[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine Einrichtung dieser Art ist beispielsweise durch die EP-1 186 558 A des Anmelders
bekannt geworden. Mit einer rotierenden Trommel werden von einem Stapel gefalzte oder
ungefalzte Druckprodukte abgezogen und einem Sammelkanal zugeführt. Die Druckprodukte
werden in den Sammelkanal unmittelbar und ohne Richtungsänderung zugeführt. Die Einrichtung
arbeitet nach dem sogenannten Prinzip des Längsabzugs. Die Abzugsrichtung ist auch
die Transportrichtung der Verarbeitungsstrecke. Mit den Druckbogen werden Bücher,
Broschüren, Zeitschriften oder dergleichen Druckerzeugnisse hergestellt.
[0003] Der mechanische Aufbau solcher Einrichtungen beruht in der Regel auf dem Prinzip
des Trommelanlegers mit Einzelantrieb. Der Trommelumfang entspricht im Wesentlichen
der Teilung der Verarbeitungsstrecke, beispielsweise einer Sammelkette. Solche Verarbeitungsstrecken
werden beispielsweise zur Herstellung von Büchern in Klebebindern verwendet. Die übliche
Teilung solcher Verarbeitungsstrecken beträgt 24" und 18", es sind aber auch andere
Teilungen, beispielsweise 20" möglich. Bei einer 24"-Teilung beträgt der Trommeldurchmesser
200 mm und eine Produktion von etwa 15'000 Takte/Stunde ist üblich. Bei einer Verarbeitungsstrecke
mit einer 18"-Sammelkette und einem 18"-Trommelanleger ist eine entsprechend höhere
Produktionsleistung von 18'000 Takte/Stunde üblich. Sind in einem Betrieb Klebebinder
mit unterschiedlichen Kettenteilungen, beispielsweise 24" und 18", vorhanden, so sind
für die optimale Produktionsleistung entsprechend unterschiedliche Trommelanleger,
in diesem Fall somit 24" und 18" Trommelanleger, erforderlich. Mit beiden Trommelanlegern
können auch kleinere Formate verarbeitet werden, die Produktionsleistung ist aber
jeweils bei einem Längsabzug gleich wie beim grösseren Format.
[0004] Eine für eine 24"-Sammelkette vorgesehene Einrichtung könnte an eine 18"-Sammelkette
durch einen Einbau eines Hinkeantriebes zur Erreichung einer entsprechend höheren
Produktionsleistung angepasst werden. Der Hinkeantrieb müsste so eingestellt werden,
dass die Übergabe des Druckproduktes an die Verarbeitungsstrecke formatspezifisch
mit der Teilung in Lage und Geschwindigkeit übereinstimmt. Die rotierende Antriebsvorrichtung
bzw. Abzugstrommel müsste anfangs langsam laufen, dann aber beschleunigt werden, damit
der nachfolgende Abzugsvorgang wieder taktgenau beginnen könnte. Eine solche Geschwindigkeitsänderung
würde jedoch die Prozesssicherheit gefährden. Alternativ könnte eine Abzugstrommel
durch eine mit einem kleineren Durchmesser ausgewechselt werden. Dies hätte jedoch
den Nachteil, dass bei einem kleineren Trommeldurchmesser von beispielsweise 150 mm
das Greiforgan mit der dafür erforderlichen Mechanik nur schwierig untergebracht werden
könnte.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der genannten Art zu schaffen,
welche die oben erwähnten Nachteile vermeidet. Die Einrichtung soll somit für unterschiedliche
Verarbeitungsstrecken mit unterschiedlichen Teilungen bei optimaler Produktionsleistung
verwendbar und trotzdem kostengünstig herstellbar sein. Die Aufgabe ist mit einer
Einrichtung gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0006] Bei der Verarbeitung von Druckprodukten mit dem grössten Format, beispielsweise 24",
arbeitet die Einrichtung wie bisher üblich. Die Greifmittel und die Fördermittel sind
über den ganzen Winkelbereich miteinander fest verbunden. Zur Verarbeitung von Druckprodukten
mit einem kleineren Format, beispielsweise 18", kann die Einrichtung in einfacher
Weise umgestellt oder umgeschaltet werden. Danach wird das Greifmittel jeweils nach
einem vorbestimmten Winkelbereich beschleunigt. Mit dieser Beschleunigung holen die
Greifmittel die Umdrehung auf, die bei jedem Takt fehlt. Dabei hilft die Tatsache,
dass für den Abzugsprozess in der Regel lediglich ein kleines Winkelfenster von beispielsweise
128° für den Abzugsvorgang benötigt wird. Zum Aufholen stehen somit beispielsweise
232° zur Verfügung. Die Einrichtung kann dadurch die Leistung einer Verarbeitungsstrecke
mit einer kürzeren Teilung, beispielsweise bei 18" die Leistung von 18'000 Takte/Stunde,
erreichen. Da der Umfang der Anlegervorrichtung bzw. Anlegertrommel nicht verkleinert
werden muss, bestehen keine Schwierigkeiten bei der Unterbringung des Greiforgans
und der dafür erforderlichen Mechanik.
[0007] Ein weiterer Vorteil wird darin gesehen, dass beim Transport der Druckprodukte keine
Geschwindigkeitsänderungen erforderlich sind, welche wie oben erwähnt die Prozesssicherheit
gefährden würden. In einem Betrieb mit mehreren Anlagen, beispielsweise Klebebindern,
mit zwei unterschiedlichen Teilungen kann die erfindungsgemässe Einrichtung für alle
Anlagen jeweils mit der optimalen Leistung verwendet werden. Beispielsweise kann mit
15'000 Takte/Stunde bei der Anlage mit 24"-Teilung und mit 18'000 Takt/Stunde bei
der Anlage mit 18"-Teilung produziert werden.
[0008] Eine besonders einfache und funktionssichere Einrichtung ergibt sich dann, wenn gemäss
einer Weiterbildung der Erfindung das Schrittschaltwerk ein Malteserkreuzgetriebe
ist. Dieser Weiterbildung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die oben genannten üblichen
24"- und 18"-Teilungen sich wie 4 zu 3 verhalten. Eine Anlegertrommel für 24"-Teilung
(609,6 mm) macht pro Takt eine Umdrehung und für eine 18"-Teilung (457,2 mm) nur ¾
einer Umdrehung. Bei einer 24"-Anlegertrommel kommt der Abzugsvorgang für eine 18"-Verarbeitungsstrecke
jeweils um eine ¼ Umdrehung zu spät. Mit einem Malteserkreuzgetriebe kann nun bei
einer 18"-Teilung entsprechend die fehlende Umdrehung des Greifmittels aufgeholt werden.
[0009] Die Umfangsgeschwindigkeit des Förderorgans entspricht der Geschwindigkeit der Verarbeitungsstrecke.
Da das Förderungsorgan für 24" ausgelegt ist und die Teilung der Verarbeitungsstrecke
lediglich 18" beträgt, beträgt die Drehzahl des Förderorgans dreiviertel eines für
die Verarbeitungsstrecke mit 24"-Teilung vorgesehenen Förderorgans mit gleichem Umfang.
Das Förderorgan dreht somit bei 18" und 18'000 Takte/Stunde langsamer als ein Förderorgan
für eine 24"-Verarbeitungsstrecke mit 15'000 Takte/Stunde. Der Abzugsvorgang erfolgt
damit ebenfalls langsamer, wodurch die kinetostatischen Verhältnisse in allen relevanten
Bewegungen, beispielsweise bei Saugern, Rückhaltern und Greifern günstiger und insbesondere
funktionssicherer werden. Bei höherer Leistung wird damit gleichzeitig eine höhere
Sicherheit erreicht.
[0010] Wesentliche Vorteile der erfindungsgemässen Einrichtung werden auch darin gesehen,
dass ein sehr kompakter mechanischer Aufbau möglich ist und dass mit gleichen Teilen
diese wahlweise beispielsweise für eine 18"-Sammelkette oder für eine 24"-Sammelkette
verwendbar ist.
[0011] Insbesondere eignet sich ein 4-strahliges Innenmalteserkreuzgetriebe, bei dem der
Aufholvorgang auf 180° verteilt werden kann und bei dem damit besonders sanfte Übergänge
möglich sind.
[0012] Die Erfindung betrifft zudem eine Einrichtung mit einer Verarbeitungsstrecke, mit
welcher nach dem Prinzip des Längsabzugs Druckprodukte in einen Sammelkanal ablegbar
sind.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schnitt durch die erfindungsgemässe Einrichtung entlang der Linie I-I der Figur
2,
- Fig. 2
- ein Axialschnitt durch die erfindungsgemässe Einrichtung entlang der Linie II-II,
- Fig. 3
- ein Schnitt gemäss Figur 2, jedoch nach einer Umstellung auf eine andere Teilung,
- Fig. 4
- schematisch das Ablegen eines Druckproduktes in einen Sammelkanal und
- Fig. 5
- schematisch die Umdrehungen für 24" bzw. 18".
[0014] Die in den Figuren 1 bis 3 gezeigte Einrichtung 1 weist ein Magazin M auf, in dem
Druckprodukte 3 übereinander gestapelt sind. Die Druckprodukte 3 sind insbesondere
gefalzte oder ungefalzte bedruckte Bogen, die zur Herstellung von beispielsweise Büchern,
Broschüren, Zeitschriften und dergleichen verwendet werden. Hierzu werden die Druckprodukte
3 jeweils einzeln mit einer Anlegervorrichtung A vom Magazin M abgezogen und gemäss
Figur 4 in einen Sammelkanal 4 abgelegt. Der Sammelkanal 4 ist mit einer Sammelkette
15 versehen, die beispielsweise im Abstand von 24" oder 18" Mitnehmer 14 aufweist
und insbesondere eine endlose Gliederkette ist. Solche Sammelketten 15 sind dem Fachmann
gut bekannt und brauchen hier nicht näher erläutert zu werden. Der Abstand zwischen
benachbarten Mitnehmern 14 entspricht der oben genannten Teilung. Diese beträgt somit
beispielsweise 24" oder 18". Es sind hier aber auch andere Teilungen möglich. Die
Figur 4 zeigt eine Teilung T von 24" einer Sammelkette 15.
[0015] Die Einrichtung 1 arbeitet nach dem sogenannten Prinzip des Längsabzugs. Die Richtung,
in welcher die Druckbogen 3 von der Anlegervorrichtung A transportiert wird, entspricht
im Wesentlichen der Transportrichtung der Sammelkette 15. Dies ist in der Figur 4
schematisch dargestellt. Die Richtung des Pfeiles 36, der die Transportrichtung des
Druckproduktes 3 vor der Ablage angibt, entspricht somit der Richtung des Pfeiles
37, der die Transportrichtung des Sammelkanals 4 angibt. Mit 3a ist die Kopfkante
und mit 3b die Fusskante bezeichnet. Die Teilung T ist auf den Abstand zwischen Kopfkante
3a und Fusskante 3b abgestimmt.
[0016] Die Anlegervorrichtung A arbeitet taktsynchron zur Sammelkette 15. Zwischen jeweils
zwei Mitnehmern 14 wird ein Druckprodukt 3 abgelegt. Die im Sammelkanal 4 abgelegten
Druckprodukte 3 werden beispielsweise einem in Figur 4 lediglich angedeuteten Klebebinder
35 oder einer anderen Verarbeitungsstrecke zugeführt.
[0017] Die Anlegervorrichtung A besteht im Wesentlichen aus einem Fördermittel F und einem
Greifermittel G. Mit dem Greifermittel G werden die Druckprodukte 3 jeweils einzeln
vom Stapel des Magazins M abgezogen und mit dem Fördermittel F werden die erfassten
Druckprodukte 3 in den Sammelkanal 4 transportiert.
[0018] Die Greifermittel G weisen eine Greifertrommel 10 auf, die auf einer Hohlwelle 20
Steuerscheiben 25 bis 29 mit entsprechenden Steuerkurven aufweist. Die fest mit der
Hohlwelle 20 verbundenen Steuerscheiben 25 bis 28 und die am Gestell 12 befestigte
Steuerscheibe 29 dienen zur Steuerung der an sich bekannten Mittel zum Abziehen und
Greifen der Druckprodukte 3. Die Steuerscheibe 25 dient zur Steuerung hier nicht gezeigter
Vakuumventile, die Steuerscheibe 28 zur Steuerung von Saugern 5, die Steuerscheibe
27 zur Steuerung eines in Figur 1 gezeigten Rückhalters 6, die Steuerscheibe 26 zur
Steuerung einer hier nicht gezeigten und an sich bekannten Tupfrolle und die Steuerscheibe
29 zur Steuerung wenigstens eines Greifers 7.
[0019] Die Fördermittel F weisen eine Fördertrommel 11 auf, die taktsynchron zur Sammelkette
15 von einem Motor 16 angetrieben ist, der ein Gebtriebe 17 aufweist und vorzugsweise
ein Servomotor ist. Um die Fördertrommel 11 ist ein endloses Förderband 13 gelegt,
das für den Transport der abgezogenen Druckprodukte 3 mit einem weiteren Förderband
40 zusammenarbeitet. Die Greifertrommel 10 und die Fördertrommel 11 sind an einem
Gestell 12 gelagert, das Lagerplatten 12a und 12b aufweist. Eine weitere Lagerplatte
12c des Gestells 12 dient zur Lagerung einer Welle 19, die durch Verschieben eines
Mitnehmernockens 21 drehsicher mit der Hohlwelle 20 und damit mit der Greifertrommel
10 oder mit der Lagerplatte 12c verbindbar ist. Der Mitnehmernocken 21 kann an einem
vorstehenden Griff 23 in Axialrichtung verschoben werden. In der einen Stellung greift
der Mitnehmernocken 21 in einen Schlitz 22 der Hohlwelle 20 ein und in der anderen
Stellung befindet sich der Mitnehmernocken 21 ausserhalb des Schlitzes 22 in einer
Ausnehmung 24 der Lagerplatte 12c. In der in Figur 2 gezeigten Stellung dreht die
Welle 19 somit mit der Greifertrommel 10 und in der Stellung gemäss Figur 3 ist die
Welle 19 drehfest mit dem Gestell 12 verbunden. Der Mitnehmernocken 21 könnte auch
durch ein anderes geeignetes Verbindungsmittel ersetzt werden.
[0020] Die Fördermittel F und die Greifermittel G sind mit einem Innenmalteserkreuzgetriebe
K miteinander gekoppelt. Das an sich bekannte Innenmalteserkreuzgetriebe K weist eine
Kurbel 8 auf, die im Abstand zu einer Drehachse 38 eine Rolle 8a aufweist, welche
in Schlitze 9a des Malteserkreuzes eingreift. Das Malteserkreuz 9 ist wie ersichtlich
ein vier-strahliges Innenmalteserkreuz. Das hier gezeigte Innenmalteserkreuzgetriebe
K ist hier jedoch lediglich ein Beispiel für eine Kupplung und insbesondere für ein
Schrittschaltwerk. Ein Malteserkreuzgetriebe ist bekanntlich ein Schrittschaltgetriebe
mit ungleichförmiger Abtriebsbewegung. Die Fördertrommel 11 ist in diesem Fall das
Antriebsglied und die Greiftrommel 10 das Abtriebsglied.
[0021] Die Kurbel 8 besitzt zudem ebenfalls im Abstand zur Drehachse 38 ein Zahnrad 32,
das fest mit der Kurbel 8 verbunden ist und das mit einem Zapfen 33 in ein Sackloch
34 der Greifertrommel 10 eingreift. Die Achse des Zapfens 33 bildet die Drehachse
der Kurbel 8 und diese kann sich auf einem Kreis mit dem Mittelpunkt auf der Achse
der Welle 19 bewegen. Dieses Zahnrad 32 kämmt zur Richtungsänderung mit einem in Figur
1 gezeigten Zwischenzahnrad 31, das an der Greifertrommel 10 befestigt ist und das
wiederum mit einem Zahnrad 30 kämmt, das drehfest mit der Welle 19 verbunden ist.
Die Zahnräder 32 und 30 besitzen zueinander das Übersetzungsverhältnis 1:1.
[0022] Befindet sich der Mitnehmernocken 21 in der in Figur 3 gezeigten Stellung, so überträgt
die Kurbel 8 in einem Winkelbereich die Drehung der Fördertrommel 11 so auf die Greifertrommel
10, dass diese beschleunigt angetrieben wird. Dies ist dann der Fall, wenn die Rolle
8a in einen der vier Schlitze 9a des Malteserkreuzes 9 eingreift. Befindet sich die
Rolle 8a ausserhalb des Schlitzes 9a, so wird die Greifertrommel 10 mit der gleichen
Geschwindigkeit und der gleichen Richtung wie die Fördertrommel 11 angetrieben.
[0023] Ist jedoch der Mitnehmernocken 21 in der in Figur 2 gezeigten Stellung, so ist die
Greifertrommel 10 dauernd mit der Fördertrommel 11 fest verbunden, so dass beide Trommeln
10 und 11 mit gleicher Geschwindigkeit drehen. Die Kurbel 8 hat hier lediglich die
Funktion einer Verriegelung und könnte beispielsweise durch einen einfachen Bolzen
ersetzt werden. Die Rolle 8a verbleibt beispielsweise dauernd in einem der Schlitze
9a.
[0024] Je nach Stellung des Mitnehmernockens 21 sind somit zwei Schaltungen möglich. Diese
können durch einfaches Verschieben des Mitnehmernockens 21 am Griff 23 eingestellt
werden. In der Schaltung gemäss Figur 2 sind wie oben erläutert die Fördertrommel
11 und die Greifertrommel 10 dauernd miteinander verbunden. Bei der Schaltung gemäss
Figur 3 wird die Greifertrommel 10 in einem Winkelbereich beschleunigt angetrieben.
Die Schaltung gemäss Figur 2 wird beispielsweise für eine Teilung von 24" und die
Schaltung gemäss Figur 3 für eine Teilung von 18" verwendet. Bei der Schaltung für
eine Teilung von 24" werden Druckprodukte 3 verarbeitet, deren Länge gemäss Figur
5 im Wesentlichen dem Umfang der Fördertrommel 11 entspricht. Bei der Schaltung gemäss
Figur 3 werden hingegen Druckprodukte 3' gefördert, die kürzer sind und beispielsweise
eine Länge aufweisen, die dreiviertel des Umfanges der Fördertrommel 11 entspricht.
[0025] Bei der Schaltung gemäss Figur 2 werden die Druckprodukte 3 in an sich bekannter
Weise durch bekannte Wirkungsweise der Sauger 5, Greifer 7 und des Rückhalters 6 abgezogen
und in den Sammelkanal 4 abgelegt. Die Sauger 5 und der Greifer 7 fassen nach jedem
Umgang der Greifertrommel 10 ein Druckprodukt 3 und dieses wird von den Fördermitteln
F in den Sammelkanal 4 gelegt. Gefördert wird beispielsweise mit 15'000 Takte/Stunde.
Das Innenmalteserkreuzgetriebe K hat in diesem Fall keine Getriebefunktion. Die Kurbel
8 könnte wie erwähnt auch durch einen Bolzen ersetzt sein, der die Fördertrommel 11
drehfest mit der Greifertrommel 10 verbindet. Eine Umrüstung durch Austausch von Kurbel
8 und genannten Bolzen wäre an sich vergleichsweise einfach vorzunehmen.
[0026] Bei der Schaltung gemäss Figur 3 wirkt das Innenmalteserkreuzgetriebe K so, dass
in einem ersten Winkelbereich von beispielsweise etwa 128° die Fördertrommel 11 bzw.
die Fördermittel F mit der Greifertrommel 10 bzw. den Greifermitteln G miteinander
drehen. In diesem Winkelbereich bzw. Winkelfenster wirken die Sauger 5, der Greifer
7 und der Rückhalter 6. Die Druckprodukte 3' werden wie bei der Schaltung gemäss Figur
2 abgezogen. Nach diesem ersten Winkelbereich bzw. Winkelfenster wird die Greifertrommel
10 von der Fördertrommel 11 beschleunigt angetrieben. In diesem Winkelbereich von
beispielsweise etwa 232° wird nun die Greifertrommel 10 so beschleunigt, dass eine
Viertelumdrehung der Greifertrommel 10 gegenüber der Drehung der Fördertrommel 11
aufgeholt wird und der Greifer 7 rechtzeitig das nächste Druckprodukt 3' fassen kann.
Die Fördertrommel 11 wird hierbei mit konstanter Geschwindigkeit und taktsynchron
zur Sammelkette 15 angetrieben. Während des Produktetransportes durch die Fördermittel
F wird somit die für den Transport der kürzeren Druckprodukte 3' die fehlende Einviertelumdrehung
aufgeholt.
[0027] Der Transport der Druckprodukte 3' wird durch diesen Aufholvorgang der Greifertrommel
10 nicht tangiert und somit mit konstanter Geschwindigkeit transportiert. Die Transportgeschwindigkeit
der Druckprodukte 3' entspricht hierbei der Transportgeschwindigkeit der Sammelkette
15', deren Teilung entsprechend 18" beträgt. Da die Anlegervorrichtung A beispielsweise
für 24" ausgelegt ist, beträgt die Drehzahl der Fördertrommel 11 lediglich dreiviertel
derjenigen bei Verwendung einer 24"-Sammelkette 15. Die Anlegervorrichtung A dreht
bei einer 18"-Teilung und 18'000 Takte/Stunde langsamer als bei der Schaltung gemäss
Figur 2, bei welcher mit einer 24"-Sammelkette 15 und 15'000 Takte/Stunde gearbeitet
wird. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass die kinetostatischen Verhältnisse bei
allen Bewegungen der Sauger 5, des Greifers 7 und des Rückhalters 6 günstiger sind.
Wird ein vier-strahliges Innenmalteserkreuzgetriebe K verwendet, kann der genannte
Aufholvorgang auf wenigstens 180° verteilt werden, sodass ein sanfter Übergang gewährleistet
ist.
[0028] Die Einrichtung 1 kann somit für zwei unterschiedliche Teilungen, beispielsweise
eine Teilung von 24" oder 18" einer Verarbeitungsstrecke verwendet werden. Das Umschalten
kann einfach und schnell durch einen Umschaltvorgang am Griff 23 erfolgen. Ein Umbau
der Einrichtung 1 ist möglich aber nicht erforderlich. Wird eine Sammelkette 15 bzw.
15' verwendet, so müssen zur Anpassung der Teilung die Mitnehmer 14 in entsprechendem
Abstand angeordnet werden.
[0029] Wesentlich ist somit der Aufholvorgang der Greifmittel G bzw. der Greiftrommel 10
bei jedem Abzugsvorgang. Anstelle des oben genannten Antriebs mit einem Motor 16 und
einem Schrittschaltwerk zwischen der Fördertrommel 11 und der Greiftrommel 10 könnten
auch zwei hier nicht gezeigte Motoren verwendet werden, wobei der eine Motor die Fördertrommel
11 und der andere Motor die Greifertrommel 10 antreibt. Durch eine geeignete Steuerung
der Motoren wäre ein Antrieb möglich, welcher demjenigen mit einem Schrittschaltwerk
bzw. einem Malteserkreuzgetriebe entspricht.
1. Einrichtung zum Beschicken einer Verarbeitungsstrecke mit Druckprodukten (3, 3'),
insbesondere gefalzten oder ungefalzten bedruckten Bogen, mit einem Magazin (M) und
einer Anlegervorrichtung (A), die Greifmittel (G) und Fördermittel (F) besitzt, mit
denen die Druckprodukte (3, 3') dem Magazin (M) entnehmbar und der Verarbeitungsstrecke
(4) zuführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifmittel (G) und die Fördermittel (F) so angetrieben sind, dass die Greifmittel
(G) bei konstant angetriebenen Fördermitteln (F) in einem Winkelbereich für einen
Aufholvorgang beschleunigbar sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie für einen Längsabzug der Durckprodukte (3, 3') vorgesehen ist und so umschaltbar
oder umrüstbar ist, dass sie in einer ersten Schaltstellung für eine Teilung (T) von
beispielsweise 24" und in einer zweiten Schaltstellung für eine zweite Teilung von
beispielsweise 18" einer Sammelstrecke (4) vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifmittel (G) und die Fördermittel (F) mit einem Schrittschaltwerk (K) miteinander
verbunden sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schrittschaltwerk ein Malteserkreuzgetriebe (K) ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fördermittel (F) und das Greifmittel (G) eine Fördertrommel (11) bzw. eine Greiftrommel
(10) aufweisen.
6. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Malteserkreuzgetriebe (K) ein Innenmalteserkreuzgetriebe ist.
7. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Malteserkreuzgetriebe (K) vierstrahlig ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Greifmittel (G) eine Welle (19) angeordnet ist, die für einen Umschaltvorgang
Verbindungsmittel (22) aufweist, mit denen die Welle (19) wahlweise mit den Greifmitteln
(G) oder einem Gestell (12) verbindbar ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (19) an einem Ende mit einer Kurbel (8) verbunden ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (19) am genannten Ende ein Zahnrad (30) aufweist, das über ein Zwischenzahnrad
(31) mit einem Zahnrad (32) kämmt, das mit der Kurbel (8) verbunden ist.
11. Einrichtung an einer Verarbeitungsstrecke, mit welcher Druckprodukte (3, 3') nach
dem Prinzip des Längsabzugs in Sammelkanäle (4) unterschiedlicher Teilung der Sammelkette
(15, 15') ablegbar sind, wobei die Einrichtung Greifmittel (G) zum Abziehen der Druckprodukte
(3, 3') aus einem Magazin (M) und Fördermittel (F) zum Transportieren der Druckprodukte
(3, 3') aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Anpassung an unterschiedliche Teilungen (T) des Sammelkanals
(4) umschaltbar oder umrüstbar ist, wobei bei der einen Schaltstellung die Greifmittel
(G) bei jedem Abzug in einem vorbestimmten Winkelbereich bei konstant angetriebenen
Fördermitteln (F) für einen Aufholvorgang beschleunigt werden.
12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung durch Verstellen eines Verbindungsmittels (21) umschaltbar ist.