[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anheben von einzelnen flächigen Objekten,
insbesondere von zu belichtenden Druckplatten, von einem Stapel von Objekten, insbesondere
von einem Stapel in dem jeweils zwei unterschiedliche Objekte einander abwechseln,
vorzugsweise jeweils eine Druckplatte und eine zwei aufeinanderfolgende Druckplatten
voneinander trennende Zwischenlage einander abwechseln, vorzugsweise für ein automatisches
Laden eines Druckplattenbelichters, wobei das Anheben eines Objektes jeweils mit wenigstens
zwei zueinander beabstandeten Saugelementen erfolgt und das anzuhebende Objekt wenigstens
in einem Bereich beim Anheben deformiert, insbesondere gebeult, wird oder zumindest
in einer Deformationsrichtung kraftbeaufschlagt wird.
[0002] Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Anheben von einzelnen flächigen
Objekten, insbesondere von zu belichtenden Druckplatten, von einem Stapel von Objekten,
insbesondere von einem Stapel in dem jeweils zwei unterschiedliche Objekte einander
abwechseln, vorzugsweise jeweils eine Druckplatte und eine zwei aufeinanderfolgende
Druckplatten voneinander trennende Zwischenlage einander abwechseln, vorzugsweise
für ein automatisches Laden eines Druckplattenbelichters, wobei zum Anheben eines
Objektes wenigstens zwei zueinander beabstandete Saugelemente vorgesehen sind und
geeignete Mittel vorgesehen sind, das anzuhebende Objekt wenigstens in einem Bereich
beim Anheben zu deformieren, insbesondere zu beulen, oder zumindest in einer Deformationsrichtung
mit Kraft zu beaufschlagen, vorzugsweise zur Durchführung des vorgenannten Verfahrens.
[0003] Ein Verfahren und eine Vorrichtung der genannten Gattung sind aus der DE-A-101 04
078 bekannt.
[0004] Beim automatischen Vereinzeln von flächigen Objekten, insbesondere von Druckplatten
von einem Stapel, zum Beispiel im Bereich eines Kassettenladers für einen Druckplattenbelichter,
bei dem die flächigen Objekte jeweils einzeln mit Saugelementen angehoben werden,
kann das Problem auftreten, daß zwei Objekte aneinander haften und gemeinsam angehoben
werden, was dann, da doch kein einzelnes Objekt vorliegt, zu einer Störung in einer
nachfolgenden Einrichtung führen kann. Im Falle der Druckplatten, die normalerweise
mit trennenden Zwischenlagen, zum Beispiel aus Papierbögen, derart gestapelt sind,
daß im Stapel auf eine Druckplatte eine Zwischenlage folgt und auf eine Zwischenlage
eine Druckplatte, kann es passieren, daß unter einer Zwischenlage noch eine Druckplatte
hängt oder unter einer Druckplatte eine Zwischenlage hängt oder unter einer Druckplatte
eine zweite Druckplatte hängt, weil eine Zwischenlage fehlt.
[0005] Um derartige Fehler zu vermeiden, reicht normalerweise ein Anheben des obersten flächigen
Objektes von dem Stapel nicht aus, sondern es muß vorsorglich auch die Unterseite
kontrolliert werden und gegebenenfalls ein dort anhaftendes zweites Objekt in irgendeiner
geeigneten Weise "abgeschält" werden. Dazu sei noch einmal betont, daß die betrachteten
flächigen Objekte nicht unbedingt gleichartig sein müssen, sondern zum Beispiel das
erste Objekte eine Zwischenlage und das zweite Objekt eine Druckplatte sein könnte.
[0006] In der zitierten DE-A- 101 04 078 wird vorgeschlagen, die anzuhebende Druckplatte
durch eine versetzte Anordnung der Saugelemente, bei der einige Saugelemente etwas
weniger weit in Richtung auf die Druckplatte vorragen als andere, die Druckplatte
etwas einzubeulen und in den dadurch entstehenden Zwischenraum unterhalb der Druckplatte
Luft einzublasen, um dadurch ein Ablösen der Druckplatte vom Stapel zu forcieren.
[0007] Diese Vorgehensweise ist aber insbesondere für den Fall, daß eine Zwischenlage angehoben
werden soll und an deren Unterseite noch eine Druckplatte anhaftet, nicht sehr geeignet
und aufwendig. Man war davon ausgegangen, daß es eher unwahrscheinlich ist, daß an
einer Zwischenlage eine Druckplatte unterseitig anhaftet, weil diese durch ihr größeres
Eigengewicht dazu neigen wird, selbständig wieder abzufallen und auf den Stapel zurückzufallen.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß der Fall einer Anhaftung einer Druckplatte an der
Unterseite einer Zwischenlage durchaus vorkommt. Einerseits, weil die Haftungskräfte
erheblicher sein können, als die auf die Druckplatte wirkende Gewichtskraft, andererseits
aber auch, weil die Zwischenlage und die Druckplatten oftmals an ihren Randkanten
nicht genau bündig abschließen, sondern die unter der Zwischenlage liegende Druckplatte
jene randseitig überragt, so daß ein freier Randbereich der Druckplatte frei liegt.
Da aber auch die Saugelemente möglichst weit randseitig angeordnet sind, um durch
ihre Aktivität möglichst nicht den später zu bebildernden Mittenbereich der Druckplatte
zu beeinträchtigen oder zu beschädigen, kann es vorkommen, daß die Saugelemente selbst
gleichzeitig die Zwischenlage und die darunter befindliche Druckplatte erfassen und
anheben. Dies kompensiert dann das Eigengewicht der Druckplatte zusätzlich und auch
mit Luft ist dann eine Abschälen der Druckplatte kaum effektiv möglich.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Gattung dahingehend weiterzubilden, daß eine Einwirkung allein
von der Oberseite des anzuhebenden Objektes bereits ein Anhaften eines Objektes an
der Unterseite des anzuhebenden Objektes erschwert.
[0009] Diese Aufgabe wird in Verfahrenshinsicht erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur
Deformation des Objektes wenigstens ein Stößel zwischen den wenigstens zwei Saugelementen
verwendet wird.
[0010] Eine Deformation des anzuhebenden Objektes erfolgt erfindungsgemäß also nicht wie
bei dem zitierten Stand der Technik durch die Anordnung der Saugelemente, sondern
durch wenigstens einen zusätzlichen, zwischen Saugelementen in Richtung auf das anzuhebende
Objekt wirkenden Stößel. Vorzugsweise können mehrere Saugelemente und mehrere Stößel
einander in einer Reihe jeweils auf Lücke abwechseln, so daß das anzuhebende Objekt
wellig deformiert wird.
[0011] Dies wirkt sich insbesondere günstig für den Fall aus, daß eine Zwischenlage angehoben
werden soll und an dieser noch eine Druckplatte haftet. Die relativ dünne Zwischenlage
wird nämlich erfindungsgemäß deformiert, während die relativ steifere Druckplatte
nicht oder nur weniger deformiert wird, so daß die Haftungskräfte unterbrochen werden
und die Druckplatte doch noch aufgrund ihres Eigengewichtes abfällt. Im umgekehrten
Fall, daß an einer Druckplatte eine Zwischenlage haftet, reichen entweder die Kraftbeaufschlagungen
auf die Druckplatte dennoch aus, um die Anhaftung der Zwischenlage zu stören, oder
es könnte für diesen Fall zusätzlich ein aktives Abschälen, zum Beispiel durch Luft,
vorgesehen und effektiv sein. Haftet Druckplatte an Druckplatte, dürfte die Störung
durch die Deformationskraftbeaufschlagung ausreichend sein, da sich zwar die obere
Druckplatte aufgrund ihrer Steifigkeit eventuell nicht sichtbar deformiert, aber dennoch
auf jeden Fall die obere Druckplatte größeren Spannungen ausgesetzt wird als die untere,
so daß auch diese kleineren Störungsunterschiede ausreichen, um die Anhaftung zu beenden.
[0012] Eine nächste Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß das anzuhebende
Objekt vor seiner Anhebung in oder etwa in horizontaler Ebene gegen einen Anschlag
verschoben wird.
[0013] Dadurch wird mit Vorteil zunächst dafür gesorgt, daß das anzuhebende Objekt das darunter
befindliche Objekt vollständig randseitig überdeckt, um ein vollständiges Erfassen
des anzuhebenden Objektes und nur dieses Objektes durch die Saugelemente sicherzustellen.
Auch wird hierdurch vielleicht schon die Anhaftung des unteren Objektes gebrochen.
[0014] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, daß das anzuhebende Objekt mittels
des Stößels selbst verschoben wird.
[0015] Die weiter oben gestellte Aufgabe wird in Vorrichtungshinsicht selbständig dadurch
gelöst, daß als geeignetes Mittel zur Deformation des Objektes wenigstens ein Stößel
zwischen den wenigstens zwei Saugelementen angeordnet ist. Die sich daraus ergebenden
Vorteile und Gesichtspunkte sind bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren geschildert worden. Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben
sich aus den Ansprüchen 5 bis 9.
[0016] Insbesondere sieht eine dieser Weiterbildungen mit besonderem Vorteil vor, daß der
Stößel als Schiebeorgan den Saugelementen in Richtung auf das anzuhebende Objekt und
in Richtung auf den Anschlag voreilend ausgebildet und angeordnet ist.
[0017] Dabei kann das Schiebeorgan federnd in Richtung auf das anzuhebende Objekt belastet
oder belastbar sein, zum Beispiel durch eine Federung oder durch Eigenelastizität
seines Materials. Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, daß das Schiebeorgan
einen Anstellwinkel in Richtung auf den Anschlag aufweist.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung, aus dem sich weitere erfinderische
Merkmale ergeben können, auf das die Erfindung in ihrem Umfange aber nicht beschränkt
ist, ist in der Zeichnung dargestellt.
[0019] Die Zeichnung umfaßt nur eine einzige Abb. 1, die aber in Teilfiguren 1a bis 1f unterteilt
ist.
[0020] Die Teilfiguren 1a bis 1e zeigen zeitlich aufeinanderfolgende Arbeitsphasen einer
Seitenansicht eines dargestellten Teilbereiches einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
beim Anheben eines flächigen Objektes und illustrieren dadurch gleichzeitig ein Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0021] Die Teilfigur 1f zeigt den dargestellten Teilbereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung
aus den vorhergehenden Teilfiguren in einer Schnitt-Stirnansicht als "Ansicht A" in
Richtung des in Teilfigur 1e gezeigten Pfeiles A.
[0022] Abbildung 1a zeigt zunächst einen Stapel von flächigen Objekten, bestehend aus längeren
Druckplatten und kürzeren Zwischenlagen, die einander in dem Stapel jeweils abwechseln,
in einer Seitenansicht. Der Stapel befindet sich in einer Art Ablage oder Kassette,
die zumindest einen Boden und eine aufragende Stirnwand aufweist, die gleichzeitig
als randseitiger Anschlag dienen kann.
[0023] In der Abbildung 1 b senken sich ein Saugelement und ein Schiebe- und Stößelelement
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, die im übrigen nicht näher dargestellt ist, in
Richtung auf den Stapel ab, um die oberste Zwischenlage abzuheben. Wie aus der Abbildung
1f erkennbar ist, sind mehrere Saugelemente in einer Reihe als eine Saugleiste ausgebildet
und angeordnet und zwischen zwei einander benachbarten Saugelementen befindet sich
jeweils auf Lücke ein Schiebe - und Stößelelement. Wie in der Seitenansicht der Abbildungen
1 b und 1 c erkennbar, ist das Schiebe- und Stößelelement zum Beispiel ähnlich wie
ein kurzes Scheibenwischerblatt flexibel und mit einem Anstellwinkel zum Stapel ausgebildet
und ausgerichtet.
[0024] In der Abbildung 1 b eilt das Schiebe- und Stößelelement, im weiteren kurz "Schieber"
genannt, dem Saugelement nach unten voraus und erreicht als erster einen Kontakt mit
der anzuhebenden Zwischenlage.
[0025] In Abbildung 1 c schiebt der Schieber zunächst die anzuhebende Zwischenlage an die
Stirnwand der Ablage, so daß an dieser Randseite die Zwischenlage die darunter befindliche
Druckplatte bündig überdeckt. Erst danach kontaktiert auch das Saugelement in Abbildung
1d die Zwischenlage, um diese anzuheben. Die Anhebung ist schließlich in Abbildung
1e gezeigt, wobei die angehobene Zwischenlage zusätzlich weiterhin der Druckbeaufschlagung
durch den Schieber bzw. die Schieber unterliegt. Dies führt, wie in Abbildung 1f gezeigt,
zu einer welligen Deformation der angehobenen Zwischenlage, die ein Anhaften der darunter
im Stapel befindlichen Druckplatte wirkungsvoll verhindert.
1. Verfahren zum Anheben von einzelnen flächigen Objekten, insbesondere von zu belichtenden
Druckplatten, von einem Stapel von Objekten, insbesondere von einem Stapel in dem
jeweils zwei unterschiedliche Objekte einander abwechseln, vorzugsweise jeweils eine
Druckplatte und eine zwei aufeinanderfolgende Druckplatten voneinander trennende Zwischenlage
einander abwechseln, vorzugsweise für ein automatisches Laden eines Druckplattenbelichters,
wobei das Anheben eines Objektes jeweils mit wenigstens zwei zueinander beabstandeten
Saugelementen erfolgt und das anzuhebende Objekt wenigstens in einem Bereich beim
Anheben deformiert, insbesondere gebeult, wird oder zumindest in einer Deformationsrichtung
kraftbeaufschlagt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Deformation des Objektes wenigstens ein Stößel zwischen den wenigstens zwei Saugelementen
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das anzuhebende Objekt vor seiner Anhebung in oder etwa in horizontaler Ebene gegen
einen Anschlag verschoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das anzuhebende Objekt mittels des Stößels verschoben wird.
4. Vorrichtung zum Anheben von einzelnen flächigen Objekten, insbesondere von zu belichtenden
Druckplatten, von einem Stapel von Objekten, insbesondere von einem Stapel in dem
jeweils zwei unterschiedliche Objekte einander abwechseln, vorzugsweise jeweils eine
Druckplatte und eine zwei aufeinanderfolgende Druckplatten voneinander trennende Zwischenlage
einander abwechseln, vorzugsweise für ein automatisches Laden eines Druckplattenbelichters,
wobei zum Anheben eines Objektes wenigstens zwei zueinander beabstandete Saugelemente
vorgesehen sind und geeignete Mittel vorgesehen sind, das anzuhebende Objekt wenigstens
in einem Bereich beim Anheben zu deformieren, insbesondere zu beulen, oder zumindest
in einer Deformationsrichtung mit Kraft zu beaufschlagen, vorzugsweise zur Durchführung
des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als geeignete Mittel zur Deformation des Objektes wenigstens ein Stößel zwischen
den wenigstens zwei Saugelementen angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch ein das anzuhebende Objekt vor seiner Anhebung in oder etwa in horizontaler Ebene
gegen einen Anschlag verschiebendes Schiebeorgan.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel als Schiebeorgan vorgesehen und ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel als Schiebeorgan den Saugelementen in Richtung auf das anzuhebende Objekt
und in Richtung auf den Anschlag voreilend ausgebildet und angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Schiebeorgan federnd in Richtung auf das anzuhebende Objekt belastet oder belastbar
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Schiebeorgan einen Anstellwinkel in Richtung auf den Anschlag aufweist.