Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Helm mit einer Diebstahlsicherung, wie er vor allem
von Fahrern von Motorrädern, aber auch von Fahrrädern und anderen Fahrzeugen zum Schutz
vor Kopfverletzungen getragen wird.
Stand der Technik
[0002] An den meisten Motorrädern sind sogenannte Helmschlösser angebracht, welche einen
verschliessbaren Bügel oder einen Haken umfassen, dessen Enden durch ein abnehmbares
Teil, z.B. einen Abschnitt der Sitzbank, das durch ein Schloss gesichert werden kann,
verdeckt sind. In beiden Fällen ist eine geschlossene Schlaufe am Motorrad vorhanden,
an welcher auch ein Helm ohne spezifische Diebstahlsicherung durch Einhängen des Kinnbandes
gesichert werden kann. Diese Art der Sicherung ist allerdings sehr unzuverlässig,
da einem Oeffnen des Kinnbandes höchstens der Umstand entgegensteht, dass der Zugang
zu seinem Verschluss etwas erschwert ist. Ausserdem kann das gewöhnlich aus einem
Gewebe bestehende Kinnband leicht mit einer Schere oder einem Messer durchtrennt werden.
[0003] Aus diesem Grund sind bereits viele Vorschläge gemacht worden, einen Helm mit einer
Diebstahlsicherung zu versehen, welche eine zuverlässige Befestigung am Helmschloss
gestattet.
[0004] Ein gattungsgemässer Helm ist aus US-A-4 101 983 bekannt. Dort ist ein Ring, der
in ein Helmschloss eingehängt werden kann, durch zwei ineinanderliegende Schlaufen
gezogen, welche mittels einer Niete an der Innenseite der Schale befestigt sind. Die
innere Schlaufe ist verhältnismässig kurz, aber elastisch und hält den Ring in einer
versenkten Position fest, in der er nur wenig aus einem Schlitz in der Schale des
Helms herausragt. Unter Dehnung der inneren Schlaufe kann der Ring in eine durch die
längere, aber inelastische äussere Schlaufe definierte Gebrauchslage gezogen werden,
in der er fast vollständig ausserhalb der Schale liegt. Bei dieser Lösung kann die
Diebstahlsicherung unwirksam gemacht werden, indem beide Schlaufen mittels eines durch
den Schlitz eingeführten spitzen Instruments, z.B. eines Messers, durchtrennt werden.
[0005] Aus der US-A-5 117 662 ist ein Helm bekannt, welcher hinten am unteren Rand eine
an der Innenseite der Schale befestigte Vorhangschloss-artige Diebstahlsicherung trägt
mit einem Bügel, welcher in zwei versenkten Positionen fixiert werden und auch ganz
geöffnet werden kann. Diese Konstruktion ist verhältnismässig kompliziert, aufwendig
und schwer und benötigt viel Platz. Falls, wie das meistens der Fall ist, ein Helmschloss
vorhanden ist, ist der hohe Aufwand nicht mit Vorteilen verbunden, sondern erschwert
lediglich den Gebrauch der Diebstahlsicherung.
[0006] In der US-A-4 676 080 ist eine Diebstahlsicherung für einen Fahrradhelm beschrieben,
bei welchem eine von einem Drahtseil gebildete Schlaufe durch eine runde Oeffnung
in der Schale nach aussen gezogen ist, während die Enden des Drahtseils auf der Innenseite
der Schale durch eine Hülse verbunden sind. Damit die Schlaufe nicht durch die Oeffnung
gezogen werden kann, ist sie von einem innerhalb der Schale angeordneten kreisringförmigen
Anschlag umgeben. Sie ist jedoch nicht fest mit dem Helm verbunden.
[0007] FR-A-2 351 850 zeigt einen Helm, bei welchem seitlich parallel zum Kinnband aus festem,
mindestens teilweise metallischem Material geflochtene Bänder vorgesehen sind, welche
mit seitlichen Abschnitten des Kinnbandes integriert sein können. Sie weisen an ihren
unteren Enden Löcher auf, durch welche z.B. eine Kette gezogen werden kann. Diese
Lösung ist, da sie ein weiteres Teil erfordert, ziemlich unbequem für den Benutzer
und offenbar nicht für den Gebrauch mit einem Helmschloss gedacht, sondern eher für
eine Fixierung des Helms an der Lenkstange oder am Rahmen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen gattungsgemässen Helm anzugeben,
dessen Diebstahlsicherung einen hohen Grad von Sicherheit gewährleistet. Diese Aufgabe
wird durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst. Der erfindungsgemässe
Helm weist eine äusserst zuverlässige Diebstahlsicherung auf, welche gleichzeitig
einfach zu bedienen ist und dabei klein und leicht sein kann, so dass sie nicht stört
und den Träger bei einem Unfall nicht gefährdet. Die Diebstahlsicherung ist ausserdem
kostengünstig und erfordert keine Anpassung der Struktur des Helms. Seine Eigenschaften
bezüglich anderer Aspekte wie Festigkeit oder Aerodynamik werden daher nicht berührt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren, welche lediglich Ausführungsbeispiele
darstellen, näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Helms gemäss einer ersten Ausführungsform,
mit der Diebstahlsicherung in versenkter Lage und darunter einen Ausschnitt mit der
Diebstahlsicherung in Gebrauchslage,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Randbereich des Helms nach Fig. 1 mit der Diebstahlsicherung,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Diebstahlsicherung von innen, wobei eine Polsterung weggelassen
ist,
- Fig. 4
- eine leicht modifizierte Ausführungsform der Diebstahlsicherung,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Helms gemäss einer zweiten Ausfühungsform,
mit der Diebstahlsicherung in versenkter Lage und darunter einen Ausschnitt mit der
Diebstahlsicherung in Gebrauchslage,
- Fig. 6
- einen Schnitt durch den Randbereich des Helms nach Fig. 5 mit der Diebstahlsicherung
und
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf die Diebstahlsicherung von innen, wobei eine Polsterung weggelassen
ist.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0010] Gemäss einer ersten Ausführungsform (Fig. 1-3) umfasst der erfindungsgemässe Helm
eine äussere Schale 1 aus Hartmaterial, vorzugsweise Hartkunststoff, an welche an
der Innenseite eine Polsterung 2 mit einer Schicht aus Schaumstoff, z.B. Styropor,
welche innen von einer Gewebeschicht überzogen ist, anschliesst. Eine Diebstahlsicherung
3 umfasst als Eingriffsteil für den Eingriff mit dem Helmschloss eine aus Stahldraht
geflochtene feste geschlossene Schlaufe 4 und ein mit derselben einstückiges ebenfalls
aus Stahldraht geflochtenes flaches Band 5, welches ein Verbindungsteil bildet, das
die Schlaufe 4 mit einem Verankerungsteil am oberen Ende verbindet. Das letztere umfasst
einen zylindrischen Querbolzen 6, um den der oberste Abschnitt des Bandes 5 geführt
und durch eine Naht zu einer Schleife geschlossen ist. Der Querbolzen 6 steht beidseits
etwas über das Band 5 vor.
[0011] An der Innenseite der Schale 1 ist in einer Ausnehmung der Polsterung 2 eine etwa
quer zum Rand verlaufende und knapp oberhalb desselben endende Längsführung 7 angebracht
mit einer Nut 8, in der das Verankerungsteil verschieblich geführt ist. Am unteren
Ende ist ein Anschlag 9 vorgesehen, welcher den Querschnitt der Nut 8 so verengt,
dass zwar das Band 5 passieren kann, jedoch nicht das durch den Querbolzen 6 verdickte
Verankerungsteil.
[0012] Es sind verschiedene Abwandlungen der beschriebenen Ausführung der Diebstahlsicherung
möglich. Entscheidend ist, dass die Verbindung zwischen der geschlossenen Schlaufe
und dem Verankerungsteil durchgehend aus Metall, vorzugsweise Stahl besteht, so dass
sie nur sehr schwer und nicht mittels üblicher Werkzeuge wie Messern, Scheren oder
Zangen durchtrennbar ist. Dabei kann sie wie beschrieben als aus Stahldraht geflochtenes
Band oder geflochtenes oder geschlagenes Seil ausgebildet sein, doch ist auch eine
Ausbildung als massives, vorzugsweise flexibles Stahlband oder als Kette, etwa verbunden
mit einem versteifenden Streifen aus Gewebe, Kunststoff oder Leder, denkbar.
[0013] Dank dem länglichen Verbindungsteils ist die Schlaufe 4 in der in Fig. 2, 3 dargestellten
Gebrauchslage verhältnismässig weit vom unteren Rand der Schale 1 entfernt, so dass
der Helm bequem am Helmschloss befestigt und von demselben abgenommen werden kann.
Es ist vorteilhaft, wenn das Verbindungsteil eine gewisse Biegsamkeit wenigstens nach
einer Richtung aufweist, derart, dass es sich an die Krümmung der Schale 1 anpasst,
aber zugleich auch eine ausreichende Steifigkeit, die es ermöglicht, die Diebstahlsicherung
aus der Gebrauchslage in die versenkte Lage nach oben zu stossen, in der lediglich
ein Teil der Schlaufe 4 über den Rand der Schale 1 vorsteht. Bei konstanter Krümmung
der Schale im Bereich der Führung kann das Verbindungsteil auch starr sein.
[0014] Es ist auch von Vorteil, wenn die Diebstahlsicherung in der versenkten Lage festgehalten
wird. Dazu kann ein Federelement vorgesehen sein, das die Diebstahlsicherung mit einer
nach oben wirkenden Kraft beaufschlagt, so dass es gegen die versenkte Lage vorgespannt
ist oder das eine die Diebstahlsicherung in der versenkten Lage festhaltende elastische
Schnappverriegelung bildet. Alternativ kann zwischen der Nut und dem Verankerungsteil
auch leichter Reibschluss herrschen, so dass die Diebstahlsicherung ihrer Verschiebung
stets einen geringen Widerstand entgegensetzt.
[0015] Die das Eingriffsteil bildende Schlaufe 4 kann (Fig. 4) auch durch einen geschlossenen
Ring gebildet werden, welcher am unteren Ende des Bandes 5 befestigt ist.
[0016] Gemäss einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemässen Helms (Fig. 5-7) ist
die Diebstahlsicherung etwas anders ausgeführt und anders verankert, während der Helm
im übrigen gleich ausgebildet ist wie gemäss der ersten Ausführungsform.
[0017] An der Schale 1 ist mittels einer Niete ein Knopf 10 an der Innensseite befestigt.
Die Diebstahlsicherung 3 besteht im wesentlichen aus einem geschlossenen aus Draht
geschlagenen Seil 11, vorzugsweise einem Stahlseil, welches an einem Ende wiederum
eine durch eine Umwicklung aus Draht fixierte Schlaufe 4 als Eingriffsteil aufweist
und am gegenüberliegenden Ende eine die verjüngte Basis des Knopfs 10 knapp umgebende
entsprechende weitere Schlaufe 12. Das Verbindungsteil zwischen denselben wird durch
parallele Abschnitte 13 des Seils 11 gebildet. Eingriffsteil, Verankerungsteil und
Verbindungsteil sind mithin im wesentlichen einstückig.
[0018] Die Schlaufe 12 kann so eng um die Basis des Knopfs 10 geführt sein, dass die Diebstahlsicherung
durch Reibschluss in der versenkten Lage festgehalten wird. Alternativ kann sie durch
ein Federelement schnappverriegelt oder durch die Polsterung geklemmt sein. Auch hier
sind natürlich Abwandlungen etwa hinsichtlich der Ausbildung des Eingriffsteils oder
des Verbindungsteils - etwa wie im Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform beschrieben
- möglich. Auch die Verankerung der Diebstahlsicherung kann auf andere Weise realisiert
sein. So kann etwa der Knopf selbst drehbar an der Schale gelagert und die Diebstahlsicherung
fest mit ihm verbunden sein.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Schale
- 2
- Polsterung
- 3
- Diebstahlsicherung
- 4
- Schlaufe
- 5
- Band
- 6
- Querbolzen
- 7
- Längsführung
- 8
- Nut
- 9
- Anschlag
- 10
- Knopf
- 11
- Seil
- 12
- Schlaufe
- 13
- Abschnitte
1. Helm mit einer Schale (1) und einer Diebstahlsicherung (3) mit einem eine geschlossene
Schlaufe (4) aus Metall bildenden Eingriffsteil zur Herstellung einer Verbindung mit
einem Fahrzeug o. dgl., welches derart an der Innenseite der Schale (1) verankert
ist, dass es zwischen einer versenkten Lage, in der es sich im wesentlichen innerhalb
der Schale (1) befindet und einer Gebrauchslage, in der es aus der Schale (1) herausragt,
umstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Diebstahlsicherung (3) ein Verankerungsteil umfasst, welches an deren Innenseite
verschieblich oder drehbar an der Schale (1) befestigt ist und zwischen der Schlaufe
(4) und dem Verankerungsteil eine durchgehend aus Metall bestehenden Verbindung wirksam
ist.
2. Helm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen dem Verankerungsteil und der Schlaufe (4) durch ein längliches
Verbindungsteil hergestellt ist.
3. Helm nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsteil biegsam, aber verhältnismässig steif ist.
4. Helm nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsteil mindestens ein aus Draht, vorzugsweise Stahldraht, geflochtenes
oder geschlagenes Band (5) oder Seil oder mindestens einen Abschnitt (13) davon umfasst.
5. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingriffsteil mit dem Verbindungsteil einstückig ist.
6. Helm nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsteil, das Eingriffsteil und das Verbindungsteil im wesentlichen aus
einem geschlossenen Seil (11), vorzugsweise einem Stahlseil, bestehen.
7. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaufe (4) des Eingriffsteils von einem Ring gebildet wird.
8. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsteil in einer Längsführung (7) quer zu einem Rand der Schale (1)
beschränkt verschieblich geführt ist.
9. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsteil um einen nahe einem Rand der Schale (1) angeordneten Knopf (10)
drehbar ist.
10. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er eine an der Innenseite der Schale (1) angeordnete Polsterung (2) aufweist und
die Diebstahlsicherung (3) in ihrer versenkten Lage zwischen der Innenseite der Schale
(1) und der Polsterung (2) liegt.