[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen selbstklebenden Hautaufkleber sowie eine
Vorrichtung zum Auftrag einer Klebemasse auf ein Trägermaterial.
[0002] Aus DE 198 05 583 ist ein Tätowierungsaufkleber, ein sogenanntes Suntattoo bekannt,
das auf die Haut aufgeklebt wird. Die der Sonnenbestrahlung ausgesetzte Haut wird
in den umliegenden Hautbereichen gerötet oder gebräunt, während der Tätowierungsaufkleber
die Sonnenstrahlung absorbiert und so eine Rötung bzw. Bräunung der Haut verhindert.
Nach Entfernen des Aufklebers findet sich der Umriß des Aufklebers auf der Haut wieder.
[0003] Aus DE 196 20 109 und DE 196 20 107 ist ein selbstklebend ausgerüstetes Trägermaterial
mit einer mindestens auf einer Seite vollflächig aufgebrachten Heißschmelzselbstklebemasse
bekannt. Bei dem ausgerüsteten Trägermaterial handelt es sich um einen Wundverband,
der auch als Pflaster bezeichnet wird. Um bei einem porösen Trägermaterial einen geringen
Klebemasseverbrauch zu erzielen, wird eine geschäumte thermoplastische Klebemasse
eingesetzt.
[0004] Aus DE 42 37 252 ist es bekannt, eine Selbstklebemasse rasterpunktförmig durch Siebdruck
auf ein Trägermaterial aufzubringen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Hautaufkleber bereitzustellen, der
mit einfachen Mitteln hergestellt, sich leicht und ohne Irritationen von der Haut
wieder entfernen läßt, und eine Vorrichtung für den Auftrag der Klebemasse zu schaffen.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen selbstklebenden Hautaufklebern gelöst,
bei dem ein Trägermaterial auf einer Seite in einem oder mehreren Abschnitten mit
einer selbstklebenden Klebemasse versehen ist. Das Trägermaterial wird vor oder nach
einer Beschichtung mit der Klebemasse mit ein- oder mehrfarbigen Motiven bedruckt.
Der erfindungsgemäße Hautaufkleber mit seinen Motiven wird nicht aus medizinischen
Gründen getragen, sondern dient als eine Form von Hautschmuck. Der selbstklebende
Hautaufkleber kann von seinem Benutzer zeitweise, insbesondere bei Großveranstaltungen,
wie beispielsweise Sportereignissen, getragen werden, und anschließend leicht wieder
entfernt werden. Im Gegensatz zu dem sonst üblichen direkten Bemalen auf der Haut
können die Hautaufkleber leicht wieder entfernt werden.
[0007] Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Vorrichtung zum Auftrag einer Klebemasse auf
ein Trägermaterial. Diese Vorrichtung wird bevorzugt für den erfindungsgemäßen Hautaufkleber
eingesetzt. Die Vorrichtung besitzt eine Transporteinrichtung für das Trägermaterial,
die das Trägermaterial teilweise anliegend an einer Auftragswalze vorbeitransportiert.
Ferner besitzt die Vorrichtung eine Antriebseinrichtung, die Auftragswalze und Transporteinrichtung
zum Transport des Trägermaterials an der sich drehenden Walze vorbei antreibt. Die
Auftragswalze besitzt mehrere Ausnehmungen zur Aufnahme und zum Auftrag von Klebemasse
auf das Trägermaterial. Mit der erfindungsgemäßen Auftragswalze erfolgt also nicht
ein vollflächiger Auftrag, sondern ein Auftrag lediglich in einzelnen Bereichen. Bevorzugt
sind die Ausnehmungen auf der Umfangsfläche der Auftragswalze parallel zueinander
und in Längsrichtung der Walze verlaufend angeordnet. Dieser Anordnung der Ausnehmungen
erzeugt auf dem Trägermaterial einen strukturierten Auftrag der Klebemasse. Durch
die gegenüber medizinischen Pflastern vorgesehenen reduzierten Klebefläche wird die
Klebekraft reduziert und ein Abziehen des Hautaufklebers erleichtert.
[0008] Die Auftragswalze ist bevorzugt mit einem Behälter für die Klebemasse versehen. Der
Behälter besitzt eine zur Auftragswalze weisende Öffnung für die Klebemasse und eine
Rakel zum Verstreichen der Klebemasse auf der Auftragswalze. Über den Behälter wird
die Auftragswalze gleichmäßig mit Klebemasse bestrichen, wobei die Ausnehmungen in
der Auftragswalze mit Klebemasse gefüllt werden.
[0009] Die Ausnehmungen auf der Auftragswalze sind vorwiegend rund, so daß die Klebemasse
auf dem Trägermaterial ebenfalls im wesentlichen auf kreisrunden Bereichen aufgetragen
wird.
[0010] Für ein leichtes Be- und Entfiillen der Ausnehmungen sowie um die für die vorgesehene
Klebekraft ausreichende Klebemasse auf das Trägermaterial zu bringen und ein Auseinanderlaufen
der Klebemasse zu verhindern, besitzen die Ausnehmungen einen im wesentlichen kugelförmigen
Grund. Hierdurch entstehen auf dem Trägermaterial erhabene Bereiche mit Klebemasse,
die im Querschnitt die Form einer Kugelkappe besitzen.
[0011] Um eine Hautreizung oder -irritation vollständig zu verhindern, kann der Klebemasse
vor dem Auftrag ein hautwirksamer Wirkstoff zugesetzt werden. Während der Tragedauer
des Hautaufklebers verhindert der Wirkstoff eine Irritation der Haut und vermittelt
ein angenehmes Tragegefiihl. Der Wirkstoff kann eine kühlende Wirkung für die Haut
entfalten. Ebenfalls ist es möglich, zusätzlich oder alternativ, dem Wirkstoff Geruchsstoffe
zuzusetzen. Besonders geeignete Wirkstoffe, um in die Klebemasse eingebracht zu werden,
sind Menthol und/oder Zitronenextrakt.
[0012] Der erfindungsgemäße Hautaufkleber besitzt ein Trägermaterial, das auf einer Seite
mit ein- oder mehrfarbigen Motiven, insbesondere mit einem Sportmotiv, bedruckt ist
und rückseitig in einem oder mehreren Abschnitten mit einer Klebemasse versehen ist,
und bevorzugt ein Trennpapier aufweist, das auf die Seite des Trägermaterials mit
der Klebemasse aufgelegt ist. Der erfindungsgemäße Hautaufkleber dient als Hautschmuck
und ist durch einen dünnen Auftrag der Klebemasse besonders hautfreundlich. Der Tragekomfort
des erfindungsgemäßen Hautaufklebers wird durch die Beigabe von Wirkstoffen in die
Klebemasse erhöht. Die Wirkstoffe können eine für die Haut kühlende und/oder Duft
entfaltende Wirkung besitzen.
[0013] Der erfindungsgemäße Hautaufkleber wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert:
- Fign. 1a und 1b
- zeigen das mit der Klebemasse versehene Trägermaterial,
- Fig. 2
- zeigt mögliche Motive für den Hautaufkleber eingeteilt in internationale Ereignisse,
nationale Sportereignisse und sonstige Sportereignisse und
- Fign. 3a und 3b
- zeigen eine Vorrichtung zum Auftrag der Klebemasse und eine Detailansicht der Ausnehmung.
[0014] Fig. 1a zeigt einen Satz 10 von selbstklebenden Hautaufklebern 12. Der Satz von Hautaufklebern,
auch als Skin stick up bezeichnet, besitzt beispielsweise die Maße von 10 x 6 cm oder
von 39 x 39 mm, 30 x 55 mm oder 50 x 30 mm. Das Trägermaterial des Hautaufklebers
kann aus Kunststoff, insbesondere einem umweltfreundlichen PVC-Material bestehen.
Fig. 1b zeigt den Satz von Hautaufklebern von der Rückseite bei teilweise abgezogenem
Trennpapier 14, das vor einer Verwendung des Hautaufklebers entfernt wird. Das Trennpapier
14 ist mit einer Perforation 16 versehen, sogenannte Splitliner, die ein einfaches
Entfernen des Trennpapiers ermöglichen. Die Klebemasse auf der Rückseite des Hautaufklebers
ist eine Polyacrylat-Masse, die in einzelnen Punkten aufgetragen ist.
[0015] Vor oder nach einem Klebeauftrag wird das Trägermaterial an seiner Rückseite mit
Motiven unterschiedlichster Art bedruckt. Fig. 2 zeigt eine Auswahl von Motiven aus
dem Sportbereich. Säule 18 zeigt unterschiedliche Nationalfahnen als Motive, wie sie
gern vom Publikum bei Spielen der Nationalmannschaft getragen werden. Säule 20 zeigt
Motive einzelner Fußballclubs, wie sie beispielsweise bei Bundesligaspielen getragen
werden können. Säule 22 zeigt beispielhaft Motive, die auf einzelne sportliche Großereignisse
hinweisen.
[0016] Die Motive aus der Gruppe 18 für internationale Ereignisse können insbesondere bei
Olympischen Spielen, Weltmeister- und Europameisterschaften im Fußball, Leichtathletik,
Handball, Schwimmen und dergleichen. Die Vereinsfarben und Embleme der Säule 20 können
beispielsweise bei der Fußballbundesliga, der Champions League, dem UEFA-Pokal und
dem DFB-Pokal eingesetzt werden. Für Sporteinzelmotive eignen sich die Formel 1, die
Tour de France, Skispringen und der Daviscup. Insgesamt ist zu erwarten, daß bei einer
Vermarktung für Sportgroßereignisse ein ganz erheblicher Absatz der Hautaufkleber
erzielt werden kann. Produktionstechnisch bieten die Hautaufkleber den besonderen
Vorteil, daß diese ohne große Umstellungen mit den Maschinen und Vorrichtungen zur
Herstellung von medizinischen Pflastern und Klebebändern hergestellt werden können,
so daß die Hautaufkleber auch zu einer besseren Auslastung entsprechender Herstellungsmaschinen
führen.
[0017] Fig. 3a zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine Vorrichtung zum Auftragen der
Klebemasse auf ein Trägermaterial mit einer Auftragswalze 24 und zwei Transportwalzen
26 und 28. Das Trägermaterial 30 wird über die Transportwalze 28 an der Auftragswalze
24 angelegt und anliegend bis zur Transportwalze 26 geführt. Die Drehrichtung der
Walzen ist ebenso wie die Transportrichtung des Trägermaterials in Fig. 3a durch Pfeile
dargestellt. Die Walzen werden über eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) für
einen gleichmäßigen Transport des Trägermaterials gedreht.
[0018] Oberhalb der Auftragswalze 24 ist ein Trog 32 angeordnet, der eine schlitzförmige
Öffnung zur Auftragswalze 24 hin besitzt. In dem Trog 32 wird die Klebemasse eingeführt
und mit der Rakel 34 auf die Auftragswalze gestrichen. Die Auftragswalze 24 besitzt
Ausnehmungen 36, die mit der Klebemasse gefüllt werden. Fig. 3b zeigt eine Detailansicht
eines Querschnitts durch eine der Ausnehmungen 36. Der Grund 38 der Ausnehmung 36
ist zur Aufnahme der Klebemasse abgerundet.
[0019] Das die Auftragswalze 24 verlassene Trägermaterial 30 besitzt punktförmig aufgebrachte
Klebebereiche 40.
[0020] Die in Fig. 3a und 3b gezeigte Auftragswalze besitzt runde Ausnehmungen, die zu einem
Auftrag der Klebemasse in runden Bereichen führt. Ohne große Änderungen ist es ebenfalls
möglich, die Auftragswalze mit rechteckigen, runden oder gestreiften Perforationen
zu versehen, um die Klebemasse in anderen Mustern auf dem Trägermaterial zu verteilen.
1. Hautaufkleber als Hautschmuck mit einem Trägermaterial, das auf einer Seite mit einem
ein- oder mehrfarbigen Motiv, insbesondere mit einem Sportmotiv, bedruckt ist und
rückseitig in einem oder mehreren Abschnitten mit einer Klebemasse versehen ist.
2. Hautaufkleber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebemasse einen hautwirksamen Wirkstoff enthält.
3. Hautaufkleber nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebemasse einen Wirkstoff enthält, der eine kühlende Wirkung auf der Haut entfaltet.
4. Hautaufkleber nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebemasse einen Wirkstoff enthält, der Geruchsstoffe enthält.
5. Hautaufkleber nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Klebemasse ein Trennpapier aufgelegt ist.
6. Hautaufkleber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägermaterial aus einem Kunststoffmaterial besteht.
7. Vorrichtung zum Auftrag einer Klebemasse auf einem Trägermaterial (30), insbesondere
für einen Hautaufkleber nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
- eine Transporteinrichtung (26, 28) für das Trägermaterial (30) vorgesehen ist, die
das Trägermaterial (30) teilweise anliegend an einer Auftragswalze (24) transportiert,
- eine Antriebseinrichtung vorgesehen ist, die Auftragswalze (24) und Transporteinrichtung
(26, 28) zum Transport des Trägermaterials (30) an der sich drehenden Auftragswalze
(24) vorbei antriebt,
- wobei die Auftragswalze (24) mehrere Ausnehmungen (36) zur Aufnahme und zum Auftrag
der Klebemasse besitzt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswalze (24) auf ihrer Umfangsfläche parallel zueinander und in Längsrichtung
der Walze verlaufene Ausnehmungen (36) besitzt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Auftragswalze (24) ein Behälter (32) für die Klebemasse vorgesehen ist, der
eine zur Auftragswalze weisende Öffnung für die Klebemasse und eine Rakel (34) zum
Verstreichen der Klebemasse auf der Auftragswalze besitzt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (36) im wesentlichen rund sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (36) einen im wesentlichen kugelförmigen Grund (38) besitzen.