeweils ein hydraulischer Druckspeicher zum Ausgleich
von Druckschwankungen angeschlossen ist.
[0018] Die Schaltung ist außerdem zur Aufnahme von hydraulischen, elektrischen oder elektronischen
Messmitteln derart ausgeführt, dass im Bereich der Kolben-Zylinder-Einheiten befindliche
Elektronikbaugruppen mittels Druckluft über eine angeschlossene Druckluftleitung gekühlt
sind.
[0019] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die nachstehend
näher erläutert werden.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen senkrechten Schnitt durch eine Stranggießkokille mit Gießstrang und Stützrollengerüst
und den beiden Oszillationsantrieben für eine parallele Oszillationsbewegung,
- Fig. 2
- denselben senkrechten Schnitt wie Fig. 1 für bogenförmige Oszillationsbewegungen,
- Fig. 3
- die Ausführungsform der Fig. 2 als Schema für das Oszillations-System der Stranggießkokille,
- Fig. 4
- die Anwendung des Oszillations-Systems auf unterschiedliche Formatdicke,
- Fig. 5
- einen hydraulischen Schaltplan für den hinteren und den vorderen Oszillationsantrieb,
- Fig. 6
- eine vergrößerte linke Hälfte aus Fig. 5 für den auf der Festseite des Stützrollengerüstes
angeordneten hinteren Oszillationsantrieb und
- Fig. 7
- eine vergrößerte rechte Hälfte aus Fig. 5 für den auf der Losseite des Stützrollengerüstes
angeordneten vorderen Oszillationsantrieb.
[0021] In einer Stranggießkokille 1 für Knüppel-, Block-, Vorblock-, Brammen- oder Dünnbrammen-Formate
wird ein Gießstrang 2 aus flüssigem Metall, insbesondere aus flüssigem Stahlwerkstoff,
gegossen und zum Ablösen mittels an den Formatflächen eingeführen Schmierstoffen (Gießpulver)
oszilliert. Die Stranggießkokille 1 ist mit ihrem Gewicht auf einem Hubtisch 3 aufgestützt
und der Hubtisch 3 wird in einer Führung 4 ( bspw. aus Blattfedern, Rollen mit Stützflächen
u. dgl. ) oszillierend bewegt, wobei die Führung 4 der Kokillenoszillation durch ein
auf das durch Kühlen schrump-fende Format einjustierte Stützrollengerüst 5 fortgesetzt
wird.
[0022] Der Führung 4 in Gießrichtung 6 ist eine Oszillationsbewegung 7a, 8a (durch Pfeile
dargestellt) von hintereinander angeordneten, selbständigen, einzeln steuerbaren und
regelbaren Oszillationsantrieben 7 und 8 innerhalb der Stranggießvorrichtung zugeordnet,
die erforderlichenfalls einstellbare oder zumindest teilweise austauschbare Rollensegmente
9 des jeweiligen Stützrollengerüstes 5 aufweist.
[0023] Für senkrechtes Gießen ist dieselbe Stranggießvorrichtung (Fig. 1) mit zwei senkrecht,
parallel und synchron wirkenden Oszillationsantrieben ausgestattet.
[0024] Für ein bogenförmiges Gießen (Fig. 2) werden ungleiche Oszillationsbewegungen 7b,
8b mit ungleichen Hüben auf elektrischem und / oder hydraulischem Weg entsprechend
der gewünschten Bogenform unterschiedlich angesteuert.
[0025] Die Oszillationsantriebe 7, 8 sind grundsätzlich in Gießrichtung 6 als hinterer Oszillationsantrieb
7 und als vorderer Oszillationsantrieb 8 angeordnet. Die bogenförmige Gießrichtung
6 bedingt, dass die Hübe des vorderen Oszillationsantriebs 8 kürzer sind als die Hübe
des hinteren Oszillationsantriebs 7.
[0026] In Fig. 3 ist das Oszillationssystem der Stranggießkokille 1 mit gelenkig gelagerten
Oszillationsantrieben 7 und 8 dargestellt. Die Oszillation findet um einen Anlagenmittelpunkt
10 statt, wobei die Stranggießkokille 1 den jeweils entsprechenden Radius 11 oder
12 aufweist und sich dadurch die Formatdicke 13 ergibt. Die Oszillationskurve 14 ist
somit ein Kreisbogen mit einem mittleren Radius zwischen den Radien 11 und 12. Im
Stützrollengerüst 5 bildet die Formatdicke 13 zwischen den Stützrollenpaaren die Fortsetzung
der Gießader 13a.
[0027] Fig. 4 zeigt die Anpassung der Radien 11 und 12 in Abhängigkeit der verschiedenen
Formatdicken 13. Den einzelnen Formatdicken 13 ( Formate 1, 2, 3) entsprechen die
mittleren Ebenen 15 mit den Radien R1, R2 und R3,
[0028] Die Oszillationsantriebe 7, 8 sind jeweils einzeln in der auf dem mittleren Radius
liegenden mittleren Ebene 15 oder alternativ für sehr schwere Hubtische mit schweren
Stranggießkokillen, paarweise symmetrisch zu der mittleren Ebene 15 angeordnet. Der
jeweils mittleren Ebenen 15 am Anfang der Ebene der Radien R1, R2, R3 verlaufen lotrecht
im Raum.
[0029] Jeder der Oszillationsantriebe 7, 8 ist in den Oszillationsbewegungen 7b, 8b in verschiedenen
Parametern einstellbar. So ist der vordere Oszillationsantrieb 8 in Abhängigkeit der
bogenförmigen Oszillationsbewegung und / oder der Formatdikke 13 einerseits auf veränderte
Hübe einstellbar. Andererseits sind die Hübe des hinteren Oszillationsantriebs 7 und
/ oder des vorderen Oszillationsantriebs 8 unabhängig in der Form der Schwingbewegung
und der eingestellten Oszillationsfrequenz veränderbar.
[0030] In den Fig, 5 bis 7 ist zu den Regel- und Steuereinrichtungen 16 eine hydraulische
Schaltung 17 dargestellt. Im Ausführungsbeispiel ist für den hinteren Oszillationsantrieb
7 und für den vorderen Oszillationsantrieb 8 die gleiche hydraulische Schaltung 17
gewählt. Hierbei ist der hintere Oszillationsantrieb 7 der Festseite 18 und dem vorderen
Oszillationsantrieb 8 die Losseite 19 des Stützrollengerüstes 5 zugeordnet.
[0031] Die Oszillationsantriebe 7, 8 bestehen jeweils aus Kolben-Zylinder-Einheiten 20 gleicher
Bauart. Diese Kolben-Zylinder-Einheiten 20 werden auf der Festseite 18 und auf der
Losseite 19 des Stützrollengerüstes 5 jeweils über ein Elektromagnetventil 21 (Wegeventil)
an eine Druckquelle 22 angeschlossen. An die Kolben-Zylinder-Einheiten 20 sind dort
befindliche Messgeber ( wie bspw. Positionsgeber, Druckgeber u. dgl. ) und elektronische
Schaltungen mittels Druckluft gekühlt. Die Druckluft wird über ein Druckluftrohr 23
zugeführt, das zusammen mit den hydraulischen Leitungen verlegt wird, und an die beiden
Schaltungen 17 abgezweigt ist.
[0032] Gemäß Fig. 6 wird Druckluft sowohl an den kolbenseitigen Ende 24 als auch an das
kolbenstangenseitige Ende 25 geführt, wo sich die elektronischen Baugruppen befinden.
Die hydraulische Druckflüssigkeit strömt über eine Tankleitung 26 zu. Über eine Leckage-Leitung
27 strömt Leckflüssigkeit in den Tank zurück.
[0033] Gemäß den Fig. 6 und 7 sind an die Kolben-Zylinder-Einheiten 20 in die Tankleitung
26 jeweils ein hydraulischer Druckspeicher 28 zum Ausgleich von Druckschwankungen
angeschlossen.
[0034] Innerhalb eines strichpunktierten Gehäuses 29 befinden sich alle Messelemente, die
der Kolben-Zylinder-Einheit unmittelbar zugeordnet sind.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Stranggießkokille
- 2
- Gießstrang
- 3
- Hubtisch
- 4
- Führung
- 5
- Stützrollengerüst
- 6
- Gießrichtung
- 7
- Hinterer Oszillationsantrieb
- 7a
- gerade Oszillationsbewegung
- 7b
- bogenförmige Oszillationsbewegung
- 8
- vorderer Oszillationsantrieb
- 8a
- gerade Oszillationsbewegung
- 8b
- bogenförmige Oszillationsbewegung
- 9
- Rollensegment
- 10
- Anlagenmittelpunkt
- 11
- Radius
- 12
- Radius
- 13
- Formatdicke
- 13a
- Gießader
- 14
- Oszillationskurve
- 15
- mittlere (neutrale) Ebene
- 16
- Regel- und Steuereinrichtungen
- 17
- hydraulische Schaltung
- 18
- Festseite
- 19
- Losseite
- 20
- Kolben-Zylinder-Einheit
- 21
- Elektromagnetventil
- 22
- Druckquelle
- 23
- Druckluftrohr
- 24
- kolbenseitiges Ende
- 25
- kolbenstangenseitiges Ende
- 26
- Tankleitung
- 27
- Leckage-Leitung
- 28
- hydraulischer Druckspeicher
- 29
- Gehäuse
1. Verfahren zum Oszillieren einer Stranggießkokille (1) und zum Führen eines Gießstrangs
(2) beim Gießen von flüssigen Metallen, insbesondere von flüssigen Stahlwerkstoffen,
bei dem die Stranggießkokille (1) mit ihrem Gewicht auf einem Hubtisch (3) aufgestützt
und der Hubtisch (3) in einer Führung (4) oszillierend bewegt und in deren Führungsbahn
der Gießstrang (2) in einem Stützrollengerüst (5) transportiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei in Gießrichtung (6) hintereinander angeordneten selbständigen, einzeln steuerbaren
und regelbaren Oszillationsantrieben (7; 8) in ein und derselben Stranggießvorrichtung
mit erforderlichenfalls einstellbaren oder zumindest teilweise austauschbaren Rollensegmenten
(9) des Stützrollengerüstes (5) einerseits für senkrechtes Gießen beide Oszillationsantriebe
(7; 8) für gleiche Oszillationsbewegungen (7a; 8a) mit gleichen Hüben und andererseits
für ein bogenförmiges Gießen für ungleiche Oszillationsbewegungen (7b; 8b) mit ungleichen
Hüben elektrisch und / oder hydraulisch angesteuert werden, wobei der in Gießrichtung
(6) vordere Oszillationsantrieb (8) über kürzere Hübe gegenüber dem hinteren Oszillationsantrieb
(7) gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Grundlage von variablen, kürzeren Hüben des vorderen Oszillationsantriebs
(8) die Oszillationskurve (14) und / oder die Formatdicke (13) beim Gießen von unterschiedlich
dicken Gießsträngen (2) eingestellt werden.
3. Einrichtung für die Oszillation einer Stranggießkokille (1) und zum Führen des Gießstrangs
(2) beim Gießen von flüssigen Metallen, insbesondere von flüssigen Stahlwerkstoffen,
mit einer auf einem Hubtisch (3) gelagerten Stranggießkokille (1) und zumindest zwei
selbständigen hydraulischen Oszillationsantrieben, die an dem Hubtisch (3) angreifen,
sowie mit Regel- und Steuereinrichtungen(16) für die Hubhöhen und Oszillationsbewegungen
der Oszillationsantriebe (7; 8),
dadurch gekennzeichnet,
dass in der mittleren, neutralen Ebene (15) oder symmetrisch zu der mittleren Ebene (15)
der Gießader (13a) in Gießrichtung (6) zumindest zwei Oszillationsantriebe (7; 8)
hintereinander angeordnet sind, wobei ein erster Oszillationsantrieb (7) hinter dem
Hubtisch (3) und ein zweiter Oszillationsantriebe (8) vor dem Hubtisch (3) angeordnet
ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der vordere Oszillationsantrieb (8) in Abhängigkeit der bogenförmigen Oszillationsbewegung
(8b) und / oder der Formatdicke (13) des Gießstrangs (2) auf veränderte Hübe einstellbar
ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hübe des hinteren Oszillationsantriebs (7) und / oder des vorderen Oszillationsantriebs
(8) unabhängig von der eingestellten Oszillationsfrequenz veränderbar sind.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Regel- und Steuereinrichtungen (16) eine hydraulische Schaltung (17) für den
hinteren Oszillationsantrieb (7) und eine im wesentlichen gleiche hydraulische Schaltung
(17) für den vorderen Oszillationsantrieb (8) aufweisen.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 3 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die hydraulische Schaltung (17) der Regelungs- bzw. Steuereinrichtung (16) für den
hinteren Oszillationsantrieb (7) und die Festseite (18) des Stützrollengerüstes (5)
und die hydraulische Schaltung (17) der Regelungs- bzw. Steuereinrichtung (16) für
den vorderen Oszillationsantrieb (8) und die Losseite (19) des Stützrollengerüstes
(5) getrennt vorgesehen sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolben-Zylinder-Einheiten (20) der Festseite (18) und der Losseite (19) des Stützrollengerüstes
(5) jeweils über ein Elektromagnetventil (21) an eine eigene Druckquelle (22) angeschlossen
sind.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Kolben-Zylinder-Einheiten (20) jeweils zumindest ein hydraulischer Druckspeicher
(28) zum Ausgleich von Druckschwankungen angeschlossen ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich der Kolben-Zylinder-Einheiten (20) befindliche Elektronikbaugruppen mittels
Druckluft über ein angeschlossenes Druckluftrohr (23) gekühlt sind.