[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines PTC-Bauelementes.
[0002] Für keramische Kaltleiter, d.h. Bauelemente mit positivem Temperaturkoeffizient des
Widerstands, sogenannte PTC-Elemente, sind keine üblicherweise verwendete temperaturstabile
Elektroden aus Edelmetall geeignet. Diese können keinen ohmschen Kontakt zwischen
der Keramik und den metallischen Elektroden aufbauen. Daher weisen PTC-Elemente mit
(Innen-) Elektroden aus Edelmetall einen unzulässig hohen Widerstand auf. Die als
Elektrodenmaterial geeigneten unedlen Metalie überstehen jedoch in der Regel nicht
den Sinterprozeß, der für den Aufbau von Vielschichtbauelementen erforderlich ist.
[0003] Aus der Druckschrift
DE 19719174 Al ist ein keramischer Kaltleiter in Vielschichtbauweise bekannt, der Aluminium umfassende
Elektrodenschichten aufweist. Diese bilden zur Keramik einen ohmschen Kontakt auf
und lassen sich bei Temperaturen bis 1200° ohne Beschädigung sintern. Nachteilig an
diesem Vielschichkaltleiterbauelement ist jedoch, daß das Aluminium aus den Elektrodenschichten
teilweise in die Keramik eindiffundiert und dabei die Bauelementeigenschaften mittel-
oder langfristig beeinträchtigt oder das Bauelement gar unbrauchbar macht.
[0004] Aus der Druckschrift
DE 100 18 377 C1 ist ein PTC-Bauelement bekannt, das ein Vielschichtbauelement aus übereinandergestapelten
Keramikschichten ist und das in einer Atmosphäre mit hohem Sauerstoffgehalt gesintert
beziehungsweise nachgetempert Wird. Entbindern und Sintern des Schichtstapels erfolgen
in einer Atmosphäre, die gegenüber Luft einen abgesenkten Sauerstoffgehalt aufweist.
Das PTC-Bauelement enthält Innenelektroden mit Wolfram. Wolfram übersteht zwar den
Sinterprozeß.
[0005] Durch die Sinterung beziehungsweise anschließende Temperung bei hohem Sauerstoff-Partialdruck
besteht jedoch die Gefahr der Oxidation der Innenelektroden, woraus PTC-Bauelemente
mit hohem ohmschen Widerstand resultieren, was unerwünscht ist.
[0006] Eine Sinterung an sauerstoffhaltiger Atmosphäre ist andererseits notwendig, um die
korngrenzenaktiven Schichten der PTC-Keramik (auf Basis von dotiertem BaTiO
3) beim Abkühlen aufzubauen. Es resultiert die Eigenschaft, daß bei einer bestimmten
Temperatur, abhängig von der genauen Zusammensetzung der Keramik, der Widerstand der
Keramik sprunghaft ansteigt.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines PTC-Bauelements
anzugeben, das es erlaubt, PTC-Bauelemente mit niedrigem Volumen und gleichzeitig
geringem ohmschen Widerstand herzustellen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 10 zu entnehmen.
[0009] Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines PTC-Bauelements angegeben mit den Schritten:
- a) Herstellen eines Schichtstapels aus keramischen Grünfolien mit dazwischenliegenden
Elektrodenschichten
- b) Entbindern und Sintern des Schichtstapels in einer Atmosphäre, die gegenüber Luft
einen abgesenkten Sauerstoffgehalt aufweist.
[0010] Unter einem PTC-Bauelement ist ein Bauelement zu verstehen mit einem Grundkörper,
enthaltend übereinanderliegende Keramikschichten, die durch Elektrodenschichten voneinander
getrennt sind, bei dem die Keramikschichten ein Keramikmaterial enthalten, das zumindest
in einem Kennlinienteil der R/T-Kennlinie einen positiven Temperaturkoeffizienten
aufweist.
[0011] Ferner weist das Bauelement seitlich angebrachte Sammelelektroden auf, wobei die
Elektrodenschichten alternierend mit diesen Sammelelektroden kontaktiert sind.
[0012] Dadurch, daß sowohl das Entbindern als auch das Sintern in einer Atmosphäre mit niedrigem
Sauerstoffgehalt durchgeführt wird, kann eine Oxidation des in den Innenelektroden
enthaltenen Metalls gehemmt werden, was die Herstellung von PTC-Bauelementen mit verbesserten
Eigenschaften erlaubt.
[0013] Erfindungsgemäß wird der Sauerstoffgehalt während des Sinterns, wo i. a. höhere Temperaturen
als beim Entbindern verwendet werden, weiter erniedrigt .
[0014] Insbesondere erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren die Herstellung von PTC-Bauelementen,
die ein Volumen V und einen ohmschen Widerstand R aufweisen, der zwischen den Sammelelektroden
bei einer Temperatur zwischen 0° C und 40° C gemessen wird, wobei gilt: V · R < 600.
[0015] Es gelingt also die Herstellung von PTC-Bauelementen, die bei kleinem Volumen gleichzeitig
einen geringen ohmschen Widerstand aufweisen, was im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung
von PTC-spezifischen Anwendungen wünschenswert ist.
[0016] Es hat sich gezeigt, daß aus Wolfram bestehende oder wolframhaltige Elektroden den
für das keramische Bauelement erforderlichen Sinterprozeß überstehen und dabei einen
guten ohmschen Kontakt zur Keramik ausbilden. Beim Sintern werden höchstens geringe
Diffusionsprozesse des Wolframs in die Keramik beobachtet, die die keramischen Bauelementeigenschaften
beeinträchtigen könnten. Gleichzeitig weist Wolfram eine mit Edelmetallen vergleichbare
gute elektrische Leitfähigkeit auf, die für reines Wolfram etwa drei mal so hoch ist
wie die von Silber, so daß Elektrodenschichten mit ausreichender elektrischer Tragfähigkeit
bereits mit dünneren Wolframschichten erzielt werden können. Außerdem stellt Wolfram
ein kostengünstiges Elektrodenmaterial dar, das z.B. wesentlich kostengünstiger ist
als Edelmetalle wie Palladium oder Platin.
[0017] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und der dazugehörigen
Figuren näher erläutert. Die Figuren dienen nur der Veranschaulichung der Erfindung
und sind nur schematisch und nicht maßstabsgetreu.
- Figur 1
- zeigt eine mit einer Elektrodenschicht bedruckte keramische Grünfolie in perspektivischer
Darstellung
- Figur 2
- zeigt ein Vielschichtbauelement im schematischen Querschnitt
- Figur 3
- zeigt eine in mehrere Bauelemente aufteilbare keramische Grünfolie mit aktiven und
passiven Bereichen in der Draufsicht
- Figur 4
- zeigt einen Schichtenstapel keramischer Grünfolie im Querschnitt.
- Figuren 5 A bis D
- zeigen je ein Temperatur-/Sauerstoffprofil für die Entbinderung beziehungsweise Sinterung
eines Schichtstapels.
[0018] Zur Herstellung keramischer Grünfolien wird das keramische Ausgangsmaterial fein
vermahlen und homogen mit einem Bindermaterial vermischt. Die Folie wird anschließend
durch Folienziehen oder Foliengießen in einer gewünschten Dicke hergestellt.
[0019] Figur 1 zeigt eine solche Grünfolie 1 in perspektivischer Darstellung. Auf eine Oberfläche
der Grünfolie 1 wird nun in dem für die Elektrode vorgesehenen Bereich eine Elektrodenpaste
2 aufgebracht. Dazu eignen sich eine Reihe von insbesondere Dickschichtverfahren,
vorzugsweise Aufdrucken, beispielsweise mittels Siebdruck. Zumindest im Bereich einer
Kante der Grünfolie 1, wie beispielsweise in Figur 1 dargestellt, oder nur im Bereich
einer Ecke der Grünfolie verbleibt ein nicht von Elektrodenpaste bedeckter und hier
als passiver Bereich 3 bezeichneter Oberflächenbereich. Möglich ist es auch, die Elektrode
nicht als flächige Schicht aufzubringen, sondern strukturiert, gegebenenfalls als
durchbrochenes Muster.
[0020] Die Elektrodenpaste 2 besteht aus metallischen, metallisches Wolfram oder eine Wolframverbindung
umfassenden Partikeln zur Herstellung der gewünschten Leitfähigkeit, ggf. sinterfähigen
keramischen Partikeln zur Anpassung der Schwundeigenschaften der Elektrodenpaste an
die der Keramik und einem ausbrennbaren organischen Binder, um eine Formbarkeit der
keramischen Masse bzw. einen Zusammenhalt der Grünkörper zu gewährleisten. Dabei können
Partikel aus reinem Wolfram, Partikel aus Wolframlegierung, Wolframverbindung oder
gemischte Partikel aus Wolfram und anderen Metallen verwendet werden. Die Elektrodenschichten
und damit die Elektrodenpaste können auch weitere Wolframverbindungen wie beispielsweise
Wolframcarbid, Wolframnitrid oder auch Wolframoxid (WO) enthalten. Entscheidend ist
lediglich, daß das Wolfram in einer Oxidationsstufe vorliegt, die kleiner als + 6
ist, so daß es seine Funktion beim Sperrschichtabbau noch erfüllen kann.
[0021] Bei keramischen Vielschichtbauelementen, die einer nur geringen mechanischen Belastung
ausgesetzt sind, ist es auch möglich, in der Elektrodenpaste auf die keramischen Anteile
ganz zu verzichten. Der Wolframanteil kann in weiten Bereichen variieren, wobei ggf.
die Sinterbedingungen auf die Elektrodenpastenzusammensetzung anzupassen sind. Der
Abbau der Sperrschicht bei Kaltleitermaterial wird regelmäßig mit Wolframanteilen
von 3 und mehr Gewichtsprozent (bezogen auf die metallischen Partikel) erreicht.
[0022] Anschließend werden die bedruckten Grünfolien 9 in einer gewünschten Anzahl so zu
einem Folienstapel übereinandergeschichtet, daß (grüne) Keramikschichten 1 und Elektrodenschichten
2 alternierend übereinander angeordnet sind.
[0023] Bei der späteren Kontaktierung werden die Elektrodenschichten außerdem alternierend
auf unterschiedlichen Seiten des Bauelements mit Sammelelektroden verbunden, um die
Einzelelektroden parallel zu verschalten. Dazu ist es vorteilhaft, erste und zweite
Grünfolien 9 mit unterschiedlicher Orientierung der aufgedruckten Elektrodenschichten
2 so zu stapeln, daß deren passive Bereiche 3 alternierend nach unterschiedlichen
Seiten weisen. Vorzugsweise wird dazu eine einheitliche Elektrodengeometrie gewählt,
wobei erste und zweite Grünfolie 9 sich dadurch unterscheiden, daß sie im Folienstapel
gegeneinander um 180° gedreht sind. Möglich ist es jedoch auch, für das Bauelement
einen Grundriß mit höherer Symmetrie auszuwählen, so daß zur Herstellung einer alternierenden
Kontaktierung ein Verdrehen um andere Winkel als 180° möglich ist, beispielsweise
um 90° bei Vorsehen eines quadratischen Grundrisses. Möglich ist es jedoch auch, bei
jeder zweiten Grünfolie 9 das Elektrodenmuster um einen bestimmten Betrag gegen das
der ersten Grünfolien so zu versetzen, daß jeder passive Bereich 3 in der jeweils
benachbarten Grünfolie über einem mit Elektrodenpaste bedruckten Bereich angeordnet
ist.
[0024] Anschließend wird der auf Grund des Binders noch formelastische Folienstapel durch
Pressen und gegebenenfalls Zuschneiden in die gewünschte äußere Form gebracht. Danach
wird der Folienstapel entbindet und gesintert, und zwar entweder getrennt oder in
einem Schritt.
[0025] Nach der Sinterung entsteht aus den einzelnen Grünfolienschichten ein monolithischer
keramischer Bauelementkörper 8, der einen festen Verbund der einzelnen Keramikschichten
4 aufweist. Dieser feste Verbund ist auch an den Verbindungsstellen Keramik/Elektrode/Keramik
gegeben. Figur 2 zeigt ein fertiges Vielschichtbauelement 8 im schematischen Querschnitt.
Im Bauelementkörper sind alternierend Keramikschichten 4 und Elektrodenschichten 5
übereinander angeordnet. An zwei einander gegenüberliegenden Seiten des Bauelementkörpers
werden nun Sammelelektroden 6, 6' erzeugt, die jeweils mit jeder zweiten Elektrodenschicht
5 in elektrischem Kontakt stehen. Dazu kann beispielsweise zunächst eine Metallisierung,
üblicherweise aus Silber auf der Keramik erzeugt werden, beispielsweise durch stromlose
Abscheidung. Diese kann anschließend galvanisch verstärkt werden, z.B. durch Aufbringen
einer Schichtfolge Ag/Ni/Sn. Dadurch wird die Lötfähigkeit auf Platinen verbessert.
Es sind jedoch auch andere Möglichkeiten der Metallisierung beziehungsweise der Erzeugung
der Sammelelektroden 6, 6', beispielsweise Sputtern geeignet.
[0026] Das in der Figur 2 dargestellte Bauelement 8 weist auf beiden Hauptoberflächen Keramikschichten
als Abschlußschichten auf. Dazu kann zum Beispiel als oberste Schicht eine unbedruckte
Grünfolie 1 vor dem Sintern in den Folienstapel eingebaut werden, so daß der Stapel
nicht mit einer Elektrodenschicht 2 abschließt. Für mechanisch besonders beanspruchte
keramische Bauelemente ist es auch möglich, die oberste und die unterste keramische
Schicht im Stapel dicker zu gestalten als die übrigen Keramikschichten 4 im Stapel.
Dazu können beim Aufstapeln des Folienstapels als unterste und oberste Schichten mehrere
unbedruckte Grünfolien 1 ohne Elektrodenschicht eingebaut und zusammen mit dem restlichen
Grünfolienstapel verpreßt und gesintert werden.
[0027] Figur 3 zeigt eine mit einem Elektrodenmuster 2 bedruckte Grünfolie, die ein Aufteilen
in mehrere Bauelemente mit jeweils kleinerer Grundfläche ermöglicht. Die nicht mit
Elektrodenpaste bedruckten passiven Bereiche 3 werden so angeordnet, daß sich durch
abwechselndes Stapeln von ersten und zweiten Grünfolien der zur Kontaktierung geeignete
alternierende Versatz der Elektroden im Stapel einstellen läßt. Dies kann erreicht
werden, wenn die ersten und zweiten Grünfolien jeweils gegeneinander um z.B. 180°
verdreht sind, oder wenn allgemein erste und zweite Grünfolien ein gegeneinander versetzt
Elektrodenmuster aufweisen. Die Schnittlinien 7, entlang der sich die Grünfolie beziehungsweise
der daraus hergestellte Schichtenstapel in einzelne Bauelemente vereinzeln läßt, sind
mit gestrichelten Linien gekennzeichnet. Möglich sind jedoch auch Elektrodenmuster,
bei denen die Schnittführungen zum Vereinzeln so gelegt werden können, daß keine Elektrodenschicht
durchtrennt werden muß. Jede zweite Elektrodenschicht ist dann aber vom Stapelrand
her kontaktierbar. Gegebenenfalls werden dazu die Stapel nach dem Vereinzeln und Sintern
vor dem Aufbringen der Sammelelektroden 6, 6' noch abgeschliffen, um die zu kontaktierenden
Elektrodenschichten freizulegen.
[0028] Figur 4 zeigt einen so hergestellten Schichtenstapel im schematischen Querschnitt.
Man erkennt, daß bei der Vereinzelung des Schichtenstapels entlang der Schnittlinien
7 Bauelemente entstehen, die jeder für sich den gewünschten Versatz der Elektroden
4 aufweisen. Die Zerteilung eines solchen mehrere Bauelementgrundrisse umfassenden
Folienstapels in einzelne Folienstapel der gewünschten Bauelementgrundfläche erfolgt
vorzugsweise nach dem Verpressen der Folienstapel, beispielsweise durch Schneiden
oder Stanzen. Anschließend werden die Folienstapel gesintert. Möglich ist es jedoch
auch, den mehrere Grundrisse von Bauelementen umfassenden Folienstapel zunächst zu
sintern und die Einzelbauelemente erst anschließend durch Sägen der fertig gesinterten
Keramik zu vereinzeln. Abschließend werden wiederum Sammelelektroden 6 aufgebracht.
[0029] Ein PTC-Bauelement besteht aus einer Bariumtitanat-Keramik der allgemeinen Zusammensetzung
(Ba,Ca,Sr,Pb)TiO
3, die mit Donatoren und/oder Akzeptoren, beispielsweise mit Mangan und Yttrium dotiert
ist.
[0030] Das Bauelement kann beispielsweise 5 bis 20 oder auch mehr Keramikschichten samt
der dazugehörigen Elektrodenschichten, zumindest aber zwei innenliegende Elektrodenschichten
umfassen. Die Keramikschichten weisen üblicherweise jeweils eine Dicke von 30 bis
200 µm auf. Sie können jedoch auch größere oder kleinere Schichtdicken besitzen.
[0031] Die äußere Dimension eines Kaltleiterbauelements kann variieren, liegt jedoch für
mit SMD verarbeitbare Bauelemente üblicherweise im Bereich weniger Millimeter. Eine
geeignete Größe ist beispielsweise die von Kondensatoren bekannte Bauform 2220. Geometrien
und Bauelementetoleranzen ergeben sich dabei aus der Norm CECC 32101-801 oder auch
aus anderen Normen. Das Kaltleiterbauelement kann jedoch auch noch kleiner sein.
[0032] Die Figuren 5 A bis D zeigen ein Temperatur-/Sauerstoffprofil für die Entbinderung
beziehungsweise Sinterung eines Schichtstapels mit variablem Sauerstoffgehalt.
[0033] Die Figuren 5 A bis D zeigen jeweils ein gleiches Temperaturprofil, das mit unterschiedlich
verlaufenden Sauerstoffprofilen kombiniert ist. Der Temperaturverlauf ist durch die
durchgezogene Kurve G angegeben. Der Bereich I zwischen den Zeiten 0 und 560 Minuten
ist der Bereich der Entbinderung. Dabei steigt die Temperatur gleichmäßig von 20°
C bis 500° C an. In diesem Zeitbereich beträgt der Sauerstoffgehalt 2 Vol.-%.
[0034] An den Bereich I schließt sich der Bereich II an, der bei der Zeit 560 Minuten beginnt
und bei der Zeit 1000 Minuten endet. In diesem Bereich II erfolgt die Sinterung des
Schichtstapels. Dabei wird die Temperatur ausgehend von der Endtemperatur 500° C der
Entbinderung weiter erhöht bis zu einer Temperatur 1200° C und danach wieder abgesenkt.
[0035] Während des Sinterns (Bereich II) kann der Sauerstoffgehalt entweder bei 2 Vol.-%,
also bei dem Wert der Entbinderung gehalten werden (Kurve A in Figur 5 A) oder aber
der Sauerstoffgehalt wird nach Abschluß des Entbinderns auf einem niedrigeren Wert
wie beispielsweise 1 Vol.-% (Kurve B in Figur 5 A) oder auch 0,5 Vol.-% (Kurve C in
Figur 5 A) abgesenkt.
[0036] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Sauerstoffgehalt stufenweise, gegenläufig
zur ansteigenden Temperatur abzusenken (vergleiche Kurve D in Figur 5 B). In Figur
5 C ist eine weitere Variante dargestellt, wonach gemäß Kurve E der Sauerstoffgehalt
während des Sinterns kontinuierlich abgesenkt wird auf einen Wert von 0,5 Vol.-%.
[0037] Desweiteren kann es von Vorteil sein wie in Figur 5 D, Kurve F dargestellt, den Sauerstoffgehalt
mit steigender Temperatur abzusenken und ihn nach Überschreiten des Temperaturmaximums
von 1200° C wieder schrittweise ansteigen zu lassen. Dies hat den Vorteil, daß bei
kleineren Temperaturen als der maximalen Sintertemperatur wieder vermehrt Sauerstoff
für die Keramik zur Verfügung steht, was die Eigenschaften der Keramik verbessert.
Dadurch können die korngrenzenaktiven Schichten der PTC-Keramik besser aufgebaut werden.
[0038] Desweiteren ist es vorteilhaft, wenn die Prozesse Entbinderung und Sinterung unmittelbar
aufeinanderfolgen, ohne daß zwischendurch die Temperatur auf Raumtemperatur beziehungsweise
unterhalb der maximalen Entbinderungstemperatur 500° C abgesenkt wird. Daraus ergibt
sich eine Verkürzung der Prozeßzeit sowie eine geringere Oxidation von Wolfram.
[0039] Vorzugsweise wird für die Prozesse Entbinderung beziehungsweise Sinterung eine Atmosphäre
verwendet, die ein Gemisch aus Stickstoff oder Edelgas oder einem anderen inerten
Gas mit Luft oder Sauerstoff darstellt. Beispielsweise kann Stickstoff und Luft so
gemischt werden, daß ein Sauerstoffgehalt der Atmosphäre von 2 Vol.-% resultiert.
Bis zu einer Temperatur von 500° C werden die Schichtstapel entbindert, wobei die
Sinterung in der gleichen Atmosphäre erfolgt. Es können beispielsweise Bariumtitanat-Keramiken
verwendet werden, wobei die Sinterung bei den dafür üblichen Temperaturen erfolgt.
[0040] In der nachfolgenden Tabelle 1 sind Bauteilwiderstände von nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren gefertigten PTC-Bauelementen in der Bauform 1210 mit 23 Elektroden in Abhängigkeit
vom Sauerstoffgehalt während des Sinterns dargestellt und mit der Sinterung an Luft
verglichen.
Tabelle 1
| Sauerstoffgehalt in Vol.-% |
Bauteilwiderstand in Ω |
| 21 (Luft) |
40 |
| 7 |
25 |
| 1 |
9 |
| 0,5 |
2,5 |
[0041] Es ist deutlich zu erkennen, wie durch Reduktion des Sauerstoffgehalts der Bauteilwiderstand
verringert werden kann. Dies ist eine Folge der verringerten Oxidation des in den
Innenelektroden enthaltenen metallischen Materials.
[0042] Durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens gelingt die Herstellung von
PTC-Bauelementen mit kleinem Volumen und gleichzeitig geringem elektrischen Widerstand.
[0043] Die folgende Tabelle 2 zeigt PTC-Bauteilwiderstände in Abhängigkeit von dem Volumen
des PTC-Bauelements.
Tabelle 2
| Bauform |
Länge in mm |
Breite in mm |
Höhe in mm |
erreich- barer Bauteilwiderstand in Ohm |
Volumen in mm3 |
V · R in Ohm · mm3 |
| 0805 |
1,25 |
1,0 |
2,0 |
< 100 |
2,5 |
< 250 |
| 0805 |
1,25 |
1,7 |
2,0 |
< 100 |
4,25 |
< 425 |
| 1206 |
1,6 |
1,0 |
3,2 |
< 50 |
5,12 |
< 256 |
| 1206 |
1,6 |
1,7 |
3,2 |
< 50 |
8,7 |
< 435 |
| 1210 |
2,5 |
1,0 |
3,2 |
< 30 |
8,0 |
< 240 |
| 1210 |
2,5 |
2,0 |
3,2 |
< 30 |
16,0 |
< 480 |
| 1812 |
3,2 |
1,0 |
4,5 |
< 20 |
14,4 |
< 288 |
| 1812 |
3,2 |
2,0 |
4,5 |
< 20 |
28,8 |
< 576 |
| 2220 |
5,0 |
1,0 |
5,7 |
< 10 |
28,5 |
< 285 |
| 2220 |
5,0 |
2,0 |
5,7 |
< 10 |
57,0 |
< 570 |
1. Verfahren zur Herstellung eines PTC-Bauelements mit den Schritten:
a) Herstellen eines Schichtstapels aus keramischen Grünfolien (1) mit dazwischenliegenden
Elektrodenschichten (5),
b) Entbindern und Sintern des Schichtstapels in einer Atmosphäre, die gegenüber Luft
einen abgesenkten Sauerstoffgehalt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoffgehalt nach dem Entbindern weiter abgesenkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre kleiner als 8 Vol.-% ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
wobei das Entbindern bei einer Temperatur < 600° C erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das Sintern in einem Temperaturintervall zwischen 1000° C und 1200° C erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei die Temperatur des Schichtstapels nach dem Entbindern wenigstens solange auf
einer Temperatur gehalten wird, die mindestens der maximalen Temperatur des Entbinderns
entspricht, bis das Sintern abgeschlossen ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei das Entbindern bei einem Sauerstoffgehalt zwischen 0,5 und < 8 Vol.-% durchgeführt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei das Sintern bei einem Sauerstoffgehalt zwischen 0,1 und 5 Vol.-% durchgeführt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei der Sauerstoffgehalt nach dem Entbindern kontinuierlich abgesenkt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei nach dem Entbindern der Sauerstoffgehalt mit steigender Temperatur abgesenkt
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei nach Überschreiten einer maximalen Temperatur beim Sintern der Sauerstoffgehalt
wieder erhöht wird.
1. Method for the production of a PTC component comprising the steps of:
a) producing a stack of layers comprising green ceramic sheets (1) with electrode
layers (5) lying in between,
b) removing binding agents and sintering the stack of layers in an atmosphere having
a lower oxygen content than that of air, characterized in that the oxygen content is lowered further after the removal of the binding agents.
2. Method according to Claim 1, the oxygen content of the atmosphere being less than
8% by volume.
3. Method according to either of Claims 1 and 2, the removal of binding agents taking
place at a temperature < 600°C.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, the sintering taking place in a temperature
interval between 1000°C and 1200°C.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, the temperature of the stack of layers being
kept at a temperature that corresponds at least to the maximum temperature of the
removal of binding agents after the removal of binding agents, at least until the
sintering is completed.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, the removal of binding agents being carried
out with an oxygen content of between 0.5 and < 8% by volume.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, the sintering being carried out with an
oxygen content of between 0.1 and 5% by volume.
8. Method according to one of Claims 1 to 7, the oxygen content being lowered continuously
after the removal of binding agents.
9. Method according to one of Claims 1 to 7, the oxygen content being lowered with increasing
temperature after the removal of binding agents
10. Method according to one of Claims 1 to 9, the oxygen content being increased again
after a maximum temperature is exceeded during the sintering.
1. Procédé de fabrication d'un composant PTC comprenant les stades :
a) on produit une pile de couches en feuilles (1) céramiques crues ayant des couches
(5) d'électrode entre elles,
b) on élimine le liant et on fritte la pile de couches dans une atmosphère qui a une
teneur en oxygène abaissée par rapport à l'air, caractérisé en ce que l'on continue à abaisser la teneur en oxygène après l'élimination du liant.
2. Procédé suivant la revendication 1,
dans lequel la teneur en oxygène de l'atmosphère est plus petite que 8 % en volume.
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 ou 2, dans lequel on effectue l'élimination
du liant à une température inférieure à 600°C.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, dans lequel on effectue le frittage
dans un intervalle de température compris entre 1000°C et 1200°C.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4, dans lequel on maintient la température
de la pile de couches, après l'élimination du liant, au moins jusqu'à ce que le frittage
soit terminé, à une température qui correspond au moins à la température maximum de
l'élimination du liant.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5, dans lequel on effectue l'élimination
du liant à une teneur en oxygène comprise entre 0,5 et inférieure à 8 % en volume.
7. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 6, dans lequel on effectue le frittage
à une teneur en oxygène comprise entre 0,1 et 5 % en volume.
8. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 7, dans lequel on abaisse continuellement
la teneur en oxygène après l'élimination du liant.
9. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 7, dans lequel, après l'élimination du
liant, on abaisse la teneur en oxygène en ayant une température croissante.
10. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 9, dans lequel, après avoir dépassé une
température maximum, on augmente à nouveau la teneur en oxygène.