[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Handgefahrenmelder mit Meldergehäuse, Frontplatte,
zerbrechlichem Element und einem Schalteinsatz mit einem Endschalter, einem Schaltelement
und einem Alarmknopf.
[0002] Derartige Handgefahrenmelder, die insbesondere in Gefahrenmeldeanlagen für Feuer-
oder Polizeinotruf verwendet werden, werden üblicherweise in zwei Ausführungen, für
direkte und indirekte Betätigung, hergestellt. Der Meldertyp für indirekte Betätigung
ist eine so genannte Alarmknopfausführung. Bei dieser ist eine Glasscheibe (das zerbrechliche
Element) einzuschlagen und dann der Alarmknopf zu drücken; das Auslöseelement ist
also der Alarmknopf. Beim Meldertyp für direkte Betätigung, einer so genannten Springknopfausführung,
muss die Glasscheibe eingeschlagen werden, worauf der Alarmknopf durch Federdruck
heraus springt. Hier ist also das Auslöseelement durch die Scheibe und den Alarmknopf
gebildet. In beiden Fällen wird durch die Bewegung des Alarmknopfs ein elektrischer
Schalter betätigt, der die Alarmmeldung als elektrisches Signal an eine Alarmzentrale
weiter leitet. Dabei ist es ausserordentlich wichtig, dass die Handgefahrenmelder
einwandfrei funktionieren und jederzeit für eine sichere Alarmabgabe einsatzbereit
sind.
[0003] Bei einem in der EP-A-0 592 925 beschriebenen Handgefahrenmelder der eingangs genannten
Art ist auf einer Leiterplatte mindestens ein Druckschalter vorgesehen, der durch
einen vom Alarmschalter verstellbaren Bedienhebel betätigbar ist, wobei der Bedienhebel
den Druckschalter über eine Blattfeder betätigt. Es liegt auf der Hand, dass die Ausbildung
des Schaleinsatzes mit dem Bedienhebel, und dessen Lagerung und mit der Blattfeder
relativ kompliziert und nicht im Hinblick auf eine kostengünstige Fertigung optimiert
ist. Ausserdem kann dieser Schalteinsatz beim Zusammentreffen ungünstiger Umstände,
wie beispielsweise ungünstiger Toleranzlage, Verstaubung, Beanspruchung der Blattfeder,
zu Schwierigkeiten bei der Alarmauslösung führen.
[0004] Bei einem von der Anmelderin der vorliegenden Patentanmeldung unter der Bezeichnung
CERBERUS DM1133 (CERBERUS - eingetragenes Warenzeichen der Siemens Building Technologies
AG) vertriebenen Handgefahrenmelder der genannten Art für indirekte Betätigung muss
die Führung für den Alarmknopf hochpräzise und mit sehr engen Toleranzen ausgebildet
sein, um eine sichere Betätigung des Endschalters beim Drücken des Alarmknopfes zu
gewährleisten. Die engen Toleranzen sind deswegen erforderlich, weil schon eine kleine
Verkantung des Alarmknopfes bei seiner Betätigung dazu führen könnte, dass der Endschalter
nicht ausgelöst wird. Diese Einhaltung sehr enger Toleranzen macht die Herstellung
des Alarmknopfes und seiner Führung aufwändig und erhöht die Kosten des Handgefahrenmelders.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, die geschilderten Handgefahrenmelder derart weiterzubilden,
dass der Schalteinsatz unabhängig von mechanischen Kräften und Fertigungstoleranzen
eine zuverlässige Alarmabgabe sicher stellt und wahlweise für die beiden Meldervarianten
verwendet werden kann. Ausserdem soll der Schalteinsatz im Hinblick auf eine kostengünstige
Fertigung optimiert sein.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Schaltelement durch
eine mit dem Alarmknopf verbundene und zur Betätigung des Endschalters vorgesehene
Schaltkulisse gebildet ist, welche in einer auf der Frontplatte vorgesehenen Führung
geführt ist.
[0007] Durch die Führung der Schaltkulisse, können Verkantungen des Alarmknopfes die sichere
Betätigung des Endschalters nicht mehr negativ beeinflussen, so dass die Anforderungen
an die Genauigkeit der Führung wesentlich reduziert werden können.
[0008] Eine erste bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkulisse an den Alarmknopf angearbeitet
und an ihren Längskanten von einer schienenartig ausgebildeten Führung umfasst ist.
[0009] Eine zweite bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkulisse eine Schaltfläche in Form eines
Keils oder Doppelkeils aufweist, welche an ihrem Fuss am Endschalter anliegt und diesen
bei Verschiebung der Schaltkulisse und damit des Alarmknopfs betätigt.
[0010] Eine dritte bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders
ist gekennzeichnet durch einen am Alarmknopf an der der Schaltkulisse gegenüber liegenden
Seite angearbeiteten Führungssteg, welcher in einer auf der Frontplatte vorgesehenen
Führungsschiene geführt ist.
[0011] Vorzugsweise bilden die schienenartige Führung für die Schaltkulisse und die Führungsschiene
für den Führungssteg ein gemeinsames Führungsteil, in welchem das aus Alarmknopf,
Schaltkulisse und Führungssteg gebildete Teil verdreh- und kippsicher geführt ist.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders,
bei welchem der Alarmknopf als Druckknopf ausgebildet ist, ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltkulisse einen mit der Schaltfläche fluchtenden Arretiervorsprung aufweist,
und dass ein im Betriebszustand des Melders an der Schaltkulisse anliegender Arretierhebel
vorgesehen ist.
[0013] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnungen
näher erläutert; es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht der Frontplatte und des Schalteinsatzes eines erfindungsgemässen Handgefahrenmelders
vom Melderinneren her gesehen in isometrischer Darstellung; und
- Fig. 2
- eine Ansicht der Frontplatte in Richtung des Pfeiles II von Fig. 1; und
- Fig. 3
- eine Ansicht der Frontplatte mit aufgeschraubter Leiterplatte.
[0014] Der prinzipielle Aufbau eines Handgefahrenmelders besteht aus einem Gehäuse, das
nach vorne durch eine Frontplatte abgedeckt ist, einem vor der Frontplatte angeordneten
zerbrechlichen Element, beispielsweise einer Glasscheibe, einem in der Frontplatte
geführten Alarmknopf und einem hinter der Frontplatte im Melderinneren angeordneten
Schalteinsatz. Dieser Aufbau wird als bekannt vorausgesetzt und ist hier nicht näher
beschrieben; es wird in diesem Zusammenhang auf die EP-A-0 592 925 und die EP-A-1
288 881 verwiesen. In den Figuren 1 und 2 sind lediglich die für das Verständnis der
Erfindung wesentlichen Teile des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders, nämlich die
mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnete Frontplatte, der mit dem Bezugszeichen 2 bezeichnete
Alarmknopf und der Schalteinsatz (ohne Leiterplatte) dargestellt. Fig. 3 zeigt die
Frontplatte mit aufgeschraubter Leiterplatte.
[0015] Die Frontplatte 1 ist darstellungsgemäss wannenförmig ausgebildet und enthält im
Zentrum eine Ausnehmung für den Alarmknopf 2, der durch eine zentrale Feder 3 nach
aussen gedrückt wird. Der den Schalteinsatz enthaltende Teil der Frontplatte 1 ist
nach hinten durch eine Leiterplatte 4 (Fig. 3) abgedeckt. Die Leiterplatte 4 ist mit
der Frontplatte 1 verschraubt und bildet einen Anschlag für die Feder 3. Sämtliche
stromdurchflossenen Teile sind auf der Leiterplatte 4 platziert, woraus eine Kosteneinsparung
resultiert. Der Schalteinsatz enthält im wesentlichen einen auf der Leiterplatte angeordneten
Endschalter 5 und eine an den Alarmknopf 2 angearbeitete Schaltkulisse 6. Die Schaltkulisse
6 hat die Form eines Plättchens, welches mit dem Alarmknopf 2 über einen schmalen
Steg verbunden ist. An der vom Alarmknopf abgewandten Fläche ist eine keilförmig ansteigende
Schaltfläche 7 angeordnet, die am Endschalter 5 anliegt und diesen beim Hineindrücken
des Alarmknopfs 2 betätigt.
[0016] Im Abstand von der Schaltfläche 7 ist ein sägezahnartiger Arretiervorsprung 8 vorgesehen.
Im Betriebszustand des Melders liegt eine Arretiernase 9 eines Arretierhebels 10 im
Raum zwischen der Schaltfläche 7 und dem Arretiervorsprung 8 an der Schaltkulisse
6 an. Beim Hineindrücken des Alarmknopfs 2 gleitet der Arretiervorsprung 8 unter der
Arretiernase 9 durch, wodurch der Arretierhebel 10 kurz ausgeschwenkt wird und nach
dem Arretiervorsprung 8 zurückspringt und damit den Alarmknopf 2 in seiner hineingedrückten
Alarmposition arretiert. Der Arretierhebel 10 ist zweiarmig ausgebildet und in seinem
Zentrum an einer ortsfesten Lagerbuchse 11 auf der Frontplatte 1 verschwenkbar gelagert.
Der kürzere Arm des Arretiehebels 10 trägt die Arretiernase 9 und der längere Arm
dient als Betätigungsarm und ragt mit seinem freien Ende 12 seitlich aus dem Melder
hinaus. Dem Betätigungsarm ist ein elastisches Organ 13 in der Art einer Blattfeder
zugeordnet, welches an der benachbarten Seitenwand der Frontplatte 1 anliegt und die
Arretiernase 9 gegen die Schaltkulisse 6 drückt.
[0017] An der Schaltkulisse 6 radial gegenüberliegenden Seite des Alarmknopfs 2 ist ein
T-förmiger Führungssteg 18 angearbeitet, der zusammen mit dem Alarmknopf 2 und der
Schaltkulisse 6 ein gemeinsames, einstückiges Betätigungs- und Schaltorgan bildet.
Dieses Organ ist in einem an der Innenseite der Frontplatte 1 angeordneten gemeinsamen
Führungsteil 14 geführt.
[0018] Der Führungsteil 14 besteht aus der Führungsschiene 16 für die Schaltkulisse 6, der
Führungsschiene 17 für den Führungssteg 18 und einem zylindrischen Mittelteil 15,
das als Führung für den Alarmknopf 2 dient. Die Länge jeder dieser Führungen ist grösser
als die Länge des zu führenden Teils und ist so bemessen, dass der Alarmknopf 2, die
Schaltkulisse 6 und der Führungssteg 13 auch beim Hineindrücken des Alarmknopfs 2
in ihrer ganzen Länge in der jeweiligen Führung geführt sind. Dadurch, dass die Schaltkulisse
6 in der Führungsschiene 16 geführt ist, bewegt sich die Schaltkulisse 6 längs eine
genau definierten Bahn, so dass der Endschalter 5 unter allen Umständen mit Sicherheit
betätigt wird. Die exakte Bewegungsebene der Schaltkulisse 6 ermöglicht ausserdem
die Verwendung eines Endschalters 5 mit relativ grossem Schalthub. Der Führungssteg
18 und die Führungsschiene 17 bieten eine zusätzliche Sicherheit für die exakte Führung
und gegen jedes Verkanten und/oder Verklemmen des Alarmknopfs 2. Wie Fig. 3 zu entnehmen
ist, durchstösst die Führungsschiene 16 an ihrem freien Ende die Leiterplatte 4 und
ist in einer entsprechenden Durchbrechung der Leiterplatte fixiert.
[0019] Wie schon eingangs erwähnt wurde, sind Handgefahrenmelder in Alarmknopf- und Springknopfausführung
bekannt. Der dargestellte Melder ist eine Alarmknopfausführung für indirekte Betätigung.
Für die Auslösung eines Alarms ist zuerst die den aus der Frontscheibe 1 ragenden
Alarmknopf 2 abdeckende Glasscheibe einzuschlagen und dann der Alarmknopf 2 zu drücken.
Der Alarmknopf 2 betätigt dabei über die Schaltkulisse 6 den Endschalter 5 und wird
durch den Arretierhebel 10 in dieser Lage fixiert. Zur Freigabe des Alarmknopfs 2
muss das freie Ende 12 des Arretierhebels 10 in Richtung des Pfeiles A verschwenkt
werden, wodurch die Arretiernase 9 die Schaltkulisse 6 frei gibt und die Feder 3 den
Alarmknopf 2 wieder in seine Betriebsstellung drückt.
[0020] Der dargestellte Handgefahrenmelder ist mit geringfügigen Modifikationen auch als
Melder in Springknopfausführung für direkte Betätigung verwendbar. In diesem Fall
wird der Arretierhebel 10 entfernt und der Alarmknopf 2 durch einen für direkte Betätigung
geeigneten Knopf ersetzt, der sich vom Alarmknopf 2 für indirekte Betätigung im wesentlichen
durch eine andere Formgebung der Schaltfläche 7 an der Schaltkulisse 6 unterscheidet,
weil ja jetzt der Endschalter nicht beim Hineindrücken sondern beim Herausspringen
des Alarmknopfs betätigt wird.
1. Handgefahrenmelder mit Meldergehäuse, Frontplatte (1 ), zerbrechlichem Element und
einem Schalteinsatz mit einem Endschalter (5), einem Schaltelement und einem Alarmknopf
(2), dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement durch eine mit dem Alarmknopf (2) verbundene und zur Betätigung
des Endschalters(5) vorgesehene Schaltkulisse (6) gebildet ist, welche in einer auf
der Frontplatte (1) vorgesehenen Führung (16) geführt ist.
2. Handgefahrenmelder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkulisse (6) an den Alarmknopf (2) angearbeitet und in Form eines Stegs
ausgebildet und an ihren Längskanten von der schienenartig ausgebildeten Führung (16)
umfasst ist.
3. Handgefahrenmelder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkulisse (6) eine Schaltfläche (7) in Form eines Keils oder Doppelkeils
aufweist, welche an ihrem Fuss am Endschalter (5) anliegt und diesen bei Verschiebung
der Schaltkulisse (6) und damit des Alarmknopfs (2) betätigt.
4. Handgefahrenmelder nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch einen am Alarmknopf (2) an der der Schaltkulisse (6) gegenüber liegenden Seite angearbeiteten
Führungssteg (18), welcher in einer auf der Frontplatte (1) vorgesehenen Führungsschiene
(17) geführt ist.
5. Handgefahrenmelder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die schienenartige Führung (16) für die Schaltkulisse (6) und die Führungsschiene
(17) für den Führungssteg (18) ein gemeinsames Führungsteil (14) bilden, in welchem
das aus Alarmknopf (2), Schaltkulisse (6) und Führungssteg (18) gebildete Teil verdreh-
und kippsicher geführt ist.
6. Handgefahrenmelder nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine mit der Frontplatte (1) verbundene, vorzugsweise verschraubte, Leiterplatte
(4) auf welcher alle stromführenden Komponenten befestigt sind, und welche als Anschlag
für eine auf den Alarmknopf (2) wirkende Feder (3) dient.
7. Handgefahrenmelder nach Anspruch 5, bei welchem der Alarmknopf (2) als Druckknopf
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkulisse (6) einen mit der Schaltfläche (7) fluchtenden Arretiervorsprung
(8) aufweist, und dass ein im Betriebszustand des Melders an der Schaltkulisse (5)
anliegender Arretierhebel (10) vorgesehen ist.
8. Handgefahrenmelder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Arretierhebel (10) als zweiarmiger Schwenkhebel ausgebildet ist und am freien
Ende seines an der Schaltkulisse (5) anliegenden einen Arms eine Arretiernase (9)
aufweist, welche beim Hineindrücken des Alarmknopfs (2) hinter dem Arretiervorsprung
(8) einrastet und den Alarmknopf (2) in seiner den Endschalter (5) betätigenden Stellung
arretiert.
9. Handgefahrenmelder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der andere Arm des Arretierhebels (10) an seinem freien Ende (12) seitlich aus dem
Gehäuse des Melders ragt.
10. Handgefahrenmelder nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch ein dem Arretierhebel (10) zugeordnetes federndes Element (13), welches so auf den
Arretierhebel (10) wirkt, dass die Arretiernase (9) gegen die Schaltkulisse (6) gedrückt
wird.