TECHNISCHES GEBIET
[0001] Bei der Erfindung wird ausgegangen von einem Element zur Übertragung mechanischer
Kraft in einer Dreh- und/oder Schubbewegung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch
1. Dieses Kraftübertragungselement ist axialsymmetrisch ausgebildet und enthält zwei
auf unterschiedliche elektrische Potentiale führbare Anschlussstücke aus elektrisch
leitendem Material sowie ein auf Torsion und/oder Zug belastbares Rohr aus einem elektrisch
isolierenden Material auf der Basis eines faserverstärkten Polymers. Die beiden Anschlussstücke
sind jeweils an einem beider Enden des Isolierrohrs befestigt. Von einem Antrieb in
eines beider Anschlussstücke eingeleitete Kraft wird über das Isolierrohr auf das
zweite Anschlussstück übertragen und von dort an eine Betätigungsvorrichtung geführt.
Wegen des zwischen den beiden Anschlussstücken angeordneten Isolierrohrs können beide
Anschlussstücke auf unterschiedlichen elektrischen Potentialen gehalten werden, so
dass ein solches Kraftübertragungselement vor allem in hochspannungsführenden elektrischen
Apparaten, insbesondere Schaltern, als Schubstange oder als Drehwelle verwendet werden
kann.
[0002] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kraftübertragungselements
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
STAND DER TECHNIK
[0003] Mit dem Oberbegriff nimmt die Erfindung auf einen Stand der Technik von Kraftübertragungselementen
Bezug, wie er in DE 33 22 132 A1 beschrieben ist. Ein in dieser Patentveröffentlichung
dargestelltes und als Schubstange verwendetes Kraftübertragungselement weist eine
elektrisch isolierende, faserarmierte Kunststoffstange auf. In mindestens eines beider
Enden der Kunststoffstange eingeformt sind Verjüngungen, in welche Vorsprünge eines
als Hülse ausgeführten Endabschnitts einer stählernen Anschlussarmatur hineinragen.
[0004] Die Vorsprünge werden nach dem Aufstecken der Hülse auf das Ende der Stange durch
Einrollen der Hülse erzeugt. Hierdurch wird bei einer Schubbewegung Formschluss zwischen
der Kunststoffstange und der Anschlussarmatur erreicht. Ferner wird durch Klebstoff,
welcher in einem zwischen Hülse und Stangenende gebildeten Spalt vorgesehen ist, Spiel
zwischen Stange und Armatur aufgehoben und so der Kraftschluss verbessert.
[0005] Ein Kraftübertragungselement, bei dem zwei metallene Anschlusssarmaturen durch ein
Isolierrohr auf der Basis von LCP-Material voneinander beabstandet sind, ist beschrieben
in EP 899 764 A1. Kraftschluss zwischen den Armaturen und dem Isolierrohr wird durch
Presssitz und/oder durch Verklebung erreicht.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Die Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen 1 bis 19 definiert ist, löst die Aufgabe,
ein Kraftübertragungselement der eingangs genannten Art zu schaffen, welches sich
durch ein gutes Übertragungsverhalten vor allem auch beim Auftreten grosser Drehmomente
auszeichnet, und ein Verfahren, mit dem ein solches Kraftübertragungselement in besonders
schonender Weise hergestellt werden kann, anzugeben wie auch eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
[0007] Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird ein gutes Übertragungsverhalten
des Kraftübertragungselements durch eine Klebverbindung erreicht, welche gebildet
ist von einem in ein Ende des Isolierrohrs eingeformten Konus, der von der Mantelfläche
auf die Innenfläche des Isolierrohrs geführt ist sowie von einem in eines der beiden
Anschlussstücke eingeformten Gegenkonus und von einem von Konus und Gegenkonus gebildeten
und mit Klebstoff gefüllten Spalt. Dadurch, dass der Klebspalt sich von der Innenfläche
des Isolierrohrs auf dessen Mantelfläche erstreckt, wird sowohl beim Ziehen als auch
beim Drehen Kraft von der Klebverbindung unmittelbar in alle im Rohrquerschnitt vorhandenen
Fasern eingeleitet. Dadurch werden starke Scherkräfte vermieden, welche bei Kraftübertragungselementen
nach dem Stand der Technik auftreten, bei denen ein Klebspalt lediglich zwischen Armatur
und Mantelfläche vorgesehen ist.
[0008] Ist bei der ersten Ausführungsform der Erfindung die Faserverstärkung des Isolierrohrs
durch Wickeln lageweise abgelegter Fasern gebildet, so sollte der Konus die Lagen
unter einem Winkel von ca. 10 bis 30°, bezogen auf die Achse des Isolierrohrs, schneiden.
Es hat sich gezeigt, dass dann die Klebeschicht die zu übertragende Kraft besonders
gleichmässig in praktisch alle Faserlagen einleitet, wodurch insbesondere die Übertragung
grosser Drehmomente in besonders wirkungsvoller Weise begünstigt wird.
[0009] Da bei der Ausführung der Befestigungsmittel als Klebverbindung ein von der Innenfläche
des Isolierrohrs und den Anschlussstücken begrenzter Hohlraum im Kraftübertragungselement
vorhanden ist, empfiehlt es sich, unerwünscht hohen Druck im Hohlraum durch einen
von aussen in den Hohlraum geführten Druckausgleichskanal abzubauen.
[0010] Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung wird ein gutes Übertragungsverhalten
des Kraftübertragungselements durch eine Einbettung erreicht, welche als einzubettendes
Teil einen in Richtung der Achse des Isolierrohrs erstreckten Abschnitt eines der
beiden Anschlussstücke aufweist und als Einbettkörper den Endabschnitt des in einem
Giessverfahren gefertigten Isolierrohrs. Durch die Einbettung werden Formschluss und
Spielfreiheit zwischen dem eingebetteten Anschlussstück und dem Isolierrohr erzielt
und können so grosse Zugkräfte und Drehmomente unabhängig von einer Klebverbindung
übertragen werden. Da dieses Kraftübertragungselement giesstechnisch hergestellt wird,
entfallen ein spanabhebendes Bearbeiten des Isolierrohres sowie ein Einkleben der
Anschlussstücke und es kann durch sehr präzise Kontrolle des Giessverfahrens eine
gute Qualität des Isolierrohrs und damit auch des Kraftübertragungselements, vor allem
hinsichtlich seiner dielektrischen und mechanischen Eigenschaften, erreicht werden.
[0011] Um einen zur Lösung einer speziellen Übertragungsaufgabe besonders günstigen Formschluss
zu erreichen, wird bei der zweiten Ausführungsform der Erfindung der eingebettete
Abschnitt des Anschlussstücks als Formschlusselement ausgeführt. Weist das Formschlusselement
in Umfangsrichtung um die Achse des Isolierrohrs ein von einem Kreis abweichendes
Profil auf, ist es beispielsweise nach Art eines Polygons ausgebildet, so wird ein
besonders gutes Übertragungsverhalten beim Auftreten grosser Drehmomente erreicht,
wie dies beispielsweise von einer Antriebswelle für ein Kontaktsystem eines Hochstromgerätes
gefordert wird.
[0012] Zweckmässigerweise weist bei der zweiten Ausführungsform des Kraftübertragungselements
nach der Erfindung mindestens eines der Anschlussstücke einen in Richtung der Achse
des Isolierrohrs geführten Längskanal auf. Ein bei der Fertigung des Isolierrohrs
zur Stützung der Innenwand verwendeter elastischer Formkörper kann nach dem Fertigungsprozess
durch diesen Kanal entfernt werden.
[0013] Ist die Faserverstärkung des Isolierrohrs durch Wickeln lageweise abgelegter Fasern
gebildet ist, so empfiehlt es sich, zusätzlich radial durch die Faserlagen geführte
Verstärkungsfasern vorzusehen. Mit einem Anteil an vorwiegend radial geführten Verstärkungsfasern
von ca. 0,5 bis 5 %, vorzugsweise 1 bis 3 %, der Faserverstärkung wird so eine besonders
hohe Torsionsfestigkeit des Isolierrohrs und damit auch des Kraftübertragungselements
erreicht.
[0014] Ein Verfahren, mit dem die zweite Ausführungsform der Erfindung besonders einfach
hergestellt werden kann, ist durch folgende Verfahrensschritte gekennzeichnet:
(1) aus den Anschlussstücken und einem rohrförmigen Faserkörper wird ein dem zu fertigen
Kraftübertragungselement hinsichtlich seiner geometrischen Abmessungen weitgehend
entsprechender Vorläuferkörper gebildet,
(2) der Faserkörper und ein Abschnitt des Vorläuferkörpers, welcher vom Faserkörper
umhüllte Teile der beiden Anschlussstücke umfasst, wird in eine Giessform gebracht,
(3) der Faserkörper wird in der Giessform mit flüssigem Polymer getränkt, und
(4) der polymergetränkte Faserkörper wird unter Bildung des die Anschlussstücke festsetzenden
Isolierrohrs gehärtet.
[0015] Bei diesem Verfahren entfallen eine vom Fertigungsverfahren des Kraftübertragungselements
abgekoppelte Herstellung des Isolierrohrs, eine spanabhebendes Bearbeiten des Isolierrohres
wie auch das Einkleben der Anschlussstücke. Da der Fertigungsprozess des Isolierstoffrohrs
unmittelbar Teil des Fertigungsprozesses des Kraftübertragungselements ist, können
die Fertigungsparameter sehr präzise kontrolliert werden, wodurch eine gute Qualität
des Kraftübertragungselements, insbesondere hinsichtlich seiner dielektrischen und
mechanischen Eigenschaften, erreicht wird.
[0016] In einer bevorzugten Weiterbildung dieses Verfahrens, werden vor dem Einbringen in
eine Giessform die Innenfläche und die Mantelfläche des rohrförmigen Faserkörpers
mit elastischen, gas- und flüssigkeitsdichten Formkörpern abgestützt. Bei der Durchführung
des Verfahrens kann dann der Formgebungsprozess des Isolierrohrs kontrolliert beeinflusst
werden. Zugleich können nach dem Härten die Formkörper nach elastischer Verformung
zerstörungsfrei entfernt werden.
[0017] Es ist vorteilhaft, den die Mantelfläche abstützenden elastischen Formkörper vor
dem Aufbringen auf den Faserkörper in radialer Richtung zu dehnen. Diese Massnahme
erleichtert das Aufbringen des Formkörpers auf den Faserkörper und ermöglicht es sogar,
den Faserkörper mit einer die Formgebung des Isolierrohrs und damit auch des Kraftübertragungselements
günstig beeinflussenden Vorspannung zu beaufschlagen.
[0018] Formgebung und vor allem Qualität des Isolierrohrs und damit auch des Kraftübertragungselements
lassen sich in besonders günstiger Weise beeinflussen, wenn die Formkörper beim Aushärten
mit Druck beaufschlagt werden. Je nach Höhe des Drucks werden hierbei nicht zu vermeidende
Gasbläschen im flüssigen Polymer, im Faserkörper oder an den einzubettenden Abschnitten
der Anschlussstücke durch Kompression weitgehend unterdrückt und so die dielektrischen
Eigenschaften des Kraftübertragungselements ganz wesentlich verbessert.
[0019] Um mit einfachen Mitteln ein mechanisch besonders stabiles Kraftübertragungselement
zu erreichen, sollte der Faserkörper durch Wickeln mehrerer Faserlagen auf einen Wickelkern
gefertigt werden und sollte der Wickelkern von den Anschlussstücken und dem die Innenfläche
des Faserkörpers stützenden elastischen Formkörper gebildet sein.
[0020] Werden bei der Fertigung des Faserkörpers durch die Faserlagen zusätzlich vorwiegend
radial ausgerichtete Verstärkungsfasern geführt , so wird die Torsionsfestigkeit des
Kraftübertragungselements mit vergleichsweise einfachen Mitteln erheblich verbessert.
[0021] Um den die Innenfläche des Faserkörper abstützenden elastischen Formkörper wiederverwenden
zu können, empfiehlt es sich, eines der beiden Anschlusstücke hohl auszubilden. Der
Formkörper kann dann nach dem Härten des im allgemeinen duromeren oder thermoplastischen
Polymers elastisch verformt und durch den Hohlraum zerstörungsfrei nach aussen entfernt
werden. Ein Eindringen von flüssigem Polymer in den Hohlraum beim Tränken des Faserkörpers
wird vermieden, wenn der die Innenfläche des Faserkörpers abstützende elastische Formkörper
vor dem Tränken mit Druckgas beaufschlagt wird.
[0022] Eine vorteilhafte Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens
weist eine Giessform mit mindestens fünf Öffnungen auf, von denen eine erste und eine
zweite der Durchführung der beiden Anschlussstücke dienen, eine dritte der Zufuhr
des flüssigen Polymers dient, eine vierte der Entlüftung der Giessform und eine fünfte
der Zufuhr von Druckgas, welches Druckgas beim Härten des flüssigen Polymers formgebend
auf den getränkten Faserkörper einwirkt.
[0023] Vorzugsweise enthält die Vorrichtung auch ein Wickelwerkzeug mit einem Wickelkern,
welcher von den beiden Anschlussstücken und einem zwischen den beiden Anschlussstücken
angeordneten elastischen Formkörper gebildet ist und der Aufnahme des Faserkörpers
dient. Die Vorrichtung weist ferner mit Vorteil auch ein Aufschrumpfwerkzeug auf mit
einer hohlzylinderförmig ausgeführten Vakuumkammer, deren zwei Stirnseiten jeweils
eine Öffnung zur Durchführung des mit dem Faserkörper bewickelten Wickelkerns enthalten
sowie eine im Inneren der Kammer angeordnete, radial verlaufende und die Öffnung umfassende
Dichtfläche, auf welcher der ringförmige Rand eines hohlzylinderförmig ausgeführten,
elastischen Formkörpers vakuumdicht abgestützt ist.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0024] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung und die damit erzielbaren weiteren
Vorteile werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig.1
- eine Seitenansicht einer als Welle ausgebildeten ersten Ausführungsform des Kraftübertragungselements
nach der Erfindung, bei der ein Isolierrohr axial geschnitten dargestellt ist,
- Fig.2
- eine Seitenansicht einer als Welle ausgebildeten zweiten Ausführungsform des Kraftübertragungselements
nach der Erfindung, bei der ein Isolierrohr ebenfalls geschnitten dargestellt ist,
- Fig.3
- eine Aufsicht in Pfeilrichtung auf einen längs III - III geführten Schnitt durch die
(vergrössert dargestellte) Welle nach Fig.2,
- Fig.4
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Herstellung der Welle nach Fig.2,
- Fig.5
- eine Aufsicht auf einen axial und parallel zur Zeichnungsebene geführten Schnitt durch
eine Giessform der Vorrichtung nach Fig.4, und
- Fig.6
- eine vergrösserte Darstellung eines Teils der Giessform nach Fig.5.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0025] In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende Teile. Die
in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen eines als Welle 1 ausgebildeten
Kraftübertragungselements nach der Erfindung enthalten jeweils zwei auf unterschiedliche
elektrische Potentiale führbare Anschlussstücke 2, 3 aus elektrisch leitendem Material,
beispielsweise aus Aluminium, sowie ein auf Torsion belastbares Rohr 4 aus einem elektrisch
isolierenden Material auf der Basis eines faserverstärkten Polymers mit guten mechanischen,
thermischen und elektrischen Eigenschaften. Als Verstärkungsfasern kommen vor allem
Kunststofffasern, etwa auf der Basis Aramid oder Polyester, aber auch anorganische
Fasern, etwa Glasfasern, in Betracht. Aus fertigungstechnischen Gründen und aus Gründen
einer guten mechanischen Festigkeit bei der Übertragung von Drehmomenten ist es günstig,
Fasern zu verwenden, die in Gelegen angeordnet sind, in denen die Fasern unter einem
Winkel von ca. 30° bis 60°, typischerweise ca. 45,° zur Achse der Welle angeordnet
sind. Anstelle von Gelegen können als Faserverstärkung grundsätzlich aber auch Gewebe
oder Matten verwendet werden oder können die Fasern mit Hilfe eines Wickelverfahrens
strangweise abgelegt sein. Als Polymer kommen vor allem Harze auf der Basis Epoxy
oder Polyester in Betracht. Zur Verbesserung der Haftung des polymeren Harzes ist
es gegebenenfalls vorteilhaft, die von Fasern umgebenen Abschnitte der Anschlussstücke
2, 3 mit einem Primer zu beschichten. Die beiden Anschlussstücke 2, 3 sind an je einem
beider Enden des Isolierrohrs 4 befestigt. Eine solche Welle 1 kann beispielsweise
mit dem Anschlussstück 2 auf Erdpotential gehalten und mit dem Anschlussstücke 3 an
Hochspannungspotential geführt werden. Von einem auf Erdpotential angeordneten, nicht
dargestellten Antrieb kann dann Kraft über die Welle 1 an ein anzutreibendes Element,
beispielsweise eine Kontaktanordnung eines Hochspannungsschaltgerätes, übertragen
werden. Durch geeignete Befestigung der Anschlussstücke 2, 3 an den Endes des Isolierrohrs
4 kann selbst bei kleinen Abmessungen der Welle 1 ein grosses Drehmoment übertragen
und damit eine hohe Beschleunigung des anzutreibenden Elements erreicht werden.
[0026] Bei der Ausführungsform der Welle nach Fig.1 wird die Befestigung erreicht durch
zwei Klebverbindungen 5, welche jeweils gebildet sind von einem in ein Ende des Isolierrohrs
eingeformten Konus 6, der von der Mantelfläche 7 auf die Innenfläche 8 des Isolierrohrs
4 geführt ist sowie von einem in das Anschlussstück 2 bzw. 3 eingeformten Gegenkonus
9 und von einem von Konus 6 und Gegenkonus 9 gebildeten und mit Klebstoff gefüllten
Spalt 10. Die Klebverbindungen 5 erstrecken sich von der der Innenfläche 8 des Isolierrohrs
4 auf dessen Mantelfläche 7. Dadurch wird Kraft von der Klebverbindung 5 unmittelbar
in alle im Rohrquerschnitt vorhandenen Fasern der Faserverstärkung eingeleitet. Es
werden so Scherkräfte zwischen den einzelnen Fasern minimiert, welche bei Übertragungselementen
nach dem Stand der Technik auftreten, bei denen eine Klebverbindung lediglich zwischen
Mantelfläche 7 und Anschlussstück 2 bzw. 3 vorhanden ist. Da die Kraft über alle Faserlagen
des Rohrquerschnitts eingeleitet wird, kann das Kraftübertragungselement nicht nur
grosse Drehmomente, sondern auch grosse Zugkräfte aufnehmen. Es ist daher nicht nur
als Welle, sondern auch als Zugstange geeignet. Bei der Verwendung als Zugstange empfiehlt
es sich jedoch, zur Erhöhung der Zugfestigkeit die Fasern vorwiegend in Zugrichtung
anzuordnen.
[0027] Ist entsprechend der Darstellung in Fig.1 die Faserverstärkung des Isolierrohrs 4
durch Wickeln lageweise abgelegter Fasern 11 gebildet, so sollte der Konus 6 die Faserlagen
11 unter einem Winkel von ca. 10 bis 30°, bezogen auf die Achse des Isolierrohrs,
schneiden. Es hat sich gezeigt, dass bei Belastung des Kraftübertragungselements 1
mit Drehmoment die Klebverbindung 5 dann die zu übertragende Kraft in praktisch alle
Faserlagen 11 gleichzeitig und gleichmässig einleitet. Diese Weiterbildung der Welle
1 kann daher besonders grosse Drehmomente übertragen.
[0028] Die gemäss Fig.1 ausgeführte Welle 1 kann wie nachfolgend angegeben gefertigt werden:
Ablängen eines Vorläuferkörpers des Isolierrohrs 4 aus einem durch Nasswickeln vorgefertigten
Isolierrohr grosser Länge,
Einformen der Konusse 6 in den Vorläuferkörper durch Drehen und/oder Schleifen, Einformen
der Gegenkonusse 9 in die beiden Anschlussstücke 2 und 3,
Vorbehandeln der Konusse 6 und der Gegenkonusse 9 mit einem geeigneten Klebstoff,
etwa auf der Basis Epoxy,
Zusammenfügen von Isolierrohr 4 und Anschlussstücken 2, 3 unter Bildung der schmalen
Klebstoffspalte 10, und
Aushärten des Klebstoffs unter Bildung der Welle 1.
[0029] Alternativ kann das Isolierrohr 4 aber auch durch Pultrusion gefertigt werden oder
durch irgendeinanderes Verfahren, welches zur Herstellung von faserverstärkten Polymerrohren
geeignet ist.
[0030] Bei der Fertigung der Welle 1 bildet sich ein von der Innenfläche 8 des Isolierrohrs
4 und den Anschlussstücken 2, 3 begrenzter Hohlraum 71. Dieser Hohlraum ist praktisch
gasdicht. Um zu verhindern, dass sich beim Verkleben während des Fertigungsvorgangs
oder später infolge erhöhter Temperaturen beim Betrieb der Welle 1 unerwünschter Druck
im Hohlraum aufbaut, mündet der Hohlraum 71 in einen nach aussen geführten Druckausgleichskanal
72. Dieser Kanal verbindet den Hohlraum 71 mit dem die Welle 1 umgebenden Aussenraum
und baut so einen möglicherweise im Hohlraum entstehenden Überdruck ab. Aus Gründen
eines günstigen elektrischen Verhaltens der Welle ist dieser Kanal mit Vorteil in
dielektrisch schwach belasteten Bereichen der Welle vorgesehen und ist - wie Fig.1
entnommen werden kann - mit Vorteil radial durch die Wand des Isolierrohrs 4 geführt
und in der Mitte zwischen den beiden Anschlussstücke 2, 3 angeordnet und/oder axial
durch eines der Anschlussstücke 2, 3 geführt. Typischerweise ist der Druckausgleichskanal
als Bohrung mit einem Durchmesser von einigen mm Durchmesser, beispielsweise 2 bis
4 mm, ausgeführt.
[0031] Bei der Ausführungsform der Welle nach Fig.2 wird die Befestigung erreicht durch
zwei Einbettungen 12, welche als einzubettendes Teil 13 jeweils einen in Richtung
der Achse des Isolierrohrs 4 erstreckten Abschnitt des Anschlussstücks 2, 3 aufweisen
und als Einbettkörper 14 einen Endabschnitt des Isolierrohrs 4. Die Einbettungen 12
werden in einem Giessverfahren gebildet, in dem ein vorgefertigter, die Anschlussstücke
2, 3 und einen Faserkörper enthaltender Vorläuferkörper der Welle 1 mit Polymer umgossen
wird.
[0032] Durch die Einbettung werden Formschluss und Spielfreiheit zwischen dem eingebetteten
Anschlussstück 2 bzw. 3 und dem Isolierrohr 4 erzielt und können so grosse Zugkräfte
und Drehmomente unabhängig von einer Klebverbindung übertragen werden. Da dieses Kraftübertragungselement
giesstechnisch hergestellt wird, entfallen Nachbearbeiten des Isolierrohres und Einkleben
der Anschlussstücke. Durch präzise Kontrolle des Giessverfahrens lassen sich zudem
eine gute Qualität des Isolierrohrs 4 und damit auch der Welle bzw. des Kraftübertragungselements
1 erreichen, insbesondere in Hinblick auf ein vorteilhaftes dielektrisches Verhalten
und gute mechanische Eigenschaften.
[0033] Fig.3 zeigt, dass der eingebettete Abschnitt 13 des Anschlussstücks 2 als Formschlusselement
ausgeführt ist und in Umfangsrichtung um die Achse des Isolierrohrs 4 ein von einem
Kreis abweichendes, Profil 15, beispielsweise nach Art eines Polygons, aufweist. Es
wird so Formschluss zwischen dem Isolierrohr 4 und dem Anschlussstück 2 erreicht.
Entsprechend kann Formschluss auch zwischen dem Isolierrohr 4 und dem Anschlussstück
3 erreicht werden. Anstelle eines Polygons kann das Profil auch Ellipsenstruktur oder
andere rotationsabhängige Struktur aufweisen. Es wird so ein besonders gutes Übertragungsverhalten
beim Auftreten grosser Drehmomente erreicht, wie dies beispielsweise von einer Antriebswelle
für ein Kontaktsystem eines Hochstromgeräts gefordert wird. In das Profil können gegebenenfalls
auch im Umfangsrichtung erstreckte Vertiefungen oder Aufweitungen eingeformt sein.
Hierdurch wird zusätzlich Formschluss bei Zugbelastung erreicht.
[0034] Aus den Figuren 2 und 3 kann entnommen werden, dass das Anschlussstück 2 einen in
Richtung der Achse des Isolierrohrs 4 geführten Längskanal 16 enthält. Ein bei der
Fertigung des Isolierrohrs 4 im Giessprozess zur Stützung der Innenwand des Faserkörpers
verwendeter, in den Figuren 5 und 6 dargesteller elastischer Formkörper 22 aus einem
elastomeren Material, wie Silikon, kann nach der Fertigung der Welle 1 durch diesen
Kanal entfernt werden. Der Formkörper 22 weist eine an das Profil 15 angepasste Mantelfläche
auf und ist mit Vorteil hohl ausgebildet. Er kann dann nämlich von innen mit Druck
beaufschlagt werden und sich infolge seiner elastischen Ausbildung radial nach aussen
erweitern.
[0035] Aus Fig.2 ist ersichtlich, dass die Faserverstärkung des Isolierrohrs 4 durch Wickeln
lageweise abgelegter Fasern 11 gebildet ist. In Fig.2 symbolisch angedeutet sind auch
vorwiegend radial durch die Faserlagen 11 geführte Verstärkungsfasern 17. Mit einem
Anteil von ca. 0,5 bis 5 %, vorzugsweise 1 bis 3 %, bewirken diese Fasern eine besonders
hohe Torsionsfestigkeit des Isolierrohrs 4 und damit auch der Welle 1.
[0036] Das Kraftübertragungselement 1 gemäss den Figuren 2 und 3 kann mit der aus Fig. 4
ersichtlichen Vorrichtung gefertigt werden. Diese Vorrichtung enthält ein Wickelwerkzeug
20 mit einem drehbar gelagerten Wickelkern 21. Der Wickelkern 21 ist von den beiden
Anschlussstücken 2, 3 und dem zwischen den beiden Anschlussstücken angeordneten elastischen
Formkörper 22 gebildet und dient der Aufnahme eines Faserkörpers 23. Der Faserkörper
23 ist durch Wickeln eines vorgespannten Kunstfasergeleges 24, vorzugsweise auf der
Basis Aramid mit einem Flächengewicht von einigen Hundert Gramm pro m
2, beispielsweise 300 g/m
2, entstanden. Der Faserkörper 23 weist daher die in Fig.2 dargestellten Faserlagen
11 auf. Zusätzlich kann der Faserkörper 23 durch die in Fig.2 dargestellten, radial
geführten Fasern 17 verstärkt sein. Im Wickelwerkzeug 20 wird nun ein der zu fertigenden
Welle 1 hinsichtlich ihrer geometrischen Abmessungen weitgehend entsprechender Vorläuferkörper
31 gebildet. Dieser Vorläuferkörper umfasst die in Fig.2 dargestellten und in das
Isolierrohr 4 einzubettenden Abschnitte 13 der Anschlussstücke 2, 3.
[0037] Der Vorläuferkörper 31 wird in ein Aufschrumpfwerkzeug 30 gebracht. Das Aufschrumpfwerkzeug
weist eine hohlzylinderförmig ausgeführte Vakuumkammer 32 auf, deren zwei Stirnseiten
jeweils eine Öffnung 33 bzw. und 34 zum Einbringen des Vorläuferkörpers 31 enthalten.
Im Inneren der Kammer 32 ist ein den Faserkörper 23 mit Abstand umgebender, elastischer
Formkörper 35 vorgesehen, der wie der Formkörper 22 aus einem elastomeren Material,
vorzugsweise Silikon, besteht. Der Formkörper 35 ist hohlzylindrisch ausgebildet und
weist wie der Formkörper 22 im Umfangsrichtung polygonales Profil auf. Seine beiden
Enden werden jeweils von als Dichtungskörper wirkenden ringförmigen Rändern 36 und
37 gebildet. Diese Ränder sind vakuumfest abgestützt auf radial verlaufenden und die
Öffnungen 33, 34 umfassenden Dichtungsflächen 38, 39. Vor dem Einbringen des Vorläuferkörpers
31 wird an die Vakuumkammer 32 Unterdruck gelegt und so der Formkörper 35 unter Bildung
von Vorspannung radial nach aussen geführt (Darstellung gemäss Fig.4). Im vergrösserten
Durchmesser des Formkörpers 35 findet nun der Vorläuferkörper beim Einbringen in das
Aufschrumpfwerkzeug ausreichend Platz. Durch Füllen der Vakuumkammer mit Luft wird
der Formkörper 35 nach innen verschoben (Richtungspfeile gemäss Fig. 4) und mit einer
vorbestimmten Vorspannung auf den Faserkörper 23 des Vorläuferkörpers 31 aufgeschrumpft.
[0038] Der Vorläuferkörper 31 und die seinen Faserkörper 23 stützenden elastischen Formkörper
22 und 35 werden in eine zweiteilige vakuum- und druckfeste Giessform 40 mit einer
Unterform 41 und einer Oberform 42 gebracht. Diese Giessform ist in den Figuren 5
und 6 in Schnitt dargestellt. Nach dem Entfernen der Oberform 42 wird der von den
Formkörpern 22, 35 und zwei Ringen 43, 44 gestützte Vorläuferkörper 31 in die Unterform
42 gebracht. Die beiden Ringe 43, 44 sind aus Metall, vorzugsweise einem harzresistenten
Stahl, und stützen die beiden Ränder 36, 37 des Formkörpers 35 weitgehend vakuum-
und flüssigkeitsdicht ab. Nach dem Einbringen des Vorläuferkörpers 31 in die Unterform
41 wird die Oberform 42 aufgebracht und mit Hilfe von Befestigungsmitteln gegen die
Unterform 41 gepresst. Dichtungsringe 45 und 46 dichten dann das Innere der Giessform
40 weitgehend vakuum-, druck- und flüssigkeitsdicht nach aussen ab. Durch Öffnungen
47 und 48 der Giessform 40 sind die Anschlussstücke 2, 3 nach aussen geführt. Eine
weitere Öffnung ins Forminnere stellt der Längskanal 16 dar, durch den ein offenes
und mit einer Druckgasquelle verbindbares Ende des ballonartig ausgeführten Formkörpers
22 geführt ist. Durch eine Öffnung 49 kann flüssiges Polymer, beispielsweise Epoxidharz,
ins Forminnere geführt werden. Eine weitere Öffnung 50 dient dem Entlüften des Forminneren
und ist mit einer Vakuumanlage verbindbar.
[0039] Zur Fertigung der Welle bzw. des Kraftübertragungselements wird zunächst das Forminnere
über die Öffnung 50 evakuiert und wird Druckgas über den Längskanal 16 in den Formkörper
22 eingelassen. Durch den sich hierbei dehnenden Formkörper 22 wird der Längskanal
16 nach aussen abgedichtet. Wie aus Fig.6 ersichtlich ist, wird sodann flüssiges Polymer
51 über die Öffnung 49 zugeführt. Das Harz strömt durch einen nicht bezeichneten,
zwischen Stützring 43 und Anschlussstück 2 befindlichen Ringspalt in den Faserkörper
23 und tränkt diesen vollständig. Durch den unter Druck stehenden, gedehnten und den
Kanal 16 abdichtenden Formkörper 22 wird vermieden, dass Harz durch den Längskanal
16 austreten kann. Die Zufuhr von Polymer 51 wird beendet, sobald der Faserkörper
23 vollständig getränkt ist. Die Öffnungen 49 und 50 werden verschlossen. Der unter
Druck stehende elastische Formkörper 22 und der durch die Unter- und Oberform 41,
42 gestützte Formkörper 35 wirken nun formgebend auf den polymergetränkten Faserkörper
23 ein. Gegebenenfalls noch im flüssigen Polymer befindliche Gasbläschen werden zugleich
auf dielektrisch unwirksame Grössen komprimiert. Unter Druck stehend wird sodann das
Polymer bei erhöhten Temperaturen gehärtet. Hierbei bilden sich das aus Fig. 2 ersichtliche
Isolierrohr 4 mit den beiden Einbettungen 12 bzw. das als Welle 1 ausgeführte Kraftübertragungselement.
Nach dem Härten des Polymers kann der Formkörper 22 druckentlastet und infolge seiner
elastischen Verformbarkeit zerstörungsfrei durch den Längskanal 16 aus dem Inneren
der Giessform 40 bzw. der Welle 1 entfernt werden. Die Welle 1 kann nach dem Entfernen
der Oberform 42 der Unterform 41 entnommen werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0040]
- 1
- Kraftübertragungselement, Welle
- 2, 3
- Anschlussstücke
- 4
- Isolierrohr
- 5
- Klebverbindung
- 6
- Konus
- 7
- Mantelfläche
- 8
- Innenfläche
- 9
- Gegenkonus
- 10
- Klebspalt
- 11
- Faserlagen
- 12
- Einbettung
- 13
- einzubettendes Teil
- 14
- Endabschnitt
- 15
- Profil
- 16
- Längskanal
- 17
- Verstärkungsfasern
- 20
- Wickelwerkzeug
- 21
- Wickelkern
- 22
- Formkörper
- 23
- Faserkörper
- 24
- Kunstfasergelege
- 30
- Aufschrumpfwerkzeug
- 31
- Vorläuferkörper
- 32
- Vakuumkammer
- 33, 34
- Öffnungen
- 35,
- Formkörper
- 36, 37
- Ränder
- 38,39
- Dichtflächen
- 40
- Giessform
- 41
- Unterform
- 42
- Oberform
- 43, 44
- Stützringe
- 45, 46
- Dichtungsringe
- 47,48,49,50
- Öffnungen
- 71
- Hohlraum
- 72
- Druckausgleichskanal
1. Element (1) zur Übertragung mechanischer Kraft in einer Dreh- und/oder Schubbewegung
enthaltend zwei auf unterschiedliche elektrische Potentiale führbare Anschlussstücke
(2, 3) aus elektrisch leitendem Material sowie ein auf Torsion und/oder Zug belastbares
Rohr (4) aus einem elektrisch isolierenden Material auf der Basis eines faserverstärkten
Polymers, bei welchem Kraftübertragungselement (1) die beiden Anschlussstücke (2,
3) jeweils an einem beider Enden des Isolierrohrs (4) befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Befestigen mindestens eines beider Anschlussstücke (2, 3) am Isolierrohr (4)
folgende Mittel vorgesehen sind:
entweder eine Klebverbindung (5), welche gebildet ist von einem in ein Ende des Isolierrohrs
(4) eingeformten Konus (6), der von der Mantelfläche (7) auf die Innenfläche (8) des
Isolierrohrs (4) geführt ist sowie von einem in das mindestens eine Anschlussstück
(2, 3) eingeformten Gegenkonus (9) und von einem von Konus (6) und Gegenkonus (9)
gebildeten und mit Klebstoff gefüllten Spalt (10),
oder eine Einbettung (12), welche als einzubettendes Teil (13) einen in Richtung der
Achse des Isolierrohrs (4) erstreckten Abschnitt des mindestens einen Anschlussstücks
(2, 3) aufweist und als Einbettkörper (14) den Endabschnitt des in einem Giessverfahren
gefertigten Isolierrohrs (4).
2. Kraftübertragungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ausführung der Befestigungsmittel als Klebverbindung (5) die Faserverstärkung
des Isolierrohrs (4) durch Wickeln lageweise abgelegter Fasern (11) gebildet ist,
und dass der Konus (6) die Lagen (11) unter einem Winkel von ca. 10 bis 30°, bezogen
auf die Achse des Isolierrohrs (4), schneidet.
3. Kraftübertragungselement nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ausführung der Befestigungsmittel als Klebverbindung (5) ein von der Innenfläche
(8) des Isolierrohrs (4) und den Anschlussstücken (2, 3) begrenzter Hohlraum (71)
mit einem aus dem Kraftübertragungselement (1) geführten Druckausgleichskanal (72)
verbunden ist.
4. Kraftübertragungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ausführung der Befestigungsmittel als Einbettung (12) der eingebettete Abschnitt
(13) des mindestens einen Anschlussstücks (2, 3) als Formschlusselement ausgeführt
ist.
5. Kraftübertragungselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Formschlusselement ein von einem Kreis abweichendes Profil (15) aufweist.
6. Kraftübertragungselement nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Anschlussstücke (2, 3) einen in Richtung der Achse des Isolierrohrs (4)
geführten Längskanal (16) aufweist.
7. Kraftübertragungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserverstärkung des Isolierrohrs (4) durch Wickeln lageweise abgelegter Fasern
(11) gebildet ist sowie durch vorwiegend radial durch die Faserlagen (11) geführte
Verstärkungsfasern (17).
8. Kraftübertragungselement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an vorwiegend radial geführten Verstärkungsfasern (17) ca. 0,5 bis 5 %,
vorzugsweise 1 bis 3 %, der Faserverstärkung ausmacht.
9. Verfahren zur Herstellung des Übertragungselements nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
aus den Anschlussstücken (2, 3) und einem rohrförmigen Faserkörper (23) wird ein dem
zu fertigen Übertragungselement (1) hinsichtlich seiner geometrischen Abmessungen
weitgehend entsprechender Vorläuferkörper (31) gebildet,
der Faserkörper (23) und ein Abschnitt des Vorläuferkörpers (31), welcher vom Faserkörper
(23) umhüllte Teile der beiden Anschlussstücke (2, 3) umfasst, wird in eine Giessform
(40) gebracht,
der Faserkörper wird in der Giessform (40) mit flüssigem Polymer (51) getränkt, und
der polymergetränkte Faserkörper (23) wird unter Bildung des die Anschlussstücke (2,
3) festsetzenden Isolierrohrs (4) gehärtet.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einbringen in die Giessform (40) die Innenfläche und die Mantelfläche des
rohrförmigen Faserkörpers (23) mit elastischen, gas- und flüssigkeitsdichten Formkörpern
(22, 35) abgestützt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der die äussere Mantelfläche abstützende elastische Formkörper (35) vor dem Aufbringen
auf den Faserkörper (23) in radialer Richtung gedehnt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Formkörper (22, 35) beim Aushärten mit einem die Form des Isolierrohrs (4) bestimmenden
Druck beaufschlagt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserkörper (23) durch Wickeln mehrerer Faserlagen (11) gefertigt wird, welche
Faserlagen (11) auf einem Wickelkern (21) abgelegt werden, der von den Anschlussstücken
(2, 3) und dem die Innenfläche des Faserkörpers (23) stützenden elastischen Formkörper
(22) gebildet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Fertigung des Faserkörpers (23) durch die Faserlagen (11) zusätzlich vorwiegend
radial ausgerichtete Verstärkungsfasern (17) geführt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der die Innenfläche des Faserkörper (23) abstützende elastische Formkörper (22) nach
dem Aushärten durch ein hohl ausgebildetes der beiden Anschlusstücke (2) entfernt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der die Innenfläche des Faserkörpers (23) abstützende elastische Formkörper (22)
vor dem Tränken des Faserkörpers (23) mit Druckgas beaufschlagt wird.
17. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Giessform (40) mindestens fünf Öffnungen (16, 47, 48, 49, 50) aufweist, von denen
eine erste und eine zweite (47, 48) der Durchführung der beiden Anschlussstücke (2,
3) dienen, eine dritte (49) der Zufuhr des flüssigen Polymers (51) dient, eine vierte
(50) der Entlüftung der Giessform (40) und eine fünfte (16) der Zufuhr von Druckgas,
welches Druckgas beim Härten des flüssigen Polymers (51) formgebend auf den getränkten
Faserkörper (23) einwirkt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Wickelwerkzeug (20) aufweist mit einem Wickelkern (21), welcher
von den beiden Anschlussstücken (2, 3) und einem zwischen den beiden Anschlussstücken
(2, 3) angeordneten elastischen Formkörper (22) gebildet ist und der Aufnahme des
Faserkörpers (23) dient.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Aufschrumpfwerkzeug (30) aufweist mit einer hohlzylinderförmig
ausgeführten Vakuumkammer (32), deren zwei Stirnseiten jeweils eine Öffnung (33, 34)
zur Durchführung des mit dem Faserkörper (23) bewickelten Wickelkerns (21) enthalten,
sowie eine im Inneren der Kammer (32) angeordnete, radial verlaufende und die Öffnung
(33, 34) umfassende Dichtfläche (38, 39), auf welcher ein ringförmiger Rand (36, 37)
eines hohlzylinderförmig ausgeführten, elastischen Formkörpers (35) vakuumdicht abgestützt
ist.