[0001] Vorrichtungen zum Ausrichten von Bogen quer zur Bogenlaufrichtung
[0002] Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zum Ausrichten von Bogen quer zur Bogenlaufrichtung
gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 oder 2.
[0003] Ziehmarken sind in verschiedenen Bauformen bekannt, die überwiegend mit Haftreibung
jeden Bogen gegen einen festen Anschlag - die eigentliche Seitenmarke - ziehen. Dort
angekommen, kann der Bogen sofort liegen bleiben, weil der zart angestellte Ziehmechanismus
zwar am Bogen weiterzieht, die Haftreibung jedoch sofort auf Gleitreibung umspringt.
[0004] Es gibt angetriebene Ziehschienen, Ziehrollen oder Ziehsegmente im Bogen-Anlegetisch.
Ist der Bogen in den Vordermarken angekommen, wird er von oben zuerst mit einer fein
einstellbaren federbelasteten und taktmäßig auf- und abbewegten Rolle auf dem angetriebenen
Teil der Ziehvorrichtung unter dem Bogen gedrückt. Der Ziehweg der Ziehmarke ist stets
etwas größer als die Streubreite der einlaufenden Bogenschuppen plus einem Minimal-Ziehweg
von einigen Millimetern bis zum fixen Seitenmarken-Anschlag. Letzterer ist je nach
Bogenformat und gewünschter Seitenlage der einlaufenden Bogen in die Druckmaschine
einstellbar am Anlegetisch oder am Kammblech befestigt.
[0005] Diese bekannten Ziehmarken haben den Nachteil, dass sie beim Ziehen den Bogen von
oben und unten einklemmen. Deshalb muß nach beendetem Ziehvorgang die Ziehmarke so
lange offen bleiben, bis jedes Bogenende die Ziehmarkenlinie passiert, d. h. freigegeben,
hat. Erst dann kann der nachfolgende Bogen, der schon in den Vordermarken liegt, von
der Ziehmarke gezogen werden. Und der jeweils dritte Bogen von dem einlaufenden Schuppenstrom
muß noch soweit entfernt von Vordermarken und Ziehmarkenlinie sein, dass er die am
zweiten Bogen arbeitende, d. h. geschlossene, Klemmziehmarke noch gar nicht erreicht
hat.
[0006] Für schnell laufende Bogen-Druckmaschinen ist es üblich, die Platten- und Gummizylinder
möglichst klein zu halten. Dann sind Papierlaufgeschwindigkeiten, aber auch Herstellkosten
kleiner. Die Bogenlänge kann häufig
3/
4 bis
5/
6 des Plattenzylinderumfangs betragen, d. h. die Zylindergruben sind kurz und die Bogen
folgen sehr eng aufeinander. Klemmziehmarken funktionieren nicht mehr, weil die langen
Bogen die Ziehmarkenlinie zu spät für das Ziehen des nachfolgenden Bogens freigeben.
In diesen Fällen finden Saugziehmarken Verwendung, bei denen die Andrückrolle von
oben fehlt.
[0007] Im Anlegetisch befindet sich eine angetriebene Saugziehleiste, die mit einer ausreichenden
Anzahl kleiner Saugluftlöcher jeden Bogen ansaugt und quer zur Bogenlaufrichtung gegen
eine feste Seitenmarke zieht. Dabei wird für jede Papierstärke bis hin zum Karton
die Saugluft so dosiert fein eingestellt, dass jeder Bogen mit Haftreibung vom Saugmundstück
an die Seitenmarke gezogen wird und dort liegen bleibt, während die nun automatisch
einsetzende Gleitreibung eine Weiterbewegung der Saugleiste bis zum Totpunkt erlaubt.
[0008] Bekannte Saugziehmarken wirken also ohne Klemmwirkung nur von unten auf den Bogen.
Sie erlauben ein Arbeiten in überdecktem Zustand vom vorhergehenden Bogenende und
damit höhere Bogenleistungen pro Stunde als Klemmziehmarken. Nachteilig ist jedoch,
dass der dritte nachfolgende Bogen, der unter dem jeweils auszurichtenden Bogen im
Schuppenstrom herangeführt wird, auch bei Saugziehmarken - wie bei Klemmziehmarken
- noch nicht die arbeitende Ziehmarke erreichen darf - weil er nicht zwischen dem
angesaugten zweiten Bogen und Saugmundstück hindurch kommt. Das kann er nur, wenn
die Saugziehmarke nicht arbeitet, also "offen" ist für von unten nachrückende Bogen.
[0009] Die Nachteile der bekannten Klemm- und Saugziehmarken für die Seitenausrichtung von
Bogen könnten vermieden werden, wenn eine von oben wirkende Seitenziehvorrichtung
vorgesehen ist.
[0010] Die DE 33 05 219 C2 beschreibt den Einsatz einer von oben wirkenden Saugziehmarke
für sehr kleinen Schuppenabstand.
[0011] Durch die DE 100 55 584 A1 ist eine Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen
bekannt, bei der eine wirksame Saugfläche einer Saugziehdüse in Bogentransportrichtung
größer als in Querrichtung ist.
[0012] Die DE 33 02 873 C2 offenbart einen von oben wirkenden Sauggreifer, der angehoben
wird, um einen folgenden Bogen unter den gerade auszurichtenden Bogen weiter zur fördern.
[0013] Die DE 11 10 656 B zeigt ein hin und her schwenkbares Saugsegment zum seitlichen
Ausrichten von Bogen.
[0014] Die US 2 167 823 offenbart eine Vorrichtung zum Ausrichten von Bogen quer zur Bogenlaufrichtung,
wobei eine einen Bogen transportierende Halteeinrichtung den Bogen gegen eine Seitenmarke
bewegend angeordnet ist und mindestens zwei Bogen in Bogenlaufrichtung geschuppt übereinander
angeordnet sind, wobei sich eine wirksame Haltefläche in Bogenlaufrichtung erstreckt,
die in Längsrichtung länger als in Querrichtung ist und wobei die Halteeinrichtung
von oben auf die Bogen wirkend angeordnet ist. Dabei sind drei Bogen gleichzeitig
im Bereich der Halteeinrichtung angeordnet.
[0015] Die DE 27 35 711 A1 zeigt eine Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen mittels
eines von unten wirkenden Saugbandes.
[0016] Die DE 27 11 554 A1 und die DE 653 308 C beschreiben jeweils eine Vorrichtung zum
Ausrichten von Bogen, bei der ein in Bogenlaufrichtung nachlaufendes Ende eines bereits
ausgerichteten Bogen wieder quer zur Bogenlaufrichtung von einer Seitenmarke wegbewegt
wird.
[0017] Die DE 198 22 307 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Ausrichten von Bogen quer zur
Bogenlaufrichtung, wobei eine den Bogen von unten transportierende Transportrolle
den Bogen gegen eine Seitenmarke bewegt, die pro auszurichtenden Bogen 1/N Umdrehungen
ausführt.
[0018] Durch die US 1 728 329 A ist eine Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen
mittels von oben angreifenden umlaufenden Saugwalzen bekannt.
[0019] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Vorrichtungen zum Ausrichten von Bogen
quer zur Bogenlaufrichtung zu schaffen.
[0020] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 oder 2 gelöst.
[0021] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine
von oben wirkende Seitenzieheinrichtung ohne Klemmwirkung arbeitet. Diese erlaubt
erstmals, das Unterlaufen der Ziehmarkenlinie durch den nachfolgenden Bogen, während
die Ziehvorrichtung einen in den Vordermarken angelegten Bogen noch zur Seite an einen
festen Seitenkanten-Anschlag zieht.
[0022] In vorteilhafter Weise können durch die neuartigen "Saugziehmarken von oben" die
Bogen in ganz engem Schuppenabstand, also wesentlich langsamer, auf dem Anlagetisch
zu den Vordermarken laufen und diese in einem früheren Zeitpunkt erreichen, denn es
gibt für die Bogen keine Einlaufsperre mehr. Die Ziehmarkenlinie ist immer frei, weil
jede Klemmwirkung nach unten zum Anlegetisch fehlt. Durch früheres Erreichen der Vordermarken
stehen erheblich längere Zeitwinkel für Vorder- und Seitenkantenausrichtung zur Verfügung.
Dies erlaubt entsprechend höhere Maschinengeschwindigkeiten, ohne die wirklichen Ausrichtzeiten
in Millisekunden kürzer als üblich zu halten.
[0023] In weiterer Ausbildung der "Saugziehmarke von oben" kann sie mit an sich bekannten
geringem Seitenversatz der in die Druckmaschine einlaufenden Bogen kombiniert werden.
Dann kann die Saugziehmarke von oben auch schon arbeiten, wenn das Bogenende des vorhergehenden
Bogens die Ziehmarkenlinie noch überdeckt und gleichzeitig ein nachfolgender Bogen
ebenfalls die Ziehmarkenlinie unterschreitet. Damit befinden sich in neuartiger Weise
nicht wie bisher nur zwei, sondern drei Bogen gleichzeitig im Ziehmarkenbereich. Das
erklärt, warum trotz wesentlich höherer Maschinendrehzahl gleiche oder längere Bogenausrichtzeiten
durch die Saugziehmarken von oben zur Verfügung stehen.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- die linke Ecke des Anlegetisches von oben;
- Fig. 2
- Schnitt Saugziehmarke mit Anlegetisch;
- Fig. 3
- Antrieb der quer verschiebbaren Saugwalze;
- Fig. 4
- Weg-/Zeitdiagramm der Bogenzuführung mit klassischer Ziehmarke;
- Fig. 5
- Weg-/Zeitdiagramm der Bogenzuführung mit der erfindungsgemäßen Seitenmarke.
[0026] In Fig. 1 befinden sich an einem Anlegetisch 01 mehrere Vordermarken 02, die sich
nach unten öffnen. Es gibt Seitenmarken 03 mit Deckmarken 04. Die Deckmarken 04 liegen
unter einer Saugwalze 05 in deren Nuten. Die Saugwalze 05 hat zwei sich gegenüberliegende
Reihen von Sauglöchern 06, von denen die obere Reihe sichtbar ist. Die Saugwalzenachsstummel
drehen sich in zwei Lagerarmen 07 die außerhalb des Papierformates einstellbar am
Anlegetisch 01 befestigt sind. Durch einen Schlauch 09 wird Saugluft in die Saugwalze
05 geführt und mit einem nur in Fig. 2 sichtbaren Schlitzmundstück 22 von innen an
die Saugrohrwandung geführt. Die Saugwalzenachse liegt parallel zur Bogenlaufrichtung
L und in der Nähe der auszurichtenden Bogenseitenkante. Der Antrieb der Saugwalze
05 erfolgt über ein Zahnriemenrad 14, einen Zahnriemen 15 und ein Ritzel 16 einer
Eintourenwelle im Bogenanleger oder in der Druckmaschine oder beispielsweise über
eigenen drehzahl- und/oder lagegeregelten Elektroantrieb mittels elektronischer Welle.
[0027] Die Saugwalze 05 läuft gemäß den Fig. 1 bis 3 halbtourig mit den zwei Saugluftlochreihen
um, d. h. die Saugwalze 05 ist so angeordnet, dass sie pro auszurichtenden Bogen 10;
11; 12 eine halbe Umdrehung ausführt. Die Saugwalze 05 hat einen günstigen Durchmesser
zwischen 50 und 60 mm. Sie kann auch anders, z. B. dritteltourig, konstruiert sein.
[0028] Die Saugwalze 05 ist demgemäß so angeordnet, dass sie pro auszurichtenden Bogen 10;
11; 12
1/
N Umdrehungen ausführt, wobei N = 2, 3, 4,..., d. h. eine ganze Zahl größer 2 ist.
[0029] Die Saugwalze 05 ist pro auszurichtenden Bogen 10; 11; 12
1/
N Umdrehungen ausführend angeordnet. Dabei ist N = 2, 3, 4, ..., d. h. eine ganze Zahl
größer als 2.
[0030] Fig. 1 zeigt einen in die Druckmaschine auslaufenden ersten Bogen 10 über Vordermarken
02, der nach erfolgter Seitenausrichtung an Seitenmarken 03 mit einem üblichen Bogenzuführer,
z. B. einem Schwinger von unten oder mittels Saug-Schubförderer von unten in den Vordermarken
02 liegend erfasst und beschleunigt vom Anlegetisch 01 abgezogen wird. Dabei versetzt
sich der Bogenzuführer axial, also quer zur Bogenlaufrichtung L, um einen stets konstanten
Betrag A von z. B. 26 mm. Dadurch wird der etwa unter der Mittelachse der Saugwalze
05 liegende schmale, z. B. 6 mm breite, Saugschlitz über seine ganze Saugwalzenlänge
von der Seitenkante des ablaufenden ersten Bogens 10 frei gelegt.
[0031] Die Fig. 1 zeigt, dass das Ende des Bogens 10 den Saugwalzenbereich noch nicht verlassen
hat. Die Seitenverschiebung A ermöglicht jedoch, dass die Saugwalze schon aktiv den
nächsten zweiten Bogen 11, der bereits in den Vordermarken 02 liegt, nach links an
die Seitenmarken 03 gezogen hat. Die Bogenzuführung dieses zweiten Bogens 11 kann
demnächst beginnen, selbst wenn das Ende des ersten Bogens 10 die Vordermarken 02
noch überdeckt.
[0032] Ein dritter Bogen 12, der schon im Bereich der Saugwalze 05 angekommen ist, bewegt
sich langsam in Richtung Vordermarken 02. Da er unter dem zweiten Bogen 11 liegt,
den die von oben wirkende Saugwalze 05 gerade an die Seitenmarken 03 zieht, kann die
Saugwalze 05 den dritten Bogen 12 noch nicht ansaugen. Das geschieht erst in der nächsten
Periode, wenn der zweite Bogen 11 seitlich um Strecke A verschoben - so wie jetzt
der erste Bogen 10 - in die Maschine ausläuft und den Saugschlitz in Saugwalze 05
freilegt für den dritten Bogen 12 usw. Schraffiert ist ein Toleranzband 13 eingezeichnet
von z. B. ± 6 mm. Mit dieser maximalen Streuung laufen die geschuppt liegenden Einzelbogen
vom Bogenanleger auf dem Anlegetisch 01 in die Vordermarken 02. Der aktive schmale,
aber lange Saugkanal der über dem Bogenstrom liegenden Saugwalze 05 befindet sich
unter der Mittellinie der Saugwalze 05 zwischen dem Bogeneinlauf-Toleranzband 13 und
der Seitenkante aller auslaufenden und um den Betrag A von den Seitenmarken 03 versetzten
Bogenseitenkanten. Das ist der mit B bezeichnete Streifen. Bei dieser Anordnung erwischt
die Saugwalze 05 alle innerhalb des Toleranzbandes 13 einlaufenden Bogen 10; 11; 12
des Schuppenstromes, aber nicht die versetzten Seitenkanten aller auflaufenden Bogen
10; 11; 12.
[0033] Das Verhältnis von wirksamer Haltefläche in Längsrichtung I05 zur wirksamen Haltefläche
in Querrichtung b05 sollte größer 3, vorzugsweise größer 5, betragen.
[0034] Die drei Bogen 10; 11; 12 sind zwischen zwei die Länge I05 der wirksamen Haltefläche
der Halteeinrichtung 05 begrenzenden, sich quer zur Bogenlaufrichtung erstreckenden
Geraden 23, 24 angeordnet.
[0035] Fig. 2 zeigt die Saugwalze 05 über dem Anlegetisch/Kammblech 01. Der erste Bogen
10 läuft im Abstand A, z. B. 26 mm, von der Seitenmarke 03 versetzt, in die Maschine.
Er liegt rechts von der Saugwalzenmitte außerhalb des Saugluftkanals 22.
[0036] Der zweite Bogen 11 wird von einer der beiden erhöhten Saugluftsegmente mit Sauglöchern
06 an die Seitenmarke 03 gezogen. Mehrere Deckmarken bzw. Leitzungen 04 ragen über
die Seitenmarken 03 in Nuten bis etwa zur Mitte unter die Saugwalze 05. Die Deckmarken
04 verhindern, dass sich dünne Bogen 10; 11; 12 im Zwickel zwischen Anlegetisch 01,
Seitenmarke 03 und Saugwalze 05 bei Anstoß an Seitenmarken 03 aufwölben.
[0037] Die beiden aktiven Sauglöchersegmente der Saugwalze 05 liegen sich gegenüber und
sind etwa 30° bis 45° lang bei halbtourig umlaufender Saugwalze 05, so dass sich ein
langer Ziehzeitwinkel von etwa 90° und ein Ziehweg der Saugwalze 05 von etwa 20mm
ergibt.
[0038] Die umlaufende Saugwalze 05 kann das taktmäßige Ein- und Abschalten der Saugluft
zum Seitenziehen selbst übernehmen. Dazu befinden sich nur Saugluftlöcher 06 in den
zwei gegenüberliegenden 45° Segmenten. Innerhalb der umlaufenden Saugwalze 05 befindet
sich ein feststehendes Rohr 21 als Saugluftzufuhr über die ganze Länge der Saugwalze
05. Das Rohr 21 hat einen nach unten gerichtete Luftschlitz 22 von z. B. 6 mm Breite
über die Länge der Saugwalze 05.
[0039] Denkbar ist auch, dass die Saugwalze 05 rundum Sauglöcher 06 aufweist, rhythmisch
oder frei umläuft und die Saugluft getaktet über ein schlitzartiges Mundstück 22 innerhalb
der Saugwalze 05 und nach unten gerichtet zugeführt wird.
[0040] Die Saugwalze 05 weist in Umfangsrichtung mehrere Segmente mit Sauglöchern 06 auf,
wobei jedes Segment einen anderen auszurichtenden Bogen 10; 11; 12 ansaugt. Vorzugsweise
weist die Saugwalze 05 in Umfangsrichtung zwei Segmente auf.
[0041] Wo gemäß Fig. 2 die Deckmarken/Leitzungen 04 sich in den Saugwalzen unten befinden,
d. h. bei den Saugwalzennuten, ist der Saugschlitz 22 im Rohr 21 nicht durchgefräst,
was die Stabilität des Saugrohres 21 erhöht. Das Vakuum wird äußerst schnell geschaltet,
da es in Rohr 21 erhalten bleibt und nur die Luftlöcher 06 in Mundstücknähe leer gesaugt
werden müssen. Bei der Saugwalze 05 sind die Zwischenräume zu den zwei aktiven Saugsegmenten
06 etwas tiefer gelegt. Das erleichtert den in die Maschine auslaufenden versetzten
ersten Bogen 10 ungestört neben und parallel zur Saugwalzenmitte den Anlegetisch 01
zu verlassen.
[0042] In Fig. 2 liegt der einlaufende dritte Bogen 12 innerhalb des Schuppentoleranzbandes
13 rechts von der Seitenmarke 03 und links von der Mitte der Saugwalze 05, also an
sich im Ansaugbereich 22. Da jedoch der zweite Bogen 11 über dem dritten Bogen 12
liegt und der zweite Bogen 11 mit der Saugwalze 05 von oben gegen die Seitenmarke
03 gezogen wird, kann der dritte Bogen 12, weil vom ersten Bogen 11 überdeckt, nicht
von der Saugwalze 05 angesaugt werden. Der dritte Bogen 12 kann sich also ungestört
trotz arbeitender Seitenziehmarke 03 weiter in Richtung Vordermarken 02 bewegen.
[0043] Die Fig. 3 veranschaulicht ein Antriebsbeispiel der über dem Anlegetisch 01 liegenden
Saugwalze 05, die vom Zahnrad 14, Zahnriemen 15 und Antriebsrad 16 halbtourig angetrieben
wird. Kegelräder 17; 18 über dem Anlegetisch 01 werden durch eine vertikale Achse
19 mit 2 : 1 Kegelrädern 30; 31 unter dem Anlegetisch 01 verbunden. Im Kegelrad 31
befindet sich eine eingeschraubte Paßfeder 32, die in eine durchgehende Nute 33 einer
quer unter dem Anlagetisch 01 sich drehenden Eintourenwelle 34 eingreift. Über dieser
Eintourenwelle 34 befindet sich ein abdeckbarer Schlitz im Anlegetisch 01 zum Durchlass
der vertikalen Kegelrad-Antriebswelle 19 von unten noch oben. Somit kann der ganze
Komplex Saugziehmarke mit Antrieb quer zur Bogenlaufrichtung L je nach Bogenbreite
auf SI (Steuerseite) oder mit einem spiegelbildlichen Saugziehmarken-Komplex auf SII
(Antriebsseite) der Druckmaschine verfahren werden.
[0044] Man sieht in Fig. 3 auch, dass sich zwecks Anlagezeitgewinn in neuartiger Weise drei
Bogen 10; 11; 12 gleichzeitig im Ziehmarkenbereich befinden, während es in bekannter
Weise bisher nur zwei Bogen sind.
[0045] Abb. 4 stellt ein Weg-/Zeitdiagramm der Bogenzuführung mit klassischer Ziehmarke
ZM in Position -150 mm von der Nulllinie dar. Die Abszisse beschreibt den aktiven
Zeitwinkel einer Eintourenwelle, z. B. eines Plattenzylinders von 0° bis 360°, die
Ordinate den Bogenweg in mm.
[0046] Der erste Bogen links außen wird im 90° Zeitwinkel, z. B. mittels schwingender Vorgreifer,
parallelförmig auf Zylinderumfangsgeschwindigkeit beschleunigt und verlässt als 45°-Gerade
die Vordermarkenlinie gleich Abszisse.
[0047] Ein zweiter Bogen läuft langsamer im Bogenstrom mit Schuppenlänge SL = 300 mm und
trifft bei 210° auf die Vordermarken. Er berührt die Vordermarke 80° lang, nämlich
bis 290°. Dann setzt die klassische Seitenziehmarke ein, die vom ablaufenden ersten
Bogen, mit maximaler 720 mm Länge, schon freigegeben ist. Die Ziehzeit beträgt 60°
bis sich bei 350° die Ziehmarke öffnet. Erst danach darf der dritte Bogen 12 die Ziehmarkenlinie-150
mm der Vordermarken durchfahren, was mit 210° Ankunftspunkt den relativ großen Schuppenabstand
von SL = 300 mm erzwingt. Überlange Bogen von z. B. 850 mm Länge überdecken die Ziehmarke.
In diesem Fall muss sie dann eine Saugziehmarke von unten sein.
[0048] Fig. 5 zeigt ein verbessertes Weg-/Zeitdiagramm mit der erfindungsgemäßen Seitenziehmarke,
die nur von oben den Bogen mit Saugwirkung zieht. Bogenanfänge und Bogenenden bewegen
sich wie in Fig. 4. Der zweite Bogen trifft wesentlich früher, nämlich bei 140°, an
die Vordermarken und hat 120° Berührungszeit bis 260° wenn die Ziehmarke beginnt.
[0049] Der Schuppenabstand SL beträgt nur 180 mm, weil der dritte Bogen nicht auf das Öffnen
der Ziehmarke wie in Fig. 4 warten muß. Der dritte Bogen 12 kann die arbeitende Ziehmarke
unterlaufen und darf sich deshalb schon im 120 mm langen Bereich der Ziehmarken-Saugwalze
von 250 mm-130 mm befinden - das erlaubt den günstigsten, weil kleineren Schuppenabstand
von nur 180 mm.
[0050] Bei einer normalen maximalen Bogenlänge von 720 mm läuft das Bogenende an der Ziehmarken-Saugwalze
vorbei, bevor sie anfängt von 260° bis 350°, also mit 90° Ziehzeit zu arbeiten.
[0051] Bei überlangen Bogen, z. B. 850 mm lang oder 306° von 1000mm Zylinderumfang eintourig,
überdeckt das auslaufende Bogenende die arbeitende Saugziehmarke. In solchen Fällen
muß der auslaufende Bogen seitlich, z. B. um 26 mm, versetzt werden, um die Ziehmarke
rechtzeitig bei 260° frei zu geben.
[0052] Der Vergleich von Fig. 4 mit Fig. 5 zeigt, dass die Anlegezeiten um 50% länger sind,
nämlich bei den Vordermarken 120° statt 80° und bei dem Seitenziehwert 90° statt 60°.
Das ist möglich, weil sich nicht nur der jeweils zweite Bogen, sondern auch schon
der dritte Bogen im Bereich zwischen Ziehmarkenmechanismus und Vordermarken 02 befinden
kann. Das erlaubt zugleich einen günstig kleinen Schuppenabstand mit geringerer Geschwindigkeit
und weniger Rückprallgefahr bei Anstoß in den Vordermarken.
[0053] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt.
[0054] Bezugszeichenliste
- 01
- Anlegetisch
- 02
- Vordermarke
- 03
- Seitenmarke
- 04
- Deckmarke, Leitzunge
- 05
- Halteeinrichtung, Saugwalze
- 06
- Sauglöcher, Saugluftlöcher, Saugsegmente, Haltefläche
- 07
- Lagerarme
- 08
- -
- 09
- Schlauch
- 10
- Bogen, erster
- 11
- Bogen, zweiter
- 12
- Bogen, dritter
- 13
- Toleranzband
- 14
- Zahnriemenrad
- 15
- Zahnriemen
- 16
- Antriebsrad
- 17
- Kegelrad
- 18
- Kegelrad
- 19
- Achse, vertikal, Kegelradantriebswelle
- 20
- -
- 21
- Rohr
- 22
- Luftschlitz, Schlitzmundstück
- 23
- Gerade
- 24
- Gerade
- 25
- -
- 26
- -
- 27
- -
- 28
- -
- 29
- -
- 30
- Kegelrad
- 31
- Kegelrad
- 32
- Paßfeder
- 33
- Nute
- 34
- Eintourenwelle
- A
- konstanter Betrag, Strecke
- B
- konstanter Betrag, Strecke
- L
- Laufrichtung, Bogenlaufrichtung
- I05
- Länge der Haltefläche, Längsrichtung
- b05
- Breite der Haltefläche, Querrichtung
- ZM
- Ziehmarke
- VM
- Vordermarke
- SL
- Schuppenlänge, Schuppenabstand
1. Vorrichtung zum Ausrichten von Bogen (10; 11; 12) quer zur Bogenlaufrichtung (L),
wobei eine einen Bogen (10; 11; 12) transportierende Saugwalze (05) den Bogen (10;
11; 12) gegen eine Seitenmarke (03) bewegend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) pro auszurichtenden Bogen (10; 11; 12) ein halbe Umdrehung, d.
h. halbtourig, ausführend angeordnet ist.
2. Vorrichtung zum Ausrichten von Bogen (10; 11; 12) quer zur Bogenlaufrichtung (L),
wobei eine einen Bogen (10; 11; 12) transportierende Saugwalze (05) den Bogen (10;
11; 12) gegen eine Seitenmarke (03) bewegend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) in Umfangsrichtung mehrere Segmente mit Sauglöchern (06) aufweist,
wobei jedes Segment einen anderen auszurichtenden Bogen (10; 11; 12) ansaugt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) in Umfangsrichtung zwei Segmente mit Sauglöchern (06) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Bogen (10; 11; 12) in Bogenlaufrichtung (L) geschuppt übereinander
angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Längsachse in der Saugwalze (05) annähernd in Laufrichtung (L) der Bogen
(10; 11; 12) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) rotierend angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) von oben auf die Bogen (10; 11; 12) wirkend angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis von einer Länge (I05) der wirksamen Haltefläche in Längsrichtung zu
einer Breite (b05) der wirksamen Haltefläche in Querrichtung größer 3, vorzugsweise
größer 5, beträgt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) an einem Anlegetisch (01) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die rhythmischlaufende Saugwalze (05) im Umfang mindestens ein Segment mit Sauglöchern
(06) und ein Segment ohne Löcher aufweist, und dass innerhalb der drehbar gelagerten
Saugwalze (05) ein feststehendes Saugluftrohr (21) derart angeordnet ist, dass zum
Ansaugen und Seitentransport eines unter der Saugwalze (05) liegenden Bogens (10;
11; 12) durch einen schmalen Schlitz über die Länge der Saugwalze (05) nur ein schmaler
Streifen aller Luftlöcher mit Saugluft beaufschlagt ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) rundum Sauglöcher (06) aufweist, rhythmisch oder frei umläuft
und die Saugluft getaktet über ein schlitzartiges Mundstück (22) innerhalb der Saugwalze
(05) und nach unten gerichtet zugeführt ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der unten liegende aktive, schmale und lange Saugluftstreifen der Saugwalze (05)
zwischen dem Toleranzband (13) der einlaufenden Bogen (10; 11; 12) und der versetzt
ausgerichteten Seitenkante des auslaufenden Bogens (10; 11; 12) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich bis zu drei Bogen (10; 11; 12) gleichzeitig im Bereich der Saugwalze (05), darunter
und parallel dazu, auch während der aktiven Bogenziehung aufhalten.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuppenabstand der Bogen (10; 11; 12) auf dem Anlegetisch (01) so klein ist,
dass sich bei arbeitender, von oben ziehender Saugvorrichtung bereits ein nachfolgender
Bogen (10; 11; 12) unter dem angesaugten Bogen (10; 11; 12) in Richtung Vordermarken
(02) bewegt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugwalze (05) halbtourig umläuft und zwei gegenüberliegende Saugluftsegmente
betrifft und dazwischen einen etwas kleineren Radius aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Saugwalze (05) über einen eigenen Motor synchron zur nachgeordneten
Maschine erfolgt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Saugwalze (05) über einen eigenen Motor synchron zur nachgeordneten
Maschine mechanisch über eine quer unter dem Anlegetisch (01) rotierende Nutwelle
mit verschiebbaren Kegelrädern erfolgt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb eine Formatverstellung quer zur Bogenlaufrichtung (L) zulässt.
19. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der nach Bogenformat einstellbaren Saugwalze (05) mittels einer über
dem Anlegetisch (01) angeordneter biegsamer Welle von einem festen Antriebspunkt erfolgt.