[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung von Müllbehältern.
[0002] Die Reinigung von Müllbehältern nach dem Entleerungsvorgang ist von besonderer Bedeutung,
um einerseits für die erneute Befüllung des Müllbehälters dessen volles Volumen wieder
zur Verfügung zu stellen und andererseits um Geruchsbelästigungen durch im Müllbehälter
zurückbleibende Müllreste zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für Bio- und Restmüllbehälter,
in denen häufig leicht anhaftender Müll vorliegt, der bei der Entleerung teilweise
in den Müllbehältern zurückbleibt.
[0003] Hierbei stellt sich die Frage, wie die anfallenden Gemische aus Müll und Reinigungsmedium
nach Durchführung des Reinigungsvorgangs behandelt werden sollen. Hier besteht einerseits
die Möglichkeit, das Gemisch dem in dem Schüttraum des Müllfahrzeuges befindlichen
Müll zuzufügen, was jedoch den Nachteil mit sich bringt, dass ein zu feuchter Müll
im Müllfahrzeug nur verhältnismäßig schwer handhabbar und daher unerwünscht ist. Alternativ
kann das mit Müll verunreinigte Reinigungsmedium einem Sammelbehälter zugeführt werden,
was den Nachteil mit sich bringt, dass einerseits ein Stauraum für den Sammelbehälter
benötigt wird und dass sich andererseits erneut die Frage stellt, wie das darin befindliche
Müll-Reinigungsmedium-Gemisch entsorgt werden kann.
[0004] Bereits in der DE 100 34 269 A wurde vom selben Anmelder eine Reinigungsvorrichtung
für Müllbehälter vorgeschlagen, die als Filterelement eine mit einem flachen Filterelement
kombinierte rotierende Filtervorrichtung aufweist, wobei das Filterelement gegenüber
der Horizontalen derart geneigt ist und gegenüber der rotierbaren Filtervorrichtung
derart angeordnet ist, dass das das Filterelement verlassende Gemisch der rotierenden
Filtervorrichtung zugeführt wird. Hierdurch wurde bereits erreicht, dass das den Müllbehälter
während der Reinigung verlassende, aus mit Müll verunreinigtem Reinigungsmedium bestehende
Gemisch in einen flüssigen Anteil sowie in einen überwiegend feste Bestandteile enthaltenden
Anteil getrennt wird. Das den Müllbehälter verlassende Gemisch wird zunächst über
das Filterelement geführt, auf dem bereits ein Teil des Reinigungsmediums abläuft
und so vom Müll getrennt wird. Der Müll wird dann erfindungsgemäß zur Oberfläche einer
rotierbaren Filtervorrichtung zugeführt, mittels derer eine weitere Trennung der festen
Bestandteile des Mülls von dem Reinigungsmedium bzw. von flüssigen Bestandteilen des
Mülls stattfindet.
[0005] Auf diese Weise wurde erreicht, dass bei der Reinigung von Müllbehältern anfallende
Gemische vor Ort in überwiegend feste Bestandteile sowie in eine flüssige Phase getrennt
werden, wobei die dabei entstehenden festen Bestandteile dem bereits im Schüttraum
des Müllfahrzeugs befindlichen Müll beigemischt werden können, während in vorteilhafter
Weise die flüssige Phase erneut als Reinigungsmedium verwendet werden kann.
[0006] Diese bekannten Vorrichtungen wurden als Wascheinheit auf der rechten Seite eines
Müllwagens angeordnet, während auf der linken Seite eine handelsübliche Schüttung
zum Entleeren des Mülls am Müllwagen angebaut war. Das bedeutet, dass der entsprechende
Müllbehälter vom Müllwerker zunächst links in die Müllschüttung eingehängt wird und
in üblicher Weise entleert wird. Erst anschließend wird der Müllbehälter nach entsprechendem
Umhängen auf die rechte Seite der Vorrichtung der Müllbehälterreinigung zugeführt.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs
1 wiedergegebene gattungsgemäße Vorrichtung derart weiterzubilden, dass ein Umhängen
der Müllbehälter zwischen dem Entleeren und dem Auswaschen des Müllbehälters nicht
mehr notwendig ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Kombination der Merkmale gemäß Anspruch
1 gelöst.
[0009] Demnach weist eine Vorrichtung zur Reinigung von Müllbehältern zum einen eine Vorrichtung
zum Einbringen eines Reinigungsmediums in den Müllbehälter, weiterhin ein Filterelement
zur Aufnahme des den Müllbehälter verlassenden Gemisches und schließlich einen zugeordneten
Flüssigkeitssumpf auf, wobei das Filterelement als Sieb, vorzugsweise als flaches
Spaltsieb ausgebildet ist und wobei es als Einheit mit dem zughörigen Flüssigkeitssumpf
und der Vorrichtung zum Einbringen des Reinigungsmediums von einer Ruhestellung in
eine Arbeitsstellung verschwenkbar ist.
[0010] Aufgrund dieser Lösung ist es also möglich, die gesamte Müllbehälterreinigungsvorrichtung
während des Fahren des Fahrzeugs bzw. des Entleerens des Müllbehälters in eine hochgeschwenkte
Ruhestellung zu verfahren. Lediglich zum Reinigen der Müllbehälter wird die gesamte
Vorrichtung in eine Arbeitsstellung verschwenkt. Dies ist möglich, da das Filterelement
als einfaches Sieb ausgebildet ist, dass also gegenüber der vorbekannten Müllbehälterreinigungsvorrichtung
auf das Vorsehen einer sperrig bauenden Drehfiltereinheit verzichtet wird.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den sich an den
Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.
[0012] Demnach kann das Filterelement als flaches Spaltsieb ausgebildet sein, wobei das
Spaltsieb in der Regel ein Metallfilterblech ist.
[0013] Der im Bereich unterhalb des Filterelements angeordnete Flüssigkeitssumpf kann über
eine Pumpe in einen Flüssigkeitstank entlehrbar sein.
[0014] Der Flüssigkeitstank kann mit der Vorrichtung zum Einbringen des Reinigungsmediums
in Verbindung stehen, wodurch eine Rückführung der abgeschiedenen Reinigungsflüssigkeit
möglich ist.
[0015] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung zum Einbringen des Reinigungsmediums in dem
Müllbehälter eine Düse.
[0016] Diese Düse kann als hydraulisch, elektrisch oder pneumatisch angetriebene Drehdüse
ausgeführt sein.
[0017] Die Düse kann im Endbereich eines hydraulisch, elektrisch oder pneumatisch ausfahrbaren
Armes angeordnet sein, der bei Einsatz der Reinigungsvorrichtung in den zu reinigenden
Behälter einfahrbar ist.
[0018] Die Düse kann bei einem entsprechendem Behälter in diesen einschwenkbar und in diesem
verfahrbar sein. Dieses bietet sich insbesondere bei 1,1 m
3 Behältern, also großen Müllcontainern an, um hier den gesamten Behälter mit einer
Düse reinigen zu können.
[0019] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Hand von in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung eines Teils einer ersten erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Reinigung eines Müllbehälters in Arbeitsposition,
- Figur 2:
- eine Darstellung gemäß Figur 1 mit einer Reinigungsvorrichtung in Ruheposition,
- Figur 3:
- die Reinigungsvorrichtung gemäß der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Vorrichtung
und
- Figur 4:
- eine alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung für einen anderen
Müllbehältertyp.
[0020] Die Figur 1 zeigt einen in einer dafür vorgesehenen Ausnehmung eines Schüttungsrahmens
(hier nicht näher dargestellt) befindlichen Müllbehälter 10. In dem Schüttungsrahmen
ist auch ein hydraulisch ausfahrbarer Arm 12 angeordnet. In dessen Endbereich befindet
sich eine hydraulisch angetriebene, einstellbare Drehdüse 14. Der hier nicht näher
dargestellte Schüttungsrahmen weist einen Drehmotor 16 der Schüttung auf.
[0021] Der einen Teil der Müllbehälterreinigungsvorrichtung bildende hydraulisch ausfahrbare
Arm 12 ist Teil einer verschwenkbaren Einheit 18, die zusätzlich noch ein als Sieb
ausgeführtes Filterelement 20 und einen unterhalb des als Sieb ausgebildeten Filterelements
20 angeordneten Flüssigkeitssumpf 22 aufweist. Die gesamte Einheit 18 ist von einer
Arbeitsposition, wie sie in Figur 1 dargestellt ist, entlang eines Verschwenkweges
24 in eine Ruheposition, wie sie in Figur 2 gezeigt ist, verschwenkbar. Zur Verschwenkung
dient eine Kolben-Zylinderanordnung 26, die an einem der Einheit 18 zugeordneten Gestänge
28 angreift.
[0022] Der Sumpf 22 läuft schräg zu einem Tiefpunkt zusammen, an dem der Mündungspunkt einer
Ablaufleitung 30 liegt, über welche im Sumpf angesammelte Reinigungsflüssigkeit absaugbar
ist. An dem Absaugpunkt 30 ist ein flexibler Schlauch als Absaugleitung angeschlossen,
der die Verschwenkung der gesamten Einheit 18 nicht behindert.
[0023] In Figur 3 ist die Einheit 18 mit dem entsprechenden Verschwenkmechanismus nochmals
dargestellt, wobei hier das Filtersieb 20 nur teilweise wiedergegeben ist. Bei dem
Filtersieb 20 handelt es sich in dem hier vorgestellten Ausführungsbeispiel um ein
aus Edelstahl gefertigtes Spaltsieb, dessen Spaltweite je nach typisch zu verarbeitendem
Müll auswählbar ist. In einem weiten Anwendungsbereich wird man Spaltweiten von 0,5
mm bis 1,5 mm wählen.
[0024] Mit der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Vorrichtung kann das Entleeren und Waschen
von Müllbehältern wie folgt vor sich gehen.
[0025] Während die gesamte Waschvorrichtung entsprechend der Darstellung gemäß Figur 2 in
ihrer Ruheposition verweilt, kann das Müllsammelfahrzeug an seinen Einsatzort fahren.
Am Einsatzort angekommen, wird der Müllbehälter 10 eingehängt und entleert. Nach entsprechendem
Entleeren des Müllbehälters wird die Waschvorrichtung, das heißt die gesamte Einheit
18, in ihre Arbeitsposition verschwenkt und die rotierende Reinigungsdüse 14 wird
in den Müllbehälter eingeschwenkt. Während des Ausspritzens des Müllbehälters durch
die rotierende Düse 14 fließt die mit dem Feststoff versehene Reinigungsflüssigkeit
aus dem Müllbehälter auf das Sieb 20, wo sich Flüssigkeit von Feststoff trennt. Die
Flüssigkeit läuft durch die Spalte des Spaltsiebes 20 in den Sumpf 22. Die sich dort
ansammelnde Flüssigkeit wird über die Öffnung 30 in einer hier nicht näher dargestellten
Leitung über eine ebenfalls nicht dargestellte Pumpe abgepumpt. Nach Abpumpen der
Flüssigkeit wird die gesamte Einheit 18 hochgeschwenkter, wobei der sich auf dem Sieb
abgelagerte Feststoff während des Hochschwenkens in den Sammelraum des Müllsammelfahrzeuges
fällt.
[0026] Eine im wesentlichen in gleicher Art und Weise funktionierende Ausgestaltung der
Vorrichtung ist in Figur 4 gezeigt. Hier ist allerdings die Vorrichtung zur Aufnahme
eines großen Müllbehälters, das heißt eines 1,1 m
3 Behälters ausgerüstet. Der Müllbehälter 10' ist hier in eingeschränkter Stellung
gezeigt. Die Gesamteinheit 18 ist hier in strichpunktierter Linie in beiden Stellungen
nämlich der Arbeitsstellung und der Ruhestellung gezeigt. Die Einheit 18 beinhaltet
die gleichen Elemente, wie in den vorherigen Ausführungen, nämlich einen entsprechenden
als Sieb ausgebildeten Filter 20 sowie einen Sumpf 22. Die Reinigungsdüse 14' ist
in der hier dargestellten Ausführungsvariante einschwenkbar und innerhalb des größeren
Müllbehälters 10' verschwenkbar angeordnet.
1. Vorrichtung zur Reinigung von Müllbehältern mit einer Vorrichtung zum Einbringen eines
Reinigungsmediums in den Müllbehälter, mit einem Filterelement zur Aufnahme des den
Müllbehälter verlassenden Gemisches und einem dieser zugeordneten Flüssigkeitssumpf,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Filterelement als Sieb, vorzugsweise als flaches Spaltsieb, ausgebildet ist und
daß es als Einheit mit dem zugehörigen Flüssigkeitsumpf und der Vorrichtung zum Einbringen
des Reinigungsmediums von einer Ruhestellung in eine Arbeitsstellung verschwenkbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Filterelement ein als Spaltsieb ausgebildetes Filterblech ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der im Bereich unterhalb des Filterelementes angeordnete Flüssigkeitssumpf über eine
Pumpe in einen Flüssigkeitstank entleerbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitstank mit der Vorrichtung zum Einbringen des Reinigungsmediums in
Verbindung steht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis , dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Einbringen eines Reinigungsmediums in den Müllbehälter eine Düse
umfaßt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse als hydraulisch, elektrisch oder pneumatisch angetriebene Drehdüse ausgeführt
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse im Endbereich eines hydraulisch, elektrisch oder pneumatisch ausfahrbaren
Armes angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse in den Behälter einschwenkbar und in diesem verfahrbar ist.