[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einsammeln, Homogenisieren
und Zerkleinern von Gesamtabfall, insbesondere von Haus-, Sperr- und/oder Gewerbeabfall
und/oder Klärschlamm oder ähnlichen Materialien.
[0002] Üblicherweise werden Abfälle mit eigens dafür vorgesehenen Fahrzeugen eingesammelt
und zu einer Deponie oder Abfallbehandlungsanlage gebracht. Auf der Deponie oder Abfallbehandlungsanlage
wird der Abfall aus dem Einsammelfahrzeug in Mühlen oder Mischtrommeln umgelagert.
In diesen Vorrichtungen wird der Abfall homogenisiert und das Abfallvolumen reduziert.
Der homogenisierte und zerkleinerte Abfall wird daraufhin aus den Mühlen beziehungsweise
Mischtrommeln auf dafür vorgesehene Fahrzeuge aufgeladen und auf der Deponie verteilt
oder in Anlagen zur biologischen Abfallbehandlung weiterbehandelt.
[0003] Dem oben beschriebenen Verfahren zur Abfallbehandlung liegen die folgenden Probleme
zugrunde. Es wird im Wesentlichen für jeden Verfahrensschritt ein eigenes und spezielles
Fahrzeug oder eine eigene Maschine benötigt. Dies führt folglich zu hohen Anschaffungsund
Betriebskosten und auch zu unnötigen Zeitverlusten durch die vielen Umladeschritte.
Außerdem muss, dadurch, dass der Abfall beim Einsammeln nicht behandelt wird, das
Abfallsammelfahrzeug unnötig oft zwischen der Deponie bzw. der Abfallbehandlungsanlage
und den Einsammelorten hin und her fahren. Dies führt durch eine uneffiziente Ausnutzung
der Fahrzeuge zu einer erhöhten Umweltbelastung und entsprechend auch zu einer Erhöhung
der Kosten.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung zu entwickeln,
um ein Einsammeln, Homogenisieren und Zerkleinern von Abfall mit einem im Vergleich
zur heutigen Abfallbehandlungsverfahren verringertem Fahrzeug- und Maschinenpark zu
ermöglichen, wodurch eine zeitlich effizientere Abfallbehandlung erreicht wird und
entsprechend auch die Kosten der Abfallversorgung verringert werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Einsammeln, das Homogenisieren
und das Zerkleinern in einem einzigen mobilen und drehbaren Raum stattfindet.
[0006] Dies ermöglicht es die oben erwähnten Verfahrensschritte zur Abfallbehandlung, vom
Einsammeln bis zum Entladen des Mülls an einer dafür vorgesehenen Stelle in einer
Deponie bzw. Abfallbehandlungsanlage, mit Hilfe eines einzigen Fahrzeuges durchzuführen
und gleichzeitig die Abfallbehandlungsdauer zu reduzieren. Ein solches Fahrzeug wird
somit besser ausgenutzt, wodurch es zur erwünschten Effizienzsteigerung und einer
Erniedrigung der Kosten der Abfallbehandlung kommt.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann vorteilhafterweise das Einsammeln, Homogenisieren
und Zerkleinern des Abfalls ungefähr zeitgleich stattfinden. Dadurch wird der Abfall
schon während dem Einsammeln mechanisch behandelt, wodurch es zu einer Volumenreduzierung
des Abfalls kommt. Dadurch kann, im Vergleich zu bekannten Einsammelverfahren in Kombination
mit Behandlungsverfahren, wesentlich mehr Abfall pro Zeit eingesammelt und behandelt
werden. Dies ist sowohl umweltfreundlicher, da weniger Fahrten zur Deponie benötigt
werden, als auch kostengünstiger im Vergleich zu heutigen Verfahren.
[0008] Günstigerweise kann zur Vorbereitung des Verrottungsprozesses dem Raum schon während
dem Einsammeln, Homogenisieren oder Zerkleinern eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser,
zugeführt werden. Somit braucht auch dieser Verfahrensschritt nicht mehr auf der Deponie
bzw. der Behandlungsanlage stattfinden. Hierdurch kommt es wiederum zu einem Zeitgewinn
und somit zu einer kostengünstigeren Behandlung des Abfalls.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es weiterhin vorteilhaft sein, das Homogenisieren,
das Zerkleinern und die Bewässerung stattfinden dass während sich der Raum fortbewegt.
Falls nötig können jedoch diese Verfahrensschritte auch stattfinden, wenn der Raum
ortsfest ist, beispielsweise wenn an einem festen Ort eine große Menge Abfall verarbeitet
werden muss. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Verfahrensdauer aus.
[0010] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird erfindungsgemäß auch durch eine Vorrichtung
gelöst, die durch eine drehbar gelagerte Trommel, die auf einem mobilen Fahrgestell
gelagert ist, das insbesondere sowohl für den normalen Straßenverkehrt als auch für
das Befahren von unwegsamem Gelände, wie Abfalldeponien geeignet ist, durch eine Fördervorrichtung
im Inneren der Trommel, auf der Trommelinnenwand, durch eine sich nichtdrehende Einfüllvorrichtung
und durch auf der Trommelinnenwand und auf der Fördervorrichtung vorhandenen Aufreiß-
und/oder Aufschneidvorrichtungen gekennzeichnet ist. Dank der Aufreiß- und/oder Aufschneidvorrichtungen
können die üblicherweise in Hausmüll vorhandenen Plastiksäcke aufgeschnitten bzw.
aufgerissen werden. Durch die Fördervorrichtung und die sich drehende Trommel wird
der Müll dann durchgemischt und zerkleinert. Dank des mobilen Fahrgestells lässt sich
diese Vorrichtung während des gesamten Verfahrensablaufes zur Abfallbehandlung benutzen.
[0011] In einer erfindungsgemäßen Ausführung können die Aufreiß- oder Aufschneidvorrichtungen
Zähne unterschiedlicher Größe und Form besitzen, wobei insbesondere hakenförmige oder
messerartige Schneideflächen geeignet sind. Durch die Vielzahl an verschiedenen Aufreißoder
Aufschneidvorrichtungen wird eine bessere Homogenisierung und Zerkleinerung ermöglicht.
[0012] In einer Variante der Erfindung kann sich auf dem vom Abfall zurücklegbaren Weg vor,
am oder kurz nach dem Eintritt in die Trommel mindestens eine Aufreiß- und/oder Aufschneidvorrichtung
befinden. Dadurch wird der Abfall, insbesondere dabei Müllsäcke, zerkleinert bzw.
aufgerissen bevor er mit dem schon in der Trommel vorhandenen Müll in Kontakt kommt.
Da sich diese Aufreiß- oder Aufschneidvorrichtung an einem Ort befindet, an dem sich
jedes Abfallvolumen, insbesondere jeder Müllsack, vorbeibewegt, erhöht dies die Effizienz
der Homogenisierung und des Zerkleinems.
[0013] Diesbezüglich ist es in besonderer Weise vorteilhaft, wenn sich die Aufreiß- und/oder
Aufschneidvorrichtungen vor, am oder kurz nach Eintritt in die Trommel sich im Wesentlichen
quer zur Bewegungsrichtung des Abfalls befinden.
[0014] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform kann die Trommelwand eine Wanddicke
von mindestens 8 mm, insbesondere mindestens 12 mm haben. Bei handelsüblichen Abfalleinsammelfahrzeugen
werden die Trommeln üblicherweise nicht im Dauerbetrieb gedreht. Dadurch sind auch
die mechanischen Belastungen für die Trommel relativ gering. Da, um ein gutes Homogenisierungs-
und Zerkleinerungsergebnis zu erlangen, sich die Trommel in der vorliegenden Erfindung
aber mindestens zirka 45 Minuten drehen muss ist es vorteilhaft die Trommelwände so
dick zu gestalten, dass sie den erhöhten mechanischen Belastungen widerstehen kann.
[0015] Besonders vorteilhaft kann es sein, die Vorrichtung mit einer Flüssigkeitsversorgungsanlage
zu versehen, um der Trommel Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zugeben zu können. Dadurch
wird die biologische Aktivität des Abfalls erhöht. Dies wirkt sich vorteilhaft auf
die Verrottungsdauer während der biologischen Behandlung aus und führt somit zu einer
Verringerung des Platzbedarfs auf der Deponie.
[0016] Zweckmäßigerweise kann die Flüssigkeitsversorgungsanlage Flüssigkeitsaustrittsöffnungen
im Wesentlichen gleichmäßig über die Trommellänge verteilt aufweisen. Dies erlaubt
ein gleichmäßiges und das Abfallvolumen durchdringendes Bewässem.
[0017] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführung kann auf dem die Trommel tragenden
Fahrgestell auch ein Flüssigkeitstank vorhanden sein, der der Versorgung der Trommeln
mit Flüssigkeit dient. Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass die Flüssigkeitsversorgung
während der Fortbewegung der Vorrichtung erfolgen kann.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann ein Einfülltrichter zum Beladen
größerer Abfallmengen als Einfüllvorrichtung dienen. Bevorzugt kann dabei der Einfülltrichter
nach oben geöffnet sein und eine Trichterbreite haben, die mindestens der Breite handelsüblicher
Ladeschaufeln, insbesondere Ladeschaufeln mit Volumen von bis zu ungefähr einem Kubikmeter,
insbesondere bis zu einem halben Kubikmeter, entspricht. Falls benötigt kann mit Hilfe
eines solchen Einfülltrichters die Trommel schnell und einfach mit handelsüblichen
Baufahrzeugen mit entsprechenden Ladeschaufeln beladen werden. Dies ist besonders
vorteilhaft, wenn große Mengen an Abfall verarbeitet werden müssen.
[0019] Vorzugsweise können dabei die den Abfall empfangenden Teile des Einfülltrichters
teilweise oder ganz mit reibungsminderndem Material, insbesondere Kunststoffplatten,
bedeckt sein. Durch die verminderte Reibung kann dadurch ein Verstopfen der Einfüllvorrichtung
verhindert werden.
[0020] In einer weiteren günstigen Ausgestaltung der Erfindung kann die Trommel ein Volumen
bis zu ungefähr 50 Kubikmeter, insbesondere bis zu ungefähr 40 Kubikmeter besitzen.
Für solche Volumen hat es sich gezeigt, dass das erfindungsgemäße Verfahren erfolgreich
und wirtschaftlich durchgeführt werden kann.
[0021] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Trommel aufrichtbar,
und dies bevorzugt in einem Winkelbereich von ungefähr 0 bis 90 Grad, insbesondere
ungefähr 0 bis 45 Grad. Durch eine solche Ausrichtungsvorrichtung lässt sich die Trommel
relativ einfach beladen.
[0022] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform, kann eine Kühlungsvorrichtung einer
Trommelantriebsvorrichtung, insbesondere hydraulische Antriebseinrichtungen, einen
Standbetrieb der Vorrichtung erlauben. Je nach Auslastung des Fahrzeugs kann es durchaus
vorkommen, dass der Einsammelverfahrensschritt beendet ist und das Homogenisieren
und Zerkleinern noch weiter geführt werden muss. Um nicht unnötigerweise das Fahrzeug
in Bewegung zu halten um dem Trommelantrieb genügend Kühlung zu ermöglichen, muss
die Kühlungsvorrichtung so dimensioniert sein, dass sie einen Standbetrieb zulässt.
Dadurch vereinfacht sich das Verfahren. Außerdem kann dadurch die erfindungsgemäße
Vorrichtung auch für einen Einsatz in heißen Ländern vorgesehen werden.
[0023] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
nachstehend erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- einen teilweise auseinandergezogenen Perspektivschnitt der drehbaren Trommel,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Rückseite der Vorrichtung, ohne die Einfüllvorrichtung
bzw. den Einfülltrichter, und
- Fig. 4
- eine schematische perspektivische Ansicht des Einfülltrichters.
[0024] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Einsammeln, Homogenisieren
und Zerkleinern von Abfall, insbesondere von Haus-, Sperr- und/oder Gewerbeabfall
und/oder Klärschlamm oder ähnlichen Materialien. Auf einem mobilen Fahrgestell 2 befindet
sich eine drehbare Trommel 3. An der Rückseite der Trommel 3 befindet sich eine Einfüllvorrichtung
4, die in diesem Ausführungsbeispiel als ein Einfülltrichter 5 ausgebildet ist, jedoch
können auch andere Einfüllvorrichtungen 4, wie z.B. die handelsüblichen Mülltonneneinfüllvorrichtungen
angebracht sein. Mit 32 wird die Vorderseite und mit 33 die Rückseite der Trommel
bezeichnet.
[0025] Weiterhin ist eine Flüssigkeitsversorgungsanlage 6 mit einem Flüssigkeitstank 7 dargestellt.
Die Flüssigkeitsversorgungsanlage 6 versorgt die Trommel 3 mit einer Flüssigkeit,
die mit Hilfe einer hier nicht näher gezeigten Pumpvorrichtung durch den Schlauch
23 in das Innere der Trommel 3 gepumpt werden kann. In der gezeigten Ausführungsform
ist das mobile Fahrgestell 2 fest mit einer zugehörigen Zugmaschine 9 verbunden. Jedoch
ist es durchaus möglich das mobile Fahrgestell 2 und die Zugmaschine 9 getrennt auszugestalten
und durch übliche Kupplungsvorrichtungen miteinander zu verbinden. Schemenhaft angedeutet
wird auch eine Kühlung 8, die so dimensioniert ist, dass ein Drehen der Trommel 3
auch im Standbetrieb, d.h. wenn das Fahrzeug nicht fährt, betrieben werden kann. Weiterhin
ist die Zugmaschine 9 und das mobile Fahrgestell 2 so ausgelegt, dass die Vorrichtung
im normalen Straßenverkehr als auch unter den erschwerten Bedingungen auf einer Deponie
benutzt werden kann. Auf eine detaillierte Darstellung des Drehmechanismus der Trommel
3 wurde in der Zeichnung verzichtet, da es sich hierbei um übliche Methoden für eine
solche Verwendung handelt.
[0026] Fig. 2 stellt einen auseinandergezogenen perspektivischen Teilausschnitt der Trommel
3 dar. Im unteren Teil der Fig. 2 lässt sich im Inneren der Trommel 3 die Fördervorrichtungen
10, die in diesem Ausführungsbeispiel schneckenförmig ausgebildet sind, erkennen.
Auf der Innenseite der Trommelwand 18 sind Aufreiß- bzw. Aufschneidvorrichtungen 11
angebracht. Ähnliche Aufreiß- bzw. Aufschneidvorrichtungen 12 befinden sich auch auf
der Fördervorrichtung 10. Die Vielzahl an Aufreiß- und Aufschneidvorrichtungen 11,
12, sind im Ausführungsbeispiel im Wesentlichen unregelmäßig angeordnet, dies stellt
jedoch keine Einschränkung dar, da auch eine regelmäßige Anordnung denkbar ist. Die
Aufreiß- bzw. Aufschneidvorrichtungen 11, 12 können sowohl als hakenförmige Zähne
13 als auch als messerartige Zähne 14 ausgebildet sein. Weiterhin sind auch große
15 und kleine Zähne 16 dargestellt.
[0027] Im oberen Teilausschnitt der Trommel 3 ist ein Schlauch mit Flüssigkeitsaustrittsöffnungen
17 zu erkennen, der so angeordnet ist, dass er sich nicht mit der Trommel 3 mitdreht.
Die Trommelwand 18 ist im Ausführungsbeispiel so stark ausgebildet, dass sie den mechanischen
Belastungen eines Dauerbetriebs widerstehen kann. Es hat sich gezeigt, dass Wanddicken
von mindestens 8 mm, insbesondere 12 mm besonders geeignet sind. Im hier dargestellten
Ausführungsbeispiel besitzt die Trommel ein Volumen von bis zu ungefähr 50 Kubikmetern,
insbesondere bis zu ungefähr 40 Kubikmetern.
[0028] Fig. 3 stellt die Rückseite 19 der Vorrichtung 1 zum Einsammeln, Homogenisieren und
Zerkleinem von Abfall dar. Die Einfüllvorrichtung 4 ist in dieser Darstellung nicht
vorhanden. Zwischen einem Joch 20 und der Wand der Trommel 3 ist eine Eingangsöffnung
22 zu erkennen. Dank der Fördervorrichtung 10 wird Abfall, wie beispielsweise Müllsäcke,
die auf den außenliegenden Teil der Trommel 3 fallen bzw. rutschen, durch die Drehbewegung
der Trommel 3 in das Innere 30 der Vorrichtung 1 befördert. Auf seinem Weg ins Innere
30 der Vorrichtung 1 bewegt sich dabei der Abfall an der Aufreiß- bzw. Aufschneidvorrichtung
21 in der Nähe Eingangsöffnung 22 vorbei.
[0029] An der Oberseite des Jochs 20 befindet sich eine Öffnung 24 durch die der Flüssigkeitsschlauch
23 in das Innere 30 der Trommel 3 eintreten kann. Die Einfüllvorrichtung 4 bzw. Einfülltrichter
5, können an den Anschlusspunkten 25 befestigt werden. Nicht weiter gezeigt wird,
dass das Joch 20 so an der Rückseite 19 befestigt wird, dass es bevorzugt nach oben
weggeklappt werden kann und somit den Zugang zum Inneren der Vorrichtung 30 ermöglicht.
[0030] Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Einfülltrichters 5. Der Einfülltrichter
5 kann mit Hilfe der Anschlusspunkte 28 mit den entsprechenden Vorrichtungen 25 an
der Rückseite 19 der Vorrichtung 1 befestigt werden. Der Einfülltrichter 5 ist bevorzugt
nach oben offen. Längs der schrägen Ebene 31 bewegt sich der Abfall in Richtung der
Mülldurchtrittsöffnung 27. Die schräge Ebene kann bevorzugt mit reibungsmindemdem
Material, wie beispielsweise einer Kunststoffplatte 27 bedeckt sein.
[0031] Im Folgenden wird die Verwendung des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Die mobile Vorrichtung 1 wird zum Einsammeln, Homogenisieren und
Zerkleinern von Gesamtabfall, insbesondere von Haus-, Sperr- und/oder Gewebeabfall
und/oder Klärschlamm oder ähnlichen Materialien eingesetzt. Der Abfall, wie z.B. Müllsäcke
mit Haushaltsmüll, gelangen über die Einfüllvorrichtung 4, wie beispielsweise dem
beschriebenen Einfülltrichter 5, in das Innere 30 der Vorrichtung. Es ist dabei unerheblich
ob sich der Müll in Müllcontainern oder Mülltonnen befindet oder einfach direkt in
die Einfüllvorrichtung gegeben wird. Wird der Einfülltrichter 5 benutzt, dann rutschen
die Abfälle über die schiefe Ebene 31 nach unten in Richtung der Mülldurchtrittsöffnung
27. Der Abfall rutscht dann weiter auf die Innenseite der Trommel 3. Diese Trommel
3 dreht sich und somit wird der sich auf ihr befindliche Abfall in Richtung des Eingangs
der Trommel 22 befördert. Mit Hilfe der am Eingang der Trommel 22 angebrachten Aufreiß-
bzw. Aufschneidvorrichtungen 21 können die im Abfall vorhandenen Müllsäcke, zumindest
teilweise, aufgeschlitzt werden.
[0032] Dank der Rotationsbewegung der Trommel 3 und den Fördervorrichtungen 10 wird der
an der Rückseite 33 der Trommel 3 eintretende Abfall nach vorne transportiert und
gleichzeitig mit dem bereits in der Trommel 3 vorhandenen Abfall vermischt. Die auf
der Trommelwand 18 und der Fördervorrichtung 10 vorhandenen Aufreiß- und Aufschneidvorrichtungen
11 bis 16 dienen dabei dazu, die Abfallstoffe weiter zu verkleinern bzw. aufzufasern
und ermöglichen so den Homogenisierungs- und Zerkleinerungseffekt. Abfall der durch
die Rotationsbewegung an der Vorderseite der Trommel 32 ankommt, wird dort nach oben
angehoben und läuft dann zurück in Richtung Rückseite 33 der Trommel. Auf dem Rückweg
wird der Abfall mit neu eingetretenem Abfall vermischt.
[0033] Da der Abfall schon beim Einsammeln kompaktiert wird, kann die Trommel 3 mit einer
größeren Menge Abfall beladen werden als dies in handelsüblichen Müllsammelfahrzeugen
üblich ist. Zeitgleich zum Homogenisieren und Zerkleinem kann auch, dank der Flüssigkeitsversorgungsanlage
6, der sich in der Trommel 3 befindliche Abfall mit Flüssigkeit, insbesondere Wasser,
bespritzt werden. Eine ausreichende Bewässerung ist insofern für das Müllbehandlungsverfahren
wichtig, da die biologische Verrottung gefördert wird.
[0034] Sobald die Trommel gefüllt ist, fährt die Vorrichtung 1 zu einer Deponie bzw. Abfallbehandlungsanlage.
Auf dem Weg kann die Trommelrotation natürlich fortgesetzt werden, wobei der Abfall
weiter homogenisiert und kompaktiert wird. Da das Fahrgestell 2 und die Zugmaschine
9 geeignet sind um auf dem unwegsamen Gelände einer Deponie zu fahren, kann der vorbehandelte
Abfall durch die Vorrichtung 1 selbst an den für den Abfall vorgesehenen Platz der
Deponie gebracht werden ohne, dass ein weiteres Fahrzeug benutzt werden muss. Zur
Entleerung der Trommel 3 am vorgesehenen Platz wird die Rückseite 33 der Trommel geöffnet,
wozu das Joch 20 aufgeklappt wird. In einer hier nicht gezeigten weiteren Fortbildung
des Ausführungsbeispiels kann die Trommel so aufgerichtet werden, dass der Abfall
durch Gravitation aus der Trommel rutscht bzw. fällt. Nach dem Entleeren der Trommel
3 wird die Vorrichtung 1 wieder zum Einsammeln benutzt.
[0035] Das Ausführungsbeispiel mit Einfülltrichter 5 eignet sich besonders für Fälle in
denen relativ große Mengen auf einmal eingesammelt werden müssen. Die Breite des Trichters
ist dabei der Breite von Schaufeln gängiger Baufahrzeuge angepasst. Dadurch wird ein
einfaches und sicheres Einfüllen ermöglicht.
[0036] Die oben beschriebene Homogenisierung und Kompaktierung des Abfalls findet während
der Fortbewegung der Vorrichtung statt. Es ist aber eventuell wünschenswert, dass
diese Schritte auch dann durchgeführt werden, wenn die Vorrichtung 1 steht. Aus diesem
Grund wurde die Vorrichtung 1 mit einer ausreichenden Kühlung 8 versehen, damit die
Trommel 3 auch im Standbetrieb rotieren kann ohne, dass es zu unnötigen Überlastungen
des nicht näher gezeigten Drehmechanismus kommt. Die beschriebene erfindungsgemäße
Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich für eine Anwendung sowohl
kleiner als auch großer Abfallmengen und ist dank seiner kostengünstigen Betriebskosten
auch für eine Benutzung in Entwicklungsländem geeignet.
1. Verfahren zum Einsammeln, Homogenisieren und Zerkleinern von Gesamtabfall, insbesondere
von Haus-, Sperr- und/oder Gewerbeabfall und/oder Klärschlamm oder ähnliche Materialien
dadurch gekennzeichnet, dass
das Einsammeln, das Homogenisieren und das Zerkleinern in einem einzigen, mobilen
und drehbaren Raum (3) stattfindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Einsammeln, Homogenisieren und Zerkleinern ungefähr zeitgleich stattfindet.
3. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Vorbereitung des Verrottungsprozess dem Raum (3) während dem Einsammeln, Homogenisieren
und Zerkleinern Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zugeführt wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass
das Verfahren während einer Fortbewegung des Raums (3) oder während der Raum (3) ortsfest
ist durchgeführt wird.
5. Vorrichtung (1) zum Einsammeln, Homogenisieren und Zerkleinern von Abfall, insbesondere
von Haus-, Sperr und/oder Gewerbeabfall und/oder Klärschlamm, oder ähnlichen Materialien
gekennzeichnet durch:
- eine drehbar gelagerte Trommel (3), die auf einem mobilen Fahrgestell (2) gelagert
ist, das insbesondere sowohl für den normalen Straßenverkehr als auch für das Befahren
von unwegsameren Gelände, wie Abfalldeponien, geeignet ist,
- eine Fördervorrichtung (10) auf der Trommelinnenwand (29) im Inneren der Trommel
(3),
- eine sich nicht drehende Einfüllvorrichtung (4), und
- auf der Trommelinnenwand (29) und auf der Fördervorrichtung (10) vorhandene Aufreiß-
und/oder Aufschneidvorrichtungen (11-16).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufreiß- oder Aufschneidvorrichtungen (11,12) Zähne unterschiedlicher Größe (15,16)
und Form (13,14), insbesondere hakenförmige oder messerartige Schneideflächen, besitzen.
7. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 5-6, dadurch gekennzeichnet, dass
sich auf dem vom Abfall zurücklegbaren Weg, vor, am oder kurz nach Eintritt (22) in
die Trommel (3), eine oder mehrere Aufreiß- oder Aufschneidvorrichtungen (21) befinden.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufreiß- oder Aufschneidvorrichtungen (21) vor, am oder kurz nach Eintritt (22)
in die Trommel (3), sich im wesentlichen quer zur Bewegungsrichtung des Abfalls befinden.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 5-8, dadurch gekennzeichnet dass
die Trommelwand (18) eine Wanddicke von mindestens 8mm, insbesondere mindestens 12mm,
hat.
10. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 5-9, dadurch gekennzeichnet, dass
eine Flüssigkeitsversorgungsanlage (6) vorgesehen ist, die der Trommel (3) Flüssigkeit,
insbesondere Wasser, zuführt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die Flüssigkeitsversorgungsanlage (6) Flüssigkeitsaustrittsöffnungen (17) im wesentlichen
gleichmäßig über die Trommellänge verteilt aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Fahrgestell (2) ein Flüssigkeitstank (7), zur Versorgung der Trommel (3)
mit Flüssigkeit auch während einer Fortbewegung der Vorrichtung ,vorhanden ist.
13. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Einfülltrichter (5) als Einfüllvorrichtung (4) dient, wobei der Einfülltrichter
(5) bevorzugt nach oben geöffnet ist und eine Trichterbreite hat, die mindestens der
Breite handelsüblicher Ladeschaufeln, insbesondere Ladeschaufeln mit Volumen von bis
zu ungefähr 1m3, insbesondere bis zu 0,5m3, entspricht.
14. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass
die den Abfall empfangende Teile des Einfülltrichters (5) teilweise oder ganz mit
reibungsmindemdem Material, insbesondere Kunstoffplatten (27), bedeckt sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5-14, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel (3) ein Volumen bis zu ungefähr 50m3, insbesondere bis zu ungefähr 40m3,
hat.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5-16, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel (3) aufrichtbar ist, und dies bevorzugt in einem Winkelbereich von ungefähr
0-90°, insbesondere ungefähr 0° bis 45°.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5-16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kühlung (8) einer Trommelantriebsvorrichtung einen Standbetrieb der Vorrichtung
erlaubt.