[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Regeln des Gas/Luft-Verhaltnisses für
eine vormischende Verbrennungseinrichtung.
[0002] Um Schadstoff-Emissionen zu minimieren und den Wirkungsgrad von Verbrennungseinrichtung
zu optimieren, ist man bestrebt, das Gas/Luft-Verhältnis auf einem optimalen Punkt
zu halten.
[0003] Bekannt sind bisher Systeme mit pneumatischem Verbund und Systeme mit elektronischem
Verbund.
[0004] Bei Systemen mit pneumatischem Verbund wird der Volumenstrom des Gases in einem konstanten
Verhältnis zum Volumenstrom der Luft gehalten. Dies geschieht mittels eines druckgesteuerten
Reglers im Gasweg. Dabei wird eine Druckdifferenz als Steuerdruck zum Regeln des Gas-Volumenstroms
genutzt, und zwar in direkter Abhängigkeit zum angesaugten Volumenstrom der Luft.
Der Steuerdruck für den Regler wird in einer Mischeinrichtung oder an einer Blende
im Luftweg erzeugt.
[0005] Die Systeme mit pneumatischem Verbund benötigen keine elektrischen oder elektronischen
Bauteile. Ihr mechanischer Aufbau ist sehr einfach und arbeitet sehr schnell. Dabei
benötigen sie nur wenige bewegliche Teile. Die Gemischaufbereitung mit pneumatischem
Verbund hat den Vorteil, sehr schnell auf druck- und Volumenstromschwankungen in der
Verbrennungsanlage zu reagieren und das Gas/Luft-Verhältnis in einem großen Modulationsbereich
konstant zu halten. Dadurch haben sich diese robusten Systeme auf vielen Anlagen bewährt.
[0006] Einflußgrößen, wie Gasqualität, Luftdruck und Verbrennungslufttemperatur, können
jedoch von diesen Systemen nicht ausgeregelt werden und erfordern ein Nachjustieren
auf den Anlagen. Durch die Liberalisierung am Gasmarkt ist mit größeren Schwankungen
der Gasqualität zu rechnen, die bei diesen Systemen ein ständiges Nachregeln erforderlich
machen.
[0007] Außerdem werden Systeme mit pneumatischem Verbund bei großem Modulationsbereich im
unteren Leistungsbereich insbesondere nach längerer Betriebsdauer ungenau. Um die
Verbrennungsqualität langfristig zu gewährleisten, darf deshalb die eingestellte Minimalleistung
je nach Ausführung nicht unter einem Wert von 15 bis 20 % liegen.
[0008] Bei Systemen mit elektronischem Verbund wird durch einen Sensor die Zusammensetzung
der Verbrennungsabgase in der Flamme oder nach der Flamme oder auch die Flammentemperatur
gemessen. Der Sensor erzeugt ein Signal, das von einem elektronischen Regler ausgewertet
wird. Dieser steuert ein Stellorgan an, welches die Gasmenge bestimmt. Diese Systeme
mit elektronischem Verbund sind langsamer im Ausregeln von Änderung der Luftmenge.
Die verwendeten Sensoren sind empfindlich und von begrenzter Lebensdauer. Zur sicheren
Funktion der Verbrennungsanlage ist ein einwandfreies Sensorsignal erforderlich. Allerdings
können Schwankungen der Gasqualität, des Luftdrucks und der Verbrennungslufttemperatur
ausgeregelt werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem System mit pneumatischem Verbund
ohne Aufgabe der dort erzielten Vorteile die Vorteile der Systeme mit elektronischem
Verbund zu realisieren.
[0010] Zur Lösung dieser Aufgabe schafft die Erfindung eine Vorrichtung zum Regeln des Gas/Luft-Verhaltnisses
für eine vormischende Verbrennungseinrichtung, mit
- einem pneumatischen Regler, der das Verhältnis zwischen dem Druck in einer Gasleitung
und dem Druck in einer Luftleitung konstant hält,
- einer stromab des Reglers angeordneten Mischeinrichtung, die folgende Merkmale aufweist:
- eine Mischkammer, die sich von ihrer Eintrittsöffnung aus in Strömungsrichtung venturidüsenartig
erweitert,
- eine an die Luftleitung angeschlossene Düse, die in die Eintrittsöffnung der Mischkammer
hineinragt,
- einen an die Gasleitung angeschlossenen Ringspalt, der zwischen dem Rand der Eintrittsöffnung
der Mischkammer und der an die Luftleitung angeschlossenen Düse ausgebildet ist, und
- einen in der Luftleitung angeordneten Kegel, der in Abhängigkeit von einem Signal
eines Sensors in Axialrichtung relativ zu der an die Luftleitung angeschlossenen Düse
verstellbar ist,
- und mit einem drehzahlsteuerbaren Gebläse, das das Gemisch aus der Mischkammer zur
Verbrennungseinrichtung fördert.
[0011] Der Regler stellt den pneumatischen Verbund des Systems dar, und der Sensor liefert
das Signal, das ein Ausregeln der Schwankungen der Gasqualität, des Luftdrucks und
der Verbrennungslufttemperatur ermöglicht. In Abhängigkeit von diesem Signal verstellt
sich der vorzugsweise von einem Linearmotor betätigbare Kegel und wandert dabei mehr
oder weniger tief in die an die Luftleitung angeschlossene Düse hinein. Somit kann
in extrem einfacher Weise gewährleistet werden, daß die Verbrennungseinrichtung immer
mit optimalem Gas/Luft-Verhältnis arbeitet.
[0012] Der Sensor kann die Zusammensetzung und/oder die Temperatur der Verbrennungsabgase
erfassen, und die Elektronik kann hieraus die anstehenden Werte der Gasqualität, des
Luftdrucks und der Verbrennungslufttemperatur ermitteln, so daß eine entsprechende
Regelung über die Verstellung des Kegels ermöglicht wird. Durch die auf diese Weise
veränderten Druck- und Strömungsverhältnisse in der venturidüsenartig erweiterten
Mischkammer ist es möglich, das Gas/Luft-Verhältnis in einem Weiten Bereich zu verändern,
ohne auf die Vorteile des pneumatischen Verbundes zu verzichten.
[0013] Durch das Einführen des Kegels in die an die Luftleitung angeschlossene Düse steigt
die Geschwindigkeit beim Eintritt der Luft in die Mischkammer an. Dadurch entsteht
in dem an die Gasleitung angeschlossenen Ringspalt ein stärkerer Unterdruck, der die
in die Mischkammer eintretende Gasmenge ansteigen läßt. Gleichzeitig wird durch die
Querschnittsverengung der an die Luftleitung angeschlossenen Düse die einströmende
Luftmenge reduziert. Als Ergebnis wird mit weniger Luft mehr Gas in die Mischkammer
gefördert.
[0014] Ferner wird erfindungsgemäß der Modulationsgrad erhöht, so daß Ungenauigkeiten auch
bei kleinen Leistungen ausgeregelt werden können.
[0015] Wird die Verbrennungseinrichtung abgestellt, kann der Kegel die an die Luftleitung
angeschlossene Düse vollständig verschließen. Ist also die Verbrennungseinrichtung
an eine Abgasanlage angeschlossen, die weiteren, mit Überdruck im Abgas arbeitenden
verbrennungseinrichtungen zur Verfügung steht, so wird auf diese Weise verhindert,
daß Abgas in die Luftleitung der abgeschalteten Verbrennungseinrichtung zurückströmt.
[0016] Bei Ausfall des Sensors wird der Kegel vollständig aus der an die Luftleitung angeschlossenen
Düse herausbewegt. Die Mindestleistung der Verbrennungseinrichtung wird soweit angehoben,
daß die Verbrennung in einem Betriebsbereich gehalten wird, der den Eingriff des Sensors
nicht unbedingt erfordert. Beispielsweise wird die Mindestleistung auf ca. 20 % angehoben.
Dabei gewährleistet die Grundeinstellung des pneumatischen Reglers, daß bei den zu
erwartenden Gasarten, Lufttemperaturen und Höhenlagen ein genügend hoher Luftüberschuß
eingehalten wird. Bei dieser Stellung des Kegels entspricht die Regelung einem konventionellen
pneumatischen Verbund. Die Verbrennungsanlage muß nicht abgestellt werden, und die
Schadstoffemissionen bleiben unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte. Bisher bekannte
Systeme mit elektronischem Verbund müssen bei Auswahl des Sensors abgestellt werden.
[0017] Zusammenfassend lassen sich also mit der Erfindung folgende Vorteile erzielen:
[0018] Schwankungen der Gasqualität, des Luftdrucks und der Verbrennungslufttemperatur können
geregelt werden, ohne auf die Vorteile des pneumatischen Verbundes, nämlich die schnelle
Reaktionsfähigkeit auf Leistungsänderungen und Druckschwankungen, zu verzichten.
[0019] Die Verbrennungseinrichtung funktioniert auch bei Ausfall des Sensors, da der pneumatische
Verbund, auf dem die Regelung aufgebaut ist, weiterhin funktionsfähig bleibt.
[0020] Eine Regelung mit pneumatischem Verbund, die eine venturidüsenartig erweiterte Mischkammer
aufweist, kann auch nachträglich mit einem sensorgesteuerten Kegel ausgerüstet werden.
[0021] Der Wirkungsgrad steigt an, da die Verbrennung näher am stöchiometrischen Wert geregelt
wird. Dadurch entsteht bei höherem Taupunkt mehr Kondensat, und es muß weniger Verbrennungsluft
unnötig aufgeheizt werden. Bei pneumatischen Regelungen ohne Sensorregelung muß ein
hoher Luftüberschuß eingehalten werden, um bei Schwankungen von Gasqualität, Luftdruck
und Verbrennungslufttemperatur genügend Abstand zum stöchiometrischen Wert zu halten.
Nur dadurch kann bei diesen Systemen die Entstehung von giftigem Kohlenmonoxid zuverlässig
verhindert werden.
[0022] Der Modulationsgrad wird dadurch erhöht, daß eine kleinere minimale Leistung eingestellt
werden kann. Bei reinem pneumatischen Verbund ist bei derart kleinen Leistungen keine
ausreichende Stabilität des Gas/Luft-Verhaltnisses gewährleistet.
[0023] Die Start-/Stop-Emissionen werden dadurch minimiert, daß wegen der kleineren Minimalleistung
weniger Schaltungen erforderlich sind.
[0024] Die Verbrennungseinrichtung kann mit anderen Verbrennungsanlagen an eine gemeinsame,
mit Überdruck arbeitende Abgasanlage abgeschlossen werden, ohne daß die Gefahr besteht,
daß bei Stillstand der Verbrennungseinrichtung Abgas in deren Aufstellungsraum zurückströmt,
da der Kegel die Luftleitung vollständig verschließen kann.
[0025] Vorteilhafterweise entspricht der Öffnungswinkel der an die Luftleitung angeschlossenen
Düse im wesentlichen dem Winkel des Kegels. Dies trägt dazu bei, dass die an die Luftleitung
angeschlossene Düse von dem Kegel vollständig verschließbar ist, wie es in Weiterbildung
der Erfindung vorgesehen ist.
[0026] Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, den Kegel mit einem Winkel
von weniger als 30° zu versehen. Dieser Winkel ermöglicht eine sehr feinfühlige Verstellung
des Kegels und damit eine sehr feinfühlige Regelung. Unter Umständen sind jedoch auch
Kegel mit einem Winkel von mehr als 30° möglich.
[0027] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels im
Zusammenhang mit der beiliegenden Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in:
Figur 1 ein Schaltschema der Vorrichtung nach der Erfindung;
Figur 2 einen Axialschnitt durch ein in Figur 1 schematisch dargestelltes Bauteil.
[0028] Die Vorrichtung nach Figur 1 weist eine Gasleitung 1 und eine Luftleitung 2 auf.
Zwischen den beiden Leitungen arbeitet ein pneumatischer Regler 3, der den Druck in
der Gasleitung 1 in Abhängigkeit vom Druck in der Luftleitung 2 steuert. Die Gasleitung
1 und die Luftleitung 2 münden gemeinsam in einer Mischeinrichtung 4. Stromab der
Mischeinrichtung 4 ist ein drehzahlsteuerbares Gebläse 5 angeordnet, welches das Gemisch
zu einer nicht dargestellten Verbrennungseinrichtung fördert.
[0029] Figur 2 zeigt im einzelnen die Konstruktion der Mischeinrichtung 4, an die das Gebläse
5 direkt angeschlossen ist. Letzteres wird von einem drehzahlsteuerbaren Motor 6 angetrieben.
[0030] Die Mischeinrichtung 4 weist eine Mischkammer 7 auf, die sich von ihrer Eintrittsöffnung
aus in Strömungsrichtung venturidüsenartig erweitert. In die Eintrittsöffnung der
Mischkammer 7 ragt eine Düse 8 hinein, die an die Luftleitung 2 angeschlossen ist.
Die Düse 8 bildet mit dem Rand 9 der Eintrittsöffnung der Mischkammer 7 einen Ringspalt
10, der an die Gasleitung 1 angeschlossen ist.
[0031] In der Luftleitung 2 ist ein Kegel 11 angeordnet, der von einem Linearmotor 12 in
Axialrichtung relativ zur Düse 8 verstellbar ist. Gesteuert wird der Kegel 11 von
einem nicht dargestellten Sensor, der im vorliegenden Fall die Zusammensetzung der
Verbrennungsabgase erfaßt. Er liefert ein Signal, das die anstehende Gasqualität repräsentiert.
[0032] In der Position nach Figur 2 ragt der Kegel 11, dessen Winkel bei diesem Ausführungsbeispiel
weniger als 30° beträgt und mit dem Öffnungswinkel der Düse 8 übereinstimmt, in letztere
hinein. Ändert sich die Gasqualität in Richtung auf niedrigeren Brennwert, verschiebt
der Linearmotor 12 den Kegel 11 nach links weiter in die Düse 8 hinein. Dadurch erhöht
sich die Geschwindigkeit, mit der die Luft in die Mischkammer 7 eintritt. Dementsprechend
wird mehr Gas in die Mischkammer 7 hineingefördert. Gleichzeitig sinkt die in die
Mischkammer 7 eintretende Luftmenge. Im Ergebnis fördert weniger Luft mehr Gas in
die Mischkammer 7. Dies kompensiert den sinkenden Brennwert.
[0033] Bei steigendem Brennwert arbeitet die Regelung in entgegengesetzter Richtung. Durch
das Verstellen des Kegels 11 können Schwankungen des Luftdrucks und der Verbrennungslufttemperatur
ausgeglichen werden.
[0034] Die Erfindung kombiniert die Vorteile eines pneumatischen Verbundes mit den Vorteilen
eines elektronischen Verbundes unter gleichzeitiger Erhöhung des Modulationsgrades.
Die Mindestleistung der Verbrennungseinrichtung kann ohne Stabilitätseinbuße abgesenkt
werden.
[0035] Kommt die Verbrennungseinrichtung zum Stillstand, kann der Kegel 11 so weit in die
Düse 8 hineingefahren werden, daß er letztere verschließt. Dies verhindert eine Abgasrückströmung
in die Luftleitung 2, sofern die Verbrennungseinrichtung an ein Abgassystem angeschlossen
ist, das von weiteren Verbrennungseinrichtungen mit Überdruck beaufschlagt wird.
[0036] Fällt der den Linearmotor 12 des Kegels 11 steuernde Sensor aus, wird der Kegel 11
so weit nach rechts gefahren, daß er den Querschnitt der Düse 8 vollständig freigibt.
Die verbrennungseinrichtung wird dann einzig und allein über den pneumatischen Regler
3, also in der konventionellen Weise eines pneumatischen Verbundes, geregelt. Dabei
empfiehlt es sich, die minimale Leistung der Verbindungseinrichtung anzuheben.
[0037] Im Rahmen der Erfindung sind durchaus Abwandlungsmöglichkeiten gegeben. So kann der
pneumatische Regler 3 den Steuerdruck für die Steuerung des Drucks in der Gasleitung
1 auch an anderer Stelle als in der Luftleitung 2 abgreifen, beispielsweise in der
Mischkammer 7. Auch kann der den Linearmotor 12 steuernde Sensor beispielsweise lediglich
die Verbrennungslufttemperatur und/oder den Luftdruck bzw. die Gasqualität erfassen.
1. Vorrichtung zum Regeln des Gas/Luft-Verhaltnisses für eine vormischende Verbrennungseinrichtung,
mit
- einem pneumatischen Regler (3), der das Verhältnis zwischen dem Druck in einer Gasleitung
(1) und dem Druck in einer Luftleitung (2) konstant hält,
- einer stromab des Reglers (3) angeordneten Mischeinrichtung (4), die folgende Merkmale
aufweist:
• eine Mischkammer (7), die sich von ihrer Eintrittsöffnung aus in Strömungsrichtung
venturidüsenartig erweitert,
• eine an die Luftleitung (2) angeschlossene Düse (8), die in die Eintrittsöffnung
der Mischkammer (7) hineinragt,
• einen an die Gasleitung (1) angeschlossenen Ringspalt (10), der zwischen dem Rand
(9) der Eintrittsöffnung der Mischkammer (7) und der an die Luftleitung (2) angeschlossenen
Düse (8) ausgebildet ist, und
• einen in der Luftleitung (2) angeordneten Kegel (11), der in Abhängigkeit von einem
Signal eines Sensors in Axialrichtung relativ zu der an die Luftleitung (2) angeschlossenen
Düse (8) verstellbar ist,
- und mit einem drehzahlsteuerbaren Gebläse (5), das das Gemisch aus der Mischkammer
(7) zur Verbrennungseinrichtung fördert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegel (11) von einem Linearmotor (12) betätigbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungsquerschnitt der an die Luftleitung (2) angeschlossenen Düse (8) dem Querschnitt
des Kegels (11) derart angepaßt ist, daß die Düse (8) mit dem Kegel (11) vollständig
verschließbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel des Kegels (11) weniger als 30° beträgt.