[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung eines Gewinnspiels.
[0002] Gewinnspiele in Verbindung mit Fernseh- oder Rundfunksendungen sind grundsätzlich
bekannt. Beispielsweise kann in einer Fernsehsendung eine Frage gestellt werden, die
dann von dem Publikum oder einem Kandidaten im Studio oder auch von Zuschauern bzw.
Zuhörern richtig beantwortet werden muss, um das Spiel zu gewinnen.
[0003] Durch solche Sendungen wird die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den entsprechenden
Sender und gegebenenfalls während der Sendung übertragene Werbung gelenkt, so dass
der Sender und/oder während der Sendung beworbene Produkte eine entsprechende Bekanntheit
erwerben können. Insbesondere kann ein Kaufanreiz für in der Sendung beworbene Produkte
entstehen. Die Aufmerksamkeit von Zuschauern wird jedoch nur während der Übertragung
der entsprechenden Sendung erregt, so dass der Effekt stark begrenzt sein kann.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Durchführung
eines Gewinnspiels, insbesondere unter Verwendung von Fernseh- oder Rundfunkübertragungen,
bereitzustellen, bei dem die Aufmerksamkeit der Zuschauer nicht nur während einer
Übertragung einer Fernseh- oder Rundfunksendung erregt und insbesondere auch eine
Kommunikation mit Teilnehmern verbessert wird.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Durchführung eines Gewinnspiels mit
den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Durchführung eines Gewinnspiels wird eine
Menge von voneinander verschiedenen Paaren von jeweils einer ersten und einer zweiten
Zeichenkette gebildet. Wenigstens einige der Zeichenkettenpaare werden ausgegeben,
indem Gegenstände mit den Zeichenkettenpaaren versehen werden, wobei mit einem gegebenen
Zeichenkettenpaar jeweils wenigstens ein Gegenstand versehen wird, und die Gegenstände
von wenigstens einer Ausgabestelle verteilt werden oder indem von wenigstens einer
Ausgabestelle im Zusammenhang mit jeweils einer über wenigstens eine Telekommunikationsverbindung
durchgeführten Transaktion eines der Zeichenkettenpaare über die gleiche oder eine
andere Telekommunikationsverbindung ausgegeben wird. Aus der Menge von verschiedenen
Zeichenkettenpaaren wird wenigstens ein Gewinnzeichenkettenpaar ausgewählt und die
erste Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares wird durch eine Fernseh- oder Rundfunkübertragung
bekannt gegeben. Die bekannt gegebene erste Zeichenkette wird mit der ersten Zeichenkette
wenigstens eines ausgegebenen Zeichenkettenpaares verglichen. Bei Feststellung einer
Übereinstimmung wird eine Telekommunikationsverbindung zu einer Prüfstelle aufgebaut
und wenigstens die zweite Zeichenkette des ausgegebenen Zeichenkettenpaares, dessen
erste Zeichenkette mit der bekannt gegebenen ersten Zeichenkette übereinstimmt, an
die Prüfstelle übertragen. Die Prüfstelle vergleicht wenigstens die zweite Zeichenkette
des ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaares mit der an sie übertragenen zweiten Zeichenkette.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden also zunächst Paare von jeweils einer
ersten und einer zweiten Zeichenkette gebildet. Diese voneinander verschiedenen Paare
sind dabei vorzugsweise so gebildet, dass sie kein Bildungsschema aufweisen, das es
einem Außenstehenden erlauben würde, beispielsweise durch Kenntnis von wenigen, beispielsweise
drei oder fünf, vorzugsweise zehn bis zwanzig, verschiedenen Paaren festzustellen,
ob ein Zusammenhang zwischen der zweiten Zeichenkette und der ersten Zeichenkette
besteht und wie dieser gegebenenfalls aussehen könnte. Dabei genügt es, dass diese
Abhängigkeit nicht ohne weiteres von einem Durchschnittsteilnehmer ohne Zuhilfenahme
technischer Hilfsmittel feststellbar bzw. bestimmbar ist.
[0008] Die Zeichenkettenpaare sind voneinander verschieden, d.h. ihre ersten und/oder zweiten
Zeichenketten sind verschieden.
[0009] Es können bei dem erfindungsgemäßen Spiel auch Gruppen von drei oder mehr Zeichenketten
verwendet werden, die jeweils als Gruppe ausgegeben werden und so jeweils ein Zeichenkettenpaar
im Sinne der Erfindung umfassen.
[0010] Die Menge dieser Zeichenkettenpaare kann dann in einem Speicher, insbesondere einer
Datei oder Datenbank in einer Datenverarbeitungseinrichtung, gespeichert werden, so
dass sie weiterhin verfügbar sind.
[0011] Wenigstens einige der Zeichenkettenpaare werden dann an potentielle Teilnehmer ausgegeben.
Nach einer ersten Alternative werden dazu Gegenstände mit den Zeichenkettenpaaren
versehen, wobei jeweils ein Gegenstand oder mehrere Gegenstände mit einem gegebenen
Zeichenkettenpaar versehen werden kann bzw. können.
[0012] Diese Gegenstände werden an Teilnehmer verteilt. Die Verteilung der Gegenstände erfolgt
durch wenigstens eine Ausgabestelle, vorzugsweise mehreren Ausgabestellen. Bei den
Ausgabestellen kann es sich beispielsweise um Dienstleistungsunternehmen, Hersteller
von Waren oder Stoffen oder Händler für Waren oder Stoffe, zum Beispiel Tankstellen
handeln, die die Gegenstände dann beispielsweise im Zusammenhang mit dem Kauf einer
Dienstleistung oder eines Produkts bzw. Stoffs an die Kunden verteilen.
[0013] Nach der zweiten Alternative werden die Zeichenkettenpaare ebenfalls über wenigstens
eine Ausgabestelle im Zusammenhang mit einer über eine Telekommunikationsverbindung
ausgeführten Transaktion an Kunden ausgegeben. Unter einer Telekommunikationsverbindung
wird im Rahmen der Erfindung allgemein eine Verbindung im Internet und vorzugsweise
eine Telefonverbindung im Festnetz oder eine Mobilfunkverbindung in Form einer Sprechverbindung
oder einer Datenverbindung, beispielsweise über einen SMS-, EMS oder MMS-Dienst, in
einem Mobilfunknetz, beispielsweise einem GSM-, GPRS- oder UMTS-Netz, verstanden.
[0014] Bei der Transaktion kann es sich um einen beliebigen Austausch von Daten oder Informationen
handeln. Die Transaktion erfolgt zwischen der Ausgabestelle oder einer mit dieser
verbundenen Stelle und einem potentiellen Teilnehmer. Beispielsweise kann eine Befragung
des Teilnehmers durchgeführt werden. Weiterhin kann die Transaktion in einer, beispielsweise
telefonischen oder per Internet erfolgenden, Bestellung bzw. einem entsprechenden
Kauf von Waren, Dienstleistungen oder anderen Diensten bestehen. Darüber hinaus wird
unter einer Transaktion auch die Anmeldung für einen, gegebenenfalls auch kostenlosen,
Dienst, beispielsweise einen Informationsdienst, insbesondere eine Eintragung in eine
Liste von Interessenten für ein Unternehmen, eine Dienstleistung, eine Ware oder eine
Information, verstanden.
[0015] Das jeweilige Zeichenkettenpaar kann über die gleiche Telekommunikationsverbindung
oder eine andere Telekommunikationsverbindung an den potentiellen Teilnehmer vor,
während oder vorzugsweise nach Abschluss der Transaktion übermittelt werden. Die Übermittlung
kann dabei auch erst nach einem längeren Zeitraum nach der Transaktion, beispielsweise
nach Tagen, Wochen oder Monaten erfolgen, wozu in der Ausgabestelle oder einer von
dieser mit Daten versorgten Speichereinrichtung, Daten der Transaktion gespeichert
werden können.
[0016] Vorzugsweise wird das Zeichenkettenpaar über eine Datenverbindung übermittelt, beispielsweise
als email, SMS, EMS oder MMS. Insbesondere kann beispielsweise in einem entsprechenden
UMTS-Netz bei Verwendung entsprechender Endgeräte während einer Sprachverbindung zur
Durchführung der Transaktion über eine im Wesentlichen zeitgleiche Datenverbindung
das Zeichenkettenpaar übermittelt werden. Weiterhin ist es möglich, dass die Transaktion
allein über Datenverbindungen erfolgt, so dass bei Beendigung der Transaktion die
Ausgabestelle automatisch das gewählte Zeichenkettenpaar an den Teilnehmer bzw. dessen
Mobilfunkendgerät übermittelt. Als Mobilfunkendgeräte können dabei Mobilfunktelefone,
entsprechend ausgestattete PDAs (Personal Digital Assistants) oder Computer mit entsprechenden
Mobilfunkschnittstellen verwendet werden.
[0017] Kennen Zuschauer das Gewinnspiel bereits, wird deren Aufmerksamkeit auf die Ausgabestellen
bzw. von diesen angebotene Dienstleistungen oder Waren gelenkt. Insbesondere können
sie die Ausgabestellen gezielt benutzen, um die zur Teilnahme an dem Spiel geeigneten
Gegenstände zu erhalten. Umgekehrt werden Kunden, die ein Zeichenkettenpaar erhalten,
auf die Sendung hingewiesen und erhalten einen starken Anreiz, diese zu verfolgen.
[0018] Aus der Menge von verschiedenen Zeichenkettenpaaren wird dann wenigstens ein Gewinnzeichenkettenpaar
ausgewählt. Bei wiederholter Durchführung einer Auswahl auf der Basis der gleichen
Menge von Zeichenketten werden vorzugsweise nur solche Zeichenkettenpaare verwendet,
die zuvor noch nicht als Gewinnzeichenkettenpaar verwendet wurden.
[0019] Die erste Zeichenkette dieses ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaars wird durch eine
Fernseh- oder Rundfunk- bzw. Radioübertragung bekannt gegeben. Die Fernseh- oder Rundfunkübertragung
kann dabei beispielsweise über entsprechende terrestrische Funkanlagen, Satellit,
über Kabelnetze oder auch Internetfernsehen oder -radio erfolgen.
[0020] Es können auch mehrere Gewinnzeichenkettenpaare ausgewählt werden, deren erste Zeichenketten
während einer Sendung bekannt gegeben werden.
[0021] Die Bekanntgabe kann insbesondere im Rahmen einer entsprechend angekündigten Sendung
erfolgen, so dass die Aufmerksamkeit der Mitspieler nicht nur auf die Ausgabestellen
der Gegenstände, sondern auch auf die Sendung bzw. den Betreiber des entsprechenden
Senders sowie im Zusammenhang mit der Sendung beworbene Dienstleistungen oder Waren
gelenkt wird.
[0022] Die Bekanntgabe über eine Fernseh- oder Rundfunksendung hat den Vorteil, dass sie
gleichzeitig für viele Teilnehmer ohne besonderen Aufwand erfolgen kann, da entsprechende
Sender und Empfänger meist bereits vorhanden sind.
[0023] Jeder Teilnehmer kann nun die bekannt gegebene erste Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaars
bzw. erste Zeichenketten mehrerer Gewinnzeichenkettenpaare mit der ersten Zeichenkette
des an ihn ausgegebenen Zeichenkettenpaares, beispielsweise auf seinem von der Ausgabestelle
verteilten Gegenstand, vergleichen. Bei Feststellung einer Übereinstimmung kann der
Teilnehmer nun eine Telekommunikationsverbindung zu einer Prüfstelle aufbauen und
dieser wenigstens die zweite Zeichenkette des an ihn ausgegebenen Zeichenkettenpaares,
dessen erste Zeichenkette mit der bekannt gegebenen ersten Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaars
übereinstimmt, an die Prüfstelle übertragen. Diese Telekommunikationsverbindung braucht
dabei nicht mit der bei der zweiten Variante verwendeten Telekommunikationsverbindung
übereinzustimmen und kann insbesondere auch einen anderen Typ aufweisen. Die Verwendung
der Telekommunikationsverbindung zur Übertragung wenigstens der zweiten Zeichenkette
hat den Vorteil, dass die Übertragung während der Sendung erfolgen kann, so dass sich
für den Teilnehmer wie auch die Zuschauer eine größere Spannung ergibt. Die Übertragung
kann über Sprache und vorzugsweise über Datendienste wie email, SMS, EMS oder MMS,
insbesondere in einem Mobilfunknetz, beispielsweise nach dem GSM-, GPRS- oder UMTS-
Standard, erfolgen.
[0024] Die Prüfstelle überprüft nun, ob die an sie übertragene zweite Zeichenkette mit der
zweiten Zeichenkette des ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaars übereinstimmt. Dazu
kann die Prüfstelle im einfachsten Fall durch eine Person gegeben sein, die entsprechende
Anrufe von Gewinnern annimmt und die zweiten Zeichenketten vergleicht. Es kann jedoch
auch eine Datenverarbeitungseinrichtung mit einer Telekommunikationsschnittstelle
vorgesehen sein, die eine Spracherkennungseinheit aufweist, um eingehende Anrufe und
insbesondere die durch Sprache übermittelte zweite Zeichenkette zu erkennen und den
Vergleich mit der zweiten Zeichenkette des ausgewählten Zeichenkettenpaars automatisch
durchzuführen. Es ist jedoch auch möglich, die zweite Zeichenkette mittels einer Telekommunikationseinrichtung,
die Signale mittels DTMF-Verfahren (Dual-Tone Multiplexed Frequency-Verfahren) oder
MFV (Mehrfrequenzwahlverfahren) übermitteln können, zu übertragen. Die zweite Zeichenkette
kann dann über die Tastatur der entsprechenden Telekommunikationsendeinrichtung eingegeben
und an eine Datenverarbeitungseinrichtung der Prüfstelle übermittelt werden, die über
eine entsprechende Telekommunikationsschnittstelle mit einer Erkennungseinrichtung
verfügt. Bei der Telekommunikationsendeinrichtung kann es sich insbesondere um ein
Mobilfunktelefon oder einen entsprechend ausgestatteten PDA handeln, das bzw. der
beispielsweise zur Benutzung in einem der oben genannten Netze ausgelegt ist.
[0025] Ergibt der Vergleich, dass die beiden zweiten Zeichenketten übereinstimmen, kann
entschieden werden, dass ein Gewinn vorliegt, und der Gewinner kann nach Angabe entsprechender
Daten schriftlich oder vorzugsweise über die Telekommunikationsverbindung oder die
Fernseh- oder Rundfunkübertragung bekannt gegeben werden.
[0026] Werden Gruppen von Zeichenketten mit drei oder mehr Zeichenketten verwendet, können
bei dem Vergleich weitere Zeichenketten herangezogen werden. Darüber hinaus ist es
möglich, dass eine Zeichenkette der Gruppe, die nicht zu dem Zeichenkettenpaar gehört,
dazu verwendet wird, einen zusätzlichen Gewinn auszusetzen, der vergeben wird, wenn
auch die dritte Zeichenkette ein vorgegebenes Kriterium, beispielsweise die Übereinstimmung
mit einer dritten Zeichenkette einer Gewinngruppe von Zeichenketten, die auch das
Gewinnzeichenkettenpaar umfasst, erfüllt ist.
[0027] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Aufmerksamkeit von potentiellen Teilnehmern
nicht nur während der Fernseh- oder Rundfunkübertragung auf die entsprechende Sendung
und/oder darin beworbene Produkte gelenkt, sondern auch auf die Ausgabestellen, an
denen die mit den Zeichenkettenpaaren versehenen Gegenstände verteilt bzw. die Zeichenketten
im Zusammenhang mit einer Transaktion ausgegeben werden. Umgekehrt lenkt die Ausgabe
der Zeichenketten die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf die Sendung bzw. Fernseh-
oder Rundfunkübertragung. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es daher, bei potentiellen
Teilnehmern eine besonders hohe Aufmerksamkeit zu erregen, die zu entsprechenden Werbezwecken
verwendet werden kann. Weiterhin ist es im Interesse des Senders wie auch der Ausgabestellen,
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren mitzuwirken, da beide von der Tätigkeit der anderen
Seite profitieren.
[0028] Weiterbildungen und bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Ansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen beschrieben.
[0029] Um eine möglichst große Anzahl von Gegenständen verteilen bzw. Transaktionen mit
Vergabe von Zeichenkettenpaaren durchführen und gleichzeitig die Anzahl der Gewinne
gering halten zu können, ist es bevorzugt, dass beide Zeichenketten wenigstens fünf
Zeichen umfassen. Die Zeichenketten brauchen dabei nicht unbedingt gleich lang zu
sein. Besonders bevorzugt umfasst die erste Zeichenkette so viele Zeichen, dass die
Menge möglicher erster Zeichenketten unter Berücksichtigung der Anzahl verschiedener
verwendeter Zeichen und aller möglichen Kombinationen der Zeichen größer ist, als
die Anzahl zu verteilender Gegenstände bzw. durchzuführender Transaktionen.
[0030] Vorzugsweise unterscheiden sich die Zeichenkettenpaare wenigstens in der ersten Zeichenkette,
so dass ein Zeichenkettenpaar mit einer gegebenen ersten Zeichenkette nur einmal in
der gebildeten Menge vorkommt. Für eine gegebene erste Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares
gibt es dann nur ein Zeichenkettenpaar auf einem Gegenstand oder mehreren Gegenständen
bzw. für eine oder mehrere Transaktionen, das gleich dem Gewinnzeichenkettenpaar ist.
Dabei können die zweiten Zeichenketten einiger verschiedener Zeichenkettenpaare gleich
sein. Es ist jedoch bevorzugt, dass sich die Zeichenkettenpaare sowohl in der ersten
als auch der zweiten Zeichenkette unterscheiden. Ein erfolgreiches Erraten der zweiten
Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares durch Teilnehmer, die nicht einen Gegenstand
mit dem Gewinnzeichenkettenpaar besitzen bzw. an die kein Zeichenkettenpaar ausgegeben
wurde, ist dann kaum möglich.
[0031] Um weitgehend sicherzustellen, dass es für potentielle Teilnehmer nicht einfach möglich
ist, einen Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Zeichenkette in den Zeichenkettenpaaren
festzustellen, ist es bevorzugt, dass jeweils zumindest eine der beiden Zeichenketten
der Zeichenkettenpaare mittels eines Zufallszahlengenerators erzeugt wird. Unter Zufallszahlen
werden dabei auch zufällige Bitfolgen verstanden. Als Zufallszahlen können dabei zum
einen Zahlen verwendet werden, die durch physikalische Messvorgänge, beispielsweise
Messungen von einem Rauschen unterworfenen Größen, erhalten werden. Vorzugsweise werden
jedoch so genannte Pseudo-Zufallszahlen verwendet, die mittels grundsätzlich bekannter
Algorithmen erzeugt werden. Aufeinander folgende Zahlen weisen dann eine sehr geringe,
in der Regel nicht relevante Korrelation auf. Die so erhaltenen Zufallszahlen können
unmittelbar als Teile der Zeichenketten oder auch als gesamte Zeichenkette verwendet
werden. Es ist jedoch auch möglich, mittels eines vorgegebenen Codes die Zufallszahlen
in andere Zeichen umzusetzen. Für das erfindungsgemäße Verfahren erweisen sich bereits
sehr einfache Zufallszahlengeneratoren als ausreichend.
[0032] Besonders bevorzugt werden beide Zeichenketten der Zeichenkettenpaare mittels wenigstens
eines Zufallszahlengenerators erzeugt.
[0033] Insbesondere zur Erzeugung einer großen Anzahl von Zeichenkettenpaaren ist es besonders
bevorzugt, dass die Zeichenkettenpaare mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung
erzeugt werden. Diese kann dazu einen entsprechend programmierten Mikroprozessor aufweisen.
Darüber hinaus kann eine solche Datenverarbeitungseinrichtung über einen Speicher
verfügen, in dem die erzeugten Zeichenkettenpaare zur weiteren Verwendung abgelegt
sein können.
[0034] Grundsätzlich kann eine Zeichenkette beliebige Zeichen bzw. Kombinationen von Zeichen
aufweisen. Bei diesen Zeichen kann es sich insbesondere um alphanumerische Zeichen
handeln. Um eine für den Teilnehmer einfache Unterscheidung zwischen der jeweils ersten
und zweiten Zeichenkette zu ermöglichen, ist es bevorzugt, dass eine der beiden Zeichenketten
eines Zeichenkettenpaars jeweils eine Buchstabenfolge und die andere Zeichenkette
eine Ziffernfolge umfasst.
[0035] Grundsätzlich können die Gegenstände in beliebiger Art und Weise, beispielsweise
per Hand, mit den Zeichenkettenpaaren versehen werden. Zur Herstellung einer großen
Anzahl von Gegenständen ist es jedoch bevorzugt, dass für eine vorgegebene Anzahl
von Zeichenkettenpaaren aus der Menge von Zeichenkettenpaaren jeweils ein noch nicht
verwendetes Zeichenkettenpaar ausgewählt wird, die ausgewählte Zeichenkette an eine
Druckeinrichtung übermittelt wird, und dass mittels der Druckeinrichtung wenigstens
ein zu bedruckender Gegenstand oder ein zu bedruckender Teil eines Gegenstands mit
dem Zeichenkettenpaar bedruckt wird. Bei der Druckeinrichtung kann es sich um beliebige
Druckmaschinen und insbesondere auch Laser-, Tintenstrahl- oder Thermodrucker handeln.
Vorzugsweise werden dabei die Zeichenkettenpaare von einer Datenverarbeitungseinrichtung
erzeugt und an die Druckeinrichtung über eine entsprechende Datenverbindung übermittelt.
Dabei kann die Erzeugung aller Zeichenkettenpaare zunächst vor dem eigentlichen Druckvorgang
erfolgen. Weiterhin ist es denkbar, dass zunächst eine Menge von Zeichenkettenpaaren
erzeugt wird, die dann in mehrere sich nicht überschneidende Teilmengen aufgeteilt
wird. Jede der Teilmengen kann dann beispielsweise an eine entsprechende elektronische
Kasse übermittelt werden, wo die Zeichenkettenpaare dann z. B. auf Quittungen bzw.
Rechnungen als Gegenständen ausgedruckt werden können. Es ist jedoch auch möglich,
die Zeichenkettenpaare während des Druckvorgangs zu ermitteln und direkt zu verwenden.
[0036] Grundsätzlich ist es möglich, dass mit demselben Zeichenkettenpaar mehrere Gegenstände
versehen werden bzw. dasselbe Zeichenkettenpaar für mehrere Transaktionen verwendet
wird. Auf diese Weise kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass ein ausgegebenes
Zeichenkettenpaar auch tatsächlich an einen Teilnehmer gelangt und/oder bei einer
Sendung auch tatsächlich ein Gewinner gefunden wird. Es ist jedoch bevorzugt, dass
mit einem Zeichenkettenpaar nur ein Gegenstand versehen wird bzw. dass ein Zeichenkettenpaar
bei nur einer Transaktion ausgegeben wird. Dadurch kann ausgeschlossen werden, dass
Mehrfachgewinne auftreten. Es ist dann auch möglich, vergleichsweise wertvolle Gewinne
ohne ein hohes Risiko für den Veranstalter auszusetzen.
[0037] Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Gegenstände können vielfältige
Formen annehmen. Bei einer Weiterbildung ist es bevorzugt, dass der Gegenstand ein
Stück Papier, Pappe oder Folie, insbesondere in Form eines Gewinncoupons, umfasst.
Dabei kann der Gewinncoupon bereits fertig gedruckt und gegebenenfalls mit einem Logo
oder Werbung versehen an Ausgabestellen verteilt werden. Es ist jedoch auch möglich,
erst an den Ausgabestellen entsprechende Gegenstände, wie oben beschrieben, zu erzeugen.
[0038] Weiterhin ist es möglich, dass der Gegenstand ein Etikett umfasst. Auf diese Weise
können sehr unterschiedliche Waren auf einfache Weise mit Zeichenkettenpaaren versehen
werden, indem die Etiketten an den Waren, beispielsweise durch Kleben, Antackern oder
auch Anbinden befestigt werden.
[0039] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst
der Gegenstand eine Verpackung für eine Ware. Insbesondere kann es sich hierbei um
Papier-, Papp- oder Folienverpackungen handeln. Solche Verpackungen werden häufig
ohnehin bedruckt, so dass in diesem Fall je nach verwendeter Druckeinrichtung ein
besonders geringer Aufwand erforderlich ist, um die Gegenstände mit den Zeichenkettenpaaren
zu versehen.
[0040] Um zu vermeiden, dass Personen Zeichenkettenpaare von Gegenständen abschreiben, die
sie dann nicht erwerben, ist es bevorzugt, dass wenigstens eine der Zeichenketten
auf dem Gegenstand zunächst nicht sichtbar ist und erst durch Veränderung des Gegenstands
oder eines diesen enthaltenden Behälters sichtbar wird. Die Veränderung kann insbesondere
darin bestehen, dass der Gegenstand, beispielsweise eine Verpackung, geöffnet wird.
Auf der Innenseite der Verpackung, beispielsweise einer bedruckten Innenfläche eines
Kartons oder in einem Schraubdeckel einer Flasche, kann dann wenigstens die eine Zeichenkette
angebracht sein, so dass sie erst nach Öffnen der Verpackung sichtbar wird. Weiterhin
kann der Gegenstand, beispielsweise ein Gewinncoupon in einem Behälter wie z.B. einer
Verpackung enthalten und erst nach Öffnen des Behälters betrachtbar sein. Auch kann
wenigstens die eine Zeichenkette auf eine Rückseite eines Etiketts gedruckt sein,
die auf eine Ware geklebt ist, die zusammen mit dem aufgeklebten Etikett einen Gegenstand
im Sinne der Erfindung bildet. Bei der nicht sichtbaren Zeichenkette kann es sich
insbesondere um die zweite Zeichenkette handeln.
[0041] Grundsätzlich kann das Gewinnzeichenkettenpaar, dessen erste Zeichenkette durch die
Fernseh- oder Radioübertragung zu übertragen ist, nach einem festen Schema ausgewählt
werden. Beispielsweise kann immer nur das tausendste Zeichenkettenpaar gewählt werden.
Um mögliche Manipulationen jedoch ausschließen zu können, ist es bevorzugt, dass das
Gewinnzeichenkettenpaar, dessen erste Zeichenkette zu übertragen ist, aus der Menge
der Zeichenkettenpaare zufällig ausgewählt wird. Dazu kann wiederum ein Zufallszahlengenerator
verwendet werden, der vorzugsweise durch eine entsprechend programmierte Datenverarbeitungseinrichtung
bereitgestellt sein kann. Besonders bevorzugt wird eine Datenverarbeitungseinrichtung
verwendet, die einen Speicher aufweist, in dem die Menge der für das Verfahren verwendeten
Zeichenkettenpaare gespeichert ist, so dass nach Erzeugung der Zufallszahl ein der
Zufallszahl entsprechendes Zeichenkettenpaar aus dem Speicher ausgelesen werden kann.
Zum einen kann dann dessen erste Zeichenkette bekannt gegeben werden und zum anderen
kann das ausgelesene Zeichenkettenpaar als Gewinnzeichenkettenpaar über eine entsprechende
Ausgabevorrichtung, beispielsweise einen Bildschirm, ausgegeben werden, damit eine
Prüfung eines Gewinns erfolgen kann.
[0042] Um mögliche Manipulationen des Gewinnspiels weiter einzuschränken, ist es bevorzugt,
dass das Gewinnzeichenkettenpaar, dessen erste Zeichenkette zu übertragen ist, aus
der Menge der Zeichenkettenpaare innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne vor der Übertragung
ausgewählt wird.
[0043] Insbesondere kann diese Zeitspanne kleiner als eine Stunde, vorzugsweise kleiner
als fünf Minuten sein. Besonders bevorzugt erfolgt die Auswahl während einer Fernseh-
oder Rundfunksendung.
[0044] Grundsätzlich genügt es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, dass an die Prüfstelle
nur die zweite Zeichenkette des ausgegebenen Zeichenkettenpaares übermittelt wird,
die beispielsweise auf dem Gegenstand, der mit der ersten übertragenen Zeichenkette
versehen ist, angebracht ist. Um jedoch Übermittlungsfehler reduzieren zu können,
ist es bevorzugt, dass an die Prüfstelle das ausgegebene Zeichenkettenpaar übermittelt
wird und die Prüfstelle das übermittelte Zeichenkettenpaar mit dem Gewinnzeichenkettenpaar
vergleicht.
[0045] Um zum einen Manipulationsmöglichkeiten einzuschränken und zum anderen bei einer
Sendung, bei der die erste Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaars übertragen wird,
einen für einen Zuschauer interessanten zeitlichen Rahmen für die Bekanntgabe des
Gewinns bzw. des Gewinners sicherzustellen, ist es bevorzugt, dass eine zweite Zeichenkette
nur dann verglichen wird, wenn sie innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne nach Bekanntgabe
der ersten Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares an die Prüfstelle übermittelt
wird. Insbesondere kann die Zeitspanne so gewählt sein, dass die Übermittlung der
zweiten Zeichenkette während der Sendung erfolgt, was für Zuschauer wesentlich interessanter
sein kann als eine Bekanntgabe nach einer Sendung bzw. in einer folgenden Sendung.
[0046] Um die Teilnahme an dem Gewinnspiel für einen möglichen Mitspieler noch attraktiver
zu gestalten, ist es bevorzugt, dass die Gegenstände jeweils wenigstens ein weiteres,
zunächst nicht sichtbares Zeichen oder Bild aufweisen, das durch mechanische, thermische
oder chemische Behandlung oder Behandlung mit elektromagnetischer Strahlung sichtbar
gemacht werden kann. Insbesondere kann ein solcher Gegenstand ein so genanntes "Rubbelfeld"
aufweisen, in dem das Zeichen oder Bild von einer Schicht abgedeckt ist, die durch
Reiben oder Kratzen mit einem entsprechenden Werkzeug bzw. einem Finger entfernt werden
kann, so dass das Zeichen oder das Bild sichtbar wird.
[0047] Das Spiel braucht grundsätzlich nicht nach der Auswahl einer Gewinnzeichenkette oder
der Übertragung der entsprechenden ersten Zeichenkette beendet zu werden. Vielmehr
ist es bevorzugt, dass zeitlich voneinander beabstandet wiederholt jeweils voneinander
verschiedene Zeichenkettenpaare aus der Menge der Zeichenkettenpaare ausgewählt und
durch entsprechende Fernseh- oder Rundfunkübertragungen bzw. -sendungen bekannt gegeben
werden. Es können dann die oben bereits beschriebenen Verfahrensschritte für die neu
ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaare entsprechend durchgeführt werden. Auf diese
Weise können Mitspieler bei nur einmaliger Generierung von Zeichenkettenpaaren und
gegebenenfalls Herstellung und Ausgabe von Gegenständen trotzdem über einen längeren
Zeitraum zur Verfolgung von entsprechenden Sendungen bewegt werden.
[0048] Weiterhin ist es bevorzugt, dass zusätzlich zu den Zeichenkettenpaaren jeweils wenigstens
eine weitere Zeichenkette ausgegeben wird, die zusammen mit der zweiten Zeichenkette
an die Prüfstelle übermittelt und mit einer entsprechenden weiteren Gewinnzeichenkette
verglichen wird. Bei Übereinstimmung mit der weiteren Gewinnzeichenkette kann dann
ein besonderer Gewinn ausgegeben werden.
[0049] Die Erfindung wird nun weiter beispielhaft anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Erzeugung von mit Zeichenketten
versehenen Gegenständen in Form von Gewinncoupons und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung von Vorrichtungen zur Durchführung eines Verfahrens
nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einem Stadium, in dem die
Gewinncoupons an Spieler verteilt sind.
[0050] Bei einem Verfahren zur Durchführung eines Gewinnspiels nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden zunächst als Gegenstände mit Zeichenkettenpaaren Gewinncoupons
in Form von bedruckten Pappkarten erzeugt.
[0051] Eine in Fig. 1 schematisch gezeigte Vorrichtung umfasst dazu eine erste Datenverarbeitungseinrichtung
10, die über eine entsprechende Schnittstelle mit einer Druckeinrichtung 12 verbunden
ist.
[0052] Die Datenverarbeitungseinrichtung 10, bei der es sich um einen einfachen PC handeln
kann, umfasst insbesondere einen programmierten Mikroprozessor 14 und einen damit
verbundenen Speicher 16 zur Speicherung von mittels des Mikroprozessors 14 erzeugten
Zeichenkettenpaaren.
[0053] Der Mikroprozessor 14 ist so programmiert, dass er zwei Zufallszahlengeneratoren
bereitstellt und aus mit diesen erzeugten Zufallszahlen Zeichenkettenpaare bildet.
Als Zufallszahlengeneratoren können hierbei in verschiedenen Programmiersprachen,
beispielsweise C, bereitgestellte Zufallszahlengeneratoren oder entsprechende eigens
programmierte Routinen verwendet werden. Als Startwert für die beiden Zufallszahlengeneratoren
wird jeweils die Systemzeit der ersten Datenverarbeitungseinrichtung 10 zu Beginn
des Aufrufs des Zufallszahlengenerators verwendet. Während der eine Zufallszahlengenerator
ganzzahlige Zufallszahlen im Bereich zwischen 0 und 25 erzeugt, bildet der andere
Zufallszahlengenerator ganzzahlige Zufallszahlen im Bereich zwischen 0 und 9. Aus
den erzeugten Zufallszahlen werden nun erste und zweite Zeichenketten gebildet.
[0054] Die erste Zeichenkette wird durch sieben in fortlaufender Reihe produzierte Zufallszahlen
des ersten Zufallszahlengenerators gebildet, indem diese Zahlen bzw. Ziffern in der
Reihenfolge ihrer Entstehung zu einer ersten Zeichenkette zusammengefügt werden. Diese
Zeichenkette wird dann als erste Zeichenkette abgespeichert.
[0055] Über den zweiten Zufallszahlengenerator werden ebenfalls sieben aufeinander folgende
Zufallszahlen im Bereich zwischen 0 und 25 gebildet, die über einen entsprechenden
Code in Buchstaben umgesetzt werden. Beispielsweise kann aus der Zufallszahl durch
Addition von 1 ein eindeutig bestimmter Buchstabe des deutschen Alphabets zugeordnet
werden. Durch Aneinanderreihung der so entstandenen Buchstaben in der Reihenfolge
ihrer Entstehung werden so zweite Zeichenketten gebildet.
[0056] Dabei können zunächst die ersten Zeichenketten gebildet und die zweiten Zeichenketten
dann entsprechend ihrer Bildungsreihenfolge den bereits abgespeicherten ersten Zeichenketten
zugeordnet werden, so dass eine Menge von voneinander verschiedenen Zeichenkettenpaaren
gebildet wird.
[0057] Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, dass doppelte Zeichenkettenpaare bzw. doppelte
ersten Zeichenketten auftreten können, wenn sie nach dem zuvor beschriebenen Verfahren
erzeugt werden, kann bei einer nicht zu großen Anzahl von Zeichenkettenpaaren ein
Vergleich der Paare durchgeführt werden, um gegebenenfalls auftretende Zeichenkettenpaare
zu eliminieren, die in der ersten Zeichenkette übereinstimmen. Weiterhin können gleiche
Zeichenkettenpaare eliminiert werden.
[0058] Nach diesem Schritt ist in dem Speicher 16 eine große Anzahl von voneinander verschiedenen
Zeichenkettenpaaren gespeichert, die jeweils als erste Zeichenkette eine Ziffernfolge
und als zweite Zeichenkette eine Buchstabenfolge aufweisen.
[0059] Der Mikroprozessors 14 ist weiterhin so programmiert, dass danach die Zeichenkettenpaare
sukzessive aus dem Speicher 16 ausgelesen und an die Druckeinrichtung 12 übermittelt
werden, die daraufhin eine Folge von mit Zeichenkettenpaaren versehenen Gegenstände
in Form von mit den Zeichenkettenpaaren bedruckten Pappkärtchen 18, 18' als Gewinncoupons
erzeugt. Dabei ist ein Zeichenkettenpaar nur auf einen Gegenstand bzw. Gewinncoupon
aufgedruckt.
[0060] Diese Gewinncoupons mit jeweils einem Zeichenkettenpaar werden dann an eine Vielzahl
von Ausgabestellen, beispielsweise Tankstellen einer gegebenen Tankstellenkette, verteilt.
Dort werden sie bei Kauf von Kraftstoff oder von anderen Waren an die Kunden ausgegeben.
[0061] Die weiteren Schritte des Verfahrens können unter Verwendung der in Fig. 2 gezeigten
Vorrichtungen erfolgen.
[0062] In einem Studio 20 eines Fernsehsenders befindet sich als Prüfstelle 22 eine Person,
die eine zweite Datenverarbeitungseinrichtung 10' und eine Telekommunikationsendeinrichtung
24 bedient. Ein Teil des Studios mit einem Moderator 25, nicht aber der Prüfstelle
22 wird von einer Fernsehkamera 26 aufgenommen, die weiterhin mit der zweiten Datenverarbeitungseinrichtung
10' verbunden und so ausgebildet ist, so dass Ausgaben von der zweiten Datenverarbeitungseinrichtung
10' in das von der Fernsehkamera 26 aufgezeichnete Bild eingeblendet werden können.
Bilder der Fernsehkamera 26 werden über eine Sendeeinrichtung 28 als Fernsehübertragung
ausgestrahlt.
[0063] In Fig. 2 sind der Übersichtlichkeit halber stellvertretend für ein große Anzahl
von Spielern und diesen zugeordneten Vorrichtungen nur die Teilnehmer bzw. Spieler
30 und 30' gezeigt. Die Spieler 30 bzw. 30', die jeweils Gewinncoupons 18 und 18'
erworben haben, verfügen über Fernsehgeräte 32 und 32' sowie Telekommunikationsendgeräte
wie zum Beispiel ein Festnetztelefon 34 oder ein Mobilfunktelefon 36.
[0064] Zu vorgegebenen Sendezeiten, beispielsweise fünf- bis sechsmal pro Tag werden nun
von dem Sender für das Gewinnspiel vorgesehene Sendungen ausgestrahlt. Die Ausstrahlung
der Sendungen kann sich über mehrere Tage, Wochen oder auch Monate erstrecken.
[0065] Zur Durchführung des Gewinnspiels sind die in dem Speicher 16 der ersten Datenverarbeitungseinrichtung
10 abgelegten Zeichenkettenpaare in einem entsprechenden Speicher der zweiten Datenverarbeitungseinrichtung
10' abgespeichert. Die zweite Datenverarbeitungseinrichtung 10' verfügt weiter über
einen Zufallszahlengenerator, der durch einen entsprechend programmierten Mikroprozessor
ähnlich wie in der ersten Datenverarbeitungseinrichtung 10 gebildet ist und der ganzzahlige
Zufallszahlen im Bereich zwischen 1 und der Anzahl der in dem Speicher der Datenverarbeitungseinrichtung
10' gespeicherten Zeichenkettenpaare erzeugt.
[0066] Zu Beginn einer Sendung startet nun der Moderator 25 oder eine Hilfsperson das Programm
in der Datenverarbeitungseinrichtung 10', so dass der Zufallszahlengenerator eine
Zufallszahl erzeugt und ein entsprechendes Zeichenkettenpaar als Gewinnzeichenkettenpaar
aus dem Speicher ausgelesen wird. Die erste, durch eine Ziffernfolge gegebene Zeichenkette
des ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaars wird über eine entsprechende Schnittstelle
an die Fernsehkamera 26, die gleichzeitig die Szene in dem Studio 20 aufnimmt, übermittelt,
wo sie als Lauftext in das Bild eingeblendet wird.
[0067] Das Bild der Fernsehkamera 26 wird dann über die Sendeeinrichtung 28 an die Fernsehgeräte
32 und 32' übertragen, auf denen die Spieler 30 und 30' die so bekannt gegebene erste
Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares ablesen können. Sie vergleichen nun die
Zeichenkette auf dem Bildschirm mit der entsprechenden ersten Zeichenkette in Form
einer Ziffernfolge auf den Gewinncoupons 18 bzw. 18'.
[0068] Findet nun beispielsweise der Spieler 30 eine Übereinstimmung zwischen der ersten
Zeichenkette auf seinem Gewinncoupon 18 und der bekannt gegebenen ersten Zeichenkette,
baut er über seine Telekommunikationsendeinrichtung 34 eine Verbindung zu der Telekommunikationsendeinrichtung
24 in dem Studio 20 auf und teilt der Prüfstelle 22 das auf dem Gewinncoupon 18 dargestellte
Zeichenkettenpaar mit.
[0069] Die Prüfstelle 22 vergleicht nun das übermittelte Zeichenkettenpaar mit dem von der
zweiten Datenverarbeitungseinrichtung 10' ausgewählten Zeichenkettenpaar, das auf
einem Bildschirm 38 der zweiten Datenverarbeitungseinrichtung 10', der für die Fernsehkamera
26 und damit für die Zuschauer nicht sichtbar ist, dargestellt wird.
[0070] Bei Übereinstimmung der Zeichenkettenpaare und insbesondere der ausgewählten zweiten
Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares und der von dem Spieler 30 übermittelten
zweiten Zeichenkette wird der Moderator benachrichtigt, der den Spieler 30 als Gewinner
bekannt gibt.
[0071] Der Spieler 30 übermittelt zur tatsächlichen Vergabe des Gewinns entsprechende Daten
zu seiner Identität über die Telekommunikationsverbindung.
[0072] Das entsprechende Zeichenkettenpaar wird dann aus dem Speicher der zweiten Datenverarbeitungseinrichtung
10' gelöscht, da es für jeden Gewinncoupon nur ein Zeichenkettenpaar gibt.
[0073] Diese Vorgänge können nun während aufeinander folgender Sendungen mit der jeweils
um das zuvor verwendet Gewinnzeichenkettenpaar reduzierten Menge von Zeichenkettenpaaren
jeweils wiederholt werden.
[0074] Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, dass zu Beginn einer Sendung bereits alle
Gewinncoupons an Spieler verteilt sind. Vielmehr genügt es, dass bereits eine gewisse
Anzahl von Gewinncoupons, beispielsweise die Hälfte der hergestellten Gewinncoupons,
verteilt ist.
[0075] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens unterscheiden
sich die Gewinncoupons von den oben beschriebenen Gewinncoupons dadurch, dass sie
so genannte "Rubbelfelder" aufweisen, in denen jeweils zunächst verdeckt ein Bild,
das ein Symbol für einen Zweitgewinn zeigt, aufgedruckt und durch eine Schicht abgedeckt
ist, die durch Abkratzen einer Abdeckung mittels eines harten Gegenstandes, beispielsweise
einer Münze, entfernt werden kann, so dass das Bild sichtbar gemacht werden kann.
Bei der Ausgabe des Gewinncoupons kann ein Spieler dann das "Rubbelfeld" aufkratzen
und bei Vorliegen eines Zweitgewinns diesen direkt an der Ausgabestelle in Empfang
nehmen. Dieses erhöht die Motivation für den Spieler an dem Gewinnspiel teilzunehmen.
[0076] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung wird das Verfahren im Zusammenhang
mit einem Kauf über das Internet durchgeführt, unterscheidet sich aber sonst nicht
von dem Verfahren nach dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0077] Dazu ist ein entsprechender Computer, in dem auch die Menge der generierten Zeichenkettenpaare
gespeichert ist, mit dem Internet verbunden, über den in bekannter Weise als Transaktion
ein Kauf von einem Kunden getätigt werden kann. Der Computer dient gleichzeitig als
Ausgabestelle und kann dazu neben einer entsprechenden Programmierung eine Telekommunikationsschnittstelle
aufweisen. Nach Abschluss der Transaktion wird dem Kunden ein noch nicht ausgegebenes,
mittels eines Zufallsgenerators aus der Menge der generierten Zeichenkettenpaare ausgewähltes
Zeichenkettenpaar elektronisch, je nach bei der Transaktion erfassten Daten, per email
oder SMS übermittelt. Der Kunde kann dann das Zeichenkettenpaar als Teilnehmer an
dem Gewinnspiel wie in dem ersten Ausführungsbeispiel verwenden.
[0078] Alternativ kann als Transaktion beispielsweise auch eine Bestellung per Mobilfunktelefon
durchgeführt werden. Dazu ist bei der Ausgabestelle eine Telekommunikationsanlage
mit Endeinrichtungen für Mobilfunknetze und einem Computer vorgesehen, über die eingehende
Anrufe empfangen und die Telefonnummern der Anrufer wenigstens für die Dauer der Anrufe
gespeichert werden. In dem Computer ist weiterhin die Menge der generierten Zeichenkettenpaare
gespeichert. Bei Abschluss einer Transaktion, d.h. hier einer Bestellung, erhält der
Computer durch einen Bedienperson ein entsprechendes Signal, auf das hin ein bisher
nicht verwendetes Zeichenkettenpaar aus der Menge der Zeichenkettenpaare zufällig
mittels eines Zufallsgenerators ausgewählt und als SMS an die zwischengespeicherte
Telefonnummer übersendet wird. Der Inhaber der Telefonnummer kann nun wie zuvor an
dem Gewinnspiel teilnehmen.
Bezugszeichenliste
[0079]
- 10, 10'
- erste bzw. zweite Datenverarbeitungseinrichtung
- 12
- Druckeinrichtung
- 14
- Prozessor
- 16
- Speicher
- 18, 18'
- Gewinncoupons
- 20
- Studio
- 22
- Prüfstelle
- 24
- Telekommunikationsendeinrichtung
- 25
- Moderator
- 26
- Fernsehkamera
- 28
- Sendeeinrichtung
- 30, 30'
- Spieler
- 32, 32'
- Fernsehgeräte
- 34
- Festnetztelefon
- 36
- Mobilfunktelefon
- 38
- Bildschirm
1. Verfahren zur Durchführung eines Gewinnspiels, bei dem eine Menge von voneinander
verschiedenen Paaren von jeweils einer ersten und einer zweiten Zeichenkette gebildet
wird, wenigstens einige der Zeichenkettenpaare ausgegeben werden, indem Gegenstände
(18, 18') mit den Zeichenkettenpaaren versehen werden, wobei mit einem gegebenen Zeichenkettenpaar
jeweils wenigstens ein Gegenstand (18, 18') versehen wird, und die Gegenstände von
wenigstens einer Ausgabestelle verteilt werden oder indem von wenigstens einer Ausgabestelle
im Zusammenhang mit jeweils einer über wenigstens eine Telekommunikationsverbindung
durchgeführten Transaktion eines der Zeichenkettenpaare über die gleiche oder eine
andere Telekommunikationsverbindung ausgegeben wird,
aus der Menge von verschiedenen Zeichenkettenpaaren wenigstens ein Gewinnzeichenkettenpaar
ausgewählt wird,
die erste Zeichenkette des Gewinnzeichenkettenpaares durch eine Fernseh- oder Rundfunkübertragung
bekannt gegeben wird,
die bekannt gegebene erste Zeichenkette mit der ersten Zeichenkette wenigstens eines
ausgegebenen Zeichenkettenpaares verglichen wird,
bei Feststellung einer Übereinstimmung eine Telekommunikationsverbindung zu einer
Prüfstelle (22) aufgebaut und wenigstens die zweite Zeichenkette des ausgegebenen
Zeichenkettenpaares, dessen erste Zeichenkette mit der bekannt gegebenen ersten Zeichenkette
übereinstimmt, an die Prüfstelle (22) übertragen wird, und
die Prüfstelle (22) wenigstens die zweite Zeichenkette des ausgewählten Gewinnzeichenkettenpaares
mit der an sie übertragenen zweiten Zeichenkette vergleicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Zeichenketten wenigstens fünf Zeichen umfassen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils zumindest eine der beiden Zeichenketten der Zeichenkettenpaare mittels eines
Zufallszahlengenerators erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zeichenkettenpaare mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung (10) erzeugt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine der beiden Zeichenketten eines Zeichenkettenpaares jeweils eine Buchstabenfolge
und die andere Zeichenkette eine Ziffernfolge umfasst.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für eine vorgegebenen Anzahl von Zeichenkettenpaaren aus der Menge von Zeichenkettenpaaren
jeweils ein noch nicht verwendetes Zeichenkettenpaar ausgewählt wird,
die ausgewählte Zeichenkette an eine Druckeinrichtung (12) übermittelt wird, und
dass mittels der Druckeinrichtung (12) wenigstens ein zu bedruckender Gegenstand (18,
18') oder ein zu bedruckender Teil eines Gegenstands mit dem Zeichenkettenpaar bedruckt
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit einem Zeichenkettenpaar nur ein Gegenstand (18, 18') versehen wird bzw. dass
ein Zeichenkettenpaar jeweils bei nur einer Transaktion ausgegeben wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenstand (18, 18') ein Stück Papier, Pappe oder Folie, insbesondere in Form
eines Gewinncoupons, umfasst.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenstand ein Etikett umfasst.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenstand eine Verpackung-umfasst.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine der Zeichenketten auf dem Gegenstand zunächst nicht sichtbar ist
und erst durch Veränderung des Gegenstands oder eines diesen enthaltenden Behälters
sichtbar wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gewinnzeichenkettenpaar, dessen erste Zeichenkette zu übertragen ist, aus der
Menge der Zeichenkettenpaare zufällig ausgewählt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gewinnzeichenkettenpaar, dessen erste Zeichenkette zu übertragen ist, innerhalb
einer vorgegebenen Zeitspanne vor der Übertragung aus der Menge der Zeichenkettenpaare
ausgewählt wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Prüfstelle (22) das ausgegebene Zeichenkettenpaar übermittelt wird und die
Prüfstelle (22) das übermittelte Zeichenkettenpaar mit dem Gewinnzeichenkettenpaar
vergleicht.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine zweite Zeichenkette nur dann verglichen wird, wenn sie innerhalb einer vorgegebenen
Zeitspanne nach Bekanntgabe der ersten Zeichenkette an die Prüfstelle (22) übermittelt
wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gegenstände (18, 18') jeweils wenigstens ein weiteres, zunächst nicht sichtbare
Zeichen oder Bild aufweisen, das durch mechanische, thermische oder chemische Behandlung
oder Behandlung mit elektromagnetischer Strahlung sichtbar gemacht werden kann.