[0001] Bei der Herstellung von Nadelfilzen wird aus einer von einer Krempel abgenommenen
Faserflorbahn, nachfolgend kurz Faserflor genannt, mit Hilfe eines Kreuzlegers auf
einer quer zur Zuführrichtung des Faserflors endlos umlaufenden Unterlage eine mehrlagige
Faservliesbahn, nachfolgend kurz Faservlies genannt, erzeugt, die einer Nadelmaschine
zugeführt und dort durch Vernadelung verfestigt wird.
[0002] Dabei kann man beobachten, dass selbst dann, wenn das vom Kreuzleger erzeugte Faservlies
über seine gesamte Breite gleichmäßig dick ist, also an allen Stellen ein konstantes
Flächengewicht hat, die von der Nadelmaschine erzeugte Filz- oder Velourbahn ein quer
zu ihrer Laufrichtung ungleichmäßiges Flächengewicht hat. Ihr Randbereich ist dicker,
als ihr Mittenbereich.
[0003] Um diesem Effekt zu begegnen, ist aus DE 37 38 190 C2 bereits eine sogenannte Profilbildung
bekannt geworden, die darin besteht, dass man mit dem Kreuzleger eine Faservliesbahn
ungleichmäßigen Flächengewichts erzeugt derart, dass die Faservliesbahn in Ihren Randbereichen
dünner als in ihrem Mittenbereich ist. Hierfür ist es wiederum aus DE 101 39 833 A1
und DE 201 13 467 U1 bekannt, die dem Kreuzleger zugeführte Florbahn auf ihrem Weg
zwischen dem Florerzeuger und dem Kreuzleger oder, wie in DE 43 04 988 C1 beschrieben,
mit Hilfe des Kreuzlegers in Abstimmung mit den Legebewegungen des Kreuzlegers, zyklisch
zu verstrecken, um in ihr Dünnstellen in einem vorbestimmten, regelmäßigen Abstand
zu erzeugen, die dann vom Kreuzleger in den Randbereichen der aus der Florbahn erzeugten
Faservliesbahn abgelegt werden.
[0004] Das Strecken der Florbahn erzeugt in dieser eine Umorientierung von Fasern, was zur
Folge hat, dass die Orientierung der Fasern innerhalb der kreuzgelegten Faservliesbahn
quer zur Bahnrichtung variiert, was wiederum die Streckeigenschaften des aus der Faservliesbahn
durch Vernadelung hergestellten Produkts beeinflusst. Es entstehen Stellen im Fertigprodukt
die Streckeigenschaften aufweisen, die von denen anderer Stellen abweichen. Im Allgemeinen
sind aber Fertigprodukte gewünscht, deren Streckeigenschaften die weitgehend unabhängig
von der Streckrichtung sind.
[0005] Aus WO 99/24650 ist bekannt geworden, die für die Profilbildung erwünschten, zyklisch,
oder anders gesagt, als Rapport wiederkehrenden Dünnstellen innerhalb einer Faserflorbahn
durch zyklisch ungleichmäßige Abnahme des Flors von einer den Flor herstellenden Krempel
zu erzeugen. Die dazu erforderliche Technik ist sehr aufwendig und nicht bei allen
Flordicken durchführbar.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren anzugeben,
mit der eine in Querrichtung profilierte Faservliesbahn hergestellt werden kann, die
keine Störungen der Faserorientierung aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 bzw. 7 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Bei der Erfindung wird der Faserflor mit Hilfe eines aerodynamischen Florerzeugers
gebildet. Aerodynamische Florerzeuger sind beispielsweise aus DE 101 44 728 A1 bereits
bekannt. Der Florerzeuger weist Einrichtungen auf, mit deren Hilfe die Florabgabe
im Betrieb veränderbar ist. Der aerodynamische Florerzeuger legt einen Faserflor,
der keine Orientierung hat, also einen Wirrfaserflor, auf eine luftdurchlässige Unterlage
ab. In DE 101 44 728 A1 ist hierzu gesagt, deren Fördergeschwindigkeit könne mittels
einer Steuereinheit reguliert werden.
[0009] Während die aerodynamische Florerzeugung üblicherweise dazu verwendet wird, Florbahnen
hohen Flächengewichts von bis zu 400 g/m
2 zu erzeugen, die aufgrund dieses hohen Flächengewichts direkt einer Verfestigung
durch Nadelung, Wasserstrahlbehandlung oder Thermobonding unterworfen werden können,
kombiniert die Erfindung die aerodynamische Florerzeugung mit einer mechanischen Vliesbildung
durch Kreuzlegen, wozu vorzugsweise dünne Florbahnen mit einem Flächengewicht bis
zu 20 g/m
2 herab aerodynamisch erzeugt werden. Der Wirrfaserflor wird also in einem Kreuzleger
zu einer Faservliesbahn gelegt. Durch die Vielfachtäfelung des Flors innerhalb des
durch Kreuzlegen der Florbahn gebildeten Vlieses mitteln sich ungewollte Dickenschwankungen
innerhalb des Flors, sofern solche überhaupt vorhanden sind, entsprechend den bei
der Kreuzlegung geltenden Gesetzmäßigkeiten aus. Das Besondere bei der Erfindung ist
indessen, dass durch entsprechende Steuerung der Abfördergeschwindigkeit der Unterlage,
auf die der Flor bei der aerodynamischen Florerzeugung abgelegt wird, in der so gebildeten
Florbahn gewollt Dick- und Dünnstellen in regelmäßigen Abständen erzeugt werden können,
wobei diese Abstände von der Legebreite beim Kreuzlegen abhängt. Durch geeignete Abstimmung
der Kreuzlegerbewegung ist es dann in bekannter Weise möglich, dafür zu sorgen, dass
die Dünnstellen der Florbahn in den Randbereichen der erzeugten Vliesbahn abgelegt
werden, so das gewünschte Dickenprofil der Vliesbahn, in Querrichtung derselben gesehen,
erzielt wird.
[0010] Selbstverständlich ist es auch möglich, andere Profile zu erzeugen. Das hängt ganz
vom Abstand der erzeugten Dick- und Dünnstellen in der Florbahn und der Steuerung
der Legebewegung des Kreuzlegers ab.
[0011] Die für die besondere Anwendung, wie geschildert, erforderliche zyklische Veränderung
des Flächengewichts der aerodynamisch erzeugten Florbahn erfolgt durch Veränderung
der Geschwindigkeit der luftdurchlässigen Unterlage, vorzugsweise ein endlos umlaufendes
Siebband, das die auf sie zugeführten Fasern aufnimmt und die davon gebildete Florbahn
in Richtung auf den Kreuzleger abtransportiert. Bei gleichmäßiger Zuführung von Fasern,
d.h. gleichbleibender pro Zeiteinheit auf das Siebband zugeführter Fasermenge, und
wechselnder Geschwindigkeit, mit der das Siebband umläuft, entsteht auf dem Siebband
eine Florbahn, deren Flächengewicht umgekehrt zur Transportgeschwindigkeit des Siebbandes
schwankt. Durch die zyklische Änderung der Transportgeschwindigkeit des Siebbandes
wird somit eine Florbahn erzeugt, die Dünnstellen aufweist, die regelmäßige Abstande
voneinander haben, und die für die Herstellung einer profilierten Vliesbahn geeignet
ist. Die unorientierte Faserlage ist dabei sowohl in den Dick- als auch in den Dünnstellen
der Florbahn vorhanden.
[0012] Der aerodynamische Florerzeuger kann direkt von einem Speiser versorgt sein, weil
er aufgrund seiner Bauart in gewissem Umfange auch die Funktion einer Walzenkrempel
ausübt und in manchen Fällen die Qualitätsanforderungen den Verzicht auf den Einsatz
einer gesonderten Krempel zulassen. In diesem Zusammenhang ist bereits erwähnt worden,
dass Ungleichmäßigkeiten im Faserflor durch die Wirkung des Kreuzlegers in gewissem
Umfange ausgeglichen werden. Wo es hingegen auf besondere Qualität ankommt, ist der
aerodynamische Florerzeuger vorzugsweise von einer Walzenkrempel mit Fasern versorgt.
Der Florerzeuger liefert dann trotz der Längsorientierung der Fasern in den von der
Krempel abgegebenen und ihm zugeführten Krempelflor einen Wirrfaserflor, weil er den
Krempelflor vollständig in Einzelfasern auflöst, die dann aerodynamisch ohne Vorzugsrichtung
auf der luftdurchlässigen Unterlage abgelegt werden.
[0013] Da die Geschwindigkeit, mit der der Kreuzleger die Faserflorbahn entgegennimmt, im
allgemeinen nicht mit der Augenblicksgeschwindigkeit übereinstimmt, mit der das Siebband
umläuft, kann ein Zwischenspeicher eingesetzt werden, der diese sich zeitlich ändernden
Geschwindigkeitsunterschiede ausgleicht.
[0014] Wenn man die Geschwindigkeiten der Speisewalze und des Siebbandes am aerodynamischen
Florerzeuger in Abhängigkeit von der Legebewegung des Kreuzlegers regelt, kann auf
einen Florspeicher zwischen dem Florerzeuger und dem Kreuzleger verzichtet werden,
allerdings ist es dann notwendig, dass auf der Einlaufseite des Florerzeugers eine
Speichereinrichtung vorhanden ist, die den Geschwindigkeitsunterschieden Rechnung
trägt, mit der der Florerzeuger das von ihm zu verarbeitende Fasermaterial entgegennimmt.
Ein Speiser üblicher Bauart hat solche Speichereigenschaften von Hause aus, so dass
bei ihm nicht die Gefahr besteht, dass er überläuft. Eine gesonderte Zwischenspeichereinrichtung
ist dann entbehrlich.
[0015] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile sind vielfältig. Ein wichtiger Vorteil
gegenüber dem Stand der Technik besteht darin, dass ein vollkommen unorientiertes
Vlies erzeugt wird, das keine durch Verzug hervorgerufenen Störstellen aufweist. Weiterhin
ist die Vliesbildung auf einfachste Weise möglich. Es kann gegebenenfalls auf gesonderte
Zwischenspeicher zum Ausgleich von Geschwindigkeitsunterschieden zwischen den an der
Vliesbildung beteiligten Aggregaten verzichtet werden. Es kann jedes beliebige Vliesprofil
in der den Kreuzleger verlassenden Faservliesbahn erzeugt werden, weil nur kleine
Maschinenmassen zum Zwecke der Profilbildung gebremst und beschleunigt werden müssen.
Die Massenvariation innerhalb der Faserflorbahnist größer, weil Fasermasse aufgebaut
werden kann. Das ist besonders dann gut möglich, wenn keine Krempel als Speisevorrichtung
für den aerodynamischen Florerzeuger verwendet wird, sondern dieser direkt aus einem
Speiser versorgt wird. Ist eine Krempel als Versorger für den aerodynamischen Florerzeuger
vorgesehen, kann man durch Verminderung der Transportgeschwindigkeit des Siebbandes
auf diesem Fasermassen anhäufen.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf in den Zeichnungen dargestellte
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- die Kernbaugruppe der vorliegenden Erfindung mit Ganzstahlgarniturwalze, Faserzuführeinrichtung
und Siebband;
- Fig. 2
- eine Vorrichtung gemäß der Erfindung mit der Kernbaugruppe von Fig. 1, einem Speiser
stromaufwärts und einem Kreuzleger stromabwärts davon;
- Fig. 3
- eine weitere Vorrichtung gemäß der Erfindung mit der Kernbaugruppe von Fig. 1, einem
Speiser stromaufwärts und einem Zwischenspeicher sowie einem Kreuzleger stromabwärts
davon, und
- Fig. 4
- eine weitere Vorrichtung gemäß der Erfindung mit der Kernbaugruppe von Fig. 1, einem
Speiser und einer Walzenkrempelanordnung stromaufwärts sowie einem Florspeicher und
einem Kreuzleger stromabwärts davon.
[0017] Die Kernbaugruppe K in der vorliegenden Erfindung nach Fig. 1, ein Wirrfaserflorerzeuger,
umfasst eine Ganzstahlgarniturwalze 1, der mehrere mit Garnituren versehene Abdeckmulden
2 gegenüberstehen. Die Ganzstahlgarniturwalze 1 rotiert mit hoher Drehzahl, gemäß
Fig. 1 im Uhrzeigersinn. Die Abdeckmulden 2 sind dazu bestimmt, während der Rotation
der Ganzstahlgarniturwalze 1 die Fasern auf dieser zu halten. Der Ganzstahlgarniturwalze
1 steht einlaufseitig ein Speisewalzenpaar 3 und 4 gegenüber, die gleichfalls mit
Ganzstahlgarnituren versehen sind und die zwischen sich bzw. zusammen mit der Ganzstahlgarniturwalze
1 jeweils einen Spalt ausbilden, an dem zugeführte Fasern von der einen Walze an die
andere übergeben werden. Der stromaufwärtigen der Speisewalzen, die in Fig. 1 mit
dem Bezugszeichen 4 versehen ist, steht eine Florführungsmulde 5 gegenüber, die mit
dem Umfang der Speisewalze 4 einen sich in Umlaufrichtung der Speisewalze 4 verengenden
Spalt ausbildet. Am Ende größerer Breite dieses Spaltes ist die ablaufseitige Umlenkwalze
6 eines endlos umlaufenden Zuführbandes 7 angeordnet, das zur Zuführung von Fasermaterial
von einem Speiser (in Fig. 1 nicht dargestellt) bestimmt ist.
[0018] Der Ganzstahlgarniturwalze 1 steht in einem Bereich, der in Umlaufrichtung dieser
Walze 1 zwischen den Mulden 2 und der Speisewalze 3 gelegen ist, ein Abstreifer 8
gegenüber, unterhalb dessen sich ein endlos umlaufendes Siebband 9 befindet, das über
mehrere Umlenkwalzen 10 und 11 geführt ist. Unter dem oberen Trum des Siebbandes 9,
das dem Abstreifer 8 gegenübersteht, befindet sich ein oben offener Saugkasten 12,
der an eine Unterdruckquelle (nicht dargestellt) angeschlossen ist. Weiterhin ist
ein Leitblech 13 zu erwähnen, das sich in einem Sektor zwischen den Mulden 2 und dem
Abstreifer 8 befindet und einen Faserflugkanal begrenzt, der sich von der Ganzstahlgarniturwalze
1 in Richtung auf den Abschnitt des oberen Trums des Siebbandes 9 erstreckt, der sich
über dem Saugkasten 12 befindet. In einem Zwischenraum unterhalb des Leitblechs 13
und oberhalb des Siebbandes 9 befindet sich eine Andruckwalze 14, die mit dem Siebband
9 einen Spalt ausbildet.
[0019] Durch entsprechende Markierung in Sektoren sind in der Zeichnung die Umlenkwalzen
6 und 10 als solche gekennzeichnet, die über eine individuelle Antriebseinrichtung
verfügen. Diese Antriebseinrichtungen sind mit einem Steuergerät 15 verbunden, was
in der Zeichnung durch entsprechende Verbindungsleitungen angedeutet ist.
[0020] Im Betrieb dieser Einrichtung wird ein von einem Speiser (nicht dargestellt) oder
einer Krempel (gleichfalls nicht dargestellt) abgegebenes und über das Zuführband
7 herangeführtes Fasermaterial in den sich verengenden Spalt zwischen der ersten Speisewalze
4 und der Mulde 5 eingeleitet. Aufgrund der Ganzstahlgarnitur der Speisewalze 4 wird
die zugeführte Fasermasse vergleichmäßigt. Sie wird von der ersten Speisewalze 4 der
benachbarten und in entgegengesetzter Drehrichtung rotierenden zweiten Speisewalze
3 übergeben und dabei nochmals vergleichmäßigt. Von der zweiten Speisewalze 3 werden
die Fasern der Ganzstahlgarniturwalze 1 übergeben, die die Fasermasse weiter vergleichmäßigt
und vereinzelt und die Fasern unter Zuhilfenahme des Abstreiters 8 aerodynamisch auf
dem Siebband 9 ablegt. Das obere Trum des Siebbandes 9 ist mittels des in dem Saugkasten
12 herrschenden Unterdrucks untersaugt, was die Faserablage auf dem Siebband 9 begünstigt
und Faserflug vermeiden hilft. Die Faserablage auf dem Siebband 9 erfolgt vollkommen
ungerichtet, d.h. die Fasern innerhalb des auf dem Siebband 9 gebildeten Flors haben
keine Vorzugsorientierung. Der auf dem Siebband 9 gebildete Flor wird vom Siebband,
das endlos umläuft, als zusammenhängende Florbahn abtransportiert.
[0021] Wenn die Fasern vom Zuführband 7 mit gleichförmiger Geschwindigkeit zugeführt werden,
ist auch mit einer gleichförmigen Abgabe der von der Ganzstahlgarniturwalze 1 vereinzelten
Fasern auf dem Siebband 9 zu rechnen. Wenn dann die Transportgeschwindigkeit des Siebbandes
9 verändert wird, ergibt sich eine Veränderung der Dicke der auf dem Siebband 9 aerodynamisch
abgelegten Faserschicht. Mit Hilfe der Steuereinrichtung 15 und der von dieser beeinflussten
Laufgeschwindigkeit des Siebbandes 9 lassen sich somit in der auf dem Siebband 9 gebildeten
Faserflorbahn dicke und dünne Stellen erzeugen.
[0022] Fig. 2 zeigt die Anwendung dieser Kerneinheit K nach Fig. 1 in einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Herstellung eines Faservlieses. Die vorgenannte Kerneinheit K befindet
sich zwischen einem Speiser 16 und einem Kreuzleger 17, dem die auf dem Siebband 9
erzeugte Faserflorbahn zugeführt wird. Der Kreuzleger ist hier als Steilarmleger ausgebildet
und soll nicht näher erläutert werden. Der Legearm des Steilarmlegers 17 führt oberhalb
eines Abzugsbandes 18 eine hin- und hergehende Bewegung aus. Im Bereich der Umkehrstellen
des Legearms des Steilarmlegers 17 muss die Geschwindigkeit der Florabgabe auf das
Abzugsband 18 wegen der notwendigen Abbremsung des Legearms herabgesetzt werden, um
Ungleichmäßigkeiten der Florablage zu vermeiden. Die Übergabe von Faserflor vom Siebband
9 an den Steilarmleger 17 muss daher entsprechend angepasst werden. Dieses kann im
vorliegenden Falle nur durch Veränderung der Transportgeschwindigkeit des Siebbandes
9 erfolgen, da ein Verzug des Faserflors im Übergabebereich zwischen dem Siebband
9 und dem Steilarmleger 17 vermieden werden muss. Um nun unerwünschte Schwankungen
der Dicke des auf dem Siebband 9 abgelegten Flors zu vermeiden, muss die Einspeisung
von Fasern in die Kerneinheit K entsprechend variiert werden. Dieses erfolgt mit Hilfe
der Speisewalzen 3 und 4. Dem sich daraus ergebenden ungleichmäßigen Faserbedarf der
Kerneinheit K wird durch das dem Speiser 16 von Hause aus innewohnende Speichervermögen
Rechnung getragen. Die notwendige Abstimmung der Bewegungsgeschwindigkeit des Siebbandes
9 mit den Legebewegungen des Kreuzlegers 17 besorgt die Steuereinrichtung 15.
[0023] Es versteht sich, dass die Legebewegung des Legearms des Kreuzlegers mit der Zuführung
der Florbahn unter Berücksichtigung von der Lage der in ihr enthaltenen Dick- und
Dünnstellen abgestimmt werden muss, wenn ein bestimmtes Querprofil der gelegten Vliesbahn
erzielt werden soll. Die hierfür notwendigen Einrichtungen sind bekannt und brauchen
daher hier nicht erläutert zu werden.
[0024] Fig. 3 zeigt eine der Fig. 2 vergleichbare Vorrichtung, die um einen Zwischenspeicher
Z ergänzt ist. Der Zwischenspeicher Z besteht aus einem endlos umlaufenden zweiten
Siebband 19 und einer Florspeicherwalze 20, die zwischen dem ersten Siebband 9 und
dem zweiten Siebband 19 angeordnet ist und die auf das erste Siebband 9 abgelegte
Florbahn von dort abnimmt und an die Unterseite des zweiten Siebbandes 19 umlenkt,
an das die Florbahn durch einen Unterdruck angesaugt wird, der in einem zwischen den
beiden Trums des zweiten Siebbandes 9 angeordneten Saugkasten 21 herrscht. Die Florspeicherwalze
20 ist längs der beiden Siebbänder 9 und 19 beweglich und somit in der Lage, die Länge
des zwischen der Kerneinheit K und dem Kreuzleger 17 befindlichen Florbahnabschnitts
zu verändern. Eine Vergrößerung dieses Längenabschnitts bewirkt eine Floraufnahme,
d.h. eine Zwischenspeicherung, eine Verkleinerung eine entsprechende Florabgabe aus
dem Zwischenspeicher Z.
[0025] Mit Hilfe des Zwischenspeichers Z lassen sich die vom Kreuzleger 17 verursachten
Geschwindigkeitsänderungen beim Einlauf der Florbahn in den Kreuzleger 17 ausgleichen,
ohne dass an der Florabgabe der Kerneinheit K auf das erste Siebband 9 etwas geändert
werden muss. Das erste Siebband 9 kann, von den Notwendigkeiten einer Profilbildung
ggf. abgesehen, unabhängig von dem Kreuzleger 17 angetrieben werden.
[0026] Die Ausführungsform von Fig. 4 unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig.
2 dadurch, dass zwischen dem Speiser 16 und der Kerneinheit K eine Walzenkrempel W
mit zwei Abnehmern und ein Zwischenspeicher Z angeordnet sind. Die Walzenkrempel W
hat einen oberen Abnehmer 22 und einen unteren Abnehmer 23. Der untere Abnehmer 23
legt den von dem Krempeltambour 24 der Walzenkrempel W abgenommenen Faserflor auf
ein endlos umlaufendes Flortransportband 25. Der obere Abnehmer 22 legt ebenfalls
einen Faserflor auf ein endlos umlaufendes Übertragungsband 26, das den letztgenannten
Flor auf den auf dem Flortransportband 25 bereits befindlichen Flor legt, der von
dem unteren Abnehmer 23 stammt. Falls eine höhere Flordicke erwünscht ist, Können
an dem Krempeitambour 24 auch mehr als zwei Abnehmer, beispielsweise vier Abnehmer,
vorhanden sein. Die Erfindung ist hierauf nicht beschränkt.
[0027] Das Flortransportband 25 ist zugleich Teil eines Zwischenspeichers Z, zu dem eine
Florspeicherwalze 20 gehört, die zwischen dem Flortransportband 25 und dem Zwischenspeicher
Z angeordnet ist und längs des Flortransportbandes 25 sowie des Zwischenspeichers
Z beweglich ist. Diese Speicherwalze 20 arbeitet in der gleichen Weise, wie sie anhand
der Fig. 3 erläutert worden ist.
[0028] Ablaufseitig des Zwischenspeichers Z befindet sich das Zuführband 7, das die auf
ihm liegende Florbahn der Kerneinheit K zuführt. Die übrigen Elemente dieser Anordnung
sind vergleichbar denen in den vorangehend beschriebenen Ausführungsformen.
[0029] Im Betrieb wird eine aus dem Speicher 16 zugeführte Fasermasse von der Walzenkrempel
in einen gleichmäßigen Flor umgewandelt, der in zwei Lagen von den oberen und unteren
Abnehmern 22 und 23 abgenommen und auf das Flortransportband 25 gelegt wird. Von dort
wird die doppellagige Florbahn über den Zwischenspeicher Z der Kerneineinheit K zugeführt,
wo sie in derselben Weise, wie anhand von Fig. 1 beschrieben, in Einzelfasern aufgelöst
wird, die auf dem Siebband 9 abgelegt werden. Dabei kann durch entsprechende Steuerung
der Laufgeschwindigkeit des Siebbandes 9 dafür Sorge getragen werden, dass in der
erzeugten Wirrfaserflorbahn Dick- und Dünnstellen erzeugt werden. Da zwischen der
die Florbahn erzeugende Kerneinheit K und dem Kreuzleger 17 kein Zwischenspeicher
vorhanden ist, andererseits aber der Kreuzleger aus den erwähnten Gründen einen zeitlich
schwankenden Florbedarf hat, muss die Fasereinspeisung in die Kerneinheit K in Abstimmung
mit dem Florbedarf des Kreuzlegers 17 gesteuert werden. Das bedeutet, die Einspeisung
in die Kerneinheit K muss zeitlich variiert werden. Andererseits gibt die Walzenkrempel
W die beiden Florbahnen, die auf dem Flortransportband 25 übereinandergelegt werden,
mit konstanter Geschwindigkeit und Dicke ab. Der Unterschied zwischen dieser konstanten
Florabgabe von der Walzenkrempel W und der Floraufnahme an der Kerneinheit K wird
durch den Zwischenspeicher Z ausgeglichen.
[0030] In den Fig. 2 bis 4 ist aus Übersichtlichkeitsgründen auf die Darstellung der Steuereinrichtungen
für den Antrieb der verschiedenen Einheiten verzichtet worden. Es sei nur angemerkt,
dass eine Geschwindigkeitsmodulation am Krempeltambour 24 und an der Ganzstahlgarniturwalze
1 wegen der großen Massen ausscheidet, so dass allein die Antriebe von Speisewalzen,
Florspeicherwalze und zweitem Siebband 19 des Florspeichers in Betracht kommen.
1. Vorrichtung zum Herstellen einer Faservliesbahn, enthaltend eine aerodynamisch arbeitende
Vorrichtung (K) zum Herstellen einer Faserflorbahn mit über ihrer Länge abwechselnd
dicken und dünnen Stellen, mit einer Ganzstahlgarniturwalze (1), die dazu eingerichtet
ist, ein ihr zugeführtes Fasermaterial in Einzelfasern zu zerlegen und aerodynamisch
abzulegen, einem endlos umlaufenden Siebband (9), das zur Aufnahme der aerodynamisch
zugeführten Einzelfasern zum Aufbau des Faserflors angeordnet und eingerichtet ist,
und einer Einrichtung (15), mit der die Umlaufgeschwindigkeit des Siebbandes (9) gegenüber
der Zuführgeschwindigkeit des der Ganzstahlgarniturwalze (1) zugeführten Fasermaterials
veränderbar ist, und einen stromabwärts des Siebbandes (9) angeordneten Kreuzleger
(17) zum Entgegennehmen und Kreuzlegen des Faserflors zu einem Faservlies.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (15) eine Steuereinrichtung zum zyklischen Verändern der Umlaufgeschwindigkeit
des Siebbandes (9) gegenüber der Zuführgeschwindigkeit des der Ganzstahigarniturwaize
(1) zugeführten Fasermaterials ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Siebband (9) Teil einer Zwischenspeichereinrichtung (Z) ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Siebband (9) und dem Kreuzleger (17) ein Zwischenspeicher angeordnet
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass stromaufwärts der Ganzstahlgarniturwalze (1) eine Zwischenspeichereinrichtung (Z)
angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass stromaufwärts der Zwischenspeichereinrichtung (Z) eine Walzenkrempel (W) angeordnet
ist.
7. Verfahren zum Herstellen einer Faservliesbahn, deren beide Randbereiche eine gegenüber
der Mitte der Faservliesbahn geringere Dicke aufweisen, aus einer Faserflorbahn, die
über ihrer Länge abwechselnd dicke und dünne Stellen aufweist und zickzackförmig sich
teilweise überlappend so abgelegt wird, dass ihre dünnen Stellen im Randbereich der
aus ihr gebildeten Faservliesbahn zu liegen kommen, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer Ganzstahlgarniturwalze ein dieser zugeführtes Fasermaterial in Einzelfasern
zerlegt und als Flor aerodynamisch auf ein endlos umlaufendes Siebband abgelegt wird,
von wo aus die auf dem Siebband gebildete Florbahn der Vliesbahnlegung zugeführt wird,
und dass die Umlaufgeschwindigkeit des Siebbandes gegenüber der Zuführgeschwindigkeit
des der Ganzstahlgarniturwalze zugeführten Fasermaterials zyklisch verändert wird.