[0001] Die Erfindung betrifft ein Empfangsgerät für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit
einer Funksignalempfangseinheit, einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit
und mit Aufzeichnungsdatenspeicher zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten
des digitalisierten Rundfunkund/oder Fernsehsignals.
[0002] Ein solches Empfangsgerät ist insbesondere als Autoradio in Kraftfahrzeugen hinreichend
bekannt, es kann aber auch ein Fernsehgerät oder ein multifunktionales Multimediaendgerät
sein.
[0003] Unter dem Handelsnamen "Woodstock" sind digitale Rundfunkempfänger für Kraftfahrzeuge
der Firma Blaupunkt erhältlich, bei denen die aktuell empfangenen Programminhalte
auf Wunsch des Benutzers aufgezeichnet und auf einen nicht-flüchtigen Speichermedium
gespeichert werden können. Die so aufgezeichneten Programminhalte können zu einem
späteren Zeitpunkt im Autoradio oder in einem externen Gerät, wie zum Beispiel einem
MP3-Player, wiedergegeben werden, oder sie können auf ein anderes Speichermedium geladen
und dort weiterverarbeitet werden. Als nichtflüchtiges Speichermedium ist die Nutzung
von Festspeicherkarten, wie zum Beispiel Multimedia-Card, Smartmedia-Cart etc. vorgesehen.
[0004] Bei diesen Autoradios betätigt der Benutzer zum Starten einer Aufnahme eine bestimmte
Taste am Gerät. Von diesem Augenblick an wird der empfangene digitale, nicht-dekodierte
Datenstrom einer Speichereinheit zugeführt und der Datenstrom dann von der Speichereinheit
auf dem nicht-flüchtigen Speicher abgelegt. Die Aufzeichnung eines Programmabschnitts
endet bei Betätigung einer bestimmten Taste am Gerät durch den Benutzer, oder wenn
die Kapazität des nicht-flüchtigen Speichers erreicht ist.
[0005] In dem US-Patent 5,671,195 A ist ein Autoradio mit einer Aufnahmemöglichkeit offenbart,
wobei der Benutzer im voraus bestimmte Aufnahmezeitpunkte festlegen kann. Die Aufzeichnung
kann also analog zum Beispiel zu einem Videorecorder programmiert werden. Die Aufnahme
erfolgt dann zu den vorprogrammierten Zeitpunkten, selbst wenn das Kraftfahrzeug selbst
nicht in Betrieb ist.
[0006] Es sind weiterhin Systeme zum Beispiel aus der DE 41 18 970 A bekannt, bei denen
eine Aufzeichnung von Verkehrsnachrichten mittels eines nicht-flüchtigen Speichermediums
vorgenommen wird, um den Benutzer ein nachträgliches Anhören der Verkehrsnachrichten
zu ermöglichen.
[0007] In der DE 197 09 153 A1 ist ein Autoradio beschrieben, bei dem ein nachträgliches
Anhören der letzten N Sekunden des gerade empfangenen Programms ermöglicht wird. Hierzu
wird ein Speicher verwendet, auf welchem jeweils die vom aktuellen Zeitpunkt aus gesehen
letzten N Sekunden des empfangenen Programms gespeichert werden. Auf Wunsch des Benutzers
wird bei Betätigung einer bestimmten Taste der Inhalt des Speichers wiedergegeben.
Dies ermöglicht es dem Benutzer, Teile des Programminhalts, wie zum Beispiel wichtige
Verkehrsdurchsagen oder Nachrichten, nochmals zu hören.
[0008] Mit dem bekannten Funkempfangsgeräten ist es allerdings nicht möglich, einen aktuell
empfangenen Programmabschnitt zusammen mit einem bereits vorher empfangenen Teil des
Programmabschnitts dauerhaft abzuspeichern, um zum Beispiel ein Musikstück zur späteren
wiederholten Wiedergabe vollständig abzuspeichern.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein entsprechend verbessertes Empfangsgerät für
Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit, einer Signalwiedergabeeinheit,
einer Steuereinheit und mit einem Aufzeichnungsdatenspeicher zur wahlweisen Abspeicherung
von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals zu schaffen.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Ringdatenspeicher zur ständigen
Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen Rundfunkund/oder Fernsehsignals, wobei
der Aufzeichnungsdatenspeicher an den Ringdatenspeicher angeschlossen ist und durch
die Steuereinheit derart angesteuert wird, dass bei Abspeicherung eines Programmabschnitts
mindestens ein bereits empfangener im Ringdatenspeicher zwischengespeicherter Teil
des Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenträger übertragen und dann die aktuell
empfangenen Rundfunk- und/oder Fernsehsignale des anschließenden Teils des Programmabschnitts
im Aufzeichnungsdatenspeicher abgelegt werden.
[0011] Durch den Einsatz eines Ringdatenspeichers und die ständige Zwischenspeicherung des
empfangenen digitalen Rundfunk- und/oder Fernsehsignals in dem Ringdatenspeicher ist
es nunmehr möglich, Programminhalte aufzuzeichnen und wiederzugeben, die vor Betätigung
einer Aufnahmefunktion gesendet wurden. Damit kann ein Benutzer beim Hören eines Rundfunkprogramms
auch nach Beginn eines bestimmten Programminhaltes, z. B. eines bestimmten Musikstücks
oder eines Textbeitrages, entscheiden, dass er diesen zum Zweck der Archivierung und/oder
späteren Wiedergabe gerne aufnehmen möchte. Mit Hilfe des Ringdatenspeichers wird
der Programminhalt dann vollständig inklusive des bereits vergangenen Anfangsteils
in den Aufzeichnungsdatenträger übertragen.
[0012] Es ist vorteilhaft, wenn zum Ablegen des anschließenden Teiles des Programmabschnitts
die aktuell empfangenen und im Ringdatenspeicher zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder
Fernsehsignale aus dem Ringdatenspeicher in den Aufzeichnungsdatenspeicher übertragen
werden. Damit erfolgt auch nach Betätigen der Aufzeichnungsfunktion eine Pufferung
im Ringdatenspeicher für die Übertragung der aktuellen Programminhalte auf den Aufzeichnungsdatenspeicher.
Damit können unterschiedliche Zeitverhalten ausgeglichen werden.
[0013] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn der Ringdatenspeicher ein flüchtiger Speicher
und der Aufzeichnungsdatenspeicher ein nicht-flüchtiger Speicher, wie beispielsweise
eine Festplatte, Wechselfestplatte, Memory-Card ist. Der nicht-flüchtige Speicher
kann in dem Empfangsgerät integriert oder über externe Schnittstellen, wie beispielsweise
PCMCIA, USB o. ä. angeschlossen werden.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Empfangsgerätes sind mehrere Ringdatenspeicher
zur Zwischenspeicherung von mehreren parallel empfangenen Programmen mit Rundfunk-
und/oder Fernsehsignalen vorgesehen. Dies hat den Vorteil, dass auch andere, als aktuell
wiedergegebene Programminhalte vollständig aufgezeichnet werden können, wie beispielsweise
Verkehrsnachrichten anderer Sender.
[0015] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Länge des Ringdatenspeichers variabel einstellbar
ist. Damit kann der erforderliche Speicherbereich unter Berücksichtigung eines maximal
erforderlichen Vorschaubereiches und der pro Zeiteinheit zwischenzuspeichernden Datenmenge
optimiert und der restliche Speicherplatz anderen Applikationen zur Verfügung gestellt
werden.
[0016] Die Steuereinheit zum Starten und Beenden der Abspeicherung eines Programmabschnitts
kann beispielsweise durch manuelle Betätigung einer Aufzeichnungstaste, durch Empfangen
eines Aufzeichnungs-Start-/ Stop-Signals einer Zeitschaltuhr und/oder durch Erkennen
einer Änderungen oder eines ausgewählten Inhalts eines Programms ausgebildet sein.
Die Zeitschaltuhr kann beispielsweise wie bei Videorecordern, ein vorprogrammierbares
Aufzeichnungsplanungsmodul sein. Die Start- und Stopfunktionen können auch kombinierbar
sein, beispielsweise indem die Abspeicherung eines Programmabschnitts durch manuelle
Betätigung der Aufzeichnungtaste gestartet und anschließend automatisch durch Erkennen
eines Kontextwechsels des Programminhaltes, wie beispielsweise eines Wechsels von
Titel zu Titel oder eines Wechsels von einem Textbeitrag zu einem Musiktitel, beendet
wird. Ein Kontextwechsel kann beispielsweise durch Analyse des Programminhaltes selbst,
aber auch durch Auswerten eines vom Sender mit übertragenen Kontextwechselsignals
erkannt werden.
[0017] Hierzu ist die Steuereinheit vorzugsweise zur Suche eines Kennsignals in dem im Ringdatenspeicher
zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals ausgebildet, wobei das Kennsignal
den Beginn eines Programmdatenabschnitts zur Übertragung auf den Aufzeichnungsdatenträger
kennzeichnet.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher
und/oder Abspeicherung im Aufzeichnungsdatenspeicher eines co dierten, digitalisierten
Rundfunk- und/oder Fernsehsignals des ausgewählten Programmabschnitts erfolgt. Damit
kann erheblicher Speicherplatz eingespart werden. Ggf. ist ein zusätzlicher Encoder
vor den Ringdatenspeicher bzw. Aufzeichnungsdatenspeicher vorzusehen.
[0019] Für die Verarbeitung analoger Rundfunk- und/oder Fernsehsignale ist es dann vorteilhaft,
wenn ein Analog-Digital-Wandler zur Digitalisierung des empfangenen analogen Rundfunk-
und/oder Fernsehsignals und mindestens eine Codiereinrichtung zur Komprimierung des
digitalisierten Rundfunkund/oder Fernsehsignals vorgesehen ist.
[0020] Weiterhin ist es vorteilhaft, einen Umschalter zwischen der Funksignalempfangseinheit,
dem Ringdatenspeicher und der Signalwiedergabeeinheit zur wahlweisen Wiedergabe des
mit dem Funksignalempfänger aktuell empfangenen Programms und des in dem Ringdatenspeicher
zwischengespeicherten zeitlich verzögerten Programms durch die Signalwiedergabeeinheit
vorzusehen. Damit kann vom Benutzer ausgewählt werden, ob das aktuell empfangene Programm
unverzögert oder das im Ringdatenspeicher zwischengespeicherte Programm zeitverzögert
wiedergegeben wird, beispielsweise um die Aufzeichnung des Programminhaltes zu kontrollieren.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der beigefügten Zeichnung beispielhaft
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1 -
- Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Empfangsgerätes mit Ringdatenspeicher und
Aufzeichnungsdatenspeicher.
[0022] Die Figur 1 lässt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Empfangsgerätes 1 erkennen,
das in bekannter Weise ein herkömmliches Funkempfangsteil 2, einen Verstärker 3 und
ein Lautsprechersystem 4 zum Empfang und zur Wiedergabe beispielsweise von Rundfunksignalen
hat. Anstelle eines Rundfunkempfangsteils 2 kann auch ein Fernsehempfangsteil oder
ein Datenempfangsteil vorgesehen sein. Das Rundfunkempfangsteil 2 kann beispielsweise
zum Empfang von FM-, LW-, KW-, DAB-, DRM- oder sonstigen Rundfunksignalen ausgebildet
sein.
[0023] Das herkömmliche Empfangsgerät 1 ist um einen Ringdatenspeicher 5 ergänzt, der beispielsweise
als flüchtiger First-In-First-Out (FIFO)-Datenspeicher ausgeprägt ist. Der Ringdatenspeicher
5 muss so bemessen sein, dass in Abhängigkeit von der gewählten Speicherdichte, die
beispielsweise beim komprimierten Abspeichern digitalisierter Rundfunksignale reduziert
ist, eine maximale Zwischenspeicherzeit gewährleistet ist.
[0024] Neben dem Ringdatenspeicher 5 ist ein Aufzeichnungsdatenspeicher 6 vorgesehen, dessen
Eingang mit einem Schalter 7 wahlweise an den Ringdatenspeicher 5 oder den Ausgang
des Rundfunkempfangsteils 2 geklemmt werden kann. Der Aufzeichnungsdatenspeicher 6
ist ein nicht flüchtiger Speicher, der sowohl im Empfangsgerät 1 als Festplatte, Wechselfestplatte,
Memory-Card o. ä. verbaut sein oder über externe Schnittstellen, wie z. B. PCMCIA,
USB o. ä. angeschlossen werden kann.
[0025] Mit einem weiteren Schalter 8 kann der Ausgang des Ringdatenspeichers 5 wahlweise
über einen optionalen Decoder und Digital-Analog-Wandler 9 zur Wiedergabe an das Lautsprechersystem
4 gegeben werden.
[0026] Der Benutzer des Empfangsgerätes 1 kann nun per Knopfdruck eine Aufzeichnungsfunktion
zur Speicherung eines Programmabschnitts in dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 starten,
indem der Schalter 7 in oberer Stellung zur Verbindung des Ringdatenspeichers 5 mit
dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 und der Schalter 8 in geöffnete Stellung gebracht
wird. Damit werden die Daten des Programmabschnitts, die bereits in dem Ringdatenspeicher
5 vorliegen, auf dem Aufzeichnungsdatenspeicher 6 abgelegt, während zusätzlich das
aktuelle Programm weiterhin im Ringdatenspeicher 5 aufgezeichnet und über den Verstärker
3 und das Lautsprechersystem 4 wiedergegeben wird. Das in dem Ringdatenspeicher 5
zwischengespeicherte aktuelle Programm wird, nachdem der in dem Ringdatenspeicher
5 vorher abgelegte Teil des abzuspeichernden Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenspeicher
6 übertragen wurde, weiter in den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 übertragen und dort
gespeichert. Dies hat den Vorteil, dass ein Benutzer einen bereits laufenden Beitrag
komplett zur weiteren Verwendung mitschneiden kann. Ohne die Zwischenspeicherfunktion
durch den Ringdatenspeicher 5 würden die ersten N-Sekunden des Programmabschnitts
in der Aufzeichnung fehlen.
[0027] Die Beendigung der Aufnahme kann beispielsweise durch einen zweiten Druck auf einen
Aufnahmeschalter oder eine Aufzeichnungstaste erreicht werden. Andere Alternativen
einer Aufnahmebeendigung können eine vorprogrammierte Zeit mit einer Zeitschaltuhr
oder auch die Erkennung eines Kontextwechsels in dem übertragenen Programm sein.
[0028] Die Länge der Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher 5 kann variabel und durch
den Benutzer einstellbar ausgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Wiedergabelänge
bzw. die Vorlaufzeit an die besonderen Anforderungen des Empfangsgerätes 1 oder Vorlieben
des Benutzers angepasst werden kann. Zudem kann, wenn der zur Verfügung stehende Speicherplatz
nicht vollständig durch die Speicherfunktion des Ringdatenspeichers 5 ausgenutzt wird,
der weitere freie Speicherplatz des Ringdatenspeichers 5 anderen Komponenten zur Verfügung
gestellt werden, wie z. B. einer Korridorfunktion in einem Radio-Navigationsgerät.
[0029] Nach Betätigung der Aufzeichnungstasten 7 und 8 kann entweder der gesamte Inhalt
des im Ringdatenspeicher 5 zwischengespeicherten Programminhalts in den Aufzeichnungsdatenspeicher
6 oder nur ein durch den Benutzer vorgegebener Teil, oder nur der Teil des Programmabschnitts
seit dem letzten Kontextwechsel geschrieben werden.
[0030] Zur Steuerung der Aufzeichnung könnte auch ein mit dem Programm von den Sendeanstalten
zusätzlich übermitteltes Kontextsignal ausgewertet werden, das einen Kontextwechsel
anzeigt. Nach Betätigung der Aufzeichnungstaster 7, 8 könnte dann automatisch der
bereits in dem Ringdatenspeicher 5 abgelegte Teil des Programmabschnitts auf dem Aufzeichnungsdatenträger
6 und dann der aktuelle Teil des Programmabschnitts abgespeichert und nach dem Ende
des Programmabschnitts nach Erkennen des Kontextsignals die Aufnahme automatisch beendet
werden.
[0031] Wenn der Aufzeichnungstaster 7 in der unteren Stellung ist, kann das aktuelle Rundfunk-
und/oder Fernsehsignal unmittelbar in dem Aufzeichnungsdatenträger 6 aufgezeichnet
werden, ohne dass frühere zwischengespeicherte Programmdateninhalte aus dem Ringdatenspeicher
5 berücksichtigt werden.
[0032] In einer optionalen Ausführungsform ist, wie durch den Kreis und das Oval dargestellt,
ein Analog-Digital-Wandler 10 und ein Encoder 11, beispielsweise für ein Audio-Rundfunk-Signal
oder ein Video-Fernseh-Signal in Kombination mit einem Audio-Encoder zwischen das
Fundfunkempfangsteil 2 als Funksignalempfangseinheit und den Ringdatenspeicher 5 sowie
den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 eingebaut. Damit kann das Empfangsgerät 1 sowohl
für analog, als auch für digital ausgestrahlte Rundfunk- und/oder Fernsehsignale Anwendung
finden, wobei digitale Daten direkt auf dem Ringdatenspeicher 5 und dem Aufzeichnungsdatenspeicher
6 abgelegt werden können.
[0033] Analoge Rundfunk- und/oder Fernsehsignale werden durch den Analog-Digital-Wandler
10 und den Encoder 11 digitalisiert und encodiert.
[0034] Weiterhin ist ein Schalter 12 optional zwischen Verstärker 3 und Lautsprechersystem
4 vorgesehen, der bei Betätigung der Aufnahmetaster 7, 8 geöffnet wird. Bei Betätigung
der Aufnahmetaster 7 und 8 wird der Schalter 8 zudem geschlossen, so dass nicht mehr
der aktuell empfangene, sondern der durch den Ringdatenspeicher 5 verzögerte Programminhalt
mit dem Lautsprechersystem 4 wiedergegeben wird. Der Benutzer kann nun warten, bis
der gewünschte Zeitpunkt zum Starten der Aufzeichnung des Programmabschnitts auf den
Aufzeichnungsdatenspeicher 6 erreicht ist. Über einen weiteren Tastendruck wird dann
die eigentliche Aufnahme des im Ringdatenspeicher 5 zwischengespeicherten Programmabschnitts
auf den Aufzeichnungsdatenspeicher 6 gestartet. Die Schalter 8 und 12 können nun entweder
in ihren Positionen verbleiben, so dass der Benutzer das zeitlich verzögerte Programm
hört, oder sie können wieder in ihre ursprünglichen Positionen mit geöffnetem Schalter
8 und geschlossenem Schalter 12 verbracht werden, so dass der Benutzer wieder die
aktuell empfangenen Programminhalte hört. Das Beenden der Aufnahme an einer gewünschten
Stelle erfolgt in oben beschriebener Weise. Spätestens nach Beendigung der Aufnahme
sollten die Schalter 8 und 12 wieder automatisch in ihre ursprünglichen Positionen
mit geöffnetem Schalter 8 und geschlossenem Schalter 12 verbracht werden, damit der
Benutzer wieder das aktuell empfangene Programm hört.
[0035] Die Verwendung des Encoders 11 hat gegenüber der direkten Abspeicherung der empfangenen
Programmdaten nach der Analog-Digital-Wandlung den Vorteil, dass die im Ringdatenspeicher
5 zwischenzuspeichernde und im Aufzeichnungsdatenspeicher 6 abgelegte Datenmenge erheblich
reduziert wird. So kann durch Verwendung geeigneter Codierverfahren die durch den
Ringdatenspeicher 5 realisierte Vorschauzeit für Programmdaten erheblich erhöht werden,
so dass der Benutzer zusätzlich Zeit gewinnt, um sich für die Speicherung von Programmdatenabschnitten
zu entscheiden.
[0036] Die bei einer angenommenen Vorschauzeit reduzierte Speichergröße des Ringdatenspeichers
5 kann aber auch verwendet werden, um den frei gewordenen Speicher anderen Applikationen
zur Verfügung zu stellen.
[0037] Das Empfangsgerät 1 kann zusätzlich Schnittfunktionen bereitstellen, die beispielsweise
als Software realisiert werden. Mit den Schnittfunktionen kann dem Benutzer die Möglichkeit
gegeben werden, die Aufzeichnung von Programmabschnitten am Anfang und am Ende zu
schneiden sowie ein Fading (Ein- und Ausblenden) durchzuführen. Hiermit bekommt der
Benutzer die Möglichkeit seine Programmabschnitte direkt im Endgerät 1 zu bearbeiten,
ohne auf zusätzliche Werkzeuge, wie beispielsweise einen Heim-PC angewiesen zu sein.
[0038] Bei der Verarbeitung digitaler Rundfunksignale, wie z. B. nach dem DAB-Standard ist
ein Zugriff auf verschiedene Programme möglich, auch wenn das Rundfunkempfangsteil
2 auf die Frequenz eines Ensembles eingestellt ist. Dann können mehrere Ringdatenspeicher
5 parallel bereitgestellt werden, so dass eine festgelegte Zeit eines jeden Programms
des Ensembles mitgeschnitten wird. Der Benutzer kann dann sofort nach einem Programmwechsel
den gerade laufenden Programmabschnitt inklusive eines eventuellen fehlenden Anfangteils
aufzeichnen.
1. Empfangsgerät (1) für Rundfunk- und/oder Fernsehsignale mit einer Funksignalempfangseinheit
(2), einer Signalwiedergabeeinheit, einer Steuereinheit und mit Aufzeichnungsdatenspeicher
(6) zur wahlweisen Abspeicherung von Programmabschnitten des digitalisierten Rundfunk-
und/oder Fernsehsignals, gekennzeichnet durch einen Ringdatenspeicher (5) zur ständigen Zwischenspeicherung des empfangenen digitalen
Rundfunk- und/oder Fernsehsignals, wobei der Aufzeichnungsdatenspeicher (6) an den
Ringdatenspeicher (5) angeschlossen ist und durch die Steuereinheit derart angesteuert wird, dass bei einer Abspeicherung eines Programmabschnitts
mindestens ein bereits empfangener im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherter
Teil des Programmabschnitts in den Aufzeichnungsdatenspeicher (6) übertragen und dann
die aktuell empfangenen Rundfunkund/oder Fernsehsignale des anschließenden Teils des
Programmabschnitts im Aufzeichnungsdatenspeicher (6) abgelegt werden.
2. Empfangsgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ablegen des anschließenden Teils des Programmabschnitts die aktuell empfangenen
und im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten Rundfunk- und/oder Fernsehsignale
aus dem Ringdatenspeicher (5) in den Aufzeichnungsdatenspeicher (6) übertragen werden.
3. Empfangsgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringdatenspeicher (5) ein flüchtiger Speicher und der Aufzeichnungsdatenspeicher
(6) ein nicht-flüchtiger Speicher ist.
4. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ringdatenspeicher (5) zur Zwi schenspeicherung mehrerer parallel empfangener
Programme mit Rundfunk- und/oder Fernsehsignalen vorgesehen sind.
5. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Ringdatenspeichers (5) variabel einstellbar ist.
6. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit zum Starten und Beenden der Abspeicherung eines Programmabschnitts
durch manuelle Betätigung einer Aufzeichnungstaste, durch Empfangen eines Aufzeichnungs-Start-/Stop-Signals
einer Zeitschaltuhr und/oder durch Erkennen einer Änderung oder eines ausgewählten
Inhalts eines Programms ausgebildet ist.
7. Empfangsgerät (1) nach einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit zur Suche eines Kennsignals in dem im Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten
Rundfunkund/oder Fernsehsignals ausgebildet ist, wobei das Kennsignal den Beginn eines
Programmdatenabschnitts zur Übertragung auf den Aufzeichnungsdatenträger (6) kennzeichnet.
8. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwischenspeicherung im Ringdatenspeicher (5) und/oder Abspeicherung im Aufzeichnungsdatenspeicher
(6) von codierten, digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignalen erfolgt.
9. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Analog-Digital-Wandler (10) zur Digitalisierung des empfangenen analogen Rundfunk-
und/oder Fernsehsignals vor der Zwischenspeicherung und mindestens eine Codiereinrichtung
(11) zur Komprimierung des digitalisierten Rundfunk- und/oder Fernsehsignals.
10. Empfangsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Umschalter (8, 12) zwischen der Funksignalempfangseinheit (2), dem Ringdatenspeicher
(5) und der Signalwiedergabeeinheit zur wahlweisen Wiedergabe des mit dem Funksignalempfänger
(2) aktuell empfangenen Programms und des in dem Ringdatenspeicher (5) zwischengespeicherten,
zeitlich verzögerten Programms durch die Signalwiedergabeeinheit.