[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft flüssige Wasch-, Reinigungs-, Desinfektions- und
Bleichmittel, enthaltend Copolymere auf Basis von Acryloyldimethyltaurinsäure. Die
fertigen Formulierungen zeichnen sich durch ein
günstiges rheologisches Verhalten, sowie durch eine gute Kompatibilität mit anderen
Komponenten aus. Sie weisen eine hohe Lagerstabilität auf, insbesondere eine hohe
Stabilität von hydrolyseempfindlichen Komponenten, beispielsweise bei Oxidationsmitteln
in den Formulierungen, bevorzugt in sauren Formulierungen und sind UV stabil.
[0002] An moderne flüssige Wasch- Reinigungs- und Desinfektionsmittel werden hohe Ansprüche
gestellt, die eng mit der Rheologie der Produkte verknüpft sind: Sie müssen neben
einem guten und raschen Reinigungsvermögen gegenüber Schmutz und Fett bzw. Desinfektionsvermögen
anwendungsfreundlich, sicher, sehr gut hautverträglich, aber auch umweltverträglich
sein. Zur Verbesserung der Handhabung für den Verbraucher und des Erscheinungsbildes
kommen zunehmend flüssige Produkte mit höheren Viskositäten in den Handel, so dass
Verdickern und Gelbildnern eine tragende Rolle zukommt.
[0003] Als Konsistenzgeber werden bisher fast ausschließlich synthetische oder teilsynthetische
Polymere auf Basis von vernetzten Polyacrylsäuren (Carbomere, Carbopole), teilhydrolysierten
Polyacrylamide, Celluloseethern, Xanthan oder Guar-Gum verwandt. Dabei tritt immer
das Problem der Intoleranz gegenüber niedrigen pH-Werten auf, was die Anwendungsmöglichkeiten
vieler Produkte auf den Neutral- bzw. schwach sauren Bereich einschränkt.
[0004] Aufgabe vorliegender Erfindung war es demzufolge, einen Verdicker für Wasch- und
Reinigungsmittelformulierungen zu finden, der auch im sauren Milieu unter pH 5 seine
Wirksamkeit nicht verliert.
[0005] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass dieser gravierende Nachteil durch den
Einsatz von Copolymeren auf Basis von Acryloyldimethyltaurat, deren Herstellung in
EP-1 116 733 beschrieben ist, beseitigt werden kann.
[0006] Es ist gelungen mit Hilfe dieser polymeren Strukturen Formulierungen zum Waschen,
Reinigen und Desinfizieren auf Viskositäten größer 100 cP einzustellen. In besonderen
Ausführungsformen handelt es sich um Formulierungen mit saurem Charakter (pH < 5).
Aufgrund des sauren Milieus gelingt es zudem pH-empfindliche Oxidationsmittel wie
beispielsweise Wasserstoffperoxid dauerhaft zu stabilisieren und dadurch neuen Anwendungen
im Reinigungs- und Hygienebereich zugänglich zu machen. Erfreulicherweise zeichnen
sich diese Formulierungen zusätzlich durch eine hohe UV-Stabilität aus. Dies ermöglicht
die Verwendung von transparenten Verpackungsmaterialien, die derzeit auf dem Markt
sehr gefragt sind.
[0007] Gegenstand der Erfindung sind flüssige Wasch-, Reinigungs-, Desinfektions- und Bleichmittel,
enthaltend Copolymere, die Struktureinheiten umfassen, welche abgeleitet sind aus
a1) 1 bis 50 Gew.-% der wiederkehrenden Struktureinheit der Formel (1)

wobei n eine ganze Zahl von 2 bis 9 bedeutet oder
a2) 1 bis 50 Gew.-% einer Mischung der wiederkehrenden Struktureinheit der Formel
(1) und der wiederkehrenden Struktureinheit der Formel (2)

wobei R, R1 und R2 gleich oder verschieden sein können und Wasserstoff oder eine lineare oder verzweigte
Alkyl- oder Alkenylgruppe mit jeweils 1 bis 30, bevorzugt 1 bis 20, insbesondere 1
bis 12 C-Atomen, bedeuten
und
b) 49,99 bis 98,99 Gew.-% der wiederkehrenden Struktureinheit der Formel (3)

worin R3 Wasserstoff, Methyl oder Ethyl, Z (C1-C8)-Alkylen, n eine ganze Zahl von 2 bis 9 und X bevorzugt Li+, Na+, K+, Mg++, Ca++, Al+++, NH4+, Monoalkyl-ammonium-, Dialkylammonium-, Trialkylammonium- und/oder Tetraalkyl-ammoniumreste,
wobei es sich bei den Alkylsubstituenten der Amine unabhängig voneinander um (C1-C22)-Alkylreste oder (C2-C10)-Hydroxyalkylreste handeln kann, bedeuten
und
c) 0,01 bis 8 Gew.-% vernetzenden Strukturen, die aus Monomeren mit mindestens zwei
olefinischen Doppelbindungen hervorgegangen sind.
[0008] Das Mischungsverhältnis betreffend Struktureinheit a2) kann innerhalb beliebiger
Grenzen variieren.
[0009] Bevorzugte Copolymere enthalten 2 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 3 bis 15 Gew.-%,
der Struktureinheiten a1) oder a2), bevorzugt der Struktureinheit a2),
69,5 bis 97,5 Gew.-%, besonders bevorzugt 84,5 bis 96,5 Gew.-%, der Struktureinheit
b) und
0,01 bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 3 Gew.-%, insbesondere bevorzugt 0,5
bis 2 Gew.-%, der Struktureinheit c).
[0010] Besonders bevorzugte Struktureinheiten gemäß Formel (1) leiten sich vom N-Vinylpyrrolidon
ab.
[0011] Als Struktureinheit gemäß Formel (3) eignen sich bevorzugt Alkali-/Erdalkali, bevorzugt
Ammoniumsalze der 2-Acrylamido-2-methyl-propan-sulfonsäure, besonders bevorzugt das
NH
4+-Salz. Zusätzlich können auch ein bis dreifach ethoxylierte Ammoniumverbindungen mit
unterschiedlichem Ethoxylierungsgrad als Gegenion eingesetzt werden.
Die vernetzenden Struktureinheiten c) leiten sich bevorzugt ab von Acryl- oder Methacrylsäureallylester,
Trimethylolpropantriacrylat, Trimethylolpropanmethacrylat, Dipropylenglykoldiallylether,
Polyglykoldiallylether, Triethylenglykoldivinylether, Hydrochinondiallylether, Tetraallyloxyethan
oder anderen Allyl- oder Vinylethern multifunktioneller Alkohole, Tetraethylenglykoldiacrylat,
Triallylamin, Trimethylolpropandiallylether, Methylenbisacrylamid und/oder Divinylbenzol.
Besonders bevorzugt sind Acrylsäureallylester, Methacrylsäureallylester, Trimethylolpropantriacrylat
und/oder Trimethylolpropanmethacrylat.
Insbesondere bevorzugt leiten sich die vernetzenden Strukturen ab von Monomeren der
allgemeinen Formel (4)

worin R Wasserstoff, Methyl oder Ethyl bedeutet.
[0012] Die Herstellung der Copolymere erfolgt durch Polymerisationsreaktion, z.B. durch
Fällungspolymerisation, Emulsionspolymerisation, Substanzpolymerisation, Lösungspolymerisation
oder Gelpolymerisation, wobei besonders vorteilhaft für das Eigenschaftsprofil der
erfindungsgemäß eingesetzten Copolymere die Fällungspolymerisation ist.
Wie in EP-1 116 733 beschrieben, werden dabei die Monomeren entsprechend den Formeln
(1), (2) und (3) in einem protischen Lösungsmittel, bevorzugt tert.-Butanol gelöst
oder dispergiert. Anschließend werden zu dieser Lösung oder Dispersion ein oder mehrere
Vernetzer c) gegeben und die Polymerisation in bekannter Weise durch Zugabe einer
radikalbildenden Verbindung gestartet.
Die Polymerisationsreaktion erfolgt vorzugsweise in einem wasserlöslichen Alkohol
oder einem Gemisch mehrerer Alkohole mit 1 bis 6 C-Atomen, vorzugsweise in tert.-Butanol.
Der Wassergehalt des Alkohols oder Alkoholgemisches sollte 10 Gew.-% nicht überschreiten,
da sonst im Verlauf der Polymerisation eine Klumpenbildung auftreten kann. Die Wahl
der Art und der Menge des Lösungsmittels sollte so erfolgen, dass das Salz der Acrylamidoalkylsulfonsäure
entsprechend Formel (3), insbesondere der 2-Acrylamido-2-methyl-propan-sulfonsäure,
darin weitgehend löslich oder dispergierbar ist. Unter weitgehend löslich oder dispergierbar
ist zu verstehen, dass sich auch nach Abstellen des Rührwerks kein festes Material
aus der Lösung oder Dispersion absetzt. Das im Verlaufe der Reaktion entstehende Polymerisat
soll hingegen in dem gewählten Lösungsmittel bzw. Lösungsmittelgemisch weitgehend
unlöslich sein. Unter weitgehend unlöslich ist hierbei zu verstehen, dass im Verlauf
der Polymerisation eine gut rührbare, breiige Polymerpaste entsteht, in der sich keine
Klumpen oder Verklebungen bilden. Das durch Absaugen der Paste erhältliche Filtrat
sollte einen Feststoffgehalt von maximal 5 Gew.-% aufweisen. Sind die Copolymere in
stärkerem Ausmaß im gewählten Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch löslich, kann
es beim Trocknen der Polymerisatpaste zu Verklumpungen kommen.
Die Polymerisationsreaktion selbst wird in an sich bekannter Weise durch radikalbildende
Verbindungen wie Azoinitiatoren (z.B. Azobisisobutyronitril), Peroxide (z.B. Dilaurylperoxid)
oder Persulfate im Temperaturintervall von 20 bis 120°C, vorzugsweise zwischen 40
und 80°C, gestartet und über einen Zeitraum von 30 Minuten bis mehrere Stunden fortgeführt.
Das Eigenschaftsprofil der Copolymere lässt sich durch Variation des oben Mischungsverhältnisses
der Monomere sowie der Vernetzer variieren. So kann z.B. durch den verstärkten Einbau
von Acrylamidosulfonsäure/-salz die verdickende Wirkung der Polymerisate verbessert
werden. Durch Einbau von mehr cyclischem N-Vinylcarbonsäureamid wird dagegen die Elektrolytverträglichkeit
der Polymerisate und deren Löslichkeit in nicht-wässrigen Systemen verbessert.
[0013] Besonders bevorzugt werden als Acrylamidopropylsulfonsäure-Salze die Alkali-, Erdalkali,
besonders bevorzugt NH
4+-Salze einpolymerisiert. Anstelle der Ammoniumsalze kann man auch die freien Acrylamidopropylsulfonsäuren
einsetzen und vor der Zugabe der restlichen Monomere durch Einleiten von Ammoniak
die Ammoniumsalze erzeugen.
[0014] Die erfindungsgemäß in Wasch- und Reinigungsmittel eingesetzten Copolymere besitzen
bevorzugt ein Molekulargewicht M
w von 10
3 g/mol bis 10
9 g/mol, besonders bevorzugt von 10
4 bis 10
7 g/mol, insbesondere bevorzugt 5·10
4 bis 5·10
6 g/mol. M
w ist für die Zwecke dieser Erfindung generell durch GPC gegen Polystyrolsulfonsäure
zu bestimmen.
Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten bevorzugt 0,01 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
0,1 bis 5 Gew.-%, insbesondere bevorzugt 0,5 bis 3 Gew.-%, an Copolymeren.
[0015] Es sollte angemerkt werden, dass auch Mischungen von zwei oder mehreren der oben
genannten Verbindungen erfindungsgemäß sind.
[0016] Erfindungsgemäß können die oben beschriebenen Copolymere auf Basis von Acryloyldimethyltaurat
generell in allen Wasch-, Reinigungs-, Desinfektions- und Bleichmitteln jeder Art
eingesetzt werden. Bevorzugt werden sie eingesetzt als Verdicker in sauren Reinigungsmittelformulierungen
für harte Oberflächen aus Keramik, Metall, Glas oder Kunststoff, beispielsweise in
flüssigen Allzweckreinigern, im Sanitärbereich, beispielsweise Flüssigtoilettenstein,
kalklösender Badreinigern, aber auch Geschirrspülmitteln. Des weiteren sind sie geeignet
für den Einsatz in Fleckensalzmittel, Flüssigwaschmitteln und Wäschebleichmittel.
[0017] Die erfindungsgemäßen Wasch- Reinigungs-, Desinfektions- und Bleichmittel können
in Form von wässrigen, wässrig/organischen, insbesondere wässrig/alkoholischen und
organischen Formulierungen vorliegen. Weitere Ausführungsformen können sein: Emulsionen,
Dispersionen, Gele und Suspensionen.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Wasch-, Reinigungs-,
Desinfektions- und Bleichmittel eine saure Komponente.
In Betracht kommen organische oder anorganische Säuren, bevorzugt organische Säuren,
insbesondere bevorzugt alpha-Hydroxysäuren und Säuren ausgewählt aus Glykolsäure,
Milchsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Mandelsäure, Salicylsäure, Ascorbinsäure, Brenztraubensäure,
Oligooxa Mono- und Dicarbonsäuren, Fumarsäure, Retinoesäure, aliphatische und organische
Sulfonsäuren, Benzoesäure, Kojisäure, Fruchtsäure, Äpfelsäure, Gluconsäure, Galacturonsäure,
saure Pflanzen- und/oder Fruchtextrakte und deren Derivate.
[0019] Des weiteren können bevorzugte Ausführungsformen Bleich- und Desinfektionsmittel,
beispielsweise Chlor oder Brom freisetzende Substanzen oder organische oder anorganische
Peroxide enthalten.
[0020] Unter den geeigneten Chlor oder Brom freisetzenden Materialien kommen beispielsweise
heterocyclische N-Brom und N-Chloramide, beispielsweise Trichlorisocyanursäure, Tribromisocyanursäure,
Dibromisocyanursäure und/oder Dichlorisocyanursäure (DICA) und/oder deren Salze mit
Kationen wie Kalium und Natrium in Betracht. Hydanthoinverbindungen, wie 1,3-Dichlor-5,5-dimethylhydanthoin
sind ebenfalls geeignet.
Wasserfreie, wasserlösliche anorganische Salze sind ebenfalls als Bleichmittel geeignet,
so z.B. Lithium-, Natrium-, oder Calciumhypochlorit und -hypobromit. Chloriertes Trinatriumphosphat
kommt ebenfalls in Betracht.
Organische Persäuren und Diacylperoxide, beispielsweise Peroxybenzoesäure und deren
am Benzolring substituierte Analoga, aliphatische und substituierte aliphatische Monoperoxysäuren,
beispielsweise Peroxylaurinsäure oder Peroxystearinsäure, Alkyldiperoxysäuren und
Aryldiperoxysäuren wie 1,12-Diperoxydodecansäure, 1,9-Diperoxybrassidylsäure, Diperoxysebacylsäure,
Diperoxyisophthalsäure, sowie Dibenzoylperoxid.
Zu den anorganischen Peroxyverbindungen, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung
einsetzbar sind, zählen beispielsweise Monopersulfate, Perborate und Percarbonate.
Die anorganischen Peroxyverbindungen werden in der Regel als Alkalisalze eingesetzt,
vorzugsweise als Lithium-, Natrium- und Kaliumsalze.
[0021] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können Bleich- und Desinfektionsmittel in Mengen
von 0,1 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,5 bis 18 Gew.-%, insbesondere 1,5 bis
9 Gew.-% enthalten.
[0022] Die erfindungsgemäßen Wasch-, Reinigungs-, Desinfektions- und Bleichmittel können
Tenside nichtionischer, anionischer, kationischer oder amphoterer Natur sowie übliche
Hilfs- und Zusatzstoffe in unterschiedlichen Mengen enthalten.
[0023] Bevorzugte nichtionische Tenside sind Fettalkoholoxethylate mit ca. 1 bis ca. 25
mol Ethylenoxid. Die Alkylkette der aliphatischen Alkohole kann linear oder verzweigt,
primär oder sekundär sein, und enthält im allgemeinen von 8 bis 22 Kohlenstoffatome.
Besonders bevorzugt sind die Kondensationsprodukte von Alkoholen, die eine Alkylkette
von 10 bis 20 Kohlenstoffen enthalten, mit 2 bis 18 mol Ethylenoxid pro mol Alkohol.
Die Alkylkette kann gesättigt oder auch ungesättigt sein. Ebenso können die Alkoholethoxylate
eine enge Homologenverteilung des Ethylenoxides ("Narrow Range Ethoxylates") oder
eine breite Homologenverteilung des Ethylenoxides ("Broad Range Ethoxylates") aufweisen.
Beispiele von kommerziell erhältlichen nichtionischen Tensiden dieses Types sind Tergitol™
15-S-9 (Kondensationsprodukt eines C
11-C
15 linearen sekundären Alkohols mit 9 mol Ethylenoxid), Tergitol™ 24-L-NMW (Kondensationsprodukt
eines C
12-C
14- linearen primären Alkohols mit 6 mol Ethylenoxid mit enger Molgewichtsverteilung).
Ebenfalls unter diese Produktklasse fallen die Genapol™-Marken der Clariant GmbH.
Darüber hinaus kommen erfindungsgemäß auch andere bekannte Typen von nichtionischen
Tensiden in Frage, wie Polyethylen-, Polypropylen- und Polybutylenoxidaddukte von
Alkylphenolen mit 6 bis 12 C-Atomen in der Alkylkette, Additionsprodukte von Ethylenoxid
mit einer hydrophoben Base, gebildet aus der Kondensation von Propylenoxid mit Propylenglykol
oder Additionsprodukte von Ethylenoxid mit einem Reaktionsprodukt von Propylenoxid
und Ethylendiamin.
[0024] Des weiteren können semipolare nichtionische Tenside, beispielsweise Aminoxide der
Formel III

eingesetzt werden, worin R
8 eine Alkyl-, Hydroxyalkyl- oder Alkylphenolgruppe oder Mischungen hiervon darstellt
mit einer Kettenlänge von 8 bis 22 Kohlenstoffatome; R
9 ist eine Alkylen- oder Hydroxyalkylengruppe mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen oder Mischungen
hiervon; R
10 ist eine Alkyl- oder Hydroxyalkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen oder eine Polyethylenoxidgruppe
mit 1 bis 3 Ethylenoxideinheiten. Die R
10/R
9-Gruppen können miteinander über ein Sauerstoff- oder Stickstoffatom verbunden sein
und somit einen Ring bilden.
Diese Aminoxide umfassen besonders C
10-C
18-Alkyldimethylaminoxide und C
8-C
12-Alkoxyethyl-Dihydroxyethylaminoxide.
[0025] Anstelle oder zusätzlich zu den nichtionischen Tensiden können die erfindungsgemäßen
Mischungen auch anionische Tenside enthalten.
[0026] Als anionische Tenside kommen in Betracht vor allem geradkettige und verzweigte Alkylsulfate,
-sulfonate, -carboxylate, -phosphate, Alkylestersulfonate, Arylalkylsulfonate, Alkylethersulfate
und Mischungen aus den genannten Verbindungen. Im folgenden sollen einige der in Frage
kommenden Typen von anionischen Tensiden näher beschrieben werden.
Alkylestersulfonate
[0027] Alkylestersulfonate stellen lineare Ester von C
8-C
20-Carboxylsäuren (d.h. Fettsäuren) dar, die durch SO
3 sulfoniert werden, wie in "The Journal of the American Oil Chemists Society", 52
(1975), pp. 323-329 beschrieben. Geeignete Ausgangsmaterialien sind natürliche Fettderivate,
wie z.B. Talg- oder Palmölfettsäure.
Alkylsulfate
[0028] Alkylsulfate sind wasserlösliche Salze oder Säuren der Formel ROSO
3M, worin R bevorzugt einen C
10-C
24-Kohlenwasserstoffrest, bevorzugt einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 10 bis 20
C-Atomen, besonders bevorzugt einen C
12-C
18-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt. M ist Wasserstoff oder ein Kation, z.B. ein
Alkalimetallkation (z.B. Natrium, Kalium, Lithium) oder Ammonium oder substituiertes
Ammonium, z.B. ein Methyl-, Dimethyl- und Trimethylammoniumkation oder ein quaternäres
Ammoniumkation, wie Tetramethylammonium- und Dimethylpiperidiniumkation und quartäre
Ammoniumkationen, abgeleitet von Alkylaminen wie Ethylamin, Diethylamin, Triethylamin
und deren Mischungen. Alkylketten mit C
12-C
16 sind dabei bevorzugt für niedrige Waschtemperaturen (z.B. unter ca. 50°C) und Alkylketten
mit C
16-C
18 bevorzugt für höhere Waschtemperaturen (z.B. oberhalb ca. 50°C).
Alkylethersulfate
[0029] Die Alkylethersulfate sind wasserlösliche Salze oder Säuren der Formel RO(A)
mSO
3M, worin R einen unsubstituierten C
10-C
24-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 10 bis 24 C-Atomen, bevorzugt einen C
12-C
20-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest, besonders bevorzugt einen C
12-C
18-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt. A ist eine Ethoxy- oder Propoxyeinheit, m
ist eine Zahl von größer als 0, typischerweise zwischen ca. 0,5 und ca. 6, besonders
bevorzugt zwischen ca. 0,5 und ca. 3 und M ist ein Wasserstoffatom oder ein Kation
wie z.B. ein Metallkation (z.B. Natrium, Kalium, Lithium, Calcium, Magnesium, etc.),
Ammonium oder ein substituiertes Ammoniumkation. Beispiele für substituierte Ammoniumkationen
sind Methyl-, Dimethyl-, Trimethylammonium- und quaternäre Ammoniumkationen wie Tetramethylammonium
und Dimethylpiperidiniumkationen, sowie solche, die von Alkylaminen, wie Ethylamin,
Diethylamin, Triethylamin, Mischungen davon und ähnliche, abgeleitet sind. Als Beispiele
seien genannt C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat- (1,0)-sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (2,25)sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (3,0)sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (4,0)sulfat, wobei das Kation Natrium oder Kalium ist.
[0030] Andere anionische Tenside die nützlich für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln
sind, sind C
8-C
24-Olefinsulfonate, sulfonierte Polycarboxylsäuren, hergestellt durch Sulfonierung der
Pyrolyseprodukte von Erdalkalimetallcitraten, wie z.B. beschrieben im britischen Patent
GB 1,082,179, Alkylglycerinsulfate, Fettacylglycerinsulfate, Oleylglycerinsulfate,
Alkylphenolethersulfate, primäre Paraffinsulfonate, Alkylphosphate, Alkyletherphosphate,
Isethionate, wie Acylisethionate, N-Acyltauride, Alkylsuccinamate, Sulfosuccinate,
Monoester der Sulfosuccinate (besonders gesättigte und ungesättigte C
12-C
18-Monoester) und Diester der Sulfosuccinate (besonders gesättigte und ungesättigte
C
12-C
18-Diester), Acylsarcosinate, Sulfate von Alkylpolysacchariden wie Sulfate von Alkyloylglycosiden,
verzweigte primäre Alkylsulfate und Alkylpolyethoxycarboxylate wie die der Formel
RO(CH
2CH
2)
kCH
2COO
-M
+ worin R ein C
8-C
22-Alkyl, k eine Zahl von 0 bis 10 und M ein lösliches Salz bildendes Kation ist. Harzsäuren
oder hydrierte Harzsäuren, wie Rosin oder hydriertes Rosin oder Tallölharze und Tallölharzsäuren
sind ebenfalls einsetzbar. Weitere Beispiele sind in "Surface Active Agents and Detergents"
(Vol. I und II, Schwartz, Perry und Berch) beschrieben. Eine Vielzahl solcher Tenside
sind auch im US-Patent 3,929,678 beansprucht.
[0031] Beispiele für amphotere Tenside, die in den Formulierungen der vorliegenden Erfindung
Einsatz finden können, sind vor allem solche, die breit als Derivate von aliphatischen
sekundären and tertiären Aminen beschrieben werden, in denen der aliphatische Rest
linear oder verzweigt sein kann und in denen einer der aliphatischen Substituenten
zwischen. 8 bis 18 Kohlenstoffatome enthält und eine anionische, wasserlösliche Gruppe,
wie z.B. Carboxy, Sulfonat, Sulfat, Phosphat oder Phosphonat enthält.
[0032] Weitere bevorzugte amphotere Tenside sind Alkyldimethylbetaine, Alkylamidobetaine
und Alkyldipolyethoxybetaine mit einem Alkylrest, der linear oder verzweigt sein,
mit. 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen und besonders
bevorzugt mit. 12 bis. 18 Kohlenstoffatomen. Diese Verbindungen werden z.B. von der
Clariant GmbH unter dem Handelnamen Genagen® CAB vermarktet.
Hilfs- und Zusatzstoffe
[0033] Die Wasch- und Reinigungsmittel enthalten, je nach Anwendungszweck, neben den genannten
Tensiden noch die jeweils spezifischen Hilfs- und Zusatzstoffe beispielsweise Builder,
Salze, Bleichmittel, Bleichaktivatoren, optische Aufheller, Komplexbildner, Vergrauungsinhibitoren,
Lösungsvermittler, Enzyme, Verdickungsmittel, Konservierungsmittel, Duft- und Farbstoffe,
Perlglanzmittel, Schauminhibitoren, Sequestriermittel.
[0034] Als organische und anorganische Gerüststoffe eignen sich neutral oder insbesondere
alkalisch reagierende Salze, die Calciumionen auszufällen oder komplex zu binden vermögen.
Geeignete und insbesondere ökologisch unbedenkliche Buildersubstanzen, wie feinkristalline,
synthetische wasserhaltige Zeolithe von Typ NaA, die ein Calciumbindevermögen im Bereich
von 100 bis 200 mg CaO/g aufweisen, finden eine bevorzugte Verwendung. In nichtwässrigen
Systemen werden bevorzugt Schichtsilikate eingesetzt. Zeolith und die Schichtsilikate
können in einer Menge bis zu 20 Gew.-% im Mittel enthalten sein. Brauchbare organische
Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die bevorzugt in Form ihrer Natriumsalze eingesetzten
Percarbonsäuren, wie Citronensäure und Nitriloacetat (NTA), Ethylendiamintetraessigsäure,
sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist. Analog
hierzu können auch polymere Carboxylate und deren Salze eingesetzt werden. Hierzu
gehören beispielsweise die Salze homopolymerer oder copolymerer Polyacrylate, Polymethyacrylate
und insbesondere Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure, vorzugsweise solche aus
50 % bis 10 % Maleinsäure und auch Polyvinylpyrrolidon und Urethane. Die relative
Molekülmasse der Homopolymeren liegt im allgemeinen zwischen 1000 und 100 000, die
der Copolymeren zwischen 2000 und 200 000, vorzugsweise 50 000 bis 120 000, bezogen
auf die freie Säure, insbesondere sind auch wasserlösliche Polyacrylate geeignet,
die beispielsweise mit etwa 1 % eines Polyallylethers der Sucrose quervernetzt sind
und die eine relative Molekülmasse oberhalb einer Million besitzen. Beispiele hierfür
sind die unter dem Namen Carbopol 940 und 941 erhältlichen Polymere. Die quervernetzen
Polyacrylate werden in Mengen nicht über 1 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von 0,2
bis 0,7 Gew.-% eingesetzt.
[0035] Die erfindungsgemäßen Mittel können als Schauminhibitoren Fettsäurealkylesteralkoxylate,
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure, enthalten. Mit Vorteil können auch Gemische verschiedener
Schauminhibitoren verwendet werden, z.B. solche aus Silikonöl, Paraffinöl oder Wachsen.
Vorzugsweise sind Schauminhibitoren an eine granulare, in Wasser lösliche oder dispergierbare
Trägersubstanz gebunden.
[0036] Die Flüssigwaschmittel können optische Aufheller beispielsweise Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten, die sich gut in die Dispersion einarbeiten
lassen. Der maximale Gehalt an Aufhellern in den erfindungsgemäßen Mitteln beträgt
0,5 Gew.-%, vorzugsweise werden Mengen von 0,02 bis 0,25 Gew.-% eingesetzt.
[0037] Die gewünschte Viskosität der Mittel kann durch Zugabe von Wasser und/oder organischen
Lösungsmitteln oder durch Zugabe einer Kombination aus organischen Lösungsmitteln
und weitere Verdickungsmitteln eingestellt werden.
Prinzipiell kommen als organische Lösungsmittel alle ein- oder mehrwertigen Alkohole
in Betracht. Bevorzugt werden Alkohole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie Methanol,
Ethanol, Propanol, Isopropanol, geradkettige und verzweigtes Butanol, Glycerin und
Mischungen aus den genannten Alkoholen eingesetzt. Weitere bevorzugte Alkohole sind
Polyethylenglykole mit einer relativen Molekülmasse unter 2000. Insbesondere ist ein
Einsatz von Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse zwischen 200 und 600
und in Mengen bis zu 45 Gew.-% und von Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse
zwischen 400 und 600 in Mengen von 5 bis 25 Gew.-% bevorzugt. Eine vorteilhafte Mischung
aus Lösungsmitteln besteht aus monomerem Alkohol, beispielsweise Ethanol und Polyethylenglykol
im Verhältnis 0,5 : 1 bis 1,2 : 1, wobei die erfindungsgemäßen Flüssigwaschmittel
8 bis 12 Gew.-% einer solchen Mischung enthalten können. Weitere geeignete Lösungsmittel
sind beispielsweise Triacetin (Glycerintriacetat) und 1-Methoxy-2-propanol.
[0038] Als Verdickungsmittel werden bevorzugt gehärtetes Rizinusöl, Salze von langkettigen
Fettsäuren, vorzugsweise in Mengen von 0 bis 5 Gew.-% und insbesondere in Mengen von
0,5 bis 2 Gew.-%, beispielsweise Natrium-. Kalium-, Aluminium-, Magnesium- und Titan-Stearate
oder die Natrium und/oder Kalium-Salze der Behensäure, sowie Polysaccharide, insbesondere
Xanthan-Gum, Guar-Guar, Agar-Agar, Alginate und Tylosen, Carboxymethylcellulose und
Hydroxyethylcellulose, ferner höhermolekulare Polyethylenglycolmono- und -diester
von Fettsäuren, Polyacrylate, Polyvinylalkohol und Polyvinylpyrrolidon eingesetzt.
[0039] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen bzw. deren
Gemische in Frage. Ihr Anteil kann 0,2 bis 1 Gew.-% betragen. Die Enzyme können an
Trägersubstanzen adsorbiert werden und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein.
[0040] Um Spuren von Schwermetallen zu binden, können die Salze von Polyphosphorsäuren,
wie 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) und Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP), bevorzugt in Gewichtsmengen von 0,1 bis 1,0 Gew.-% eingesetzt werden.
[0041] Als Konservierungsmittel eignen sich beispielsweise Phenoxyethanol, Formaldehydlösung,
Parabene, Pentandiol oder Sorbinsäure.
[0042] Als Perlglanzmittel kommen beispielsweise Glycoldistearinsäureester wie Ethylenglycoldistearat,
aber auch Fettsäuremonoglycolester in Betracht.
[0043] Als Salze bzw. Stellmittel kommen beispielsweise Natriumsulfat, Natriumcarbonat oder
Natriumsilikat (Wasserglas) zum Einsatz.
Als typische Einzelbeispiele für weitere Zusatzstoffe sind Natriumborat, Stärke, Saccharose,
Polydextrose, Stilbenverbindungen, Methylcellulose, Toluolsulfonat, Cumolsulfonat,
Seifen und Silicone zu nennen.
[0044] Die erfindungsgemäßen Mittel sind üblicherweise auf einen pH Wert im Bereich 1 bis
12, bevorzugt pH 2,1 bis 7,8, besonders bevorzugt 2,2 bis 6,5 eingestellt.
[0045] Durch Einsatz von Acryloyldimethyltaurat enthaltenden Copolymeren gelang es, Formulierungen
mit einem pH Wert von < 5 auf Viskositäten oberhalb von 100 mPas zu verdicken. Diese
Formulierungen bringen einerseits den Vorteil, dass die Viskosifizierung ein "Verspritzen"
des Reinigungsmittels verhindert und dadurch eine sicherere Verwendung gewährleistet.
Zudem sorgt die erhöhte Viskosität für ein langsameres Ablaufen des Reinigers von
den Oberflächen und garantiert damit eine längere Einwirkzeit. Durch die breite pH-Toleranz
der eingesetzten Polymere ist es erstmals möglich stärkere organische Säuren wie beispielsweise
Zitronensäure, Äpfelsäure, alpha-Hydroxycarbonsäuren und Oxalsäure in freier Form
zu verwenden. Eine verbesserte Wirksamkeit speziell gegen Kalkbeläge kann damit erzielt
werden.
[0046] In den besagten Formulierungen werden Acryloyldimethyltaurat enthaltenden Copolymere
in einer Menge von 0,01 bis 10 Gew.-% eingesetzt. Bevorzugt wird mit einer Menge von
0,1 bis 5 Gew.-% gearbeitet. Besonders bevorzugt ist der Bereich von 0,2 bis 2 Gew.-%.
Je nach eingesetzter Polymermenge kann die Viskosität der resultierenden Gele zwischen
100 und 100.000 mPas liegen.
Flüssige Reinigungsgele enthaltend Wasser/organische Lösungsmittel-Gemische
[0047] Die Verdickung von organischen Lösungsmitteln, speziell Alkoholen, in Kombination
mit anionischen und nichtionischen Tensiden und anderen Formulierungsbestandteilen
ist durch den Einsatz von Acryloyldimethyltaurat enthaltenden Copolymeren leicht möglich.
Einschränkend muss angemerkt werden, dass lediglich wasserkompatible organische Lösungsmittel
im Sinne der Erfindung sind. Als nicht limitierende Beispiele können Ethanol, Propanol,
Isopropanol, DMSO, NMP, Aceton, Methanol und Butanol genannt werden. Die resultierenden
Gele können zwischen 0,1 und 90 Gew.-% organischen Lösungsmittelanteil enthalten.
Bevorzugt wird ein Anteil von 5 bis 80 Gew.-%. Besonders bevorzugt sind Gele mit einem
Gehalt an organischen Lösungsmitteln von 20 bis 60 Gew.-%. Allgemein werden Acryloyldimethyltaurat
enthaltende Copolymere in diesen Formulierungen in einer Menge von 0,01 bis 10 Gew.-%
eingesetzt. Bevorzugt wird mit einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-% gearbeitet. Besonders
bevorzugt ist der Bereich von 0,2 bis 2 Gew.-%. Dabei können die Viskositäten der
resultierenden Reinigergele enthaltend organische Lösungsmittel zwischen 100 und 100.000
mPas variieren, je nach eingesetzter Polymermenge.
[0048] Als Einsatzgebiet können auch hier die Reinigung "fettverkrusteter" harter Oberflächen
wie Kacheln, Glas oder Keramik oder Metall genannt werden. Mögliche erfindungsgemäße
Einsatzgebiete sind beispielsweise Badreiniger, Glasreiniger, und Bodenreiniger.
Flüssige, Desinfektionsmittel enthaltende Reinigungsgele
[0049] Desinfektionsgele spielen im Hygienebereich eine große Rolle und erfreuen sich am
Markt seit einigen Jahren steigender Beleibtheit. Speziell Gele in der Verwendung
als "flüssige Toilettensteine" sind im sanitären Bereich seit Jahren auf dem Vormarsch.
[0050] Die Verdickung von wässrigen Desinfektionslösungen durch herkömmliche Verdicker auf
Basis von Celluloseethern oder Polyacrylsäuren erfordert teilweise eine hohe Einsatzkonzentration
dieser Polymere und ist zudem auf den neutralen bis schwach sauren pH-Bereich beschränkt.
Durch Einsatz von Acryloyldimethyltaurat enthaltenden Copolymere kann diese Limitierung
beseitigt werden. Es ist erstmals möglich, flüssige Desinfektionsmittel enthaltende
Reinigungsgele mit sauren Formulierungsbestandteilen wie Fruchtsäure oder alpha-Hydroxycarbonsäuren
zu kombinieren und damit neben der antiseptischen auch noch eine "kalklösende" Wirkung
zu erzielen.
[0051] In den besagten Formulierungen werden Acryloyldimethyltaurat enthaltende Copolymere
in einer Menge von 0,01 bis 10 Gew.-% eingesetzt. Bevorzugt wird mit einer Menge von
0,1 bis 5 Gew.-% gearbeitet. Besonders bevorzugt ist der Bereich von 0,2 bis 2 Gew.-%.
Je nach eingesetzter Polymermenge kann die Viskosität der resultierenden Gele zwischen
100 und 100.000 mPas liegen.
Verdickung saurer Peroxid enthaltender Lösungen mit Acryloyldimethytauratpolymeren
[0052] Für flüssige Formulierungen von Peroxidlösungen ist es wünschenswert diese zu verdicken.
Dadurch wird die Handhabung vereinfacht und sicherer gestaltet.
Erfindungsgemäße Formulierungen können organische oder anorganische Peroxide, insbesondere
Wasserstoffperoxid oder eine Mischung dieser enthalten. Bei verschiedenen Anwendungen
ist es wünschenswert, dass die Peroxidlösungen auf dem Untergrund haften und nicht
Ablaufen, damit die Wirkung zur vollen Entfaltung kommen kann. Jedoch lassen sich
Lösungen von Peroxid mit herkömmlichen Verdickern nur schwer über einen längeren Zeitraum
verdicken bzw. stabilisieren. Der Grund ist darin zu suchen, dass eine Wasserstoffperoxidlösung
bei neutralen bzw. nur schwach sauren pH-Werten bereits vergleichsweise instabil ist.
Bei dem Zerfall werden auch die Verdicker angegriffen und die Viskosität baut über
die Zeit stark ab. Dadurch kommt es zusätzlich zu einem erheblichen Verlust der Wasserstoffperoxidaktivität
Bei sauren pH-Werten ist der Zerfall von Wasserstoffperoxid stark retardiert, jedoch
bricht die Verdickungsleistung von Verdickern auf Acrylsäurebasis bei pH-Werten <
5,5 zusammen.
Der Einsatz von Acryloyldimethytauratpolymeren in Bleichlösungen verdickt die Formulierung
auch bei pH-Werten deutlich unterhalb des Schwellenwertes von pH 5. Die Verdickungsleistung
der erfindungsgemäßen Polymere bleibt in einem pH-Wert-Intervall von 1 bis 9 nahezu
konstant. Es sind mit den erfindungsgemäßen Verdickern daher sogar Formulierungen
mit pH-Werten um pH 1 zugänglich. In diesem pH-Bereich findet über normale Lagerzeiträume
kein merklicher Zerfall von H
2O
2 statt, was zu Folge hat, dass die erfindungsgemäßen Acryloyldimethytauratpolymere
nicht angegriffen und zerstört werden und somit die Viskosität der erfindungsgemäßen
Formulierung nahezu konstant bleibt. Im folgenden werden zur Illustration der Erfindung
einige nicht beschränkende Einsatzmöglichkeiten von solchen sauren verdickten Wasserstoffperoxidlösungen
dargestellt:
Bleichlösungen z.B. für die Reinigung von Wäsche (flüssiges Fleckensalz) oder Geschirr:
[0053] Eine Lösung von 0,1 bis 30 %ww H
2O
2, bevorzugt von 1 bis 15 %ww, besonders bevorzugt von 3 bis 10 %ww lässt sich mittels
erfindungsgemäßer Acryloyldimethytauratpolymere bei pH-Werten < 5 verdicken. Auch
bei erhöhten Lagertemperaturen wird eine über Monate stabile Viskosität gefunden.
Durch die Verdickung der Bleichlösung wird es dem Anwender erleichtert, die optimale
Dosierung einzustellen. Die Lösung verspritzt nicht und die Handhabung wird dadurch
sicherer.
[0054] Peroxidhaltige Reiniger können z.B. im Bereich der Reinigung harter Oberflächen im
Hygiene- oder Sanitärbereich eingesetzt werden. In diesem Fall können Formulierungen
hergestellt werden, die auch anionische und nichtionische Tenside enthalten. Sehr
nützlich sind solche Mittel, beispielsweise für die Reinigung von Toiletten. Der peroxidhaltige
Reiniger haftet an der Keramik und kann so seine reinigende und desinfizierende Wirkung
optimal entfalten.
[0055] Gel bzw. Flüssigkeit gefüllte Dauerreiniger (Flüssigtoilettensteine) zum Einhängen
in den Spülkasten oder das WC-Becken können mit einer ähnlichen Formulierung realisiert
werden. Ein Teil der gelartig verdickten Lösung wird bei jedem Spülvorgang mit dem
Wasserstrom im Becken verteilt und sorgt so für eine reinigende und desinfizierende
Wirkung. Mit den erfindungsgemäßen Acryloyldimethyltaurat Polymeren sind klare Formulierungen
zugänglich, die dem heutigen Trend nach klaren Formulierungen und transparenten Verpackungen
entsprechen.