[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Prägewalze
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1, eine hiernach hergestellte
Prägewalze sowie eine Prägewalze mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs
12.
[0002] Geprägte Artikel und insbesondere mehrlagig geprägte Artikel sowie vorzugsweise Tissueartikel,
wie beispielsweise Küchentücher, Taschentücher, Servietten, Platzdeckchen, Hygienetücher,
Einmalhandtücher und/oder Toilettenpapier herzustellen, ist es bekannt, derartige
Artikel zu prägen. Hierbei soll durch die Prägung bewirkt werden, daß die geprägten
Artikel einerseits eine vorgegebene Optik aufweisen, wobei zusätzlich durch die Prägung
den geprägten Artikeln noch gewisse Eigenschaften verliehen werden, so beispielsweise
eine erhöhte Weichheit, ein verbesserter Zusammenhalt bei mehrlagigen Artikeln oder
ein bestimmtes Volumen und eine verbesserte Saugfähigkeit.
[0003] Um diese Tissueartikel herzustellen, wird eine Prägewalze verwendet, die zusammen
mit einer Gegenwalze einen Walzenspalt zur Durchführung von mindestens einer Warenbahn
des Tissueartikels ausbildet. Hierbei weist die Prägewalze eine Gravur auf, die beliebig
ausgestaltet ist und die aus einer Vielzahl von aus Prägepunkten gebildeten identischen
Einzelgravuren besteht, wobei sich jede Einzelgravur nach einem vorgegebenen Rapport
wiederholt, so daß durch das Aufeinanderfolgen der Einzelgravuren das Muster auf dem
Tissueartikel ausbildet.
[0004] Aus der DE 101 50 687 A ist es bekannt, die Prägepunkte einer jeden Einzelgravur
relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung folgenden Prägepunkten der sich hieran
anschließenden Einzelgravur in Axialrichtung der Prägewalze gesehen versetzt anzuordnen,
wobei jeder Prägepunkt eine radial in einer vorgegebenen Höhe über den Walzenmantel
angeordnet und parallel zur Walzenachse verlaufende Prägefläche und eine sich bis
zum Walzenmantel erstreckende Mantelfläche aufweist. Hierbei dient die zuvor beschriebene
in Axialrichtung erfolgende versetzte Anordnung der Prägepunkte von in Ablaufrichtung
der Prägewalze aufeinanderfolgenden Einzelgravuren dazu, den Verschleiß der für die
Prägung erforderlichen Gegenwalze zu vergleichmäßigen und zu minimieren, so daß auf
der Gegenwalze ringförmige Vertiefungen vermieden werden. Wie die bekannte Prägewalze
hergestellt wird, läßt die DE 101 50 687 A offen.
[0005] Um die zuvor angesprochene, sich in Axialrichtung erstreckende versetzte Anordnung
der Prägepunkte von aufeinanderfolgenden Einzelgravuren, die auch nachfolgend kurz
als spiralisierte Anordnung bezeichnet wird, auf der Prägewalze zu erzeugen, ist es
bei kleinformatigen Einzelgravuren, die zu entsprechenden kleinformatigen Mustern
beim Prägen führen, möglich, die Prägewalze derart zu molettieren, daß die für die
Erzeugung der Gravur verwendete Molette nicht achsparallel auf den Prägewalzenrohling
aufgesetzt wird sondern daß hierbei die Molette um einen Versatzwinkel, der zwischen
etwa 0,2° und etwa 5° variiert, relativ zur achsparallelen Ausrichtung der Molettieren
beim Molettieren angeordnet wird, um so die erwünschte Spiralisierung der Gravur zu
erreichen. Eine Vergrößerung des zuvor angegebenen Versatzwinkels relativ zur achsparallelen
Ausrichtung der Molette ist nicht möglich, da durch eine derartige Winkelvergrößerung
über den Prägewalzenumfang gesehen ungleichmäßig tiefe Gravuren beim Molettieren resultieren
würden, so daß sich dementsprechend ein ungleichmäßig geprägtes Muster auf dem Tissueartikel
ergeben würde. Ein derartig ungleichmäßig geprägtes Muster hätte dann desweiteren
den Nachteil, daß insbesondere bei dem Prägeverfahren, bei denen mehrere Lagen geprägt
und anschließend zusammengeführt werden, wie dies bei dem top-to-top-Verfahren oder
dem Nested-Verfahren der Fall ist, keine einwandfreie Haftung der miteinander verklebten
Lagen aufgrund der unterschiedlichen Prägetiefen resultieren würde, so daß dementsprechend
ein derartiger Tissueartikel nicht die gewünschten Endeigenschaften aufweist, wie
beispielsweise die erforderliche Verbindung der verschiedenen Lagen.
[0006] Um dennoch eine entsprechend gravierte Prägewalze, die spiralisierte Gravuren zur
Herstellung eines großformatigen Musters herstellen zu können, ist es bekannt, die
spiralisierte Gravur einer derartigen Prägewalze dadurch herzustellen, daß hierbei
zum Gravieren der Prägewalze ein Ätzverfahren angewandt wird. Hierbei wird ein lichtempfindlicher
oder leicht abdampfbarer Lack auf die Oberfläche der Walze aufgetragen, der im Bereich
der Vertiefungen nach vorheriger Belichtung oder Thermobehandlung entfernt wird, so
daß hiernach die Walze in einem Säurebad geätzt werden kann. Der Nachteil dieser Ätztechnik
liegt jedoch darin, daß die die spiralisierte Gravur ausbildenden Prägepunkte eine
Mantelfläche aufweisen, die bei einer mikroskopischen Betrachtung eine rauhe und zerklüftete
Oberfläche aufweist, die eine Vielzahl von Vorsprüngen, Hinterschneidungen und/oder
Rücksprüngen besitzt. Dies hat zur Folge, daß eine derartig hergestellte Prägewalze
bei einer genauen Betrachtung des hiermit geprägten Tissueartikels kein einwandfreies
Prägebild ergibt und aufgrund der undefinierten Flankenform zu Produktionsstörungen
führt.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
einer Prägewalze zur Verfügung zu stellen, mit der sich insbesondere großformatige
Muster einwandfrei prägen lassen und die ein gleichmäßiges Abnutzen der für die Prägung
erforderlichen Gegenwalze herbeiführt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 sowie durch eine Prägewalze mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 12 gelöst.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Prägewalze, die für die Prägung
eines Tissue-Artikels verwendet wird, sieht vor, daß die Prägewalze durch ein Molettieren
erstellt wird. Hierbei wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zunächst auf einer
Molette ein solches Relief, das später die Gravur der Prägewalze ausbildet erstellt,
daß das Relief aus einer Vielzahl von aus Reliefpunkten gebildeten identischen Einzelreliefen
besteht, wobei die Reliefpunkte eines jeden Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen
und in Ablaufrichtung der Molette folgenden Reliefpunkten des sich hieran anschließenden
Einzelreliefs in Axialrichtung der Molette gesehen versetzt angeordnet sind. Jeder
Reliefpunkt weist eine radial in einer vorgegebenen Höhe über den Molettenmantel hinaus
angeordnete und parallel zur Molettenachse verlaufende Relieffläche und eine sich
von der Relieffläche bis zum Molettenmantel erstreckende Reliefmantelfläche auf. Mit
anderen Worten sind somit in Axialrichtung der Molette gesehen die zueinander gehörenden
Reliefpunkte von aufeinanderfolgenden Einzelreliefen versetzt angeordnet, was nachfolgend
auch kurz als spiralisierte Anordnung bezeichnet wird. Desweiteren wird bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren für jedes Einzelrelief zur Erzeugung einer großformatigen Einzelgravur auf
der Prägewalze eine Fläche zwischen 225 mm
2 und 25.000 mm
2 ausgewählt, so daß mit einer derartigen großformatigen Einzelgravur auch entsprechend
großformatige Muster im Tissueartikel geprägt werden. Darüber hinaus sieht das erfindungsgemäße
Verfahren vor, daß die Molette zum Gravieren der Prägewalze achsparallel auf den Mantel
der Prägewalze aufgesetzt und hierauf ablaufen gelassen wird und somit durch eine
mechanische Verformung die Gravur der Prägewalze erzeugt wird. Bedingt dadurch, daß
das zunächst auf der Molette erzeugte Relief eine spiralisierte Anordnung der Einzelreliefe
aufweist und daß anschließend bei der eigentlichen Gravur der Prägewalze diese Molette
achsparallel auf der Oberfläche der Prägewalze abläuft, bildet sich zwangsläufig auf
der Oberfläche der Prägewalze eine spiralisierte Gravur aus, die jedoch im Vergleich
zum eingangs beschriebenen Stand der Technik den entscheidenden Vorteil besitzt, daß
hierbei jeder Prägepunkt eine identische radiale Höhe aufweist und zudem noch die
Mantelflächen eines jeden Prägepunktes mit einer glatten Oberfläche, die keine Vorsprünge,
Rücksprünge und/oder Hinterschneidungen besitzt, versehen wird. Dies wiederum beinhaltet
den Vorteil, daß ein mit einer so hergestellten Prägewalze geprägter Tissueartikel
ein einheitliches großformatiges Muster aufweist, bei dem jeder Prägepunkt des großformatigen
Musters identisch ist mit den übrigen Prägepunkten des großformatigen Musters und
daß zudem noch die Abnutzung der Gegenwalze sowohl über den Umfang als auch über ihre
axiale Breite gesehen gleichmäßig ist und hier die Ausbildung von ringartigen Verschleißbahnen
auf der Gegenwalze wirksam vermieden wird.
[0010] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Verfahren noch eine Reihe von weiteren
Vorteilen auf. So ist zunächst festzuhalten, daß eine achsparallele Ausrichtung der
Molette relativ zu der Achse der zu prägenden Prägewalze relativ einfach und problemlos
durchzuführen ist, was bei dem eingangs erwähnten Stand der Technik, bei der die Molettenachse
unter einem Versatzwinkel zur Prägewalzenachse ausgerichtet wird, nicht der Fall ist.
Hierdurch werden Fehler bei der Herstellung der Prägewalze vermieden. Bedingt dadurch,
daß durch das erfindungsgemäße Verfahren Gravuren hergestellt werden, deren Prägepunkte
stets eine glatte, von Vorsprüngen, Rücksprüngen und/oder Hinterschneidungen freie
Oberfläche besitzen, ist der Verschleiß einer derartigen Gravur, sowohl in Umfangsrichtung
gesehen als auch in Axialrichtung der Prägewalze gesehen, vergleichmäßigt, so daß
hierbei ein unrunder Walzenlauf, wie er als Folge von ungleichmäßig abgenutzten Gravuren
auftritt, bei der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Prägewalze nicht
auftritt. Neben einer längeren Standzeit weist die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellte Prägewalze im Vergleich zu einer geätzten Prägewalze noch den weiteren
Vorteil auf, daß insbesondere bei kompakten, großformatigen Gravuren, d.h. solchen
Gravuren, die eine hohe Anzahl von Prägepunkten pro Flächeneinheit aufweisen, ein
Verschmutzen der Gravur nicht auftritt, da die Mantelflächen der Prägepunkte die bereits
vorstehend mehrfach erwähnte glatte Oberfläche aufweisen, so daß dementsprechend hieran
keine Verschmutzungspartikel, so zum Beispiel Einzelfasern des den Tissueartikel bildenden
Materials, haften bleiben können. Hieraus wird erklärlich, daß die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellte Prägewalze besonders störungsfrei und wartungsarm zum Prägen
von Tissueartikeln verwendet werden kann, wobei der Begriff Tissueartikel alle solche
Artikel abdeckt, wie sie eingangs in der Beschreibung herausgestellt sind.
[0011] Klarstellend sei angemerkt, daß der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete
Begriff, wonach das auf der Molette ausgebildete Relief eine Vielzahl von identischen
Einzelreliefen besteht, so aufzufassen ist, daß hier abhängig vom Umfang der Molette
und der Größe des Einzelreliefs zwischen etwa zwei Einzelreliefen und etwa 20 Einzelreliefen
vorhanden sind. Nimmt man jedoch einen gewissen Verschleiß der Gegenwalze bei Anwendung
der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Prägewalze in Kauf, so kann
auch eine Molette zur Herstellung der Prägewalze verwendet werden, die nur ein einziges
Einzelrelief auf ihrer Oberfläche aufweist, wobei eine derartige Molette dann vorzugsweise
eine Vielzahl von dicht gedrängten Reliefpunkten besitzt.
[0012] Insbesondere dann, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren für jedes Einzelrelief
eine Fläche zwischen 2.000 mm
2 und 10.000 mm
2 ausgewählt wird, so daß dementsprechend eine hiernach hergestellte Prägewalze eine
Einzelgravur aufweist, deren Fläche zwischen 2.000 mm
2 und 10.000 mm
2 variiert, so daß ein hiermit geprägter Tissueartikel ein großflächiges, sich wiederholendes
Muster mit den zuvor genannten Flächen besitzt, sind die zuvor beschriebenen Vorteile
der so hergestellten Prägewalze im verstärkten Maße vorhanden.
[0013] Insbesondere dann, wenn auf der Oberfläche der Molette ein solches Relief vorgesehen
wird, bei dem für jede Relieffläche eines jeden Reliefpunktes eine Fläche zwischen
5 mm
2 und 25 mm
2, vorzugsweise zwischen 8 mm
2 und 18 mm
2, ausgewählt wird, läßt sich eine derartige Molette hervorragend bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren einsetzen. Dies führt nämlich dazu, daß die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erstellte Gravur auf der Prägewalze einen relativ großen Zwischenraum zwischen den
einzelnen Prägepunkten aufweist, so daß diese Zwischenräume nicht mit Schmutz oder
sonstigen Abrieb zugesetzt werden können und dementsprechend hervorragend und störungsfrei
großformatige Prägemuster auf dem Tissueartikel erzeugen.
[0014] Abhängig davon, für welchen Zweck die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte
Prägewalze angewendet wird, richtet sich die radiale Höhe eines jeden Reliefpunktes
auf der Oberfläche der Molette. Insbesondere variiert diese radiale Höhe der Reliefpunkte
zwischen 0,3 mm und 1,7 mm, vorzugsweise zwischen 0,5 mm und 1,2 mm, so daß dementsprechend
die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Prägewalze Prägepunkte aufweist,
deren radiale Höhe zwischen 0,3 mm und 1,7 mm und vorzugsweise zwischen 0,5 und 1,2
mm variieren.
[0015] Eine besonders geeignete Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
daß hierbei die Reliefpunkte eines Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen und in
Ablaufrichtung folgenden Reliefpunkten des sich hieran anschließenden nächsten Einzelreliefs
auf einer Geraden angeordnet sind, die sich in Umfangrichtung der Molette erstreckt
und die relativ zur Molettenachse unter einem Winkel
β, der ungleich 90° ist, angeordnet wird. Insbesondere wird diese Gerade unter einem
Winkel
β zwischen 92° und 160° und vorzugsweise zwischen 116° und 140° ausgerichtet, so daß
das auf der Molettenoberfläche angeordnete Relief stark linear spiralisiert ist. Insbesondere
dann, wenn sich über den Umfang der Molette gesehen eine Vielzahl von einzelnen Reliefen
erstreckt, die um einen Winkel
β zwischen 116° und 140° versetzt angeordnet sind, was nichts anderes bedeutet, daß
die zuvor beschriebene Gerade unter dem zuvor genannten Winkel relativ zur Molettenachse
ausgerichtet wird, verhindert eine so hergestellte Prägewalze besonders wirksam ein
Verschleiß der Gegenwalze, so daß dementsprechend die Laufzeit einer derartig hergestellten
Prägewalze, die mit einer großflächigen Gravur versehen ist, erheblich vergrößert
ist.
[0016] Eine andere Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß hierbei
die Molette mit zwei Reliefen zur Erstellung von zwei unterschiedlich tief ausgebildeten
Gravuren versehen wird, wobei die Reliefpunkte des ersten Reliefs eine andere radiale
Höhe aufweisen als die Reliefpunkte des zweiten Reliefs. Mit einer derartigen Molette
lassen sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Prägewalzen erzeugen, die dementsprechend
zwei Gravuren aufweisen, wobei sich diese Gravuren durch eine unterschiedliche radiale
Höhe auszeichnen, wodurch einerseits ein mit einer derartigen Prägewalze geprägter
Artikel ein besonders ästhetisches Aussehen verliehen werden kann und andererseits
gewisse Eigenschaften des geprägten Artikels, so beispielsweise sein Saugvermögen,
seine Festigkeit, seine Weichheit oder sein Volumen, verbessert wird oder gezielt
eingestellt werden kann.
[0017] In Weiterbildung der zuvor beschriebenen Verfahrensweise sieht eine vorteilhafte
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß hierbei eine Molette verwendet
wird, die zwei Reliefs zur Erstellung von zwei unterschiedlich tief ausgebildeten
Gravuren aufweist, wobei die radiale Höhe des ersten Reliefs relativ zur radialen
Höhe des zweiten Reliefs um 2 % bis 15 % geringer ist.
[0018] Wie bereits eingangs bei dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben ist, wird hierbei
zunächst eine mit einem Relief versehene Molette erstellt, die dann zum Gravieren
der Prägewalze achsparallel auf den Mantel der Prägewalze aufgesetzt und hierauf ablaufen
gelassen wird, so daß durch eine mechanische Verformung die Gravur der Prägewalze
erzeugt wird. Mit anderen Worten wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Gravur
durch Ablaufen der Molette auf der Oberfläche des Prägewalzenrohlings in die Prägewalze
eingepreßt.
[0019] Bei einer besonders geeigneten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
zunächst auf die Oberfläche des Prägewalzenrohlings ein säurefester Lack oder eine
säurefeste Beschichtung in einer gleichmäßigen Schichtdicke aufgetragen. Hiernach
wird die vorstehend beschriebene Molette zum Gravieren der Prägewalze achsparallel
auf den beschichteten Mantel des Prägewalzenrohlings aufgesetzt und hierauf ablaufen
gelassen, so daß der säurefeste Lack bzw. die Beschichtung hierdurch im Bereich der
Reliefflächen vollständig entfernt wird. Im Anschluß daran wird bei dieser Weiterbildung
des erfindungsgemäßen Verfahrens die Prägewalze in einem Säurebad geätzt, mit der
Folge, daß in den Bereichen des Walzenmantels, in denen die Reliefflächen den säurefesten
Lack bzw. die Beschichtung entfernt haben, entsprechende Ausnehmungen herausgeätzt
werden. Hieran schließt sich dann ein Entfernen des säurefesten Lackes bzw. der säurefesten
Beschichtung an, so daß dementsprechend die gewünschte gravierte Prägewalze resultiert.
[0020] Es besonders exakte Gravur wird bei der zuvor beschriebenen Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens dann erreicht, wenn nach Entfernen des säurenfesten Lackes die so geätzte
Prägewalze nochmals achsparallel unter Verwendung der identischen Molette molettiert
wird. Hierdurch erfolgt ein zusätzliches Glätten der Mantelflächen der einzelnen Prägepunkte,
die die Gravur ausbilden, so daß als Ergebnis dieser Vorgehensweise eine Prägewalze
resultiert, bei der jeder Prägepunkt eine einheitlich geformte glatte Mantelfläche,
die frei von Vorsprüngen, Hinterschneidungen und/oder Rücksprüngen ist, aufweist.
[0021] Desweiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Prägewalze, wie sie nach den
zuvor beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt
ist.
[0022] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Prägewalze zur Herstellung
eines Tissueartikels, der mindestens ein sich in einem vorgegebenen Rapport wiederholendes
Muster aufweist, wobei die Prägewalze zusammen mit einer Gegenwalze einen Walzenspalt
zur Durchführung mindestens einer Warenbahn des Tissueartikels ausbildet und wobei
die Prägewalze mit mindestens einer das Muster ausbildenden Gravur versehen ist, die
aus einer Vielzahl von aus Prägepunkten gebildeten identischen Einzelgravuren besteht,
wobei die Prägepunkte einer jeden Einzelgravur relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung
folgenden Prägepunkten der sich hieran anschließenden Einzelgravur in Axialrichtung
der Prägewalze gesehen versetzt angeordnet sind. Jeder Prägepunkt weist eine radial
in einer vorgegebenen Höhe über den Walzenmantel angeordnete und parallel zur Walzenachse
verlaufende Prägefläche und eine sich von der Prägefläche bis zum Walzenmantel radial
nach innen erstreckende Mantelfläche auf. Die erfindungsgemäße Prägewalze ist durch
ein achsparalleles Molettieren graviert, wobei die hierfür verwendete Molette ein
die Gravur ausbildendes Relief aufweist, das aus einer Vielzahl von aus Reliefpunkten
gebildeten identischen Einzelreliefen besteht, wobei die Reliefpunkte eines jeden
Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung folgenden Reliefpunkten
des sich hieran anschließenden nächsten Einzelreliefs in Axialrichtung der Molette
gesehen versetzt angeordnet sind und jeder Reliefpunkt eine radial in einer vorgegebenen
Höhe über den Molettenmantel angeordnete und parallel zur Molettenachse verlaufende
Relieffläche und eine sich von der Relieffläche bis zum Molettenmantel erstreckende
Reliefmantelfläche aufweist. Desweiteren deckt bei der erfindungsgemäßen Prägewalze
jede Einzelgravur zur Erzeugung eines großformatigen Musters eine Fläche zwischen
225 mm
2 und 25.000 mm
2 ab, wobei die Mantelfläche eines jeden Prägepunktes eine durchgehend glatte Oberfläche,
die frei von Vorsprüngen, Hinterschneidungen und/oder Rücksprüngen ist, aufweist.
[0023] Die erfindungsgemäße Prägewalze weist eine Reihe von Vorteilen auf. So ist zunächst
festzuhalten, daß aufgrund der versetzten Anordnung der Prägepunkte einer jeden Einzelgravur
relativ zu den Prägepunkten der in Umfangrichtung der Prägewalze gesehen folgenden
Einzelgravur sichergestellt ist, daß die mit der erfindungsgemäßen Prägewalze zusammenwirkende
Gegenwalze während der Anwendung der erfindungsgemäßen Prägewalze beim Prägen eines
Tissueartikels eine besonders gleichmäßige Abnutzung über die Gesamtfläche der Gegenwalze
sicherstellt, so daß dementsprechend hierbei auf der Gegenwalze auftretende ringförmige
Abnutzungsspuren mit lokal erhöhtem Verschleiß vermieden werden. Desweiteren ist die
Mantelfläche eines jeden Prägepunktes mit einer durchgehend glatten Oberfläche versehen,
die völlig frei von Vorsprüngen, Hinterschneidungen und/oder Rücksprüngen ist, so
daß dementsprechend die erfindungsgemäße Prägewalze eine solche Gravur aufweist, die
eine hohe Standzeit ermöglicht. Bedingt durch die besonders glatte Oberfläche der
Mantelfläche eines jeden Prägepunktes wird auch verhindert, daß sich hieran Verschmutzungen
ansammeln, so zum Beispiel Faserreste des zu prägenden Materials, so daß eine Reinigung
der erfindungsgemäßen Prägewalze nach Gebrauch und eine entsprechende Wartung derselben
entfallen kann. Auch ist durch die glatte Oberfläche der Mantelfläche eines jeden
Prägepunktes bei der erfindungsgemäßen Prägewalze sichergestellt, daß sich hierdurch
ein besonders sauberes und prägnantes Prägebild in dem geprägten Tissueartikel darstellen
läßt, was sich in einer entsprechenden Qualitätsverbesserung des geprägten Tissueartikels
ausdrückt. Bedingt dadurch, daß bei der erfindungsgemäßen Prägewalze jeder Prägepunkt
eine planare und glatte Prägefläche aufweist, lassen sich hierdurch exakt dimensionierte
Vertiefungen im Tissueartikel erzeugen, so daß zusammengehörende Vertiefungen von
miteinander zu verbindenden Tissueartikellagen vollflächig aufeinanderliegen. Ein
so hergestellter Tissueartikel weist eine verbesserte Lagehaftung auf.
[0024] Vorstehend ist wiederholt der Begriff Reliefpunkt sowie der Begriff Prägepunkt verwendet
worden. Hierbei sind diese beiden Begriffe im Rahmen der vorliegenden Beschreibung
so aufzufassen, daß es sich dabei tatsächlich nicht um Punkte sondern um entsprechend
beliebig geformte geometrische Gebilde handelt, die radial über den Mantel der Molette
(Reliefpunkt) bzw. radial über den Mantel der Prägewalze (Prägepunkt) hervorspringen
und die eine Relieffläche bzw. Prägefläche aufweisen, die parallel zum Molettenmantel
bzw. zum Prägewalzenmantel, jedoch mit Abstand hiervon, verlaufen. Insbesondere sind
diese Reliefpunkte bzw. Prägepunkte als Kegelstümpfe, Pyramidenstümpfe oder Zylinder
oder als dreidimensionale Vorsprünge ausgebildet, die einen beliebig geformten Querschnitt
in der Ebene des jeweiligen Mantels aufweisen können, so insbesondere einen vieleckigen
Querschnitt oder einen ovalen Querschnitt.
[0025] Bezüglich der auf der erfindungsgemäßen Prägewalze vorhandenen Gravur ist festzuhalten,
daß es sich hierbei um eine solche Gravur handelt, die aus einer Vielzahl von sich
wiederholenden Einzelgravuren besteht, wobei jede Einzelgravur jeweils ein großformatiges
Muster mit einer Fläche zwischen 225 mm
2 und 25.000 mm
2, vorzugsweise mit einer Fläche zwischen 2.000 mm
2 und 10.000 mm
2, erzeugt.
[0026] Wie bereits vorstehend dargelegt ist, kann die erfindungsgemäße Prägewalze beliebig
gestaltete Prägepunkte aufweisen, wobei es jedoch besonders bevorzugt ist, wenn jeder
Prägepunkt als radial über den Walzenmantel vorspringender Kegelstumpf mit glatter
Mantelfläche und dementsprechend mit einer kreisförmigen und parallel mit Abstand
zum Walzenmantel verlaufenden und radial nach außen vorspringenden Prägefläche ausgebildet
ist.
[0027] Insbesondere dann, wenn die Mantelfläche eines jeden kegelstumpfförmigen Prägepunktes
unter einem einen identischen Flankenwinkel
α angeordnet ist und dieser Flankenwinkel
α vorzugsweise zwischen 15° und 40° variiert, verhindert eine derartig ausgerichtete
und mit einer glatten Oberfläche versehene Mantelfläche besonders wirksam eine ungleichmäßige
Abnutzung der Gravur der Prägewalze und stellt desweiteren sicher, daß sich an einer
derartig ausgerichteten und glatten Mantelfläche keine Schmutzpartikel unerwünschterweise
festsetzen. Hierbei wird der Flankenwinkel der Mantelfläche derart definiert, daß
es sich bei diesem Flankenwinkel um den Winkel handelt, um den die Mantellinie des
Kegelstumpfes von der auf den Basiskreis des Kegelstumpfes ausgerichteten Senkrechten
(relativ zur Mantelfläche) abweicht, wie dies nachfolgend bei der Figur 2 auch eingezeichnet
ist.
[0028] Abhängig davon, wofür die erfindungsgemäße Prägewalze eingesetzt wird, variiert die
pro Einzelgravur vorgesehene Anzahl der Prägepunkte zwischen 5 und 100 Prägepunkte
jeweils pro cm
2. Wird die erfindungsgemäße Prägewalze für ein Nested-Verfahren verwendet, was eine
erste bevorzugte Anwendung der erfindungsgemäßen Prägewalze darstellt, so werden hierauf
Einzelgravuren vorgesehen, die jeweils zwischen 5 und 15 Prägepunkte, jeweils pro
cm
2, besitzen. Sollte jedoch die erfindungsgemäße Prägewalze für ein top-to-top-Prägeverfahren
eingesetzt werden, was eine weitere, bevorzugte Anwendung darstellt, so weist diese
bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prägewalze Einzelgravuren auf, die
jeweils zwischen 10 und 100 Prägepunkte, jeweils pro cm
2, besitzt.
[0029] Abhängig von dem jeweils gewünschten Muster und der durch die Prägung des Tissueartikels
erzielten Effekte richtet sich bei der erfindungsgemäßen Prägewalze auch die Prägefläche
eines jeden Prägepunktes. Insbesondere variiert diese Prägefläche zwischen 0,35 mm
2 und 1,7 mm
2, vorzugsweise zwischen 0,5 mm
2 und 1,4 mm
2.
[0030] Ebenfalls abhängig von der jeweiligen Verwendung der erfindungsgemäßen Prägewalze
richtet sich die radiale Höhe der Prägepunkte, wobei diese insbesondere zwischen 0,3
mm und 1,7 mm variiert.
[0031] Besonders dekorative großformatige Muster lassen sich mit einer solchen Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Prägewalze erstellen, die in Ablaufrichtung der Prägewalze gesehen
einen Rapport der Einzelgravuren zwischen 70 mm und 450 mm aufweisen, wobei bevorzugt
in Axialrichtung der Prägewalze gesehen der Rapport der Einzelgravuren zwischen 20
mm und 1.000 mm, vorzugsweise zwischen 80 mm und 400 mm, variiert.
[0032] Eine besonders geeignete Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prägewalze, die sich
durch einen extrem minimierten Verschleiß der Gegenwalze auszeichnet, sieht vor, daß
hierbei die Prägepunkte einer Einzelgravur relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung
folgenden Prägepunkten der sich hieran anschließenden Einzelgravur auf einer Geraden
angeordnet sind, die sich in Umfangrichtung der Prägewalze erstreckt und die relativ
zur Prägewalzenachse unter einem Winkel
β, der ungleich 90° ist, angeordnet ist. Insbesondere ist diese Gerade dann bei einer
Weiterbildung der erfindungsgemäßen Prägewalze unter einem Winkel
β zwischen 92° und 160°, vorzugsweise zwischen 116° und 140°, ausgerichtet, so daß
eine derartige Gravur dann als linear spiralisierte Gravur aufzufassen ist. Hierbei
verhindert diese linear spiralisierte Gravur, insbesondere dann, wenn die Gerade unter
einem Winkel zwischen 116° und 140°, ausgerichtet ist, besonders wirksam die Ausbildung
von ringartigen Verschleißrillen auf der Gegenwalze, so daß dementsprechend hierbei
die Gegenwalze sowohl in Axialrichtung als auch über ihren Umfang gesehen gleichmäßig
abgenutzt wird mit der Folge, daß eine derartige Prägewalze und die damit zusammenwirkende
Gegenwalze eine extrem lange Benutzungszeit besitzt.
[0033] Bei einer anderen, bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Prägewalze ist
die erfindungsgemäße Prägewalze mit zwei Gravuren zur Erstellung von zwei unterschiedlich
tief geprägten großformatigen Mustern versehen, wobei die Prägepunkte der ersten Gravur
eine andere radiale Höhe aufweisen als die Prägepunkte der zweiten Gravur. Durch Verwendung
einer derartigen Prägewalze wird es möglich, unterschiedliche Eigenschaften, so zum
Beispiel Lagenzusammenhalt oder Saugfähigkeit oder Festigkeit oder Weichheit von mehrlagig
geprägten Tissueartikeln, zu erreichen, wobei es zudem noch möglich ist, mit einer
derartigen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prägewalze besonders dekorative Effekte
im geprägten Tissueartikel zu erzielen.
[0034] Insbesondere wird bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Prägewalze die radiale Höhe der ersten Gravur relativ zur radialen Höhe der zweiten
Gravur derart gestaltet, daß die radiale Höhe der ersten Gravur relativ zur radialen
Höhe der zweiten Gravur um 2 % bis 15 % geringer ist.
[0035] Wiederholt ist vorstehend erwähnt worden, daß die erfindungsgemäße Prägewalze in
Verbindung mit einer Gegenwalze einen Walzenspalt ausbildet, wobei die Gegenwalze
vorzugsweise eine ungeprägte Walze ist. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um eine
mit Gummi überzogene Walze oder um eine Stahlwalze, wobei der Durchmesser der erfindungsgemäßen
Prägewalze sowie der Durchmesser der Gegenwalze vorzugsweise zwischen 100 mm und 800
mm variiert.
[0036] Wie bereits vorstehend bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wiederholt ausgeführt
ist, wird die erfindungsgemäße Prägewalze durch ein achsparalleles Molettieren hergestellt.
Hierbei weist eine derartige Molette auf ihrer Oberfläche ein die Gravur der Prägewalze
ausbildendes Relief auf, das aus einer Vielzahl von aus Reliefpunkten gebildeten identischen
Einzelreliefen besteht, wobei die Reliefpunkte eines jeden Einzelreliefs relativ zu
den zugehörigen und in Ablaufrichtung der Molette folgenden Reliefpunkten des sich
hieran anschließenden Einzelreliefs in Axialrichtung der Molette gesehen versetzt
angeordnet sind. Ein derartig spiralisiertes Relief wird vorzugsweise durch einen
mechanischen Fräsvorgang des Molettenmantels erzeugt, wobei die axiale Länge der Molette,
abhängig von dem Rapport der auf der Prägewalze zu erzeugenden Gravur, insbesondere
zwischen 40 mm und 500 mm und der Durchmesser der Molette vorzugsweise zwischen 50
mm und 400 mm, variiert.
[0037] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen
Prägewalze sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0038] Die erfindungsgemäße Prägewalze wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- teilweise eine Abwicklung der Mantelfläche einer gravierten Prägewalze in der Draufsicht;
- Figur 2
- eine mikroskopische Aufnahme einer Teilansicht einer Einzelgravur zur Herstellung
eines großformatigen Musters, wobei die Prägepunkte der Einzelgravur nach dem in der
vorliegenden Anmeldung beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt sind;
- Figur 3
- eine mikroskopische Aufnahme einer Teilansicht einer Einzelgravur zur Herstellung
eines großformatigen Musters, wobei die Prägepunkte der Einzelgravur konventionell
nach einem Ätzverfahren hergestellt sind.
[0039] Wie der in Figur 1 teilweise dargestellten Abwicklung der Mantelfläche der gravierten
Prägewalze zu entnehmen ist, weist die in Figur 1 in der Draufsicht gezeigte abgewickelte
Mantelfläche eine Gravur auf, die aus einer Vielzahl von Prägepunkten 1 ausgebildet
ist, wobei alle Prägepunkte 1 als radial über den Mantel der Prägewalze hervorspringende
Kegelstümpfe ausgestaltet sind und jeweils eine Prägefläche aufweisen, die parallel
zum Mantel der Prägewalze verläuft.
[0040] Die Gravur der Prägewalze besteht aus aufeinanderfolgenden Einzelgravuren, wobei
in Figur 1 beispielhaft eine erste Einzelgravur 2 (durchgezogene Linien) und eine
hierauf folgende identische zweite Einzelgravur 3 (gestrichelte Linie) eingezeichnet
sind. Jeder Einzelgravur 2 bzw. 3 führt bei einer Verwendung der Prägewalze zu einem
Muster, wobei die in Figur 1 beispielhaft abgebildete Einzelgravur 2 und die hierauf
folgende Einzelgravur 3 jeweils zur Erzeugung eines einzigen großformatigen Musters
mit einer Fläche von 4.142 mm
2 dient.
[0041] Die Prägepunkte der Einzelgravur 2 sind relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung
der Prägewalze, die in Figur 1 mit 4 gekennzeichnet ist, folgenden Prägepunkten der
sich hieran anschließenden Einzelgravur auf einer Geraden G angeordnet, wobei sich
die Gerade G in Umfangrichtung der Prägewalze, die der Ablaufrichtung 4 in Figur 1
entspricht, erstreckt.
[0042] Hier bildet die Figur 1 beispielhaft diese Gerade G für einen willkürlich herausgegriffenen
Prägepunkt 1A der Einzelgravur 2 und für einen hierzu gehörigen Prägepunkt 1B der
Einzelgravur 3 ab, wobei diese Gerade G relativ zur Prägewalzenachse 5 unter einem
Winkel
β von 105,5° ausgerichtet ist. Dies führt zu einer linearen spiralisierten Anordnung
der Einzelgravuren 2 und 3.
[0043] Die Figur 2 gibt ein mikroskopisch vergrößertes Foto eines Ausschnitts der in Figur
1 zeichnerisch abgebildeten Abwicklung des Walzenmantels wieder. Hierbei bildet die
Figur 2 zehn identische Prägepunkte 1 ab, wobei jeder Prägepunkt 1 eine kegelstumpfförmige
Gestalt aufweist, die eine Mantelfläche 6 und eine kreisförmige Prägefläche 7 umfaßt,
wobei diese Prägefläche 7 parallel zur Walzenachse angeordnet ist. Wie sehr schön
das mikroskopische Foto der Figur 2 belegt, sind die Mantelfläche 6 und die plane
Prägefläche 7 eines jeden Prägepunktes 1 mit einer glatten Oberflächen versehen und
weisen keinerlei Vorsprünge, Hinterschneidungen und/oder Rücksprünge auf. Ferner ist
die Mantelfläche 6 unter einem Flankenwinkel
α von 23,5° angeordnet, wie dies in Figur 2 eingezeichnet ist. Die Prägefläche 7 weist
einen Durchmesser von 1 mm auf, während die radiale Höhe H eines jeden Prägepunktes
1 1,4 mm beträgt.
[0044] Die Figur 3 zeigt ein mit der Figur 2 vergleichbares mikroskopisches Foto von Prägepunkten
1, wobei jedoch die eine entsprechende Gravur ausbildende Prägepunkte 1 nach einem
herkömmlichen Ätzverfahren erstellt worden sind. Dies hat zur Folge, daß jeder Prägepunkt
1 keine durchgehend glatte Mantelfläche 6 aufweist sondern daß hierbei die Mantelfläche
6 stufenförmig ausgebildet ist, wobei zudem diese Abstufung von Prägepunkt zu Prägepunkt
stark unterschiedlich ausfällt. Desweiteren sind auf der Mantelfläche Rücksprünge
vorhanden, wobei diese Rücksprünge beispielsweise mit 8 in Figur 3 gekennzeichnet
sind.
[0045] Darüber hinaus sind die Prägeflächen 7 nicht planar und glatt sondern leicht ausgewölbt
und aufgerauht.
1. Verfahren zur Herstellung einer Prägewalze für die Prägung eines Tissueartikels durch
Molettieren, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer Molette ein die Gravur der Prägewalze ausbildendes Relief derart erstellt
wird, das aus einer Vielzahl von aus Reliefpunkten gebildeten identischen Einzelreliefen
besteht, wobei die Reliefpunkte eines jeden Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen
und in Ablaufrichtung der Molette folgenden Reliefpunkten des sich hieran anschließenden
Einzelreliefs in Axialrichtung der Molette gesehen versetzt angeordnet sind und jeder
Reliefpunkt eine radial in einer vorgegebenen Höhe über den Molettenmantel angeordnete
und parallel zur Molettenachse verlaufende Relieffläche und eine sich bis zum Molettenmantel
erstreckende Reliefmantelfläche aufweist, daß für jedes Einzelrelief zur Erzeugung
einer großformatigen Einzelgravur auf der Prägewalze eine Fläche zwischen 225 mm2 und 25.000 mm2 ausgewählt wird, daß die Molette zum Gravieren der Walze achsparallel auf den Mantel
der Prägewalze aufgesetzt und hierauf ablaufen gelassen wird und so durch eine mechanische
Verformung die Gravur der Prägewalze erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für jedes Einzelrelief eine Fläche zwischen 2.000 mm2 und 10.000 mm2 ausgewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Relieffläche eines jeden Reliefpunktes eine Fläche zwischen 5 mm2 und 25 mm2, vorzugsweise zwischen 8 mm2 und 18 mm2, ausgewählt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Reliefpunkt eine radiale Höhe zwischen 0,3 mm und 1,7 mm ausgewählt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reliefpunkte eines Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung
folgenden Reliefpunkten des sich hieran anschließenden Einzelreliefs auf einer Geraden
angeordnet sind, die sich in Umfangrichtung der Molette erstreckt und die relativ
zur Molettenachse unter einem Winkel β, der ungleich 90° ist, angeordnet wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gerade unter einem Winkel β zwischen 92° und 160°, vorzugsweise zwischen 116° und 140°, ausgerichtet wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Molette mit zwei Reliefen zur Erstellung von zwei unterschiedlich tief ausgebildeten
Gravuren versehen wird, wobei die Reliefpunkte des ersten Reliefs eine andere radiale
Höhe aufweisen als die Reliefpunkte des zweiten Reliefs.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Höhe des ersten Reliefs relativ zur radialen Höhe des zweiten Reliefs
um 2 % bis 15 % geringer ist.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Oberfläche des Prägewalzenrohlings ein säurefester Lack in einer gleichmäßigen
Schichtdicke aufgetragen wird, daß die Molette zum Gravieren der Prägewalze achsparallel
auf den beschichteten Mantel des Prägewalzenrohlings aufgesetzt und hierauf ablaufen
gelassen wird, daß der säurefeste Lack hierdurch im Bereich der Reliefflächen vollständig
entfernt wird, daß hiernach die Prägewalze in einem Säurebad geätzt wird und daß hiernach
der säurefeste Lack entfernt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die geätzte Prägewalze achsparallel molettiert wird.
11. Prägewalze, hergestellt nach einem der vorangehenden Ansprüche.
12. Prägewalze zur Herstellung eines Tissue-Artikels, der mindestens ein sich in einem
vorgegebenen Rapport wiederholendes Muster aufweist, wobei die Prägewalze zusammen
mit einer Gegenwalze einen Walzenspalt zur Durchführung mindestens einer Warenbahn
des Tissue-Artikels ausbildet und wobei die Prägewalze mit mindestens einer das Muster
ausbildenden Gravur versehen ist, die aus einer Vielzahl von aus Prägepunkten gebildeten
identischen Einzelgravuren besteht, wobei die Prägepunkte einer jeden Einzelgravur
relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung folgenden Prägepunkten der sich hieran
anschließenden Einzelgravur in Axialrichtung der Prägewalze gesehen versetzt angeordnet
sind und jeder Prägepunkt eine radial in einer vorgegebenen Höhe über den Walzenmantel
angeordnete und parallel zur Walzenachse verlaufende Prägefläche und eine sich bis
zum Walzenmantel erstreckende Mantelfläche aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägewalze durch ein achsparalleles Molettieren graviert ist, wobei die Molette
ein die Gravur ausbildendes Relief aufweist, das aus einer Vielzahl von aus Reliefpunkten
gebildeten identischen Einzelreliefen besteht, wobei die Reliefpunkte eines jeden
Einzelreliefs relativ zu den zugehörigen und in Ablaufrichtung folgenden Reliefpunkten
des sich hieran anschließenden Einzelreliefs in Axialrichtung der Molette gesehen
versetzt angeordnet sind und jeder Reliefpunkt eine radial in einer vorgegebenen Höhe
über den Molettenmantel angeordnete und parallel zur Molettenachse verlaufende Relieffläche
und eine sich bis zum Molettenmantel erstreckende Reliefmantelfläche aufweist, daß
jede Einzelgravur (2, 3) zur Erzeugung eines großformatigen Musters eine Fläche zwischen
225 mm2 und 25.000 mm2 abdeckt und daß die Mantelfläche (6) eines jeden Prägepunktes (1, 1A, 1B) eine durchgehend
glatte Oberfläche, die frei von Vorsprüngen, Hinterschneidungen und/oder Rücksprüngen
ist, aufweist.
13. Prägewalze nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß jede Einzelgravur (2, 3) eine Fläche zwischen 2.000 mm2 und 10.000 mm2 abdeckt.
14. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Prägepunkt (1, 1A, 1B) als radial über den Walzenmantel vorspringender Kegelstumpf
mit glatter Mantelfläche (6) ausgebildet ist.
15. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelfläche (6) eines jeden Prägepunktes (1, 1A, 1B) einen identischen Flankenwinkel
α besitzt.
16. Prägewalze nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Flankenwinkel α zwischen 15° und 40° variiert.
17. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelgravur (2, 3) zwischen 5 und 100 Prägepunkte (1, 1A, 1B) jeweils pro cm2 aufweist.
18. Prägewalze nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägewalze für ein Nested-Verfahren einsetzbar ist und eine Einzelgravur (2,
3) aufweist, die zwischen 5 und 15 Prägepunkte (1, 1A, 1B) jeweils pro cm2 besitzt.
19. Prägewalze nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägewalze für ein top-to-top-Verfahren einsetzbar ist und eine Einzelgravur
(2, 3) aufweist, die zwischen 10 und 100 Prägepunkte (1, 1A, 1B) jeweils pro cm2 besitzt.
20. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägefläche (7) eines jeden Prägepunktes (1, 1A, 1B) zwischen 0,35 mm2 und 1,7 mm2, vorzugsweise zwischen 0,5 mm2 und 1,4 mm2, variiert.
21. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Prägepunkt (1, 1A, 1B) eine radiale Höhe H zwischen 0,3 mm und 1,7 mm aufweist.
22. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß in Ablaufrichtung der Prägewalze der Rapport der Einzelgravuren zwischen 70 mm und
450 mm variiert.
23. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in Axialrichtung der Prägewalze der Rapport der Einzelgravuren zwischen 20 mm und
1.000 mm variiert.
24. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägepunkte (1, 1A) einer Einzelgravur (2) relativ zu den zugehörigen und in
Ablaufrichtung (4) folgenden Prägepunkten (1B) der sich hieran anschließenden Einzelgravur
(3) auf einer Geraden (G) angeordnet sind, die sich in Umfangrichtung der Prägewalze
erstreckt und die relativ zur Prägewalzenachse (5) unter einem Winkel β, der ungleich 90° ist, angeordnet ist.
25. Prägewalze nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Gerade (G) unter einem Winkel β zwischen 92° und 160°, vorzugsweise zwischen 116° und 140°, ausgerichtet ist.
26. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägewalze mit zwei Gravuren zur Erstellung von zwei unterschiedlich tief geprägten
großformatigen Mustern versehen ist, wobei die Prägepunkte der ersten Gravur eine
andere radiale Höhe aufweisen als die Prägepunkte der zweiten Gravur.
27. Prägewalze nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Höhe der ersten Gravur relativ zur radialen Höhe der zweiten Gravur um
2 % bis 15 % geringer ist.
28. Prägewalze nach einem der Ansprüche 12 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenwalze eine ungeprägte Walze, insbesondere eine mit Gummi überzogene Walze
oder eine Stahlwalze, ist.