[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen von Teilmaterialbahnen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Es ist bekannt, in einem solchen Oberbau Längstrenneinrichtungen einzusetzen, die
eine Ausgangsmaterialbahn direkt nach ihrem Austritt aus der Rotationsdruckmaschine
in mehrere Teilbahnen zerlegen, und diese Teilbahnen nebeneinanderliegend über einen
Falztrichter dem Falzapparat zuzuführen. Dabei ergibt sich das Problem, dass die so
erhaltenen Teilbahnen unabhängig voneinander über Zugwalzen geführt sein müssen, um
eine benötigte Spannung in der Bahn aufrechtzuerhalten, und dass Materialinhomogenitäten
der Bahn, Fertigungsstreuungen an verwendeten Führungselementen und äußere Einflüsse
wie etwa Luftzug zu ungekoppelten Verlagerungen der Teilbahnen quer zu ihrer Transportrichtung
führen können. Wenn sich aber die einzelnen Teilbahnen am Eingang des Falzapparats
zum Teil überlappen, so führt dies zu erheblichen Problemen bei der weiteren Verarbeitung.
Dieses Problem wird noch erheblich verschärft, wenn es darum geht, eine Mehrzahl von
Materialbahnen in Teilbahnen längs zu zerschneiden, diese Teilbahnen zu Stapeln übereinander
zu legen und diese Stapel nebeneinander in den Falzapparat einzuführen und darin zu
verarbeiten.
[0003] Die DE 28 08 483 A1 zeigt einen Längsfalztrichter mit einer in dem Längsfalztrichter
angeordneten Längsschneideinrichtung.
[0004] Die DE 39 00 663 C2 beschreibt einen Falzapparat mit zwei Querschneideinrichtungen,
wobei die erste Querschneideinrichtung die Bahn nur teilweise und erst die zweite
Querschneideinrichtung die Bahn vollständig quer durchtrennt.
[0005] Die DE 43 19 806 A1 offenbart einen Oberbau eines Falzapparates mit einer Längsschneideinrichtung
und einem "Skip-Slitter".
[0006] Die JP 57-038265 A zeigt einen Oberbau eines Falzapparates, bei dem Bahnen perforiert
und anschließend längsgeschnitten werden. Allerdings erfolgt der Längsschnitt nicht
längs der Perforation auf dem Längsfalztrichter.
[0007] Die EP 0 979 790 A2 beschreibt eine Maschine, in der eine Materialbahn mit Perforationen
versehen wird. Diese Perforationen werden getrennt, wobei Teilbahnen entstehen, die
gefalzt werden können.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Zuführen von Teilmaterialbahnen
zu schaffen.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0010] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen darin, dass bei dem Oberbau und
dem eine seitliche Bewegung der Teilmaterialbahnen gegeneinander und damit ein teilweise
überlappendes Eintreten der Teilmaterialbahnen in den Falzapparat dadurch ausgeschlossen
ist, dass eine mechanische Verbindung zwischen den einzelnen Teilbahnen bis unmittelbar
zum Eingang des Falzapparats hin aufrechterhalten bleibt.
[0011] Dadurch wird, insbesondere wenn in dem Falzapparat Stapel von mehreren übereinanderliegenden
Teilmaterialbahnen verarbeitet werden sollen, ein seitliches Ineinandergreifen benachbarter
Stapel vermieden.
[0012] Um die Teilmaterialbahnen an der Längstrenneinrichtung in Höhe des Eingangs des Falzapparats
zuverlässig auftrennen zu können, ist vorzugsweise im Bereich des Eingangs des Oberbaus
eine Perforationseinrichtung angeordnet, die als Vorstufe zur vollständigen Trennung
eine Perforation zwischen benachbarten Teilmaterialbahnen herstellt.
[0013] Die Konstruktion einer solchen Perforationseinrichtung kann an herkömmliche Längstrenneinrichtungen
mit einem rotierenden Messer, insbesondere einem Kreismesser, angelehnt sein, wobei
allerdings bei der Perforationseinrichtung die umlaufende Schneidkante des Kreismessers
wenigstens eine nicht schneidende Unterbrechung aufweist.
[0014] Der optimale Anteil der Länge solcher nicht schneidenden Unterbrechungen an der Umfangslänge
des Kreismessers kann durch experimentelle Optimierung in Abhängigkeit von dem Material
der zu perforierenden Bahn ermittelt werden, wobei die Länge der Unterbrechungen bzw.
der zwischen den Teilbahnen bestehenbleibenden Stege um so kleiner sein kann, je steifer
das Material der Bahn in sich ist. Für eine Papierbahn wird ein Verhältnis der Länge
der nicht schneidenden Unterbrechungen zur Umfangslänge von weniger als 10 %, vorzugsweise
zwischen 1 und 3 %, als gut geeignet angesehen.
[0015] Auch die Länge der Unterbrechungen kann je nach zu verarbeitendem Material variieren;
hier ist typischerweise ein Wert von 1 bis 5 mm geeignet.
[0016] Wenn in dem Oberbau mehrere Materialbahnen zu einem Stapel übereinandergelegt werden
sollen, so ist vorzugsweise für jede Materialbahn ein eigener Zufuhrweg mit einer
Perforationseinrichtung vorgesehen. D. h. die Perforation wird in jeder Materialbahn
einzeln erzeugt, wohingegen das Auftrennen anschließend an dem übereinandergelegten
Stapel durchgeführt werden kann.
[0017] Um beim Auftrennen der beim Perforieren zwischen zwei Teilmaterialbahnen bestehengebliebenen
Stege einen gleichmäßigen Lauf der Materialbahn zu erreichen und ein Steckenbleiben
auszuschließen, werden die Perforationseinrichtungen vorzugsweise mit einer solchen
Phasenlage betrieben, dass die bestehengebliebenen Stege verschiedener Ausgangsmaterialbahnen
an der Längstrenneinrichtung gegeneinander in Transportrichtung versetzt sind. Dadurch
wird erreicht, dass die Längstrenneinrichtung niemals die gesamte Dicke des übereinandergelegten
Stapels auftrennen muss, sondern vorzugsweise immer nur einen Steg nach dem anderen
durchtrennt.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im folgenden näher beschrieben.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Perforationseinrichtung eines Oberbaus für einen Falzapparat;
- Fig. 2
- eine Längstrenneinrichtung des Falzapparats;
- Fig. 3
- die Lage von Stegen mehrerer übereinanderliegender zu zertrennender Materialbahnen
beim Einsatz des Oberbaus zur gleichzeitigen Verarbeitung mehrerer Materialbahnen.
[0020] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Perforationseinrichtung für den erfindungsgemäßen
Oberbau. Die Perforationseinrichtung umfasst eine zwischen zwei (nicht dargestellten)
Seitenplatten drehbar gelagerte Umlenkwalze 01, über die eine Ausgangsmaterialbahn
02 straffgespannt geführt ist. Zwischen den zwei Seitenplatten ist ferner eine Stange
03 unbeweglich gehalten. An der Stange 03 ist ein Spannklotz 04 mit Hilfe einer oder
mehrerer Schrauben lösbar befestigt. Der Spannklotz 04 ist im gelösten Zustand um
die Stange 03 drehbar und in ihrer axialen Richtung, d.h. senkrecht zur Ebene der
Fig. 1, verschiebbar. Ein Ring 06 ist an der Stange 03 drehbar, aber in seiner axialen
Position durch den Spannklotz 04 festgelegt.
[0021] Der Ring 06 trägt an einem Arm 07 ein Gehäuse 08, das in der Fig. 1 teilweise aufgeschnitten
gezeigt ist. In dem Gehäuse 08 ist ein Kreismesser 09 drehbar. Das Kreismesser 09
ist dort, wo es innerhalb des Gehäuses 08 liegt, gestrichelt dargestellt; lediglich
im unteren, der Umlenkwalze 01 zugewandten Bereich des Gehäuses 08 ragt das Kreismesser
09 heraus. Die Schneidkante des Kreismessers weist zwei diametral einander gegenüberliegende
Unterbrechungen 11 auf, die jeweils eine Länge von 3 mm aufweisen, der Gesamtumfang
des Kreismessers 09 beträgt ca. 300 mm.
[0022] Die Schneidkante des Kreismessers 09 greift in eine (nicht dargestellte) Schneidnut
in der Umlenkwalze 01 ein, die so als Untermesser zu dem Kreismesser wirkt. Die Tiefe
der Unterbrechungen 11 in der Schneidkante ist größer als die der Schneidnut, so dass
selbst dann, wenn das Kreismesser 09 bis zum Boden der Nut in diese eintaucht, die
Ausgangsmaterialbahn 02 nicht auf ihrer gesamten Länge geschnitten werden kann und
zwischen benachbarten Teilbahnen jeweils in einem Abstand von ca. 150 mm Stege mit
einer den Abmessungen der Unterbrechungen 11 entsprechenden Länge von 3 mm verbleiben.
[0023] Ein Hydraulikzylinder 12, dessen Versorgungsleitungen in der Fig. 1 der Übersichtlichkeit
halber nicht gezeigt sind, ist zwischen dem Spannklotz 04 und einem abgewinkelten
Verlängerungsabschnitt 13 des Arms 07 gelenkig angeordnet. Durch eine entsprechende
Ansteuerung des Hydraulikzylinders 12 kann der Arm 07 aus seiner in der Fig. 1 gezeigten
Stellung, in der das Kreismesser 09 in die Schneidnut eingreift, in eine inaktive
Stellung angehoben werden, in der keine Perforation gebildet wird.
[0024] Eine Perforationseinrichtung kann eine Mehrzahl von Anordnungen aus Arm 07, Kreismesser
09 und Hydraulikzylinder 12 umfassen, die jeweils an unterschiedlichen axialen Positionen
der Stange 03 angeordnet sind. Durch Verschwenken einzelner dieser Anordnungen in
die inaktive Position kann die gewünschte Zahl von Teilmaterialbahnen festgelegt werden,
in die die Ausgangsmaterialbahn 02 zerlegt werden soll.
[0025] Da nach dem Durchgang durch die Perforationseinrichtung der Fig. 1 die Teilmaterialbahnen
jeweils noch durch Stege 19 verbunden sind, können sie über längere Strecken weiter
gefördert werden, ohne dass die Gefahr einer unkontrollierten seitlichen Wanderbewegung
der Teilbahnen auftritt, die zu einem teilweisen Überlappen der Teilbahnen bei ihrem
Eintritt in den Falzapparat führen könnte.
[0026] Fig. 2 zeigt schematisch die Zuführung einer perforierten Ausgangsmaterialbahn 02
entlang einer Wand 14 eines Falztrichters am Eingang eines Falzapparats. Die perforierte
Materialbahn 02 läuft zwischen der Wand 14 und einer Trenneinrichtung 16 durch. Diese
Trenneinrichtung 16 umfasst eine ortsfeste Stange 17, an der Trennklingen 18 jeweils
in einer der Zahl der Kreismesser 09 entsprechenden Anzahl und in entsprechenden,
veränderbaren axialen Positionen entlang der Stange 17 montiert sind. Jeder Trennklinge
18 ist ein Hydraulikzylinder 21 als Stellglied zugeordnet, mit dem die Trennklinge
18 aus der in der Fig. 2 gezeigten, inaktiven Position in eine Position verstellbar
ist, in der sie jeweils in eine Perforation der Materialbahn 02 eingreift und mit
der Spitze die Wand 14 berührt oder in einen Schlitz dieser Wand eingreift.
[0027] Fig. 3 zeigt den Fall einer Trennklinge 18, die zum Auseinandertrennen mehrerer,
zu einem Stapel 22 übereinandergelegter, vorperforierter Ausgangsmaterialbahnen 02
eingesetzt wird. Diese Ausgangsmaterialbahnen 02 sind jeweils über getrennte Zufuhrwege
mit jeweils einer eigenen Perforationseinrichtung zu dem Falztrichter geführt, an
dessen Wand 14 die Trennklinge 18 angeordnet ist. Diese mehreren Perforationseinrichtungen
haben jeweils Kreismesser mit gleichen Abmessungen, diese werden allerdings mit solchen
Drehwinkeln relativ zueinander betrieben, dass unter Berücksichtigung der von jeder
einzelnen Perforationseinrichtung zu der Trenneinrichtung 16 zurückzulegenden Wege
die einzelnen Ausgangsmaterialbahnen 02 an der Trenneinrichtung 16 mit gegeneinander
versetzten Stegen 19 eintreffen. Wie man in Fig. 3 erkennt, durchtrennt die Trennklinge
18 daher zu jeder Zeit höchstens einen Steg 19. Die von der Trennklinge 18 auf die
Materialbahnen 02 ausgeübte Bremskraft ist daher immer gering und schwankt nur in
geringem Umfang, so dass Gleichlaufstörungen der Materialbahnen oder Reißen vermieden
werden, die andernfalls beim gleichzeitigen Eintreffen einer Mehrzahl von Stegen 19
an der Trennklinge 18 auftreten könnten. Selbstverständlich könnte die Trenneinrichtung
16 anstelle einer einfachen festen Klinge 18 auch eine mit der Geschwindigkeit der
Materialbahnen 02 rotierende Klinge aufweisen, um Bremsbelastungen der Materialbahnen
zu vermeiden.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 01
- Umlenkwalze
- 02
- Ausgangs-Materialbahn
- 03
- Stange
- 04
- Spannklotz
- 05
- -
- 06
- Ring
- 07
- Arm
- 08
- Gehäuse
- 09
- Kreismesser
- 10
- -
- 11
- Unterbrechung
- 12
- Hydraulikzylinder
- 13
- Verlängerungsabschnitt
- 14
- Wand
- 15
- -
- 16
- Trenneinrichtung
- 17
- Stange
- 18
- Trennklinge
- 19
- Steg
- 20
- -
- 21
- Hydraulikzylinder
- 22
- Stapel
1. Verfahren zum Zuführen einer Mehrzahl von nebeneinanderliegenden Teilmaterialbahnen
in einen Falzapparat, wobei die Teilmaterialbahnen durch Trennen entlang einer Perforation
gebildet werden und die Perforation in einem Abstand vom Eingang des Falzapparates
erzeugt wird, wobei die Perforation in einer Mehrzahl von Ausgangsmaterialbahnen (02)
erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die perforierten Ausgangsmaterialbahnen (02) nach der Perforation zu einem Stapel
(22) übereinandergelegt werden und der Stapel (22) entlang der Perforation aufgetrennt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Bilden des Stapels (22) bestehengebliebene Stege (19) der Perforierungen verschiedener
Ausgangsmaterialbahnen (02) in Transportrichtung versetzt übereinandergelegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Perforation vor dem Querschneiden der Teilmaterialbahnen getrennt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Perforation auf einem Längsfalztrichter getrennt wird.