[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckträger, insbesondere Etiketten, Label, Informations-
oder Datenträger, Eintrittskarten, Wertkarten etc. und ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Druckträgers.
[0002] Bekannt ist es im Stand der Technik Druckträger zu verwenden z.B. zur Sicherung und
Authentifizierung von beispielsweise beliebigen Waren, z.B. Softwareprodukte, Geldkarten
etc. Hier ist es unter anderem bekannt, Prägedrucke, auch in Form von Blindprägungen
oder in Verbindung mit Prägehologrammen einzusetzen, die schwer zu fälschen sind.
[0003] In der Offenlegungsschrift DE 198 45552 A1 wird ein Datenträger beschrieben, wie
z.B. Wertpapiere, Banknoten, Ausweiskarten oder dergleichen, der in einem vorbestimmten
Bereich mit einer Prägung versehen ist. Zumindest ein Teil der Prägung weist die Form
einer schiefen Ebene auf. Der geprägte Bereich des Datenträgers ist zusätzlich mit
wenigstens einer Farbschicht oder einer Farbschichtfolge versehen, deren optischer
Eindruck in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel aufgrund der schiefen Ebene variiert,
um so eine Prägung für einen Betrachter in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel besser
wahrnehmbar zu machen.
[0004] Die im Stand der Technik bekannten Druckträger haben allesamt den Nachteil, dass
mit dem bloßen Auge die Sicherung eines Produktes sofort erkennbar ist, da sich der
Druckträger auffällig vom Untergrund, bzw. eine Prägung im Druckträger auffällig vom
Rest des Druckträgers abhebt. Ein Fälscher ist sich also immer bewußt, dass er zur
Produktfälschung immer auch den bestimmten Druckträger fälschen muss. Fälschungen
solcher Druckträger können derart professionell ausgeführt sein , dass es sowohl dem
Laien als auch dem Fachmann teilweise schwer fällt, gefälschte Produkte von originalen
Produkten zu unterscheiden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Druckträger und ein Verfahren zur
Herstellung eines solchen zu schaffen, der bei Betrachtung mit dem bloßen Auge keine
unterscheidbaren Bereiche zeigt bzw. ein Sicherheitsdruck bei einfacher Betrachtung
nicht erkennbar ist, so dass z.B. eine Produktsicherung mit einem solchen Druckträger
unauffällig ist. Aufgrund der nicht offensichtlichen Erkennbarkeit einer Produktsicherung
mit einem solchen Druckträger wird die Fälschung für einen Fälscher erheblich erschwert
und gleichzeitig die Feststellung einer Fälschung ohne das erfindungsgemäße Merkmal
sofortig und einfach möglich.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Druckträger wenigstens
teilbereichsweise mit einer transparenten, anisotropen Schicht, insbesondere optisch
farblosen doppelbrechenden Schicht, versehen ist, insbesondere die auf einer schichtorientierenden
Struktur aufgebracht ist.
[0007] Hergestellt werden kann ein solcher Druckträger dadurch, dass mittels eines Druckverfahrens
eine anisotrope Schicht, insbesondere doppelbrechende Schicht von z.B. nematogenen
Flüssigkristallen, auf wenigstens einen Teilbereich des Druckträgers aufgetragen wird,
der wenigstens eine schichtorientierende Struktur aufweist. Auch smektische und chiral
nematische Flüssigkristalle können zum Einsatz kommen.
[0008] Im Unterschied zum Stand der Technik, z.B. gemäß der Offenlegungsschrift DE 198 45552
A1 ist ein Druck oder eine Prägung durch das erfindungsgemäße Verfahren gerade nicht
hervorgehoben und kann mit dem bloßen Auge nicht erkannt, bzw. nicht leicht erkannt
werden, da die anisotrope Schicht transparent, bevorzugt farblos ist und deshalb der
optische Eindruck im wesentlichen durch den Druckträger gegeben ist, der durch die
Schicht hindurchscheint, also durch seine farbliche oder strukturelle Erscheinung.
[0009] Es tritt kein betrachtungswinkelabhängiger Farbeffekt auf, kompliziert herzustellende
schiefe Ebenen zur Begründung eines betrachtungswinkelabhängigen Farbeffektes können,
müssen aber nicht vorhanden sein. Vielmehr handelt es sich gemäß der Erfindung um
einen Druck, worunter auch eine Prägung verstanden wird, der ohne, insbesondere optische
Hilfsmittel in keiner Weise von einer Blindprägung oder einer Prägung auf der Basis
handelsüblicher, optisch isotroper Klarlacke taktil oder visuell unterscheidbar ist.
Auf diese Weise kann in dem Druck eine versteckte Information integriert oder dargestellt
werden, die sich durch optisch erkennbar machbare Unterschiede zwischen einer anisotropen
Schicht und übrigen Bereichen bzw. auch durch Unterschiede innerhalb der anisotropen
Schicht ergibt.
[0010] Die Erfindung kann z.B. beim Druck von Sicherheitsdokumenten, wie z. B. Banknoten,
Wertpapieren, Kreditkarten und Ausweisen eingesetzt werden. Hierbei kann der Druckträger
bereits selbst das zu schützende Produkt sein, wie es beispielsweise bei Geldscheinen
oder Kreditkarten der Fall ist, oder der Druckträger als zusätzliches Sicherheitsmerkmal
aufgebracht werden oder der Druckträger kann in Form eines sogenannten Sicherheitstags
an beliebige Waren angehängt oder daran befestigt werden.
[0011] Die transparente anisotrope Schicht weist z.B. optische polarisationsabhängige Effekte
auf, die z.B. mit dem Auge nicht wahrgenommen werden können, jedoch durch Hilfmittel,
z.B. bei einer doppelbrechenden Eigenschaft durch Polarisationsfilter linearer oder
zirkularer Art detektierbar sind, insbesondere mit einem solchen Hilfmittel für das
Auge eines Betrachters sichtbar gemacht werden können.
[0012] Besonders bevorzugt können als anisotrope Schicht mit doppelbrechender Eigenschaft
Flüssigkristalle, z.B. nematische Flüssigkristalle eingesetzt werden, bzw. Lacke o.ä.,
die solche Flüssigkristalle enthalten und beim Druck- bzw. Prägeauftrag einen solchen
Flüssigkristallfilm auf einem Druckträger ausbilden. Solche mittels Strahlung härtbaren
flüssigkristalline Gemische werden beispielsweise von der Firma Merck KGaA hergestellt.
Diese Gemische sind nach dem Auftragen auf den Druckträger praktisch unsichtbar, zeigen
jedoch bei entsprechendem Untergrund, z.B. einem reflektierenden Druckträger und unter
Zuhilfenahme von linearen oder zirkularen Polarisatoren ausgeprägte visuelle optische
Effekte.
[0013] Eine solche Flüssigkristallschicht kann z.B. mittels eines Prägedruckes auf einen
bevorzugt hochglänzenden, metallischen Druckträger aufgebracht werden, wobei gegebenenfalls
die resultierenden, z.B. nematischen Filme mit entsprechenden Verfahren, z. B durch
Bestrahlung mit UV-Licht, dauerhaft fixiert werden können.
[0014] Bei Betrachtung mit bloßem Auge unterscheiden sich diese Prägedrucke in keiner Weise
von entsprechenden Blindprägungen oder solchen Prägedrucken, die unter Anwendung handelsüblicher
Klarlacke appliziert worden sind. Sie weisen also die infolge von Licht- und Schatteneffekten
hervorgerufenen üblichen, dreidimensionalen optischen Eindrücke auf, lassen aber die
Prägung in keiner Weise, also nicht etwa durch die Erzeugung eines zusätzlichen Kontrastes
oder betrachtungswinkelabhängigen Farbeffektes, optisch stärker hervortreten. Auch
ist eine rein taktile Unterscheidung nicht möglich.
[0015] Erst bei Betrachtung durch einen linearen oder zirkularen Polarisator treten die
Prägedrucke, die unter Verwendung der nematogenen Mischungen erzeugt wurden, mehr
oder minder optisch hervorgehoben z.B. farbig glänzend in Erscheinung. Dabei können
die Farbeindrücke zusätzlich in hohem Maße von der (Winkel-)Stellung des Polarisators
abhängig sein.
[0016] Die Erscheinungsunterschiede können nicht nur mit dem Auge eines Betrachters, sondern
auch maschinell detektiert werden, z.B. mittels Detektoren für unterschiedliche Polarisationsrichtungen
des reflektierten Lichtes, so dass auch eine automatische Prüfung eines erfindungsgemäßen
Druckträgers möglich ist.
[0017] Ursächlich für dieses Verhalten der Flüssigkristallkomponenten ist deren räumliche
Orientierung, die wiederum in besonderem Maße von den während des Prägeprozesses einwirkenden
Kräften, insbesondere Scherkräften als auch von den jeweiligen Feinstrukturen der
Druckträger oder Prägewerkzeuge vorgegeben wird.
[0018] Unterteilt man daher ein Prägedruckbild in verschiedene, räumlich voneinander abgegrenzte
(Teil-)Bereiche und kommen bei der Entstehung des Prägedruckbildes in den einzelnen
Bereichen orientierende Kräfte zum Einsatz, die sich in ihren Richtungen voneinander
unterscheiden, oder sind einzelne, definierte Bereiche des Druckträgers oder der Stempelwerkzeuge
in jeweils unterschiedlichen Richtungen strukturiert, so resultiert ein Prägedruckbild,
dessen Bereiche sich beim Blick durch einen Polarisator durch unterschiedliche optische
Effekte auszeichnen.
[0019] Die erfindungsgemäßen Prägedrucke sind besonders dafür geeignet, in Gegenwart von
Blindprägungen und Prägungen auf der Basis etwa handelsüblicher Klarlacke dem bloßen
Auge unauffällig zu erscheinen. Tatsächlich stellen sie aber eine optische Information
dar, die unter Zuhilfenahme z.B. eines Polarisators sichtbar bzw. detektierbar gemacht
werden kann. Damit lässt sich die Erfindung im Sicherheitsdruck von z. B. Wertpapieren,
Banknoten und Kreditkarten bzw. zur Erhöhung der Fälschungssicherheit entsprechender
Dokumente einsetzen.
[0020] Bevorzugt wird somit ein erfindungsgemäßer Druckträger neben wenigstens einem Teilbereich
mit anisotroper Schicht auch wenigstens einen Teilbereich mit einer Blindprägung und/oder
einem unbeschichteten Relief und/oder wenigstens einen Teilbereich mit einem handelsüblichen,
optisch isotropen Klarlack umfassen.
[0021] Die erfindungsgemäßen Druck- bzw. Prägestrukturen lassen sich besonders einfach z.B.
über ein modifiziertes Flexodruckverfahren erzeugen. Dabei erfolgt z. B. das Abrollen
eines harten Klischees z.B. mit einer Shore-Härte D von ca. 60 ° - 70° über den bevorzugt
reflektierenden, dauerhaft verformbaren Druckträger bzw. Bedruckstoff, wobei der Gegendruckzylinder
mit einem elastischen Gummituch z.B. der Shore-Härte A von z.B. ca. 50 ° - 60 ° ausgerüstet
sein kann.
[0022] Über die Höhe des Anpreßdruckes wird die Tiefe der Prägungen gesteuert. Zusätzlich
können z. B. durch Variation der Klischeedicken in ein- und demselben Druckbild Bereiche
unterschiedlicher Prägetiefe erhalten werden. Je nachdem, ob und welches Bedruckmittel
über das Klischee verdruckt wird, ergeben sich entweder Blindprägungen oder Prägungen,
die mit z. B. isotropen Klarlacken oder aber den in diesem Zusammenhang besonders
wichtigen optisch doppelbrechenden z.B. nematischen Flüssigkristallfilmen beschichtet
sind.
[0023] Letzteren liegen z. B. die entsprechenden nematogenen Flüssigkristallgemische zugrunde,
die beispielsweise von der Fa. Merck KGaA z.B. erhältlich sind und z.B. in Form ihrer
auf ca. 60 - 70 °C temperierten Schmelzen oder in Form ihrer Lösungen in organischen
Lösungsmitteln zum Einsatz kommen können.
[0024] Darüberhinaus kann die Herstellung der erfindungsgemäßen Prägung mit jedem beliebigen
Prägewerkzeug erfolgen. Sie kann z. B. im Stichtiefdruckverfahren erhaben ausgeführt
werden, wobei die Prägestrukturen nach bekannten Verfahren in eine Metallplatte eingeritzt
werden. Ein elektronisches Verfahren zur Herstellung derartiger Stichtiefdruckplatten
wird beispielsweise in der WO 97/48555 beschrieben. Beim Druckvorgang wird der Bedruckstoff
in die Vertiefungen der gravierten Metallplatte hineingepreßt und auf diese Weise
nachhaltig verformt. Für die Erzeugung einer Blindprägung werden diese Druckplatten
während des Druckvorgangs nicht mit Bedruckmittel gefüllt, sondern lediglich dazu
benutzt, den Bedruckstoff zu verformen, d. h. zu prägen.
[0025] Ungeachtet der Frage, ob sich aus dem Verfahren eine vertiefte oder erhabene Prägung
ergibt, ist es dem Betrachter nicht möglich, mit bloßem Auge z. B. zwischen einer
Blindprägung, einer Prägung unter Benutzung handelsüblicher (optisch isotroper) Klarlacke
und einer Prägung unter Benutzung nematogener Flüssigkristallgemische zu unterscheiden.
Dem Betrachter bietet sich vielmehr eine einheitliche Prägestruktur dar, welche infolge
von Licht- und Schatteneffekten die üblichen dreidimensionalen optischen Eindrücke
vermittelt.
[0026] Allerdings können diese z.B. gerade durch Miniaturisierung und Überkreuzung der einzelnen
Druckbereiche aufgrund von mehrfacher Bedruckung eine erhebliche, schwer zu fälschende
Feinstruktur aufweisen, die erst bei der Betrachtung durch einen linearen oder zirkularen
Polarisator in Form von betrachtungswinkelabhängiger unterschiedlicher optischer Effekte
enthüllt wird.
[0027] In einer typischen Anwendung, bei der z. B. eine hochglänzende, silberfarbene, nicht
gestreckte Polyethylenfolie als Druckträger unter Verwendung einer nematogenen, 60
°C heißen Flüssigkristallschmelze geprägt wurde, erscheinen dem Betrachter unter Zuhilfenahme
eines linearen Polarisators in der Stellung 0° lediglich die Prägebereiche in der
Farbe Blau, welche mit einem nematischen Flüssigkristallfilm versehen sind. Alle anderen
Bereiche weisen keinen Unterschied gegenüber der Betrachtung ohne Polarisator auf.
Bei der Drehung des Polarisators um 45° wird aus dem blauen Farbeindruck ein gelb-roter.
[0028] Ähnlich sind die Farbeindrücke bei der Analyse des Prägedruckbildes mit einem zirkularen
Polarisator. Hier wechseln die Farbeindrücke je nach Polarisatorstellung z. B. zwischen
einem glänzenden Gold und einem glänzenden Silberblau. Es sind jedoch auch Fälle möglich,
bei denen die Farben in Abhängigkeit der Polarisatorstellung keine signifikante Veränderung
erfahren, oder es treten Fälle auf, bei denen es nicht alle 45 °, sondern insbesondere
alle 90 ° zu einem nur leichten Farbwechsel zwischen z. B. einem eher dunklen und
einem eher hellen Braun kommt.
[0029] Im allgemeinen hängt dieses (dynamische) Farbverhalten von einer Vielzahl von Faktoren
ab, wozu beispielsweise die Druckträgereigenschaften, das eingesetzte Druckverfahren,
die Verlaufs- und Benetzungseigenschaften der Flüssigkristallfarbe sowie die Dicke,
Homogenität und Feinstruktur des erzeugten Flüssigkristallfilmes zu zählen sind.
[0030] Im allg. erscheinen die z.B. nematischen Filme beim Blick durch einen zirkularen
Polarisator deutlich stärker reflektierend als bei Verwendung eines linearen Polarisators.
Eine Variation des Betrachtungswinkels hat in keinem Fall einen Einfluß auf den jeweils
gewonnenen Farbeindruck.
[0031] Eine besondere Ausgestaltung erfährt das Verfahren, wenn z. B. das eingangs erwähnte
modifizierte Flexodruckverfahren oder ähnliche Verfahren herangezogen werden, die
im Zuge des Prägevorganges mit der Ausübung einer Kraft, z.B. einer Scherkraft auf
die (nematogenen) Flüssigkristallfilme einhergehen und deren Prägewerkzeuge so strukturiert
sind, daß eine mikroskopische Orientierung der Bestandteile des resultierenden Flüssigkristallfilmes
in eine Vorzugsrichtung unterstützt wird.
[0032] Erfolgt z.B. unter der Verwendung nematogener Flüssigkristallgemische im Anschluß
an einen ersten Prägevorgang eine Rotation des Druckbildes um einen Winkel, vorzugsweise
um 45 ° und folgt daraufhin ein zweiter Prägevorgang, so offenbart sich dem Betrachter
bei der Analyse mit einem linearen oder zirkularen Polarisator ein zweifarbiges Prägedruckbild.
Mehrfarbige Prägungen werden möglich, indem die ganze Spanne zwischen den möglichen
Farbeindrücken ausgenutzt wird.
[0033] Auch können die Anpreßdrücke und damit Prägetiefen beliebig klein gemacht werden,
so daß zwar keine Prägestrukturen mehr mit bloßem Auge erkennbar sind, aber dennoch
eine Orientierung der Flüssigkristalle hervorgerufen wird, wodurch bei Verwendung
eines Polarisators zumindest entsprechende Farbeindrücke auftreten.
[0034] Für alle erfindungsgemäßen Verfahrensvarianten ist es wesentlich, dass mittels eines
beliebigen Druckverfahrens eine anisotrope Schicht, insbesondere doppelbrechende Schicht
von z.B. nematogenen Flüssigkristallen, auf wenigstens einen Teilbereich eines Druckträgers
aufgetragen wird, der wenigstens eine schichtorientierende Struktur aufweist.
[0035] Durch die Struktur kann eine Kraft in wenigstens einer Richtung auf die Flüssigkristalle
einer anisotropen Flüssigkristallschicht wirken, die eine Ausrichtung der Flüssigkristalle,
insbesondere entlang der jeweils wirkenden Kraft, hervorruft.
[0036] Eine oder mehrere solcher Strukturen können vor oder während des Drucks der anisotropen
Schicht auf einen zu bedruckenden Bereich eines Druckträger aufgebracht werden. Druckträger,
die hier zum Einsatz kommen, können daher schon mit einer solchen Struktur zugeliefert
werden oder werden erst in der Druckmaschine mit einer solchen versehen, z.B. während
des Auftrags des Bedruckmittels.
[0037] Herkunft und Art der Struktur sind im wesentlichen irrelevant, sofern sie die Eigenschaft
aufweisen, eine Schichtorientierung der anisotropen Schicht, also z.B. eine Kristallorientierung
der Flüssigkristalle zu bewirken. Ein Druckträger kann somit mit einer mechanischen
Struktur und/oder einer elektrostatischen Struktur oder Ladungsverteilung versehen
werden. Auch können separate Orientierungsschichten vor der Flüssigkristallschicht
aufgebracht werden. Änderungen oder gezielte Ausrichtungen der Kristallorientierung
können auch durch lokale Erhitzung der aufgebrachten Flüssigkristallschicht oder durch
lokale Applikation elektrischer und/oder magnetischer Felder erfolgen.
[0038] Weitere Ausführungsformen des Verfahrens z.B. der erfindungsgemäßen Druckträger betreffen
z. B.:
- die Erzeugung positiver und negativer Prägungen in ein und demselben Druckbild,
- die Veredlung optisch anisotroper oder verschiedenfarbiger Druckträger mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren,
- den Einsatz von nicht vorgeprägten Druckträgern mit vorgegebenen und lokal definierten,
verschiedenartigen Orientierungsrichtungen für mesogene Systeme,
- die Bedruckung oder Beschichtung von vorgeprägten Druckträgern auch mit holographischen
Strukturen oder anderweitig, z. B. über Methoden des Spritzgießens und anderer Abformtechniken
erzeugten Reliefs mit z.B. nematogenen Flüssigkristallgemischen, insbesondere wobei
die Strukturierungen der Prägebereiche oder Reliefs zur Orientierung der Texturen
der optisch anisotropen Flüssigkristallfilme beitragen können,
- die Erzeugung von verschieden dicken, optisch anisotropen Flüssigkristallfilmen in
ein und demselben Prägedruckbild, wodurch sich weitere Farbeffekte ergeben,
- das Aufbringen einer zusätzlichen transparenten, optisch isotropen oder anisotropen
Decklackschicht, Folie oder dgl. zum Zwecke z. B. des Kratzschutzes oder der Erhöhung
der Fälschungssicherheit der Prägung,
- die nachträgliche Prägung teilweise oder vollständig ausgehärteter, optisch anisotroper,
z.B. nematischer Flüssigkristallfilme,
- den Prägedruck auf transparente Druckträger und die definierte Rückseitenbedruckung
dieser so behandelten Druckträger mit z. B. reflektierenden Farben.
- Im ersten Schritt Bedruckung oder Beschichtung einer Trägerfolie mit einem bevorzugt
vollständig gehärteten, nematischen Flüssigkristallfilm, wobei die Verfahrensparameter
derart eingestellt werden, daß nur eine definierte geringe, jedoch ausreichende Kohäsion
zwischen Trägerfolie und Flüssigkristallfilm besteht. Im zweiten Schritt Übertragung
definierter Abschnitte des Flüssigkristallfilmes auf einen Druckträger durch rückseitige
Bearbeitung der entsprechend bedruckten oder beschichteten Trägerfolie mit entsprechenden
Prägewerkzeugen, wobei dieser Prozeß sowohl bei Raumtemperatur oder tieferen oder
höheren Temperaturen als auch unter Einwirkung nur sehr schwacher Prägekräfte ausführbar
ist. Verfahrensgemäß ist ein Druckträger bevorzugt, der verformbar ist, der eine gegenüber
der Trägerfolie erhöhte Klebekraft verfügt und der fähig ist, das Licht so zu reflektieren,
daß die erfindungsgemäßen, optischen Effekte mit Hilfe eines Polarisators sichtbar
werden.
[0039] Ausführungsbeispiele und Vorteile der Erfindung werden anhand der Figuren 1a, 1b,
1c und 2a, 2b, 2c erläutert. Diese sind nicht maßstabsgetreu, geben die Farbeindrücke
nur schematisch wieder und dienen lediglich der Veranschaulichung der Erfindung.
[0040] Figur 1a zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Prägung auf
einem silberfarbenen, hochglänzenden Druckträger, und den wahrgenommenen, vereinfacht
dargestellten Farbeindruck ohne optische Hilfsmittel. Erkennbar ist im wesentlichen
nur die geprägte Struktur, jedoch keine fablichen Unterschiede zwischen den Bereichen
BP der Blindprägung ohne jegliche Lackschicht, P+LC der Prägung mit Flüssigkristall-(Liquid
Crystal) Schicht, P+KL der Prägung mit isotropem Klarlack und dem nicht geprägten
Bereich LC der nur eine Flüssigkristallschicht aufweist.
[0041] Die Figur 1b zeigt dieselbe erfindungsgemäße Prägung der Figur 1a auf einem silberfarbenen,
hochglänzenden Druckträger, und den wahrgenommenen, vereinfacht dargestellten, beispielhaften
Farbeindruck beim Blick durch einen linearen Polarisator in der Stellung 0 Grad. Farblich
hervorgehoben erscheint nun aufgrund der Kristallorientierung sowohl der geprägte
Bereich P+LC als auch der ungeprägte Bereich LC. Dieser Bereich ist fett liniert ausgeführt.
[0042] Die Figur 1c zeigt dieselbe erfindungsgemäße Prägung 1a auf einem silberfarbenen,
hochglänzenden Druckträger, und den wahrgenommenen, vereinfacht dargestellten Farbeindruck
beim Blick durch einen linearen Polarisator, jetzt in der Stellung 45 Grad. Hier haben
jetzt die Bereiche P+LC und der Bereich LC einen anderen Farbeindruck als in der Figur
1b aufgrund der veränderten Polarisatorstellung. Dieser andere Farbeindruck ist durch
die fett gepunkteten Linien repräsentiert.
[0043] Die Figur 2a zeigt eine erfindungsgemäße Prägung auf einem silberfarbenen, hochglänzenden
Druckträger und den wahrgenommenen, vereinfacht dargestellten Farbeindruck ohne optische
Hilfsmittel. Wiederum zeigt sich hier, dass ohne polarisierendes Hilfsmittel der Farbeindruck
für den Bereich KL (isotroper Klarlack ohne Prägung), P1/P2+LC (Prägungen 1/2 mit
Flüssigkristall), P+KL (Prägung mit isotropem Klarlack), BP (Blindprägung ohne Lack)
und LC (Flüssigkristall ohne Prägung) überall gleich ist.
[0044] Die Figur 2b zeigt die erfindungsgemäße Prägung 2a auf einem silberfarbenen, hochglänzenden
Druckträger und den wahrgenommenen, vereinfacht dargestellten, beispielhaften Farbeindruck
beim Blick durch einen linearen Polarisator in der Stellung 0 Grad. Die Bereiche KL
und P+KL zeigen keine Veränderung des Farbeindruckes, da hier nur isotroper Klarlack
appliziert wurde. Hingegen weisen die Bereiche P1+LC und P2+LC jetzt zwei unterschiedliche
Farbeindrücke auf, da in diesen Bereichen die Prägungen dergestalt sind, dass sich
unterschiedliche Orientierungen der Flüssigkristalle eingestellt haben. Der Farbeindruck
des Bereichs LC kann dem des Bereichs P1+LC entsprechen.
[0045] Die Figur 2c zeigt die erfindungsgemäße Prägung 2a auf einem silberfarbenen, hochglänzenden
Druckträger, und den wahrgenommenen, vereinfacht dargestellten Farbeindruck beim Blick
durch einen linearen Polarisator, jetzt in der Stellung 45 Grad. Wiederum ergeben
sich unterschiedliche Farbeindrücke in den flüssigkristallbeschichteten Bereichen
P1+LC, P2+LC und LC. Hier ist aufgrund der geänderten Polarisatorstellung der Farbeindruck
genau umgekehrt wie in der Figur 2b.
1. Druckträger, insbesondere Daten- oder Informationsträger, dadurch gekennzeichnet, daß er wenigstens teilbereichsweise mit einer transparenten, anisotropen Schicht, insbesondere
einer optisch farblosen doppelbrechenden Schicht, versehen ist, insbesondere die auf
einer schichtorientierenden Struktur angeordnet ist.
2. Druckträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass, die anisotrope Schicht nematische Flüssigkristalle umfasst.
3. Druckträger nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er einen Teilbereich mit einer Blindprägung und/oder einem unbeschichteten Relief
und/oder einen Teilbereich mit einem handelsüblichen, optisch isotropen Klarlack umfasst.
4. Druckträger nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß alle Teilbereiche unabhängig von Betrachtungswinkel bei Betrachtung mit bloßem Auge
einen die Teilbereiche nicht unterscheidbaren, insbesondere dreidimensionalen, optischen
Eindruck hervorrufen.
5. Druckträger nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teilbereich, insbesondere der mit der optisch anisotropen Schicht versehene Teilbereich,
durch ein optisches Hilfsmittel, insbesondere einen linearen oder zirkularen Polarisator,
detektierbar, insbesondere farblich hervorhebbar ist.
6. Druckträger nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teilbereich mit einer optisch anisotropen Schicht definierte, voneinander
abgegrenzte Bereiche unterschiedlicher Schichtorientierung aufweist, insbesondere
wodurch sich mittels eines optischen Hilfsmittels, insbesondere eines linearen oder
zirkularen Polarisators, definierte, voneinander abgegrenzte Bereiche mit unterschiedlichen
Farbeindrücken ergeben.
7. Verfahren zur Herstellung eines Druckträgers mit einer wenigstens teilbereichsweise
darauf angeordneten optisch anisotropen Schicht, insbesondere nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines Druckverfahrens eine anisotrope Schicht, insbesondere doppelbrechende
nematogene Flüssigkristalle umfassende Schicht, auf wenigstens einen Teilbereich des
Druckträgers aufgetragen wird, der wenigstens eine schichtorientierende Struktur aufweist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Struktur eine Kraft in wenigstens einer Richtung auf die Flüssigkristalle
einer anisotropen Flüssigkristallschicht wirkt, die eine Ausrichtung der Flüssigkristalle,
insbesondere entlang der jeweils wirkenden Kraft, hervorruft, insbesondere vor einer
Aushärtung der Schicht.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder während des Drucks der anisotropen Schicht der zu bedruckende Bereich mit
einer mechanischen Struktur und/oder elektrostatischen Struktur oder Ladungsverteilung
versehen wird, insbesondere wobei eine solche Struktur eine oder mehrere unterschiedliche
Orientierungen der anisotropen Schicht bewirkt.
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur durch Druck- und/oder Prägewerkzeuge vor und/oder während des Druckvorganges
oder durch Spritzgießen oder Abformtechniken erzeugt wird, insbesondere wobei die
Abformwerkzeuge eine entsprechende Struktur aufweisen.
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die schichtorientierende Struktur durch eine Druckwalze, erzeugt wird.
12. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Druckvorgang der Druckträger um einen Winkel verdreht wird und anschließend
wenigstens ein weiterer Druckvorgang erfolgt.