[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Bogenmaterialanleger, z.B. Magazinanleger zur
Zufuhr von Bogenmaterial beispielsweise in Form von Signaturen, Einzelbogen oder Beilagen
von einem Stapel.
[0002] Die US 6,213,457 offenbart zum Beispiel eine Vorrichtung zur Zufuhr flacher Produkte
vom Boden eines Stapels mit Hilfe eines mit einer Saugerwelle rotierenden Saugers.
[0003] Die US 5,984,296 offenbart einen Hubsauger zur Entnahme des obersten Bogens von einem
Bogenstapel. Mit Hilfe eines Stellknopfes kann ein Gelenk eines mehrgliedrigen, den
Hubsauger führenden Kurvenfolgergetriebes im Sinne einer Veränderung des Hubes des
Hubsaugers und damit von dessen Abstand zu den Bogen verändert werden.
[0004] Die US 5,094,439 offenbart eine Vorrichtung zur Arretierung einer Saugdüse eines
Bogentrennsaugers in einem Bogen von oben zuführenden Bogenanleger, die ein an einem
Tastfußantrieb befestigtes Gegenlager umfasst.
[0005] In manchen Fällen ist es wünschenswert, einen die Bogenzufuhr verhindernden Hemmmechanismus
vorzusehen. In einigen kurvengetriebenen Vorrichtungen des Standes der Technik wirkt
dieser Hemmmechanismus wie ein Riegel, welcher den Kurvenfolger vollständig oder fast
vollständig von der Kurve löst. Bei der Wiederaufnahe des Anlegevorgangs steht der
Kurvenfolger wieder in permanentem Kontakt mit der Kurve. Dieses wiederholte Lösen
und Anstellen kann jedoch zu Verschleiß an der Kurvenoberfläche, der Kurve und an
anderen Elementen des Anlegers führen.
[0006] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Bogenanleger mit einem Hemmmechanismus
zu schaffen, welcher den Verschleiß an der Kurve und dem Kurvenfolger reduziert. Eine
alternative oder zusätzliche Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen
Bogenmaterialanleger zu schaffen, der einen leicht umzusetzenden, wirksamen Hemmmechanismus
aufweist.
[0007] Ein erfindungsgemäßer Bogenmaterialanleger umfasst:
ein Bogenmaterialmagazin zur Bevorratung eines Bogenmaterialstapels;
eine Saugerleistenvorrichtung, die mindestens einen Sauger zum Kontaktieren des Bogenmaterials
umfasst und eine Schwenkachse aufweist, und
ein eine erste und eine zweite Position aufweisendes Stellglied zum Schwenken der
Saugerleistenvorrichtung um die Schwenkachse, wobei der Sauger bei in der ersten Position
befindlichem Stellglied um einen vorgegebenen Winkel aus einer ersten Winkelposition,
in welcher der Sauger das Bogenmaterial kontaktiert, in der Weise um die Schwenkachse
schwenkt, dass der Sauger das Bogenmaterial vom Stapel abnimmt, und bei in der zweiten
Position befindlichem Stellglied aus einer zweiten Winkelposition um die Schwenkachse
schwenkt, in welchem der Sauger das Bogenmaterial nicht kontaktiert.
[0008] Durch Vorsehen des Stellglieds zur Veränderung der Phasenlage des Schwenkwinkels
kann ein leicht umzusetzender, wirksamer Hemmmodus für den Bogenmaterialanleger vorgesehen
werden.
[0009] Der Sauger kann bei in der zweiten Position befindlichem Stellglied weiter um den
vorgegebenen Winkel schwenken. Das Stellglied ist vorzugsweise zwischen die Saugerleistenvorrichtung
und einen Kurvenfolger geschaltet, wobei der Kurvenfolger den Sauger um den vorgegebenen
Winkel bewegt.
[0010] Die den Kurvenfolger steuernde Kurve und der Kurvenfolger bleiben vorzugsweise unabhängig
davon, ob sich das Stellglied in der ersten oder in der zweiten Position befindet,
miteinander in Kontakt.
[0011] Die Saugerleistenvorrichtung umfasst vorzugsweise eine Hauptwelle, welche die Schwenkachse
aufweist, und kann eine Saugerleiste mit einer zur Schwenkachse parallel, aber versetzt
angeordneten Saugerleistenachse aufweisen. In diesem Fall verändert das Stellglied
vorzugsweise den Winkel zwischen der Schwenkachse und der Saugerleistenachse.
[0012] Ein von der Kurve über den Kurvenfolger angetriebener Block kann über das Stellglied
mit der Saugerleiste verbunden sein.
[0013] Von der Saugerleiste aus kann sich eine Halterung erstrecken, an welcher das Stellglied
mit Hilfe von Haltefedern befestigt ist.
[0014] Bei in der zweiten Position befindlichem Stellglied kann eine Unterdruckvorrichtung
den am Sauger anliegenden Unterdruck abstellen.
[0015] Bei dem Anleger kann es sich um einen Bogenmaterial von der Unterseite eines Stapels
abziehenden Anleger handeln.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Abnahme von Bogen umfasst die folgenden Schritte:
Schwenken einer Saugerleistenvorrichtung in einer ersten Betriebsart um einen vorgegebenen
Winkel aus einer ersten Winkelstellung heraus, in welcher ein Sauger das Bogenmaterial
kontaktiert und letzteres transportiert; und
Schwenken der Saugerleistenvorrichtung in einer zweiten, hemmenden Betriebsart aus
einer zweiten Winkelstellung heraus, in welcher der Sauger das Bogenmaterial nicht
kontaktiert.
[0017] In der ersten Betriebsart kann am Sauger ein Unterdruck anliegen, der in der zweiten
Betriebsart abgestellt sein kann.
[0018] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform
im Hinblick auf die Zeichnungen näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung der Saugerleistenvorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Rückansicht der Saugerleistenvorrichtung;
- Fig. 3
- den Bogenmaterialanleger in einer ersten Betriebsart; und
- Fig. 4
- den Bogenmaterialanleger in einer zweiten Betriebsart.
[0020] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Saugerleistenvorrichtung
10. Eine Hauptwelle 12 ist drehbar in einem Gehäuse des Bogenmaterialanlegers gelagert
und definiert eine Schwenkachse 14. Eine Saugerleiste 16 ist über Verbindungselemente
18 mit der Hauptwelle 12 verbunden. Die Verbindungselemente 18 sind um die Schwenkachse
14 schwenkbar, jedoch mit der Saugerleiste 16 fest verbunden.
[0021] Die Saugerleiste 16 umfasst eine Vielzahl von axial beabstandeten Saugern 20, die
über eine Rohrverbindung mit einer Unterdruckvorrichtung 22 verbunden sind. Mit der
Unterdruckvorrichtung 22 ist eine Steuerung 24 zur Steuerung der Unterdruckzufuhr
zu den Saugern 20 verbunden.
[0022] Ein auch in Fig. 2 dargestellter angetriebener Block 44 ist um die Welle 12 frei
drehbar und umfasst eine Verlängerung 45 (Fig. 2). Zwischen der Verlängerung 45 und
einer mit der Saugerleiste 16 fest verbundenen Halterung 31 befindet sich ein Stellglied
30, das mit Hilfe von zwei Federn 32, 34 an der Halterung 31 befestigt ist. In einer
ersten Position hält das Stellglied 30 die Verlängerung 45 in der Nähe der Halterung
31, und in einer zweiten Position komprimiert das Stellglied 30 die Federn 32, 34
und drückt die Verlängerung 45 von der Halterung 31 weg. Auf diese Weise kann das
Stellglied 30 den Winkel zwischen der Hauptwelle 12 und der Saugerleiste 16 verändern.
[0023] Unabhängig von der Position des Stellglieds 30 kann ein einen Kurvenfolger 40 tragender
Kurvenfolgerarm 42 von einer Kurve angetrieben werden und einer an einer am Bogenmaterialanlegergehäuse
befestigen Halterung 48 befestigten Haltefeder 36 entgegenwirken.
[0024] Der Kurvenfolgerarm 42 treibt den Block 44 an, um diesen um die Hauptwelle 12 zu
drehen und dadurch die Saugerleiste 16 mittels der Halterung 31 zu bewegen und dadurch
die Sauger 20 zu bewegen.
[0025] Fig. 3 zeigt die kurvengetriebene Bewegung des Saugers 20 bei in der ersten Position
befindlichem Stellglied 30, wenn sich die Verlängerung 45 und die Halterung 31 in
der einander angenäherten Position befinden. Die Steuerung 24 stellt sicher, dass
die Sauger 20 mit einem Unterdruck beaufschlagt sind und so eine Saugwirkung ausüben,
um den untersten Bogen 66 eines Bogenmaterialstapels 60 herunterzuziehen. Der Bogenmaterialstapel
60 liegt auf einem Tablett 70 auf und umfasst eine vordere Führung 72 und einen Rückhalter
74.
[0026] Fig. 4 zeigt die kurvengetriebene Bewegung des Saugers 20 bei in der zweiten Position,
der Hemmposition, befindlichem Stellglied, wenn sich die Verlängerung 45 und die Halterung
31 in einer voneinander abgerückten Position befinden. Hierbei hat die Steuerung 24
das Stellglied aktiviert und den Unterdruck 22 abgestellt. Der Sauger 20 schwenkt
weiter, es werden jedoch keine Bogen abgenommen. Der Kontakt zwischen der Kurve und
dem Kurvenfolger kann bestehen bleiben, wodurch der Verschleiß verringert wird.
Liste der Bezugszeichen
[0027]
- 10
- Saugerleistenvorrichtung
- 12
- Hauptwelle
- 14
- Schwenkachse
- 16
- Saugerleiste
- 18
- Verbindungselemente
- 20
- Sauger
- 22
- Unterdruckvornchtung/Unterdruck
- 24
- Steuerung
- 30
- Stellglied
- 31
- Halterung
- 32
- Feder
- 34
- Feder
- 36
- Haltefeder
- 40
- Kurvenfolger
- 42
- Kurvenfolgerarm
- 44
- Block
- 45
- Verlängerung
- 48
- Halterung
- 60
- Bogenmaterialstapel
- 66
- unterster Bogen
- 70
- Tablett
- 72
- vordere Führung
- 74
- Rückhalter
1. Bogenmaterialanleger mit einem Bogenmaterialmagazin zur Bevorratung eines Bogenmaterialstapels,
einer Saugerleistenvorrichtung, die mindestens einen Sauger (20) zum Kontaktieren
des Bogenmaterials umfasst und eine Schwenkachse (14) aufweist, und mit einem eine
erste Position und eine zweite Position aufweisenden Stellglied (30), wobei der Sauger
bei in der ersten Position befindlichem Stellglied (30) aus einer ersten Winkelstellung,
in welcher der Sauger (20) das Bogenmaterial kontaktiert, um einen vorgegebenen Winkel
um die Schwenkachse (14) schwenkt, so dass der Sauger (20) das Bogenmaterial vom Stapel
abnimmt; und wobei der Sauger (20) bei in der zweiten Position befindlichem Stellglied
(30) um die Schwenkachse (14) aus einer zweiten Winkelstellung heraus schwenkt, in
welcher der Sauger (20) das Bogenmaterial nicht kontaktiert.
2. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
einen Kurvenfolger (40), welcher den Sauger (20) betriebsmäßig schwenkt.
3. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kurvenfolger (40) den Sauger (20) unabhängig davon bewegt, ob sich das Stellglied
(30) in der ersten oder der zweiten Position befindet.
4. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Saugerleistenvorrichtung (10) eine die Schwenkachse (14) aufweisende Hauptwelle
(12) und eine Saugerleiste (16) umfasst, welche eine parallel, aber versetzt zur Schwenkachse
(14) verlaufende Saugerleistenachse aufweist.
5. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stellglied (30) den Winkel zwischen der Schwenkachse (14) und der Saugerleiste
(16) verändert.
6. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 2,
gekennzeichnet durch
einen vom Kurvenfolger (40) angetriebenen, um die Schwenkachse (14) drehbaren und
über das Stellglied (30) mit der Saugerleistenvonichtung (10) verbundenen Block (44).
7. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
eine sich von der Saugerleistenvorrichtung (10) erstreckende Halterung (31), an der
das Stellglied (30) über Federn (32, 34) befestigt ist.
8. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine Unterdruckvonichtung (22), welche bei in der zweiten Position befindlichem Stellglied
(30) den Unterdruck an dem Sauger (20) abstellt.
9. Bogenmaterialanleger nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
ein Tablett (70), welches teilweisen Zugang zur Unterseite des bevorrateten Bogenmaterials
ermöglicht.
10. Verfahren zur Abnahme von Bogen,
gekennzeichnet durch
die folgenden Schritte:
Drehen einer Saugerleistenvorrichtung in einer ersten Betriebsart aus einer ersten
Winkelstellung, in welcher ein Sauger das Bogenmaterial kontaktiert und das Bogenmaterial
transportiert, um einen vorgegebenen Winkel; und
Drehen der Saugerleistenvorrichtung in einer zweiten, hemmenden Betriebsart aus einer
zweiten Winkelstellung, in welcher der Sauger das Bogenmaterial nicht kontaktiert.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der am Sauger anliegende Unterdruck in der ersten Betriebsart bereitgestellt und
in der zweiten Betriebsart abgestellt ist.