[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Behälters
und einen mit diesem Verfahren erhaltenen Behälter gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und des Anspruches 4.
[0002] Behälter bekannter Art werden entweder durch Formen, Tiefziehformen, mit Eingriff
eines Werkzeugs unter Abtragung von Material usw. hergestellt. Bei allen diesen Behältern
muss daher entweder eine bestimmte Form vorliegen, oder die Formgebung erfolgt durch
Werkzeuge bzw. auch von Hand aus. Bei diesen Behältern handelt es sich vor allem um
Krüge, Kannen, Flakons bzw. auch um Teller soweit die Aufstandsachse sehr klein ist.
[0003] Bei der Herstellung solcher Behälter besteht also die Schwierigkeit, bei einer Serienproduktion
mit kostengünstigen Formen zu arbeiten, d.h. Formen, die schnell und nach einem genauen
Plan erstellt werden können. Dasselbe gilt auch für die Steuerung von Werkzeugen,
falls diese eingesetzt werden, die beispielsweise durch eine CCN-Maschine gesteuert
werden sollen.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt daher darin, ein Verfahren vorzustellen,
bei dem ein Behälter gemäß einem vorgegebenen Programm erstellt werden kann und der
Behälter gemäß diesem Verfahren mit großer Genauigkeit wiederholbar erhalten werden
kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung von Behältern gemäß dem Kennzeichen
des Anspruchs 1 und einem Behälter gemäß dem Kennzeichen des Anspruchs 4 gelöst.
[0006] Wird als Grundform eines Behälters eine zur Standfläche des Behälters parallele Außenkontur
erzeugt, die aus jeweils zwei Paaren von Geraden bestehen, die jeweils unter einem
festen Winkel auf mindestens eine Symmetrieachse zusammenlaufen und jedes Paar gegenüber
einer zur Symmetrieachse senkrechten Achse unter Verlängerung der die Kontur bildenden
Gerade ein Viereck bilden, so kann jedes Paar von Achsen längs der Symmetrieachse
bzw. der zu dieser Symmetrieachse senkrechten Achse in Richtung des durch die beiden
Achsen erhaltenen Mittelpunktes oder von diesem weg für ein zweites Paar längs einer
aufstehenden Achse verschoben werden, wodurch bei Vorhandensein der vier Geradenpaare
ein Achteck sich bildet, das sich in ein Viereck umwandelt, sobald ein Paar von zu
einer Achse zusammenlaufenden Paare das Paar von auf der zweiten Achse zusammenlaufenden
Geraden nicht mehr schneidet: eines der beiden Paare von zusammenlaufenden Geraden
verschwindet daher als Kontur für den Behälter. Bei der Verschiebung der Geradenpaare
in Richtung des Mittelpunktes von ersteren Geradenpaaren in Richtung des Mittelpunktes
und von diesem weg für die weiteren zwei Geradenpaare kann in einer Ausführungsform
der Winkel zwischen den zusammenlaufenden Geraden der Geradenpaare bei Verschiebung
der beiden Geradenpaare längs der Hochachse ein neuer Winkel zwischen den zusammenlaufenden
Geraden gewählt werden, der dann wieder konstant bleibt, bis wieder die Paare von
Geraden sich nicht mehr mit den anderen zwei Paaren von Geraden schneiden und daher
keine Kontur mehr bilden können.
[0007] In einer Ausführungsform ist auch die zweite zur ersten Symmetrieachse senkrechte
Achse eine Symmetrieachse.
[0008] In einer Variante ist über jede Gerade ein Bogen gespannt, beispielsweise ein Kreis-,
Ellipsen-, Parabel oder Hyperbelbogen, die dann bei Verschiebung der Geradenpaare
längs der Hochachse für sich selbst kongruent bleiben.
[0009] Um verschiedene Ausbildungen der Kontur zu erhalten, kann wechselweise auf jeder
Geraden die Wölbung eines Bogens nach innen und außen gerichtet sein. Diese Ausführungsform
ist besonders geeignet für die Ausführung von Tassen.
[0010] In einer weiteren Variante ist eine der Achsen keine Symmetrieachse sondern von einer
solchen beabstandet. Durch diese Verschiebung der Achse ist es möglich über die Geraden
durch Aufspannung von Kreisen auf den großen Geraden und Abrundungen auf den kleinen
Geraden eine im wesentlichen trochoidale Form zu erhalten. Diese ist sodann beispielsweise
am oberen Rand für einen Ausguss eines Kruges oder einer Kanne geeignet.
[0011] Eine für ein Teller besonders geeignete Ausführungsform sieht Konturen vor, die teilweise
aus Kreisbögen und teilweise aus Ellipsen bestehen, wobei wahlweise mindestens einige
Geraden über die Bögen gespannt sind, Kippachsen bilden, um welche die durch die Bögen
gebildete Fläche geneigt bzw. gekippt ist.
[0012] Wird längs der Hochachse bei Anwesenheit von zwei Symmetrieachsen die vier Geradenpaare
von oben nach unten in Richtung des von den beiden Symmetrieachsen gebildeten Mittelpunkts
gemäß der Hochachse nach unten verschoben und wird bei Verschwinden von zwei Geradenpaaren
die auf die, die Rautenform umschreibende Bogenform konstant gehalten, so erhält man
zweckmäßiger Weise beispielsweise ein Stielglas.
[0013] Eine weitere Grundform für die Kontur ist schließlich möglich, indem gegenüber der
Symmetrieachse eine Achse eines Paars von zulaufenden Geraden gegenüber einer zur
Symmetrieachse auf der anderen Seite liegenden Achse des zweiten Paars von Geraden
ersetzt ist.
[0014] Weitere Einzelheiten und Merkmale gehen aus den Patentansprüchen und aus der folgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Figuren der
beigefügten Zeichnung hervor. Es zeigen,
- Figur 1
- eine für eine Grundform geeignete Außenkontur in Draufsicht für Behälter,
- Figur 2
- eine für eine Tasse geeignete Außenkontur in Draufsicht,
- Figur 3
- eine für einen Krug bzw. eine Kanne geeignete Außenkontur in Draufsicht,
- Figur 4
- ein für einen Teller geeignete Außenkontur in Draufsicht,
- Figur 5
- eine für ein Stielglas geeignete Außenkontur in Draufsicht,
- Figur 6
- eine Außenkontur in Draufsicht für beliebige Behälter.
[0015] Wie in den Figuren dargestellt ist ein erfindungsgemäßer Behälter insgesamt mit der
Bezugsziffer 1 angegeben. Die Behälterform besteht im Querschnitt aus zwei Symmetriefixachsen
2 und 3, die aufeinander senkrecht stehen. Auf jeder Symmetrieachse 2 und 3 stehen
sich zwei Paar von Geraden 4, 4' und 5, 5' bzw. 6, 6' und 7, 7'gegenüber. Die Endpunkte
8, 9, 10 und 11 bzw. 12, 13, 14 und 15 der Geraden sind die Symmetrieachsen auf der
einen und eine Gerade des anderen Paares auf der anderen Seite. Die einander gegenüberstehenden
Geradenpaare umschließen denselben Winkel. Dieser Winkel darf keine 18β° betragen.
[0016] Der Querschnitt ändert sich an verschieden hohen Stellen des Gefäßes folgendermaßen:
Die beiden Geradenpaare bewegen sich auf der einen Symmetrieachse 2 bzw. 3 weiter
nach außen bzw. innen als auf der anderen, sodass sich das Längenverhältnis der eingeschlossenen
Achsenabschnitte von unten nach oben verändert.
[0017] Desgleichen verändert sich das Längenverhältnis der beiden Geradenpaare. Dies kann
so weit gehen, dass zwei der vier Geradenpaare sich auf der entsprechenden Symmetrieachse
schneiden, sowie durch die Geradenpaare 4.1, 4'.1 und 5, 5'.1 in einer Position und
durch die Geradenpaare 6.1, 6'.1 und 7.1, 7'.1 dargestellt, und die anderen zwei verschwinden.
Dies kann jedoch nicht auf der ganzen Höhe des Gefäßes der Fall sein.
[0018] Wenn zwei der vier Geradenpaare verschwinden und weiter oben bzw. unten am Gefäß
wieder erscheinen, so kann, wenn in Gegenrichtung gefahren, an dieser Stelle der Winkel,
den sie umschließen, neu bestimmt werden, ebenso die darauf angebrachten Geraden bzw.
Bogen. Ansonsten bleibt dieser Winkel über die ganze Höhe des Gefäßes immer gleich.
[0019] Die Tangenten der Bogen an den Endpunkten der darunterliegenden Geraden sind auf
allen Querschnitten von oben bis unten auf den verschiedenen Höhen immer parallel,
d.h. die Exzentrizität der Bogen bleibt immer gleich, nur die Größenverhältnisse ändert
sich. Es kann sich um Teile von Kreisen, Ellipsen, Parabeln oder Hyperbeln handeln.
[0020] In Figur 2 ist eine Ausführungsform gezeigt, die für eine Tasse geeignet ist, bei
der zwischen den Endpunkten der Geraden gegenüber der Symmetrieachse 2 von einander
verschiedene Bögen 16, 16' bzw. Geradenzüge 17, 17' aufgespannt sind, die gegenüber
der genannten Symmetrieachse 2 verschieden im Längenverhältnis längs einer Hochachse
zu sich selbst kongruent sind.
[0021] Bei einer ersten Variante für eine für einen Krug bzw. eine Kanne geeignete Außenkontur
verliert eine der beiden Symmetrieachsen 2, 3 ihre Funktion, bleibt aber der als Gerade
18 bezeichneter Endpunkt zweier Geradenpaare 19, 19' und 20, 20' und verschiebt sich
parallel zu ihrer vorigen Position auf der verbliebenen Symmetrieachse nach vorn oder
hinten bis maximal je ein Geradenpaar von der Symmetrieachse und je eine Gerade von
den beiden Paaren auf der anderen Achse verschwunden ist. Übrig bleibt dann eine Raute.
Es darf jedoch nicht das ganze Gefäß aus einer Raute bzw. einer Raute mit ihren Bogen
bestehen.
[0022] Bei einer für einen Teller geeignete Außenkontur einer zweiten Variante liegen nicht
mehr alle vier Geradenpaare auf der horizontalen Ebene, sondern nur noch zwei 21,
21', die sich gegenüberstehen. Die anderen beiden liegen auf zwei Ebenen, welche die
horizontale Ebene parallel zur dazugehörigen Symmetrieachse durchschneiden. Die beiden
gekippten Ebenen bilden zusammen mit der horizontalen Ebene ein gleichschenkliges
Dreieck.
[0023] Eine für ein Stielglas geeignete Außenkontur bildet die in Figur 5 dargestellte Form.
In der Figur ist rechts von der Symmetrieachse 2 mit 25 die Kontur zwischen dem oberen
Rand und Boden, mit 26 links von der Symmetrieachse 2 die Kontur des oberen Randes
und mit 27 der Boden angegeben.
[0024] In Figur 6 ist schließlich eine Außenkontur für beliebige Behälter angegeben, bei
der die zweite Symmetrieachse 3 nur hälftig zur Symmetrieachse ihre Funktion besitzt,
während sie auf der anderen Hälfte nur die Funktion einer Geraden 28 als gemeinsamer
Ort der Endpunkte von Geraden 29 und 30 ausübt.
[0025] Weitere Abänderungen und Variante sind möglich, ohne den Schutzbereich der Erfindung
zu verlassen: so sind ohne weiteres auch verschiedene Kombinationen der verschiedenen
beschriebenen Varianten denkbar.
[0026] An die Stelle des Geradenpaares auf der Symmetrieachse wird ein Teil eines Zylinders
gesetzt. Der Zylinder kann konisch zulaufen oder eine gekippte Achse haben, an die
Stelle des kreisförmigen Umfanges kann eine Ellipse treten, oder aber eine Parabel
oder Hyperbel, die an den "verkehrten" Enden zusammengefügt sind. Die Symmetrieachse
bleibt erhalten.
[0027] Bei der zweiten Variante, bei der nicht mehr alle vier Geradenpaare auf der horizontalen
Ebene liegen, darf anstelle des Zylinders auch ein Stück ohne horizontale Krümmung
eingefügt werden.
[0028] Das zweite Geradenpaar kann an jeder beliebigen Stelle des Zylinders (oder der Teile,
die an seiner Stelle verwendet werden dürfen) angefügt werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Behälters,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- als Grundform eines Behälters wird eine zur Standfläche des Behälters parallele
Außenkontur erzeugt, die aus jeweils zwei Paaren von Geraden besteht, von denen mindestens
eines unter einem festen Winkel auf mindestens eine Symmetrieachse zusammenläuft und
jedes Paar gegenüber einer zur Symmetrieachse senkrechten Achse unter Verlängerung
der die Kontur bildenden Gerade ein Viereck bildet,
- jedes Paar von Achsen wird längs der Symmetrieachse bzw. der zu dieser Symmetrieachse
senkrechten Achse in Richtung des durch die beiden Achsen erhaltenen Mittelpunktes oder von diesem weg für ein zweites Paar
längs einer aufstehenden Achse verschoben,
- bei Vorhandensein der vier Geradenpaare wird ein Achteck gebildet, das sich in ein
Viereck umwandelt, sobald ein Paar von zu einer Achse zusammenlaufenden Paare das
Paar von auf der zweiten Achse zusammenlaufenden Geraden nicht mehr schneidet, eines
der beiden Paare von zusammenlaufenden Geraden daher als Kontur für den Behälter verschwindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Paare von Geraden unter einem festen Winkel auf mindestens eine Symmetrieachse
zusammenlaufen
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass bei der Verschiebung der Geradenpaare in Richtung des Mittelpunktes von ersteren
Geradenpaaren in Richtung des Mittelpunktes und von diesem weg für die weiteren zwei
Geradenpaaren der Winkel zwischen den zusammenlaufenden Geraden der Geradenpaare bei
Verschiebung der beiden Geradenpaare längs der Hochachse ein neuer Winkel zwischen
den zusammenlaufenden Geraden gewählt wird, der dann wieder konstant bleibt, bis wieder
die Paare von Geraden sich nicht mehr mit den anderen zwei Paaren von Geraden schneiden
und daher keine Kontur mehr bilden können.
4. Verfahren nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass auch die zweite zur ersten Symmetrieachse senkrechte Achse eine Symmetrieachse ist.
5. Behälter, hergestellt mittels des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet er eine Grundform besitzt, eine zur Standfläche des Behälters parallele Außenkontur
aufweist, die aus jeweils zwei Paaren von Geraden besteht, die jeweils unter einem
festen Winkel auf mindestens eine Symmetrieachse zusammenlaufen und jedes Paar gegenüber
einer zur Symmetrieachse senkrechten Achse unter Verlängerung der die Kontur bildenden
Gerade ein Viereck bildet, wobei jedes Paar von Achsen längs der Symmetrieachse bzw.
der zu dieser Symmetrieachse senkrechten Achse in Richtung des durch die beiden Achsen
erhaltenen Mittelpunktes oder von diesem weg für ein zweites Paar längs einer aufstehenden
Achse verschoben ist, wobei bei Vorhandensein der vier Geradenpaare ein Achteck gebildet
ist, das sich in ein Viereck umwandelt, sobald ein Paar von zu einer Achse zusammenlaufenden
Paare das Paar von auf der zweiten Achse zusammenlaufenden Geraden nicht mehr schneidet,
eines der beiden Paare von zusammenlaufenden Geraden daher als Kontur für den Behälter
verschwindet.
6. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass über jede Gerade ein Bogen gespannt ist, beispielsweise ein Kreis-, Ellipsen-, Parabel
oder Hyperbelbogen, die dann bei Verschiebung der Geradenpaare längs der Hochachse
für sich selbst kongruent bleiben.
7. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wechselweise auf jeder Geraden die Wölbung eines Bogens nach innen und außen gerichtet
sein.
8. Behälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Tasse ist.
9. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Achsen keine Symmetrieachse, sondern von einer solchen beabstandet ist.
10. Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch diese Verschiebung der Achse über die Geraden durch Aufspannung von Kreisen
auf den großen Geraden und Abrundungen auf den kleinen Geraden eine im wesentlichen
trochoidale Form erhalten wird.
11. Behälter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, das die Form am oberen Rand für einen Ausguss eines Kruges oder einer Kanneverwendet
wird.
12. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Konturen teilweise aus Kreisbögen und teilweise aus Ellipsen bestehen, wobei
wahlweise mindestens einige Geraden, über die Bögen gespannt sind, Kippachsen bilden,
um welche die durch die Bögen gebildete Fläche geneigt bzw. gekippt ist.
13. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anwesenheit von zwei Symmetrieachsen die vier Geradenpaare von oben nach unten
in Richtung des von den beiden Symmetrieachsen gebildeten Mittelpunkts gemäß der Hochachse
nach unten verschoben sind und bei Verschwinden von zwei Geradenpaaren die auf die,
die Rautenform umschreibende Bogenform konstant gehalten ist.
14. Behälter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter ein Stielglas ist.
15. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass gegenüber der Symmetrieachse eine Achse eines Paars von zulaufenden Geraden gegenüber
einer zur Symmetrieachse auf der anderen Seite liegenden Achse des zweiten Paars von
Geraden ersetzt ist.