Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzbetriebautomation und ist für die Regelung der Zwischengerüstespannungen
in den kontinuierlichen Warmwalzstraßen bestimmt.
Stand der Technik
[0002] Bekannt ist die Einstellungsweise des Walzschnellregimes für Mindestspannungssystemausführung
in Warmwalzstraßen, welche die Parametermessung des Walzprozesses und Strömeregelung
der Gerüsteantriebe laut den vorhandenen Signalen nach den Walzprozessparametern umfasst
(Anmeldung DE 4220121 am 05.01.1994 veröffentlicht). In der bekannten Weise wird vorgeschlagen,
den Spannungswahrheitswert nicht über die ganze Rohblechlänge im Hinblick auf Unbeständigkeit
zu bestimmen, sondern die Verhältniswerte des statischen Belastungsstroms des ersten
Gerüstes seit einem Zeitpunkt des Rohblecheinlaufes in das erste Gerüst bis zum Zeitpunkt
des Rohblecheinlaufes in das zweite Gerüst zu registrieren. Ein Zeitpunkt des Rohblecheinlaufes
in das zweiten Gerüst definiert eine Anzahl der registrierten Belastungsstromwerte.
Beim Durchgang des Walzgutes durch die Walzgerüste werden die gespeicherten Belastungsstrombedeutungen
des ersten Gerüstes für folgerichtige Geschwindigkeitsberichtigung der Antriebe der
nachfolgenden Gerüste gleichzeitig mit dem Walzgutdurchgang benutzt. Da sich das Temperaturprofil
wegen der Metallausbreitung in den Gerüstewalzen ändert, kann diese Einrichtung nur
bei der Benutzung eines zusätzlichen Rechenmodells funktionieren, das den Änderungseffekt
des Temperaturprofils des Rohbleches längs der Walzstraße wegen der Metallausbreitung
in den Gerüstewalzen berücksichtigt. Da sich die Prozessphysik mathematisch effektiv
nicht beschreiben lässt, wird in der Praxis anstatt des Modells eine Bildung von gespeicherten
Durchschnittswerten verwirklicht. Der berechnete Verhältniswert des Belastungsstroms
beim Walzen im ersten Gerüst wird als Signal für die Eingabe der Geschwindigkeitsregelung
des zweiten Gerüstes verwendet. Beim Metalleinlauf in das zweite Gerüst wird der Antriebsstromwert
des zweiten Gerüstes mit dem Verhältniswert des statischen Belastungsstromes des ersten
Gerüstes multipliziert. Auf diese Weise wird die Antriebgeschwindigkeitseinstellung
des zweiten Gerüstes tatsächlich durch die Differenz des Produkts und des laufenden
Wertes des statischen Stromes des zweiten Gerüstes definiert. Für die Geschwindigkeitseinstellung
des dritten Gerüstes und nachfolgender Gerüste wird der oben erwähnte Einstellungsalgorithmus
wiederholt, wobei darauf ein registrierter Verhältniswert des statischen Belastungsstromes
des ersten Gerüstes angewendet wird.
[0003] Die Längskräfteanwesenheit im Rohblech zwischen Nebengerüsten in den kontinuierlichen
Warmwalzstraßen ergibt sich infolge dessen, dass das richtige Geschwindigkeitsverhältnis
der Propulsionsantriebe nicht eingeführt und/oder nicht aufrechterhalten ist. Dies
führt dazu, dass das Walzgut den nicht kontrollierten Umformungen unterzogen wird
und der technologische Prozess nicht stabil ist und Störungsgefahr bzw. Bohrbeginn
oder Ausrüstungspanne besteht.
Wegen der hohen Staubkonzentration, erhöhter Temperaturen, und Feuchtigkeit (Dampf)
führt der Gebereinsatz nicht zu einer befriedigenden Problemlösung. Als Beispiel kann
man auf zahlreiche misslungene Versuche der Druckgeberanwendung in den Warmwalzstraßen
in den langfristigen Perspektiven hinweisen. Auch die Wartung und Einstellung dieser
Geräte stellen ein ernstes Problem in den Betriebsbedingungen dar. Deshalb möchte
der Benutzer ein einfaches und verlässliches System haben, das auf standardisierten
Messungen der Gerüsteantriebe, u.a. auf einem Ankerstrom, Erregerstrom und Gerüstegeschwindigkeit,
beruht.
[0004] Diese Entscheidung hat eine Reihe von Nachteilen. Erstens sind die physischen Metallumformungsprozesse
in den Gerüstewalzen ziemlich kompliziert und bisher nicht gut erforscht. Gesondert
davon ist es bekannt, dass verschiedene Stahlarten mit verschiedener Geschwindigkeit
gewälzt werden müssen. Auch sind diese Geschwindigkeiten von solchen Faktoren wie
Metalltemperatur, Kalibrieren, Walzdrehgeschwindigkeit usw. abhängig. Mit Hilfe der
unkorrekten Regelung kann die Materialverstreckung eine Temperaturprofilform wesentlich
ändern. Da die oben genannten Faktoren einen Zufallscharakter haben, ist es mathematisch
unmöglich, die Temperaturprofilverzerrungen mit Hilfe des Modells präzise zu definieren.
Versuche der Temperaturprofildefinitionen sind bekannt und in der Literatur beschrieben.
Wegen der oben genannten Faktoren werden solche Versuche in der Praxis immer zum Scheitern
gebracht. Deshalb führt die Modellanwendung für Eingabeberichtigung der Geschwindigkeitsregimeeinstellung
zu bedeutenden Einstellungsfehlern des Geschwindigkeitsregimes des Walzbetriebes.
In diesem konkreten Fall gibt eine Bildung von Durchschnittswerten in den Algorithmus
wesentliche Verzerrungen ein und braucht somit eine manuelle Berichtigung des Kontrolleprozesses.
Andererseits, wenn eine Berichtigung nur über einen Stromvergleich verwirklicht wird,
führt dies zu großen Fehlern in der Geschwindigkeitsregimeeinstellung, wenn eine Antriebsgeschwindigkeitsregelung
in der Zone reduzierten Stromes vorkommt, weil in diesen Fällen bei ständiger Belastung
ein Antriebsstrom nicht beständig bleibt. Bekannte Systeme enthalten kein Mittel für
eine Qualitätsselbstkontrolle der Regelung nach einem Rohblechdurchgang durch ein
Walzgerüst, um damit danach eine Eingabeberichtigung für die Walzgeschwindigkeit des
nachfolgenden Rohbleches auszuführen.
[0005] Zur vorgeschlagenen Vorgehensweise liegt im Wesentlichen eine Einstellungsweise der
Walzgeschwindigkeitsregime für mehrgerüstige kontinuierliche Warmwalzwerke nahe, die
Walzprozessparametereinstellung und Antriebsmomentenregelung der Gerüste des Walzantriebes
über die registrierten Signale kraft der Walzprozesseparameter enthält (Anmeldung
DE 4325074 am 05.05.1994 veröffentlicht). Für die Geschwindigkeitskoordinierung zwischen
den unmittelbar nacheinander stehenden Gerüsten werden die Belastungen, die dem statischen
Belastungsmoment proportional sind, als Ausgangswert benutzt. Diese werden unmittelbar
vor dem Rohblecheinlauf in das nachfolgende Gerüst in das Speichergerät beim Freiwalzen
jedes Rohbleches im ersten Gerüst von beiden Gerüsten definiert und registriert. Der
Momentanwert des statischen Belastungsmoment des vorgehendes Gerüstes wird mit einem
statischen Belastungsmoment verglichen, der im Zeitpunkt des Rohblecheinlaufs in das
nachfolgende Gerüst im vorgehenden Gerüst definiert wird. Wenn eine Differenz, die
man durch den Vergleich der Belastungsmomentwerte bestimmt, gemäß den technologischen
Anforderungen einen höchstzulässigen Wert erreicht, wird eine Anfangsabweichung zwischen
dem registrierten Belastungsmomentwert und dem laufenden Belastungsmomentwert bis
zur geforderten Mindestgröße durch Elektroantriebsdrehzahländerung des vorgehenden
Gerüstes im Zeitpunkt des Rohblecheinlaufs in das nachfolgende Gerüst kompensiert.
Gespeicherte statische Belastungsmomentwerte des vorgehenden Gerüstes, die durch Anfangsausgleich
für Mindestlängsziehkraft kalibriert sind, werden aus dem Speichergerät in der Folge
der vorhergehende Eingabe abgezogen. Seit dem Abschlussmoment werden die Anfangsabweichungen
ausgleichend vom Belastungsmomentenspeichergerät abgezogen und durch entsprechende
laufende Belastungsmomente des nachstehenden Gerüstes dividiert. Berechnet man auf
solche Weise den Abstimmungskoeffizient, wird die Walzenzeit im vorgehenden Gerüst
des entsprechenden Rohbleches gespeichert, und dann ändert man den Maßstab aller kalibrierten
Belastungsmomentwerte aus dem Rohblechfreiwalzen im vorgehenden Gerüst durch Multiplikation
mit dem Abstimmungskoeffizient. Im Abschlussmoment der Abstimmungskoeffizientberechnung
vor dem Rohblechauslauf aus den Walzen des vorgehenden Gerüstes kompensiert man entweder
durch Drehzahländerung des nachfolgenden Gerüstes oder durch Antriebdrehzahländerung
des vorgehenden Gerüstes die Abweichung zwischen kalibrierten und laufenden Werten
des statischen Belastungsmoments des nachfolgenden Gerüstes. Mittels des Abstimmungskoeffizienten
im Zeitpunkt des Rohblechauslaufes aus den Walzen des vorgehenden Gerüstes wird eine
Belastungsmomentendifferenz vor und nach dem Rohblechauslauf bestimmt. Im Zusammenhang
sowohl von einem bestimmten Höchstwert, als auch von dem Differenzzeichen, wird beim
Walzen des nächsten Rohbleches eine Feineinstellung der Walzenantriebdrehzahl des
vorangehenden Gerüstes gemäß dem linearen Gesetz mit den kleinen Dosen über einige
Rohbleche (von 5 bis 10) berichtigt.
[0006] Diese Vorgehensweise hat eine Reihe von Nachteilen. Erstens entspricht der statische
Belastungsmoment des ersten Gerüstes im Zeitpunkt des Rohblecheinlaufes in das zweite
Gerüst den Mindestlängsziehkräften im Gerüstezwischenraum, da ein Maximalmoment auf
der gekühlten Rohblechstrecke wegen des unregelmäßigen Temperaturprofils gespeichert
werden kann. Das gespeicherte Moment kann unmittelbar vor dem Rohblecheinlauf in das
nachfolgende Gerüst ein reguliertes Signal verursachen, das die Geschwindigkeit des
vorgehenden Gerüstes vergrößert, und somit einen Rohblechaufstau, eine Katastrophensituation,
eine Panne, oder einen Bohrbeginn verursachen kann.
[0007] Zweitens darf man den Einfluss auf Längsziehkräfte im Gerüstezwischenraum von über
ein Rohblech verbundenen benachbarten Gerüsten der kontinuierlichen Gruppe nicht außer
Betracht lassen. Beim Metalleinlauf in die nachfolgenden Gerüste werden auch Längsziehkräfte
in den Raum zwischen erstem vorgehenden und zweitem nachfolgenden Gerüst übertragen.
Das kommt besonders oft beim zweiten nachfolgenden unbelastetem Gerüst vor.
[0008] Drittens, wenn das Rohblechende aus dem ersten vorgehenden Gerüst ausgeht, wird ein
Abstimmungskoeffizient gespeichert, der nicht berichtigt wird, und es findet in dieser
Zeit eine Regelung im nächsten Zwischenraum nach dem zweiten nachfolgenden Gerüst
statt, die auf solche Weise die dem zweiten Gerüst eigene Geschwindigkeit ändert.
Dies verfälscht den Abstimmungskoeffizient und beginnt das Walzen des nächsten Rohbleches
bei Anwesenheit der Längsziehkräfte im Raum zwischen dem vorgehenden und nachfolgenden
Gerüst, und dies verschlimmert die Qualität des technologischen Prozesses, macht diesen
instabil, verschlechtert die Rohblech- und Fertigwarendimensionen.
[0009] Viertens, wenn das Rohblechende aus dem ersten vorgehenden Gerüst ausgeht, wird eine
Belastungsmomentendifferenz des nachfolgenden Gerüstes vor und nach dem Rohblechauslauf
aus dem vorgehenden Gerüst für allmähliche Geschwindigkeitsberichtigung berechnet.
Dieses Verfahren ist nicht ganz effektiv und wird überhaupt ungeeignet bei der Anwesenheit
von Walzenpausen und beim Walzen des Rohbleches, das in zwei oder mehreren Wärmeöfen
erwärmt wird, weil sich ein Temperaturprofil der Rohbleche sowohl erhöht, als auch
vermindert.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0010]
- Fig. 1
- zeigt eine funktionale Prinzipskizze für die Realisation des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 2
- zeigt den Änderungsprozess im Laufe der Zeit t der statischen Belastungsmomente Ms1, Ms2, Ms3 beim Metallwalzen in drei nacheinanderstehenden Gerüsten und die Hauptumwandlungssignale
im Gerät.
Offenbarung der Erfindung
[0011] Die Erfindung soll folgende Ziele erreichen: eine Eingabe des abgestimmten Geschwindigkeitsregimes
für das Erhalten der höheren Dimensionengenauigkeit über die ganze Rohblechlänge (der
Fertigwaren), Erweiterung funktionaler Möglichkeiten, Zuverlässigkeits- und Prozessqualitätssteigerung,
und im Endergebnis ein Walzgut von höher Genauigkeit beim Einsatz der Eingangssignale
für die Geschwindigkeitsregimeregelung der Gerüste der mehrgerüstigen kontinuierlichen
Warmwalzwerke gemäß dem Mindestspannungskriterium laut der Anwendung realer laufender
Strominformationen, der Spannung, der Antriebsdrehzahlgeschwindigkeit, die in den
Signalen proportional zu den Antriebsbelastungsmomenten umgewandelt sind. Dabei braucht
man keine zusätzliche Modellberichtigung wegen der Temperaturprofiländerung und keine
vorläufige Information über die Stahlsorte beim Rohblechwalzen. In jedem Zwischenraum
des Walzbetriebes werden eine unabhängige Regelung und Regelungsqualitätsselbstkontrolle
mit einer Korrektur für folgende Rohbleche verwirklicht. Da es eine ständige Informationserneuerung
über die Momenten der statischen Gerüstbelastung braucht, wird ein Zeitfehler in den
Regelungsergebnissen der Geschwindigkeitsregime minimiert. Die Regelung wird gemäß
dem Mindestspannungswert im Rohblech mit Rücksicht auf Rohblechlängsanwärmen ausgeführt.
Dabei werden die Signale proportional zu den Freiwalzenmomenten von jedem vorgehenden
Gerüst angewendet, die als Eichmaß für die Geschwindigkeitsregimeregelung in jedem
der nachfolgenden Walzbetriebsgerüste ausgenutzt werden.
[0012] Die Aufgabe wird dank dessen erreicht, dass in einer Eingabeweise der Geschwindigkeitsregime
der Gerüstegruppe der kontinuierlichen Warmwalzstraßen, die die Prozessparametermessung
des Walzens und Antriebmomentenregelung gemäß den Walzenprozessparametern umfasst,
werden die Walzenprozessparametermessung und Antriebmomentenregelung nacheinander
über die Gerüstegruppe verwirklicht, wobei jede Gruppe aus vier nacheinanderstehenden
Gerüsten besteht. Die Regelung wird in vier Etappen durchgeführt. Auf der ersten Etappe
beim Rohblecheinlauf in das erste Gerüst und bis zum Rohblecheinlauf in das zweite
Gerüst wird ein Signal für das Abspeichern von Momentenwerten der statischen Belastung
und des Antriebgeschwindigkeitsregimes des ersten Gerüstes gestaltet. Auf der zweiten
Etappe seit dem Rohblecheinlauf in das zweiten Gerüst und bis zum Rohblecheinlauf
in das dritten Gerüst, wird einen Signal für Änderung der Antriebgeschwindigkeitsregime
des ersten vorgehenden Gerüstes gestaltet, wenn sich ein Geschwindigkeitsregime vom
Eichmaß, für den man das Mindesmoment der ersten Etappe annimmt, unterscheidet. Auf
der dritten Etappe seit dem Rohblecheinlauf in das dritte Gerüst wird ein Verhältnis
zwischen dem Moment der abgespeicherten statischen Antriebsbelastung des ersten Gerüstes
und dem laufenden Moment der Antriebe des dritten Gerüstes berechnet. Daraufhin wird
ein Signal gestaltet, das eine Differenz zwischen den oben genannten Werten bestimmt,
woraufhin man dann ununterbrochen eine Antriebgeschwindigkeitsregimeregelung des ersten
Gerüstes verwirklicht. Auf der vierten Etappe seit dem Rohblechauslauf vom ersten
Gerüst wird die ununterbrochene Antriebgeschwindigkeitsregimeregelung der ersten und
zweiten Gerüste abgestellt und danach wird das auf der dritten Etappe gestaltete Signal
gespeichert. Dabei unterstützt man ein Verhältnis dieses Signals mit der proportionalen
Regelung zwischen zweitem Gerüst und erstem Gerüst für die Antriebsgeschwindigkeitsregimeregelung
beim Einlauf des nächsten Rohbleches in die gegebene Gerüstegruppe.
[0013] Das vorgeschlagene Verfahren wird durch aufeinanderfolgende Etappen verwirklicht.
Die erste Etappe beginnt im Zeitpunkt des Rohblecheinlaufes in das erste Gerüst (n-1),
im Zeitpunkt t1, und erstreckt sich bis zum Rohblecheinlauf in das zweite Gerüst (n),
im Zeitpunkt t2 (Fig. 2 im Zeitpunkt t1). Auf dieser Etappe wird eine konsequente
Abspeicherung der Momentenwerte der statischen Belastung für das erste Gerüst ausgeführt.
Das Walzen läuft im Freiregime, da das Vorderende des Rohbleches das nachfolgende
zweite (n) Gerüst noch nicht erreicht hat. Als 'Referenzmoment der statischen Belastung
wird ein Mindestmoment angenommen, das der Rohblechstrecke mit der höheren Temperatur
entspricht, bei dem ein regulierter Signal, das eine Geschwindigkeit des vorgehenden
Gerüstes (n-1) vermindert, für ein Regime der Mindestlängsziehkräfte ohne Aufstau
sorgt.
[0014] Auf der zweiten Etappe (Fig. 2 im Zeitpunkt t2) ab dem Zeitpunkt t2 bis zum Zeitpunkt
t3, bis zum Rohblecheinlauf in das dritte Gerüst (n+1), werden eine Prüfung und, wenn
nötig, eine schnelle Anfangseinstellung des Geschwindigkeitsregimes im regulierten
Zwischenraum ausgeführt. Beziehungsweise, wenn im regulierten Zwischenraum das Geschwindigkeitsregime
ursprünglich falsch eingestellt ist, kann man eine Belastungsstufenänderung des vorgehenden
Gerüstes nach dem Rohblecheinlauf in das nachfolgende Gerüst beobachten. Diese Änderung
wird durch Anfangsregelung - den Geschwindigkeitsschnellabgleich des ersten Gerüstes
- kompensiert.
[0015] Auf der dritten Etappe (Fig. 2 im Zeitpunkt t3) seit dem Zeitpunkt t3 wird ein Momentenverhältnis
der statischen Belastung des ersten (n-1) und dritten (n+1) Gerüstes berechnet. Mit
Hilfe dieses Koeffizienten wird eine Maßstabseinführung der Momentenwerte der statischen
Belastung des dritten Gerüstes zu den nacheinander gespeicherten Momentenwerten der
statischen Belastung für das erste Gerüst (n-1) ausgeführt. Eine ununterbrochene Regelung
des Geschwindigkeitsregimes im Raum zwischen erstem (n-1) und zweitem (n) Gerüst beginnt.
Das Geschwindigkeitsregime dauert während der ganzen Vorhandenseinszeit des Walzgutes
im gegebenen Raum der Nebengerüste. Eine ununterbrochene Regelung des Geschwindigkeitsregimes
wird gemäß der Differenz zwischen gespeichertem Moment der statischen Belastung des
ersten Gerüstes (n-1) und relativem tatsächlichen Moment im dritten Gerüst (n+1) verwirklicht.
Eine Regelung kann entweder durch den Antrieb des ersten Gerüstes oder durch den Antrieb
des zweiten Gerüstes ausgeführt werden.
[0016] Die vierte Etappe (Fig. 2 vierte Etappe) fängt im Zeitpunkt des Rohblechauslaufes
vom vorgehenden ersten Gerüst (n-1) an. Eine ununterbrochene Regelung des Geschwindigkeitsregimes
im Raum zwischen erstem (n-1) und zweitem (n) Gerüst wird abgestellt. Auf den vorhergehenden
Etappen geregelte Momentenvereinbarung wird während der ganzen Zeit bei der aktiv
arbeitenden Proportionalregelung unterstüzt, die wieder inaktiv wird, wenn ein Rohblech
von allen Gerüsten der kontinuierlichen Gruppe ausgegeben wird, oder wenn ein neues
Rohblech in das Gerüst eingegeben wird.
Realisierung der Erfindung
[0017] Das Verfahren kann mit Hilfe einer Einrichtung, die aus 24 Typenblöcken besteht,
realisiert werden.
1, 2, 3 - Berechnungsblock der statischen Belastungsmomente von den Standardgebern,
entsprechend der Antriebe des ersten Gerüstes (n-1), zweiten Gerüstes (n), dritten
Gerüstes (n+1),
4 - Verzögerungsblock mit einem Puffer und einer Funktionsminimumbestimmung,
5, 6, 7 - Vergleicher mit einstellbarer Stellung,
8, 12, 22 - Multiplizier- und Dividiergerät
9, 10 - Speichergerät mit einer Eingangszeitverzögerung
11, 16 - Vergleichsblock,
13 - Verzögerungsblock mit einem Puffer der Schiebewerte,
14 - Maßstabsänderungsblock
15, 19 - Schalter
17 - proportionaler Integral-Differential-Regler (PID),
18 - logisches Element "I",
20 - proportionaler Integral-Regler (PI),
21, 23, 24 - Summator,
U1Ausgang - Steuerungssignal des Geschwindigkeitsregimes des ersten Gerüstes (n-1),
U2G2 - Steuerungssignal des Geschwindigkeitsregimes des zweiten Gerüstes (n),
W1 - Signal des Anfangs- (Hand-) Geschwindigkeitsregimes des ersten Gerüstes (n-1),
W2 - Signal des Anfangs- (Hand-) Geschwindigkeitsregimes des zweiten Gerüstes (n).
[0018] Infolge der Umwandlung im vorgeschlagenen Gerät der Eingangssignale von den Antrieben
des ersten Gerüstes (n-1), zweiten Gerüstes (n), und dritten Gerüstes (n+1), wird
im Summatorausgang 24 ein Einstellsignal der Mindestspannungseinstellung im Raum zwischen
erstem Gerüst und zweitem Gerüst formiert. Dabei werden in den Blöcken 1, 2 und 3
die statischen Belastungsmomente der Walzantriebe M
i mit i = 1, 2, 3, gemäß der folgenden Formel berechnet:

wobei
ωi - Antriebsgeschwindigkeit des i-ten Gerüstes;
Ii - Signal proportional dem Ankerstrom des Antriebes des i-ten Gerüstes;
Ui - Signal proportional der Ankerspannung des Antriebes des i-ten Gerüstes;
ω'i - Antriebsgeschwindigkeitsableitung des i-ten Gerüstes;
Ti - Antriebszeitkonstante des i-ten Gerüstes sind.
[0019] So benutzt dieses verfahren Signale proportional zu den Freiwalzmomenten von jedem
vorgehenden Gerüst. Für die Aufrechterhaltung des vereinbarten Regimes wird die Regelung,
nicht über zwei Gerüste, wie auf bekannte Weise, sondern über drei verwirklicht. Im
Anfangsstadium über gespeicherte Freiwalzmomente wird eine Differenz zwischen gespeichertem
Mindestmoment auf dem Weg des Rohblechvorderendes vom ersten bis zum zweiten Gerüst
und laufendem statischen Moment des ersten vorgehenden Gerüstes (n-1), das durch PID-Regelung
der Drehzahl des ersten vorgehenden Gerüstes (n-1) kompensiert wird. Ein solches Verfahren
der Differenzabzweigung garantiert vollkommen die Vermeidung eines Metallaufstaus
im nachfolgenden zweiten Gerüst (n). In bekannten Systemen hat ein gespeichertes Moment
häufig einen Spitzenwert, was zum Aufstau und zu Störfällen führt. Nach dem Rohblecheinlauf
in das dritte (n+1) Gerüst werden die gespeicherten Freiwalzmomente des ersten vorgehenden
Gerüstes (n-1) vom Verzögerungsblock entfernt, und gemäß ihrem Verhältnis zum statischen
Moment des dritten Gerüstes (n+1) werden die Momente des dritten Gerüstes (n+1) kalibriert.
Eine Differenz zwischen den verzögerten Momenten des ersten vorgehenden Gerüstes (n-1)
und drittes Gerüstes (n+1) wird durch PI-Regelung der Drehzahl des ersten vorgehenden
Gerüstes (n-1) berücksichtigt.
Auf diese Weise wird ein Einfluss der nachfolgenden Gerüste auf die Spannungsänderung
im vorgehenden Raum zwischen vorgehendem Gerüst (n-1) und nachfolgendem zweiten Gerüst
(n) ausgeschlossen. In bekannten Systemen wird ein Einfluss der nachfolgenden Gerüste
nicht berücksichtigt, und dies verschlechtert ihre Qualität. Der letzte Unterschied
zu bekannten Verfahren liegt darin, dass nach dem Rohblechendeausgang vom ersten vorgehenden
Gerüst (n-1) eine aktiv arbeitende Proportionalregelung bleibt, die ein koordiniertes
Regime über den Rohblechendeausgang hinaus für alle Gerüsten der kontinuierlichen
Gruppe aufrechterhält. In den bekannten Systemen fehlt eine solche Regelung, und dies
verschlechtert die Qualität dieser Verfahren.
[0020] Die Vorrichtung kann für die Arbeitsversorgung jeder Gruppe der Walzgerüste ausgeführt
werden. Der allgemeine Funktionsfähigkeitsalgorithmus der vorgeschlagenen Vorrichtung
kann bedingungsweise in 4 Etappen verteilt werden.
[0021] Die erste Etappe fängt mit dem Moment t
1 des Rohblecheinlauf in das erste (n-1) Gerüst an, und dauert bis zum Moment t
2 des Rohblecheinlaufs in das zweite (n-1) Gerüst. Das Walzen läuft im Freiregime.
Auf dieser Etappe funktionieren die Blöcke 4 und 13 aktiv, indem eine Signalverzögerung
verwircklicht wird, (Fig. 2) Schaubild M
s1. Der Verzögerungsblock 4 arbeitet in der Zeitspanne (t
1-t
2). Gemäß dem Impuls des Vergleichers 7 beginnt er in den Puffer die Eingangsgrößenwerte
abzuspeichern und zum Ausgang nur Mindestgrößen durchzulassen. Dabei wird die Zeitspanne
für den Block 4 eingegeben und durch die Aufnahmezeit des Rohbleches mit den Walzen
des zweiten Gerüstes definiert. Verzögerungsblock 13 funktioniert ab dem Zeitpunkt
(t
1). Gemäß dem binären Vergleichersignal 7 beginnt er in den Puffer die Eingangsgrößenwerte
abzuspeichern und zum Ausgang bis zum Zeitpunkt (t
3) nicht durchzulassen. Das Erste braucht man dafür, um einen Mindestreferenzmoment
der statischen Belastung abzusondern, der einer Rohblechstrecke mit der höchsten Temperatur
entspricht. Bei solcher Weise der Referenzmomentabspeicherung wird ein Steuerungssignal
dazu tendieren, ein statisches Antriebsmoment zum Referenzmoment einzuregeln und für
allen statischen Momente, die größer als das Referenzmoment sind (z.B. in den Strecken
mit niedriger Temperatur), den Längsziehkraftaufwand zu kompensieren. So werden ein
Rohblechaufstau in das nachfolgende Gerüst und damit verbundene Störfälle ausgeschlossen.
Das Zweite braucht man dafür, um einen Einfluss der nachfolgenden Gerüste auf die
Spannung zwischen dem ersten Gerüst (n-1) und dem zweiten Gerüst (n) zu berücksichtigen
und eine Selbstregelungskontrolle durchzuführen (eine Wiederholung des Schaubildes
des statischen Momentes im nachfolgendem dritten Gerüst (n+1) ist ein Beweis dafür,
dass das Metall im vorgehenden Zwischenraum nicht gedehnt wird).
[0022] Die zweite Etappe fängt zum Zeitpunkt t
2 des Rohblecheinlauf in das zweite (n) Gerüst an, und dauert bis zum Rohblecheinlauf
in das dritte (n+1) Gerüst. Auf der dritten Etappe werden eine Anfangseinstelleprozedur
und Anfangsregelung des Geschwindigkeitsregimes des Walzens im regulierten Zwischenraum
vorgenommen. Zu diesem Zweck wird im Zeitpunkt t2 über den Impuls des Blockes 5 ein
Mindestgrößenwert des Blockes 4 in den Speicherblock 9 abgespeichert (Fig. 2, Wert
M
1s(t
1;t
2)). Dieser Wert entspricht dem Momentmindestwert der statischen Belastung des ersten
Gerüstes (n-1) im Zeitraum des Durchganges des Rohblechvorderendes vom ersten Gerüst
(n-1) bis zum zweiten Gerüst (n). Und dann wird dieser Wert im Vergleicherblock 11
mit dem laufendem Wert verglichen (Fig. 2, Wert M
1s.-M
1s(t
1;t
2)). Während des Zeitraumes t
2 - t
3 ist ein Schalter 15 geschlossen, und eine Geschwindigkeitsregelung wird mit Hilfe
des standardisierten im Block 17 realisierten PID-Algorythmus verwirklicht. Der Ausgang
dieses Algorythmus wird in 21 und 24 zum regulierenden Signal U
1 summiert, zum Zweck des Ausgleiches der Belastungsänderung des ersten Antriebes,
bzw. zur Erhaltung ihres dem Freiwalzenregime entsprechenden Wertes.
[0023] Die dritte Etappe fängt zum Zeitpunkt t
3 des Rohblecheinlaufs in das dritte Gerüst an. Gemäß dem binären Signal des Blockes
6 werden gespeicherte Werte vom Puffer des Blockes 13 in der im Voraus eingegebenen
Reihenfolge abgetastet. Mithilfe des Blockes 8 wird ein Momentenverhältnis der gespeicherten
statischen Belastung des ersten Gerüstes (n-1) und des laufendes dritten Gerüstes
(n+1) gebildet. Über die Vorderfront des binären Signals des Blockes 6 wird das Verhältnis
im Speicherblock abgespeichert. Der Ausgang des Blockes 10 ist zum Maßstabsänderungseingang
des Blockes 14 geschaltet. Dieser Block ist für die Maßstabsänderung des laufenden
Momentes der statischen Belastung des dritten (n+1) Gerüstes verantwortlich, um damit
ein gespeichertes Moment der statischen Belastung des ersten Gerüstes (n-1) (Fig.
2, Wert M
1s(t1;t3)) und ein laufendes Moment des dritten Gerüstes (n+1) im Anfangsmoment zu erhalten.
Weiter werden alle laufenden Momente des dritten Gerüstes mit dem gespeicherten Maßstabsänderungskoeffizient
multipliziert (Fig. 2, Wert K
3M
3s). Die ununterbrochene Regelung des Geschwindigkeitsregimes im Raum zwischen erstem
Gerüst und zweitem Gerüst wird über eine Differenz des gespeicherten Momentes der
statischen Belastung des ersten Gerüstes (n-1) (Fig. 2, Wert M
1s(t1;t3)-K3M
3s) und das kalibrierte Moment der statischen Belastung des dritten Gerüstes (n+1) verwirklicht.
Die Regelung wird durch die Schaltung 19 ausgeführt. Die Regelung erfolgt mit Hilfe
des PI Gliedes 20. Der Ausgang dieses Gliedes wird im Block 21 zum regulierten Signal
U
1Ausgang summiert.
[0024] Die vierte Etappe fängt im Zeitpunkt des Rohblechendeauslaufs vom ersten Gerüst (n-1)
an. Die ununterbrochene Regelung endet. Die Reglerabschaltung wird mittels des Schalters
19 verwirklicht, der vom Ausgang des Elementes 18 gesteuert wird. Dieses Element führt
die logische Operation AND für binäre Signale von den Ausgängen der Elemente 6 und
7 aus. Eine Proportionalregelung funktioniert aktiv, da die Anfangsund ununterbrochene
Regelungen mittels der Schalter 15 und 19 abgestellt werden, aber am Ausgang der Blöcke
17 und 20 (die PI-PID-Regler haben eine Eigenschaft, einen Ausgangssignalstand bei
einem Nullsignal im Eingang zu erhalten) werden die Signalstände erhalten, die einem
vereinbarten Geschwindigkeitsregime entsprechen und die Mindestspannung zwischen erstem
Gerüst (n-1) und zweitem Gerüst (n) bereitstellen. Diese Signale werden in Blöcken
21 und 24 mit einem Proportionalsteuerungssignal summiert, um ein vereinbartes Regime
der kontinuierlichen Gerüstgruppe vom Rohblechendeauslauf oder bis zum nächsten Rohblech
aufrecht zu erhalten. An die Eingänge des Blockes 12 werden die Steuerungssignale
des zweiten Gerüstes (n) gegeben, und eine Proportionalkomponente des Steuerungssignals
wird berechnet, welche die Geschwindigkeitsänderung des zweiten Gerüstes (n) nach
dem Rohblechendeauslauf vom ersten Gerüst (n-1) berücksichtigt. Mit dem nächsten Rohblech
wird der Algorithmus wiederholt.
Gewerbliche Anwendbarkeit
[0025] Dieses Verfahren kann sowohl durch Einzelelemente, als auch mit Hilfe von Rechentechnikmitteln
realisiert werden. Falls der Realisierung durch Einzelelemente erfolgt, ist es erforderlich
die Blöcke 4 und 13 mit den oben beschriebenen Funktionen herzustellen, da sie nicht
standardisiert sind. Falls die Realisierung durch Rechentechnikmittel (Computer oder
programmierte Kontroller) erfolgt, müssen alle Funktionen der Blöcke programmiert
sein, und Rechentechnikmittel mit den entsprechenden Eingangs- und Ausgangsmodulen
ergänzt werden.