(19)
(11) EP 1 493 533 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.01.2005  Patentblatt  2005/01

(21) Anmeldenummer: 03405501.2

(22) Anmeldetag:  04.07.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B24B 5/18, B24B 5/30, B24B 53/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(71) Anmelder: Agathon AG Maschinenfabrik
4503 Solothurn (CH)

(72) Erfinder:
  • Deller, Rolf
    2545 Selzach (CH)

(74) Vertreter: BOVARD AG - Patentanwälte 
Optingenstrasse 16
3000 Bern 25
3000 Bern 25 (CH)

   


(54) Spitzenlose Rundschleifmaschine


(57) Eine Schleifmaschine, insbesondere spitzenlose Rundschleifmaschine, ist mit einem Maschinentisch (1), mit mindestens einer auf mindestens einem Scheibenschlitten (6,12) angeordneten Scheibe (2, 3), mit einer Einrichtung zur Halterung eines zu bearbeitenden Werkstücks, wobei der Scheibenschlitten (6, 12) jeweils gegen die Halterung des zu bearbeitenden Werkstücks und von dieser weg gesteuert verfahrbar ist, und mit mindestens einer Abrichtvorrichtung (17) ausgestattet. Zum Abrichten ist die jeweilige Abrichtvorrichtung (17) und die abzurichtende Scheibe (2), (3) gegeneinander anstellbar. Die Abrichtvorrichtung (17) ist auf einem Schlitten (18) angeordnet, der entlang einer ersten Achse (19) verfahrbar ist, die im wesentlichen parallel zur Rotationsachse(5, 11) der entsprechenden Scheibe (2), (3) ausgerichtet ist. Während des Verfahrens der Abrichtvorrichtung (17) entlang der ersten Achse (19) legt eine feststehende Führungsbahn (25) eine Referenzposition der Abrichtvorrichtung (17) bezüglich der abzurichtenden Scheibe (2), (3) in rechtwinkliger Richtung zu der ersten Achse (19) fest. Dadurch können Ungenauigkeiten der gesamten Führungsmechanik beim Verfahren der Abrichtvorrichtung (17) eliminiert werden, wodurch ein sehr präzises Abrichten der jeweiligen Scheibe (2), (3) erreicht wird.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schleifmaschine, insbesondere spitzenlose Rundschleifmaschine, mit einem Maschinentisch, mit mindestens einer auf mindestens einem Scheibenschlitten angeordneten Scheibe, mit einer Einrichtung zur Halterung eines zu bearbeitenden Werkstücks, wobei der Scheibenschlitten jeweils gegen die Halterung des zu bearbeitenden Werkstücks und von dieser weg gesteuert verfahrbar ist, und mit mindestens einer Abrichtvorrichtung zum Abrichten der Scheibe.

[0002] Mit derartigen Schleifmaschinen und spitzenlosen Rundschleifmaschinen im speziellen werden Teile hergestellt, die bezüglich Genauigkeit der Abmessungen sehr hohe Anforderungen erfüllen müssen. Dies bedeutet, dass die Abrichtvorgänge für die Schleifscheibe und gegebenenfalls die Regelscheibe einer derartigen Maschine sehr präzis ausgeführt werden müssen.

[0003] Es sind spitzenlose Rundschleifmaschinen bekannt, bei welchen die Abrichtvorrichtung auf einem CNC-gesteuerten Kreuzschlitten angeordnet ist. Die eine Achse dieses Kreuzschlittens ist rechtwinklig zur Rotationsachse der abzurichtenden Scheibe ausgerichtet, während die andere Achse dieses Kreuzschlittens parallel zur Rotationsachse der abzurichtenden Scheibe ausgerichtet ist. Die Abrichtvorrichtung wird mittels dieses Kreuzschlittens in den Bereich der abzurichtenden Scheibe gebracht und an diese angestellt, während des Abrichtens wird die Abrichtvorrichtung entlang der anderen Achse, die parallel zur Rotationsachse der abzurichtenden Scheibe ausgerichtet ist, verfahren. Mit derartigen Anordnungen können abzurichtende Scheiben mit Konturen versehen bzw. profiliert werden.

[0004] Es hat sich nun gezeigt, dass bei derartigen CNC-Achsensteuerungen die Führungsmechanik nicht einen Grad von Präzision aufweist, der der geforderten Präzision der herzustellenden Teile entspricht. Insbesondere beim Verfahren der Abrichtvorrichtung parallel zur Rotationsachse der abzurichtenden Scheibe wirken sich diese Präzisionsmängel auf die Formgenauigkeit der herzustellenden Werkstücke aus.

[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, die Abrichtvorrichtungen einer Schleifmaschine so auszugestalten, dass die entsprechenden Scheiben mit hoher Präzision abgerichtet werden können, so dass die herzustellenden Werkstücke die geforderte Präzision aufweisen.

[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe dadurch, dass zum Abrichten die jeweilige Abrichtvorrichtung und die entsprechende Scheibe relativ gegeneinander anstellbar sind, dass die Abrichtvorrichtung auf einem Schlitten angeordnet ist, der entlang einer ersten Achse verfahrbar ist, die im wesentlichen parallel zur Rotationsachse der entsprechenden Scheibe ausgerichtet ist, und dass während des Verfahrens der Abrichtvorrichtung entlang der ersten Achse eine feststehende Führungsbahn eine Referenzposition der Abrichtvorrichtung bezüglich der abzurichtenden Scheibe in rechtwinkliger Richtung zu der ersten Achse festlegt.

[0007] Durch die Verwendung einer derartigen Führungsbahn, entlang welcher die Abrichtvorrichtung verfahren wird, erhält die Abrichtvorrichtung bezüglich der abzurichtenden Scheibe eine Referenzposition, die sehr präzis ist, wodurch gegebenenfalls die zu grossen Ungenauigkeiten der Führungs- und Antriebsmechanik eliminiert werden können.

[0008] Die erfindungsgemässe Einrichtung ist insbesondere auch in spitzenlosen Rundschleifmaschinen einsetzbar, die mit jeweils einer auf einem Schleifscheibenschlitten angeordneten Schleifscheibe und mit einer auf einem Regelscheibenschlitten angeordneten Regelscheibe ausgestattet ist, wobei die Schleifscheibe und die Regelscheibe einander gegenüberliegend angeordnet und die Rotationsachsen der Schleifscheibe und der Regelscheibe gegenseitig ausgerichtet sind und die Einrichtung zur Halterung eines zu bearbeitenden Werkstücks als zwischen den beiden Scheiben angeordnete Werkstückauflagevorrichtung ausgebildet ist.

[0009] In vorteilhafter Weise ist der Schlitten, auf welchem die jeweilige Abrichtvorrichtung angeordnet ist, auf dem jeweiligen Scheibenschlitten angebracht. Dadurch wird ein einfacher Aufbau erhalten, insbesondere auch beim Regelscheibenschlitten, wenn dieser auf einer bezüglich des Maschinentisches um eine vertikale Achse schwenkbaren Schwenkplatte aufgesetzt ist.

[0010] In vorteilhafter Weise ist die Abrichtvorrichtung auf einen Gleitschlitten aufgesetzt, welcher entlang rechtwinklig zur ersten Achse ausgerichteten Führungen verschiebbar ist. Dadurch kann in optimaler Weise eine Unabhängigkeit der Abrichtvorrichtung von den Führungen parallel zur Rotationsachse der abzurichtenden Scheibe erhalten werden.

[0011] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die jeweilige Führungsbahn als Führungsleiste ausgebildet ist, und dass der Gleitschlitten mit einem Tastelement ausgestattet ist, welches entlang der Führungsleiste abläuft und mit dieser in Kontakt ist. Mit dieser Anordnung ergibt sich ein einfacher Aufbau der Vorrichtung.

[0012] In vorteilhafter Weise ist der Gleitschlitten und die Abrichtvorrichtung und somit das Tastelement durch elastische Mittel gegen die Führungsleiste drückbar. Dadurch ist gewährleistet, dass das Tastelement immer in Kontakt ist mit der Führungsleiste.

[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Abrichtvorrichtung auf den Schlitten aufgesetzt ist, welcher auf dem Gleitschlitten angeordnet ist, der auf den Scheibenschlitten aufgesetzt ist, dass die Führungsleiste am auf dem Maschinentisch angeordneten Unterbau des Scheibenschlittens befestigt ist und dass zum Abrichten der jeweiligen Scheibe der entsprechende Scheibenschlitten verfahrbar und gegen die entsprechende Abrichtvorrichtung anstellbar ist, und der Gleitschlitten, gehalten durch das Tastelement und die Führungsleiste, entlang den Führungen auf dem Scheibenschlitten gleitet. Dadurch kann eine CNC-gesteuerte Achse eingespart werden, was den Aufbau der Einrichtung vereinfacht.

[0014] Die Abrichtvorrichtung kann auch auf den Gleitschlitten aufgesetzt sein, der seinerseits auf dem Schlitten angeordnet ist, wobei dieser Schlitten auf einen zusätzlichen Schlitten aufgesetzt ist, welcher entlang der auf dem Scheibentisch angeordneten Führungen senkrecht zur Rotationsachse der jeweiligen Scheibe an diese anstellbar und von dieser abstellbar ist, und dass die Führungsleiste am zusätzlichen Schlitten befestigt ist. Dadurch ist zum Abrichten der jeweiligen Scheibe der zusätzliche Schlitten verfahrbar und die Abrichtvorrichtung gegen die entsprechende Scheibe anstellbar. Der Scheibenschlitten muss demzufolge beim Abrichten nicht verfahren werden.

[0015] In vorteilhafter Weise sind die jeweiligen Schlitten, die zusätzlichen Schlitten und die Scheibenschlitten über CNC-Achsensteuerungen verfahrbar.

[0016] Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnung beispielhaft näher erläutert.

[0017] Es zeigt:

Fig. 1 in räumlicher Darstellung den Maschinentisch mit dem jeweiligen Aufbau für die Schleifscheibe und für die Regelscheibe gemäss einer ersten Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 2 in schematischer Darstellung die Anordnung der Abrichtvorrichtung auf dem jeweiligen Scheibentisch mit der entsprechenden abzurichtenden Scheibe gemäss der Ausführungsform nach Fig. 1;

Fig. 3 in räumlicher Darstellung den Aufbau der regelscheibenseitigen Einrichtung, im Vergleich mit Fig. 1 von links gesehen; und

Fig. 4 in schematischer Darstellung die Anordnung der Abrichtvorrichtung auf dem jeweiligen Scheibentisch mit der entsprechenden abzurichtenden Scheibe gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.



[0018] Aus Fig. 1 ist der Maschinentisch 1 einer spitzelosen Rundschleifmaschine gemäss einer ersten Ausführungsform ersichtlich, auf welchem auf der einen Seite die Schleifscheibe 2 und auf der anderen Seite die Regelscheibe 3 angeordnet sind. Die Schleifscheibe 2 ist in einem Spindelstock 4 rotierbar um die Rotationsachse 5 gelagert. Dieser Spindelstock 4 ist auf einem Schleifscheibenschlitten 6 befestigt. Dieser Schleifscheibenschlitten 6 ist auf eine Unterlage 7 aufgesetzt, die am Maschinentisch 1 befestigt ist. Zwischen Schleifscheibenschlitten 6 und Unterlage 7 sind Linearführungen 14 (Fig. 2) angebracht, entlang welcher der Schleifscheibenschlitten 6 rechtwinklig zur Rotationsachse 5 bezüglich dem Maschinentisch 1 verschiebbar gelagert ist. Die Verschiebung erfolgt in bekannter Weise über eine nicht dargestellte CNC-Steuerung, deren Antrieb 9 auf Fig. 1 sichtbar ist. Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass der Schleifscheibenschlitten 6 ohne Unterlage 7 direkt auf den Maschinentisch 1 aufgesetzt ist.

[0019] Die Regelscheibe 3 ist ihrerseits in einem weiteren Spindelstock 10 um die Rotationsachse 11 rotierbar gelagert. Dieser Spindelstock 10 der Regelscheibe 3 ist auf einem Regelscheibenschlitten 12 befestigt. Dieser Regelscheibenschlitten 12 ist auf eine Schwenkplatte 13 aufgesetzt, die bezüglich des Maschinentisches 1 in bekannter Weise um eine nicht dargestellte vertikale Achse schwenkbar ist, um gegebenenfalls eine winklige Lage der Regelscheibe 3 bezüglich der Schleifscheibe 2 einstellen zu können. Zwischen dieser Schwenkplatte 13 und dem Regelscheibenschlitten 12 sind ebenfalls Linearführungen 14 (Fig. 2) angebracht, entlang welcher der Regelscheibenschlitten 12 rechtwinklig zur Rotationsachse 11 der Regelscheibe 2 verschiebbar ist. Auch diese Verschiebung erfolgt in bekannter Weise über eine CNC-Steuerung, deren Antrieb 15 in Fig. 1 ersichtlich ist.

[0020] Zwischen der Schleifscheibe 2 und der Regelscheibe 3, die einander gegenüberliegend angeordnet sind, ist eine Werkstückauflagevorrichtung 16 eingesetzt. Auf diese Werkstückauflagevorrichtung 16 werden in bekannter Weise die zu bearbeitenden Werkstücke aufgelegt, zum Schleifen kann der Schleifscheibenschlitten 6 mit der Schleifscheibe 2 und der Regelscheibenschlitten 12 mit der Regelscheibe 3 gegen die Werkstückauflagevorrichtung 16 verfahren werden.

[0021] Sowohl auf dem Schleifscheibenschlitten 6 wie auch auf dem Regelscheibenschlitten 12 ist jeweils eine Abrichtvorrichtung 17 angeordnet, die im wesentlichen für das Abrichten der Schleifscheibe 2 bzw. das Abrichten der Regelscheibe 3 grundsätzlich gleich aufgebaut ist, weshalb für wesensgleiche Bauteile für beide Abrichtvorrichtungen 17 in der nachfolgenden Beschreibung die selben Bezugszeichen verwendet werden.

[0022] Die Abrichtvorrichtung 17 ist auf einem Schlitten 18 angeordnet, welcher entlang der ersten Achse 19, die parallel zu der jeweiligen Rotationsachse 5, 11 ausgerichtet ist, verschiebbar ist. Zur Verschiebung dient wiederum in bekannter Weise eine CNC-Steuerung, deren Antrieb 20 in Fig. 1 sichtbar ist.

[0023] Der Schlitten 18 ist auf einen Gleitschlitten 21 aufgesetzt, welcher entlang Führungen 22 (Fig. 2) verschiebbar ist, die rechtwinklig zur ersten Achse 19 ausgerichtet sind. Dieser Gleitschlitten 21 wird über elastische Mittel 23, die als Zugfedern ausgebildet sind, gegen einen mit der Unterlage 7, 13 fest verbundenen Aufsatz 24 gezogen. Auf dem Aufsatz 24 ist eine als Führungsleiste 25 ausgebildete Führungsbahn befestigt. Am Schlitten 18 ist ein Tastelement 26 angebracht, das durch die Zugfedern 23 über den Gleitschlitten 21 und den Schlitten 18 gegen die Führungsleiste 25 gedrückt wird.

[0024] Der Abrichtvorgang wird nachfolgend anhand der schematischen Darstellung gemäss Fig. 2 näher beschrieben, wobei dieser Abrichtvorgang sowohl auf das Abrichten der Schleifscheibe 2 wie auch auf das Abrichten der Regelscheibe 3 zutreffend ist. In dieser Fig. 2 ist die Abrichtvorrichtung 17 ersichtlich, die mit einem Abrichtwerkzeug 27 ausgestattet ist. Diese Abrichtvorrichtung 17 ist auf dem Schlitten 18 angeordnet, der entlang der ersten Achse, dargestellt durch den Doppelpfeil 19 entlang der Führungen 28 verfahrbar ist. Der Schlitten 18 ist seinerseits auf den Gleitschlitten 21 aufgesetzt. Dieser Gleitschlitten 21 ist entlang der Führungen 22, die auf den Scheibenschlitten 6 bzw. 12 angeordnet sind, frei verfahrbar, dargestellt durch den Doppelpfeil 29. Dieser Gleitschlitten 21 wird durch die Federn 23 gegen den Aufsatz 24 gezogen, hierbei stützt sich das Tastelement 26 ständig auf der Führungsleiste 25 ab.

[0025] Zum Abrichten der entsprechenden Scheibe 2 bzw. 3, die auf dem entsprechenden Scheibenschlitten 6 bzw. 12 angeordnet sind, wird der Scheibenschlitten 6 bzw. 12 gegen das Abrichtwerkzeug 27 hin verfahren, in Richtung, die durch den Doppelpfeil 30 dargestellt ist. Während dieses Verfahrens der Scheibenschlitten 6, 12 verschiebt sich dieser Scheibenschlitten 6, 12 unter dem Gleitschlitten 21, der durch das Tastelement 26, das auf der Führungsleiste 25 abgestützt ist, gehalten wird. Beim Erreichen der richtigen Position der Scheibe 2, 3 bezüglich des Abrichtwerkzeuges 27, die über die CNC-Steuerung angefahren wird, beginnt der Abrichtvorgang. Hierzu wird der Schlitten 18, angetrieben durch die CNC-Steuerung, entlang der Führungen 28 verfahren. Während des Verfahrens verschiebt sich das Tastelement 26 entsprechend auf der Führungsleiste 25. Da der Gleitschlitten 21 hinsichtlich der Richtung, die durch den Doppelpfeil 29 dargestellt ist, völlig frei ist, wird somit die Position des Abrichtwerkzeuges 27 in dieser Richtung ausschliesslich durch die Führungsleiste 25 festgelegt, man erhält somit eine sehr präzise Referenzposition. Eventuelle Ungenauigkeiten der Führungs- und Antriebsmechanik zwischen dem Gleitschlitten 21 und dem Schlitten 18, die ein Bewegen des Abrichtwerkzeuges 27 während des Abrichtens gegen die abzurichtende Scheibe 2, 3 hin oder von dieser weg bewirken könnten, wird vollständig ausgeglichen. Man erhält somit ein sehr genaues Abrichten der entsprechenden Scheibe 2, 3. Während des Abrichtvorgangs ist es selbstverständlich möglich, dass der Scheibenschlitten 6 bzw. 12, gesteuert durch die CNC-Steuerung, in Richtung des Doppelpfeils 30 verfahren werden kann, wenn die abzurichtende Scheibe 2 bzw. 3 profiliert bzw. mit einer Kontur versehen werden soll. Dieses zusätzliche Verfahren erfolgt mit Bezug auf die Referenzposition, die gewünschte Genauigkeit bleibt erhalten.

[0026] Fig. 3 zeigt den regelscheibenseitigen Aufbau auf dem Maschinentisch 1, gemäss Fig. 1 von links gesehen. Hierbei ist der Spindelstock 10 der Regelscheibe 3 ersichtlich, welcher auf den Regelscheibenschlitten 12 angeordnet ist. Die Regelscheibe 3 wird über den Antrieb 31 genau drehzahlgesteuert angetrieben. Ebenfalls ersichtlich ist die Werkstückauflagevorrichtung 16, auf welche das zu bearbeitende Werkstück aufgelegt wird.

[0027] Der Regelscheibenschlitten 12 ist auf der Schwenkplatte 13 angeordnet und bezüglich dieser rechtwinklig zur Rotationsachse 11 der Regelscheibe 3 über den Antrieb 15 verschiebbar.

[0028] Auf dem Regelscheibenschlitten 12 ist die Abrichtvorrichtung 17 angeordnet, die auf den Schlitten 18 aufgesetzt ist, welcher seinerseits auf dem Gleitschlitten 21 angeordnet ist. Das Verfahren des Schlittens 18 entlang den Führungen 28 auf dem Gleitschlitten 21 erfolgt über den Antrieb 20. An der Abrichtvorrichtung 17 ist das Abrichtwerkzeug 27 angebracht.

[0029] Der Aufsatz 24, auf welchem die Führungsleiste 25 befestigt ist, ist an der Schwenkplatte 13 gehalten. Über die Federn 23 wird der Gleitschlitten 21 und demzufolge der Schlitten 18 mit dem Tastelement 26 gegen die Führungsleiste 25 gezogen. Das Abrichten der Regelscheibe 3 erfolgt gemäss dem vorgängig beschriebenen Verfahren.

[0030] In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform einer Abrichtanordnung dargestellt, die ebenfalls sowohl zum Abrichten von Schleifscheiben als auch von Regelscheiben gleich aufgebaut ist. Für Bauteile, die wesensgleich sind zu den Bauteilen der ersten Ausführungsform werden gleiche Bezugszeichen verwendet.

[0031] Die Abrichtvorrichtung 17 mit dem Abrichtwerkzeug 27 ist auf dem Gleitschlitten 21 angeordnet. Dieser Gleitschlitten 21 ist entlang den Führungen 22 in Richtung des Doppelpfeils 29 frei verschiebbar.

[0032] Der Gleitschlitten 21 ist auf einen Schlitten 18 aufgesetzt, an welchem die Führungen 28 angebracht sind. Dieser Schlitten 18 ist entlang der ersten Achse, dargestellt durch den Doppelpfeil 19, und demzufolge entlang den Führungen 28 verschiebbar. Zur Verschiebung dient wiederum in bekannter Weise eine nicht dargestellte CNC-Steuerung.

[0033] Diese Führungen 28 sind auf einem zusätzlichen Schlitten 31 angeordnet, welcher auf den Scheibenschlitten 6 bzw. 12 aufgesetzt ist. Dieser zusätzliche Schlitten 31 ist entlang von auf dem Scheibenschlitten 6 bzw. 12 angebrachten Führungen 32 in Richtung des Doppelpfeils 33 verfahrbar, parallel zur Verfahrrichtung des Scheibenschlittens 6 bzw. 12, dargestellt durch den Doppelpfeil 30. Auch hier dient zur Verschiebung wiederum in bekannter Weise eine nicht dargestellte CNC-Steuerung.

[0034] Auf dem zusätzlichen Schlitten 31 ist die Führungsleiste 25 befestigt. Am Gleitschlitten 21 ist das Tastelement 26 angebracht. Der Gleitschlitten 21 und das Tastelement 26 und damit die Abrichtvorrichtung 17 wird über eine Zugfeder 23 gegen die Führungsleiste 25 gedrückt.

[0035] Eine gemäss diesem weiteren Ausführungsbeispiel aufgebaute Abrichtvorrichtung 17 lässt sich, wie beim ersten Ausführungsbeispiel sowohl auf der Schleifscheibenseite wie auch auf der Regelscheibenseite in eine Schleifmaschine einsetzen.

[0036] Zum Abrichten der entsprechenden Scheibe 2 bzw. 3, die auf dem entsprechenden Scheibenschlitten 6 bzw. 12 angeordnet sind, wird der zusätzliche Schlitten 31 mit der Abrichtvorrichtung 17 gesteuert gegen die Scheibe 2 bzw. 3 hin verfahren. Beim Erreichen der gewünschten Position des Abrichtwerkzeugs 17 bezüglich der abzurichtenden Scheibe 2 bzw. 3 wird der Schlitten 18, angetrieben durch die CNC-Steuerung, in Richtung der ersten Achse 19 verfahren. Während des Verfahrens verschiebt sich das Tastelement 26 entsprechend auf der Führungsleiste 25. Da auch hier der Gleitschlitten 21 hinsichtlich der Richtung, die durch den Doppelpfeil 29 dargestellt ist, völlig frei ist, wird eine sehr präzise Referenzposition erreicht. Auch hier ist es selbstverständlich möglich, dass während des Abrichtvorgangs der zusätzliche Schlitten 31, gesteuert durch die CNC-Steuerung, in Richtung des Doppelpfeils 33 verfahren werden kann, wenn die abzurichtende Scheibe 2 bzw. 3 profiliert bzw. mit einer Kontur versehen werden soll. Dieses zusätzliche Verfahren erfolgt mit Bezug auf die Referenzposition, die gewünschte Genauigkeit bleibt erhalten.

[0037] Mit dem Aufbau gemäss diesem Ausführungsbeispiel ist es zum Abrichten nicht erforderlich, dass der entsprechende Scheibenschlitten 6 bzw. 12 verfahren werden muss.

[0038] Mit dieser erfindungsgemässen Vorrichtung lässt sich die Schleifscheibe bzw. die Regelscheibe sehr genau abrichten, da durch die Referenzposition der Abrichtvorrichtung eventuelle Fehler der Führungen beim Verschieben der Abrichtvorrichtung parallel zur Rotationsachse der entsprechenden Scheibe vollständig eliminiert werden können.


Ansprüche

1. Schleifmaschine, insbesondere spitzenlose Rundschleifmaschine, mit einem Maschinentisch (1), mit mindestens einer auf mindestens einem Scheibenschlitten (6,12) angeordneten Scheibe (2, 3), mit einer Einrichtung zur Halterung eines zu bearbeitenden Werkstücks, wobei der Scheibenschlitten (6, 12) jeweils gegen die Halterung des zu bearbeitenden Werkstücks und von dieser weg gesteuert verfahrbar ist, und mit mindestens einer Abrichtvorrichtung (17) zum Abrichten der Scheibe (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass zum Abrichten die jeweilige Abrichtvorrichtung (17) und die entsprechende Scheibe (2, 3) relativ gegeneinander anstellbar sind, dass die Abrichtvorrichtung (17) auf einem Schlitten (18) angeordnet ist, der entlang einer ersten Achse (19) verfahrbar ist, die im wesentlichen parallel zur Rotationsachse (5, 11) der entsprechenden Scheibe (2, 3) ausgerichtet ist, und dass während des Verfahrens der Abrichtvorrichtung (17) entlang der ersten Achse (19) eine feststehende Führungsbahn (25) eine Referenzposition der Abrichtvorrichtung (17) bezüglich der abzurichtenden Scheibe (2, 3) in rechtwinkliger Richtung zu der ersten Achse (19) festlegt.
 
2. Schleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einer auf einem Schleifscheibenschlitten (6) angeordneten Schleifscheibe (2) und mit einer auf einem Regelscheibenschlitten (12) angeordneten Regelscheibe (3) ausgestattet ist, wobei die Schleifscheibe (2) und die Regelscheibe (3) einander gegenüberliegend angeordnet und die Rotationsachsen (5, 11) der Schleifscheibe (2) und der Regelscheibe (3) gegenseitig ausgerichtet sind und die Einrichtung zur Halterung eines zu bearbeitenden Werkstücks als zwischen den beiden Scheiben angeordnete Werkstückauflagevorrichtung (16) ausgebildet ist.
 
3. Schleifmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (18), auf welchem die jeweilige Abrichtvorrichtung (17) angeordnet ist, auf dem jeweiligen Scheibenschlitten (6, 12) angebracht ist.
 
4. Schleifmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Regelscheibenschlitten (12) auf einer bezüglich des Maschinentisches (1) um eine vertikale Achse schwenkbaren Schwenkplatte (13) aufgesetzt ist.
 
5. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, die Abrichtvorrichtung (17) auf einen Gleitschlitten (21) aufgesetzt ist, welcher entlang rechtwinklig zur ersten Achse (19) ausgerichteten Führungen (14) verschiebbar ist.
 
6. Schleifmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Führungsbahn (25) als Führungsleiste ausgebildet ist, und dass der Gleitschlitten (21) mit einem Tastelement (26) ausgestattet ist, welches entlang der Führungsleiste (25) abläuft und mit dieser in Kontakt ist.
 
7. Schleifmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitschlitten (21) mit der Abrichtvorrichtung (17) und somit das Tastelement (26) durch elastische Mittel (23) gegen die Führungsleiste (25) drückbar ist.
 
8. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abrichtvorrichtung (17) auf den Schlitten (18) aufgesetzt ist, welcher auf dem Gleitschlitten (21) angeordnet ist, der auf den Scheibenschlitten (6, 12) aufgesetzt ist, und dass die Führungsleiste (25) am auf dem Maschinentisch (1) angeordneten Unterbau (7, 13) des Scheibenschlittens (6, 12) befestigt ist.
 
9. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Abrichten der jeweiligen Scheibe (2, 3) der entsprechende Scheibenschlitten (6, 12) verfahrbar und gegen die entsprechende Abrichtvorrichtung (17) anstellbar ist, und der Gleitschlitten (21), gehalten durch das Tastelement (26) und die Führungsleiste (25), entlang den Führungen (28) bezüglich dem Scheibenschlitten (6, 12) verschoben wird.
 
10. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abrichtvorrichtung (17) auf den Gleitschlitten (21) aufgesetzt ist, der seinerseits auf dem Schlitten (18) angeordnet ist, wobei dieser Schlitten (18) auf einen zusätzlichen Schlitten (31) aufgesetzt ist, welcher entlang der auf dem Scheibentisch (6, 12) angeordneten Führungen (32) senkrecht zur Rotationsachse (5, 11) der jeweiligen Scheibe (2, 3) an diese anstellbar und von dieser abstellbar ist, und dass die Führungsleiste (25) am zusätzlichen Schlitten (31) befestigt ist.
 
11. Schleifmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zu Abrichten der jeweiligen Scheibe (2, 3) der zusätzliche Schlitten (31) verfahrbar und die Abrichtvorrichtung (17) gegen die entsprechende Scheibe (2, 3) anstellbar ist.
 
12. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Schlitten (18), die zusätzlichen Schlitten (31) und die Scheibenschlitten (6, 12) über CNC-Achsensteuerungen verfahrbar sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht