[0001] Die Erfindung betrifft ein Rückenstreck- und Druckmassagegerät zur vorbeugenden und
aktiven Heilgymnastik. Insbesondere dient dieses Gerät zur Durchführung einer Allein-Massage
als Vorbeugung oder Heilbehandlung von Rückenschmerzen durch Strecken und Beugen der
Wirbelsäule.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät bereitzustellen, mit dem Rückenschmerzen
durch Strecken oder Beugen der Wirbelsäule vorbeugend oder heilend behandelt werden.
[0003] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Gerät gemäß dem Kennzeichen des Anspruches
1 gelöst. Das Rückenstreck- und Druckmassagegerät besteht aus einem selbständig funktionsfähigen
Grundelement und flexiblen, selbständig nicht funktionsfähigen Zusatzoder Ergänzungselementen.
Das Grundelement wird im Wesentlichen aus zwei stumpfen, kreissegmentförmigen Seitenteilen
gebildet, die durch eine Vielzahl parallel angeordneter Sprossen beabstandet voneinander
verbunden sind.
[0004] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen in
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht des Grundelements des Rückenstreck- und Druckmassagegerätes
in seiner stabilen Gebrauchslage,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Grundelements des Rückenstreck- und Druckmassagegerätes
in seiner schaukelnden Gebrauchslage,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht des Grundelements des Rückenstreck- und Druckmassagegerätes
in seiner stabilen Gebrauchslage, mit der Zuordnung verschiedener Zusatzelemente,
- Fig. 4a
- eine schematische Darstellung des Zusatzelements "Kreuzdorn",
- Fig. 4b
- eine schematische Darstellung des Zusatzelements "Riffeldorn",
- Fig. 4c
- eine schematische Darstellung des Zusatzelements "Runddorn",
- Fig. 4d
- eine schematische Darstellung des Zusatzelements "Kreuzroller" und
- Fig. 4e
- eine schematische Darstellung des Zusatzelements "Nackenpilz".
[0005] Das aus Vollholz hergestellte Gerät gleicht einer gebogenen Sprossenwand. Zwei kreissegmentförmige
Seitenteile 2, die aus verleimtem 25 mm starkem Holz bestehen, sind mit 15 Stück 30
mm starken Sprossen 3 verbunden. Zwei Abschlusssprossen 5, mit den Maßen 65 mm x 65
mm geben besondere Gewähr für die Stabilität des Gerätes. Die Sprossen 3, 5 haben
eine Länge von 550 mm und bilden in ihrer Anordnung und ihrem Abstand 4 zueinander
von 24 mm eine optimale Auflagefläche für den menschlichen Rücken jeder Größe.
[0006] Die äußeren Merkmale des Gerätes betragen 1200 mm x 650 mm in Länge und Breite sowie
eine mittige Höhe von 380 mm.
[0007] Die Holzstärke und seine massive Bauweise sorgen für absolute Stabilität. Die Seitenteile
2 enthalten am oberen Ende eine Griffleiste 6, die zum Festhalten dient. Der Naturstoff
Holz und seine umweltfreundliche Oberflächenbehandlung mit Öl oder Wachs lassen eine
wohlwollende Berührung mit dem menschlichen Körper zu.
[0008] Im seitlichen Profil gleicht die Anordnung der Sprossen 3, 5 einer Doppel-S-Kurve,
d.h. die ersten vier Sprossen an dem jeweiligen Ende der Seitenteile 2 formen im seitlichen
Profil eine konkave Rundung 7 für die Auflage und die im mittleren Bereich der Seitenteile
2 befindlichen Sprossen 3 bilden eine konvexe Rundung 8.
[0009] Die stabile Gebrauchslage des erfindungsgemäßen Rückenstreck- und Druckmassagegerätes
besteht dann, wenn das Grundelement 1 so auf dem Boden abgelegt ist, dass dessen Wölbung
nach oben gerichtet ist. Das Grundelement 1 steht dann stabil auf den vier Enden der
Seitenteile 2.
[0010] In dieser stabilen Gebrauchslage legt sich der Benutzer mit dem Rücken auf das Grundelement
1, wodurch die Wirbelsäule gestreckt wird.
[0011] In dieser Gebrauchslage kann die Kopfstütze 9a auf das Grundelement 1 aufgesetzt
werden, um den Kopf des Benutzers abzustützen. Die Kopfstütze 9a besteht aus zwei,
durch Sprossen beabstandete Seitenwangen, die an einem Ende hakenförmig ausgebildet
sind, um zwischen den Seitenteilen 2 eingesetzt zu werden und sich an einer der Sprossen
3 zu fixieren.
[0012] Eine Sitzhilfe 9b ist in ähnlicher Weise ausgeführt, um am Ende des Grundelements
1 angesetzt zu werden. Die Sitzhilfe 9b wird mittels Stiften, die durch fluchtende
Bohrungen 18 in den Seitenteilen 2 und den Seitenwangen der Sitzhilfe 9b gesteckt
werden, an dem Grundelement 1 fixiert.
[0013] Mit 10 ist ein Lendenaufsatz bezeichnet, der auf dem mittleren Bereich des Grundelements
aufgesetzt wird. Der Lendenaufsatz 10 besteht aus zwei bogenförmigen Seitenwangen,
die durch eine Mehrzahl von parallelen Sprossen derart beabstandet sind, dass der
Lendenaufsatz 10 zwischen die Seitenteile 2 des Grundelements 1 passt. Um eine stabile
Positionierung des Lendenaufsatzes 10 auf dem Grundelement 1 zu gewährleisten, weisen
die Enden der Seitenwangen des Lendenaufsatzes 10 Ausbuchtungen auf, die mit den Sprossen
3 formschlüssig korrespondieren.
[0014] Der Lendenaufsatz 10 kommt zum Einsatz, wenn der Benutzer des Rückenstreck- und Druckmassagegerätes
in Bauchlage eine Dehnung der Lendenwirbelsäule mit anschließender Entspannung durch
Aufrichten des Oberkörpers erreichen will.
[0015] Eine Vielzahl von weiteren Zusatzelementen unterstützt die therapeutischen Wirkungen
des erfindungsgemäßen Rückenstreck- und Druckmassagegerätes.
[0016] Gemäß Fig. 4a stellt sich das Zusatzelements "Kreuzdorn 11" als ein therapeutisches
Hilfsmittel dar, mit dem die seitlich der Wirbelsäule befindlichen Körperteile, wie
z.B. die Rippen, zur Wirbelsäule ausgerichtet bzw. eingerenkt werden. Der an seiner
Unterseite mit Zapfen ausgebildete Kreuzdorn 11 wird auf eine der Sprossen 3 in dafür
vorgesehene Bohrungen 17 aufgesetzt. Die seitlich aus der Ebene der Sprossen 3 hervortretenden
Flügel des Kreuzdorns 11 treten in massierende Wirkbeziehung mit den entsprechenden
Rückenbereichen, während durch die mittige Ausnehmung des Kreuzdorns 11 eine unmittelbare
Beeinträchtigung des Wirbelkörpers ausgeschlossen wird. Der Kreuzdorn 11 dient auch
zur Behebung von Beckenschiefstand beim Benutzer des Rückenstreck- und Druckmassagegerätes.
[0017] Gemäß Fig. 4b stellt sich das Zusatzelement "Riffeldorn" 12 als therapeutisches Hilfsmittel
dar, dass der Massage der Rückenmuskulatur dient. Der Riffeldorn 11 wird in einen
Schlitz 16 eingelegt, der in einer definierten Sprosse 3 eingelassen ist. Der Riffeldom
11 stellt sich als spindelförmiges Element dar, dass von einer rillenförmigen mittigen
Vertiefung für die weitgehend unbelastete Aufnahme der Wirbelsäule in seitliche Wülste
übergeht, die die Rückenbereiche seitlich der Wirbelsäule massieren, wenn sich der
Körper in Längsrichtung auf dem Grundelement hin und her verschiebt.
[0018] Der Riffeldorn 12 weist seitlich Abflachungen auf, die das verdrehungsfreie Einsetzen
in den Schlitz 16 erlauben, wobei die Enden des Riffeldorn zapfenförmig ausgebildet
sind und von entsprechenden seitlichen Ausnehmungen im Schlitz 16 getragen werden,
so dass die Oberfläche des Riffeldorns 12 über der oberen Ebene der Sprossen 3 hervorsteht.
[0019] Gemäß Fig. 4c stellt sich das Zusatzelement "Runddorn" 13 als therapeutisches Hilfsmittel
dar, mit dem einzelne Wirbelkörper, die infolge schwerer körperlicher Arbeit aus der
Achse der Wirbelsäule hervortreten, zurück gedrückt werden können. Der Runddorn 13
wird in gleicher Weise wie der Riffeldorn 12 in dem Schlitz 16 aufgenommen. Der Unterschied
zum Riffeldorn 12 besteht darin, dass der Runddorn 13 eine mittige Erhebung aufweist,
die unmittelbar den entsprechenden Wirbelkörper kontaktiert.
[0020] Gemäß Fig. 4d stellt sich das Zusatzelement "Kreuzroller" 14 als therapeutisches
Hilfsmittel dar, das der Massage des Rückens dient, wenn der Körper in Längsrichtung
auf dem Grundelement 1 hin und her verschoben wird. Die Kontur des Kreuzrollers 14
gleicht der Kontur des Riffeldorns 12, aber mit einem geringeren Durchmesser. Die
Aufnahme des Kreuzrollers 14 erfolgt in gleicher Weise wie der Riffeldorn 12 im Schlitz
16 der Sprosse 3, wobei die Oberfläche des Kreuzrollers 14 über der oberen Ebene der
Sprossen 2 hervorsteht. Der geringere Durchmesser des Kreuzdorns 14 ermöglicht eine
axiale Drehung des Kreuzrollers 14 im Schlitz 16 und damit ein leichteres Abrollen
des Rückens auf dem Grundelement 1.
[0021] Zusätzlich zu der beschriebenen therapeutischen Nutzung des Grundelements 1 in Verbindung
mit den aufgeführten Zusatzelementen kann das Grundelement in einer schaukelnder Gebrauchslage
verwendet werden. Dabei wird auf der Abschlusssprosse 5 das in Fig. 4e dargestellte
des Zusatzelement "Nackenpilz" 15 angeordnet. Die Verbindung des Nackenpilzes 15 erfolgt
durch einen Zapfen, der in eine in der Sprosse befindliche Bohrung eingesetzt wird.
Der Nackenpilz 15 dient dem Zurückdrücken der Halswirbel und der Massage der Nackenmuskulatur.
[0022] Das erfindungsgemäße Rückenstreck- und Druckmassagegerät eignet sich insbesondere
für vorbeugende und aktiven Heilgymnastik im häuslichen Bereich. Es dient zur Durchführung
einer Allein-Massage als Vorbeugung oder Heilbehandlung von Rückenschmerzen durch
Strecken und Beugen der Wirbelsäule.
1. Rückenstreck- und Druckmassagegerät zur vorbeugenden und aktiven Heilgymnastik, dadurch gekennzeichnet, dass dieses aus einem selbständig funktionsfähigen Grundelement (1) und flexiblen, selbständig
nicht funktionsfähigen Zusatz- oder Ergänzungselementen besteht, wobei das Grundelement
(1) im wesentlichen aus zwei stumpfen, kreissegmentförmigen Seitenteilen (2) besteht,
die durch eine Vielzahl parallel angeordneter Sprossen (3, 5) im Abstand (4) voneinander
verbunden sind, wobei das Grundelement (1) sowohl in einer stabilen Gebrauchslage,
während der das Grundelement (1) auf den Enden der Seitenteile (2) steht, als auch
in einer schaukelnden Gebrauchslage, während der das Grundelement (1) auf den bogenförmigen
Außenseiten der Seitenteile (2) aufliegt, benutzbar ist.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung der Sprossen (3) an den Seitenteilen (2) im seitlichen Profil eine
Doppel-S-Kurve darstellt, wobei die ersten vier Sprossen (3, 5) an dem jeweiligen
Ende der Seitenteile (2) im seitlichen Profil eine konkave Rundung (7) bilden und
die im mittleren Bereich der Seitenteile (2) angeordneten Sprossen (3) eine konvexe
Rundung (8) bilden.
3. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff für das gesamte Gerät zwischen 25 mm bis 30 mm starkes, verleimtes
Vollholz ist, wobei alle Kanten gerundet sind.
4. Gerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Sprossen (3) eine Breite von 65 mm und einen Abstand (4) zueinander von 24 mm
erfüllen, wobei die beidseitigen Abschlusssprossen (5) einen quadratischen Querschnitt
mit den Maßen 65 x 65 mm besitzen.
5. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile am oberen Rand eine Griffleiste (6) von 25 mm Breite besitzen.
6. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprossen (3) durch Dübelverbindung mit den Seitenteilen (2) verleimt sind.
7. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprossen (3) im mittleren Bereich des Grundelements (1) mit einem Schlitz (16)
zur Aufnahme der Zusatzelemente Riffeldorn (12), Runddorn (13) und Kreuzroller (14)
ausgebildet sind.
8. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprossen (3) im mittleren Bereich des Grundelements (1) mit Bohrungen (17) zur
Aufnahme des mit Aufnahmezapfen ausstatteten Zusatzelements Kreuzdorn (11) ausgebildet
sind.
9. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprossen (5) in der Mitte eine Bohrung (19) für die Aufnahme des mit einem Zapfen
versehenen Nackenpilzes (15) aufweisen.
10. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Grundelement (1) in seiner stabilen Gebrauchslage ein Lendenaufsatz (10) zugeordnet
ist, der auf dem konvexen mittleren Bereich des Grundelements (1) aufsetzbar ist,
wobei der Lendenaufsatz (10) zwei bogenförmigen Seitenwangen besteht, die durch eine
Mehrzahl von parallelen Sprossen derart beabstandet sind, dass der Lendenaufsatz (10)
zwischen die Seitenteile (2) des Grundelements (1) passt, und die Enden der Seitenwangen
des Lendenaufsatzes (10) Ausbuchtungen aufweisen, die mit den Sprossen (3) formschlüssig
korrespondieren.