(19)
(11) EP 1 496 631 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.01.2005  Patentblatt  2005/02

(21) Anmeldenummer: 04102295.5

(22) Anmeldetag:  25.05.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H04H 1/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 10.07.2003 DE 10331157

(71) Anmelder: ROBERT BOSCH GMBH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Mittendorf, Christian
    31137, Hildesheim (DE)
  • Wollborn, Michael
    30455, Hannover (DE)

   


(54) Empfangsgerät für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale


(57) Ein Empfangsgerät (1) für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit (2), einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit und mit Aufzeichnungsdatenspeicher (6) zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals hat einen Ringdatenspeicher (5) zur ständigen Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals, wobei der Aufzeichnungsdatenspeicher (6) an den Ringdatenspeicher (5) angeschlossen ist und durch die Steuereinheit derart angesteuert wird, dass bei einer Abspeicherung eines Programmabschnitts mindestens ein empfangener im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherter Teil des Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenspeicher (6) übertragen und an die aktuell empfangenen Rundfunk- und/oder Femsehsignale des anschließenden Teils des Programmabschnitts im Aufzeichnungsdatenspeicher (6) abgelegt werden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Empfangsgerät für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit, einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit und mit Aufzeichnungsdatenspeicher zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunkund/oder Fernsehsignals.

[0002] Ein solches Empfangsgerät ist insbesondere als Autoradio in Kraftfahrzeugen hinreichend bekannt, es kann aber auch ein Fernsehgerät oder ein multifunktionales Multimediaendgerät sein.

[0003] Unter dem Handelsnamen "Woodstock" sind digitale Rundfunkempfänger für Kraftfahrzeuge der Firma Blaupunkt erhältlich, bei denen die aktuell empfangenen Programminhalte auf Wunsch des Benutzers aufgezeichnet und auf einen nicht-flüchtigen Speichermedium gespeichert werden können. Die so aufgezeichneten Programminhalte können zu einem späteren Zeitpunkt im Autoradio oder in einem externen Gerät, wie zum Beispiel einem MP3-Player, wiedergegeben werden, oder sie können auf ein anderes Speichermedium geladen und dort weiterverarbeitet werden. Als nichtflüchtiges Speichermedium ist die Nutzung von Festspeicherkarten, wie zum Beispiel Multimedia-Card, Smartmedia-Cart etc. vorgesehen.

[0004] Bei diesen Autoradios betätigt der Benutzer zum Starten einer Aufnahme eine bestimmte Taste am Gerät. Von diesem Augenblick an wird der empfangene digitale, nicht-dekodierte Datenstrom einer Speichereinheit zugeführt und der Datenstrom dann von der Speichereinheit auf dem nicht-flüchtigen Speicher abgelegt. Die Aufzeichnung eines Programmabschnitts endet bei Betätigung einer bestimmten Taste am Gerät durch den Benutzer, oder wenn die Kapazität des nicht-flüchtigen Speichers erreicht ist.

[0005] In dem US-Patent 5,671,195 A ist ein Autoradio mit einer Aufnahmemöglichkeit offenbart, wobei der Benutzer im voraus bestimmte Aufnahmezeitpunkte festlegen kann. Die Aufzeichnung kann also analog zum Beispiel zu einem Videorecorder programmiert werden. Die Aufnahme erfolgt dann zu den vorprogrammierten Zeitpunkten, selbst wenn das Kraftfahrzeug selbst nicht in Betrieb ist.

[0006] Es sind weiterhin Systeme zum Beispiel aus der DE 41 18 970 A bekannt, bei denen eine Aufzeichnung von Verkehrsnachrichten mittels eines nicht-flüchtigen Speichermediums vorgenommen wird, um den Benutzer ein nachträgliches Anhören der Verkehrsnachrichten zu ermöglichen.

[0007] In der DE 197 09 153 A1 ist ein Autoradio beschrieben, bei dem ein nachträgliches Anhören der letzten N Sekunden des gerade empfangenen Programms ermöglicht wird. Hierzu wird ein Speicher verwendet, auf welchem jeweils die vom aktuellen Zeitpunkt aus gesehen letzten N Sekunden des empfangenen Programms gespeichert werden. Auf Wunsch des Benutzers wird bei Betätigung einer bestimmten Taste der Inhalt des Speichers wiedergegeben. Dies ermöglicht es dem Benutzer, Teile des Programminhalts, wie zum Beispiel wichtige Verkehrsdurchsagen oder Nachrichten, nochmals zu hören.

[0008] Mit dem bekannten Funkempfangsgeräten ist es allerdings nicht möglich, einen aktuell empfangenen Programmabschnitt zusammen mit einem bereits vorher empfangenen Teil des Programmabschnitts dauerhaft abzuspeichern, um zum Beispiel ein Musikstück zur späteren wiederholten Wiedergabe vollständig abzuspeichern.

[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein entsprechend verbessertes Empfangsgerät für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit, einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit und mit einem Aufzeichnungsdatenspeicher zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals zu schaffen.

[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Ringdatenspeicher zur ständigen Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen Rundfunkund/oder Fernsehsignals, wobei der Aufzeichnungsdatenspeicher an den Ringdatenspeicher angeschlossen ist und durch die Steuereinheit derart angesteuert wird, dass bei Abspeicherung eines Programmabschnitts mindestens ein bereits empfangener im Ringdatenspeicher zwischengespeicherter Teil des Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenträger übertragen und dann die aktuell empfangenen Rundfunk- und/oder Fernsehsignale des anschließenden Teils des Programmabschnitts im Aufzeichnungsdatenspeicher abgelegt werden.

[0011] Durch den Einsatz eines Ringdatenspeichers und die ständige Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals in dem Ringdatenspeicher ist es nunmehr möglich, Programminhalte aufzuzeichnen und wiederzugeben, die vor Betätigung einer Aufnahmefunktion gesendet wurden. Damit kann ein Benutzer beim Hören eines Rundfunkprogramms auch nach Beginn eines bestimmten Programminhaltes, z. B. eines bestimmten Musikstücks oder eines Textbeitrages, entscheiden, dass er diesen zum Zweck der Archivierung und/oder späteren Wiedergabe gerne aufnehmen möchte. Mit Hilfe des Ringdatenspeichers wird der Programminhalt dann vollständig inklusive des bereits vergangenen Anfangsteils in den Aufzeichnungsdatenträger übertragen.

[0012] Es ist vorteilhaft, wenn zum Ablegen des anschließenden Teiles des Programmabschnitts die aktuell empfangenen und im Ringdatenspeicher zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder Fernsehsignale aus dem Ringdatenspeicher in den Aufzeichnungsdatenspeicher übertragen werden. Damit erfolgt auch nach Betätigen der Aufzeichnungsfunktion eine Pufferung im Ringdatenspeicher für die Übertragung der aktuellen Programminhalte auf den Aufzeichnungsdatenspeicher. Damit können unterschiedliche Zeitverhalten ausgeglichen werden.

[0013] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn der Ringdatenspeicher ein flüchtiger Speicher und der Aufzeichnungsdatenspeicher ein nicht-flüchtiger Speicher, wie beispielsweise eine Festplatte, Wechselfestplatte, Memory-Card ist. Der nicht-flüchtige Speicher kann in dem Empfangsgerät integriert oder über externe Schnittstellen, wie beispielsweise PCMCIA, USB o. ä. angeschlossen werden.

[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Empfangsgerätes sind mehrere Ringdatenspeicher zur Zwischenspeicherung von mehreren parallel empfangenen Programmen mit Rundfunk- und/oder Fernsehsignalen vorgesehen. Dies hat den Vorteil, dass auch andere, als aktuell wiedergegebene Programminhalte vollständig aufgezeichnet werden können, wie beispielsweise Verkehrsnachrichten anderer Sender.

[0015] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Länge des Ringdatenspeichers variabel einstellbar ist. Damit kann der erforderliche Speicherbereich unter Berücksichtigung eines maximal erforderlichen Vorschaubereiches und der pro Zeiteinheit zwischenzuspeichernden Datenmenge optimiert und der restliche Speicherplatz anderen Applikationen zur Verfügung gestellt werden.

[0016] Die Steuereinheit zum Starten und Beenden der Abspeicherung eines Programmabschnitts kann beispielsweise durch manuelle Betätigung einer Aufzeichnungstaste, durch Empfangen eines Aufzeichnungs-Start-/ Stop-Signals einer Zeitschaltuhr und/oder durch Erkennen einer Änderungen oder eines ausgewählten Inhalts eines Programms ausgebildet sein. Die Zeitschaltuhr kann beispielsweise wie bei Videorecordern, ein vorprogrammierbares Aufzeichnungsplanungsmodul sein. Die Start- und Stopfunktionen können auch kombinierbar sein, beispielsweise indem die Abspeicherung eines Programmabschnitts durch manuelle Betätigung der Aufzeichnungtaste gestartet und anschließend automatisch durch Erkennen eines Kontextwechsels des Programminhaltes, wie beispielsweise eines Wechsels von Titel zu Titel oder eines Wechsels von einem Textbeitrag zu einem Musiktitel, beendet wird. Ein Kontextwechsel kann beispielsweise durch Analyse des Programminhaltes selbst, aber auch durch Auswerten eines vom Sender mit übertragenen Kontextwechselsignals erkannt werden.

[0017] Hierzu ist die Steuereinheit vorzugsweise zur Suche eines Kennsignals in dem im Ringdatenspeicher zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals ausgebildet, wobei das Kennsignal den Beginn eines Programmdatenabschnitts zur Übertragung auf den Aufzeichnungsdatenträger kennzeichnet.

[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher und/oder Abspeicherung im Aufzeichnungsdatenspeicher eines co dierten, digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals des ausgewählten Programmabschnitts erfolgt. Damit kann erheblicher Speicherplatz eingespart werden. Ggf. ist ein zusätzlicher Encoder vor den Ringdatenspeicher bzw. Aufzeichnungsdatenspeicher vorzusehen.

[0019] Für die Verarbeitung analoger Rundfunk- und/oder Fernsehsignale ist es dann vorteilhaft, wenn ein Analog-Digital-Wandler zur Digitalisierung des empfangenen analogen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals und mindestens eine Codiereinrichtung zur Komprimierung des digitalisierten Rundfunkund/oder Fernsehsignals vorgesehen ist.

[0020] Weiterhin ist es vorteilhaft, einen Umschalter zwischen der Funksignalempfangseinheit, dem Ringdatenspeicher und der Signalwiedergabeeinheit zur wahlweisen Wiedergabe des mit dem Funksignalempfänger aktuell empfangenen Programms und des in dem Ringdatenspeicher zwischengespeicherten zeitlich verzögerten Programms durch die Signalwiedergabeeinheit vorzusehen. Damit kann vom Benutzer ausgewählt werden, ob das aktuell empfangene Programm unverzögert oder das im Ringdatenspeicher zwischengespeicherte Programm zeitverzögert wiedergegeben wird, beispielsweise um die Aufzeichnung des Programminhaltes zu kontrollieren.

[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der beigefügten Zeichnung beispielhaft dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt:
Figur 1 -
Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Empfangsgerätes mit Ringdatenspeicher und Aufzeichnungsdatenspeicher.


[0022] Die Figur 1 lässt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Empfangsgerätes 1 erkennen, das in bekannter Weise ein herkömmliches Funkempfangsteil 2, einen Verstärker 3 und ein Lautsprechersystem 4 zum Empfang und zur Wiedergabe beispielsweise von Rundfunksignalen hat. Anstelle eines Rundfunkempfangsteils 2 kann auch ein Fernsehempfangsteil oder ein Datenempfangsteil vorgesehen sein. Das Rundfunkempfangsteil 2 kann beispielsweise zum Empfang von FM-, LW-, KW-, DAB-, DRM- oder sonstigen Rundfunksignalen ausgebildet sein.

[0023] Das herkömmliche Empfangsgerät 1 ist um einen Ringdatenspeicher 5 ergänzt, der beispielsweise als flüchtiger First-In-First-Out (FIFO)-Datenspeicher ausgeprägt ist. Der Ringdatenspeicher 5 muss so bemessen sein, dass in Abhängigkeit von der gewählten Speicherdichte, die beispielsweise beim komprimierten Abspeichern digitalisierter Rundfunksignale reduziert ist, eine maximale Zwischenspeicherzeit gewährleistet ist.

[0024] Neben dem Ringdatenspeicher 5 ist ein Aufzeichnungsdatenspeicher 6 vorgesehen, dessen Eingang mit einem Schalter 7 wahlweise an den Ringdatenspeicher 5 oder den Ausgang des Rundfunkempfangsteils 2 geklemmt werden kann. Der Aufzeichnungsdatenspeicher 6 ist ein nicht flüchtiger Speicher, der sowohl im Empfangsgerät 1 als Festplatte, Wechselfestplatte, Memory-Card o. ä. verbaut sein oder über externe Schnittstellen, wie z. B. PCMCIA, USB o. ä. angeschlossen werden kann.

[0025] Mit einem weiteren Schalter 8 kann der Ausgang des Ringdatenspeichers 5 wahlweise über einen optionalen Decoder und Digital-Analog-Wandler 9 zur Wiedergabe an das Lautsprechersystem 4 gegeben werden.

[0026] Der Benutzer des Empfangsgerätes 1 kann nun per Knopfdruck eine Aufzeichnungsfunktion zur Speicherung eines Programmabschnitts in dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 starten, indem der Schalter 7 in oberer Stellung zur Verbindung des Ringdatenspeichers 5 mit dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 und der Schalter 8 in geöffnete Stellung gebracht wird. Damit werden die Daten des Programmabschnitts, die bereits in dem Ringdatenspeicher 5 vorliegen, auf dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 abgelegt, während zusätzlich das aktuelle Programm weiterhin im Ringdatenspeicher 5 aufgezeichnet und über den Verstärker 3 und das Lautsprechersystem 4 wiedergegeben wird. Das in dem Ringdatenspeicher 5 zwischengespeicherte aktuelle Programm wird, nachdem der in dem Ringdatenspeicher 5 vorher abgelegte Teil des abzuspeichernden Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 übertragen wurde, weiter in den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 übertragen und dort gespeichert. Dies hat den Vorteil, dass ein Benutzer einen bereits laufenden Beitrag komplett zur weiteren Verwendung mitschneiden kann. Ohne die Zwischenspeicherfunktion durch den Ringdatenspeicher 5 würden die ersten N-Sekunden des Programmabschnitts in der Aufzeichnung fehlen.

[0027] Die Beendigung der Aufnahme kann beispielsweise durch einen zweiten Druck auf einen Aufnahmeschalter oder eine Aufzeichnungstaste erreicht werden. Andere Alternativen einer Aufnahmebeendigung können eine vorprogrammierte Zeit mit einer Zeitschaltuhr oder auch die Erkennung eines Kontextwechsels in dem übertragenen Programm sein.

[0028] Die Länge der Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher 5 kann variabel und durch den Benutzer einstellbar ausgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Wiedergabelänge bzw. die Vorlaufzeit an die besonderen Anforderungen des Empfangsgerätes 1 oder Vorlieben des Benutzers angepasst werden kann. Zudem kann, wenn der zur Verfügung stehende Speicherplatz nicht vollständig durch die Speicherfunktion des Ringdatenspeichers 5 ausgenutzt wird, der weitere freie Speicherplatz des Ringdatenspeichers 5 anderen Komponenten zur Verfügung gestellt werden, wie z. B. einer Korridorfunktion in einem Radio-Navigationsgerät.

[0029] Nach Betätigung der Aufzeichnungstasten 7 und 8 kann entweder der gesamte Inhalt des im Ringdatenspeicher 5 zwischengespeicherten Programminhalts in den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 oder nur ein durch den Benutzer vorgegebener Teil, oder nur der Teil des Programmabschnitts seit dem letzten Kontextwechsel geschrieben werden.

[0030] Zur Steuerung der Aufzeichnung könnte auch ein mit dem Programm von den Sendeanstalten zusätzlich übermitteltes Kontextsignal ausgewertet werden, das einen Kontextwechsel anzeigt. Nach Betätigung der Aufzeichnungstaster 7, 8 könnte dann automatisch der bereits in dem Ringdatenspeicher 5 abgelegte Teil des Programmabschnitts auf dem Aufzeichnungsdatenträger 6 und dann der aktuelle Teil des Programmabschnitts abgespeichert und nach dem Ende des Programmabschnitts nach Erkennen des Kontextsignals die Aufnahme automatisch beendet werden.

[0031] Wenn der Aufzeichnungstaster 7 in der unteren Stellung ist, kann das aktuelle Rundfunk- und/oder Fernsehsignal unmittelbar in dem Aufzeichnungsdatenträger 6 aufgezeichnet werden, ohne dass frühere zwischengespeicherte Programmdateninhalte aus dem Ringdatenspeicher 5 berücksichtigt werden.

[0032] In einer optionalen Ausführungsform ist, wie durch den Kreis und das Oval dargestellt, ein Analog-Digital-Wandler 10 und ein Encoder 11, beispielsweise für ein Audio-Rundfunk-Signal oder ein Video-Fernseh-Signal in Kombination mit einem Audio-Encoder zwischen das Fundfunkempfangsteil 2 als Funksignalempfangseinheit und den Ringdatenspeicher 5 sowie den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 eingebaut. Damit kann das Empfangsgerät 1 sowohl für analog, als auch für digital ausgestrahlte Rundfunk- und/oder Fernsehsignale Anwendung finden, wobei digitale Daten direkt auf dem Ringdatenspeicher 5 und dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 abgelegt werden können.

[0033] Analoge Rundfunk- und/oder Fernsehsignale werden durch den Analog-Digital-Wandler 10 und den Encoder 11 digitalisiert und encodiert.

[0034] Weiterhin ist ein Schalter 12 optional zwischen Verstärker 3 und Lautsprechersystem 4 vorgesehen, der bei Betätigung der Aufnahmetaster 7, 8 geöffnet wird. Bei Betätigung der Aufnahmetaster 7 und 8 wird der Schalter 8 zudem geschlossen, so dass nicht mehr der aktuell empfangene, sondern der durch den Ringdatenspeicher 5 verzögerte Programminhalt mit dem Lautsprechersystem 4 wiedergegeben wird. Der Benutzer kann nun warten, bis der gewünschte Zeitpunkt zum Starten der Aufzeichnung des Programmabschnitts auf den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 erreicht ist. Über einen weiteren Tastendruck wird dann die eigentliche Aufnahme des im Ringdatenspeicher 5 zwischengespeicherten Programmabschnitts auf den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 gestartet. Die Schalter 8 und 12 können nun entweder in ihren Positionen verbleiben, so dass der Benutzer das zeitlich verzögerte Programm hört, oder sie können wieder in ihre ursprünglichen Positionen mit geöffnetem Schalter 8 und geschlossenem Schalter 12 verbracht werden, so dass der Benutzer wieder die aktuell empfangenen Programminhalte hört. Das Beenden der Aufnahme an einer gewünschten Stelle erfolgt in oben beschriebener Weise. Spätestens nach Beendigung der Aufnahme sollten die Schalter 8 und 12 wieder automatisch in ihre ursprünglichen Positionen mit geöffnetem Schalter 8 und geschlossenem Schalter 12 verbracht werden, damit der Benutzer wieder das aktuell empfangene Programm hört.

[0035] Die Verwendung des Encoders 11 hat gegenüber der direkten Abspeicherung der empfangenen Programmdaten nach der Analog-Digital-Wandlung den Vorteil, dass die im Ringdatenspeicher 5 zwischenzuspeichernde und im Aufzeichnungsdatenspeicher 6 abgelegte Datenmenge erheblich reduziert wird. So kann durch Verwendung geeigneter Codierverfahren die durch den Ringdatenspeicher 5 realisierte Vorschauzeit für Programmdaten erheblich erhöht werden, so dass der Benutzer zusätzlich Zeit gewinnt, um sich für die Speicherung von Programmdatenabschnitten zu entscheiden.

[0036] Die bei einer angenommenen Vorschauzeit reduzierte Speichergröße des Ringdatenspeichers 5 kann aber auch verwendet werden, um den frei gewordenen Speicher anderen Applikationen zur Verfügung zu stellen.

[0037] Das Empfangsgerät 1 kann zusätzlich Schnittfunktionen bereitstellen, die beispielsweise als Software realisiert werden. Mit den Schnittfunktionen kann dem Benutzer die Möglichkeit gegeben werden, die Aufzeichnung von Programmabschnitten am Anfang und am Ende zu schneiden sowie ein Fading (Ein- und Ausblenden) durchzuführen. Hiermit bekommt der Benutzer die Möglichkeit seine Programmabschnitte direkt im Endgerät 1 zu bearbeiten, ohne auf zusätzliche Werkzeuge, wie beispielsweise einen Heim-PC angewiesen zu sein.

[0038] Bei der Verarbeitung digitaler Rundfunksignale, wie z. B. nach dem DAB-Standard ist ein Zugriff auf verschiedene Programme möglich, auch wenn das Rundfunkempfangsteil 2 auf die Frequenz eines Ensembles eingestellt ist. Dann können mehrere Ringdatenspeicher 5 parallel bereitgestellt werden, so dass eine festgelegte Zeit eines jeden Programms des Ensembles mitgeschnitten wird. Der Benutzer kann dann sofort nach einem Programmwechsel den gerade laufenden Programmabschnitt inklusive eines eventuellen fehlenden Anfangteils aufzeichnen.


Ansprüche

1. Empfangsgerät (1) für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit (2), einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit und mit Aufzeichnungsdatenspeicher (6) zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals, gekennzeichnet durch einen Ringdatenspeicher (5) zur ständigen Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals, wobei der Aufzeichnungsdatenspeicher (6) an den Ringdatenspeicher (5) angeschlossen ist und durch die Steuereinheit derart angesteuert wird, dass bei einer Abspeicherung eines Programmabschnitts mindestens ein bereits empfangener im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherter Teil des Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenspeicher (6) übertragen und dann die aktuell empfangenen Rundfunkund/oder Fernsehsignale des anschließenden Teils des Programmabschnitts im Aufzeichnungsdatenspeicher (6) abgelegt werden.
 
2. Empfangsgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ablegen des anschließenden Teils des Programmabschnitts die aktuell empfangenen und im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder Fernsehsignale aus dem Ringdatenspeicher (5) in den Aufzeichnungsdatenspeicher (6) übertragen werden.
 
3. Empfangsgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringdatenspeicher (5) ein flüchtiger Speicher und der Aufzeichnungsdatenspeicher (6) ein nicht-flüchtiger Speicher ist.
 
4. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ringdatenspeicher (5) zur Zwi schenspeicherung mehrerer parallel empfangener Programme mit Rundfunk- und/oder Fernsehsignalen vorgesehen sind.
 
5. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Ringdatenspeichers (5) variabel einstellbar ist.
 
6. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit zum Starten und Beenden der Abspeicherung eines Programmabschnitts durch manuelle Betätigung einer Aufzeichnungstaste, durch Empfangen eines Aufzeichnungs-Start-/Stop-Signals einer Zeitschaltuhr und/oder durch Erkennen einer Änderung oder eines ausgewählten Inhalts eines Programms ausgebildet ist.
 
7. Empfangsgerät (1) nach einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit zur Suche eines Kennsignals in dem im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten Rundfunkund/oder Fernsehsignals ausgebildet ist, wobei das Kennsignal den Beginn eines Programmdatenabschnitts zur Übertragung auf den Aufzeichnungsdatenträger (6) kennzeichnet.
 
8. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher (5) und/oder Abspeicherung im Aufzeichnungsdatenspeicher (6) von codierten, digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignalen erfolgt.
 
9. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Analog-Digital-Wandler (10) zur Digitalisierung des empfangenen analogen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals vor der Zwischenspeicherung und mindestens eine Codiereinrichtung (11) zur Komprimierung des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals.
 
10. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Umschalter (8, 12) zwischen der Funksignalempfangseinheit (2), dem Ringdatenspeicher (5) und der Signalwiedergabeeinheit zur wahlweisen Wiedergabe des mit dem Funksignalempfänger (2) aktuell empfangenen Programms und des in dem Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten, zeitlich verzögerten Programms durch die Signalwiedergabeeinheit.
 




Zeichnung