[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Umformen von metallischen
Bändern, bei dem auf mindestens eine Oberfläche eines der Bänder eine Flüssigkeit
aufgebracht wird, die die jeweils aufgebrachte Umformkraft beeinflusst.
[0002] Beispielsweise vom Dressierwalzen von Stahlbändern ist es aus der Praxis bekannt,
auf die Oberfläche des jeweils zu walzenden Bandes eine Flüssigkeit aufzubringen,
die zu einer Minderung der im Walzspalt des Dressierwalzgerüstes wirkenden Umformkräfte
führt. Auf diese Weise soll eine möglichst exakte Einstellung der im Walzspalt jeweils
wirksamen Umformkräfte erreicht werden, um die beim Dressieren geforderten geringen
Umformgrade ebenso exakt einzuhalten. Gleichzeitig werden aufgrund der Benetzung mit
Walzflüssigkeit sowohl die Oberflächen der gewalzten Bänder als auch die Oberflächen
der zu ihrer Umformung eingesetzten Arbeitswalzen geschont.
[0003] Ein anderes Anwendungsbeispiel, bei dem durch eine Benetzung mit einer Flüssigkeit
die bei der Umformung des Bandes wirksamen Kräfte beeinflusst werden, ist aus der
DE 199 17 591 C1 bekannt. In dieser Druckschrift wird eine Vorrichtung zum Streckbiegerichten
von hochfesten Metallbändern beschrieben, bei der Flüssigkeit gezielt so auf das Band
aufgebracht wird, dass es im Wesentlichen vollständig mit Flüssigkeit benetzt die
Rollen der jeweiligen Biegeeinrichtung durchläuft. Auf diese Weise wird ein direkter
Kontakt zwischen der Rollenoberfläche und der Oberfläche des verarbeiteten Metallbands
vermieden.
[0004] Bei den bekannten Vorrichtungen ermöglichen die jeweils auf das verarbeitete Gut
aufgebrachten Flüssigkeiten zwar eine Minderung der jeweils auf das Band wirkenden
Kräfte. Da jedoch neben der Forderung nach einer genauen Einhaltung bestimmter Dickentoleranzen
oder Verformungsgrade in der Regel auch die Anforderung besteht, auf dem jeweils verarbeiteten
Band eine bestimmte Oberflächenrauhigkeit herzustellen oder beizubehalten, ist es
gleichzeitig dennoch erforderlich, zur Umformung Walzen einzusetzen, deren Oberflächenrauhigkeit
an die auf der Oberfläche des jeweiligen Bandes zu erzeugenden Rauhigkeit angepasst
sein muss. Diese Forderung führt insbesondere in Fällen, in denen in wechselnder Abfolge
Bänder mit unterschiedlichen Materialeigenschaften verarbeitet werden, zu der Notwendigkeit,
eine Vielzahl von Walzensätzen unterschiedlicher Beschaffenheit zu bevorraten. Darüber
hinaus verursachen die mit jedem Walzenwechsel einhergehenden Unterbrechungen des
Produktionslaufs zusätzliche Betriebskosten.
[0005] Um den voranstehend aufgezeigten, im Stand der Technik bestehenden Nachteil abzuhelfen,
schlägt die Erfindung vor, beim Umformen von metallischen Bändern, bei dem das jeweils
umzuformende Band mit einer Umformkraft beaufschlagt wird, eine Flüssigkeit auf mindestens
eine der Oberfläche des Bandes aufzubringen, die aus mindestens einer umformkrafterhöhenden
und mindestens einer umformkraftvermindernden Komponente gemischt wird, wobei die
Anteile der umformkraftvermindernden und der umformkrafterhöhenden Komponente in Abhängigkeit
von der Höhe der jeweils einzustellenden Umformkraft jeweils in einem von 0 % bis
100 % betragenden Bereich variiert werden.
[0006] In gleicher Weise werden die betreffenden Probleme des Standes der Technik durch
eine Vorrichtung zum Umformen von metallischen Bändern gelöst, die mit einer Umformeinrichtung,
mit einer Düseneinrichtung zum Aufbringen einer Flüssigkeit auf mindestens eine Oberfläche
des jeweils zu walzenden Bandes und mit einer Flüssigkeitsversorgung ausgestattet
ist, die die Düseneinrichtung mit Flüssigkeit versorgt und eine Mischeinrichtung umfasst,
die die Flüssigkeit aus mindestens einer walzkrafterhöhenden und mindestens einer
walzkraftvermindernden Komponente in Abhängigkeit von einem Steuersignal mischt, das
eine Steuereinrichtung unter Berücksichtigung der jeweils einzustellenden Umformkraft
abgibt.
[0007] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die zu verarbeitenden Metallbänder mit
einer Flüssigkeit zu benetzen, deren Zusammensetzung so variiert wird, dass eine auf
den jeweiligen Anwendungsfall optimal abgestimmte Umformkraft wirksam ist. Zu diesem
Zweck wird die auf das Band aufgebrachte Flüssigkeit aus mindestens zwei Komponenten
zusammengestellt, von denen die eine in an sich bekannter Weise zu einer Herabsetzung
der auf das Band wirkenden Umformkraft führt, während die andere Komponente zu einem
Anstieg dieser Umformkraft führt. Der Anteil der beiden Komponenten wird dabei jeweils
so eingestellt, dass ausgehend von einer bestimmten, an der jeweiligen Umformeinrichtung
eingestellten Umformkraft über den Walzverlauf die jeweils optimale Umformkraft eingehalten
wird. So können dann, wenn beispielsweise zu Beginn des Umformvorgangs keine Beeinflussung
der Umformkraft durch die aufgetragene Flüssigkeit stattfinden soll, die Komponenten
der Flüssigkeit so gemischt werden, dass sich ihre Wirkung aufhebt. Die auf das jeweils
verarbeitete Band aufgebrachte Flüssigkeit schützt dann lediglich die Bandoberfläche
gegen eine Beschädigung. Soll dagegen die Umformkraft herabgesetzt werden, so wird
der Anteil der umformkrafterhöhenden Komponente zu Gunsten der umformkraftvermindernden
Komponente herabgesetzt, während für eine Erhöhung der Umformkraft eine umgekehrte
Gewichtung der Anteile vorgenommen wird.
[0008] Die Mischung der Komponenten der auf die Bandoberfläche aufgebrachten Flüssigkeit
kann im laufenden Betrieb geändert werden, um beispielsweise durch Ungleichförmigkeiten
des verarbeiteten Materials oder Verschleiß der für die Umformung eingesetzten Einrichtungen
auszugleichen. Besonders günstig wirkt sich die Erfindung jedoch dann aus, wenn Metallbänder,
die aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sind, nacheinander auf derselben
Vorrichtung umgeformt werden. Durch die Erfindung ist es möglich, die für die bei
diesen Bändern jeweils angewendete Umformoperation erforderliche Einrichtung schnell
an die jeweiligen Eigenarten des verarbeiteten Materials anzupassen, ohne dass dazu
umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich sind.
[0009] Besonders günstig erweist sich die Erfindung, wenn die Umformung als Walzen der Bänder
in einem Walzgerüst durchgeführt und die Flüssigkeit im Bereich des Einlaufs des Walzspalts
des Walzgerüstes aufgebracht wird, um die im Walzspalt als Umformkraft wirkende Walzkraft
zu beeinflussen. Bei dieser Anwendung der Erfindung ist es möglich, bei mit denselben
Arbeitswalzen durch Veränderung der Zusammensetzung der jeweils aufgebrachten Flüssigkeit
unterschiedliche Oberflächenrauhigkeiten auf das zu walzende Material zu übertragen
oder bei unterschiedlichen Eigenschaften von nacheinander verarbeiteten Bändern dennoch
gleiche Oberflächenrauhigkeiten zu erzielen. Durch die erfindungsgemäß ermöglichte
Anpassung der walzkraftvermindernden bzw. walzkrafterhöhenden Eigenschaften der auf
die Oberfläche des jeweils verarbeiteten Bandes aufgebrachten Flüssigkeit kann dies
auf einfache Weise gewährleistet werden, ohne dass dazu jeweils Walzen mit unterschiedlich
geschliffenen, an das jeweils verarbeitete Band angepasster Oberflächengestalt eingesetzt
werden müssen. Auch ist es möglich, durch eine entsprechende Abstimmung der Anteile
der Komponenten der Flüssigkeit den Verschleiß der im Einsatz befindlichen Arbeitswalzen
auch dann noch auszugleichen, wenn bei konventioneller Arbeitsweise diese Walzen schon
die Verschleißgrenze überschritten hätten.
[0010] Im Ergebnis führt die Erfindung so zu längeren Walzenstandzeiten in den Walzgerüsten.
Darüber hinaus ist der Aufwand für die Erzeugung der jeweils erforderlichen Oberflächenrauhigkeiten
minimiert, da die auf das jeweils verarbeitete Band übertragene Oberflächenrauhigkeit
erfindungsgemäß durch eine Änderung der Zusammensetzung der auf das Band aufgebrachten
Flüssigkeit bestimmt wird. Dies ermöglicht es, die Anzahl der zu bevorratenden unterschiedlichen
Walzensätze zu verringern.
[0011] Eine in der praktischen Anwendung besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Anteile der Komponenten der Flüssigkeit in Abhängigkeit
mindestens einer Messgröße variiert werden, die die während der Umformung auftretende
Umformkraft charakterisiert. Bei dieser Messgröße kann es sich beispielsweise um die
im Walzspalt eines Walzwerks jeweils erfasste Walzkraft, um die jeweils aktuelle Oberflächenrauhigkeit
einer Arbeitswalze oder des jeweils verarbeiteten Bandes, um die Maßhaltigkeit des
umgeformten Metallbandes beim Verlassen eines Walzgerüstes, den Umformgrad, insbesondere
den Dressiergrad, oder den Bandlauf handeln. Diese Messgrößen können auch in Kombination
miteinander berücksichtigt werden, um die Genauichgkeit der Variation der Flüssigkeitszusammensetzung
zu steigern.
[0012] Eine weitere praxisgerechte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
dass über die Breite des Bandes in mehrere Abschnitte unterteilt Flüssigkeit aufgebracht
wird, wobei sich die Mischungen der umformkraftvermindernden und der umformkrafterhöhenden
Komponente der jeweils aufgebrachten Flüssigkeit von Abschnitt zu Abschnitt unterscheidet.
Mit einer solchen Ausbringung von über die Breite des Bandes unterschiedlich zusammengesetzten
Flüssigkeiten können beispielsweise Schwankungen der Walzkraft im Walzspalt eines
Walzgerüstes und Ungleichförmigkeiten des Bandlaufs oder der Bandgeometrie ausgeglichen
werden.
[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Figur näher erläutert.
[0014] Die Figur zeigt schematisch eine Vorrichtung 1 zum Nassdressierwalzen von Stahlband
2, die ein Walzgerüst 3, das beispielsweise in 2-Hi-, 4-Hi- oder 6-Hi-Bauweise ausgeführt
sein kann, mit einer ersten Steuereinrichtung 4, mit einer Düseneinrichtung 5, mit
einer Versorgungseinrichtung 6, die über Versorgungsleitungen 7 mit der Düseneinrichtung
5 verbunden ist.
[0015] Die Versorgungseinrichtung 6 umfasst eine zweite Steuereinrichtung 8, die über Signalleitungen
9 mit der ersten Steuereinrichtung 4 verbunden ist, einen ersten Tank 10, in dem eine
walzkrafterhöhende Komponente W+ einer auf das jeweils zu verarbeitende Stahlband
2 aufzubringenden Flüssigkeit F enthalten ist, einen zweiten Tank 11, in dem eine
walzkraftvermindernde Komponente W- der aufzubringenden Flüssigkeit F enthalten ist,
und eine Mischeinrichtung 12, die aus den in den Tanks 10,11 enthaltenen Komponenten
W+,W- die Flüssigkeit F mischt und in die Versorgungsleitung 7 druckbeaufschlagt einspeist.
[0016] Die Düseneinrichtung 5 weist in Förderrichtung R des Stahlbandes 2 vor dem Walzspalt
13 des Walzgerüstes 3 angeordnete Düsenleisten 5a,5b auf, die sich über die Breite
des Stahlbands 2 erstrecken. Die eine Düsenleiste 5a ist oberhalb des Stahlbandes
2 montiert, während die andere Düsenleiste 5b unterhalb des Stahlbandes 2 positioniert
ist. Die Düsen beider Düsenleisten 5a,5b sind dabei so ausgerichtet, dass der von
ihnen jeweils auf die obere bzw. untere Oberfläche 2a bzw. 2b des Stahlbands 2 abgegebene
Flüssigkeitsstrahl F in den Einlaufbereich des Walzspalts 13 gerichtet ist.
[0017] Zu Beginn des Dressierwalzens des Stahlbands 2 wird das Walzgerüst 3 in eine bestimmte
Position gebracht, in der seine Arbeitswalzen unter Berücksichtigung der Einflüsse
der auf das Stahlband 2 aufgebrachten Flüssigkeit F eine bestimmte, einem Sollwert
entsprechende Walzkraft auf das Stahlband 2 aufbringen. Die Anteile der Komponenten
W+,W- der Flüssigkeit F werden von der Mischeinrichtung 12 gleichzeitig so gemischt,
dass unter Berücksichtigung der Anstellung der Arbeitswalzen des Walzgerüstes 3 der
Sollwert der Walzkraft sicher eingehalten wird.
[0018] Während des Walzbetriebes erfasst die erste Steuereinrichtung 4 mittels geeigneter
Sensoren 14,15 in an sich bekannter Weise beispielsweise die im Walzspalt 13 wirksame
Walzkraft oder den Oberflächenzustand der Arbeitswalzen des Walzgerüstes 3. Stellt
sich dabei heraus, dass die im Walzspalt 13 auf das Stahlband 2 effektiv wirkende
Walzkraft auch unter Berücksichtigung eines Toleranzbereiches den Walzkraft-Sollwert
unterschreitet, so gibt die erste Steuereinrichtung 4 über die Signalleitung 9 ein
Steuersignal an die zweite Steuereinrichtung 8 ab, die Abhängig von den örtlichen
Gegebenheiten mit der Steuereinrichtung 4 eine Baueinheit bilden kann, indem beide
Steuereinrichtung 4,8 gemeinsam in einer hier nicht dargestellten, EDV-gestützten
zentralen Steuereinrichtung der Vorrichtung 1 abgebildet sind.
[0019] Die Steuereinrichtung 8 veranlasst die Mischeinrichtung 12, den Anteil der walzkraftvermindernden
Komponente W- an der Flüssigkeit F zu Gunsten der walzkrafterhöhenden Komponente W+
zu vermindern. In der so eingestellten Zusammensetzung führt die auf die obere und
die untere Oberfläche 2a,2b des Stahlbandes 2 aufgebrachte Flüssigkeit bei unveränderter
Betriebsweise der Arbeitswalzen des Walzgerüstes 3 zu einer Erhöhung der im Walzspalt
13 effektiv auf das Stahlband 2 wirkenden Walzkraft. Umgekehrt wird der Anteil der
walzkrafterhöhenden Komponente W+ der Flüssigkeit F herabgesetzt und der der walzkraftvermindernden
Komponente W- erhöht, wenn von den Sensoren 14,15 eine zu hohe Walzkraft festgestellt
wird.
[0020] Wird nach Abschluss des Dressierwalzens des Stahlbandes 2 ein aus einem anderen Stahlmaterial
gefertigtes Stahlband verarbeitet, das eine gleiche Banddicke, jedoch eine höhere
Härte besitzt, so kann durch Erhöhung des Anteils der walzkrafterhöhenden Komponente
W+ der Flüssigkeit F auch diesem Stahlband dieselbe Oberflächenrauhigkeit aufgeprägt
werden wie dem zuvor verarbeiteten, weicheren Stahlband 2, ohne dass dazu die Arbeitswalzen
des Walzgerüstes 3 gewechselt werden müssen. Ebenso kann ein Verschleiß der Arbeitswalzen
des Walzgerüstes 3 durch eine entsprechende Einstellung der Zusammensetzung der Flüssigkeit
F ausgeglichen werden. Im Ergebnis können so mit demselben Arbeitswalzensatz bei verminderten
Rüstzeiten und einer verlängerten Einsatzdauer unterschiedliche Stahlbänder in dem
Walzgerüst 3 mit optimalen Arbeitsergebnissen verarbeitet werden.
BEZUGSZEICHEN
[0021]
- 1
- Vorrichtung zum Nassdressierwalzen
- 2
- Stahlband
- 2a
- obere Oberfläche des Stahlbands 2
- 2b
- untere Oberfläche des Stahlbands 2
- 3
- Walzgerüst
- 4
- erste Steuereinrichtung
- 5
- Düseneinrichtung
- 5a
- Düsenleiste
- 5b
- Düsenleiste
- 6
- Versorgungseinrichtung
- 7
- Versorgungsleitungen
- 8
- zweite Steuereinrichtung
- 9
- Signalleitungen
- 10
- Tank
- 11
- Tank
- 12
- Mischeinrichtung
- 13
- Walzspalt des Walzgerüstes 3
- 14
- Sensoren
- 15
- Sensoren
- F
- Flüssigkeit
- R
- Förderrichtung des Stahlbandes 2
- W+
- walzkrafterhöhende Komponente der Flüssigkeit F
- W-
- walzkraftvermindernde Komponente der Flüssigkeit F
1. Verfahren zum Umformen von metallischen Bändern (2), bei dem das jeweils umzuformende
Band (2) mit einer Umformkraft beaufschlagt wird, wobei eine Flüssigkeit (F) auf mindestens
eine der Oberflächen (2a,2b) des Bandes (2) aufgebracht wird, die aus mindestens einer
umformkrafterhöhenden (W+) und mindestens einer umformkraftvermindernden Komponente
(W-) gemischt wird, wobei die Anteile der umformkraftvermindernden und der umformkrafterhöhenden
Komponente (W+,W-) in Abhängigkeit von der Höhe der jeweils einzustellenden Umformkraft
jeweils in einem von 0 % bis 100 % betragenden Bereich variiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umformung als Walzen der Bänder (2) in einem Walzgerüst (3) durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (F) im Bereich des Einlaufs des Walzspalts (13) des Walzgerüstes
(3) aufgebracht wird, um die im Walzspalt (13) als Umformkraft wirkende Walzkraft
zu beeinflussen.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anteile der Komponenten (W+,W-) der Flüssigkeit (F) in Abhängigkeit mindestens
einer Messgröße variiert werden, die die während der Umformung auftretende Umformkraft
charakterisiert.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Messgröße die jeweils im Walzspalt (13) wirkende Walzkraft, die jeweils aktuelle
Oberflächenrauhigkeit einer Arbeitswalze, die aktuelle Oberflächenrauhigkeit des jeweils
verarbeiteten Metallbandes, die Maßhaltigkeit des umgeformten Metallbandes beim Verlassen
eines Walzgerüstes, der Umformgrad, insbesondere der Dressiergrad, und/oder der Bandlauf
erfasst wird.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (F) sowohl auf die Ober- als auch auf die Unterseite des Bandes (2)
aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Breite des Bandes (2) in mehrere Abschnitte unterteilt Flüssigkeit (F) aufgebracht
wird, wobei sich die Mischungen der umformkraftvermindernden und der umformkrafterhöhenden
Komponente (W+,W-) der jeweils aufgebrachten Flüssigkeit (F) von Abschnitt zu Abschnitt
unterscheidet.
8. Vorrichtung zum Umformen von metallischen Bändern (2) mit einer Umformeinrichtung
(3), mit einer Düseneinrichtung (5) zum Aufbringen einer Flüssigkeit (F) auf mindestens
eine Oberfläche (2a,2b) des jeweils zu walzenden Bandes (2) und mit einer Flüssigkeitsversorgung
(6), die die Düseneinrichtung (5) mit Flüssigkeit (F) versorgt, und eine Mischeinrichtung
(12) umfasst, die die Flüssigkeit (F) aus mindestens einer walzkrafterhöhenden und
mindestens einer walzkraftvermindernden Komponente (W+,W-) in Abhängigkeit von einem
Steuersignal mischt, das eine Steuereinrichtung (4,8) unter Berücksichtigung der jeweils
einzustellenden Umformkraft abgibt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Umformeinrichtung ein Walzgerüst (3) ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgerüst (3) zum Dressierwalzen dient.