[0001] Die Erfindung betrifft einen kopiergeschützten Profil-Flachschlüssel für Zylinderschlösser
mit profiliertem senkrechten Schlüsselkanal sowie eine Schlüssel-Schlosskombination
gemäß Oberbegriff der Patentansprüche 1 bzw. 3 oder 4.
[0002] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster 29718647.7 ist ein Flachschlüssel für Zylinderschlösser
vorbekannt, der mit üblichen Verfahren nicht kopierfähig ist und welcher sich auf
konventionelle Systeme von Zylinderschlössern mit profiliertem senkrechten Schlüsselkanal
bezieht.
[0003] Gemäß dieser bekannten Lehre weist der Flachschlüssel axial zum Schlüsselschaft symmetrische
Einfräsungen entsprechend dem vorgegebenen Code auf. Anstelle einer Einfräsung ist
dort eine vom Schließzylinder des Schlosses unabhängige, gebohrte Kerbe so angeordnet,
dass diese zwischen den unsymmetrischen Profilnuten, die auf beiden Seiten des Schlüsselschaftes
liegen, unterschiedliche Seitenwandhöhen aufweist.
Mit einer solchen Flachschlüsselausführung ist zwar im Vergleich bis zum dahin bekannt
gewordenen Stand der Technik der Kopierschutz verbesserbar, jedoch besteht die Gefahr,
dass mit allerdings nicht unerheblichem Fertigungsaufwand durch kombinierte Fräs-Bohreinrichtungen
Nachschlüssel gefertigt werden können.
[0004] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung einen weiterentwickelten
kopiergeschützten Profil-Flachschlüssel für an sich bekannte Zylinderschlösser mit
profiliertem senkrechten Schlüsselkanal sowie eine entsprechende Schlüssel-Schlosskombination
anzugeben, die durch mechanisches Bearbeiten aus einem Standard-Profil nicht zu einem
schließfähigen Produkt führen.
[0005] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einer Lehre gemäß den Merkmalen
der Patentansprüche 1, 3 oder 4, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen darstellen.
[0006] Der Grundgedanke der Erfindung besteht sinngemäß darin, in den Flachschlüssel einen
permanent magnetischen Abschnitt, z.B. in Form eines magnetischen Stiftes oder eines
magnetischen Plättchens einzusetzen und dort zu fixieren.
[0007] Erst nachdem der magnetische Abschnitt eingesetzt wurde, erfolgt das an sich bekannte
Ausbilden des Längsprofils des Flachschlüssels und der Kerben oder Fräsungen gemäß
dem gewünschten Schlüsselcode.
[0008] Auf diese Weise ist der magnetische Abschnitt im Schlüsselmaterial eingebettet. Ein
nachträgliches Einsetzen eines z.B. magnetischen Stiftes in einen Standardschlüssel
ist nicht möglich.
[0009] Die Lage des magnetischen Abschnittes auf der Längsachse des Schlüsselprofils ist
erfindungsgemäß derart gewählt, dass beim Ausbilden der für den Code notwendigen Kerben
oder Fräsungen seitliche Stabilisierungs-Kerbflanken verbleiben und damit auf Dauer
ein sicherer Halt des Magnetmaterials gewährleistet wird.
[0010] In einer Ausführungsform der Erfindung befindet sich der magnetische Abschnitt am
tiefsten Punkt einer Kerbe.
[0011] Bei einer Schlüssel-Schlosskombination mit einem erfindungsgemäßen Flachschlüssel
und einem zugehörigen Zylinderschloss mit profiliertem senkrechten Schlüsselkanal
ist in mindestens einer zum magnetischen Abschnitt komplementären Bohrung für einen
Kernstift ein ferromagnetischer Teilstift befindlich, dem sich mindestens ein zum
Profilzylinderboden hinein erstreckender, nichtferromagnetischer weiterer Teilstift
anschließt. Zwischen diesen beiden Stiften liegt ein Freiraum dergestalt, dass einerseits
im verschlossenen Zustand der ferromagnetische Teilstift in der jeweiligen Bohrung
im Zylinder noch sicher aufgenommen ist und andererseits aber im entsperrten Zustand
die Schließebene sicher freigegeben wird.
[0012] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist in mindestens einer zum
magnetischen Abschnitt im Schlüssel komplementären Bohrung für einen Kernstift im
Profilzylinder dieser mit permanentmagnetischen Eigenschaften versehen und zwar mit
einer umgekehrten Polarität bezogen auf den magnetischen Abschnitt im Schlüssel. Beim
Einführen des passenden Schlüssels wird dieser Kernstift unter Wirkung der sich abstoßenden
Magnetkräfte gegen eine Federrückholkraft in eine Freigabeposition überführt.
[0013] In einer Ausführungsform der Erfindung kann zur Erhöhung der Anzahl möglicher Codierungen
innerhalb einer Schließanlage der zusätzliche Einsatz eines Schließplättchens mit
Magnetkern erfolgen.
[0014] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0015] Hierbei zeigen:
- Figur 1 -
- eine Darstellung der erfindungsgemäßen Anordnung mit im Schlüssel befindlichen Magnet;
- Figur 2 -
- eine Ausführungsform mit einem Schlüssel, welcher keinen für den Schließvorgang notwendigen
magnetischen Abschnitt besitzt und mit welchem auf Grund ansonsten identischer Kerbung
ein Schließvorgang nicht möglich wird sowie
- Figur 3 -
- eine Ausführungsform der Erfindung bei der zusätzlich zum Stahlkernstift ein Schließplättchen
mit Magnetkern vorgesehen ist, wobei beim Öffnungsvorgang Stahlstift und Schließplättchen
angehoben werden und die Schließebene freigeben.
[0016] In den zeichnerischen Darstellungen wird von einem an sich bekannten Profilzylinder
mit senkrechtem Schlüsselkanal ausgegangen, der von einem Flachschlüssel betätigbar
ist.
[0017] Im Profilzylinder sind in entsprechenden Bohrungen Kernstifte 1 untergebracht, die
üblicherweise von einer Stiftfeder 4 unter Vorspannung gehalten werden. Weiterhin
sind Gehäusestifte 3 vorhanden. An der Bodenseite des Profilzylinders sind Verschlussstifte
5 eingesetzt.
[0018] Im Schlüssel befindet sich der magnetische Abschnitt 6, der mit einem Stahlstift
7 im Profilzylinder korrespondiert, wobei der Stahlstift 7 vom magnetischen Abschnitt
6 angezogen wird.
[0019] Nichtferromagnetische weitere Teilstifte z.B. Messingstifte 8 können in unterschiedlicher
Längenkombination vorliegen, um die gewünschte Anpassung an die Kerbtiefe im Schlüssel
zu erreichen. Der Freiraum 9 zwischen Stahlstift 7 und den Messingstiften 8 ist so
gewählt, dass im verschlossenen Fall die Schließebene 10 blockiert ist, andererseits
aber mit Blick auf die Länge des Stahlstiftes eine Freigabe der Schließebene 10 dann
gewährleistet wird, wenn der passende Schlüssel mit magnetischem Abschnitt 6 sich
im zugehörigen Schloss befindet.
[0020] Die Darstellung nach Figur 2 zeigt, dass ein ansonsten identisch gekerbter bzw. gefräster
Flachschlüssel nicht in der Lage ist einen Schließvorgang auszuführen, da der Stahlstift
7 sich in der Blockierposition befindet, d.h. nicht vom Magneten in die Freigabeposition
überführt ist.
[0021] Es liegt im Sinne der Erfindung, dass auch eine kinematische Umkehr von der Anordnung
Stahlstift und Magnet erfolgen kann bzw. dass durch die Ausbildung von Magneten mit
unterschiedlicher Polarität ein Abstoßeffekt realisierbar ist mit der Folge, dass
ein Kernstift 1 gegen die Kraft einer Stiftfeder 4 in eine solche Position bewegt
wird, dass die Schließebene 10 freigegeben ist.
[0022] Bei der Darstellung nach Figur 3 ist zusätzlich ein Schließplättchen mit Magnetkern
11 vorgesehen um die Anzahl möglicher Codierungen innerhalb einer Schließanlage zu
erhöhen.
[0023] Die Erfindung ist für unterschiedlichste Schlüsselprofile anwendbar und kann in bestehende
Anlagen integriert werden. Die Magnetlängen sind verschieden gewählt und berücksichtigen
die Frästiefe. Durch die Auswahl geeigneter Kerbentiefen in Verbindung mit den jeweiligen
Profilen lässt sich eine optimale Befestigung bzw. ein sicherer Halt der magnetischen
Abschnitte auch über eine längere Einsatzdauer des Schlüssels sicherstellen. Wie bereits
erläutert, besteht die Möglichkeit in den Schlüssel einen Stahlstift einzusetzen und
im Kernstift den Magneten anzuordnen oder selbigen mit magnetischen Eigenschaften
zu versehen. Eine analoge Verwendung von Schließplättchen in diesem Sinne ist ebenso
möglich.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Kernstift
- 2
- Schließplättchen
- 3
- Gehäusestift
- 4
- Stiftfeder
- 5
- Verschlussstift
- 6
- Magnet bzw. magnetischer Abschnitt
- 7
- Stahlstift
- 8
- Messingstifte
- 9
- Freiraum zwischen Stahlstift und Messingstiften
- 10
- Schließebene
- 11
- Schließplättchen mit Magnetkern
1. Kopiergeschützter Profil-Flachschlüssel für Zylinderschlösser mit profiliertem senkrechten
Schlüsselkanal, wobei der Flachschlüssel Einkerbungen und/oder Einfräsungen entsprechend
einem vorgegebenen Code sowie eine Längsprofilierung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Profilbereich des Flachschlüssels vor dem Ausführen der Kerben oder Fräsungen für
den Code und des Längsprofils mindestens ein permanentmagnetischer Abschnitt eingesetzt
ist, wobei die Lage dieses Abschnittes auf der Längsachse des Schlüsselprofils derart
gewählt ist, dass beim Ausbilden der Kerben oder Fräsungen seitliche Stabilisierungs-Kerbflanken
verbleiben.
2. Kopiergeschützter Profil-Flachschlüssel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der magnetische Abschnitt sich am tiefsten Punkt einer Kerbe befindet.
3. Schlüssel-Schlosskombination mit einem Flachschlüssel für Zylinderschlösser mit profiliertem
senkrechten Schlüsselkanal, wobei der Flachschlüssel Einkerbungen und/oder Einfräsungen
entsprechend einem vorgegebenen Code aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Profilbereich des Flachschlüssels vor dem Ausführen der Kerben oder Fräsungen für
den Code und des Längsprofils mindestens ein permanentmagnetischer Abschnitt eingesetzt
ist, wobei die Lage dieses Abschnittes auf der Längsachse des Schlüsselprofils derart
gewählt ist, dass beim Ausbilden der Kerben oder Fräsungen seitliche Stabilisierungs-Kerbflanken
verbleiben,
weiterhin in mindestens einer zum magnetischen Abschnitt komplementären Bohrung für
einen Kernstift ein ferromagnetischer Teilstift befindlich ist, dem sich mindestens
ein zum Profilzylinderboden hinein erstreckender nichtferromagnetischer weiterer Teilstift
anschließt, wobei unter der Wirkung des permanentmagnetischen Abschnittes eines eingeführten,
passenden Flachschlüssels der ferromagnetische Teilstift in eine Freigabeposition
überführbar ist.
4. Schlüssel-Schlosskombination mit einem Flachschlüssel für Zylinderschlösser mit profiliertem
senkrechten Schlüsselkanal, wobei der Flachschlüssel Einkerbungen und/oder Einfräsungen
entsprechend einem vorgegebenen Code aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Profilbereich des Flachschlüssels vor dem Ausführen der Kerben oder Fräsungen für
den Code und des Längsprofils mindestens ein permanentmagnetischer Abschnitt eingesetzt
ist, wobei die Lage dieses Abschnittes auf der Längsachse des Schlüsselprofils derart
gewählt ist, dass beim Ausbilden der Kerben oder Fräsungen seitliche Stabilisierungs-Kerbflanken
verbleiben,
weiterhin in mindestens einer zum magnetischen Abschnitt komplementären Bohrung für
einen Kernstift dieser permanentmagnetische Eigenschaften mit umgekehrter magnetischer
Polarität bezogen auf den magnetischen Abschnitt im Schlüssel aufweist und dieser
Kernstift beim Einführen des passenden Schlüssels unter Wirkung der sich abstoßenden
Magnetkräfte gegen eine Federrückholkraft in eine Freigabeposition überführbar ist.
5. Schlüssel-Schlosskombination nach Anspruch 3 oder 4,
gekennzeichnet durch
den zusätzlichen Einsatz eines Schließplättchens mit Magnetkern bzw. magnetischen
Eigenschaften.