[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Hestellung eines Folienmaterials für Datenträger,
Wertdokumente und Verpackungen, das eine räumlich aufgelöste magnetische Codierung
aufweist.
[0002] Aus der
EP 0 516 790 B1 ist ein Sicherheitsdokument mit einem Sicherheitselement in Form eines Fadens oder
Bandes aus transparentem Kunststoffmaterial bekannt, das eine metallische Schicht
mit Aussparungen in Form von Zeichen oder Mustern aufweist, wobei über oder unter
dieser Metallschicht eine weitere magnetische Schicht derart angeordnet ist, dass
wenigstens die lesbaren Aussparungen frei bleiben.
[0003] Aus der
EP 0 310 707 B1 ist ein Dokument mit magnetisch detektierbaren Sicherheitsmerkmalen bekannt, die
Bereiche mit variierbarer Magnetfeldstärke aufweisen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es ein Verfahren zur Hestellung eines Folienmaterials
mit magnetischer Codierung bereitzustellen, bei dem eine definierte magnetische Codierung
räumlich aufgelöst detektiert werden kann.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung eines Folienmaterials
mit magnetischer Codierung, aufweisend ein flexibles Trägersubstrat, wobei eine magnetpigmenthaltige
oder eine metallische magnetische Druckfarbe mittels eines laserbelichteten Zylinders
oder einer Druckplatte derart auf das Trägersubstrat verdruckt wird, dass der Magnetcode
gleichzeitig mit Aussparungen in Form von Mustern, Zeichen, Buchstaben, geometrischen
Figuren, Linien und Guillochen durch Dickenmodulation der magnetischen Schicht erzeugt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetpigmenthaltige oder eine metallische
magnetische Druckfarbe mittels eines laserbelichteten Zylinders oder einer Druckplatte
mit flächen- und tiefenvariablen Strukturen verdruckt wird.
[0006] Ein Sicherheitsmerkmal ist auf einfache Weise in der gewünschten Erscheinungsform
und mit der gewünschten definierten magnetischen räumlich aufgelösten Codierung erfindungsgemäß
herstellbar.
[0007] Als Trägersubstrat für ein Sicherheitsmerkmal kommen beispielsweise Trägerfolien
vorzugsweise flexible Kunststofffolien, beispielsweise aus PI, PP, MOPP, PE, PPS,
PEEK, PEK, PEI, PSU, PAEK, LCP, PEN, PBT, PET, PA, PC, COC, POM, ABS, PVC in Frage.
Die Trägerfolien weisen vorzugsweise eine Dicke von 5 - 700 µm, bevorzugt 5 - 200
µm, besonders bevorzugt 5 - 50 µm auf.
Ferner können als Trägersubstrat auch Metallfolien, beispielsweise AI-, Cu-, Sn-,
Ni-, Fe- oder Edelstahlfolien mit einer Dicke von 5 - 200 µm, vorzugsweise 10 bis
80 µm, besonders bevorzugt 20 - 50 µm dienen. Die Folien können auch oberflächenbehandelt,
beschichtet oder kaschiert beispielsweise mit Kunststoffen oder lackiert sein.
Ferner können als Trägersubstrate auch Papier oder Verbunde mit Papier, beispielsweise
Verbunde mit Kunststoffen mit einem Flächengewicht von 20 - 500 g/m
2, vorzugsweise 40 - 200 g/m
2. verwendet werden.
[0008] Ferner können als Trägersubstrate Gewebe oder Vliese, wie Endlosfaservliese und Stapelfaservliese,
die gegebenenfalls vernadelt oder kalandriert sein können, verwendet werden. Vorzugsweise
bestehen solche Gewebe oder Vliese aus Kunststoffen, wie PP, PET, PA und PPS, es können
aber auch Gewebe oder Vliese aus natürlichen, gegebenenfalls behandelten Fasern, wie
Viskosefaservliese eingesetzt werden. Die eingesetzten Gewebe oder Vliese weisen ein
Flächengewicht von etwa 20 g/m
2 bis 500 g/m
2 auf. Gegebenenfalls können diese Gewebe oder Vliese oberflächenbehandelt sein.
[0009] Das Trägersubstrat wird mit einer Farbe oder einem Lack mit magnetischen Eigenschaften
bedruckt.
[0010] Geeignet zur in situ Herstellung codierter magnetischer Merkmale sind Magnetfarben,
die in der Lage sind magnetische Felder mit hoher Flussdichte hervorzurufen oder Magnetfelder
hoher Dichte zu leiten. Der messbare Gradient des magnetischen Flusses wird durch
Dickenmodulation der magnetischen Schichten erzeugt.
[0011] Besonders geeignet sind Magnetpigmentfarben mit Pigmenten auf Basis von Fe-oxiden,
wie Fe
2O
3 oder Fe
3O
4, Eisen, Nickel, Cobalt und deren Legierungen, Cobalt/Samarium, Barium oder Cobalt-ferrite,
hart- und weich magnetische Eisen- und Stahlsorten in wässrigen bzw. lösungsmittelhaltigen
Dispersionen. Als Lösungsmittel kommen beispielsweise i-Propanol, Ethylacetat, Methylethylketon,
Methoxypropanol, Aliphate oder Aromate und deren Mischungen in Frage.
Vorzugsweise sind die Pigmente in Acrylat- Polymerdispersionen mit einem Molekulargewicht
von 150.000 bis 300.000, in Acrylat-Urethan-Dispersionen, Acrylat- Styrol oder PVC-haltigen
Dispersionen oder in lösemittelhaltige derartige Dispersionen eingebracht.
[0012] Insbesondere geeignet sind Magnetfarben mit Pigmenten auf Basis von Cr/Ni-Stahl,
Al/Fe
3O
4 und dergleichen. Diese Magnetfarben zeigen im Gegensatz zu den konventionellen Magnetfarben,
die schwarz, braun oder grau erscheinen, ein silbriges Erscheinungsbild und weisen
gleichzeitig die oben beschriebenen erforderlichen magnetischen Eigenschaften auf.
Dadurch ist es möglich, das für viele Anwendungen erwünschte bzw. erforderliche metallisch
glänzende Erscheinungsbild in einem Arbeitsgang bereits durch Verdrucken dieser Magnetfarben
zu erzeugen. Ein Überdrucken bzw. Beschichten mit metallischen oder Metall-Schichten
zur Erzeugung des gewünschten Erscheinungsbildes ist daher nicht nötig, kann aber
beispielsweise zur Einbringung weiterer identifikationsmerkmale problemlos erfolgen.
[0013] Derartige beschriebene Magnetfarben ermöglichen es den notwendigen Gradienten des
magnetischen Flusses über geringe Schichtdickenänderungen zu erzeugen.
[0014] Das Bedrucken erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines laserbelichteten Zylinders oder
einer Druckplatte vorzugsweise im Tiefdruckverfahren, wobei das Druckwerkzeug (Zylinder
oder Druckplatte) so ausgestaltet ist, dass die codierte magnetische Schicht gegebenenfalls
gleichzeitig mit den abzubildenden Zeichen, Mustern, Buchstaben, geometrischen Figuren,
Linien und Guillochen gedruckt werden kann.
[0015] Nach den derzeit bekannten Verfahren zur Herstellung von laserbelichteten Druckwerkzeugen
(Scheppersverfahren, Thinkverfahren) ist die Herstellung von flächenvariablen, aber
nicht tiefenvariablen Strukturen auf dem Druckwerkzeug möglich.
[0016] Nachfolgend wird ein Verfahren zur Herstellung eines sowohl flächen- als auch tiefenvariablen
Druckwerkzeugs am Beispiel eines Druckzylinders beschrieben.
[0017] Ein Zylinderrohling, der für den Tiefdruck geeignet ist, wird mit einer mindestens
80 µm dicken Kupferschicht, beispielsweise in einem bekannten galvanischen Verfahren
versehen, wobei je nach Material des Rohlings, beispielsweise Aluminium und Eisen
gegebenenfalls vorher eine Haftvermittlerschicht, beispielsweise aus Nickel aufgebracht
werden kann. Die Dicke der Kupferschicht beträgt mindestens 80 µm, üblicherweise 100
- 1500 µm, bevorzugt 250 - 500 µm.
[0018] Der Zylinderrohling wird auf genaues Umfangmaß abgedreht und anschließend auf die
entsprechende Rauhigkeit geschliffen. Vorzugsweise beträgt der Rauhigkeitswert Ra
0,03 - 2,0, besonders bevorzugt 0,05 - 1,5, insbesondere 0,06 - 1,2.
[0019] Anschließend wird auf einer Gravurmaschine, beispielsweise einer Gravurmaschine der
Hersteller Hell oder Ohio an der Seite ein Passkreuz in definierter Größe, beispielsweise
5x5mm, Stärke 0,2 mm aufgraviert.
[0020] Der so vorbereitete Zylinder wird mit einem handelsüblichen Photoresist, beispielsweise
LD 100 der Fa. OHKA Kogyo Ltd., beschichtet. Die Dicke dieser Beschichtung beträgt
etwa 3 - 5 µm.
[0021] Anschließend wird der Zylinder gegebenenfalls mit einem Overcoat mit einer Schichtdicke
von 1 - 5 µm versehen, beispielsweise mit OC-40 der oben genannten Firma oder mit
einer analogen ähnlichen handelsüblichen Zusammensetzung.
[0022] Anschließend wird der Zylinder belichtet, beispielsweise mit einem Ar/Ne-Laser. Zur
Steuerung des Nullweitenpunkts und des Nordimpulses wird am Laser mit Hilfe einer
Optik und einer Kamera (CCD-Kamera) der Referenzpunkt festgelegt.
Dabei werden die als Schutzschicht benötigten Teile belichtet. Üblicherweise weist
der Laserstrahl eine Werkzeugbreite von 5 µm auf, was einer Auflösung von 40.000 Punkten/mm
2 entspricht.
[0023] Anschließend wird der belichtete Zylinder entwickelt, beispielsweise in einer Natriumcarbonatlösung
(0,5% Lösung), daran schließt üblicherweise ein Reinigungsvorgang mit Wasser an, worauf
der Zylinder getrocknet wird
[0024] Der belichtete und entwickelte Zylinder wird nun auf die erste gewünschte Tiefe mit
einer CuCl
2-Lösung geätzt, oder es wird mittels eines bekannten galvanischen Verfahrens die Dicke
der Kupferschicht an der Oberfläche entsprechend reduziert.
Anschließend wird die erste Photoresistschicht entfernt, worauf wiederum ein neuer
Photoresist, wie oben beschrieben, aufgebracht wird, eine weitere Belichtung erfolgt
und anschließend die Ätzung bzw. der galvanische Kupferabtrag auf die gewünschte zweite
Tiefe erfolgt.
Auf diese Weise können unterschiedliche Tiefen auf dem Zylinder bzw. dem Druckwerkzeug
hergestellt werden. Das beschriebene Verfahren ist so oft wiederholbar, bis man gegebenenfalls
auf die Haftvermittlerschicht trifft.
[0025] Als erste Tiefe sind beispielsweise in Abhängigkeit von den gewünschten Strukturen
und der gewünschten magnetischen Codierung 10 - 150 µm, vorzugsweise 12 - 80 µm, besonders
bevorzugt 50 - 60 µm denkbar, für die zweite Tiefe 10 - 150 µm, vorzugsweise 12 -
80 µm, besonders bevorzugt 30 - 40 µm denkbar.
Je nach Geometrie und Anordnung der Vertiefungen erfolgt im ersten Schritt entweder
die Erzeugung der größten Tiefe bzw. der geringsten Ätztiefe.
[0026] Auf analoge Weise ist die Herstellung einer Druckplatte möglich.
[0027] Bei Verwendung geeigneter Laserenergie sind analog auch Keramikzylinder oder andere
Metallzylinder mit der erfindungsgemäßen flächen - und tiefenvariablen Oberfläche
herstellbar.
Ferner können derartige Strukturen auch unter Verwendung eines Stichels oder eines
Rasters in Abwandlung konventioneller Verfahren hergestellt werden.
[0028] Ein derart mit einer flächen- und tiefenvariablen Oberfläche versehenes Druckwerkzeug
wird zur Herstellung des erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmals verwendet. Durch die
Tiefenmodulation wird bei Verdrucken einer entsprechenden magnetischen Druckfarbe
eine Signalmodulation erreicht.
[0029] Dabei wird die magnetische Druckfarbe in unterschiedlicher Dicke und Form entsprechend
der Oberfläche des Druckwerkzeugs in einem Arbeitsschritt auf das Trägersubstrat aufgebracht.
[0030] Das Trägersubstrat kann bereits funktionelle oder dekorative Schichten aufweisen,
oder es können nach Aufbringen der magnetisch codierten Schicht weitere Schichten
aufgebracht werden.
[0031] Die Trägersubstrate können aber auch bereits zusätzlich eine Lack- oder Farbschicht
aufweisen, die unstrukturiert oder strukturiert, beispielsweise geprägt sein kann.
Die Lackschicht kann beispielsweise eine releasefähige Transferlackschicht sein, sie
kann durch Strahlung, beispielsweise UV-Strahlung vernetzt oder vernetzbar sein und
kratzfest und/oder antistatisch ausgerüstet sein. Geeignet sind sowohl wässrige als
auch feste Lacksysteme, insbesondere auch Lacksysteme auf Basis Polyester-Acrylat
oder Epoxyacrylat Kolophonium-, Acrylat-, Alkyd-, Melamin-, PVA-, PVC-, Isocyanat-,
Urethansysteme, die konventionell oder reaktiv härtend Gemisch oder strahlungshärtend)
sein können.
[0032] Als Farb- bzw. Lackschichten können jeweils verschiedenste Zusammensetzungen verwendet
werden. Die Zusammensetzung der einzelnen Schichten kann insbesondere nach deren Aufgabe
variieren, also ob die einzelnen Schichten ausschließlich Dekorationszwecken dienen
oder eine funktionelle Schicht sein sollen oder ob die Schicht sowohl eine Dekorationsals
auch eine funktionelle Schicht sein soll.
[0033] Diese Schichten können pigmentiert oder nicht pigmentiert sein. Als Pigmente können
alle bekannten Pigmente, wie beispielsweise Titandioxid, Zinksulfid, Kaolin, ITO,
ATO, FTO, Aluminium, Chrom- und Siliciumoxide als auch farbige Pigmente verwendet
werden. Dabei sind lösungsmittelhaltige Lacksysteme als auch System ohne Lösungsmittel
verwendbar.
[0034] Als Bindemittel kommen verschiedene natürliche oder synthetische Bindemittel in Frage.
[0035] Diese weiteren bereits auf dem Trägersubstrat vorhandenen oder im Anschluss aufgebrachten
funktionellen Schichten beispielsweise können bestimmte chemische, physikalische und
auch optische Eigenschaften aufweisen.
[0036] Die optischen Eigenschaften einer weiteren Schicht lassen sich durch sichtbare Farbstoffe
bzw. Pigmente, lumineszierende Farbstoffe bzw. Pigmente, die im sichtbaren, im UV-Bereich
oder im IR-Bereich fluoreszieren bzw. phosphoreszieren, Effektpigmente, wie Flüssigkristalle,
Perlglanz, Bronzen und/oder Multilayer-Farbumschlagpigmente und wärmeempfindliche
Farben bzw. Pigmente beeinflussen. Diese sind in allen möglichen Kombinationen einsetzbar.
Zusätzlich können auch phosphoreszierende Pigmente allein oder in Kombination mit
anderen Farbstoffen und/oder Pigmenten eingesetzt werden.
[0037] Ferner können auch elektrisch leitfähige Schichten auf dem Substrat vorhanden sein,
oder anschließend aufgebracht werden, beispielsweise elektrisch leitfähige polymere
Schichten oder leitfähige Farb- oder Lackschichten.
[0038] Zur Einstellung der elektrischen Eigenschaften können der aufzubringenden Farbe bzw.
dem aufzubringenden Lack, beispielsweise Graphit, Ruß, leitfähige organische oder
anorganische Polymere, Metallpigmente (beispielsweise Kupfer, Aluminium, Silber, Gold,
Eisen und Chrom, Metalllegierungen wie Kupfer-Zink oder Kupfer-Aluminium oder auch
amorphe oder kristalline keramische Pigmente wie ITO, ATO und FTO zugegeben werden.
Weiters können auch dotierte oder nicht dotierte Halbleiter wie beispielsweise Silicium,
Germanium oder dotierte oder nicht dotierte polymere Halbleiter oder lonenleiter wie
amorphe oder kristalline Metalloxide oder Metallsulfide als Zusatz verwendet werden.
Ferner können zur Einstellung der elektrischen Eigenschaften der Schicht polare oder
teilweise polare Verbindungen wie Tenside, oder unpolare Verbindungen wie Silikonadditive
oder hygroskopische oder nicht hygroskopische Salze verwendet oder dem Lack zugesetzt
werden.
[0039] Als Schicht mit elektrischen Eigenschaften kann auch eine vollflächige oder partielle
Metallschicht aufgebracht werden, wobei die partielle Aufbringung mittels eines Ätzverfahrens
(Aufbringung einer vollflächigen Metallschicht und anschließende partielle Entfernung
durch Ätzen) oder mittels eine Demetallisierungsverfahrens erfolgen kann.
Bei Verwendung eines Demetallisierungsverfahrens wird in einem ersten Schritt vorzugsweise
eine in einem Lösungsmittel lösliche Farbe (gegebenenfalls in Form einer inversen
Codierung) aufgebracht, anschließend wird, gegebenenfalls nach Aktivierung des Trägersubstrats
durch eine Plasma- oder Coronabehandlung, die metallische Schicht aufgebracht, worauf
die lösliche Farbschicht durch Behandlung mit einem geeigneten Lösungsmittel samt
der in diesen Bereichen vorhandenen Metallisierung abgelöst wird.
[0040] Ferner kann als elektrisch leitfähige Schicht auch eine elektrisch leitfähige Polymerschicht
aufgebracht werden. Die elektrisch leitfähigen Polymeren können beispielsweise Polyanilin
oder Polyethylendioxythiophen sein.
[0041] Es ist auch möglich der verwendeten Magnetfarbe, beispielsweise Ruß oder Graphit
zuzusetzen, wodurch eine gleichzeitig magnetische als auch elektrisch leltfähige Schicht
in definierter Codierung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren besonders vorteilhaft
herstellbar ist.
[0042] Ferner kommen als zusätzliche Sicherheitsmerkmale auch weitere Oberflächenreliefstrukturen,
beispielsweise Beugungsgitter und Hologramme in Frage, wobei diese Strukturen gegebenenfalls
auch metallisiert oder partiell metallisiert sein können.
[0043] Zur Herstellung derartiger Oberflächenstrukturen wird vorerst UV-härtbarer tiefziehfähiger
Lack aufgebracht. Anschließend kann beispielsweise eine Oberflächenstruktur durch
Abformen einer Matrize in diesen Lack, der zum Zeitpunkt der Abformung bis zum Gelpunkt
vorgehärtet ist, hergestellt, worauf anschließend der strahlungshärtbare Lack nach
Aufbringung der Oberflächenstruktur vollständig ausgehärtet wird.
[0044] Durch die Verwendung des UV-härtbaren Lacks sind nach der Aushärtung darauf aufgebrachte
Schichten, auch eine gegebenenfalls eingebrachte Oberflächenstruktur, auch unter Temperaturbelastung
stabil.
[0045] Der strahlungshärtbare Lack kann beispielsweise ein strahlungshärtbares Lacksystem
auf Basis eines Polyester-, eines Epoxy oder Polyurethansystems das zwei oder mehr
verschiedene, dem Fachmann geläufige Photoinitiatoren enthält, die bei unterschiedlichen
Wellenlängen eine Härtung des Lacksystems in unterschiedlichem Ausmaß initiieren können.
So kann beispielsweise ein Photoinitiator bei einer Wellenlänge von 200 bis 400 nm
aktivierbar sein, der zweite Photoinitiator dann bei einer Wellenlänge von 370 bis
600 nm. Zwischen den Aktivierungswellenlängen der beiden Photoinitiatoren sollte genügend
Differenz eingehalten werden, damit nicht eine zu starke Anregung des zweiten Photointiators
erfolgt, während der erste aktiviert wird. Der Bereich, in dem der zweite Photoinitiator
angeregt wird, sollte im Transmissionswellenlängenbereich des verwendeten Trägersubstrats
liegen. Für die Haupthärtung (Aktivierung des zweiten Photoinitiators) kann auch Elektronenstrahlung
verwendet werden.
[0046] Als strahlungshärtbarer Lack kann auch ein wasserverdünnbarer Lack verwendet werden.
Bevorzugt werden Lacksysteme auf Polyesterbasis.
[0047] Ferner können die erfindungsmäßigen Sicherheitselemente mit einer Schutzlackschicht
ein- oder beidseitig versehen sein. Der Schutzlack kann pigmentiert oder nicht pigmentiert
sein, wobei als Pigmente alle bekannte Pigmente oder Farbstoffe, beispielsweise TiO
2, ZnS, Kaolin, ATO, FTO, Aluminium, Chrom- und Siliziumoxide oder beispielsweise organische
Pigmente wie Pthalocyaninblau, i-Indolidgelb und Dioxazinviolett verwendet werden
können. Ferner können lumineszierende Farbstoffe bzw. Pigmente, die im sichtbaren,
im UV-Bereich oder im IR-Bereich fluoreszieren bzw. phosphoreszieren, Effektpigmente
wie Flüssigkeitskristalle, Perlglanz, Bronzen und/oder Multilayer-Farbumschlagpigmente
und wärmeempfindliche Farben bzw. Pigmente zugegeben werden. Diese sind in allen möglichen
Kombinationen einsetzbar. Zusätzlich können auch phosphoreszierende Pigmente allein
oder in Kombination mit anderen Farbstoffen und/oder Pigmenten eingesetzt werden.
[0048] Ferner kann ein Sicherheitselement mit einem Heiß- oder Kaltsiegelkleber oder einer
Selbstklebebeschichtung zur Aufbringung auf das zu schützende Wertdokument oder eine
Verpackung versehen sein.
[0049] Es ist auch möglich das Sicherheitselement mit einem weiteren Trägersubstrat, das
gegebenenfalls weitere funktionelle Schichten aufweist, zu kaschieren.
[0050] Die Sicherheitselemente werden gegebenenfalls nach entsprechender Konfektionierung
(beispielsweise zu Fäden, Bändern, Streifen, Patches oder anderen Formaten) daher
a!s Sicherheitsmerkmale in Datenträgern, insbesondere Wertdokumenten wie Ausweisen,
Karten, Banknoten oder Etiketten und Siegeln, aber auch in Verpackungsmaterialien
für sensible Güter, wie Pharmazeutika, Lebensmittel, Kosmetika, Datenträger und elektronische
Bauteile verwendet. Ferner können die Sicherheitselemente auf Verpackungsmaterialien
für unterschiedlichste Güter, beispielsweise auf Folien, Papier, Schachteln und Kartons
appliziert werden.
Beispiele:
Beispiel 1:
[0051] Es wird ein Zylinder mit einem Profil entsprechend Fig. 1 hergestellt. Ein Zylinderrohling
aus Aluminium wird eine 5 µm dicke Haftvermittlerschicht aus Nickel aufgebracht. Anschließend
wird galvanisch eine 300 µm dicke Kupferschicht abgeschieden.
Der Zylinderrohling wird auf genaues Umfangmaß abgedreht und anschließend auf eine
Rauhigkeit Ra von 0,09 geschliffen.
Anschließend wird auf einer Gravurmaschine, beispielsweise einer Gravurmaschine des
Typs Hell oder Ohio an der Seite ein Passkreuz (5 x 5 mm, Stärke 0,2 mm) aufgraviert.
Der so vorbereitete Zylinder wird mit einer 4 µm dicken Schicht des Photoresists LD
100 der Fa. OHKA, beschichtet.
Anschließend wird der Zylinder gegebenenfalls mit einem Overcoat mit einer Schichtdicke
von 2 µm versehen, (OC-40).
[0052] Die Belichtung erfolgt mit einem Ar/Ne-Laser mit einer Werkzeugbreite von 5 µm nach
Festelegung des Referenzpunktes, worauf der belichtete Zylinder in einer 0,5% Natriumcarbonatlösung
entwickelt wird.
[0053] Der belichtete und entwickelte Zylinder wird nun auf die erste gewünschte Tiefe mit
einer CuCl
2-Lösung geätzt, wobei in diesem Fall mit der größten Tiefe begonnen wird. Die Tiefe
der Ätzung beträgt 150 µm.
[0054] Anschließend wird die erste Photoresistschicht entfernt, worauf wiederum ein neuer
Photoresist wie oben beschrieben aufgebracht wird, eine weitere Belichtung erfolgt
und anschließend die Ätzung auf eine Tiefe von 80 µm erfolgt.
Für den dritten Ätzvorgang wird nach Entfernen der Photoresistschicht, Aufbringen
einer neuen Photoresistschicht, Belichtung und Entwicklung eine Ätztiefe von 40 µm
gewählt.
[0055] Mittels eines derart hergestellten Tiefdruckzylinders wird eine Magnetfarbe bestehend
aus 40 % Cr/Ni-Stahlpigmenten (3µm) in einer Acrylat-Polymerdispersion auf eine Polyesterfolie
einer Dicke von 7 µm aufgebracht.
[0056] Die Koerzitivfeldstärke betrug 90 Oerstedt, die Flussdichte 200 - 600 nW/m, moduliert
Beispiel 2:
[0057] Es wird ein Zylinder mit einem Profil entsprechend Fig. 2 hergestellt.
Dabei wird der Zylinder analog Beispiel 1 vorbereitet und es werden wiederum 3 unterschiedliche
Ätztiefen vorgesehen. Der Ätzvorgang kann dabei entweder mit der größten Tiefe oder
mit der geringsten Tiefe begonnen werden. Es wurden folgende Ätztiefen vorgesehen:
120 µm, 70 µm und 10 µm.
[0058] Mittels dieses Zylinders wird eine Magnetpigmentfarbe mit 20% Fe
2O
3 - Pigmenten in Nitrocellulose auf eine Polypropylenfolie einer Dicke von 5 µm aufgebracht.
[0059] Die Koerzitivfeldstärke betrug 250 Oerstedt, die Flussdichte 100 - 400 nW/m, moduliert.
1. Verfahren zur Herstellung eines Folienmaterials mit magnetischer Codierung, aufweisend
ein flexibles Trägersubstrat, wobei eine magnetpigmenthaltige oder eine metallische
magnetische Druckfarbe mittels eines laserbelichteten Zylinders oder einer Druckplatte
derar auf das Trägersubstrat verdruckt wird, dass der Magnetcode gleichzeitig mit
Aussparungen in Form von Mustern, Zeichen, Buchstaben, geometrischen Figuren, Linien
und Guillochen durch Dickenmodulation der magnetischen Schicht erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetpigmenthaltige oder eine metallische magnetische Druckfarbe mittels eines
laserbelichteten Zylinders oder einer Druckplatte mit flächen- und tiefenvariablen
Strukturen verdruckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Folienmaterial zusätzlich weitere funktionelle und/oder dekorative Schichten
aufgebracht werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Folienmaterial zusätzlich elektrisch leitfähige und/oder optisch wirksame
und/oder farbgebende Schichten aufgebracht werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten vollflächig oder partiell auf das Folienmaterial aufgebracht werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial ein- oder beidseitig mit einer Schutzlackschicht versehen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzlackschicht pigmentiert ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial mit einem oder mehreren Trägersubstrat(en), das/die gegebenenfalls
funktionelle und/oder dekorative Schichten aufweist/aufweisen, kaschiert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kaschierkleber pigmentiert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial ein- oder beidseitig mit einem Heiß- oder Kaltsiegelkleber oder
einer selbstklebenden Beschichtung versehen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Heiß- oder Kaltsiegelkleber bzw. die selbstklebende Beschichtung vollflächig
oder partiell oder strukturiert aufgebracht ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Heiß- oder Kaltsiegelkleber bzw. die selbstklebende Beschichtung pigmentiert
ist.
1. Process for manufacturing a film material with magnetic coding, having a flexible
carrier substrate, a printing ink containing magnetic pigment or a metallic magnetic
printing ink being printed onto the carrier substrate by means of a laser-exposed
cylinder or a printing plate in such a way that the magnetic code is produced simultaneously
with recesses in the form of patterns, symbols, letters, geometric figures, lines
and guilloches by means of thickness modulation of the magnetic layer, characterized in that the printing ink containing magnetic pigment or a metallic magnetic printing ink
is printed by means of a laser-exposed cylinder or a printing plate having variable-area
and variable-depth structures.
2. Process according to Claim 1, characterized in that further functional and/or decorative layers are additionally applied to the film
material.
3. Process according to either of Claims 1 and 2, characterized in that electrically conductive and/or optically active and/or chromophoric layers are additionally
applied to the film material.
4. Process according to either of Claims 2 and 3, characterized in that the layers are applied all over or partially to the film material.
5. Process according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the film material is provided with a protective varnish layer on one or both sides.
6. Process according to Claim 5, characterized in that the protective varnish layer is pigmented.
7. Process according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the film material is laminated with one or more carrier substrate(s) which has/have
possibly functional and/or decorative layers.
8. Process according to Claim 7, characterized in that the laminating adhesive is pigmented.
9. Process according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the film material is provided with a hot-melt or cold-seal adhesive or a self-adhesive
coating on one or both sides.
10. Process according to Claim 9, characterized in that the hot-melt or cold-seal adhesive or the self-adhesive coating is applied all over
or partially or in a structured manner.
11. Process according to Claim 10, characterized in that the hot-melt or cold-seal adhesive or the self-adhesive coating is pigmented.
1. Procédé servant à fabriquer un matériau de type film comprenant un codage magnétique,
présentant un substrat de support flexible, sachant qu'une encre d'impression contenant
des pigments métalliques ou une encre d'impression métallique magnétique est appliquée
au moyen d'un cylindre à éclairage laser ou au moyen d'une plaque d'impression de
telle manière sur le substrat de support que le code magnétique est dans le même temps
généré avec des évidements sous la forme de motifs, de caractères, de lettres, de
figures géométriques, de lignes et de guillochés par une modulation d'épaisseur de
la couche magnétique, caractérisé en ce que l'encre d'impression contenant des pigments magnétiques ou une encre d'impression
métallique magnétique est appliquée, au moyen d'un cylindre à éclairage laser ou au
moyen d'une plaque d'impression, avec des structures à surfaces et à profondeurs variables.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'en supplément d'autres couches fonctionnelles et/ou décoratives sont appliquées sur
le matériau de type film.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce qu'en supplément des couches électroconductrices et/ou à action optique et/ou à effet
colorant sont appliquées sur le matériau de type film.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 à 3, caractérisé en ce que les couches sont appliquées sur toute la surface ou en partie sur le matériau de
type film.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le matériau de type film est pourvu, sur un côté ou sur les deux côtés, d'une couche
de vernis de protection.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la couche de vernis de protection est pigmentée.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le matériau de type film est contrecollé à un ou à plusieurs substrats de support,
qui présentent éventuellement des couches fonctionnelles et/ou décoratives de support.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que la colle de contrecollage est pigmentée.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le matériau de type film est pourvu, d'un côté ou des deux côtés, d'une colle de
scellement à chaud ou à froid ou d'un revêtement autocollant.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que la colle de scellement à chaud ou à froid ou le revêtement autocollant est appliqué(e)
sur toute la surface ou en partie ou de manière structurée.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que la colle de scellement à chaud ou à froid ou le revêtement autocollant est pigmenté(e).