[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln einer Bahn, insbesondere einer
Papier- oder Kartonbahn, bei dem die Bahn durch einen Breitnip geleitet wird, der
zwischen einer Schuhwalze mit einem umlaufenden Mantel und einer beheizten Gegenwalze
gebildet ist, wie es z.B. aus dem Dokument
US 2002/0059872 A1 bekannt ist.
[0002] Die Behandlung einer Bahn in einem Breitnip dient dazu, die Bahn volumenschonend
zu glätten. Der Mantel der Schuhwalze wird dabei mit Hilfe eines Anpreßschuhs in einem
Umfangsbereich an die Gegenwalze gedrückt, der in Bahnlaufrichtung länger ist als
die Breite eines Nips, der zwischen zwei zylinderförmigen Walzen gebildet ist, auch
wenn eine dieser beiden Walzen einen elastischen Oberflächenbelag haben kann.
[0003] Der Mantel der Schuhwalze muß bei seinem Umlauf über den Anpreßschuh geführt werden.
Zur Verminderung von Reibung und zur Kühlung des Mantels ist es bekannt, in den vom
Mantel umgebenen Hohlraum Öl einzubringen. Vielfach wird dieses Öl durch eine hydrostatische
Schmierung in die Anpreßfläche zwischen dem Anpreßschuh und dem Mantel eingebracht.
Stirnseitig ist der Hohlraum durch Abdichtungen, z.B. Scheiben, begrenzt. Das Öl kann
also im normalen Betrieb aus dem Hohlraum nicht ohne weiteres heraustreten. Es sind
allerdings Einrichtungen vorgesehen, mit denen das Öl abgefördert werden kann.
[0004] Der Mantel der Schuhwalze ist relativ stark beansprucht. Er wird bei jedem Umlauf
aus seiner Zylinderform heraus verformt. Im Betrieb ist es also nicht auszuschließen,
daß der Mantel beschädigt wird. In diesem Fall muß der mit Bahngeschwindigkeit umlaufende
Mantel und auch die mit Bahngeschwindigkeit umlaufende Gegenwalze abgebremst werden,
was aber natürlich eine gewisse Zeit erfordert. Üblicherweise kann man pro Sekunde
eine Geschwindigkeitsverringerung von 10 m/min erreichen. Dies bedeutet, daß der Bremsvorgang
zeitlich durchaus eine Größenordnung von Minuten erreichen kann. In dieser Zeit tritt
mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Öl aus dem beschädigten Mantel aus. Dieser Austritt
kann durch Fliehkräfte des nach wie vor umlaufenden Mantels noch verstärkt werden.
Dadurch entsteht eine gefährliche Situation. Zum einen kann das aus dem beschädigten
Mantel herausspritzende Öl in der Umgebung mechanische Beschädigungen anrichten. Zum
anderen kann dieses Öl auch auf die beheizte Gegenwalze gelangen. Hier sind Temperaturen
von deutlich über 100°C üblich. Wenn diese Temperatur über dem Flammpunkt des in der
Schuhwalze verwendeten Öls liegt, kann sich das Öl entzünden, was die Betriebssicherheit
stark einschränkt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Brandgefahr zu vermindern.
[0006] Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß
man den Mantel auf einen Schaden hin überwacht, bei Auftreten eines Schadens den Breitnip
öffnet sowie die Bahn weiter zuführt und als Schutzeinrichtung verwendet.
[0007] Man schlägt also nicht, wie dies bisher üblich war, die Bahn nach dem Auftreten eines
Schadens vor dem Breitnip ab, sondern führt sie weiter durch den Breitnip, um sie
als Schutzeinrichtung zu verwenden. Damit kann man verhindern, daß das aus dem Mantel
herausspritzende Öl unmittelbar auf die Gegenwalze gelangt. Die Gefahr, daß sich dieses
Öl dann entzündet, wird drastisch vermindert.
[0008] Vorzugsweise überwacht man zur Erfassung eines Schadens des Mantels einen Druck in
einem vom Mantel umgebenden Hohlraum. Im Mantel herrscht in der Regel ein Überdruck
von mindestens 25 mbar, um die Form des Mantels zu stabilisieren. Vorteilhafterweise
ist dieser Druck sogar noch höher, beispielsweise im Bereich von 35 - 90 mbar. Mit
höherem Druck nimmt die Stabilität der Schuhwalze zu. Allerdings müssen die Dichtungen
den Mantel auch gegen eine höhere Druckdifferenz noch wirksam nach außen abdichten.
Ein Mantelschaden kann nun dadurch erkannt werden, daß man im Betrieb eine oder mehrere
Druckmessungen vornimmt. Fällt beispielsweise der Überdruck im vom Mantel umgebenden
Hohlraum auf einen Wert unter 20 mbar, so wird dies als Riß oder Beschädigung des
Mantels interpretiert. Die genauen Werte, die auf einen Riß im Mantel hindeuten, sind
natürlich von der jeweiligen Schuhwalze abhängig.
[0009] Vorzugsweise überwacht man eine Druckänderung im Hohlraum. Eine Druckänderung läßt
sich vielfach leichter überwachen, als ein absoluter Druck. Wenn sich der Druck in
einer vorbestimmten Zeit um mehr als einen vorbestimmten Betrag ändert, ist dies ein
Indiz für die Beschädigung des Mantels.
[0010] Zusätzlich oder alternativ Überwachung des Drucks oder der Druckänderung kann man
die Schuhwalze auch optisch überwachen, beispielsweise mit Hilfe einer Kamera. Die
Kamera nimmt dann ein Bild der Oberfläche der Schuhwalze auf. Wenn sich dieses Bild
ändert, ist dies ebenfalls ein Indiz für die Beschädigung der Walze. Gegebenenfalls
ist auch ein Ölaustritt selbst zu erkennen.
[0011] Bevorzugterweise schlägt man bei Auftreten eines Schadens die Bahn hinter dem Breitnip
ab und wickelt sie um eine der beiden Walzen herum. Man läßt also die Bahn nach wie
vor zulaufen, verwendet aber die Bahn dazu, eine der beiden Walzen "einzupacken".
Neben Mitteln, die zum Abschlagen der Bahn verwendet werden, sind dann gegebenenfalls
noch zusätzliche Leitmittel erforderlich, die der Bahn die gewünschte Richtung geben.
Wenn die Bahn um die Gegenwalze gewickelt wird, wird verhindert, daß das Öl in Kontakt
mit der heißen Walzenoberfläche kommt. Wenn die Schuhwalze umwickelt wird, dann wird
die Schuhwalze eingeschlossen, so daß man die Bahn verwendet, um den Austritt von
Öl aus dem Mantel zu verhindern. Darüber hinaus wird der Mantel stabilisiert. Der
sich auf dem Mantel bildende Wickel stellt in beiden Fällen eine thermische Isolierung
zur jeweils anderen Walze dar.
[0012] Vorzugsweise schlägt man die Bahn vor dem Breitnip ab, wenn sie sich mit einer vorbestimmten
Dicke um die Walze gewickelt hat. In der Regel reicht es aus, wenn die Schutzschicht
auf der Walze eine vorbestimmte Dicke erreicht hat. Weitere Lagen der Bahn bieten
dann keinen zusätzlichen Schutz mehr. In diesem Fall wird die Bahn vor dem Breitnip
abgetrennt, so daß die "eingepackte" Walze dann auslaufen kann.
[0013] Hierbei ist bevorzugt, daß man die Bahn mit einer Dicke um die Walze wickelt, die
maximal 90 % des Abstands der Walzen im geöffneten Zustand des Breitnips entspricht.
Dadurch verhindert man, daß der Wickel zu dick wird und die den Breitnip bildenden
Walzen beschädigt.
[0014] Auch ist von Vorteil, wenn man die Bahn mit einer Dicke von mindestens 1 mm um die
Walze wickelt. Der Durchmesser der Walze nimmt dann um 2 mm zu. Wenn man die Schuhwalze
einpackt, dann kann der Wickel auch eine Dicke von mindestens 1,5 mm haben, um den
Mantel zusätzlich stabilisieren zu können. Man kann auch eine andere Bemessung wählen:
Beispielsweise kann man dafür sorgen, daß die Bahn mit mindestens sechs Lagen um die
Walze gewickelt wird, bevorzugt bei Sorten mit höheren Flächengewichten.
[0015] Vorzugsweise verwendet man einen Sensor, der die Dicke der um die Walze gewickelten
Bahn ermittelt. Dieser Sensor kann dann ein Signal erzeugen, auf das hin die Bahn
vor dem Breitnip abgeschlagen wird.
[0016] Alternativ oder zusätzlich kann man einen Zeitpunkt für das Abschlagen der Bahn vor
dem Breitnip unter Berücksichtigung des Umfangs der Walze, des Geschwindigkeitsverlaufs
der Walze und dem Abstand der Abschlagseinrichtung vor dem Breitnip errechnen. Gegebenenfalls
kann man auch noch die Dicke der Bahn in die Berechnung mit einfließen lassen.
[0017] Hierbei ist bevorzugt, daß man die Berechnung nach dem Auftreten des Schadens vornimmt.
In diesem Fall stehen die aktuellen Daten zur Verfügung, vor allem die Bahngeschwindigkeit
und die Bremsgeschwindigkeit beim Abbremsen der Walzen.
[0018] Vorzugsweise hebt man Aggregate, die an der einzuwikkelnden Walze anliegen oder ihr
dicht benachbart sind, bei Auftreten des Schadens von der Walze ab. Dies hat zwei
Vorteile. Zum einen verhindert man, daß die Bahn, die sich um die Walze wickeln soll,
beschädigt wird. Zum anderen verhindert man auch, daß die Bahn mit dem sich bildenden
Wickel die Aggregate beschädigt.
[0019] In einer alternativen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß man die Bahn durch den geöffneten
Breitnip zu einer Position hinter dem Breitnip führt. Dort kann die Bahn beispielsweise
in den Pulper zurückgeführt werden oder aufgewickelt werden. Wenn die Bahn weitergeführt
wird, dann verhindert sie lediglich, daß Öl aus dem beschädigten Mantel der Schuhwalze
zur beheizten Gegenwalze gespritzt wird. In vielen Fällen reicht diese Vorgehensweise
aber auch aus, um eine Brandgefahr zu verhindern.
[0020] Hierbei ist bevorzugt, daß man die Bahn markiert. Beispielsweise kann man Farbe auf
den Rand der Bahn aufsprühen, so daß man später an dem fertigen Wickel ohne weiteres
erkennen kann, welcher Teil der Bahn als Ausschuß zu betrachten ist.
[0021] In allen Fällen ist es von Vorteil, daß man bei Auftreten eines Schadens einen Bahnbeschnitt
vor dem Breitnip deaktiviert. Damit wird die Breite der Bahn erhöht, so daß die Bahn
in Axialrichtung der Walzen gesehen einen größeren Bereich abdeckt. Damit wird die
Gefahr weiter verringert, daß Öl aus dem beschädigten Mantel auf die Oberfläche der
heißen Walze spritzt und sich dort entzündet.
[0022] Vorzugsweise versetzt man die Bahn quer zu ihrer Laufrichtung, wenn der Schaden des
Mantels außerhalb der Bahnbreite auftritt. Wenn beispielsweise der Schaden in einem
axialen End- oder Randbereich des Mantels auftritt, dann könnte das Öl seitlich neben
der Bahn herausspritzen. Dieser Fehlerfall wird auf einfache Weise dadurch entschärft,
daß man die Bahn so weit verlagert, daß sie den Schaden wieder abdecken kann. Eine
derartige Verlagerung läßt sich beispielsweise dadurch bewirken, daß man eine vor
dem Breitnip angeordnete Leitwalze etwas neigt.
[0023] Bevorzugterweise ermittelt man die axiale Position des Schadens. In diesem Fall stellt
man nicht nur fest, ob ein Schaden aufgetreten ist, sondern auch wo. Anhand der axialen
Position läßt sich dann bestimmen, ob die Bahn versetzt werden muß oder nicht.
[0024] Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer ersten Ausführungsform des Verfahrens,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens
und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer dritten Ausführungsform des Verfahrens.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Breitnip-Kalander 1 mit einer Schuhwalze 2 und einer Gegenwalze
3, die zwischen sich einen Breitnip 4 ausbilden. In Fig. 1 ist der Breitnip 4 geöffnet,
d.h. die Schuhwalze 2 und die Gegenwalze 3 sind voneinander entfernt worden.
[0026] Die Schuhwalze 2 weist einen umlaufenden Mantel 5 auf, der mit Hilfe eines Anpreßschuhs
6 in Richtung auf die Gegenwalze 3 belastet ist. Der Anpreßschuh 6 weist eine Andruckfläche
7 auf, die konkav gekrümmt ist, so daß der Mantel 5 im Bereich des Anpreßschuhs 6
an den Umfang der Gegenwalze 3 angedrückt werden kann. Dies ist schematisch durch
die entsprechende Wölbung des Mantels 5 dargestellt.
[0027] Um die Reibung zwischen dem Mantel 5 und dem Anpreßschuh 6 herabzusetzen, ist in
der Andruckfläche eine nicht näher dargestellt hydrostatische Schmiereinrichtung vorgesehen,
d.h. es wird fortlaufend ein Öl zwischen den Mantel 5 und den Anpreßschuh 6 gedrückt.
Dieses Öl sammelt sich in einem Hohlraum 8 an, der vom Mantel 5 umgeben ist. Aus dem
Hohlraum 8 wird das Öl mit nicht näher dargestellten Abfördermitteln abgefördert.
Der Hohlraum 8 ist an seinen Stirnseiten verschlossen, beispielsweise durch Stirnscheiben.
[0028] Die Gegenwalze 3 ist beheizt. Sie weist hierzu beispielsweise periphere Bohrungen
9 auf, durch die ein Heizmedium, beispielsweise Dampf oder erhitztes Öl, geleitet
werden kann, um die Oberfläche der Gegenwalze 3 zu beheizen. Bei einem Breitnip-Kalander
kann die Temperatur der Oberfläche der Gegenwalze 3 durchaus Werte in der Größenordnung
von 180°C und mehr annehmen.
[0029] Jedes Mal, wenn der Mantel 5 den Breitnip 4 durchläuft, wird er in erheblichen Maße
umgeformt. Diese andauernde Belastung des Mantels führt zu dem Risiko, daß der Mantel
beschädigt wird. Wenn eine derartige Beschädigung zu einer Öffnung führt, dann kann
Öl aus dem Hohlraum 8 herausgeschleudert werden. Dabei besteht die Gefahr, daß das
Öl an die heiße Gegenwalze 3 kommt und sich dort entzündet.
[0030] Üblicherweise wird in einem Fehlerfall eine Abschlageinrichtung 10 aktiviert, die
eine Bahn 11, die den Breitnip durchläuft, durchtrennt. Die Abschlageinrichtung 10
ist dabei in Bahnlaufrichtung, die durch einen Pfeil 12 dargestellt ist, vor dem Breitnip
4 angeordnet, d.h. man versucht, die Bahn 11 aus dem Breitnip 4 zu entfernen. Diese
Vorgehensweise wird im vorliegenden Fall nicht verwendet. Vielmehr geht folgendermaßen
vor:
[0031] Man überwacht zunächst, ob der Mantel 5 beschädigt ist. Hierzu kann man beispielsweise
einen Drucksensor 13 verwenden, der im Hohlraum 8 angeordnet ist. Der Drucksensor
13 kann entweder einen absoluten Druck im Hohlraum feststellen. Der Druck im Hohlraum
8 liegt normalerweise in der Größenordnung von 25 bis 95 mbar höher als der Umgebungsdruck.
Wenn dieser Druck auf einen Wert unter 20 mbar absinkt, wird dies als Riß des Mantels
5 interpretiert.
[0032] Man kann den Drucksensor 13 auch eine Druckdifferenz über der Zeit erfassen lassen.
Wenn beispielsweise der Überdruck im Hohlraum 8 in einer Sekunde um 10 mbar absinkt,
wird dies ebenfalls als Beschädigung des Mantels 5 interpretiert.
[0033] Zusätzlich oder anstelle des Drucksensors 13 kann man eine optische Überwachung verwenden,
beispielsweise in Form einer Kamera 14, die auf die Oberfläche des Mantels 5 gerichtet
ist. Wenn sich dort eine Veränderung ergibt, dann wird ebenfalls auf eine Beschädigung
des Mantels 5 beschlossen.
[0034] Wenn eine derartige Beschädigung festgestellt wird, dann werden die Schuhwalze 2
und die Gegenwalze 3 möglichst umgehend auseinander gefahren, um den Breitnip 4 zu
öffnen. Gleichzeitig wird die Ölzufuhr zur Schuhwalze 2 unterbrochen. Die Öl enthaltende
und mit Bahngeschwindigkeit umlaufende Schuhwalze 2 muß dann abgebremst werden, was
aber aufgrund der Massenträgheit eine gewisse Zeit erfordert. Üblicherweise kann die
Geschwindigkeit in 10 s um 100 m/min reduziert werden. Bei Produktionsgeschwindigkeiten
von über 600 m/min würde es also über eine Minute dauern, bis die Schuhwalze 2 zum
Stillstand gekommen ist. Bei höheren Bahngeschwindigkeiten dauert diese Zeit noch
länger.
[0035] In dieser Zeit tritt mit großer Wahrscheinlichkeit Öl aus der Schuhwalze 2 aus, das
durch die Fliehkräfte des bewegten Mantels 5 noch verstärkt werden kann. Im Betrieb
entsteht eine Gefahr nicht nur unmittelbar durch das herausspritzende Öl, sondern
auch dadurch, daß dieses Öl auf die gegenüberliegende Gegenwalze 3 gelangen kann.
Dort kann sich das Öl entzünden.
[0036] Man fährt also nicht nur die Gegenwalze 3 und die Schuhwalze 2 auseinander, sondern
durchtrennt die Bahn in Laufrichtung 12 hinter dem Breitnip 4 mit Hilfe einer Abschlageinrichtung
15. Ein Teil 16 in Bahnlaufrichtung 12 hinter der Abschlageinrichtung 15 wird weiter
aufgewickelt oder abgeführt. Der dem Breitnip 4 benachbarte Teil der Bahn 11 wird
mit Hilfe von nur schematisch als Pfeile 17 dargestellten Leitmitteln um die Schuhwalze
2 herumgeleitet, so daß sich auf der Schuhwalze 2 ein Wickel 18 aus der Bahn 11 bildet.
Dieser Wickel 18 "verpackt" die Schuhwalze 2 und verhindert, daß aus dem Mantel 5
Öl herausgedrückt wird.
[0037] Nach einer gewissen Zeit wird die Bahn 11 durch die Abschlageinrichtung 10 vor dem
Breitnip durchtrennt. Der Zeitpunkt bestimmt sich aus der Dicke der Bahn 11 und damit
der Dicke der "Verpackung" des Mantels 5, also des Wickels 18, aus der Festigkeit
der Bahn 11 und dem Abstand der beiden Walzen 2, 3 im geöffneten Zustand des Breitnips
4. Der Wickel 18 darf dabei höchstens so dick werden, wie der Abstand zwischen den
Walzen 2, 3. Vorzugsweise sollte die Dicke weniger als 90 % des Abstands betragen.
[0038] Die Festigkeit der "Verpackung" hängt von der Festigkeit der verwendeten Bahn ab.
Der Wickel sollte aus mindestens 6 Lagen der Bahn bestehen beziehungsweise mindestens
1,5 mm dick sein. Hieraus ergibt sich eine Durchmesserzunahme von mindestens 3 mm.
[0039] Über die Geschwindigkeit der Bahn 11, die Verzögerung, mit der die Schuhwalze 2 abgebremst
wird, den Umfang der Schuhwalze 2 und den Abstand der vor dem Breitnip 4 angeordneten
Abschlagvorrichtung 10 kann der Zeitpunkt berechnet werden, zu dem die Bahn 11 zum
zweiten Mal abgeschlagen wird, nämlich vor dem Breitnip 4. Die Berechnung dieses Zeitpunkts
kann erfolgen, während der beschriebene Prozeß abläuft.
[0040] Alternativ kann auch ein Sensor 19 verwendet werden, der die Dicke des Wickels 18
mißt und daraus und aus dem Abstand der Abschlagvorrichtung 10 den Zeitpunkt zum Abschlagen
vor dem Breitnip 4 bestimmt.
[0041] In vielen Fällen ist vor dem Breitnip 4 noch eine Einrichtung zum Beschneiden der
Ränder der Bahn vorgesehen. Diese Aggregate zum Bahnbeschnitt können für die Dauer
der Störung, also wenn der Wickel 18 um die Schuhwalze 2 erzeugt wird, deaktiviert
werden. Dadurch erhöht sich die Breite der Bahn 11 an der Schuhwalze 2, was noch einen
besseren Schutz bietet.
[0042] Außerdem kann es sinnvoll sein, andere, nicht näher dargestellte Bauelemente, die
zuvor am Mantel 5 anlagen oder sehr nahe daran angebracht waren, beispielsweise Schaber
oder Befeuchtungseinrichtungen, für die Dauer der Störung abzuschwenken.
[0043] Fig. 2 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform. Gleiche Elemente sind mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0044] In diesem Fall wird die Bahn 11 nach dem Abschlagen mit Hilfe der Abschlageinrichtung
15 um die Gegenwalze 3 geleitet. Schematisch durch Pfeile 20 dargestellt sind Leitmittel,
die nach dem Abschlagen hinter dem Breitnip 4 die Bahn 11 um die Gegenwalze 3 leiten,
um dort den Wickel 18 zu bilden.
[0045] In diesem Fall wird die heiße Oberfläche der Gegenwalze 3 abgedeckt und man verhindert
somit, daß Öl auf die heiße Oberfläche der Gegenwalze 3 gelangt.
[0046] Der Wickel 18 sollte auch in diesem Fall aus mindestens sechs Lagen bestehen beziehungsweise
mindestens 1 mm dick sein, so daß der Durchmesser der Gegenwalze 3 um mindestens 2
mm wächst.
[0047] Im übrigen ist die Vorgehensweise so, wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben.
[0048] Fig. 3 zeigt eine weiter abgewandelte Ausführungsform. Gleiche Elemente sind mit
den gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 und 2 beschrieben.
[0049] Bei der in Fig. 3 dargestellten Vorgehensweise wird die Bahn 11 bei Auftreten eines
Fehlers nicht durchtrennt. Sie läuft vielmehr weiter und wird zu einer Wickelrolle
21 aufgewickelt oder in einen nicht näher dargestellten Pulper geleitet. Die Bahn
11 wirkt aber nach wie vor als Sperre zwischen der Schuhwalze 2 und der Gegenwalze
3,so daß Öl nicht auf die heiße Oberfläche der Gegenwalze 3 gelangen kann.
[0050] Zweckmäßigerweise markiert man die Bahn 11, beispielsweise dadurch, daß mit Hilfe
einer Sprüheinrichtung 22 Farbe auf den Rand der Bahn 11 aufgesprüht wird, so daß
man am fertigen Wickel 21 erkennen kann, wo Ausschuß ist.
[0051] Auch bei den Ausgestaltungen nach den Figuren 2 und 3 kann es zweckmäßig sein, die
Breite der Bahn 11 zu erhöhen, indem Aggregate zum Bahnbeschnitt deaktiviert werden,
solange man den Fehler abwickeln muß. Dadurch erhöht sich die Breite der Bahn 11 an
der Walze 3 beziehungsweise zwischen den Walzen 2 und 3.
[0052] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 wird die Bahn 11 mit Hilfe der Abschlageinrichtung
10 vor dem Breitnip 4 dann abgeschlagen, wenn der Mantel 5 nur noch eine geringe Geschwindigkeit
hat. Die Geschwindigkeit sollte vorzugsweise unter 100 m/min liegen, besser unter
50 m/min und noch vorteilhafterweise unter 5 m/min.
[0053] Um das Abbremsen des Mantels zur beschleunigen, kann man beim Öffnen des Nips dafür
sorgen, daß der Mantel der Schuhwalze weiter am Anpreßschuh anliegt. In diesem Fall
werden beim Trennen der Walzen die Achsen der Walzen voneinander entfernt.
[0054] Wenn der Schaden in einem Bereich auftritt, der nicht von der Bahn abgedeckt ist,
dann würde das Öl aus dem Mantel heraustreten können, ohne von der Bahn behindert
zu werden. In diesem Fall wird eine dem Breitnip vorgeschaltete Leitwalze etwas geneigt.
Dies hat zur Folge, daß die Bahn seitlich versetzt wird. Der seitliche Versatz führt
dazu, daß die Bahn den Schaden überdeckt.
[0055] Auch in diesem Fall kann die Bahn als Schutzeinrichtung verwendet werden.
1. Verfahren zum Behandeln einer Bahn (11), insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
bei dem die Bahn (11) durch einen Breitnip (4) geleitet wird, der zwischen einer Schuhwalze
(2) mit einem umlaufenden Mantel (5) und einer beheizten Gegenwalze (3) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß man den Mantel (5) auf einen Schaden hin überwacht, bei Auftreten eines Schadens
den Breitnip (4) öffnet sowie die Bahn (11) weiter zuführt und als Schutzeinrichtung
verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Erfassung eines Schadens des Mantels (5) einen Druck in einem vom Mantel
(5) umgebenden Hohlraum (8) überwacht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Druckänderung im Hohlraum (8) überwacht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Schuhwalze (2) optisch überwacht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Auftreten eines Schadens die Bahn (11) hinter dem Breitnip (4) abschlägt
und um eine der beiden Walzen (2, 3) herumwickelt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn (11) vor dem Breitnip (4) abschlägt, wenn sie sich mit einer vorbestimmten
Dicke um die Walze (2, 3) gewickelt hat.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn (11) mit einer Dicke um die Walze (2, 3) wickelt, die maximal 90 % des
Abstands der Walzen (2, 3) im geöffneten Zustand des Breitnips (4) entspricht.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn (11) mit einer Dicke von mindestens 1 mm um die Walze (2, 3) wickelt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Sensor (19) verwendet, der die Dicke der um die Walze (2, 3) gewickelten
Bahn (11) ermittelt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Zeitpunkt für das Abschlagen der Bahn (11) vor dem Breitnip (4) unter Berücksichtigung
des Umfangs der Walze (2, 3), des Geschwindigkeitsverlaufs der Walze und dem Abstand
der Abschlageinrichtung (10) vor dem Breitnip (4) errechnet.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Berechnung nach dem Auftreten des Schadens vornimmt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß man Aggregate, die an der einzuwickelnden Walze (2, 3) anliegen oder ihr direkt benachbart
sind, bei Auftreten des Schadens von der Walze abhebt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn durch den geöffneten Breitnip (4) zu einer Position (21) hinter dem
Breitnip (4) führt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn (11) markiert.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Auftreten eines Schadens einen Bahnbeschnitt vor dem Breitnip (4) deaktiviert.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bahn (11) quer zu ihrer Laufrichtung versetzt, wenn der Schaden des Mantels
(5) außerhalb der Bahnbreite auftritt.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß man die axiale Position des Schadens ermittelt.
1. Method for treating a web (11), in particular a paper or board web, in which the web
(11) is led through an extended nip (4) which is formed between a shoe roll (2) having
a revolving shell (5) and a heated mating roll (3), characterized in that the shell (5) is monitored for damage, in the event that damage occurs the extended
nip (4) is opened and the web (11) continues to be supplied and is used as a protective
device.
2. Method according to Claim 1, characterized in that, in order to register damage to the shell (5), a pressure in a hollow space (8) enclosed
by the shell (5) is monitored.
3. Method according to Claim 2, characterized in that a pressure change in the hollow space (8) is monitored.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the shoe roll (2) is monitored optically.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that, upon the occurrence of damage, the web (11) is knocked off after the extended nip
(4) and is wound around one of the two rolls (2, 3).
6. Method according to Claim 5, characterized in that the web (11) is knocked off before the extended nip (4) when it has been wound around
the roll (2, 3) with a predetermined thickness.
7. Method according to Claim 6, characterized in that the web (11) is wound around the roll (2, 3) with a thickness which corresponds to
a maximum of 90% of the spacing of the rolls (2, 3) when the extended nip (4) is opened.
8. Method according to Claim 6 or 7, characterized in that the web (11) is wound around the roll (2, 3) with a thickness of at least 1 mm.
9. Method according to one of Claims 6 to 8, characterized in that use is made of a sensor (19) which determines the thickness of the web (11) wound
around the roll (2, 3).
10. Method according to one Claims 6 to 9, characterized in that a time for knocking off the web (11) before the extended nip (4) is calculated while
taking into account the circumference of the roll (2, 3), the speed profile of the
roll and the distance of the knock-off device (10) before the extended nip (4).
11. Method according to Claim 10, characterized in that the calculation is performed after the occurrence of the damage.
12. Method according to one of Claims 5 to 11, characterized in that units which bear on the roll (2, 3) which is to be wrapped or are directly adjacent
thereto are lifted off the roll upon the occurrence of the damage.
13. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the web is led through the opened extended nip (4) to a position (21) after the extended
nip (4).
14. Method according to Claim 13, characterized in that the web (11) is marked.
15. Method according to one of Claims 1 to 14, characterized in that, upon the occurrence of damage, web trimming before the extended nip (4) is deactivated.
16. Method according to one of Claims 1 to 15, characterized in that the web (11) is offset transversely with respect to its running direction if the
damage to the shell (5) occurs outside the web width.
17. Method according to Claim 16, characterized in that the axial position of the damage is determined.
1. Procédé pour traiter une bande (11), en particulier une bande de papier ou de carton,
dans lequel la bande (11) est guidée à travers un pinçage prolongé (4), qui est formé
entre un cylindre à sabot (2) avec une enveloppe périphérique (5) et un contre-cylindre
chauffé (3), caractérisé en ce que l'on surveille l'enveloppe (5) pour déceler des endommagements, et à l'apparition
d'un endommagement, le pinçage prolongé (4) est ouvert et la bande (11) est avancée
et utilisée comme dispositif de protection.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on surveille une pression dans la cavité (8) entourant l'enveloppe (5) pour détecter
un endommagement de l'enveloppe (5).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'on surveille une variation de pression dans la cavité (8).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on surveille optiquement le cylindre à sabot (2).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on abat la bande (11) derrière le pinçage prolongé (4) à l'apparition d'un endommagement
et on l'enroule autour de l'un des deux cylindres (2, 3).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'on abat la bande (11) avant le pinçage prolongé (4) lorsqu'elle a été enroulée
sur une épaisseur prédéterminée autour du cylindre (2, 3).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on enroule la bande (11) autour du cylindre (2, 3) avec une épaisseur qui correspond
au maximum à 90 % de la distance entre les cylindres (2, 3) dans l'état ouvert du
pinçage prolongé (4).
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que l'on enroule la bande (11) avec une épaisseur d'au moins 1 mm autour du cylindre
(2, 3).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 8, caractérisé en ce que l'on utilise un capteur (19) qui détecte l'épaisseur de la bande (11) enroulée autour
du cylindre (2, 3).
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 9, caractérisé en ce que l'on calcule un instant pour abattre la bande (11) avant le pinçage prolongé (4)
en tenant compte de la circonférence du cylindre (2, 3), de l'allure de la vitesse
du cylindre et de la distance du dispositif d'abattage (10) au pinçage prolongé (4).
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on effectue le calcul après l'apparition d'un endommagement.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 5 à 11, caractérisé en ce que l'on soulève du cylindre les unités qui s'appliquent contre le cylindre à enrouler
(2, 3) ou qui lui sont directement adjacentes, à l'apparition d'un endommagement.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on guide la bande à travers le pinçage prolongé ouvert (4) jusqu'à une position
(21) derrière le pinçage prolongé (4).
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que l'on marque la bande (11).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que l'on désactive une découpure de la bande avant le pinçage prolongé (4) à l'apparition
d'un endommagement.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que l'on décale la bande (11) transversalement à sa direction d'avance, lorsque l'endommagement
de l'enveloppe (5) se produit en dehors de la largeur de la bande.
17. Procédé selon la revendication 16, caractérisé en ce que l'on détermine la position axiale de l'endommagement.