[0001] Papierschneidgeräte sind in den unterschiedlichsten Ausführungsformen dem Fachmann
bekannt und geläufig. Es sind zum einen Rollenschneidgeräte und zum anderen Balkenschneidgeräte
üblich.
[0002] Ein Rollenschneidgerät verfügt über eine Schneidplatte mit einer in der Regel rechteckigen
Grundfläche. An zwei einander gegenüberliegenden Kanten, üblicherweise den kürzeren
Kanten, sind Seitenwangen angeordnet, wobei zwischen den Seitenwangen eine Traverse
angeordnet ist, an der ein Rollenschneidkopf längsbeweglich gehaltert ist. Die Traverse
mit dem Rollenschneidkopf ist dabei derart an der Rollenschneidmaschine angeordnet,
dass mit dem scheibenförmigen, drehbaren Messer im Rollenschneidkopf entlang einer
Längskante der Schneidplatte das zu schneidende Gut, wie Papier, Pappe, Kunststofffolien
oder dergleichen Materialien im gewünschten Format zugeschnitten werden kann. Bei
einem Balkenschneidgerät ist ein Schneidbalken mit einem vorzugsweise bogenförmig
gekrümmten Messer versehen, wobei der Schneidbalken einenends drehbeweglich an einer
Seitenwange gehaltert ist, um das zu schneidende Gut durch ein Verschwenken des Schneidbalkens
entlang einer Längskante der Schneidplatte im gewünschten Format zuzuschneiden.
[0003] Bei Rollenschneidgeräten ist es bekannt, die Traverse lösbar an den Seitenwangen
zu befestigen, um sie von dem Rollenschneidgerät abzunehmen, um den Rollenschneidkopf
bzw. die darin drehbar angeordnete Messerscheibe auswechseln zu können. Somit kann
einerseits eine verschlissene Messerscheibe ersetzt bzw. eine gerade Messerscheibe
gegen eine profilierte, wellenförmige Messerscheibe ersetzt werden. Zur Festlegung
der Traverse an den Seitenwangen ist die Traverse z. B. von oben her in Ausnehmungen
der Seitenwangen einsetzbar und mit Schrauben oder dergleichen lösbar in den Ausnehmungen
befestigbar, zum Beispiel wie in der
DE 30 35 787 A1 gezeigt.
[0004] Zur Festlegung des Schnittguts im Bereich der Längskante entlang des Schneidbereichs
in dem der Schneidvorgang erfolgt ist bekannt, eine Klemmvorrichtung in Form einer
Klemmleiste vorzusehen, die im Stand der Technik beidenends an den Seitenwangen eingespannt
ist und eine Vorspannung derart aufweist, dass sie im mittleren Bereich, also ungefähr
in der Mitte der Längskante zwischen den beiden Seitenwangen, nach unten in Richtung
zur Schneidplatte hin durchgebogen ist. Durch das Einspannen des Schneidguts mit der
Klemmleiste wird das Schneidgut vor und während des Schneidvorgangs in gewünschter
Ausrichtung an dem Papierschneidgerät gehalten, um exakte Schnittkanten zu erhalten,
z.B. ein Rollenschneidgerät gemäß Firmenprospekt "Dahle ideas 2001/2002", Seite 12,
Position 3.
[0005] Zur Verbindung zwischen Schneidplatte und Seitenwangen ist es bekannt, an der Schneidplatte
bzw. den Seitenwangen jeweils zueinander korrespondierende Vorsprünge und Vertiefungen/Ausnehmungen
auszubilden, die in wechselseitigen Eingriff bringbar sind, um die Seitenwangen in
gewünschter Ausrichtung zur Schneidplatte an dieser zu haltern.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist der Fachmann vor die Aufgabe gestellt,
ein Papierschneidgerät zu verbessern, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung des
Schneidergebnisses und der Vereinfachung der Handhabbarkeit.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Schutzanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand von Unteransprüchen.
[0008] Durch das asymmetrische Profil der Traverse ist sichergestellt, dass diese stets
in der gewünschten lagerichtigen Ausrichtung an den Seitenwangen eines Rollenschneidgeräts
angeordnet ist. Dabei sind die Seitenwangen mit Öffnungen oder Ausnehmungen versehen,
deren Querschnitt dem Querschnitt der Traverse entspricht. Somit kann die Traverse
z. B. durch einen Durchbruch in einer Seitenwange durchgesteckt werden, wobei sie
an der gegenüberliegenden Traverse in eine entsprechende Ausnehmung in Form eines
Sackloches eingesteckt wird. Weiterhin weist die Traverse zwei im Wesentlichen senkrecht
zueinander stehende gerade Seiten auf, die insbesondere im Wesentlichen im 90°-Winkel
zueinander ausgerichtet sind, wobei die dritte Seite der Traverse einen gekrümmten,
bogenförmigen, insbesondere konvex nach außen weisenden Verlauf hat, um ein asymmetrisches
Querschnittsprofil zu erhalten. Die Ausnehmungen und Durchbrüche in den Seitenwangen
sowie im Rollenschneidkopf sind entsprechend ausgebildet.
[0009] Diese Ausgestaltung bietet den zusätzlichen Vorteil, dass der Rollenschneidkopf,
der mit einer entsprechenden Öffnung/Durchbruch mit dem gleichen Querschnitt wie die
Traverse versehen ist, ebenfalls nur in der lagerichtigen Ausrichtung auf die Traverse
aufsteckbar und entlang der Traverse verschiebbar ist. Somit ist gewährleistet, dass
der Rollenschneidkopf nicht um 180° verdreht auf die Traverse aufgesteckt werden kann,
so dass das drehbare Schneidmesser nach oben aus dem Rollenschneidkopf frei abragen
würde, was eine erhebliche Verletzungsgefahr für einen Nutzer darstellen könnte.
[0010] Mit den beiden senkrecht aufeinander stehenden Seiten der Traverse, von denen eine
im Wesentlichen parallel zur ebenen Schneidplatte und die andere im Wesentlichen senkrecht
dazu angeordnet ist, ist erreicht, dass die beim eigentlichen Schneidvorgang entstehenden
Schneidkräfte im Rollenschneidkopf von der Traverse aufgenommen werden. Insbesondere
die beim Schneiden auftretende Gegenkraft am Schneidmesser, die im Wesentlichen senkrecht
nach oben, von der Schneidplatte weg weist wird durch die parallel zur Schneidplatte
ausgerichtete Seite der Traverse aufgenommen. Die entsprechende Gegenkraft in Richtung
parallel zur Grundfläche der Schneidplatte wird von der Seite der Traverse aufgenommen,
die senkrecht zu dieser Grundfläche ausgerichtet ist.
[0011] Zur Festlegung einer Traverse, die vorzugsweise wie oben beschrieben ausgebildet
ist, ist vorgeschlagen, dass an der Seitenwange, die einen Durchbruch entsprechend
dem Profil der Traverse aufweist, eine Abdeckung vorgesehen ist, die im eingeschobenen
Zustand der Traverse, d. h. wenn sie anderenends in das Sackloch der anderen Seitenwange
vollständig eingesteckt ist, vor die Öffnung in dieser Seitenwange verlagerbar ist.
Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass eine Abdeckung in Form eines Schiebers durch
eine lineare translatorische Bewegung vor die Öffnung verschoben wird.
[0012] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist die Abdeckung in Form einer um eine Achse
drehbaren Scheibe ausgebildet, wobei in der Scheibe eine Öffnung bzw. randseitige
Aussparung in Form des Traversenprofils bzw. des korrespondierenden Durchbruchs in
der Seitenwange vorgesehen ist. Zum Durchstecken der Traverse wird diese Öffnung/randseitige
Ausnehmung durch Verdrehen der Scheibe vor den Durchbruch in der Seitenwange verlagert,
so dass die Traverse durch die Öffnung in der Scheibe und den Durchbruch in der Seitenwange
hindurchsteckbar ist. Ist die Traverse vollständig eingesteckt, so wird durch eine
Drehbewegung der Scheibe ein Abschnitt der Scheibe vor die Öffnung in der Seitenwange
gebracht, so dass die eingeschobene Traverse nicht mehr in Gegenrichtung zur Einsteckrichtung
aus dem Durchbruch in der Seitenwange herausziehbar ist.
[0013] Um die Scheibe bzw. eine Abdeckung in gewünschten Positionen relativ zur Seitenwange
an dieser festzulegen, sind an der Abdeckung und/oder der Seitenwange jeweils zueinander
korrespondierende Rastvorsprünge und Rastvertiefungen ausgebildet, um z. B. eine drehbare
Scheibe in einer geöffneten und einer geschlossenen Stellung festzulegen.
[0014] Um eine Relativbewegung zwischen der Traverse und den Seitenwangen zu unterbinden,
ist des Weiteren an der Seite der Abdeckung, die der eingesteckten Traverse zugewandt
ist, ein ansteigendes Profil ausgebildet. Das bedeutet, dass z. B. bei der vorstehend
beschriebenen drehbaren Scheibe beim Verdrehen der Scheibe von einer geöffneten in
eine geschlossene Stellung die Scheibe derart ausgebildet ist, dass die Scheibendicke
zunimmt, um derart die Traverse zwischen dem in der gegenüberliegenden Seitenwange
ausgebildeten Sackloch und der profilierten Scheibe einzuklemmen.
[0015] Vorzugsweise besteht die Traverse aus Metall und ist hier insbesondere aus Aluminium
z. B. in einem Strangpressverfahren hergestellt und in gewünschter Länge abgelängt.
[0016] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden
Beschreibungsteil entnehmen, in dem anhand von schematischen Zeichnungen Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher erläutert sind. Es zeigen:
- Figur 1a :
- Ein Rollenschneidgerät in perspektivischer Darstellung,
- Figuren 1b, 1c :
- das Rollenschneidgerät nach Figur 1a in einer Seitenansicht auf die linke Seite,
- Figur 1d :
- eine Traverse im Querschnitt,
- Figur 2 :
- eine Schneidplatte im Querschnitt,
- Figur 3 :
- ein Rollenschneidgerät in Vorderansicht sowie in Querschnitt von der linken Seite
zur rechten Seite
- Figur 4a :
- eine perspektivische Sicht von der vorderen Mitte in Richtung linke Seitenwange mit
Schneidplatte in gebrochener Darstellung,
und
- Figur 4b :
- das Rollenschneidgerät nach Figur 1 im Querschnitt von vorn nach hinten im Bereich
der Schneidgutanlage der rechten Seitenwange.
[0017] Bei dem in den Figuren 1a, 1b, 1c, 1d dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung
handelt es sich um ein Rollenschneidgerät 1 mit Seitenwangen 5, die seitlich an einer
Schneidplatte 2, vorzugsweise aus Metall, angeordnet sind. Die Seitenwangen 5 bestehen
zum Beispiel aus Kunststoff oder ebenfalls Metall. An einer Längskante 2a der Schneidplatte
2 ist eine Klemmleiste 11 zum Niederhalten/Festlegen des zu schneidenden Gutes wie
Papier, Pappe, Kunststofffolie oder dergleichen angeordnet in einer Seitenwange 5
ist ein Durchbruch 6 ausgebildet, der hier mit einer um eine Achse 9 drehbaren Scheibe
7 abgedeckt ist.
[0018] Die Scheibe 7 verfügt über einen Durchbruch 8 bzw. randseitige Ausnehmung, die in
ihrem Querschnitt bzw. ihrer Formgebung dem Querschnitt der in Figur 1d dargestellten
Traverse 3 entspricht sowie dem Querschnitt des Durchbruchs 6.
[0019] Durch Verdrehen der Scheibe 7, wie in Figuren 1b,1c abgebildet, kann die Scheibe
7 von einer geschlossenen Stellung wie in Figur 1c in eine geöffnete Stellung wie
in Figur 1b verdreht werden.
[0020] Aus der Darstellung in Figur 1a ergibt sich, dass die Traverse 3 zwischen den beiden
Seitenwangen 5 angeordnet ist, wobei sie an der in der Figur 1a hinteren Seitenwange
5 in ein Sackloch eingreift und der Durchbruch 6 in der vorderen Seitenwange 5 von
der Scheibe 7 überdeckt ist, wobei der Durchbruch 8 in der Scheibe 7 vor einen Abschnitt
der Seitenwange 5 verlagert ist.
[0021] Aus der Figur 1d ergibt sich eine bevorzugte asymmetrische Formgestaltung der Traverse
3 mit zwei im Wesentlichen geraden Seiten 3a, 3b, die im Wesentlichen im 90°-Winkel
aufeinander stehen, und einer dritten Seite 3c, die bogenförmig konvex nach außen
gewölbt ist. Somit ist erreicht, dass der Rollenschneidkopf 4 stets lagerichtig in
Bezug zum Rollenschneidgerät 1 ausgerichtet ist.
[0022] Aus der Querschnittsdarstellung in Figur 2 ergibt sich die Formgebung der Schneidplatte
2 mit einer Sicke 10, die hier nach unten weisend, gegenüberliegend der Klemmleiste
11 im Randbereich der Schneidplatte 2, nahe der Längskante 2a ausgebildet ist. Bei
einer Schneidplatte 2 aus Metall kann dies durch an sich bekanntes Umbördeln/Falzen
einer Metallplatte erfolgen.
[0023] In der schematischen Darstellung in Figur 3 ist das Rollenschneidgerät 1 in Vorderansicht
sowie im Schnitt gezeigt. Hier sind an der Schneidplatte 2 beidseits die Seitenwangen
5 mit der dazwischen angeordneten Traverse 3 gezeigt. An der Traverse 3 ist der an
sich bekannte Rollenschneidkopf 4 entlang der Schneidplatte 2 verfahrbar. Die Klemmleiste
11 ist hier beidenends, vorzugsweise an den Seitenwangen 5, derart in je einer Führung
gehaltert oder eingespannt, dass in der Mitte, also in der Mitte zwischen den Seitenwangen
5, eine Überhöhung "a" zur Oberfläche der Schneidplatte 2 gegeben ist. In diesem mittleren
Bereich kann das Schneidgut eingeführt und lagerichtig ausgerichtet werden. Beim Bewegen
des Rollenschneidkopfs 4 entlang der Traverse 3 wird dann auch dieser mittlere Bereich
der Klemmleiste 11 niedergedrückt und das Schneidgut in gewünschter Stellung ausgerichtet
festgehalten.
[0024] Die Seitenwangen 5 sind hier derart ausgelegt, dass sie Abschnitte 5a aufweisen,
die als seitliche Anschlagskanten zur Führung des Schneidguts dienen. Des Weiteren
sind an den Abschnitten 5a abschnittsweise Vorsprünge 5b ausgebildet, die die Schneidplatte
2 im seitlichen Randbereich der Schneidgutauflage 2b durchgreifen. Diese überstehenden
Vorsprünge 5b dienen, wie auch aus Figur 4b ersichtlich, als Anschlagskanten für das
Schneidgut - falls der Bediener die Schneidgutauflage 2b übermäßig mit Druck beaufschlagt,
wodurch ein Schlitz zwischen den Abschnitten 5a und der Schneidgutauflage 2b erzeugt
werden kann -, so dass auch in einem solchen Fall die gewünschte Ausrichtung des Schneidguts
erhalten bleibt.
[0025] Aus der teils gebrochenen Darstellung in Figur 4a ist die Verbindung zwischen Schneidplatte
2 und einer, hier der linken, Seitenwange 5 ersichtlich. Dabei verfügt zum Beispiel
die Seitenwange 5 über einen Vorsprung 12, der in eine Ausnehmung 13 in der Schneidplatte
2 in Eingriff bringbar ist, um die beiden Bauteile zueinander auszurichten, und über
einen weiteren domartigen Vorsprung 14, der eine Öffnung 15 in der Schneidplatte 2
durchgreift, wobei diese Öffnung 15 im betreffenden Abschnitt auch die vordere Wand
2c durchsetzt.
[0026] Während bei der Darstellung in Figur 4a die Blickrichtung auf die linke Seitenwange
5 gerichtet ist, zeigt Figur 4b eine Ansicht auf die rechte Seitenwange 5 des Rollenschneidgeräts
1.
Bezugszeichenliste:
[0027]
- 1
- Rollenschneidgerät
- 2
- Schneidplatte
- 2a
- Längskante von 2 (Schneidkante)
- 2b
- Schneidgutauflage von 2
- 2c
- vordere Wand von 2
- 3
- Traverse
- 3a, 3b, 3c
- Seiten von 3
- 4
- Rollenschneidkopf
- 5
- Seitenwangen von 1
- 5a
- Abschnitt von 5 (Anlage für das Schneidgut)
- 5b
- Vorsprung an 5a
- 5c
- Versteifungsrippe
- 5d
- Körpervorsprung
- 6
- Durchbruch in 5
- 7
- Scheibe
- 8
- Durchbruch in 7
- 9
- Achse von 7
- 10
- Sicke an 2
- 11
- Klemmleiste
- 12
- Vorsprung
- 13
- Ausnehmung
- 14
- domartiger Vorsprung
- 15
- Öffnung
- 16
- Steg an 2
- 17
- Schraube (Bundschraube oder Schraube mit einer Unterlegscheibe)
- a
- Überhöhung von 11