[0001] Aus der WO 97/35531 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Gerüstes für Inlays,
Kronen und Brücken in der Zahntechnik bekannt. Bei diesem Verfahren werden die Gerüste,
z.B. aus Alumina, hergestellt, indem auf den Stumpf eines Arbeitsmodells eine Folie
aufgezogen wird, die aufgezogene Folie mit einem Schlicker aus dem entsprechenden
Material, z.B. Alumina, versehen wird, dann die Folie vom Arbeitsmodell entnommen
und mit dem darauf befindlichen Schlicker gebrannt wird. Beim Brennen der Keramikmasse
verbrennt die Schrumpffolie und das Gerüst, z.B. in Form eines Käppchens, wird erhalten.
[0002] Danach erfolgt üblicherweise die Infiltrierung des Käppchens mit einer Glasmasse.
Auf dem so hergestellten Käppchen erfolgt anschließend der übliche Aufbau der Verblendkeramik.
[0003] Der nach diesem Verfahren hergestellte Zahnersatz ist absolut metallfrei und somit
biokompatibel und erreicht die Festigkeitswerte von Metallverbundkeramiken. Wegen
der Einfachheit der Herstellung und der geringen Materialkosten kann für breite Bevölkerungsteile
daher ein hochwertiger Zahnersatz zur Verfügung gestellt werden.
[0004] Obschon mit diesem Verfahren eine gegenüber dem aus der EP-A-02241384 bekannten Verfahren
eine Arbeitsersparnis in der Größenordnung von 70-80% verbunden ist, ist es erfindungsgemäß
gelungen, jeden einzelnen Arbeitsabschnitt nochmals zu verkürzen, womit auch eine
qualitative Verbesserung erzielt wird, die im einzelnen nachfolgend näher erläutert
wird.
[0005] Anhand der Zeichnungen werden die erfindungsgemäßen Schritte erklärt, wie sie in
den Patentansprüchen beansprucht werden.
[0006] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Auftragung eines Schlickers auf eine aufgezogene Folie;
- Fig.2
- eine CNC-Maschine, mit der neben dem Schlicker auch die Verblendkeramik aufgetragen
werden kann;
- Fig. 3
- eine Vorrichtung zum schnellen und faltenfreiem Aufziehen einer Folie auf einen Einzelstumpf;
- Fig. 4
- eine Vorrichtung zum Auftragen von Schlicker oder anderen Keramikmassen im Querschnitt
und Draufsicht;
- Fig. 5
- eine Unterlage für Gerüste während des Infiltriervorgangs;
- Fig. 6
- eine Vorrichtung zum Infiltrieren der vorgesinterten Gerüste mit Glas.
[0007] Bei den bekannten Verfahren erfolgte bisher der Auftrag des Schlickers mit einem
Pinsel. Dies hatte zur Folge, dass durch Abtropfen des Schlickers von der Folie Materialverluste
entstehen. Bevor der Schlicker gebrannt wird, muss er ferner auf der Folie leicht
antrocknen. Bisher wurde dies durch eine entsprechende Verweilzeit an der Luft sichergestellt.
[0008] Es ist daher ein Aspekt der Erfindung, das bekannte Verfahren ohne Materialverlust
zu beschleunigen, was im folgenden anhand der Figur 1 näher erläutert wird.
[0009] Der Motor 1 treibt eine Welle 2 an und ist bis auf eine Drehzahl von etwa einer Umdrehung
pro Minute herab regulierbar. An der Spitze der Welle 2 ist der Stumpf 3, üblicherweise
ein Gipsstumpf des Arbeitsmodells, mit einem Klebewachs 4 befestigt. Beim Hineinstecken
des Stumpfes 3 in das Klebewachs 4 ist darauf zu achten, dass der Stumpf möglichst
gut zentriert in Bezug auf die Drehachse der Welle angebracht ist, was das Auftragen
des Schlickers erleichtert.
[0010] Auf die Präparation des Stumpfes 3 ist eine Folie 6 aufgeschrumpft. Damit ein faltenfreies
Aufschrumpfen erzielt wird, ist es zweckmäßig, die Folie so aufzuschrumpfen, wie es
später anhand der Figur 3 erläutert wird.
[0011] Mit Hilfe des Werkzeugs 5, beispielsweise eines Pinsels, wird der Schlicker auf die
Folie 6 aufgetragen. Von besonderem Vorteil ist es, wenn eine Auftragsvorrichtung
benutzt wird, die in Figur 4 gezeigt ist.
[0012] Während und/oder nach dem Auftragen des Schlickers wird der Schlicker mit einem Gas
getrocknet, das über Umgebungstemperatur erwärmt ist. Hierzu wird zweckmäßigerweise
ein Fön 7 benutzt, dessen Luftaustrittstemperatur regelbar ist. Während des Schlickerauftrags
hat sich eine Lufttemperatur von 25 °C bis maximal 40 °C bewährt.
[0013] Das Anblasen des Schlickers mit erwärmter Luft beschleunigt den Trocknungsvorgang
und ermöglicht eine gleichmäßige Trocknung der Schlickermasse, was sich positiv auf
das Gefüge des gebrannten Keramikmaterials auswirkt.
[0014] Nachdem der Schlicker angetrocknet ist, muss die Folie 6 vom Stumpf 3 entfernt werden.
Hierzu wird die Föntemperatur auf 80-120 °C gesteigert, was zum Schmelzen einer Trennschicht
führt, die sich zwischen der Folie 6 und der Präparation des Stumpfes 3 befindet.
Ein leichtes Abziehen der Folie ist somit gewährleistet.
[0015] Die Folie 6 mit dem darauf befindlichen Schlicker wird anschließend gebrannt, wobei
das Plastikmaterial der Folie rückstandsfrei verbrennt. Nach der sogenannten Infiltrierung
des gebrannten Käppchens und der üblichen Bearbeitung kann der Aufbau der Verblendkeramik
erfolgen.
[0016] Aus vorstehenden Ausführungen ist auch ersichtlich, dass sich dieses Verfahren ohne
Schwierigkeit in das automatisierte Verfahren gemäss Figur 2 integrieren lässt, das
nachfolgend beschrieben wird.
[0017] In Figur 2 zeigt 1 den Motor einer CNC-Fräsmaschine, der eine Welle 2 in Drehung
versetzt. Am Ende der Welle ist ein Sägestumpf 3 eines Arbeitsmodelles befestigt,
der eine Präparation 3a aufweist, die formmäßig mit dem Zahnstumpf eines Patienten
oder einem Implantat übereinstimmt. Der Sägestumpf 3 wird zweckmäßigerweise mit einem
Klebewachs 4 an der Welle 2 befestigt, wobei eine gewisse Formschlüssigkeit zwischen
dem Ende der Welle 2 und dem Sägestumpf 3 hilfreich sein kann. Auf die Präparation
ist eine Schrumpffolie 6 faltenfrei aufgeschrumpft. Anstelle der Folie ist auch der
Auftrag eines lippenstiftartigen Trennmittels möglich. Die Erfindung wird aber einfachheitshalber
im nachfolgenden nur gemäss Folienverfahren beschrieben.
[0018] Als erster Schritt im CNC-Verfahren wird zunächst die Oberflächenkontur der über
dem Objekt aufgezogenen Folie abgetastet und numerisch gespeichert. Wie bei modernen
CNC-Maschinen üblich geschieht dies mittels eines Lasers 8. Eine mechanische Abtastung
ist jedoch auch möglich.
[0019] Anschließend erfolgt die Auftragung eines Schlickers mittels einer pipettenähnlichen
Auftragsvorrichtung 9, die näher in Figur 4 beschrieben ist. Die Austrittsspitze 9a
wird hierbei im geringen Abstand über die sich drehende Folie 6 geführt, wobei der
Abstand der Austrittsspitze 9a zur Oberfläche der Folie durch die vorher eingespeicherten
Werte des Oberflächenprofils numerisch gesteuert wird. Die Drehgeschwindigkeit der
Welle 2 und die Austrittsgeschwindigkeit des Schlickers an der Spitze 9a sind hierbei
so aufeinanderabgestimmt, dass ein kontinuierlicher Materialfluss von der Spitze 9a
zu Oberfläche der Folie gewährleistet ist. Durch diese Maßnahmen besitzt das Käppchen
bereits in diesem Verfahrensstand annähernd die gewünschte Wandstärke.
[0020] Als nächster Verfahrensschritt erfolgt das Abfräsen des überschüssigen Materials
durch den numerisch gesteuerten Fräskopf 10 mit Fräse 11. Das Ausfräsen einer Kontur
in der Zahntechnik mittels einer CNC-Fräsmaschine ist zwar an sich nichts Neues, jedoch
geschieht dies grundsätzlich beim Stand der Technik durch Ausfräsen aus dem Vollen.
Bei der vorliegenden Erfindung ist jedoch durch den gesteuerten Schlickerauftrag das
abzufräsende Volumen bereits auf ein Minimum reduziert, was um eine Größenordnung
schnelleres Arbeiten ermöglicht.
[0021] Nach kurzem Antrocknen des Schlickers wird das auf der Präparation 3a befindliche
Käppchen 12 von dieser abgezogen, gesintert und in der bekannten Weise infiltriert,
damit die notwendige Festigkeit erzielt wird.
[0022] Die vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Anordnung, bestehend aus einer an sich
bekannten CNC-Fräsmaschine, erfindungsgemäß kombiniert mit einer pipettenähnlichen
Dosiervorrichtung, lässt sich ferner für die Herstellung einer kompletten Keramikkrone
verwenden. Hierzu wird das fertige Käppchen nach dem Infiltrieren wieder auf die Präparation
3a aufgesetzt. Der vorher durch die Schrumpffolie eingenommene Raum lässt sich durch
Wachs oder ein ähnliches Material ersetzen, sodass ein sicherer Halt gewährleistet
ist.
[0023] Das Keramikmaterial wird - wie der Schlicker vorher auf die Folie - auf das Käppchen
aufgetragen, wobei die Steuerung der Auftragspipette durch digital gespeicherte Werte
erfolgt, die der gewünschten anatomischen Form der Krone entsprechen. Hierzu wird
vorher auf die Präparation 3a ein Modell des Zahnes, beispielsweise aus Wachs, aufgesteckt,
dessen Oberfläche in der bereits beschriebenen Weise gespeichert wird. Bei diesem
Materialauftrag ist selbstverständlich der Schrumpf der Keramik beim Brennen einzukalkulieren.
[0024] Das Auftragen des Keramikmaterials kann aus mehreren Auftragspipetten erfolgen, die
Material unterschiedlicher Farbtönungen enthalten. Durch entsprechende Schichtung
und Steuerung lässt sich so der gewünschte Farbton der Krone einstellen. Diese Steuerung
kann über die Einstellung des Auspressdruckes in der Pipette oder über den Kolbenvorschub
erfolgen, sowie durch den Rechner in 3D-Graphik erstellt werden.
[0025] Wichtig bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es ferner, dass die Folie schnell
und faltenfrei aufgezogen werden kann.
[0026] Aus Figur 3 ist der Grundaufbau einer Tiefziehvorrichtungen erkennbar, die vorstehende
Anforderungen erfüllt. Eine Folie 13 wird durch eine Einspannvorrichtung 14 gehalten.
Da die Folie 13 nach dem Erhitzen aufgrund ihrer geringen Masse schnell die Wärme
verliert, sind üblicherweise (nicht gezeigte) Wärmespeicherelemente vorgesehen. In
einem Granulataufnahmeraum 15, der durch eine Wandung 16 gebildet wird, befindet sich
des Granulat zum Halten des Objektes, hier des Einzelstumpfes 3. Im Boden des Aufnahmeraumes
15 ist ein Filter 17 vorgesehen, das verhindert, dass das Granulat durch das Vakuum
unterhalb des Filters abgesaugt wird.
[0027] Die erhitze Folie wird auf die Dichtlippe 18 aufgelegt und tiefgezogen. Hierbei ummantelt
sie den Einzelstumpf 3. Bis hier besteht zwischen der Erfindung und dem Stand der
Technik kein Unterschied.
[0028] Für die gewünschte Präzision ist eine solche Vorrichtung aber noch nicht geeignet.
Zum einen wird bei dem vorstehend erwähnten Verfahren eine sehr dünne Folie benötigt.
Ihre Stärken betragen 0.1 mm oder dünner für die Beschichtung von Einzelstümpfen für
die Schlickertechnik und höchstens 0.6 mm für die Teleskop-Kronentechnik. Solche Folien
zerreißen unweigerlich in den herkömmlichen Tiefziehvorrichtungen.
[0029] Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Trichters 19, der mit einer Dichtlippe 20
am oberen Rand versehen sein kann, wird in überraschender Weise das Reißen der Folie
verhindert und ein faltenfreier Überzug auf dem Einzelstumpf erzielt, da der Trichter
beim Tiefziehen die Folie definiert auf den Stumpf leitet, wodurch eine gleichmäßige
Materialstärke auf dem Stumpf erreicht wird.
[0030] Ein weiteres Problem bei dünnen Folien kann durch das Granulat entstehen, das üblicherweise
aus Blei in zylindrischer Form mit einem Durchmesser von etwa 0.5 mm besteht.
[0031] Es wurde nun gefunden, dass sich Messingkügelchen mit einem Durchmesser von 0.2 bis
0.5 mm, vorzugsweise 0.3 mm, besonders eignen, da sie die Folie nicht perforieren.
[0032] Nach dem Aufschrumpfen der Folie ist es vorteilhaft, die Folie in einem begrenzten
Bereich an der Spitze des Stumpfes zu entfernen. Hierdurch liegt das Käppchen im fertigen
Zustand des Zahnes direkt auf dem Zahnstumpf auf, wodurch Spannungen im Zahnaufbau
reduziert werden.
[0033] Der Raum, der bei diesem Verfahren von der Folie ausgefüllt wird, hat die Funktion
eines Platzhalters, der bei Kronen und in der Brückentechnik erwünscht ist, da diese
den Abfluss des Zementierungsmaterials gewährleistet.
[0034] Bei der Herstellung von Inlays, Teilkronen und Gerüsten für Implantate und/oder Suprastrukturen
ist eine solche Platzhalterfunktion nicht nötig, sondern sogar unerwünscht, da diese
zahnprothetischen Teile unmittelbar mit ihrem Partnerteil kontaktieren sollen. Man
spricht hier daher von einer adhäsiven Zementierung. Insbesondere aber in der Implantattechnik
ist kein Spiel erwünscht, da dies Ursache für das Herausfallen der Implantate sein
kann, da üblicherweise die Kronen mit dem Implantat verschraubt werden und das Auftreten
eines Biegemomentes zum Bruch der Krone führt.
[0035] Bei der Entwicklung der Erfindung war es zunächst ein Ziel. die Folie durch ein äußerst
dünnes Material zu ersetzen, das die unerwünschte Platzhaltereigenschaft nicht mehr
aufweist. Der Erfinder hat nun in äußerst überraschender Weise gefunden, dass sich
handelsübliche Lippenpflegemittel wie Labello (eingetragenes Warenzeichen der Fa.
Beiersdorf AG) bestens eignet. Hierzu muss das Material warm, also über 45 °C, auf
den Stumpf aufgetragen werden, da sich so ein hauchdünner Film bilden kann. Wegen
der schlechten Sichtbarkeit des Films aufgrund seiner geringen Stärke und/oder zur
Verbesserung der Reflexion des Laserstrahles empfiehlt sich das Anfärben des Mittels.
[0036] Nach dem Abkühlen ist der Stumpf dann mit einem Film überzogen, der beim Auftragen
des Schlickers nicht zerstört wird und an dem der Schlicker gut haftet.
[0037] Nach Entnahme vom Arbeitsmodell wird der Rohling gesintert. Hierbei verflüssigt sich
das erfindungsgemäße Trennmittel wieder und wird zunächst von der Keramik wie von
einem Schwamm aufgesogen und anschließend bei der hohen Sintertemperatur rückstandslos
verbrannt. Hierdurch wird die gewünschte Präzision erzielt.
[0038] Die solchermaßen hergestellte Restauration ist daher für die adhäsive Zementierung
und insbesonders für die Implantattechnik bestens geeignet.
[0039] Bei der Herstellung von künstlichen Zähnen oder dgl. wird nach wie vor die Keramikmasse
in Form eines Schlickers mit dem Pinsel per Hand auf das Objekt aufgetragen. Diese
Technik unterscheidet sich fast in nichts von der Technik eines Malers, der von einer
Farbpalette mit dem Pinsel Ölfarbe auf ein Bild aufträgt, nur dass der Zahntechniker
normalerweise eine Glasplatte benutzt.
[0040] Da Schlicker aus einer Mischung aus Keramikpulver und üblicherweise Wasser besteht,
verdunstet das Wasser aus der Mischung heraus, wodurch der Schlicker unbrauchbar,
da zu zäh, wird. Insbesondere bei Alumina-Schlickern ist das Wasserverhältnis eine
sehr kritische Größe. Bei nicht-optimalem Wasserverhältnis ergibt sich beim Brennen
ein schlechtes Gefüge und damit eine geringe Bruchfestigkeit. Da dies dem Zahntechniker
bekannt ist, bringt er an den auf der Arbeitsglasplatte befindlichen Schlicker Feuchtigkeitsspeicher
an, z.B. feuchte Papierkügelchen usw. Der Phantasie sind in diesem Punkt keine Grenzen
gesetzt.
[0041] Andererseits besteht aber auch die Gefahr, dass durch das erforderliche Pinselauswaschen
zuviel Wasser in den Schlicker eingetragen wird. Auch dies hat im Endeffekt die gleichen
negativen Folgen.
[0042] Die in Figur 4 gezeigte Auftragsvorrichtung gewährleistet ein konstantes Flüssigkeit/Keramikpulver-Verhältnis
beim Arbeiten.
[0043] Die Auftragsvorrichtung besteht aus einem Außenrohr 21, das bei Gebrauch wie ein
Pinsel in der Hand des Zahntechnikers liegt. In das Außenrohr 21 ist ein elastisches
Innenrohr 23, vorzugsweise aus Silikonkautschuk, eingelegt, das mit der Keramikmasse
gefüllt ist. Außenrohr 21 und Innenrohr 23 verjüngen sich zu einer Auftragsspitze
24. Da der Innenraum der Auftragsvorrichtung durch eine Kappe 25 verschlossen ist,
kann durch Ausübung eines Fingerdruckes über die Fingerdrucköffnung 26 ein Überdruck
erzielt werden, der den Schlicker an der Auftragsspitze 24 austreten lässt. Um einen
Unterdruck abbauen zu können, der beim Zurückgehen des eingedrückten Innenrohres 23
in die Normallage entsteht, kann ein Belüftungsventil 27 vorgesehen werden.
[0044] Zur Anpassung an die jeweiligen Arbeitsbedingungen kann die Auftragsspitze füllfederhaltig
geschlitzt oder pinselartig ausgebildet sein. Die Form der Spitze hängt von der Viskosität
des Schlickers ab.
[0045] Da das elastische Innenrohr 23 in das Außenrohr 21 eingeschoben werden kann, ist
es möglich, erfindungsgemäß den Schlicker beim Hersteller des Keramikpulvers anmischen
und in das Innenrohr 23 einfüllen zu lassen, da beim Mischen im Zahnlabor falsche
Mischungsverhältnisse leicht möglich sind. Um einen gebrauchsfähigen Schlicker zu
erhalten, muss das Innenrohr nur an beiden Enden dann aufgeschnitten oder anderweitig
geöffnet werden.
[0046] Diese Konstruktion hat gegenüber anderen denkbaren Vorrichtungen den Vorteil, dass
keinerlei mechanische Teile, wie Kolben, benötigt werden.
[0047] Eine weitere Beschleunigung des Verfahrens wird mit den Vorrichtungen gemäss den
Figuren 5 und 6 erzielt.
[0048] Bisher wurde während der Infiltrierung das Gerüst auf eine Platinfolie aufgelegt.
[0049] Platin wird von geschmolzenen Glas nicht benetzt. Da grundsätzlich mit einem Überschuss
an Infiltrationspulver gearbeitet werden muss, fließt das überschüssige Glas an der
Oberfläche des Gerüstes herab auf die Platinfolie und bildet dort am Gerüstrand einen
Glasfuß, der in mühsamer Kleinarbeit durch Schleifen und/oder Sandstrahlen entfernt
werden muss. Unter Umständen muss durch nochmaliges Erhitzen ein Teil des Überschussglases
entfernt werden. Neben dem beachtlichen Arbeitsaufwand besteht noch die Gefahr, dass
das Gerüst bei dieser Arbeit beschädigt wird.
[0050] Mit der Vorrichtung nach Figur 5 wird eine schnelle und sichere Entfernung des Überschussglases
gewährleistet.
[0051] Figur 5 zeigt eine Unterlage 28, die im vorliegenden Fall rotationssymmetrisch ausgebildet
ist, was deren Herstellung erleichtert. Die Oberfläche der Unterlage 28 hat eine profilierte
Oberflächenstruktur in Form einer Zick-Zack-Profilierung 29. Jede andere Profilierung
ist mehr oder weniger gleich gut geeignet. Wichtig ist nur, dass die erhobenen Bereiche
nicht zu groß im Vergleich zum Gerüst sind.
[0052] Die Unterlage 28 weist ferner eine Nut 30 auf, die von einem aufgelegten Brückengliedgerüst
31 überbrückt wird.
[0053] Die Unterlage 28 besteht aus einem porösen Material, das durch Glas benetzt wird.
In diesem Punkt wird also das Gegenteil vom Stand der Technik gefordert, der von nicht
benetzbaren Platinfolien ausgeht. Als Material haben sich besonders Einbettmassen
bewährt, die in der Zahntechnik üblich sind. Prinzipiell ist aber jedes Keramikmaterial
durch Glas benetzbar und daher geeignet.
[0054] Während des Erhitzungsvorganges fließt das Überschussglas an der Brücke 31 herab
und tropft einerseits in die Nut 30 und wird andererseits von der porösen Oberfläche
aufgesogen. Gerade für Brücken mit großer Materialmasse im Mittelteil ist die Möglichkeit
des Abtropfens von Vorteil, da das abgetropfte Glas keine Verbindung mit der Brücke
mehr aufweist. Hierdurch minimiert sich die Menge des später zu entfernenden Glases.
[0055] Da beim Eindringen des flüssigen Glases in das poröse Material der Unterlage sich
ein Mischmaterial aus Glas und Keramik bildet, weist das noch am Gerüst hängende Überschussglas
schwache Festigkeitswerte im Vergleich zum reinen Glas auf. Es kann also leicht und
schnell mechanisch entfernt werden.
[0056] Auch beim Abheben von der Unterlage ist keine Beschädigung des Gerüstes möglich,
da die in der Figur gezeigten Zacken einfach von der Unterlage wegbrechen, ohne dass
eine sonderlich starke Kraft erforderlich wäre, wenn die Unterlage aus einer Einbettmasse
oder dgl. besteht.
[0057] In Figur 6 ist ein üblicher Keramikbrennofen 32 schematisch gezeigt, der in Dentallabors
Verwendung findet. Durch die Wand des Ofens 32 ist eine von außen bewegliche, pipettenähnliche
Auftragsvorrichtung 33 hindurchgeführt, die zweckmäßigerweise in einem Kugelgelenk
34 gelagert ist. Die Auftragsvorrichtung 33 besteht im gezeigten Fall aus einem Platinrohr
35 mit einer Spitze 36. Da das Rohr 35 innerhalb des Kugelgelenkes 34 verschieblich
gelagert ist, ist die Auftragsspitze 36 innerhalb des Ofens 32 dreidimensional beweglich.
[0058] Im folgenden wird die erfindungsgemäße Herstellung eines Gerüstes für eine Brücke
beschrieben.
[0059] Nach dem zuvor beschriebenen Folienverfahren werden zunächst zwei Käppchen 12a und
12b aus einem Keramikschlicker hergestellt, die mit einem Brückenzwischenglied 40
aus dem gleichen Material, z.B. Alumina, verbunden werden. Das Brückenzwischenglied
kann händisch aber auch maschinell hergestellt werden, indem die Lage der beiden Käppchen
12a und 12b auf dem Arbeitsmodell vermessen wird und es dann aus einem vorgesinterten
Rohling computergesteuert herausgefräst wird. Das Gerüst wird anschließend gesintert.
[0060] Würde das so hergestellte Brückengerüst nach dem Stand der Technik glasinfiltriert,
ließe man zu diesem Zeitpunkt a) den Ofen abkühlen, b) das Brückengerüst entnehmen,
c) das Infiltrierglas in Form von Pulver aufbringen und d) das bepulverte Gerüst zum
Aufschmelzen des Glases erneut erhitzen.
[0061] Als Infiltrierglas verwendet man üblicherweise eine Glasfritte, die aus der EP-A-0030851
schon bekannt ist, oder ein Glas mit hohem Lanthangehalt.
[0062] Dass diese Schritte mit Energie- und Zeitverlusten verbunden sind, wurde erfindungsbegründend
erkannt.
[0063] Der erste Schritt liegt daher darin, dass das Gerüst im Ofen ohne Abkühlung verbleibt,
am besten auf einer Unterlage 28 gemäß Figur 5.
[0064] Während und/oder unmittelbar nach dem Sintern wird das Infiltrierglas im Ofen 32
selbst aufgeschmolzen, indem in das Rohr 35 ein Glasstab 37 eingeführt wird, der zuerst
an der Spitze 36 flüssig wird. Durch entsprechendes Nachschieben des Stabes 37 ist
eine ausreichende Dosiermöglichkeit gegeben, bis das Gerüst voll mit Infiltrierglas
überzogen ist. Nach ca. 4 Stunden bei ca. 1100 °C ist der Infiltriervorgang abgeschlossen.
Der Vorgang kann durch ein nicht gezeigtes feuerfestes Glasfenster beobachtet werden.
[0065] Die Verwendung eines fertigen Glasstabes anstelle von Glaspulver hat den Vorteil,
dass auf die aufwändige Herstellung von Glaspulver verzichtet werden kann.
[0066] Das Aufschmelzen von Pulver in einem Platinrohr ist nämlich nicht ganz problemlos,
da flüssiges Glas Platin nicht benetzt und folglich kein Kapillareffekt im Rohr vorliegt.
Das Glas würde daher einfach aus dem Rohr ausfließen, wenn keine gesonderten Vorkehrungen
getroffen würden. Eine solche Vorkehrung wäre die angedeutete Schmelzkammer 38, in
der in waagerechter Lage des Rohres das Glaspulver geschmolzen werden kann, ohne dass
Glas ausfließt. In geneigter Lage des Rohres ließe sich dann mittels des angedeuteten
Blasebalgs 39 das Glas dosieren.
[0067] Zu beachten ist ferner noch, dass Platin und andere geeignete Metalle eine hohe Wärmeleitfähigkeit
aufweisen, die nicht gezeigte Isoliermaßnahmen erforderlich machen, damit das Rohr
35 handhabbar ist.
[0068] Nach Beendigung der Infiltrierung und den üblichen mechanischen Nacharbeiten wird
in einem weiteren Sintervorgang die Verblendkeramik auf das Brückengerüst aufgebracht.
[0069] Mit der vorliegenden Erfindung ist somit ein weiterer Durchbruch zur Herstellung
vollkeramischer Restaurationen gelungen, die einerseits qualitativ allen Anforderungen
an einen Zahnersatz gerecht werden, andererseits wegen der Effizienz des Verfahrens
äußerst kostengünstig sind. Insofern erfüllt die Erfindung ein soziales Bedürfnis.
[0070] Folgende Verfahren und Vorrichtungen stellen besonders bevorzugte Ausführungsformen
dar:
1. Verfahren zur Herstellung von vollkeramischen Inlays, Kronen, Brücken, Teilbrücken-,
Gerüste für Implantate oder Superstrukturen in der Zahntechnik durch Herstellung eines
Gerüstes aus Spinell, Alumina, Zirconia oder ähnlichen Materialien, wobei auf den
Stumpf eines Arbeitsmodells eine Folie aufgezogen wird, die aufgezogene Folie mit
einem Schlicker versehen wird und der auf der vom Arbeitsmodell entnommenen Folie
befindlicher Schlicker gebrannt wird, oder wobei der Stumpf eines Arbeitsmodells mit
einem Trennmittel überzogen wird, das bei Temperaturen über 45 °C flüssig ist und
das bei Raumtemperatur eine lippenstiftartige Konsistenz aufweist, das aufgebrachte
Trennmittel mit einem Schlicker versehen wird und nach der Trennung vom Arbeitsmodell
das Material gebrannt wird, wobei in beiden Fällen während des Schlickerauftrags der
Stumpf an einer sich drehenden Welle fixiert ist und nach dem Brennen der resultierende
Rohling, insbesondere in Form eines Käppchens, mit Glas infiltriert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stumpf an der Spitze
der Drehwelle einer CNC-Fräsmaschine befestigt wird, dass durch Abtasten des Oberflächenprofils
der Präparation ,insbesondere mittels Laserstrahlen, dieses Profil gespeichert wird,
dass über die gespeicherten Daten eine Dosiervorrichtung gesteuert wird, die den Schlicker
gleichmäßig auf die Folie aufbringt, und dass anschließend das aufgebrachte Schlickermaterial
mittels der gespeicherten Daten auf eine vorgegebene Stärke abgefräst wird.
3. Verfahren zum Tiefziehen von Folien auf Einzelstümpfe, insbesondere zur Verwendung
in dem Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Stumpf in einem Granulatbett gehalten
wird und durch Anlegen eines Vakuums unterhalb des Stumpfes eine erhitzte Folie auf
den Stumpf aufgezogen wird und der Stumpf innerhalb eines Granulataufnahmeraums von
einem Trichter umgeben wird, der beim Tiefziehen die Folie auf den Stumpf leitet.
4.Verfahren nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stumpf an der
Drehwelle mit einem Klebewachs fixiert wird.
5. Verfahren zur Herstellung von Kronen nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet,
dass das hergestellte Käppchen auf dem an der Drehwelle befindlichem Stumpf befestigt
wird, dass auf das Käppchen eine Form aufgesteckt wird, die der gewünschten anatomischen
Form der Krone entspricht, dass diese Form abgetastet und gespeichert wird, dass nach
Entfernung dieser Form ein Keramikmaterial in der gewünschten Stärke CNC-gesteuert
aufgetragen wird und Käppchen plus Keramikmaterial zur fertigen Krone gebrannt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Käppchen mittels Klebewachs
auf dem Sägestumpf befestigt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlicker
während und/oder nach dem Schlickerauftrag mit einem über Umgebungstemperatur erwärmten
Gas getrocknet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas Luft ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dass das Gas auf 25 bis 40 °C erwärmt
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
der Folie und der Präparation des Stumpfes eine Trennschicht aufgebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schlickerauftrag
zum Entfernen der Folie die Gastemperatur über den Schmelzpunkt der Trennschicht angehoben
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Gastemperatur auf
80 bis1200 °C gesteigert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das
Trennmittel bei Temperaturen über45 °C aufgetragen wird, wobei es einen gleichmäßigen
Film bildet.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass vor
dem Auftragen das Trennmittel eingefärbt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass handelsübliche
Lippenpflegemittel verwendet werden.
16. Verfahren zum Infiltrieren von insbesondere nach den Ansprüchen 1 bis 4 und 7
bis 15 hergestellten, gesinterten Gerüsten, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerüst
während des Erhitzens auf einer porösen, durch flüssiges Glas benetzbaren Unterlage
aufliegt, die das überflüssige Glas aufsaugt.
17. Verfahren zum Infiltrieren von insbesondere nach den Ansprüchen 1 bis 4 und 7
bis 16 hergestellten, gesinterten Gerüsten in einem Keramikofen, dadurch gekennzeichnet,
dass ohne Entnahme des Gerüstes aus dem Keramikofen die Glasmasse während und/oder
nach dem Sintern bevorzugt in einer im Keramikofen befindlichen Auftragsvorrichtung
aufgeschmolzen wird und das flüssige Glas von der Auftragsvorrichtung auf das Gerüst
aufgetragen wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasmasse als Glasstab
bereitgestellt wird.
19. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche
1 und 7 bis 15, gekennzeichnet durch einen Motor (1) mit regelbarer Drehzahl für eine
Welle (2), die an ihrem Ende das Anbringen des Stumpfes eines Arbeitsmodells erlaubt,
und einen Fön (7) mit einstellbarer Lufttemperatur.
20. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis 15,
bestehend aus einer CNC-Fräsmaschine mit einer Laserabtastung (8), wobei in der Fräsmaschine
mindestens eine ebenfalls steuerbare Dosiervorrichtung (9 ) für Schlicker oder Keramikmaterial
integriert ist und die Dosiervorrichtung wie die Fräse gesteuert über die Oberfläche
des zu beschichtenden Objektes verfahrbar ist.
21. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch
eine Unterlage (28) aus einem porösen Keramikmaterial, die eine profilierte Oberflächenstruktur
aufweist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage ( 28)
aus einer zahntechnischen Einbettmasse besteht.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage
(28) rotationssymmetrisch ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die
Unterlage eine Zick-Zack-Profilierung (29) aufweist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche21 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass in
der Oberfläche der Unterlage (28) mindestens eine Nut (30) eingearbeitet ist.
26. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 17 oder 18, gekennzeichnet
durch einen Keramikofen (32), der mit einer von außen beweglichen, pipettenähnlichen
Auftragsvorrichtung (33) versehen ist, die dreidimensional beweglich ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsvorrichtung
(33) in einem Kugelgelenk (34) in der Wand des Keramikofens (32) gelagert ist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auftragsvorrichtung (33) ein an einem Ende (36) spitz zulaufendes Rohr (35) aufweist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (35) aus Platin
besteht.
30. Vorrichtung zum Auftragen eines Schlickers, insbesondere in dem Verfahren nach
den Ansprüchen 1 bis 4, oder zum Auftragen eines Keramikmaterials insbesondere nach
Anspruch5, gekennzeichnet durch ein Außenrohr (21), in das ein elastisches Innenrohr
(23) eingelegt ist, wobei das Außenrohr (21) mit einer Fingeröffnung (26) versehen
ist und das elastische Innenrohr (23) sich an einem Ende zu einer Auftragsspitze (24)
verjüngt und das andere Ende zur Atmosphäre verschlossen ist.
31. Vorrichtung nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenrohr aus Silikonkautschuk
besteht.
32. Vorrichtung nach Anspruch 30 oder 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsspitze
(24) füllfederhalterartig geschlitzt ist.
33. Vorrichtung nach Anspruch 30 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsspitze
(24)pinselartig ausgebildet ist.
34. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 30 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass sie
mit einer Kappe (25) verschlossen ist.
35. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 30 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Belüftungsventil (27) für den Innenraum vorgesehen ist.
36. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch
einen Granulataufnahmeraum (15), in dem ein Trichter (19) angeordnet ist, dessen oberer
Rand bevorzugt mit einer Dichtlippe (20) versehen ist, einer Vakuumerzeugungseinrichtung
zur Erzeugung eines Vakuums unterhalb des Granulataufnahmeraumes (15) und einer Einspannvorrichtung
(14) für die Folie (13).
37. Vorrichtung nach Anspruch 36, gekennzeichnet durch eine Granulatfüllung aus Messingkugeln
mit einem Durchmesser von 0.2 bis0.5 mm.
Bezugszeichenliste
[0071]
- 1
- Motor
- 2
- Welle
- 3
- Stumpf
- 3a
- Präparation des Stumpfes
- 4
- Klebewachs
- 5
- Auftragungswerkzeug
- 6
- aufgeschrumpfte Folie
- 7
- Fön
- 8
- Laser
- 9
- Auftragsvorrichtung für Schlicker
- 9a
- Austrittsspitze
- 10
- Fräskopf
- 11
- Fräse
- 12
- Käppchen
- 13
- Folie vor dem Aufschrumpfen
- 14
- Einspannungsvorrichtung
- 15
- Granulataufnahmeraum
- 16
- Wandung
- 17
- Filter
- 18
- 1.Dichtlippe
- 19
- Trichter
- 20
- 2.Dichtlippe
- 21
- Außenrohr
- 22
- Keramikmasse
- 23
- Innenrohr
- 24
- Auftragsspitze
- 25
- Kappe
- 26
- Fingerdrucköffnung
- 27
- Belüftungsventil
- 28
- Unterlage
- 29
- Profilierung
- 30
- Nut
- 31
- Brückengliedgerüst
- 32
- Keramikofen
- 33
- Auftragsvorrichtung für Infiltrierglas
- 34
- Kugelgelenk
- 35
- Platinrohr
- 36
- Spitze
- 37
- Glasstab
- 38
- Schmelzkammer
- 39
- Blasebalg
- 40
- Brückenzwischenglied
1. Verfahren zur Herstellung von vollkeramischen Inlays, Kronen, Brücken, Teilbrücken,
Gerüste für Implantate oder Superstrukturen in der Zahntechnik durch Herstellung eines
Gerüstes aus Spinell, Alumina, Zirconia oder ähnlichen Materialien, wobei der Stumpf
eines Arbeitsmodells mit einem Trennmittel überzogen wird, das bei Temperaturen über
45 °C flüssig ist und das bei Raumtemperatur eine lippenstiftartige Konsistenz aufweist,
das aufgebrachte Trennmittel mit einem Schlicker versehen wird und nach der Trennung
vom Arbeitsmodell das Material gebrannt wird, wobei nach dem Brennen der resultierende
Rohling, insbesondere in Form eines Käppchens, mit Glas infiltriert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des Schlickerauftrags der Stumpf an einer sich drehenden Welle fixiert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stumpf an der Spitze der Drehwelle einer CNC-Fräsmaschine befestigt wird, dass
durch Abtasten des Oberflächenprofils der Präparation, insbesondere mittels Laserstrahlen,
dieses Profil gespeichert wird, dass über die gespeicherten Daten eine Dosiervorrichtung
gesteuert wird, die den Schlicker gleichmäßig auf das Trennmittel aufbringt, und dass
anschließend das aufgebrachte Schlickermaterial mittels der gespeicherten Daten auf
eine vorgegebene Stärke abgefräst wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stumpf an der Drehwelle mit einem Klebewachs fixiert wird.
5. Verfahren zur Herstellung von Kronen nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass das hergestellte Käppchen auf dem an der Drehwelle befindlichem Stumpf befestigt
wird, dass auf das Käppchen eine Form aufgesteckt wird, die der gewünschten anatomischen
Form der Krone entspricht, dass diese Form abgetastet und gespeichert wird, dass nach
Entfernung dieser Form ein Keramikmaterial in der gewünschten Stärke CNC-gesteuert
aufgetragen wird und Käppchen plus Keramikmaterial zur fertigen Krone gebrannt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlicker während und/oder nach dem Schlickerauftrag mit einem über Umgebungstemperatur
erwärmten Gas getrocknet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas Luft ist und auf 25 bis 40 °C erwärmt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Auftragen das Trennmittel eingefärbt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass handelsübliche Lippenpflegemittel verwendet werden.
10. Verfahren zum Infiltrieren von nach den Ansprüchen 1 bis 4 hergestellten gesinterten
Gerüsten, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerüst während des Erhitzens auf einer porösen, durch flüssiges Glas benetzbaren
Unterlage aufliegt, die das überflüssige Glas aufsaugt.
11. Verfahren zum Infiltrieren von nach den Ansprüchen 1 bis 4 hergestellten, gesinterten
Gerüsten in einem Keramikofen, dadurch gekennzeichnet, dass ohne Entnahme des Gerüstes aus dem Keramikofen die Glasmasse während und/oder nach
dem Sintern bevorzugt in einer im Keramikofen befindlichen Auftragsvorrichtung aufgeschmolzen
wird und das flüssige Glas von der Auftragsvorrichtung auf das Gerüst aufgetragen
wird.