[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzen der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Gattung sowie ein Ventil mit im wesentlichen kugelförmigen
Ventilsitz gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
[0002] Ventilsitze werden in der Praxis oft mit kegeliger Dichtfläche hergestellt, an welcher
an die ebenfalls kegelig ausgebildete Ventilnadel vollflächig anliegt. Selbst bei
hoher Bearbeitungsgenauigkeit ist eine hohe Dichtigkeit bei Drücken über einigen 100
bar nicht gegeben. Der Prozeß ist als Schleifverfahren ausgelegt, welche eine Rotations-
und Translationsbewegung aufweist. Dadurch entstehen Riefen mit einer Steigung und
somit ein Labyrinth kommunizierender Riefen, durch welche sich die Leckage erhöht.
[0003] In der EP 0 955 128 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Dichtsitzes zwischen
einer Ventilkugel und einem Ventilkörper mit konischem Ventilsitz beschrieben. Dabei
wird ein Ventilkörper mit einem konisch geschliffenen Ventilsitz für die Ventilkugel
in einem rotierend antreibbaren Werkstückhalter eingespannt. Ein zylindrischer Schleifstein
wird für eine Feinschleifbearbeitung mit einem Einsatz, der radiale Bewegungen des
Schleifsteins zuläßt, in einen Werkzeughalter eingesetzt, der unter einem Anstellwinkel
von 1° bis 10° schräg zur Rotationsachse des Werkstückhalters ausgerichtet ist. Durch
eine Vorschubbewegung des Werkzeughalters oder des Werkstückhalters werden der konische
Ventilsitz und der Schleifstein in Kontakt gebracht, wobei der Schleifstein mit einer
stirnseitigen Bearbeitungskante am gesamten Umfang des konischen Ventilsitzes anliegt.
Der Werkzeughalter und der Werkstückhalter werden gegensinnig rotierend angetrieben
und mittels des Schleifsteins wird eine ringförmig umlaufende und im Ventilkörperlängsschnitt
kreisbogenförmige Sitzfläche für die Ventilkugel in den konischen Ventilsitz eingearbeitet.
Dabei ist der Radius des die Sitzfläche bildenden Kreisbogens größer als der Radius
der Ventilkugel und die im Ventilkörperlängsschnitt muldenförmige Vertiefung der Sitzfläche
so bemessen, daß im Querschnitt gemessene Formabweichungen des konisch geschliffenen
Ventilsitzes von der Kreisform zumindest im Scheitelbereich der kreisbogenförmigen
Sitzfläche eliminiert sind. Dieses Verfahren schafft daher Topographien, in die sich
die Dichtkugel muldenartig eingräbt. Ein Linienkontakt soll vermieden werden. Somit
ist die Kontaktfläche relativ groß, der anliegende Druck an der kontaktierten Teilfläche
der Kugel gering.
[0004] Aus der DE 197 57 117 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Ventilsitzkörpers
für ein Brennstoffeinspritzventil bekannt. Dabei wird in einem Ventilsitzkörper eine
Durchgangsöffnung geschaffen mit einem als kegelstumpfförmigen Abschnitt gestalteten
Ventilsitzbereich. In der Durchgangsöffnung wird außerdem ein Führungsbereich mit
Führungsabschnitten für einen als Kugel gestalteten Ventilschließkörper erzeugt. Die
Führungsabschnitte und der Ventilsitzbereich werden gleichzeitig mittels eines Bearbeitungswerkzeugs
in Form einer Masterkugel feinbearbeitet. Diese Werkzeug-Masterkugel kann als Hon-,
Schleif- oder Läppwerkzeug ausgebildet sein. Dies bedeutet, daß sowohl mit gebundenem
als auch mit losem Korn dieser Arbeitsschritt durchgeführt werden kann. Die linienförmige
Abdichtungsfläche des Sitzes zur Kugel wird dadurch erreicht, daß ein schmaler Wulst
im Ventilsitz vorgesehen ist, der ca. 0,1 mm gegenüber der Dichtfläche erhaben ist.
Ebenso ist es möglich, aus strömungstechnischen Gründen kanalartige Strömungsdurchlässe
im oberen Bereich des Kegelsitzes vorzusehen. Diese Maßnahmen erfordern jedoch teuere
Bearbeitungsschritte.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von
Ventilsitzen der gattungsgemäßen Art zu schaffen, durch das die Ventilsitze eine Struktur
erhalten, mit der ein Kriechen des abzudichtenden Mediums weitestgehend reduziert
und somit die Dichtwirkung verbessert wird. Außerdem besteht die Aufgabe darin, ein
Ventil mit einem solchen Ventilsitz anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzen mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und durch ein Ventil mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0007] Das entwickelte Verfahren ermöglicht die Herstellung einer Topographie des Ventilsitzes
zum Abdichten der Kugel und die Korrektur des Winkels des Ventilsitzes. Dabei sind
die Topographien der anliegenden Dichtflächen so ausgebildet, daß eine ununterbrochene
und ausschließliche Linienberührung eine toleranzgerechte Leckage ermöglicht. In einem
Einspritzpumpengehäuse können mehrere Ventilsitze zur Bearbeitung anfallen. Die Dichtheit
gegenüber einem Systemdruck von bis zu über 2000 bar ist der entscheidende Funktionsparameter.
Sie ist definiert als Leckagemenge je Zeiteinheit unter bestimmten Betriebsbedingungen
wie Druck, Temperatur und Dichte des Mediums.
[0008] Die Abdichtung wird durch eine Linienberührung einer Kugel als Dichtkörper gegenüber
einer kegeligen Dichtfläche erreicht. Die Kugel ist mit geringerer Rauhtiefe als die
Sitzfläche bearbeitet. Durch die Linienberührung entsteht eine hohe Flächenpressung.
Es entsteht damit eine elastische Verformung der einzelnen Profilerhebung des Ventilsitzes,
welche die Kugel berührt. Dies wiederum ermöglicht eine vollständige Linienanlage
der Dichtfläche des Ventilsitzes an die Kugelform. Geometrisch ist dies möglich durch
sehr hohe Rundheitsanforderungen von unter 1,0 µm. Innerhalb dieser Formtoleranz kann
die Elastizität der Profilerhebung mögliche Makroformfehler ausgleichen.
[0009] Darüber hinaus kann das Prinzip der linienförmigen Anlage aufgrund konzentrischer
Bearbeitungsriefen funktionieren. Diese haben die gleiche Verlaufsrichtung wie der
Anlagekreis der Kugel. Dies bedeutet, daß alle Bearbeitungsriefen keine Steigung aufweisen
und konzentrisch zur Dichtlinie verlaufen. Für die Abdichtung ist entscheidend die
Konzentrizität der Profilerhebungen, eine hohe Rundheit und die elastische Verformung
der Profilerhebung des Ventilsitzes.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird das Honschleifen in mehreren
aufeinander folgenden Operationen durchgeführt, wobei vorzugsweise drei Operationen
vorgesehen sind, je nach Vorbearbeitungsqualität. Dies hat den Vorteil, daß in jeder
Operation angepaßte Bearbeitungsbedingungen wie beispielsweise unterschiedliche Werkzeuge
zum Einsatz kommen können. Dabei ist es insbesondere zweckmäßig, daß in jeder Operation
die Rauheitsprofile von der vorhergehenden Honschleif-Operation mit einem Werkzeug
mit feinerem Schneidkorn abgetragen werden. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, daß
das Werkzeug periodisch außer Arbeitseingriff gebracht und die Bearbeitungsstelle
mit Kühlschmierstoff angeströmt wird. Dies hat den Vorteil, daß eine besonders wirksame
Kühlung und Schmierung in dem zu bearbeitenden Bereich bewirkt wird.
[0011] Es hat sich gezeigt, daß in Anpassung an die jeweiligen Bearbeitungsbedingungen unterschiedliche
Drehzahlen des Werkzeugs zweckmäßig sind, wobei das Werkzeug beim Honschleifen mit
einer Drehzahl von 500 min
-1 bis 6000 min
-1 rotiert. Im Anschluß an die Honschleifbearbeitung kann eine Entgratbearbeitung erfolgen,
insbesondere mit Diamantsplintwerkzeugen und/oder schleifkornhaltigen Bürsten. Um
den zunächst in die kegelige Grundform gebrachten Ventilsitz in geeigneter Weise durch
das Honschleifen bearbeiten zu können, ist es zweckmäßig, durch die Vorbearbeitung
ein solches Maß vorzugeben, das im Bearbeitungsschritt der Feinbearbeitung eine axiale
Zugabe des Materials am Ventilsitz von ca. 50 µm bis 90 µm abgetragen wird. Entscheidend
ist die axiale Zugabe, die das Vorbearbeitungsprofil vollständig abträgt.
[0012] Bei der Feinbearbeitung kann es durchaus vorkommen, daß die Achse der rotierenden
Spindel der Bearbeitungsmaschine nicht absolut identisch mit der Achse des Ventilsitzes
ist. Es wird daher als vorteilhaft angesehen, daß während des Honschleifens der Kopf
des Werkzeugs bezogen auf die Werkzeugaufnahme ausgelenkt wird. Die Auslenkung kann
dabei durch Schwenken des Werkzeugs um einen Gelenkpunkt der Werkzeugaufnahme oder
durch elastische Verformung eines Werkzeugschaftes erfolgen. Um die Bearbeitungsgeschwindigkeit
zu erhöhen, kann es zweckmäßig sein, daß beim Honschleifen das Werkzeug und das Werkstück
gegenläufig angetrieben und bewegt werden.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines Ventils,
- Fig. 2
- eine bearbeitete Sitzfläche in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 3
- die schematische Darstellung eines Schnitts durch einen Ventilsitz und einer Kugel
als Ventilschließglied in der geöffneten Stellung,
- Fig. 4
- eine Darstellung gemäß Fig. 3 in der geschlossenen Stellung,
- Fig. 5
- die Seitenansicht eines Werkzeugs mit kegeliger Arbeitsfläche,
- Fig. 6
- einen Schnitt durch das Werkzeug gemäß Fig. 5,
- Fig. 7
- eine vergrößerte Darstellung eines Abschnitts der Arbeitsfläche am Werkzeug gemäß
Fig. 5.
[0014] In Fig. 1 ist eine Prinzipdarstellung eines Längsschnittes durch ein Ventil 1 gezeigt.
Das Ventil 1 besteht aus einem Gehäuse 2, in dem eine Ventilkammer 3 gebildet ist.
Die Ventilkammer 3 wird auf einer Seite von einem kegelig gestalteten Ventilsitz 4
begrenzt, wobei in der in Fig. 1 gezeigten Ausführung der Kegelwinkel 90° beträgt.
Selbstverständlich kommen auch hiervon abweichende Kegelwinkel in Betracht. In der
Ventilkammer 3 befindet sich ein Ventilschließglied 5, das im vorliegenden Fall als
Kugel ausgeführt ist. Die Kugel ist in der Ventilkammer 3 beweglich gehalten und kann
vom Ventilsitz 4 abgehoben werden, wodurch das Ventil geöffnet wird. Die in Fig. 1
gezeigte Darstellung betrifft den geschlossenen Zustand des Ventils. Mit dem Bezugszeichen
LA ist die Längsachse durch das Ventil bezeichnet.
[0015] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt einer bearbeiteten Fläche des Ventilsitzes 4 in vergrößerter
Darstellung gezeigt, wobei eine Vielzahl von Riefen 6 und Profilerhebungen 7 bogenförmig
verlaufen. Bezogen auf die Längsachse LA des Ventils 1 verlaufen die Riefen 6 und
Profilerhebungen 7 konzentrisch, wobei eine Rundheit nach dem Honschleifen von 1,0
µm oder kleiner gegeben ist.
[0016] In Fig. 3 ist die prinzipielle Ausgestaltung des Ventilsitzes 4 mit Riefen 6 und
Profilerhebungen 7 als Längsschnitt dargestellt. Die als Ventilschließglied 5 dienende
Kugel befindet sich in einem Abstand zum Ventilsitz 4, so daß das Ventil geöffnet
ist. Aus Fig. 3 wird deutlich, daß der Ventilsitz 4 eine Vielzahl von konzentrisch
zur Längsachse LA verlaufende Riefen 6 und Profilerhebungen 7 besitzt, wobei aufgrund
der Rauhtiefe des bearbeiteten Ventilsitzes 4 die Profilerhebungen 7 unterschiedlich
weit vorstehen. Die Rauheit P
t der bearbeiteten Fläche des Ventilsitzes 4 beträgt nach dem Honschleifen beispielsweise
12 µm. Die Rauheit des Ventilsitzes muß so groß sein, daß eine elastische Verformung
der Profilspitzen zum Ausgleich des Rundheitsfehlers führt. Je kleiner die Profilerhebungen,
umso geringer ist der mögliche Ausgleich des Rundheitsfehlers. Die Rauheit R
z der Kugel beträgt beispielsweise «1 µm.
[0017] Die Fig. 4 zeigt eine Anordnung gemäß Fig. 3, jedoch im geschlossenen Zustand des
Ventils, das heißt, das Ventilschließglied 5 wird gegen den Ventilsitz 4 gedrückt.
Dabei liegt die Kugel 5 mit ihrer Oberfläche, die eine geringere Rauhtiefe als die
des Ventilsitzes 4 besitzt, an mehreren Profilerhebungen 7 an, wobei dies im gezeigten
Ausführungsbeispiel fünf Profilerhebungen 7 sind. Diese Anlage an mehreren Profilerhebungen
7 ist dadurch möglich, daß aufgrund der Gestaltung der Profilerhebungen 7 diese eine
gewisse Elastizität aufweisen und somit infolge der durch die Kugel 5 einwirkenden
Kraft im Bereich ihrer Elastizität verformt werden. Dadurch werden mehrere konzentrische
Abdichtungen erzeugt, wodurch eine äußerst große Dichtheit bzw. äußerst geringe Leckrate
erreicht wird.
[0018] In Fig. 5 ist ein Werkzeug 8 zur Feinbearbeitung des Ventilsitzes gezeigt. Der Verfahrensschritt
der Feinbearbeitung ist ein Honschleifen, das nachstehend noch näher erläutert ist.
Das Werkzeug 8 umfaßt einen Werkzeugkopf 9 und eine Werkzeugaufnahme 10, wobei letztere
an dem dem Werkzeugkopf 9 entgegengesetzten Ende eines Werkzeugschaftes 11 angeordnet
ist. Der Werkzeugkopf 9 besitzt eine kegelige Mantelfläche 15, wobei die Form des
Kegels derjenigen des Ventilsitzes 4 entspricht. Der Werkzeugkopf 9 ist mit Schneidkorn
12 versehen, wobei als Schneidkorn vorzugsweise Diamant, kubisches Bohrnitrit, Siliziumkarbid
oder Aluminiumoxyd benutzt wird. Dabei bieten sich Bindungssysteme bekannter Bauarten
an. Die Mantellinien der kegeligen Arbeitsflächen können gerade, konvex oder konkav
gestaltet sein. Durch konvex gewölbte Konturen der Mantellinien läßt sich die Gratbildung
an den Kanten der Sitzfläche reduzieren. Bei diesem Werkzeug ist der Kornüberstand
so bemessen, daß die Profiltiefe am Ventilsitz in einer Größe erzeugt wird, daß eine
elastische Verformung zum Ausgleich des Rundheitsfehlers führt.
[0019] Die Fig. 6 zeigt einen Längsschnitt durch das Werkzeug 8, woraus ersichtlich ist,
daß sich in dem Werkzeugkörper ein Kanal 13 für Kühl- und/oder Schmiermittel befindet,
der mehrere Auslässe 14 im Bereich der kegeligen Fläche 15 besitzt.
[0020] Die Fig. 7 zeigt eine vergrößerte Darstellung eines Abschnitts der Arbeitsfläche,
das heißt der kegeligen Fläche 15. Aus dieser Darstellung wird auch ersichtlich, daß
an der Außenseite eine Vielzahl von Partikeln des Schneidkorns eingelagert sind. Ebenso
sind Längsschlitze erkennbar, die die Versorgung der Bearbeitungsstelle mit Kühlschmierstoff
sichern.
[0021] Der Ventilsitz 4 wird zunächst vorbearbeitet, z.B. gehärtet und spanend bearbeitet.
Die spanende Bearbeitung nach dem Härten kann bei geringen Härteverzügen auch entfallen.
Danach erfolgt die Feinbearbeitung mit Hilfe des in Fig. 5 bis 7 gezeigten Werkzeugs
8. Die Kinematik des Verfahrens besteht in der Rotation des Werkzeugs unter Anlage
der Kegelfläche 15 des Werkzeugs an der kegeligen Fläche zur Erzeugung des Ventilsitzes
4. Das Werkzeug wird entsprechend dem fortschreitenden Abtrag axial nachgeführt. Dabei
ist es vorteilhaft, das Werkzeug periodisch außer Arbeitseingriff zu bringen, um die
Bearbeitungsstelle mit Kühlschmierstoff zur Kühlung und Schmierung anzuströmen. Dies
ist mittels einer Stelleinrichtung des Werkzeugs sowohl kraft- als auch weggeführt
möglich. Die axiale Zustellkraft des Werkzeugs wird prozeßgerecht gesteuert und die
Zustellwege werden überwacht. Die Anlage des Werkzeugs durch Federkraft ist grundsätzlich
auch möglich, allerdings schließt dies eine Überwachung des Zustellweges im Prozeß
aus.
[0022] Die Feinbearbeitung wird in mehreren Operationen als Honschleifen der Kegelsitze
durchgeführt. In jeder Operation werden die Form- und Rauheitsprofile von der vorhergehenden
Honschleifoperation mit einem feineren Schneidkorn vollständig abgetragen. Die letzte
Operation dient zur Schaffung eines funktionsgerechten Oberflächenprofils, die vorausgehenden
Operationen dienen zum Abtragen des Formfehlers der Vorbearbeitung. Dies führt sukzessiv
zu feineren Oberflächen. Aufgrund der Kinematik entstehen die in den Figuren 2 bis
4 dargestellten konzentrischen Riefen und die zwischen den Riefen befindlichen Profilerhebungen.
Nach der Honschleifbearbeitung erfolgt noch eine Entgratbearbeitung, bei der z.B.
mit Diamantsplintentgratwerkzeugen und schleifkornhaltigen Bürsten gearbeitet wird.
[0023] Die Steuerung der Zustellung kann beispielsweise durch eine elektromechanische Stelleinrichtung
erfolgen. Zunächst fährt die Spindeleinheit im Eilvorlauf in die axiale Nähe der künftigen
Arbeitsposition. Damit befindet sich das Werkzeug kurz vor dem Werkstück, wobei dieser
Sicherheitsabstand von der Spindel mit geringer Geschwindigkeit durchfahren wird.
Sobald das Werkzeug an die Bearbeitungsfläche des Werkstücks stößt, steigt die axiale
Anlagekraft auf den gewünschten Arbeitswert an. Diese Position wird auf "0" gesetzt
und das Werkzeug in Rotation versetzt, so daß der Bearbeitungsmodus gestartet wird.
Der Abtrag in axialer Richtung während einer Bearbeitungsoperation soll sich in der
vorgegebenen Taktzeit vollziehen. Die Steuerung der Stelleinrichtung ermittelt den
Abtrag sowie die dazu benötigte Zeit bzw. die Bearbeitungsgeschwindigkeit. Wird der
Sollabtrag in der gewünschten Zeit nicht erreicht, dann erhöht sich automatisch die
Kraft bei der Bearbeitung des nächsten Werkstücks.
[0024] Das vorstehend beschriebene Verfahren ermöglicht hohe Dichtheiten durch die Topographie
des Rauheitsprofils und durch die äußerst geringen Rundheitsabweichungen.
1. Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzen (4), die eine kegelige Form aufweisen,
wobei zunächst die kegelige Grundform in einem Bearbeitungsschritt erzeugt wird und
später in einem weiteren Bearbeitungsschritt die Feinbearbeitung des Ventilsitzes
(4) an der Kegelform erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Bearbeitungsschritt der Feinbearbeitung ein Honschleifen ist und mittels eines
Werkzeugs (8) durchgeführt wird, das an seinem Werkzeugkopf (9) kegelformfüllend gestaltet
und mit Mitteln zur Kühlschmierstoffzufuhr (13, 14) versehen ist, wobei das Werkzeug
(8) rotierend angetrieben wird und mittels am Werkzeugkopf (9) befindlichem Schneidkorn
(12) mehrere konzentrisch zur Kegelform verlaufende Bearbeitungsriefen (6) erzeugt
werden, wobei der Kornüberstand am Werkzeugkopf (9) so bemessen ist, daß die Profiltiefe
so groß ist, daß eine elastische Verformung zum Ausgleich des Rundheitsfehlers führt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Honschleifen in mehreren aufeinanderfolgenden Operationen durchgeführt wird,
wobei mindestens zwei Operationen vorgesehen sind.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Honschleifen drei Operationen umfaßt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Operation die Rauheitsprofile von der vorhergehenden Honschleifoperation
mit einem Werkzeug (8) mit feinerem Schneidkorn abgetragen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Werkzeug (8) periodisch außer Arbeitseingriff gebracht und die Bearbeitungsstelle
mit Kühlschmierstoff angeströmt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß beim Honschleifen das Werkzeug (8) mit einer Drehzahl von 500 min-1 bis 6000 min-1 rotiert.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an die Honschleifbearbeitung eine Entgratbearbeitung erfolgt, insbesondere
mit Diamantsplintwerkzeugen und/oder schleifkornhaltigen Bürsten.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bearbeitungsschritt der Feinbearbeitung eine axiale Zugabe des Materials am Ventilsitz
(4) von ca. 50 µm bis 90 µm abgetragen wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß während des Honschleifens der Werkzeugkopf (9) bezogen auf die Werkzeugaufnahme (10)
zur Zentrierung von Werkzeugachse zur Sitzachse ausgelenkt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auslenkung durch Schwenken des Werkzeugs (8) um einen Gelenkpunkt der Werkzeugaufnahme
oder durch elastische Verformung eines Werkzeugschaftes (11) erfolgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß beim Honschleifen das Werkzeug (8) und das Werkstück gegenläufig angetrieben und
bewegt werden.
12. Ventil mit einem im wesentlichen eine kegelige Form aufweisenden Ventilsitz und einer
als Ventilschließglied dienenden Kugel,
dadurch gekennzeichnet, daß am Ventilsitz (4) mehrere konzentrisch zur Achse (LA) der Kegelform verlaufende Riefen
(6) vorgesehen sind und zwischen diesen den Ventilsitz (4) ringförmig umgebende Profilerhebungen
(7) vorhanden sind, an denen die Kugel (5) anlegbar ist.
13. Ventil nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rauhtiefe der Kugel geringer ist als die Rauhtiefe des Ventilsitzes.
14. Ventil nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rundheitsgenauigkeit der Profilerhebungen (7) bzw. der Riefen (6) ≤ 1,0 µm beträgt.
15. Ventil nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rauheit (Pt) des Ventilsitzes <12 µm beträgt.
16. Ventil nach einem der Ansprüche 12 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rauheit (Rz) der Kugel (5) « 1 µm beträgt.