[0001] Die Erfindung bezeichnet eine zumindest teilweise schlagende Elektrohandwerkzeugmaschine
mit einem handhabbaren Gehäuse und einer dazu schwingungsentkoppelten Schlagwerksbaugruppe,
insbesondere einen Meisselhammer.
[0002] Bei schlagenden Elektrohandwerkzeugmaschinen verursachen die üblicherweise von einem
Elektromotor angetriebenen pneumatischen Schlagwerke sowie die Wechselwirkung des
Werkstücks mit dem Schlagwerkzeug masseträgheitsbedingte, über das Gehäuse auf den
Nutzer übertragbare, Vibrationen im Frequenzbereich von 1 Hz bis 100 Hz, welche möglichst
vollständig zu unterdrücken sind. Derartige über eine Feder zum Gehäuse vibrationsentkoppelten
Schlagwerksbaugruppen sind zur Erzeugung einer unterschiedlichen Vorspannung längs
der Schlagachse ca. 10 mm begrenzt versetzbar und schwingen um diese Mittellage mit
einer Amplitude von wenigen mm.
[0003] Nach der GB2154497 weist eine Elektrohandwerkzeugmaschine eine vom Gehäuse vibrationsentkoppelte
Schlagwerksbaugruppe auf, wobei der fest mit dem Gehäuse verbundene Elektromotor einen
längs der Schlagachse begrenzt beweglichen Eingriff in die Schlagwerksbaugruppe aufweist.
[0004] Nach der DE10008671 ist bei einer Elektrohandwerkzeugmaschine der Elektromotor über
lange, frei hängende Leitungen mit dem Gehäuse verbunden. Derartige lange, frei hängende
Leitungen weisen auf Grund ihres punktförmigen Querschnitts eine sehr geringe Biegesteifigkeit
und somit eine niedrige Eigenresonanz bezüglich Biegeschwingungsmoden auf, welche
bei Vibrationen eine resonante Anregung erfahren können, die über Materialermüdung
zum Versagen führt.
[0005] Zudem weist nach der EP0276313 ein flachbandförmiger Kabelbaum zwischen relativ zueinander
begrenzt beweglichen Teilen eines Roboters eine bewegliche flache steife Stützstruktur
auf, an welcher die Kabel fixiert sind. Nach der US5054944 weist ein beweglicher Druckkopf
einen in genau einer Dimension biegeflexiblen, flachbandförmigen Kabelbaum in Form
einer flexiblen Leiterplatte aus Kunststoff auf, welcher sich längs der Bewegung erstreckt.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Realisierung einer schwingungsentkoppelten
Schlagwerksbaugruppe mit einer ermüdungsarmen Stromversorgung.
[0007] Die Aufgabe wird im Wesentlichen durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Im Wesentlichen weist eine zumindest teilweise schlagende Elektrohandwerkzeugmaschine
mit einem handhabbaren Gehäuse und einer dazu schwingungsentkoppelten Schlagwerksbaugruppe
mehrere elektrische Leitungen zur elektrischen Verbindung der zum Gehäuse relativ
begrenzt beweglichen Schlagwerksbaugruppe auf, wobei die Leitungen in einer quer zur
Schlagachse angeordneten, biegeflexiblen Leitungsbrücke schwingungsfest fixiert sind.
[0009] Durch die schwingungsfest in der quer zur Schlagachse angeordneten, biegeflexiblen
Leitungsbrücke fixierten einzelnen Leitungen bilden diese mit der Leitungsbrücke eine
in sich schwingungsfreie Baugruppe aus, welche als solche biegesteifer als eine einzelne
Leitung ist und somit wesentlich höhere Biegeeigenschwingungsmodi aufweist, die im
Frequenzbereich hinreichend weit vom Erregungsspektrum beabstandet sind, um resonante
Anregungen zu vermeiden.
[0010] Vorteilhaft weist die Leitungsbrücke mehrere längs beabstandete Führungsmittel zur
einzeln formschlüssigen Führung der Leitung sowie an diesen festlegbare, weiter vorteilhaft
einclipsbare, Fixierungsmittel auf, wodurch die Leitungen an diskreten Stellen fixierbar
sind.
[0011] Vorteilhaft ist die Leitungsbrücke bezüglich genau einer quer zur Schlagachse orientierten
Biegeachse definiert biegeflexibel und in den anderen biegesteif ausgeführt, weiter
vorteilhaft als Flachband, wodurch Querschwingen unterdrückt werden.
[0012] Vorteilhaft besteht die Leitungsbrücke aus Kunststoff, weiter vorteilhaft aus unverstärktem
Polyamid, wodurch über das viskoelastische Verhalten eine hohe sowie ermüdungsfreie
Schwingungsdämpfung erfolgt.
[0013] Vorteilhaft ist endseitig der Leitungsbrücke ein längs dieser versetzbarer Steckverbinder
angeordnet, wodurch bei der schwingungsfesten Montage eine eigenspannungsfreie Festlegung
bezüglich der Leitungsbrücke erfolgen kann.
[0014] Vorteilhaft erfolgt eine reibkraftschlüssige Festlegung des Steckverbinders zur Leitungsbrücke
über eine zwischenliegende Rippe, wodurch der Steckverbinder über eine Montageschraube
sowohl fixierbar als auch versetzbar festlegbar ist.
[0015] Vorteilhaft ist die Leitungsbrücke einseitig auskragend fest mit der Elektronikbaugruppe
verbunden, weiter vorteilhaft mit dieser über eine Vergussmasse verklebt, wodurch
die Leitungsbrücke ein vormontierbares Teil der Elektronikbaugruppe ist.
[0016] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
Fig. 1 als Elektrohandwerkzeugmaschine, teilweise im Längsschnitt dargestellt,
Fig. 2 als Leitungsbrücke, gesehen im Schnitt in der Ebene II-II der Fig. 1.
[0017] Nach Fig. 1 weist eine drehende und schlagende Elektrohandwerkzeugmaschine 1 mit
einem über einen Handgriff 2 handhabbaren Gehäuse 3 und einer dazu schwingungsentkoppelten,
längs der Schlagachse A relativ begrenzt beweglichen, Schlagwerksbaugruppe 4 mehrere
flexible, elektrische Leitungen 5 auf, welche das Gehäuse 3 und die Schlagwerksbaugruppe
4, welche einen Elektromotor 6 beinhaltend, stromleitend miteinander verbinden. Die
Leitungen 5 sind mit einer quer zur Schlagachse A angeordneten Leitungsbrücke 7 schwingungsfest
fixiert, welche einseitig auskragend fest mit einer Elektronikbaugruppe 12 verbunden
ist, indem sie mit dieser über eine Vergussmasse 13 verklebt ist. Ein endseitig der
Leitungsbrücke 7 angeordneter, schwingungsfest montierter Steckverbinder 10 verbindet
die Elektronikbaugruppe 12 elektrisch mit dem Elektromotor 6.
[0018] Nach Fig. 2 sind die Leitungen 5 in einer quer zur Schlagachse A angeordneten, bezüglich
genau einer quer zur Schlagachse A orientierten Biegeachse B definiert biegeflexiblen
Leitungsbrücke 7 schwingungsfest fixiert. Dabei ist die Biegeflexibilität durch eine
geeignete Dicke der Leitungsbrücke 7 derart gewählt, dass die erste Biegeeigenschwingung
der als Flachband aus Polyamid ausgebildeten Leitungsbrücke 7 bezüglich der Biegeachse
B höher als 200 Hz liegt. Die Leitungsbrücke 7 weist mehrere längs beabstandete Führungsmittel
8 zur einzeln formschlüssigen Führung der Leitungen 5 sowie einclipsbare Fixierungsmittel
9 zur Festlegung auf. Endseitig der Leitungsbrücke 7 ist der längs dieser im Bereich
X versetzbarer Steckverbinder 10 angeordnet, welcher über zwei zwischenliegende Rippen
11 reibkraftschlüssig zur Leitungsbrücke 7 festgelegt ist, indem der mittels Schrauben
14 schwingungsfest am Elektromotor 6 montierte Steckverbinder 10 eine Druckvorspannung
über die Rippen 11 aufbaut.
1. Zumindest teilweise schlagende Elektrohandwerkzeugmaschine mit einem handhabbaren
Gehäuse (3), einer dazu schwingungsentkoppelten Schlagwerksbaugruppe (4) und mit mehreren
elektrischen Leitungen (5) zur elektrischen Verbindung der zum Gehäuse (3) relativ
begrenzt beweglichen Schlagwerksbaugruppe (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungen (5) in einer quer zur Schlagachse (A) angeordneten, biegeflexiblen
Leitungsbrücke (7) schwingungsfest fixiert sind.
2. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsbrücke (7) mehrere längs beabstandete Führungsmittel (8) zur einzeln
formschlüssigen Führung der Leitung (5) sowie an diesen festlegbare, optional einclipsbare,
Fixierungsmittel (9) aufweist.
3. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsbrücke (7) bezüglich genau einer, quer zur Schlagachse (A) orientierten,
Biegeachse (B) definiert biegeflexibel ausgeführt ist.
4. Elektrohandwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsbrücke (7) aus Kunststoff besteht.
5. Elektrohandwerkzeugmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass endseitig der Leitungsbrücke (7) ein längs dieser versetzbarer Steckverbinder (10)
angeordnet ist.
6. Elektrohandwerkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Leitungsbrücke (7) und dem Steckverbinder (10) eine druckverspannbare
Rippe (11) zur reibkraftschlüssigen Festlegung des Steckverbinders (10) an der Leitungsbrücke
(7) angeordnet ist.
7. Elektrohandwerkzeugmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsbrücke (7) einseitig auskragend fest mit einer Elektronikbaugruppe (12)
verbunden ist und optional mit dieser über eine Vergussmasse (13) verklebt ist.