[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten,
Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen Massen, insbesondere Fugenmassen bei
Verfugungs- bzw. Abdichtungsarbeiten, auf ein Führungselement zum Führen eines solchen
Werkzeugs sowie auf eine Kombination und Verwendung der Kombination aus einem solchen
Werkzeug und Führungselement.
[0002] Es sind verschiedene Werkzeuge zum Verarbeiten von plastischen Fugenmassen bekannt,
die bei Verfugungsarbeiten in nahezu 90° Winkelbereichen (d. h. z. B. in einem Verbindungsbereich
einer Wand mit dem Boden) seitlich geneigt oder grundsätzlich aufgrund ihrer Form
seitlich und nach vorne (d. h. z. B. zur Wand und zum Boden hin) geneigt abgezogen
werden müssen, um diese Fugen zu überbrücken.
[0003] Bei Werkzeugen deren Schneidkanten, welche die Dichtungsmassen formen, nicht im rechten
Winkel zueinander angebracht sind, wird das Werkzeug grundsätzlich seitlich und nach
vorne zur Fugenmitte hin angesetzt. Dies deshalb, um den oberen und unteren Arbeitsbereich
(d. h. z. B. Wand- und Bodenbereich) gleichzeitig säubern zu können, wobei die an
den Werkzeugrändern liegenden Schneidkanten als Führungskanten benutzt werden.
[0004] Das Problem hierbei ist, daß beim Abziehen der Fugenmasse diese in den zu versiegelnden
Fugenspalt gedrückt und verdichtet wird. Dies ist nicht erwünscht, da nur durch eine
Zweipunktverklebung der Dichtungsmassen die Dehnfähigkeit derselben optimal ist bzw.
nicht beeinträchtig wird. Ein Fugenband (i.d.R. eine Schaumgummirolle) muß somit zur
Verhinderung der Hinterfüllung des zu versiegelnden Fugenspaltes darin eingelegt werden
und wird nach DIN gefordert.
[0005] Weiterhin besteht die Gefahr, das bei dieser Art von Werkzeugen die Dichtungsmassen
nicht vom Auftragsuntergrund sauber abgetragen werden, da sich die Dichtungsmassen
beim Abtragen werkzeugformbedingt vor der Schneidkante aufpilzen (d. h. vor dem Werkzeug
im Fugenbereich hergeschoben werden) und somit der gesamte zum Fugenspalt angrenzende
Bereich verschmiert wird bzw. die abgetragene Masse immer wieder mit dem Fugenuntergrund
in Kontakt kommt (vgl. Fig. 15).
[0006] Die Gefahr der Verjüngung der gefertigten Fuge bei dreidimensionalen Ecken (d. h.
in einem Verbindungsbereich zweier senkrecht zueinander stehender Wände und dem Boden)
ist sehr groß, da dort diese Art von Werkzeugen gerade gestellt werden müssen, um
aus der Ecke heraus oder um die Ecke herum verfugen zu können. Damit wird der Dichtungsmassen
formende Querschnitt dieser Werkzeuge verändert und es gibt keine einheitliche Dehnfugenbreite,
die somit das optische Gesamtbild beeinträchtig.
[0007] Sind die die Dichtungsmassen formenden Schneidkanten der oben erwähnten Werkzeuge
im rechten Winkel zueinander angebracht, wird dieses Werkzeug in 90° Winkelbereichen
dazu im rechten Winkel angesetzt und die Dichtungsmasse so abgezogen.
[0008] Zur Fugenüberbrückung müssen diese Art von Werkzeugen, wie bereits oben erläutert,
im Bereich der Fugenrillen leicht nach vorne gekippt werden, um diese Fugen zu überbrücken,
da sie sonst sie in die Fugenrille rutschen und den Gesamteindruck der Fuge negativ
beeinflussen. Problematisch dabei ist jedoch, daß das Werkzeug nicht zu sehr gekippt
werden darf, da sonst die Dichtungsmasse zu sehr verjüngt wird und ebenfalls eine
optische Störung daraus resultiert. Sind mehrere Fugenrillen (z. B. Kreuzfugenrillen-/Mosaikmuster)
zu überbrücken, gestaltet sich die Verfugungsarbeit auf diese Art und Weise sehr mühsam.
Bei Kreuzfugen (Boden/Wandbereich) muß entweder zur unteren oder oberen Fugenüberbrückung
einseitig (d. h. der Wand- bzw. Bodenfugenbereich) mit Klebeband abgeklebt werden,
um dadurch eine ebene Fläche zu erhalten.
[0009] Beim formschönen Abziehen der dauerelastischen Fugenmassen bereiten also diese Distanzüberbrückungen
(Fliesenrillen) für den Fachmann und auch dem Laien immer wieder erhebliche Probleme,
ein einheitliches Fugenbild in gleicher Dicke und Stärke zu formen. Der Laie rutscht
beim Abziehen der dauerelastischen Dichtmassen immer wieder in die Vertiefungen zwischen
den Fliesen (Fliesenrillen).
[0010] US 50 75 916 A offenbart ein quadratisches Werkzeug, daß mit verschiedenen der dauerelastischen
Fugenmassen formgebenden Aussparungen Hohlkehlen oder 45° Fugen mit unterschiedlicher
Schenkellänge fertigen kann. Dieses Werkzeug ist mit einer rund umlaufenden Schabkante
versehen, die mit einer gleichmäßigen zweiseitigen kleinflächigen Hinterschneidung
versehen ist, so daß die Schabkante mittig zum Querschnitt des Werkzeuges angebracht
ist. Die Anordnung der Schabkante soll die Anwendbarkeit des Werkzeuges für den Links-
sowie Rechtshänder erleichtern und in beiden Abzugsrichtungen das Werkzeug ohne zu
Wenden oder Drehen verwendbar machen.
[0011] Aufgrund der fortwährenden Wiedereinbringung des dauerelastischen Fugenmaterials
aufgrund des oben erläuterten "Aufpilzens" muß ein immer größerer Fugenbereich durch
die Schabkante gesäubert werden. Die Gefahr, daß die dauerelastischen Fugenmassen
nicht rückstandsfrei abgezogen werden können, ist mit diesem Werkzeug sehr wahrscheinlich.
Dies insbesondere deshalb, weil durch die Anordnung der zweiseitigen kleinflächigen
Hinterschneidungen die Schabkante dieses Werkzeuges abgestützt wird und die Flexibilität
der Schabkante dadurch stark verringert wird oder nicht vorhanden ist. Aufgrund dessen
ist der Einsatz dieses Gerätes lediglich auf ebene (nicht strukturierte) Flächen begrenzt,
da durch die extrem begrenzte Flexibilität dieses Werkzeuges die Schabkante auch nicht
durch sehr starkes Andrücken an die Flächenvorgabe angepaßt werden kann.
[0012] Die Problematik die sich somit insbesondere stellte, war eine Konstruktion zu entwickeln
die einerseits die Fugenrillen überbrückt und andererseits die Flexibilität der Schneidkanten
des Werkzeuges nicht beeinträchtigt.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten,
Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen Massen sowie ein Führungselement zum
Führen eines derartigen Werkzeugs vorzuschlagen, die eine einfachere und mehrförmige
Ausgestaltung von dauerelastischen Massen in verschiedenen Fugenkonfigurationen ermöglicht.
[0014] Diese Aufgabe wird durch ein Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten, Glätten und/oder
Nachbearbeiten von plastischen Massen, insbesondere Fugenmassen bei Verfugungs- bzw.
Abdichtungsarbeiten gemäß den Merkmalen des Anspruch 1 und ein Führungselement zum
Führen eines solchen Werkzeugs gemäß den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Unteransprüchen.
[0015] Vorteilhafterweise wird ein Werkzeug zum Verfugungsarbeiten von dauerelastischen
Fugenmaterial und ein Satz von solchen Werkzeugen bereitgestellt, die eine einfachere
und mehrförmige Ausgestaltung von dauerelastischen Fugenmassen im Bereich von Fugenrillen
oder Kreuzrillen ermöglicht. Weiterhin wird vorteilhafterweise der Auftragsuntergrund
rückstandsfrei vom dauerelastischen Fugenmaterial beim Abziehen gesäubert.
[0016] Über dies hinaus wird vorteilhafterweise durch die vorliegende Erfindung ein flexibles
Dichtmassen abweisendes Werkzeug zur Verarbeitung von dauerelastischen Fugenmassen
und ein Satz von solchen Werkzeugen vorgesehen, die mittels mehrerer Aufnahmen an
den Werkzeugen selbst und eines Führungselements bzw. Adapters in der Lage sind, Distanzen
(z.B. Fliesenrillen) beim Abziehen der Massen formschön zu überbrücken. Weiterhin
werden vorteilhafterweise Aufnahmekonstruktionen und Führungselemente vorgesehen,
mit deren Hilfe Distanzüberbrückungen zu bewerkstelligen sind und die an Werkzeugen
angebracht sind, die geeignet sind, dauerelastische Fugenmassen zu verarbeiten.
[0017] Erfindungsgemäß ist ein Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten, Glätten und/oder Nachbearbeiten
von plastischen Massen, insbesondere Fugenmassen bei Verfugungs- bzw. Abdichtungsarbeiten,
vorgesehen, welches aus einem elastischen, an seinen Oberflächen glatten Material
gebildet ist und wenigstens eine Schneidkante und zwei daran benachbarte Schneidkanten
aufweist, wobei wenigstens eine Halteabschnitt für ein gesondertes Führungselement
am Werkzeug vorgesehen ist.
[0018] Somit ist es vorteilhafterweise möglich, das Werkzeug in 90°-Bereichen oder in Bereichen
mit Kreuzfugen einzusetzen, wobei die Gefahr eines "Hineinrutschens" in einen Fugenspalt
mittels eines am Halteabschnitt befestigbaren Führungselements bzw. Adapters bzw.
Distanzstücks ausgeschlossen werden kann. Der Halteabschnitt ist hierbei universell
einsetzbar und kann verschieden ausgebildete - insbesondere im Bereich des Halteabschnitts
- Führungselemente usw. aufnehmen. Der Halteabschnitt kann ebenfalls als Verbindungsglied
zu einem weiteren Werkzeug dienen, um somit eine Werkzeugkombination zu schaffen,
welche z. B. in größeren Flächenbereichen einsetzbar ist
[0019] Bevorzugterweise sind benachbarten Schneidkanten jeweils über einen Verbindungsbereich
mit der Schneidkante verbunden und wobei das Werkzeug im Bereich der Schneidkante,
der benachbarten Schneidkanten und/oder der Verbindungsbereiche eine lediglich einseitige
Hinterschneidung aufweist.
[0020] Aufgrund der einseitigen Hinterschneidung in Verbindung mit dem elstischen bzw. flexiblen
Werkzeugmaterial, weist diese Schneidkante vorteilhafterweise eine große Flexibilität
auf, so daß sich diese durch leichtes Andrücken des Werkzeuges an unebene Untergründe
anpaßt. Des weiteren passen sich die Schneidkanten auch in vom 90° Winkel leicht abweichende
Eckbereiche an, ohne nach vorne oder hinten versetzt zu werden. Das Werkzeug wird
seitlich im rechten Winkel zum abzuziehenden Fugenbereich eingesetzt und leicht angedrückt,
um die Schneidkanten an den Fugenuntergrund oder die Winkelvorgabe anzupassen. Die
Abzugsrichtung erfolgt vorzugsweise mit der komplett glatten Seite des Werkzeuges;
die Hinterschneidung liegt also - in Abzugsrichtung gesehen - hinter der Schneidkante.
Das Werkzeug ist für den Rechts- und den Linkshänder und in beiden Abzugsrichtung
einsetzbar, indem es gedreht und auf den Kopf gestellt wird.
[0021] Beim Abziehen der dauerelastischen Fugenmasse, wird das abgehobene Material, bedingt
durch die Anordnung von Schneidkante und Hinterschneidung, immer zur Werkzeugmitte
hin transportiert, in dem das vorher abgehobene Material durch das nachfolgend abgehobene
Material zur Werkzeugmitte gedrückt wird. Dies bedeutet, daß das abgehobene dauerelastische
Fugenmaterial nicht mehr mit dem Auftragsuntergrund in Kontakt kommt.
[0022] Das dauerelastische Fugenmaterial wird dabei vorteilhafterweise nicht in den Fugenspalt
hineinverpreßt (resultierend in einer Zweipunktverklebung) und man kann bei kleineren
Fugenspalten auf ein nach DIN gefordertes Fugenband verzichten. Eine Vollverfüllung
(d. h. Dreipunktverklebung) wird somit vorteilhafterweise verhindert.
[0023] Die äußerst flexible Schneidkante entwickelt aufgrund des elastischen, das Fugenmaterial
abweisenden Werkzeugmaterials einen so großen Radiereffekt, daß das dauerelastische
Fugenmaterial rückstandsfrei vom Auftragsuntergrund abgezogen werden kann, ohne beim
Abziehen Trennmittel zu verwenden.
[0024] Bevorzugterweise weist die Hinterschneidung einen Winkel zwischen etwa 30° und etwa
80°, bevorzugt zwischen etwa 35° und etwa 55°, besonders bevorzugt von etwa 45°, zu
einer Grundfläche des Werkzeugs auf. Aufgrund der vorteilhafterweise großflächigen
einseitigen bevorzugt etwa 45°-förmigen Hinterschneidung in Verbindung mit dem elastischen
Werkzeugmaterial weist die Schneidkante eine große Flexibilität auf, so daß sich das
Werkzeug präzise an unebene Untergründe anpaßt.
[0025] Besonders bevorzugt ist der Halteabschnitt in Form eines Rücksprungs an der Schneidkante
und/oder der benachbarten Schneidkante(n) ausgebildet. Er kann jedoch auch als Stift,
Pin oder Steckelement ausgebildet sein.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Halteabschnitt in Form wenigstens
einer Ausnehmung an der Grundfläche des Werkzeugs ausgebildet. Somit wird vorteilhafterweise
ein Werkzeug geschaffen, dessen Schneidkante(n) ununterbrochen über den entsprechenden
Bereich des Werkzeugs verlaufen.
[0027] Bevorzugterweise weist der Halteabschnitt eine rückstellfähige Einrichtung zum rückstellfähigen
Anordnen des Führungselements auf. Die rückstellfähige Einrichtung kann ausgebildet
sein, das Führungsselement in einer Richtung im wesentlichen parallel zu der Grundfläche
des Werkzeugs weg von dem Werkzeug vorzugspannen. Somit ist das Führungselement mit
dem Werkzeug in wenigstens eine Richtung gleitbar verbunden, d.h. das Führungselement
kann in wenigstens eine Richtung mit Bezug zu dem Werkzeug bewegt werden. Bei einem
Anpressen des Werkzeugs im Bereich des Führungselements an einem zu bearbeitenden
Werkstück wird somit das Führungelement in das Werkzeug hineinbewegt bzw. in Richtung
der Werkzeugmitte bewegt, bis sich eine Ausrichtung der Schneidkante des Werkzeugs
mit dem das Werkstück berührenden Teil des Führungselements ergibt.
[0028] Bevorzugterweise sind die benachbarten Schneidkanten senkrecht und/oder in einem
von 90° verschiedenen Winkel zur Schneidkante angeordnet. Somit wird ein Werkzeug
geschaffen, welches zur Bearbeitung von senkrecht zueinander stehenden Flächen geeignet
ist, jedoch ebenfalls zur Bearbeitung von Flächen, welche einem von 90° verschiedenen
Winkel zueinander stehen.
[0029] Weiterhin bevorzugt sind die Verbindungsbereiche zwischen den benachbarten Schneidkanten
und der Schneidkante unterschiedlich ausgeformt. Somit ergibt sich ein äußerst variables
Werkzeug, mittels dessen verschiedene Formen in der zu bearbeitenden Masse ausgebildet
werden können.
[0030] Bevorzugterweise ist das Werkzeug aus einem die plastische Masse abweisenden Material
ausgebildet.
[0031] Erfindungsgemäß ist ein Führungselement zum Führen eines Werkzeugs zum Verarbeiten,
Verdichten, Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen Massen, insbesondere eines
Werkzeugs gemäß der Erfidnug oder einer bevorzugten Ausführungsform hiervon, vorgesehen,
umfassend eine Führungs- bzw. Gleitfläche zum Führen des Werkzeugs entlang einer Ebene
und eine Aufnahme zum Aufnehmen des Werkzeugs. Hierbei ist die Aufnahme vorteilhafterweise
so ausgebildet, daß sie mit einem Werkzeug in Eingriff bringbar ist, so daß lediglich
eine lineare Bewegung zwischen Werkzeug und Führungselement möglich ist. Die Führungs-
bzw. Gleitfläche ist an dem Führungselement so angeordnet, daß sie im wesentlichen
koplanar zu einer Bewegungsrichtung des Werkzeugs steht.
[0032] Bevorzugterweise ist die Gleitfläche wenigstens an ihren senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Führungselements angeordneten Randbereichen abgerundet und/oder abgeschrägt. Hierdurch
wird vorteilhafterweise eine bessere Gleitfähigkeit des Führungselements erreicht,
da ein Verkanten des Führungselements mit dem zu bearbeitenden Werkstück verhindert
wird.
[0033] Besonders bevorzugt ist die Aufnahme im wesentlichen als Rücksprung zum Aufnehmen
des Werkzeugs ausgebildet oder weist wenigstens ein Verbindungselement, insbesondere
in Form von Steckelementen oder Pins, zum Eingreifen in einen Halteabschnitt des Werkzeugs
auf.
[0034] Bevorzugterweise weist die Aufnahme eine rückstellfähige Einrichtung zum rückstellfähigen
Anordnen des Führungselements an einem Werkzeug auf. Somit wird vorteilhafterweise
ermöglicht, daß das Führungselement in einer Richtung weg von dem Werkzeug vorgespannt
wird.
[0035] Bevorzugterweise weist die Aufnahme einen Kontaktabschnitt, insbesondere einen Stößel,
zum Kontaktieren mit einer rückstellfähigen Einrichtung eines Werkzeugs auf. Durch
eine verschiedenartige Ausbildung des Kontaktabschnitts ist es somit möglich, das
Rückstellverhalten des Führungselements bezüglich eines Werkzeugs zu beeinflussen.
[0036] Besonders bevorzugterweise weist das Führungselement einen Leitabschnitt zum Leiten
des Führungselements in dem Werkzeug im wesentlichen in einer parallel zu einer Grundfläche
des Werkzeugs liegenden Richtung auf. Somit wird erreicht, daß das Führungselement
bezüglich des Werkzeugs in einer im wesentlichen linearen Richtung zu dem Werkzeug
beweglich bzw. bewegbar ist, vorzugsweise in einer Richtung zu und von einem zu bearbeiteten
Werkstück.
[0037] Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Kombination aus einem erfindungsgemäßen Werkzeug
und einem erfindungsgemäßen Führungselement vorgesehen. Zur Gewährleistung einer fugenüberbrückenden
Führung des Werkzeugs ist diese vorzugsweise seitlich versetzt zum Kontaktbereich
der jeweiligen Schneid- bzw. Führungskante mit der Fugenmasse mittels des Führungselements
bzw. Distanzüberbrückers bzw. Adapters vorgesehen.
[0038] Um ein einheitliches Fugenbild bei der Fugenüberbrückung zu gewährleisten, können
diese Führungselemente einem Winkelausgleich der Schneid- bzw. Führungskanten mit
folgen und ohne dabei die Flexibilität der Schneidkante zu beeinträchtigen, damit
auch auf unebenen Auftragsuntergründen das dauerelastische Fugenmaterial rückstandsfrei
durch die Schneidkante abgehoben werden kann.
[0039] Die Gleitfläche der Führungselemente muß bei Winkeldivergenzen in 90° Bereichen (z.B.
Wand/Boden) bei Winkelausgleich durch die flexiblen Schneid- bzw. Führungskanten des
Werkzeuges winkelausgleichend zur Werkzeugmitte einrücken, damit die Gleitfläche des
Führungselements und Schneid- bzw. Führungskanten auf einer Ebene/Niveau liegen. Dieses
Problem wurde insofern erfinderisch gelöst, indem an den jeweilig gegenüberliegenden
Schneid- bzw. Führungskanten des flexiblen Werkzeugs sowie an dem Führungselement
korrespondierende Halteabschnitte bzw. Aufnahmen zur gegenseitigen Befestigung angebracht
werden. Die Anordnung dieser Aufnahmen zwischen Werkzeug und Führungselement erfolgt
so zu einander, daß die Gleitfläche des Führungselements in einem 90° Winkel oder
sonstigem zur Distanzüberbrückung geeigneten Winkel zu den Schneid- bzw. Führungskanten
des Werkzeuges zeigt.
[0040] In dem Halteabschnitt bzw. der Aufnahme des Werkzeugs und/oder Führungselements sind
einseitig oder zweiseitig flexible Formen bzw. rückstellfähige Einrichtungen angebracht.
Bei einem Andrücken des Werkzeugs bei Winkelabweichungen oder unebenen Untergründen,
wird auf die Gleitfläche des Führungselements Druck ausgeübt. Einseitig wird dann
z. B. durch einen Stößel oder zweiseitig werden durch beide flexible Formen bzw. rückstellfähige
Einrichtungen in dem Halteabschnitt bzw. der Aufnahme von Werkzeug und/oder Führungselement
diese rückstellfähige Einrichtung(en) zusammen gedrückt und die Gleitfläche des Führungselements
rückt dadurch zur Werkzeugmitte auf das Niveau/Höhe der Schneid- bzw. Führungskante
ein.
[0041] Die rückstellfähigen Einrichtungen in dem Halteabschnitt bzw. der Aufnahme können
dabei unterschiedlicher Formgestaltung sein.
[0042] Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Verwendung einer Kombination aus einem erfindungsgemäßen
Werkzeug und einem erfindungsgemäßen Führungselement zum Verarbeiten, Verdichten,
Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen Massen vorgesehen.
[0043] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden anhand von bevorzugten
Ausführungsformen mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen im folgenden beschrieben.
[0044] Fig. 1 zeigt eine Front- und eine Rückansicht des Werkzeugs gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung.
[0045] Fig. 2 zeigt den Einsatz des Werkzeugs gemäß Fig. 1 an einer Wand.
[0046] Fig. 3 zeigt eine Kombination des Werkzeugs gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung mit dem Führungselement gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung im auseinander- und zusammengefügten Zustand.
[0047] Figs. 4, 5, 6, 7 und 8 zeigen Schnittansichten verschiedene Ausführungsformen von
Halteabschnitten in dem Werkzeug gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
[0048] Fig. 9 zeigt eine perspektivische Ansicht des Führungselements gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung.
[0049] Fig. 10 zeigt eine Schnittansicht einer Kombination aus dem Werkzeug gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung und dem Führungselement gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung.
[0050] Fig. 11 zeigt eine weitere Schnittansicht der Kombination gemäß Fig. 10.
[0051] Fig. 12 zeigt verschiedene Einrückzustände der Kombination gemäß Fig. 11.
[0052] Fig. 13 zeigt Schnittansichten des Führungselements gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung.
[0053] Fig. 14 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Kombination des Werkzeugs gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit dem Führungselement gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung im auseinandergefügten Zustand.
[0054] Fig. 15 zeigt ein Werkzeug zum Verarbeiten von plastischen Massen gemäß dem Stand
der Technik.
[0055] Fig. 1 zeigt ein Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten, Glätten und/oder Nachbearbeiten
von plastischen Massen wie Fugendichtmittel bzw. Fugenmassen. Das Werkzeug 2 ist im
wesentlichen plattenförmig und elastisch ausgebildet und weist wenigstens eine Schneidkante
4 und zwei daran benachbarte Schneidkanten 6, 8 auf. Die benachbarten Schneidkanten
6, 8 stehen im wesentlichen senkrecht oder in einem von 90° verschiedenen Winkel auf
der Schneidkante 4 und sind jeweils über einen Verbindungsbereich 10, 12 mit der Schneidkante
4 verbunden. Die Verbindungsbereiche 10, 12 können so ausgebildet sein, daß sie einen
Winkel aufweisen, d.h. linear ausgebildet sind oder eine hohlkehlenformende Aussparung
aufweisen. Hierbei kann das Werkzeug 2 so ausgebildet sein, daß die Verbindungsbereiche
verschiedene Winkel, Längen und/oder verschiedene Hohlkehlenformen bzw. Rundungen
der Aussparungen aufweisen. Die Schneidkante 4 kann ebenfalls eine konkave Aussparung
oder auch eine Fugennase beinhalten.
[0056] Das Werkzeug weist im Bereich der Schneidkante 4, der benachbarten Schneidkanten
6, 8 und der Verbindungsbereiche 10, 12 bevorzugt eine ausschließlich einseitige Hinterschneidung
14 auf, wobei sich die Hinterschneidung auf der Rückseite des Werkzeugs 2 befindet.
In anderen Worten, befindet sich die Hinterschneidung 14 in Abzugsrichtung V gesehen
hinter der Schneidkante 4 bzw. den benachbarten Schneidkanten 6, 8 (vgl. Fig.2). Somit
wird ein Aufpilzen der abzutragenden Fugenmasse 16 vorteilhaft verhindert, so daß
die abgetragene Fugenmasse 16 sich in Abtragsrichtung W über das Werkzeug 2 bewegt.
Weiterhin kann ein Verstreichen der Fugenmasse auf den Untergrund (z.B. den benachbarten
Fliesen) durch ein (zumindest teilweises) Abheben der Schneidkante 4 vorteilhaft verhindert
werden.
[0057] Das Werkzeug 2 weist ebenso wenigstens einen Befestigungs- bzw. Halteabschnitt 18
im Bereich der Schneidkante 4 und/oder benachbarten Schneidkante 6, 8 zur Halterung
bzw. Befestigung eines Führungselements 20 auf (vgl. Fig. 3).
[0058] Die Halteabschnitte 18 sind im wesentlichen als Rücksprung ausgebildet, welcher eine
rechteckige, ovale, kreisrunde oder ähnliche Form aufweisen kann.
[0059] In dem Halteabschnitt 18 ist vorzugsweise eine rückstellfähige Einrichtung 22 zum
rückstellfähigen Anordnen des Führungselements 20 vorgesehen. Wie in Figs. 4 bis 8
dargestellt, kann die rückstellfähige Einrichtung als Element ausgebildet sein, welches
in dem Halteabschnitt 18 des Werkzeugs 2 angeordnet ist. Das Element kann eine quadratische,
rechteckige, dreieckige, trapez- und/oder rautenförmige, runde, konische und/oder
ovale Form aufweisen. Hierbei kann die rückstellfähige Einrichtung 22 sowohl einteilig
als auch mehrteilig ausgebildet sein. Die Elemente oder Teile der rückstellfähigen
Einrichtung 22 können aus einzelnen flexiblen oder unflexiblen Formen bestehen, wie
ein oder mehrere, durchgängige oder unterbrochene, voll oder halbellipsenförmige oder
runde Bänder oder Lamellen. Ebenfalls kann eine durchgängige oder unterbrochene Rundung
oder Ellipse vorgesehen sein, die direkt mit ihrem Halb- oder Teilradius an dem Halteabschnitt
18 des Werkzeugs 2 oder einem Stößel bzw. Sockel 24 befestigt ist. Ebenfalls denkbar
ist ein Band oder eine Lamelle, die als unterbrochene Rundung oder Ellipse ausgebildet
ist, deren Enden freischwebend sind und die mit ihrem unteren gebogenen Rand direkt
am Werkzeug 2 oder Stößel bzw. Sockel 24 befestigt sind.
[0060] Wie in Fig. 14 ersichtlich, kann das Werkzeug 2 ebenfalls einen Halteabschnitt 18
aufweisen, welcher in Form wenigstens einer Ausnehmung 26 an der Grundfläche des Werkzeugs
2 ausgebildet ist. Die Ausnehmung 26 kann verschiedene Querschnittsflächen aufweisen,
wie z.B. rund, ellipsenförmig, polygonartig, usw.
[0061] Fig. 9 zeigt eine perspektivische Ansicht des Führungselements 30 gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform. Das Führungselement 30 weist an seiner einem zu bearbeiteten Werkstück
zugewandten Seite eine Gleitfläche 32 auf, welche wenigstens an ihren senkrecht zur
Bewegungsrichtung bzw. Abzugsrichtung V des Führungselements 30 bzw. Werkzeugs 2 angeordneten
Randbereichen Abrundungen bzw. Abschrägungen 34 aufweist. Zur Befestigung des Führungselements
30 an einem Werkzeug 2 weist das Führungselement 30 eine Aufnahme bzw. Halterung 36
auf, der in Form eines Rücksprungs zum zumindest teilweisen Aufnehmen des Werkzeugs
2 ausgebildet sein kann (vgl. Fig. 9) oder wenigstens ein Verbindungselement 38 zum
Eingreifen in eine Ausnehmung 26 des Werkzeugs 2 aufweist (vgl. Fig. 14). Die Anordnung
des Führungselements 30 zu dem Werkzeug 2 ist in Fig. 10 im Schnitt dargestellt. Fig.
11 zeigt einen Schnitt entlang der Linie I-I von Fig. 10. Das Werkzeug 2 weist eine
rückstellfähige Einrichtung 22 auf, welche das Führungselement 30 im wesentlichen
entgegen einer Druckrichtung U vorspannt.
[0062] Fig. 12 zeigt verschiedene - vom gegen das Führungselement 30 ausgeübten Druck abhängige
- Zustände der Kombination des Werkzeugs 2 mit dem Führungselement 30. Hierbei ist
es nicht notwendig, daß das Werkzeug eine rückstellfähige Einrichtung 22 aufweist,
sondern das Führungselement 30 kann alleine oder ebenfalls eine rückstellfähige Einrichtung
40 aufweisen. Alternativ oder zusätzlich zu der rückstellfähigen Einrichtung 40 kann
an dem Führungselement 30 ebenfalls ein Stößel 42 ausgebildet sein, welcher ausgelegt
ist, mit der rückstellfähigen Einrichtung 22 des Werkzeugs 2 zu kontaktieren. Derartige
Stößelformen sind in Fig. 13 dargestellt. Die Stößel 42 können eine quadratische,
rechteckige, dreieckige, trapez- und/oder rautenförmige, runde, konische und/oder
ovale Form aufweisen, die als Verbindung für das Führungselement 30 mit dem Werkzeug
2 diesen können, wobei sie unterschiedlich ausgeformt und aus einem flexiblen oder
unflexiblen Material ausgebildet sein können. Ferner können das Führungselement 30
wenigstens einen Leitabschnitt 44 aufweisen, um das Führungselement 30 in dem Werkzeug
2 in seiner Bewegung zu leiten bzw. Führen und so ein Verkanten usw. zu vermeiden.
[0063] Der Hateabschnitt 18 bzw. die Aufnahme 36 des Werkzeugs 2 und der des Führungselements
30 können eine quadratische, rechteckige, dreieckige, trapezund/oder rautenförmige,
runde, konische und/oder ovale aufweisen, die als Verbindung für das Führungselement
30 und das Werkzeug 2 untereinander geeignet sind, auch wenn sie gegenseitig unterschiedlich
ausgeformt bzw. ausgebildet sind oder unterschiedliche nicht einheitliche Längen,
Breiten, Höhen oder Anordnung haben, die einzeln oder zu mehreren an den Schneid-
4 bzw. benachbarten Schneidkanten 6,8 oder seitlich am Werkzeug 2 angebracht sind,
um damit das Führungselement 30 für eine Distanzüberbrückung (z.B. einer Fugenrille)
zu befestigen, wobei in der Aufnahme 36 oder im Halteabschnitt 18 flexible bzw. elastische
Formen bzw. rückstellfähige Einrichtungen oder unflexible Formen, wie
- ein oder mehrere, durchgängige oder unterbrochene, voll oder halb ellipsenförmige
oder runde Bänder oder Lamellen (schmales bzw. breites Band) (vgl. Fig. 7, Nr. 37,
39, 42, 47)
- eine durchgängige oder unterbrochene Rundung oder Ellipse, die direkt mit ihren Halb-
oder Teilradius an dem Halteabschnitt bzw. dem Stößel oder Sockel des Werkzeugs befestigt
ist (vgl. Fig. 7, Nr. 37, 39, 42, 47)
- ein Band oder eine Lamelle, die als eine unterbrochene Rundung oder Ellipse ausgebildet
sein kann, deren Enden frei schwebend sind und die mit ihrem unterem gebogenen Rand
direkt an dem Halteabschnitt oder am Stößel oder einem Sockel des Werkzeugs befestigt
sind (vgl. Fig. 7, Nr. 41 )
- zwei durchgängige oder unterbrochene, ellipsenförmige oder runde Bänder oder Lamellen,
die mit ihren Rundungen gegeneinander zeigen und die direkt miteinander verbunden
sind oder einen Abstand zueinander aufweisen, wobei diese Bänder oder Lamellen seitlich
oder am Boden der Ausnehmung oder dem Halteabschnitt angebracht sind (vgl. Fig. 4,
Nr.: 11 - 15)
- drei ellipsenförmige oder runde Bänder oder Lamellen, die mit ihren Rundungen oder
Halbrundungen alle gegeneinander oder mit mindestens einer Rundung oder Halbrundung
zueinander zeigen, die allesamt miteinander verbunden oder teilweise oder gänzlich
unterbrochen sind (vgl. Fig. 5, Nr. 25, 26, 30; Fig. 6, Nr. 31 - 36)
- eine oder mehrere Lamellen oder Pins bzw. Stifte, die an den Seiten oder dem Boden
der Ausnehmung des Führungselements oder des Halteabschnitts im Werkzeug oder am Stößel
bzw. Sockel in gleicher oder unterschiedlicher Höhe, Form oder Winkel angebracht sind
(vgl. Fig. 8, Nr. 49 - 60)
- eine oder mehrere Lamellen oder ein oder mehrere Pins bzw. Stifte mit gleicher oder
unterschiedlicher Materialdicke, Materialbreite, Materiallänge oder Materialart, die
am Boden, Stößel bzw. Sockel oder an den Seiten der Ausnehmung des Führungselements
oder des Halteabschnitts des Werkzeugs in gleicher und unterschiedlicher Höhe einzeln
oder miteinander in unterschiedlichen oder gleichen Formen verbunden oder unterbrochen
angebracht sind, wobei die Anordnung der Lamellen oder Pins/Stifte auf gleicher oder
ungleicher Ebene und/oder in unterschiedlichen Winkeln zueinander zur Aufnahmeöffnung
oder zum Aufnahmeboden erfolgen und wobei die Lamellen/Pins/Stiftenden rund oder zusätzlich
den Federungseffekt verstärkend halbseitig abgeschrägt (vgl. Fig. 5, Nr. 22, 23, 24)
mit der Abschrägung zum oder vom Führungselement zeigen oder auf dem Aufnahmeboden
sowie solitär senkrecht in der Aufnahme bzw. Dem Halteabschnitt stehen (vgl. Fig.
8, Nr. 49 - 60)
[0064] Weiterhin können die Formen als Einleger für den Halteabschnitt in dem Werkzeug oder
die Aufnahmen des Führungselements benutzt werden, um damit das Einrücken des Führungselements
auf Niveau/Höhe der Schneid- bzw. Führungskanten oder eine Distanzüberbrückung zu
ermöglichen
[0065] Ausserdem können die Aufnahmen bzw. Halteabschnitte selbst oder die Einleger Formen
aufweisen, die axial mittig vom Aufnahmeboden oder Stößel bzw. Sockel, vertikal oder
horizontal oder beliebig geneigt, gekippt oder abgeflacht angebracht sind, um damit
eine Verbindung zwischen Führungselement und Werkzeug zwecks Distanzüberbrückung herzustellen
oder ein Einrücken des Führungselements auf Niveau/Höhe der Schneid- bzw. Führungskanten
zu ermöglichen
[0066] Ferner können die Formen direkt im Werkzeug oder seitlich am Werkzeug oder Führungselement
angebracht sein, damit das Führungselement zwecks Distanzüberbrückung befestigt werden
kann, welches ein Einrücken durch diese Formen ermöglicht.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 2
- Werkzeug
- 4
- Schneidkante
- 6, 8
- benachbarte Schneidkante
- 10, 12
- Verbindungsbereich
- 14
- Hinterschneidung
- 16
- Fugenmasse
- 18
- Halteabschnitt
- 20
- Führungselement
- 22
- rückstellfähige Einrichtung
- 24
- Sockel
- 26
- Ausnehmung
- 30
- Führungselement
- 32
- Gleitfläche
- 34
- Abschrägung
- 36
- Aufnahme bzw. Halterung
- 38
- Verbindungselement
- 40
- rückstellfähige Einrichtung
- 42
- Stößel
- 44
- Leitabschnitt
- U
- Druckrichtung
- V
- Abzugsrichtung
- W
- Abtragsrichtung
1. Werkzeug zum Verarbeiten, Verdichten, Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen
Massen, insbesondere Fugenmassen bei Verfugungs- bzw. Abdichtungsarbeiten, welches
aus einem elastischen, an seinen Oberflächen glatten Material gebildet ist und wenigstens
eine Schneidkante (4) und zwei daran benachbarte Schneidkanten (6, 8) aufweist, wobei
wenigstens ein Halteabschnitt (18) für ein gesondertes Führungselement (30) am Werkzeug
(2) vorgesehen ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, wobei die benachbarten Schneidkanten (6, 8) jeweils über
einen Verbindungsbereich (10, 12) mit der Schneidkante (4) verbunden sind und wobei
das Werkzeug (2) im Bereich der Schneidkante (4), der benachbarten Schneidkanten (6,
8) und/oder der Verbindungsbereiche (10, 12) eine lediglich einseitige Hinterschneidung
(14) aufweist.
3. Werkzeug nach Anspruch 2, wobei die Hinterschneidung (14) einen Winkel zwischen etwa
30° und etwa 80°, bevorzugterweise etwa 45°, zu einer Grundfläche des Werkzeugs (2)
aufweist.
4. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Halteabschnitt (18) in
Form eines Rücksprungs an der Schneidkante (4) und/oder der benachbarten Schneidkante(n)
(6, 8) ausgebildet ist.
5. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Halteabschnitt (18) in
Form wenigstens einer Ausnehmung (26) an der Grundfläche des Werkzeugs (2) ausgebildet
ist.
6. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Halteabschnitt (18) eine
rückstellfähige Einrichtung (22) zum rückstellfähigen Anordnen des Führungselements
(30) aufweist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, wobei die rückstellfähige Einrichtung (22) ausgebildet ist,
das Führungselement (30) in einer Richtung im wesentlichen parallel zu der Grundfläche
des Werkzeugs (2) weg von dem Werkzeug (2) vorzuspannen.
8. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die benachbarten Schneidkanten
(6, 8) senkrecht und/oder in einem von 90° verschiedenen Winkel zu der Schneidkante
(4) angeordnet sind.
9. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verbindungsbereiche (10,
12) zwischen den benachbarten Schneidkanten (6, 8) und der Schneidkante (4) unterschiedlich
ausgeformt sind.
10. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Werkzeug (2) aus einem
die plastische Masse abweisenden Material ausgebildet ist.
11. Führungselement zum Führen eines Werkzeugs zum Verarbeiten, Verdichten, Glätten und/oder
Nachbearbeiten von plastischen Massen, insbesondere eines Werkzeugs nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, umfassend
eine Führungs- bzw. Gleitfläche (32) zum Führen des Werkzeugs (2) entlang einer Ebene
und eine Aufnahme (36) zum zumindest teilweise Aufnehmen des Werkzeugs (2).
12. Führungselement nach Anspruch 11, wobei die Gleitfläche (32) wenigstens an ihren senkrecht
zur Bewegungsrichtung des Führungselements (30) angeordneten Randbereichen abgerundet
und/oder abgeschrägt ist.
13. Führungselement nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei die Aufnahme (36) im wesentlichen
als Rücksprung zum Aufnehmen des Werkzeugs (2) ausgebildet ist oder wenigstens ein
Verbindungselement (38), insbesondere in Form von Steckelementen oder Pins, zum Eingreifen
in einen Halteabschnitt (18) des Werkzeugs (2) aufweist.
14. Führungselement nach einem der Ansprüche 11 - 13, wobei die Aufnahme (36) eine rückstellfähige
Einrichtung (40) zum rückstellfähigen Anordnen des Führungselements (30) an einem
Werkzeug (2) aufweist.
15. Führungselement nach einem der Ansprüche 11 - 14, wobei die Aufnahme (36) einen Kontaktabschnitt
(42), insbesondere einen Stößel, zum Kontaktieren mit einer rückstellfähigen Einrichtung
(22) eines Werkzeugs (2) aufweist.
16. Führungselement nach einem der Ansprüche 11 - 15, weiterhin aufweisend einen Leitabschnitt
(44) zum Leiten des Führungselements (30) in dem Werkzeug (2) im wesentlichen in einer
parallel zu einer Grundfläche des Werkzeugs (2) liegenden Richtung.
17. Führungselement nach einem der Ansprüche 11 - 16, wobei die Aufnahme (36) entsprechend
zu einer Hinterschneidung (14) des Werkzeugs ausgebildet ist.
18. Kombination aus einem Werkzeug (2) nach einem der Ansprüche 1 - 10 und einem Führungselement
(30) nach einem der Ansprüche 11 - 16.
19. Verwendung einer Kombination aus einem Werkzeug (2) nach einem der Ansprüche 1 - 10
und einem Führungselement (30) nach einem der Ansprüche 11 - 16 zum Verarbeiten, Verdichten,
Glätten und/oder Nachbearbeiten von plastischen Massen.