[0001] Die Erfindung betrifft ein Schneidmesser zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem
Gut, wobei das Schneidmesser Keilform aufweist, mit einer Schneidfläche und, für das
geschnittene Gut, eine Abweisfläche, die im Keilwinkel zueinander angeordnet sind
und deren Schnittgerade die Schneidkante des Schneidmessers bildet. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Schneidmessers.
[0002] Derartige Schneidmesser werden insbesondere verwandt, um gestapeltes, blattförmiges
Gut, beispielsweise einen Papierstapel, im ziehenden Schnitt zu durchtrennen. Das
Gut ruht auf einer ebenen Unterlage und es tritt, sofern nicht im Gegenschnitt geschnitten
wird, das Schneidmesser im unteren Totpunkt in eine Schneidleiste ein. Die Schneidfläche
des Schneidmessers definiert die Schneidebene, während das geschnittene Gut im Bereich
der Abweisfläche des Schneidmessers abgelenkt wird. Bei dem geschnittenen Gut handelt
es sich entweder um einen Nutzen oder um Schneidabfall.
[0003] Derartige Vorrichtungen zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut sind beispielsweise
als Einmesserschneidmaschinen oder Dreischneider ausgebildet.
[0004] In der Praxis zeigt es sich, dass beim Schneiden anfallender Schneidabfall im Bereich
der Schneidzone verbleibt und damit für die weiteren Schnittfolgen nachteilig ist.
Man ist bestrebt, zwischen den einzelnen Schnitten Schneidabfälle vollständig zu entsorgen,
dies geschieht beispielsweise manuell.
[0005] In der DE 31 01 911 A1 ist eine Schneidmaschine beschrieben, bei der der Abweisfläche
des Schneidmessers eine Bürsteneinrichtung zugeordnet ist. Mittels dieser Einrichtung
soll sichergestellt werden, dass beim Anheben des Schneidmessers nach erfolgtem Schnitt
am Schneidmesser anhaftende Schneidabfälle vollständig entfernt werden. In der Praxis
lassen sich hiermit in aller Regel zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Allerdings
lässt sich nicht immer verhindern, dass Schneidgut in der Bürste hängen bleibt.
[0006] In der DE 34 44 952 A1 ist eine Schneidmaschine beschrieben, bei der eine separate
Blasluftdüse vorgesehen ist, mit der Blasluft in Richtung der Abweisfläche des Schneidmessers
geblasen werden kann. Der Luftstrahl tritt dabei im wesentlichen parallel zur Abweisfläche
auf das Schneidmesser auf. Mit einer solchen Vorrichtung lassen sich gleichfalls keine
vollständig zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen, weil die Blasluft in Richtung
des Ortes der Entstehung des Späneabfalls gerichtet ist, somit nicht in Richtung der
eigentlichen gewünschten Abführrichtung des Abfalls und überdies bei sprödem Schneidgut
die Gefahr besteht, dass Schneidabfälle in den Bereich der Blasluftdüse hoch spritzen
und sich zwischen dieser und dem Schneidmesser verklemmen. Eine ähnliche Vorrichtung,
mit demzufolge den selben Nachteilen, ist aus der DE 37 13 897 A1 bekannt.
[0007] In der DE 38 29 682 A2 ist ergänzend zu der vorgenannten Blasluftdüse eine weitere
Blasluftdüse vorgesehen, die unmittelbar hinter der Schneidleiste angeordnet, somit
in den Tisch, der das zu schneidende Gut aufnimmt, integriert ist. Der bauliche Aufwand
einer solchen Vorrichtung ist erheblich, ohne wesentlich zur Verbesserung der Späneabfuhr
beizutragen.
[0008] Die Nachteile der vorstehend diskutierten Vorrichtungen sind noch größer, wenn Schneidgut
zu schneiden ist, das sich elektrostatisch auflädt und demzufolge die Neigung hat,
an metallischen Teilen, wie dem Schneidmesser quasi zu kleben. Solche Schneidabfälle
können durch die vorbeschriebenen Blasluftdüsen bzw. die Bürste nicht oder nicht zufriedenstellend
entfernt werden.
[0009] Aus dem Stand der Technik sind ferner Schneidmesser bekannt geworden, bei denen Blasluft
zur Beeinflussung des Schneidvorgangs Verwendung findet. Es handelt sich hierbei aber
um rotierende Schneidmesser und Vorrichtungen zum Schneiden eines Blattes. Verwiesen
wird beispielsweise auf die DE 101 08 234 A1.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schneidmesser der Eingangs genannten
Art zu schaffen, bei dem sichergestellt ist, dass beim Schnitt erzeugte Schneidabfälle
nicht an diesem haften. Dies soll insbesondere dann gelten, wenn mit dem Schneidmesser
Material geschnitten wird, das dazu neigt, sich elektrostatisch aufzuladen. Aufgabe
der Erfindung ist es ferner, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Messers anzugeben.
[0011] Gelöst wird die Aufgabe bei einem Schneidmesser der Eingangs genannten Art dadurch,
dass es im Bereich die Abweisfläche mit Austrittsöffnungen für Blasluft versehen ist.
[0012] Erfindungsgemäß ist damit vorgesehen, dass die Blasluft aus dem Schneidmesser austritt
und demzufolge jegliches Schneidgut, das die Tendenz hat, am Schneidmesser zu haften,
vom Schneidmesser weggeblasen wird. Dies ist insbesondere von Vorteil bei Schneidgut,
das die Neigung hat, sich elektrostatisch aufzuladen. Dieses Schneidgut wird sicher
von der Abweisfläche des Schneidmessers weggeblasen.
[0013] Wesentlich ist damit, dass die Blasluft aus dem Schneidmesser durch dessen Austrittsöffnungen
ausströmt. In Abhängigkeit von dem zu schneidenden Gut, beispielsweise gestapelten
Blättern aus Seidenpapier, Kunststofffolie, Papier usw. wird das geeignete Druckniveau
der Blasluft gewählt. Es kann sich hierbei durchaus um Druckluft, somit Luft mit relativ
hohem Druck handeln.
[0014] Die Leitung der Blasluft durch das Schneidmesser kann auf unterschiedliche Art und
Weise erfolgen. Gemäß einer baulich besonders einfachen Gestaltung ist vorgesehen,
dass in das Schneidmesser Bohrungen für die Durchleitung der Blasluft integriert sind,
wobei die Bohrungen im Bereich der Abweisfläche des Schneidmessers aus diesem austreten.
Der Durchtrittsquerschnitt für die Blasluft ist damit im wesentlichen unverändert.
Die Bohrungen lassen sich sehr einfach in das Schneidmesser einbringen. Es ist durchaus
denkbar, dass in dem Schneidmesser Düsen gebildet sind, beispielsweise indem die Durchgänge
für die Blasluft sich in Richtung der Austrittsöffnungen bzw. im Bereich der Austrittsöffnungen
konisch verjüngen. Gemäß einer besonders einfachen Gestaltung des Schneidmessers ist
vorgesehen, dass die Bohrungen bzw. Durchlässe für die Blasluft parallel zur Schneidfläche
des Schneidmessers angeordnet sind.
[0015] Es ist durchaus denkbar, die Luft nicht parallel zur Schneidfläche, sondern senkrecht
zur Keilfläche austreten zu lassen.
[0016] Gemäß einer besonders vorteilhaften Gestaltung des Schneidmessers ist vorgesehen,
dass dieses einen Messerträger und eine in diesen eingesetzte Hartmetallschneide aufweist.
Sowohl der Messerträger als auch die Hartmetallschneide sind vorzugsweise mit der
Abweisfläche versehen. Bei einer Ausbildung des Schneidmessers mit Messerträger und
Hartmetallschneide sind die Bohrungen und / oder ein Verbindungskanal, in den die
Bohrungen münden, vorteilhaft zwischen dem Messerträger und der Hartmetallschneide
gebildet.
[0017] Das Zuführen der Blasluft zum Schneidmesser erfolgt beispielsweise mittels mindestens
eines Schlauches, der seitlich des Schneidmessers, bezogen auf eine senkrecht zur
Schneidebene angeordnete Seite, mit dem Schneidmesser verbunden ist. Dieser Schlauch
steht in Verbindung mit einer Druckluftquelle.
[0018] Hergestellt wird das Schneidmesser bevorzugt, indem zunächst Kanäle in den Messerträger
des Schneidmessers eingebracht werden. Die Anordnung der Kanäle erfolgt entsprechend
der Luftführung im Schneidmesser. Anschließend wird der Messerträger mit der Hartmetallschneide
des Schneidmessers verbunden. Aufgrund der Anordnung von Messerträger und Hartmetallschneide
werden die Blasluftdurchlässe im Schneidmesser gebildet, die in die Austrittsöffnungen
münden. In diesem Fall ist es damit nicht erforderlich, Bohrungen in das Schneidmesser
einzubringen, sondern es werden zunächst die Kanäle im Messerträger erzeugt, insbesondere
durch Fräsen. Geschlossen werden die Kanäle, zur Bildung der Durchgänge im Schneidmesser,
durch Verbinden von Messerträger und Hartmetallschneide. Diese Verbindung erfolgt
vorteilhaft durch Löten.
[0019] Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren und den Figuren
selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale und Kombinationen
von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
[0020] In den Figuren ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels dargestellt, ohne
auf dieses beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Ansicht des erfindungsgemäßen Schneidmessers, in Richtung einer Hauptfläche gesehen,
der die Abweisfläche des Schneidmessers zugeordnet ist (Ansicht B gemäß Figur 2) und
- Figur 2
- einen Schnitt durch das Schneidmesser gemäß der Linie A-A in Figur 1, veranschaulicht
in vergrößerter Darstellung.
[0021] Das in den Figuren 1 und 2 gezeigte Schneidmesser findet beispielsweise bei einer
Schneidmaschine Verwendung, wie sie in der DE 31 01 901 A1 oder DE 37 13 897 A1 geoffenbart
ist.
[0022] Das Schneidmesser 1 zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut ist keilförmig
ausgebildet. Es weist eine Schneidfläche 2 und eine Abweisfläche 3 auf. Diese sind
im Keilwinkel zueinander angeordnet. Deren Schnittgerade bildet die Schneidkante 4
des Schneidmessers 1.
[0023] Das Schneidmesser 1 besteht aus einem Messerträger 5, der mit einem Rücksprung zur
Aufnahme einer Hartmetallschneide 6 versehen ist. Die Hartmetallschneide 6 ist bezüglich
des Messerträgers 5 so positioniert, dass die Abweisflächenabschnitte 3a und 3b eine
ebene Abweisfläche 3 bilden. Im oberen Bereich weist das Schneidmesser, nebeneinander
angeordnet, diverse Lochanordnungen 7 auf, wobei jede Lochanordnung 7 durch drei übereinander
angeordnete Gewindebohrungen 8 gebildet ist. Diese dienen der Befestigung des Schneidmessers
1, konkret des Messerträgers 5 an einem nicht gezeigten Messerbalken einer Schneidmaschine
mittels Schrauben. Die übereinander angeordneten Bohrungen 8 sind deshalb vorgesehen,
um bei Abschliff des Schneidmessers 1 infolge dessen Nachschleifens die verminderte
Höhenerstreckung des Schneidmessers 1 ausgleichen zu können.
[0024] Das Schneidmesser 1 durchsetzt, parallel zur Schneidkante 4, ein Luftkanal 9, und
es gehen von diesem eine Vielzahl weiterer Luftkanäle 10 senkrecht ab, deren Austrittsöffnungen
11 sich im Bereich der Abweisfläche 3 befinden.
[0025] Hergestellt werden die Luftkanäle 9 und 10, indem entsprechend deren Verlauf, vor
dem Verlöten der Hartmetallschneide 6 mit dem Messerträger 5, Nuten in den Messerträger
5 im Bereich dessen Aussparung eingefräst werden. In diese Aussparung des Messerträgers
5 wird dann die Hartmetallschneide 6 eingesetzt und mit dem Messerträger 5 verlötet.
Beim Auflegen der Hartmetallschneide 6 auf den Messerträger 5 werden die Nuten geschlossen,
womit die Luftkanäle 9 und 10 gebildet sind. Auf gegenüberliegenden Seiten des Schneidmessers
1, somit im Bereich der Austrittsöffnungen des Luftkanals 9 werden Anschlüsse 12 mit
dem Schneidmesser 1 befestigt, mit denen Schläuche 13 verbunden werden. Durch diese
wird Druckluft den Luftkanälen 9 und 10 zugeführt. Vorzugsweise ist die Druckluftzufuhr
so getaktet, dass sie beim Niedergang des Schneidmessers, somit beim Schnitt, und
beim Rückhub des Schneidmessers zugeführt wird.
[0026] Statt der Zuführung der Druckluft mittels eines Schlauches zum Schneidmesser kann
durchaus eine Verbindung zwischen Messerbalken und dem Messerträger vorgesehen sein,
durch die Druckluft geführt werden kann. Beim Befestigen des Messerträgers am Messerbalken
werden Luftbohrungen im Messerbalken und im Messerträger gekuppelt. Am Messerbalken
oder Messerträger sind entsprechend Kupplungselemente vorzusehen, die bei mit dem
Messerbalken verbundenem Messerträger zusammenwirken und eine fluiddichte Verbindung
zwischen diesen Teilen gewährleisten. Der Wechsel des Schneidmessers kann somit wie
üblich vonstatten gehen, wobei automatisch die Kupplung der Luftanschlüsse erfolgt.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Schneidmesser
- 2
- Schneidfläche
- 3
- Abweisfläche
- 3a
- Abschnitt
- 3b
- Abschnitt
- 4
- Schneidkante
- 5
- Messerträger
- 6
- Hartmetallschneide
- 7
- Lochanordnungen
- 8
- Gewindebohrungen
- 9
- Luftkanal
- 10
- Luftkanal
- 11
- Austrittsöffnung
- 12
- Anschluss
- 13
- Schlauch
1. Schneidmesser (1) zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut, wobei das Schneidmesser
(1) Keilform aufweist, mit einer Schneidfläche (2) und, für das geschnittene Gut,
einer Abweisfläche (3), die im Keilwinkel zueinander angeordnet sind, und deren Schnittgerade
die Schneidkante (4) des Schneidmessers (1) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidmesser (1) im Bereich der Abweisfläche (3) mit Austrittsöffnungen (11)
für Blasluft versehen ist.
2. Schneidmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in das Schneidmesser (1) Bohrungen bzw. Kanäle (9, 10) für Blasluft integriert sind,
wobei die Bohrungen bzw. Kanäle (9, 10) im Bereich der Abweisfläche (3) des Schneidmesser
(1) aus diesem austreten.
3. Schneidmesser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen bzw. Kanäle (9, 10) an eine Druckluftzufuhr (13) anschließbar sind.
4. Schneidmesser nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen bzw. Kanäle (10) in einen Verbindungskanal (9) münden, der an eine
Druckluftzufuhr (13) anschließbar ist.
5. Schneidmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Messerträger (5) und eine in diesen eingesetzte Hartmetallschneide (6) aufweist.
6. Schneidmesser nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen bzw. Kanäle (9, 10) zwischen dem Messerträger (5) und der Hartmetallschneide
(6) gebildet sind.
7. Schneidmesser nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hartmetallschneide (6) und der Messerträger (5) mittels einer Lötverbindung miteinander
verbunden sind.
8. Schneidmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zuführen der Blasluft mindestens ein Schlauch (13) vorgesehen ist, der seitlich
des Schneidmessers (1), bezogen auf eine senkrecht zur Schneidfläche (2) angeordnete
Seite, mit dem Schneidmesser (1) verbunden ist.
9. Schneidmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen bzw. Luftkanäle (9, 10) parallel zur Schneidfläche (2) angeordnet sind.
10. Verfahren zum Herstellen eines Schneidmessers mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1, mit folgenden Schritten:
- Einbringen von Kanälen (9, 10) in einen Messerträger (5) des Schneidmessers (1),
- Verbinden von Messerträger (5) und einer Hartmetallschneide (6) des Schneidmessers
(1), wobei aufgrund der Anordnung von Messerträger (5) und Hartmetallschneide (6)
Blasluftdurchlässe (9, 10) im Schneidmesser (1) gebildet werden, die in die Austrittsöffnungen
(11) münden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Hartmetallschneide (6) und der Messerträger
(5) durch Löten miteinander verbunden werden.