[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beladen einer Dreimesserschneidemaschine
mit Broschüren, Zeitschriften oder dgl. gebundenen Buchblocks gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs
1.
[0002] Eine Dreimesserschneidemaschine dient zum Beschneiden der drei nichtgebundenen Kanten
eines Buchblocks, Zeitschrift oder Broschur. Diese erhalten dabei ihr Endformat. Die
Dreimesserschneidemaschine arbeitet durch die im Schrägschnitt gegen Schneidleisten
arbeitenden Seiten- und Vordermesser nach dem Messerschnittprinzip, wobei der Dreiseitenbeschnitt
in einer Schneidstation realisiert wird. Hierzu werden die Buchblocks auf dem Schneidtisch
von einem Pressstempel unter Druck fixiert und der Seiten- und der Vorderbeschnitt
erfolgen durch phasenversetzte Messerbewegungen. Die Produkte können einzeln oder
im Stapel mit einer maximalen Stapelhöhe von bis zu 80 mm verarbeitet werden.
[0003] Die Dreimesserschneidemaschine ist häufig in einer Fließstrecke mit einer Klebebindestrecke
oder einer Buchfertigungsstraße gekoppelt. Die Zu- und Abführung der Produkte erfolgen
automatisch über Transportbänder. Zum Ausgleich der Leistungsunterschiede der gekoppelten
Maschinen ist der Dreimesserschneidemaschine eine Vorstapeleinrichtung vorgeordnet.
Aus der EP 0 887 157 A2 ist beispielsweise eine Vorstapeleinrichtung für eine Dreimesserschneidemaschine
bekannt, die mit einem Magazin mit zwei zweigeteilten, für das Öffnen und Schließen
horizontal bewegbaren Magazinzwischenböden ausgeführt ist, wobei der obere Magazinzwischenboden
zum Bilden eines abgezählten Buchblockstapels und der untere Magazinzwischenboden
zum getakteten Abwerfen des gebildeten Stapels auf einen Zuführungstisch vorgesehen
ist.
[0004] Bekannte Vorstapeleinrichtungen können sowohl im Magazin- als auch im Zählstapelbetrieb
betrieben werden. Im Zählstapelbetrieb gelangen die Buchblocks einzeln und fotoelektrisch
gezählt in den oberen Magazinabschnitt. Nach Erreichen der vorgewählten Anzahl wird
der Stapel durch Öffnen des oberen Magazinzwischenbodens auf den darunter befindlichen
Magazinzwischenboden abgelegt und von da aus taktgenau auf den Ablagetisch abgegeben
zum Ausschieben und Zuführen des Stapels in die Einfuhreinrichtung der Dreimesserschneidemaschine.
Der Zählstapelbetrieb ist besonders geeignet für die Verarbeitung von dünnen (2 ...
5 mm Dicke) und empfindlichen Buchblocks. Durch Abschalten der Magazinzwischenböden
wird auf Magazinbetrieb umgestellt. Zugeführte Buchblocks (ab ca. 5 mm Dicke) fallen
im Magazin direkt auf den darunter angeordneten Ablagetisch. Ein höhenverstellbarer
Stapelschieber bestimmt die Stapelhöhe und transportiert den Buchblockstapel in die
Einfuhreinrichtung der Dreimesserschneidemaschine. Der Magazinbetrieb ist auch geeignet
für im Schuppenstrom zugeführte Buchblocks entsprechender Buchblockdicke.
[0005] Die bekannten Vorstapeleinrichtungen sind hinsichtlich der Verarbeitung von dünnen
Buchblocks in ihrer Leistung begrenzt. Denn diese können aufgrund ihrer geringen Produkthöhe
nicht im Magazinbetrieb sondern nur im Zählstapelbetrieb als Stapel in exakt abgezählter
Anzahl der Dreimesserschneidemaschine zugeführt werden. Der Zählstapelbetrieb erfordert
aber einzeln zugeführte Buchblocks, wobei die Einzelförderung auf den Transportbändern
wegen zu hoher Fördergeschwindigkeiten in den Kurven und Übergaben nur bis zu einer
Förderleistung von ca. 10.000 Buchblocks / h sicher ausführbar ist. Auch die Abgabe
der einzeln zugeführten Buchblocks in den oberen Magazinabschnitt wird bei dieser
Förderleistung zunehmend kritischer, weil die Buchblocks mit zu hoher Geschwindigkeit
gegen die Magazinseitenwand geworfen werden. Außerdem reicht die Zeit zwischen zwei
zugeführten Buchblocks nicht mehr für das Öffnen und Schließen des oberen Magazinzwischenbodens
zum Überführen des gebildeten Stapels in den unteren Magazinabschnitt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Beladen
einer Dreimesserschneidemaschine mit Broschüren, Zeitschriften oder dgl. gebundenen
Buchblocks gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 vorzuschlagen, mit der bei einfacher
Konstruktion eine hohe Zuführleistung von insbesondere dünnen Buchblocks ermöglicht
wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Weiterausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
bilden Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Die zu beschneidenden Buchblocks können nunmehr auch bei einer Produktdicke von weniger
als 5 mm in geschuppter Formation der Vorstapeleinrichtung zugeführt werden. Die durch
den Beschleunigungsförderer bestimmte Übergabegeschwindigkeit der Buchblocks in das
Magazin der Vorstapeleinrichtung ist auf die Geschwindigkeit begrenzbar, die für das
sichere Erreichen des gegenüberliegenden Zwischenmagazinbodenteils notwendig ist.
Mit dem Zurückhalten des nachfolgenden Schuppenteils wird nach der Übergabe des letzten
Buchblocks eines Schuppenstromabschnitts in das Magazin ein ausreichendes Zeitfenster
geschaffen für das Öffnen und Schließen des ersten, oberen Magazinzwischenbodens.
Durch den geschuppten Transport ergeben sich außerdem geringere und damit beherrschbare
Fördergeschwindigkeiten auf den die Buchblocks der Beladevorrichtung zuführenden Transportbändern,
welche zudem bei gleicher Transportzeit ( = erforderliche Trockenzeit) wesentlich
kürzer projektierbar sind.
[0009] Mit dem Vorteil einer vergrößerten Auflagefläche für die zu beschleunigenden Buchblocks
umfasst der Beschleunigungsförderer eine Beschleunigungswalze und wenigstens einen
nach vorne bis zum Magazin reichenden Förderriemen. In bevorzugter Ausführungsform
ist die Trenneinrichtung gebildet aus einer über der Beschleunigungswalze angeordneten
Andrückrolle zur Weiterförderung des vorderen Schuppenteils und einem hinter der Andrückrolle
angeordneten Trennfinger zum Zurückhalten des nachfolgenden Schuppenteils. Andrückrolle
und Trennfinger werden für den Trennvorgang auf den Schuppenstrom abgesenkt, wobei
sie in der abgesenkten Trennposition durch relative Beweglichkeit zueinander jeweils
mit einer definierten Andrückkraft auf dem Schuppenstrom aufliegen. Damit ist gewährleistet,
dass der nächste zurückzuhaltende Buchblock vom Trennfinger erfasst wird, während
die Andrückrolle den noch weiter zu fördernden Buchblock für eine sichere Mitnahme
auf den Beschleunigungsförderer niederdrückt. Mit dem Anheben der Trenneinrichtung
wird der Schuppenstrom wieder freigegeben und durch den Beschleunigungsförderer in
das Magazin überführt.
[0010] Für das Abzählen der im Schuppenstrom geförderten Buchblocks wird vorzugsweise ein
(Laser-) Exemplarzähler eingesetzt, der in Förderrichtung gesehen hinter der Trenneinrichtung
also oberhalb des Transportbandes des Zuführungsförderers angeordnet ist. Die Zählimpulse
des Exemplarzählers werden in einer Steuereinrichtung unter Berücksichtigung der Fördergeschwindigkeit
des Schuppenstroms ausgewertet zum Auslösen des Trennvorgangs. Als vorteilhaft hat
sich erwiesen, die geschuppt zugeführten Buchblocks mit einer federbelasteten Andrückrolle
auf dem vorderen Ende des Beschleunigungsförderers niederzuhalten, wodurch die Buchblocks
für eine sichere Übergabe in das Magazin ausgesteift werden.
[0011] Mit dem Vorteil einer schnellen Betätigung im Sinne eines Öffnens und Schließens
ist der erste, obere Magazinzwischenboden gebildet aus zwei fluchtend nebeneinander
liegenden Einzelplattformen, wobei jede Einzelplattform aus in einer Ebene und senkrecht
zu einer Welle angeordneten Fingern besteht und beide Wellen durch einen gemeinsamen
Antrieb gegenläufig angetrieben nach unten aus dem Magazin heraus- und nach einer
vollständigen Umdrehung wieder hineingedreht werden. Beim Wiederhineindrehen werden
die Buchblocks quasi in den unteren Magazinabschnitt hinuntergedrückt, während nachfolgende
Buchblocks bereits wieder zugeführt werden.
[0012] Nicht nur für den Zählstapelbetrieb sondern insbesondere auch für den Magazinbetrieb
ist der von einem gesonderten Antrieb vor- und zurückbewegbare Ausschieber geeignet.
Denn durch die Einstellbarkeit des Auschieberhubes entsprechend der Höhe des Frontbeschnitts
entfallen Formatverstellungen auf dem Zuführungsförderer und in dem Stapelmagazin.
Eine vorteilhafte Gestaltung des Bewegungsprofils ergibt sich, wenn der Rückhub des
Ausschiebers im Wesentlichen gegengleich zur Bewegung eines den Stapel am ausgeschobenen
Ende übernehmenden und aus dem Magazin herausziehenden Greifers der Einfuhreinrichtung
ausgestaltet ist. Hierdurch bildet sich quasi ein dritter Magazinzwischenboden aus,
der dafür sorgt, dass die nachfolgenden Buchblocks nicht einseitig nachrutschen (Magazinbetrieb)
bzw. der es ermöglicht, auf dem zweiten Magazinzwischenboden liegende Stapel früher
abzuwerfen (Zählstapelbetrieb).
[0013] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt in einer schematischen Vorderansicht eine im Zählstapelbetrieb betriebene Beladevorrichtung
im Moment der Stapelbildung auf dem oberen Magazinzwischenboden.
- Fig. 2 u. 3
- zeigen in gleicher Ansicht die Beladevorrichtung beim Ablegen eines gebildeten Stapels
auf den unteren Magazinzwischenboden.
- Fig. 4
- zeigt die Beladevorrichtung in einer in Fig. 3 durch den Verlauf IV-IV definierten
Seitenansicht mit dem auf dem unteren Magazinzwischenboden abgelegten Stapel.
[0014] Die erfindungsgemäße Beladevorrichtung besteht aus einem Zuführungsförderer 4, einer
Stapeleinrichtung 16, einem Ablagetisch 28 und einem Ausschieber 29 und ist der Einfuhreinrichtung
35 einer Dreimesserschneidemaschine vorgeschaltet. Der Zuführungsförderer 4 ist gebildet
aus einem mit einer ersten Geschwindigkeit
vs kontinuierlich angetriebenen Transportband 5 und einem sich in Förderrichtung daran
anschließenden und mit einer höheren Geschwindigkeit
vB angetriebenen Beschleunigungsförderer 6.
[0015] Die zu beschneidenden Buchblocks 1 werden längs ihrer Buchblockhöhe
H in einem Schuppenstrom 2 der Stapeleinrichtung 16 zugeführt, wobei ein jeweils nachfolgender
Buchblock 1 auf den vorherigen Buchblock
1 aufliegt. Bei Erreichen des Beschleunigungsförderers 6, der aus einer Beschleunigungswalze
7 und mehreren nebeneinander angeordneten Förderriemen 8 besteht, werden die Buchblocks
mit der höheren Geschwindigkeit
vB aus dem Schuppenstrom 2 abgezogen und in ein Magazin 17 der Stapeleinrichtung 16
abgeworfen, welches durch Magazinseitenwände 17 a bis d begrenzt ist. Zum Aussteifen
der Buchblocks 2 ist eine angefederte Andrückrolle 9 am vorderen Ende des Beschleunigungsförderers
6 vorgesehen.
[0016] Die Stapeleinrichtung 16 kann im Magazin- und Zählstapelbetrieb betrieben werden.
In den Figuren ist der Zählstapelbetrieb dargestellt. Dabei werden die Buchblocks
1 beim Abwerfen in das Magazin 17 zunächst auf einem oberen Magazinzwischenboden 18
zu einem Stapel 3 übereinander geschichtet. Bei Erreichen der gewünschten Anzahl Buchblocks
wird der Magazinzwischenboden 18 geöffnet und der Stapel 3 auf einen unteren Magazinzwischenboden
25 abgeworfen.
[0017] Der obere Magazinzwischenboden 18 ist gebildet aus zwei fluchtend nebeneinander liegenden
Einzelplattformen 19 a,b, wobei jede Einzelplattform aus in einer Ebene und senkrecht
zu einer Welle 20 angeordneten Fingern 21 besteht und beide Wellen 20 durch einen
gemeinsamen Antrieb gegenläufig angetrieben nach unten aus dem Magazin 17 heraus-
und nach einer vollständigen Umdrehung wieder hineingedreht werden zum Öffnen und
Schließen des Magazinzwischenbodens 18. Der Antrieb erfolgt durch einen Getriebemotor
24, dessen Drehbewegung über eine Keilwelle 23 und Kegelradgetrieben 22 auf die beiden
Wellen 20 übertragen wird.
[0018] Der untere Magazinzwischenboden 25 besteht aus zwei fluchtend nebeneinander liegenden
Einzelplattformen 26 a,b, die zum Öffnen und Schließen des Magazinzwischenbodens 25
von Pneumatikzylindern 27 betätigt horizontal aus- und einfahrbar sind. In Fig. 1
ist der untere Magazinzwischenboden 25 geöffnet und der Stapel 3 wird auf den Ablagetisch
28 abgeworfen. In Fig. 2 werden die Einzelplattformen 26 a,b zum Schließen des Magazinzwischenbodens
25 eingefahren.
[0019] Der auf dem Ablagetisch 28 abgelegte Stapel 3 wird mit dem von einem gesonderten
Antrieb vor- und zurückbewegbaren Ausschieber 29 längs seiner Buchblockbreite
B also quer zur Zuführrichtung mit einem Ende aus dem Magazin 17 ausgeschoben und an
einen Greifer 36 der Einfuhreinrichtung 35 der Dreimesserschneidemaschine übergeben.
Der Antrieb für den Ausschieber 29 ist gebildet aus einem Getriebeservomotor 34, dessen
Drehbewegungen über ein Zahnrad 33 und eine Zahnstange 32 in eine lineare Vor- und
Zurückbewegung eines auf Führungswellen 31 geführten Halters 30 gewandelt wird, auf
dem der Ausschieber 29 wechselbar befestigt ist.
[0020] Der Hub des Ausschiebers 29 ist entsprechend der Höhe
F des Frontbeschnitts einstellbar
(AF). Mit der Verstellung
AF gelangen dafür bisher erforderliche Verstelleinrichtungen im Zuführungsförderer 4
und im Magazin 17 in Fortfall. Die Rückbewegung des Ausschiebers 29 erfolgt im Wesentlichen
gegengleich zur Bewegung des den Stapel 3 am ausgeschobenen Ende übernehmenden und
aus dem Magazin 17 herausziehenden Greifers 36. Hierdurch wird für einen nachfolgenden
Stapel 3 ein quasi dritter Magazinzwischenboden dargeboten zum Abwerfen des Stapels
3 unmittelbar nach dem Ausschieben des vorherigen Stapels 3.
[0021] Der Greifer 36 ist gebildet aus einer unteren Platte 37 und zwei oberen Greiferplatten
38 und 39 und überführt den ausgeschobenen Stapel 3 in zwei Hüben in die Schneidstation
41 der Dreimesserschneidemaschine. Für den ersten Hub spannt der Greifer 36 das ausgeschobene
Ende des Stapels 3 mit der oberen hinteren Greiferplatte 39 auf die untere Platte
37 und zieht den Stapel 3 in eine in den Figuren nicht näher dargestellte Ausrichtstation.
Der Greifer 36 wird durch Anheben der oberen Greiferplatten 38 und 39 und gleichzeitiges
Absenken der unteren Platte 37 gelöst und in die Übernahmeposition zurückbewegt. Nun
wird der ausgerichtete Stapel 3 mit der oberen vorderen Greiferplatte 38 auf die untere
Platte 37 gespannt und in der Vorbewegung des Greifers 36 auf den Schneidtisch 44
der Schneidstation 41 geschoben. Der Stapel 3 wird mit einem Pressstempel 42 gepresst
und an drei Seiten beschnitten. In der Fig. 4 ist aus Darstellungsgründen nur das
Frontmesser 43 dargestellt.
[0022] Beim Greifer 36 ist die obere hintere Greiferplatte 39 relativ zur vorderen Greiferplatte
38 verstellbar
(GB). Mit der Verstellung
GB wird die Buchblockbreite
B berücksichtigt. Die zyklische Bewegung des Greifers 36 ist in der Fig. 4 durch die
Darstellung der Bewegungsprofile 40 a,b für die oberen Greiferplatten 38, 39 bzw.
die untere Platte 37 wiedergegeben.
[0023] Erfindungsgemäß ist im Übergangsbereich vom Transportband 5 zum Beschleunigungsförderer
6 eine Trenneinrichtung 11 angeordnet. Sie dient zum Zurückhalten eines nachfolgenden
Schuppenteils, wodurch eine Lücke im Schuppenstrom 2 für das Öffnen und Schließen
des ersten oberen Magazinzwischenbodens 18 geschaffen wird. Die Trenneinrichtung 11
ist gebildet aus einer über der Beschleunigungswalze 7 angeordneten Andrück- bzw.
Trennrolle 12 zur Weiterförderung des vorderen Schuppenteils und einem in Förderrichtung
gesehen hinter der Trennrolle 12 angeordneten Trennfinger 13 zum Zurückhalten des
nachfolgenden Schuppenteils. Trennrolle 12 und Trennfinger 13 sind in einem von einem
Pneumatikzylinder 15 gesteuert auf und ab bewegten Halter 14 aufgenommen, wobei die
Trennrolle 12 frei drehbar gelagert und der Trennfinger 13 senkrecht zur Förderrichtung
verschieblich in einer Führung 14a geführt ist.
[0024] Zum Trennen des Schuppenstroms 2 und Zurückhalten des nachfolgenden Schuppenteils
wird die Trenneinrichtung 11 mit der Trennrolle 12 und dem Trennfinger 13 auf den
Schuppenstrom 2 abgesenkt. Die Trennrolle 12 liegt dabei mit der durch den Pneumatikzylinder
15 erzeugten Andrückkraft auf den vorderen Schuppenteil auf, sodass die noch zu fördernden
Buchblocks 1 sicher vom Beschleunigungsförderer 6 weitergefördert werden. Der Trennfinger
13 legt sich aufgrund seines Eigengewichtes und der relativen Beweglichkeit zur Trennrolle
12 auf den Schuppenstrom 2 auf und hält den nächsten im Schuppenstrom 2 geförderten
Buchblock 1 zurück. Nach Schaffung einer ausreichenden Lücke im Schuppenstrom 2 für
das Öffnen und Schließen des oberen Magazinzwischenbodens 18 wird die Trenneinrichtung
11 angehoben zum Überführen des nachfolgenden Schuppenteils in die Stapeleinrichtung
16.
[0025] Mit dem Abwerfen des letzten Buchblocks 1 des vorderen Schuppenteils in das Magazin
17 wird der obere Magazinzwischenboden 18 geöffnet. Die Finger 21 der beiden Einzelplattformen
19 a,b gelangen dabei durch ihre rotative Bewegung von oben kommend wieder in das
Magazin 17 und drücken den Stapel 3 quasi nach unten auf den unteren Magazinzwischenboden
25, während bereits der erste Buchblock 1 des danach zu bildenden Stapels 3 auf die
Einzelplattformen 19 a,b fällt.
[0026] Für das Abzählen der im Schuppenstrom 2 geförderten Buchblocks 1 ist ein (Laser-)
Exemplarzähler 10 vorgesehen, der in Förderrichtung gesehen hinter der Trenneinrichtung
11 also oberhalb des Transportbandes 5 des Zuführungsförderers 4 angeordnet ist. Die
Zählimpulse des Exemplarzählers 10 werden in einer nicht näher gezeigten Steuereinrichtung
unter Berücksichtigung der Fördergeschwindigkeit
vs des Schuppenstroms 2 ausgewertet zum exakten Auslösen des Trennvorgangs.
[0027] Die oben dargelegten Ausführungen beziehen sich auf die Betriebsart Zählstapelbetrieb
mit im Schuppenstrom 2 zugeführten Buchblocks 1. Es können auch einzeln zugeführte
Buchblocks im Zählstapelbetrieb verarbeitet werden. Die Trenneinrichtung 11 wird dann
nicht benötigt. Für die Betriebsart Magazinbetrieb, wo die Trenneinrichtung ebenfalls
nicht eingesetzt wird, werden zusätzlich die Magazinzwischenböden 18 und 25 aus dem
Magazin 17 herausgefahren. Einzeln oder im Schuppenstrom zugeführte Buchblocks werden
direkt auf den Ablagetisch 28 abgeworfen. Es bildet sich ein stapelförmig übereinander
geschichteter Buchblockvorrat, aus dem jeweils ein Teilstapel von dem Ausschieber
29 ausgeschoben wird, wobei die Anzahl der Buchblocks im Teilstapel durch die Höhe
des auswechselbaren Ausschiebers 29 definiert ist. Von Vorteil ist die Rückbewegung
des Ausschiebers 29, die nämlich im Wesentlichen gegengleich zur Bewegung des den
Stapel am ausgeschobenen Ende übernehmenden und aus dem Magazin 17 herausziehenden
Greifers 36 erfolgt. Dem nachsackenden Buchblockvorrat wird quasi ein zweigeteilter
und dabei synchron öffnender Magazinzwischenboden dargeboten zur sicheren Ablage auf
den Ablagetisch 28.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Buchblock
- 2
- Schuppenstrom
- 3
- Stapel
- 4
- Zuführungsförderer
- 5
- Transportband
- 6
- Beschleunigungsförderer
- 7
- Beschleunigungswalze
- 8
- Förderriemen
- 9
- Andrückrolle
- 10
- (Laser-) Exemplarzähler
- 11
- Trenneinrichtung
- 12
- Trennrolle
- 13
- Trennfinger
- 14
- Halter
- 14a
- Führung
- 15
- Pneumatikzylinder
- 16
- Stapeleinrichtung
- 17
- Magazin
- 17 a..d
- Magazinseitenwände
- 18
- oberer Magazinzwischenboden
- 19 a,b
- Einzelplattform
- 20
- Welle
- 21
- Finger
- 22
- Kegelradgetriebe
- 23
- Keilwelle
- 24
- Getriebemotor
- 25
- unterer Magazinzwischenboden
- 26 a,b
- Einzelplattform
- 27
- Pneumatikzylinder
- 28
- Ablagetisch
- 29
- Ausschieber
- 30
- Halter
- 31
- Führungswelle
- 32
- Zahnstange
- 33
- Zahnrad
- 34
- Getriebeservomotor
- 35
- Einfuhreinrichtung
- 36
- Greifer
- 37
- untere Platte
- 38
- obere, vordere Greiferplatte
- 39
- obere, hintere Greiferplatte
- 40 a,b
- Bewegungsprofil
- 41
- Schneidstation
- 42
- Pressstempel
- 43
- Frontmesser
- 44
- Schneidtisch
- H
- Buchblockhöhe
- B
- Buchblockbreite
- GB
- Verstellung Buchblockbreite
- F
- Höhe Frontbeschnitt
- AF
- Verstellung Höhe Frontbeschnitt
- VS
- Fördergeschwindigkeit Schuppenstrom
- VB
- Fördergeschwindigkeit auf Beschleunigungsförderer
1. Vorrichtung zum Beladen einer Dreimesserschneidemaschine mit Broschüren, Zeitschriften
oder dgl. gebundenen Buchblocks (1) mit einem Zuführungsförderer (4), mit einer im
Magazin- und Zählstapelbetrieb betreibbaren Stapeleinrichtung (16), welche ein Magazin
(17) mit einem ersten oberen Magazinzwischenboden (18) und einem zweiten unteren Magazinzwischenboden
(25) umfasst, sowie mit einem darunter angeordneten Ablagetisch (28) und mit einem
Ausschieber (29) zum taktsynchronen Zuführen eines Stapels (3) aus Buchblocks in die
Einfuhreinrichtung (35) der Dreimesserschneidemaschine, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführungsförderer (4) aus einem mit einer ersten Geschwindigkeit (vs) kontinuierlich angetriebenen Transportband (5) und einem sich in Förderrichtung daran
anschließenden und mit einer höheren Geschwindigkeit (vB) angetriebenen Beschleunigungsförderer (6) gebildet ist und dass eine Trenneinrichtung
(11) für im Schuppenstrom (2) zugeführte Buchblocks (1) im Übergangsbereich vom Transportband
(5) zum Beschleunigungsförderer (6) angeordnet ist zum Zurückhalten eines nachfolgenden
Schuppenteils, wodurch eine Lücke im Schuppenstrom (2) für das Öffnen und Schließen
des ersten Magazinzwischenbodens (18) geschaffen wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschleunigungsförderer (6) eine Beschleunigungswalze (7) und wenigstens einen
nach vorne bis zum Magazin (17) reichenden Förderriemen (8) umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trenneinrichtung (11) gebildet ist aus einer über der Beschleunigungswalze (7)
angeordneten Andrückrolle (12) zur Weiterförderung des vorderen Schuppenteils und
einem hinter der Andrückrolle (12) angeordneten Trennfinger (13) zum Zurückhalten
des nachfolgenden Schuppenteils, wobei die Andrückrolle (12) und der Trennfinger (13)
gesteuert auf und ab bewegbar sind und in der abgesenkten Trennposition durch relative
Beweglichkeit zueinander jeweils mit einer definierten Andrückkraft auf dem Schuppenstrom
(2) aufliegen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass hinter der Trenneinrichtung (11) ein (Laser-) Exemplarzähler (10) angeordnet ist
zum Abzählen der im Schuppenstrom (2) geförderten Buchblocks (1) auf dem Zuführungsförderer
(4).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass am vorderen Ende des Beschleunigungsförderers (6) eine federbelastete Andrückrolle
(9) angeordnet ist zum Aussteifen der Buchblocks (1) bei der Übergabe in das Magazin
(17) der Stapeleinrichtung (16).
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste obere Magazinzwischenboden (18) aus zwei fluchtend nebeneinander liegenden
Einzelplattformen (19 a,b) gebildet ist, wobei jede Einzelplattform aus in einer Ebene
und senkrecht zu einer Welle (20) angeordneten Fingern (21) besteht und beide Wellen
(20) durch einen gemeinsamen Antrieb gegenläufig angetrieben nach unten aus dem Magazin
(17) heraus- und nach einer vollständigen Umdrehung wieder hineingedreht werden zum
Öffnen und Schließen des Magazinzwischenbodens (18).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausschieber (29) von einem gesonderten Antrieb vor- und zurückbewegbar und sein
Hub entsprechend der Höhe (F) des Frontbeschnitts einstellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegungsprofil des Rückhubs des Ausschiebers (29) im Wesentlichen gegengleich
zur Bewegung eines den Stapel (3) am ausgeschobenen Ende übernehmenden und aus dem
Magazin (17) herausziehenden Greifers (36) der Einfuhreinrichtung (35) ausgestaltet
ist zur Ausbildung eines quasi dritten Magazinzwischenbodens.