[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen eines Tanks für brennbare Flüssigkeiten,
wie eines Öltanks, insbesondere eines Großöltanks, wobei der Tank unter Belassung
eines Restsumpfes, hauptsächlich gebildet von Schlamm und Restflüssigkeit, insbesondere
Restöl, geleert wird und Gase aus dem oberhalb des Restsumpfes vorhandenen Gasraum
abgesaugt und verbrannt werden, sowie eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Tanks für brennbare Flüssigkeiten, insbesondere Öltanks, wie Großöltanks, müssen
aus Gründen der Inspektion wie auch bei starker Verschmutzung durch Sedimente nach
mehrjährigem (3 bis 8 Jahren) Betrieb gereinigt werden. Die meisten der Großöltanks
sind als Schwimmdeckelkonstruktion ausgeführt. Beim Entleeren dieser Tanks entsteht
durch Absenken des Schwimmdachs auf Stützen ein ca. 2 m hoher Freiraum zwischen Dach
und verbleibendem Restsumpf aus verschmutztem Restöl (Schlamm), sodass der Innenraum
des Tanks begangen werden kann. Zum Homogenisieren des Tankinhaltes werden unterschiedliche
Mischerkonstruktionen verwendet. Nach der Homogenisierung wird der Tank so weit wie
möglich leergepumpt. Für dieses Vorhaben gibt es eine Reihe von Verfahren und Verfahrensvorschlägen:
[0003] Die bis jetzt weitest verbreitete Methode ist das Öffnen von mindestens zwei Mannlöchern
und Einblasen von Luft. Dadurch wird der Gasraum von ausgedampften Kohlenwasserstoffen
und anderen flüchtigen Verbindungen gereinigt. Nach Unterschreiten der unteren Zündgrenze
kann das Reinigungspersonal in den Tank einsteigen und seine Tätigkeit mit Abpumpen
etc. aufnehmen.
[0004] Nachteilig sind die hohen primären aber auch diffusen Emissionen aus den Mannlöchern
und Dichtungen des Deckels. Bei dieser Methode gehen der Energieinhalt der dampfförmigen
Stoffe des Gasraumes, aber auch der abgesaugte Schlamm für eine stoffliche oder chemische
Verwertung verloren.
[0005] Weiters ist eine einfache und wirtschaftlich vertretbare Trennung von im Restsumpf
vorhandenem verwertbarem Öl und den Verunreinigungen nicht möglich. Bei Nichtreinigung
dieses Schlamm-Öl-Gemisches müssen die abgepumpten SchlammÖlgemische als besonders
zu behandelnder Abfall entsorgt werden.
[0006] Ein weiterer Vorschlag ist das Kondensieren von dampfförmigen Verbindungen mittels
flüssigen Stickstoffs. Dabei können die Dämpfe nur bis zu jenem Betrag kondensiert
werden, bei dem der der Temperatur entsprechende Dampfdruck erreicht wird. Darüber
hinaus ist eine weitere Reduktion der Dämpfe im Abgas nicht mehr möglich. Hierbei
können selbst bei den Temperaturen von siedendem Stickstoff die vom Gesetzgeber geforderten
Gaswerte der Abgase nicht erreicht werden. Weiters ist diese Methode sehr kostenintensiv
im Betrieb und auch in der Investition. Bis auf die mögliche Rückgewinnung der kondensierten
Stoffe bestehen alle Nachteile des vorhin genannten Verfahrens.
[0007] Es ist weiters die Methode des Absaugens des Gasraumes und die nachfolgende Verwertung
zur Energieumwandlung mittels einer Verbrennungskraftmaschine mit Generator bekannt.
Nachteilig hierbei ist die sehr kostenintensive und komplizierte Einrichtung. Weiters
ist die Zusammensetzung des Gas-/Luftgemisches nicht einfach zu kontrollieren. Es
findet zwar eine Nutzung des Heizwertes des Gasgemisches statt, eine Verwertung des
verunreinigten Öles ist jedoch hier ebenso wie bei den vorhin beschriebenen Verfahren
nicht möglich. Zudem ist nur ein geringer thermisch-mechanischer Wirkungsgrad erzielbar.
[0008] Ein weiteres Verfahren ist die selektive Verbrennung der mittels Unterdruck aus dem
Tank abgesaugten Gase. Dabei werden ebenfalls diffuse Emissionen vermieden, da über
die Schwimmdachdichtungen nur Luft angesaugt wird. Dieses Verfahren verbindet höchste
Ansprüche an den Umweltschutz (fast keine schädlichen Emissionen) sowie auch an die
Betriebsicherheit. Nachteilig ist, dass der Energiegehalt der abgesaugten Gase nicht
genützt wird. Auch kann das verunreinigte Öl nicht unmittelbar verarbeitet und rückgewonnen
werden.
[0009] Der Einsatz eines Oxi-Kats wurde ebenfalls vorgeschlagen, jedoch können dabei nur
geringe Konzentrationen an Kohlenwasserstoffen gefahren werden, da durch die exothermen
Reaktionen der Katalysator durch Überhitzung beschädigt wird. Daher wäre das Kat-System
extrem groß und sehr teuer. Sonst vergleichbar mit Vorstehendem.
[0010] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und stellt
sich die Aufgabe, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art sowie eine Anlage zur
Durchführung des Verfahrens zu schaffen, welche nicht nur eine energetische Verwertung
der bei der Reinigung anfallenden Gase, sondern auch eine wirtschaftlich vertretbare
Trennung des Restsumpfes in verwertbare Produkte und Verunreinigungen ermöglicht.
[0011] Bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen Art wird diese Aufgabe dadurch gelöst,
dass aus der Verbrennung der aus dem Gasraum abgesaugten Gase gewonnene Energie dem
den Restsumpf bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
[0012] Vorteilhaft wird hierbei aus der Verbrennung der Gase gewonnene Energie in Form fühlbarer
Wärme dem den Restsumpf bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt,
wobei zweckmäßig die Energie in Form von Heißwasser und/oder Dampf dem den Restsumpf
bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
[0013] Es ist vorteilhaft, aus der Verbrennung der Gase gewonnene Energie dem Restsumpf
direkt zuzuführen. Es kann auch zweckmäßig sein, die aus der Verbrennung der Gase
gewonnene Energie dem aus dem Tank abgeleiteten, den Restsumpf bildenden Schlamm und
der Restflüssigkeit zuzuführen.
[0014] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme ist es möglich, dass der aus dem Tank abgeleitete
Schlamm und die abgeleitete Restflüssigkeit einer Dekantierung unterworfen werden
können, wobei Reinflüssigkeit, insbesondere Restöl, und sich bildendes Schlammkonzentrat
getrennt werden.
[0015] Zur Vermeidung der Bildung eines brennbaren Gas-/Luftgemisches innerhalb des Tanks
wird zweckmäßig während des Absaugens der Gase dem Tank Stickstoff oder ein Stickstoff-Luftgemisch
zugeführt.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens sollen während des Reinigens
durch das Einleiten von Stickstoff verursachte Zusatzkosten vermieden werden.
[0017] Dies wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass aus der Verbrennung der aus dem Gasraum
abgesaugten Gase entstandene Abgase zumindest zum Teil in den Gasraum eingeleitet
werden.
[0018] Vorzugsweise wird die Temperatur der Abgase, die in den Gasraum eingeleitet werden,
eingestellt, vorzugsweise geregelt, wobei zweckmäßig die die Temperatureinstellung
und eine Vergleichmäßigung der Konzentration der der Verbrennung zugeführten Gase
durch Zumischen von Abgasen in die der Verbrennung zugeführten Gase erfolgt.
[0019] Vorteilhaft dient zur Temperatureinstellung ein Wärmetauscher, vorzugsweise zur Vorwärmung
von Verbrennungsluft für die Brennkammer.
[0020] Eine bevorzugte Variante ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmeträgermedium im
Kreislauf geführt wird, und zwar über einen Wärmetauscher in der Brennkammer, einen
weiteren Wärmetauscher, der in einer Schlammableitung, mit der Schlamm und/oder Restflüssigkeit
des Restsumpfes einem Dekanter zugeführt wird, eingebaut ist, und vorzugsweise über
eine weitere Temperatureinstelleinrichtung, wie einen Bypass und/oder einen weiteren
Wärmetauscher zur Einstellung einer Temperatur des Wärmeträgermediums, bevor es wiederum
dem Wärmetauscher der Brennkammer zugeführt wird. Zur Erhitzung des im Tank befindlichen
Restsumpfes wird zweckmäßig ein Teil des bereits aufgezheizten Schlammes und/oder
der aufgeheizten Restflüssigkeit in den Tank zurückgeführt.
[0021] Zweckmäßig wird die Temperatur der Abgase, die in den Gasraum eingeleitet werden,
durch Quenchen eingestellt, wobei ggf. eingespritztes Wasser nachfolgend kondensiert
und abgeleitet wird.
[0022] Eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens mit einem Tank, einer in den Tank mündenden
Gas-Absaugleitung, die in Höhe oberhalb eines Restölsumpfes in den Tank mündet, einem
Gebläse für die Gas-Absaugleitung und einer Brenneinrichtung zum Verbrennen des mittels
des Gebläses über die Gas-Absaugleitung abgesaugten Gases ist erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, dass dem Brenner ein Wärmetauscher zur Erhitzung eines Wärmeträgermediums
zugeordnet ist, von dem eine das erhitzte Wärmeträgermedium zu einem Wärmetauscher
für den den Restsumpf bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit führende Leitung ausgeht.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Wärmetauscher für den den Restsumpf
bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit außerhalb des Tanks vorgesehen, der über
eine Schlamm-Ableitung mit Schlammpumpe mit dem Tank verbunden ist.
[0024] Alternativ ist ein Wärmetauscher für den den Restsumpf bildenden Schlamm und die
Restflüssigkeit im Tank vorgesehen.
[0025] Zur Verwertung des im Restsumpf vorhandenen Restöls mündet vorteilhaft die erhitzten
Schlamm und Restflüssigkeit führende Schlamm-Ableitung in einen Dekanter zur Trennung
von Restflüssigkeit und Schlammkonzentrat.
[0026] Eine besonders bevorzugte Anlage zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Brennkammer über eine Abgasrückführungsleitung mit dem Gasraum des Tanks
verbunden ist.
[0027] Zweckmäßig ist die Abgasrückführungsleitung über einen Bypass mit der Gas-Absaugleitung
verbindbar, wobei vorzugsweise die Abgasrückführungsleitung mit einem Wärmetauscher,
vorzugsweise zur Vorwärmung von Verbrennungsluft, versehen ist.
[0028] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass in einer
vom Tank zu einem Dekanter führenden Schlamm-Ableitung ein Wärmetauscher zur Erhitzung
für den den Restsumpf bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit mit Hilfe des im Wärmetauscher
erhitzten Wärmeträgermediums vorgesehen ist, welcher Wärmetauscher in einem geschlossenen
temperaturgeregelten Kreislauf vorgesehen ist.
[0029] Weiters ist zweckmäßig die Schlamm-Ableitung zwischen dem Wärmetauscher und dem Dekanter
mit einer Leitung, die in den Tank führt, verbindbar.
[0030] Gemäß einer weiteren bevorzugten Variante ist in der Abgasrückführungsleitung eine
Einspritzdüse für Wasser vorgesehen, vorzugsweise gefolgt von einem Kondensatabscheider.
[0031] Die Erfindung ist nachfolgend anhand dreier in der Zeichnung schematisch dargestellter
Ausführungsbeispiele (vgl. Fig. 1, 2 und 3) näher erläutert.
[0032] Gemäß Fig. 1 weist ein als Schwimmdachtank ausgebildeter Tank 1 für beispielsweise
Rohöl, oder andere brennbare Flüssigkeiten ein auf dem Flüssigkeitsspiegel schwimmendes
Dach 3 auf. Dieses schwimmende Dach 3 gelangt beim Leeren des Tanks 1 auf Stützen
4 zur Auflage, um zwischen einem bei geleertem Tank 1 im Tank 1 verbleibenden Restsumpf
5, gebildet aus Schlamm und Resten des im Tank 1 gelagerten flüssigen Stoffes, einen
Freiraum zu schaffen, der es einer Bedienungsmannschaft ermöglicht, in den Tank 1
einzusteigen und den Boden 7 des Tanks 1 zu reinigen.
[0033] Die Höhe des Freiraums beträgt daher üblicherweise in etwa 2 m. Hierdurch ist ein
sehr großer Freiraum 6 bzw. Gasraum gebildet, der insbesondere bei Großtanks ein Volumen
auch von über 20.000 m
3 ausmachen kann.
[0034] Von dem Tank 1 führt eine Gasabsaugleitung 8, die in den Tank 1 in einer Höhe oberhalb
des Restsumpfes 5 und unterhalb des auf den Stützen 4 aufliegenden Daches 3 in den
Tank 1 mündet, über ein Gebläse 9 und Flammenrückschlagsicherungen 10 zu einer Brennkammer
11, in der das aus dem Tank 1 abgesaugte Gas verbrannt wird, wobei über eine Leitung
12 gegebenenfalls Luft oder weiterer Brennstoff, falls das aus dem Tank 1 abgesaugte
Gas schon zu sehr verdünnt ist, zugeführt wird. In dieser Brennkammer 11 wird über
einen Wärmetauscher 13 ein Wärmeträgermedium, z.B. Kaltwasser, erhitzt, und zwar zu
Heißwasser oder gegebenenfalls Dampf. Während des Absaugens des Gases aus dem Tank
wird über eine Öffnung 14 durch den im Tank entstehenden Unterdruck Luft eingesaugt.
Um die Bildung eines brennbaren Gas-/Luftgemisches im Freiraum 6 zu vermeiden, wird
vorteilhaft in den Freiraum Stickstoff oder ein Stickstoff-Luftgemisch eingeleitet.
[0035] Über eine Dampf- bzw. Heißwasserleitung 15 gelangt der Dampf bzw. das Heißwasser
in das Innere des Tanks 1 zu einem in der Höhe des Restsumpfes 5 angeordneten Heizkörper
16, beispielsweise gebildet aus Heizschlangen, um dort den Restsumpf 5 zu erhitzen.
Das in diesen Heizschlangen sich bildende Kondensat bzw. kühlere Wasser wird wiederum
als Kaltwasser dem Wärmetauscher 13 zugeführt.
[0036] Über eine Absaugleitung 17 für den Restsumpf 5 wird dieser mittels einer Schlammpumpe
18, sofern er heiß genug ist, einem Dekanter 19 direkt zugeführt, welcher Dekanter
19 für eine Trennung von Reinflüssigkeit, wie z.B. Reinöl 20 bei einem Öltank, und
Schlammkonzentrat 21 sorgt.
[0037] Es ist auch möglich, einen weiteren Wärmetauscher 22 mittels des Dampfes bzw. Heißwassers,
das im Wärmetauscher 13 erhitzt wurde, zu betreiben und hiermit den aus dem Tank 1
abgesaugten Restsumpf 5 weiter aufzuheizen.
[0038] Falls ein Heizkörper im Tank 1 selbst nicht vorhanden ist, ist es auch möglich, den
Restsumpf 5 kalt abzusaugen und in einem mittels des Dampfes und Heißwassers betriebenen
Wärmetauscher 22 aufzuheizen und sodann das aufgeheizte Flüssigkeits-Schlammgemisch
dem Dekanter 19 zuzuführen.
[0039] Anhand des nachfolgenden Zahlenbeispiels lässt sich der Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens deutlich erkennen:
[0040] Im Falle des Reinigens eines Öltanks kommt es zu einer Gas-Anfangskonzentration an
Kohlenwasserstoff von 300 g/m
3. Am Ende des Verfahrens, also nach Beendigung des Absaugens, beträgt die Konzentration
von Kohlenwasserstoff etwa 30 g/m
3. Die Saugleistung des Gebläses beträgt 3000 m
3/h. Legt man der folgenden Berechnung einen Durchschnitt eines Kohlenwasserstoffgehaltes
über 10 Tage von 40 g/m
3 zugrunde, so ergibt sich folgende Menge an Kohlenwasserstoff.

[0041] Diese Menge kann somit aus dem Öltank herausgepumpt werden. Der Heizwert beträgt
durchschnittlich 35.000 kJ/kg. Legt man einer Verbrennung einen thermischen Wirkungsgrad
η von etwa 75% zugrunde, so ergibt sich hieraus eine rückgewonnene Energie von

[0042] Dies ergibt 756 GJ, was 210 GWh entspricht bzw. einer Leistung von 875 kW. Hierzu
gesellt sich eine stoffliche Rückgewinnung aus dem Öltank, der z.B. 30 m Durchmesser
aufweist und einen Restsumpf in einer Höhe von 0,2 m enthält, von 141 m
3. Dies entspricht einem Energieinhalt von 4512 GJ und damit 1253 GWh.
[0043] Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt somit in der sinnvollen
Verwertung der Energieinhalte des oberhalb des Restsumpfes 5 befindlichen Gases sowie
der Gewinnung des Öls 20 aus dem Restsumpf 5. Mittels des Energieinhaltes des Gases
lässt sich die Viskosität des Restsumpfes 5 senken, sodass dieser Restsumpf 5, also
das Gemisch aus Schlamm und Öl, über eine Dekanterzentrifuge 19 oder auch einen Filter
gereinigt werden und somit als wertvolles Ölprodukt wieder verwertet werden kann.
Der anfallende Abfall ist äußerst gering, da Schwebstoffe nur in wenigen Prozenten
im Öl-Schlammgemisch enthalten sind.
[0044] Gemäß der in Fig. 2 dargestellten Variante führt von dem Tank 1 eine Gas-Absaugleitung
8, die in den Tank 1 in einer Höhe oberhalb des Restsumpfes 5 und unterhalb des auf
den Stützen 4 aufliegenden Daches 3 in den Tank 1 mündet, über ein Gebläse 9 und Flammenrückschlagsicherungen
10 zu einer Brennkammer 11, in der das aus dem Tank 1 abgesaugte Gas verbrannt wird,
wobei über eine Leitung 12 gegebenenfalls Luft oder weiterer Brennstoff, falls das
aus dem Tank 1 abgesaugte Gas schon zu sehr verdünnt ist, zugeführt wird. In dieser
Brennkammer 11 wird über einen Wärmetauscher 13 ein Wärmeträgermedium, z.B. Kaltwasser,
erhitzt, und zwar zu Heißwasser oder gegebenenfalls Dampf.
[0045] Das so erhitzte Wärmeträgermedium wird in einer Leitung 15 geführt, in welcher Leitung
ein Wärmetauscher 22 vorgesehen ist, der dazu dient, den über eine Schlamm-Ableitung
17 mit einer Schlammpumpe 18 abgesaugten Restsumpf 5, d.h. den Schlamm und/oder die
Restflüssigkeit, zu erhitzen. Das so abgesaugte und erhitzte Material des Restsumpfes
5 wird, falls es heiß genug ist, einem Dekanter 19 mittels einer Schlammpumpe 18 zugeführt.
Dieser Dekanter 19 sorgt für eine Trennung von Reinflüssigkeit, wie z.B. Reinöl 20
bei einem Öltank, und Schlammkonzentrat 21. Zwischen dem Wärmetauscher 22 und dem
Dekanter 19 ist ein Ventil 23 vorgesehen, das es ermöglicht, zumindest einen Teil
des Materials des Restsumpfes 5 zum Tank 1 zurückzuführen, und zwar über die Leitung
17', wodurch der noch im Tank 1 befindliche Restsumpf 5 im Tank 1 selbst aufgeheizt
wird.
[0046] Wesentlich ist gemäß der Variante nach Fig. 2 die zumindest teilweise stattfindende
Rückführung von aus der Brennkammer 11 abgeleitetem Abgas in den Gasraum 6. Diese
Einleitung des Abgases erfolgt über die Abgasrückführungsleitung 26 temperaturgeregelt,
und zwar mit Hilfe eines Wärmetauschers 24 und des Bypasses 25. Mit Hilfe des Wärmetauschers
24 kann der Brennkammer 11 zugeführte Verbrennungsluft, die über die Leitung 27 in
die Brennkammer 11 strömt, aufgewärmt werden. Die Temperaturregelung erfolgt zudem
über eine temperaturgesteuerte Regelklappe 28, mit deren Hilfe ein Teil der dem Gasraum
6 zugedachten Abgase wiederum direkt in die Gas-Absaugleitung 8 eingeleitet wird.
Da bei der Absaugung des Gasraumes 6 anfangs eine sehr hohe Kohlenwasserstoffkonzentration
herrscht (bis über 500.000 mg/m
3), ergibt sich anfangs eine sehr hohe Wärmebelastung der Brennkammer 11. Um die Kohlenwasserstoffkonzentration
des abgesaugten Gasgemisches und damit die Wärmebelastung der Brennkammer 11 zu reduzieren
und zu vegleichmäßigen, kann das kohlenwasserstoffreiche Gas durch Zumischung von
Rauchgas 26 auf den gewünschten Wert verdünnt werden,was durch den Bypass 25 erfolgt.
[0047] Ein wesentlicher Vorteil der Rückführung des in der Brennkammer 11 entstehenden Abgases
in den Gasraum 6 des Tanks 1 ist darin zu sehen, dass es infolge der inerten Eigenschaften
dieses Abgases im Tank 1 zu keiner selbständigen Verbrennung kommen kann. Zudem ist
hierdurch nicht nur der Gasraum 6 selbst inertisiert, sondern auch die Gas-Absaugleitung
8 vom Tank 1 zur Brennkammer 11. Das der Brennkammer 11 zugeführte Verbrennungsgemisch
bedingt eine niedrige Flammentemperatur und vermindert dadurch die Entstehung von
Stickoxiden. Der Systemdruck in der Gas-Absaugleitung 8 und der Abgasrückführungsleitung
26 kann über eine Klappe 29, über die überschüssiges Abgas einem Abgaskamin zugeführt
wird, reguliert werden. In der Gasabsaugleitung 8 ist ein Analysegerät 30 zur Einstellung
des Luftüberschussfaktors vorgesehen, sodass eine optimale Verbrennung erzielbar ist.
[0048] In der Leitung 15 für das Wärmeträgermedium ist zur Temperatureinstellung ebenfalls
ein regelbarer Bypass 31 vorgesehen. Der Kreislauf wird mittels einer Pumpe 32 aufrecht
erhalten. Zur Kühlung des aus dem Wärmetauscher 16 austretenden Wärmeträgermediums
dient ein weiterer Wärmetauscher 33.
[0049] Zur Temperatureinstellung des Abgases kann auch eine Verdampfungskühlung, wie im
folgenden beschrieben und in Fig. 3 dargestellt, verwendet werden:
[0050] Zur Kühlung des Abgases für die Einleitung in den Gasraum 6 oder zur Vergleichmäßigung
der Konzentration des der Verbrennung zugeführten Gases kann auch durch eine sg. "Quenche"
erfolgen, dabei wird Wasser über eine Zulaufleitung 36 in die Abgasrückführungsleitung
26 mittels einer Einspritzdüse 34 eingedüst und damit wird durch Verdampfungskühlung
die gewünschte Temperatur des Abgases eingestellt.
[0051] Durch natürliche Kühlung (z.B. durch Berippung der Rohre) der nachfolgenden Rohrleitung
kann ein Großteil des verdampften Wassers wieder kondensiert und mit eventuellem Überschusswasser
aus der Eindüsung mittels eines Kondensatabscheiders 35 an einer vertieften Stelle
der Abgasrückführungsleitung 26 abgeleitet werden. Damit wird der Wassereintrag in
den Öltank 1 minimiert.
1. Verfahren zum Reinigen eines Tanks ( 1 ) für brennbare Flüssigkeiten, wie eines Öltanks,
insbesondere eines Großöltanks, wobei der Tank (1) unter Belassung eines Restsumpfes
(5), hauptsächlich gebildet von Schlamm und Restflüssigkeit, insbesondere Restöl,
geleert wird und Gase aus dem oberhalb des Restsumpfes (5) vorhandenen Gasraum (6)
abgesaugt und verbrannt werden, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Verbrennung der aus dem Gasraum (6) abgesaugten Gase gewonnene Energie dem
den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Verbrennung der Gase gewonnene Energie in Form fühlbarer Wärme dem den Restsumpf
(5) bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie in Form von Heißwasser und/oder Dampf dem den Restsumpf (5) bildenden
Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Verbrennung der Gase gewonnene Energie dem Restsumpf (5) zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Verbrennung der Gase gewonnene Energie dem aus dem Tank (1) abgeleiteten,
den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und/oder der Restflüssigkeit zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem Tank (1) abgeleitete Schlamm und die abgeleitete Restflüssigkeit einer
Dekantierung unterworfen werden, wobei Reinflüssigkeit (20), insbesondere Restöl,
und sich bildendes Schlammkonzentrat (21) getrennt werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass während des Absaugens der Gase dem Tank (1) Stickstoff oder ein Stickstoff-Luftgemisch
zugeführt wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Verbrennung der aus dem Gasraum (6) abgesaugten Gase entstandene Abgase zumindest
zum Teil in den Gasraum (6) eingeleitet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Abgase, die in den Gasraum (6) eingeleitet werden, eingestellt,
vorzugsweise geregelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatureinstellung und eine Vergleichmäßigung der Konzentration der der Verbrennung
zugeführten Gase durch Zumischen von Abgasen in die der Verbrennung zugeführten Gase
erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatureinstellung über einen Wärmetauscher (24), vorzugsweise zur Vorwärmung
von Verbrennungsluft für die Brennkammer (11), erfolgt.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmeträgermedium im Kreislauf geführt wird, und zwar über einen Wärmetauscher
(13) in der Brennkammer (11), einen weiteren Wärmetauscher (22), der in einer Schlammableitung
(17), mit der Schlamm und/oder Restflüssigkeit des Restsumpfes (5) einem Dekanter
zugeführt wird, eingebaut ist, und vorzugsweise über eine weitere Temperatureinstelleinrichtung,
wie einen Bypass (31) und/oder einen weiteren Wärmetauscher (33) zur Einstellung einer
Temperatur des Wärmeträgermediums, bevor es wiederum dem Wärmetauscher (13) der Brennkammer
(11) zugeführt wird.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des bereits aufgeheizten Schlammes und/oder der aufgeheizten Restflüssigkeit
in den Tank (1) zurückgeführt wird.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Abgase, die in den Gasraum eingeleitet werden, durch Quenchen
eingestellt wird, wobei ggf. eingespritztes Wasser nachfolgend kondensiert und abgeleitet
wird.
15. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
14, mit einem Tank (1) einer in den Tank (1) mündenden Gas-Absaugleitung (8), die
in Höhe oberhalb eines Restölsumpfes (5) in den Tank (1) mündet, einem Gebläse (9)
für die Gas-Absaugleitung (8) und einer Brenneinrichtung (11) zum Verbrennen des mittels
des Gebläses über die Gas-Absaugleitung (8) abgesaugten Gases, dadurch gekennzeichnet, dass der Brenneinrichtung (11) ein Wärmetauscher (13) zur Erhitzung eines Wärmeträgermediums
zugeordnet ist, von dem eine das erhitzte Wärmeträgermedium zu einem Wärmetauscher
(16, 22) für den den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit führende
Leitung (15) ausgeht.
16. Anlage nach Anspruch 15 , dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmetauscher (22) für den den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit
außerhalb des Tanks (1) vorgesehen ist, der über eine Schlamm-Ableitung (17) mit Schlammpumpe
(18) mit dem Tank ( 1 ) verbunden ist.
17. Anlage nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmetauscher (16) für den den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und die Restflüssigkeit
im Tank (1) vorgesehen ist.
18. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die erhitzten Schlamm und Restflüssigkeit führende Schlamm-Ableitung (17) in einen
Dekanter (19) zur Trennung von Restflüssigkeit (20) und Schlammkonzentrat (21) mündet.
19. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkammer (11) über eine Abgasrückführungsleitung (26) mit dem Gasraum (6)
des Tanks ( 1 ) verbunden ist.
20. Anlage nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführungsleitung (26) über einen Bypass (25) mit der Gas-Absaugleitung
(8) verbindbar ist.
21. Anlage nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführungsleitung (26) mit einem Wärmetauscher (24), vorzugsweise zur
Vorwärmung von Verbrennungsluft, versehen ist.
22. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass in einer vom Tank (1) zu einem Dekanter (19) führenden Schlamm-Ableitung (17) ein
Wärmetauscher (22) zur Erhitzung für den den Restsumpf (5) bildenden Schlamm und die
Restflüssigkeit mit Hilfe des im Wärmetauscher (13) erhitzten Wärmeträgermediums vorgesehen
ist, welcher Wärmetauscher (22) in einem geschlossenen temperaturgeregelten Kreislauf
(15) vorgesehen ist.
23. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlamm-Ableitung (17) zwischen dem Wärmetauscher (22) und dem Dekanter (19)
mit einer Leitung (17'), die in den Tank (1 ) führt, verbindbar ist.
24. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgasrückführungsleitung (26) eine Einspritzdüse (34) für Wasser vorgesehen
ist, vorzugsweise gefolgt von einem Kondensatabscheider (35).